© Ernst Wilhelm Nay Stiftung, Köln Foto: Ernst Wilhelm Nay ... · PDF file Ernst...

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    Diözesanmuseum Bamberg Abb. oben linksErnst Wilhelm Nay (1902-1968) Verkündigung (WV 356) 1946 Öl auf Leinwand 75,3 x 100,5 cm © Ernst Wilhelm Nay Stiftung, Köln Foto: Ernst Wilhelm Nay Stiftung

    Abb. Mitte links Thomas Werk Verkündigung 2005 Schwarze, gelbe Tusche, Kohle auf Papier, Papier auf Leinwand, Stahlrahmen 125 x 230 cm © Thomas Werk

    Abb. unten links Thomas Jessen Verkündigung 2012/13 Öl auf Leinwand 200 x 290 cm © Thomas Jessen

    Abb. rechts Heimo Ertl Schrecksekunde. Die Verkündigung des Erzengels Gabriel an Maria 2011 Bronzeskulptur 93 x 35 x 15 cm © Heimo Ertl Foto: Knut Pflaumer

    Manfred Hürlimann Fürchte dich nicht

    2012 Acryl auf Leinwand 2-tlg., 82 x 260 cm

    © Manfred Hürlimann Foto: Knut Pflaumer

    Perspektivenwechsel. Ave Maria – Die Verkündigung an Maria in modernen Kunstwerken

    E ine „Verkündigung an Maria“ ohne Maria und ohne

    Engel – ist das überhaupt möglich? Durchaus, wie

    einzelne moderne Verkündigungsdarstellungen in

    der Sonderausstellung des Diözesanmuseums Bamberg be-

    weisen. Spannend sind darüber hinaus auch die Werke der

    insgesamt 53 zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstler,

    in denen auf andere, unkonventionelle Weise das Thema

    der Verkündigung (Lukas-Evangelium 1,26-38) gestaltet

    ist. Ausgewählte Exponate aus dem Domschatz und der

    Erzdiözese aus früheren Jahrhunderten machen in der Ge-

    genüberstellung mit den modernen Werken den „Perspekti-

    venwechsel“, d.h. den Wandel und die aktuelle Gestaltungs-

    vielfalt des Verkündigungsmotivs besonders deutlich. Die

    Spanne der modernen Arbeiten aus allen Kunstgattungen

    reicht von der Mitte des 20. Jahrhunderts bis 2013. Ernst

    Wilhelm Nays kraftvolles Gemälde von 1946 ist ein Beispiel

    für die Übergangsphase vom Figürlichen zum Ungegen-

    ständlichen. Aus der Klassischen Moderne ist außerdem

    Johannes Molzahn mit einem futuristischen Gemälde vertre-

    ten, Salvador Dali mit einer Bibelillustration sowie Johanna

    Schütz-Wolff mit einem eigenwilligen Linolschnitt. Neben

    farbintensiven Bildern (Bernd Zimmer), Übermalungen

    (Dietrich Stalmann) und narrativen Schilderungen (Manfred

    Hürlimann, Thomas Jessen, Sylvia Vandermeer) über eine

    immer stärkere bildliche Reduktion und Konzentration auf

    Gabriel und Maria (Heimo Ertl, Thomas Werk) sind viele

    neue Auffassungen des Verkündigungsgeschehens zu sehen.

    Einige von ihnen gehen bis zur Abstraktion (Karin Fleischer)

    oder sie geben das Geheimnis in Form einer Metapher wieder

    wie der Videokünstler Christoph Brech oder die Fotografin

    Perspektivenwechsel. Ave Maria — Die Verkündung an Maria in modernen Kunstwerken 22.03.2013 bis 28.07.2013

    Diözesanmuseum Bamberg Domplatz 5 96049 Bamberg Tel. (09 51) 502-2502 [email protected]

    Öffnungszeiten Di. bis So. 10-17 Uhr geschlossen am Karfreitag geöffnet am Oster- und Pfingstmontag

    Eintrittspreise 4 €, ermäßigt 3 €

    Katalog zur Ausstellung Redaktion: Prof. Dr. Heimo Ertl. 196 Seiten, 70 Farbabb., 15 €, ISBN 978-3-931432-32-4

    Aktuelle Ergänzungen zu der PERSPEKTIVENWECHSEL-Ausstellung: www.vernissage-museen.de

    Monika Schulz-Fieguth. Auch die neuen Medien werden

    in die Darstellung integriert wie bei der Konzeptkünstlerin

    Gisela Weimann oder der Fotografin Monika Funke Stern.

    Der französische Choreograph Angelin Preljocaj inszenierte

    1995 sogar ein Ballett „Annonciation“. Altes Thema, neue

    Perspektiven – die „Verkündigung an Maria“ wurde tau-

    sendfach, doch immer wieder neu und anregend umgesetzt,

    wobei die traditionelle Ikonographie der Ausgangspunkt für

    die künstlerische Auseinandersetzung und für ihr kritisches

    Hinterfragen tradierter Vorstellungen ist. Das zur Ausstellung

    konzipierte Vortragsprogramm schlägt Brücken zwischen dem

    Motiv der Verkündigung in der modernen bildenden Kunst

    sowie theologischen und literarischen Aspekten des Themas.

    Dr. Sabine Maria Hannesen, Kuratorin der Ausstellung und Initiatorin

    des AVE MARIA-Kunstprojekts. ■