1 Titelseite U1 U2 - mtk.org .Renten: Personenstruktur und Rentenarten im MTK 36 Renten: ......

download 1 Titelseite U1 U2 - mtk.org .Renten: Personenstruktur und Rentenarten im MTK 36 Renten: ... INHALTSVERZEICHNIS

of 94

  • date post

    17-Sep-2018
  • Category

    Documents

  • view

    213
  • download

    0

Embed Size (px)

Transcript of 1 Titelseite U1 U2 - mtk.org .Renten: Personenstruktur und Rentenarten im MTK 36 Renten: ......

  • Sozialbericht2010 fr den

    Main-Taunus-Kreis

  • VORWORTSozialbericht 2010

    Vorwort Sozialbericht 2010

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich freue mich, Ihnen den Sozialbericht fr das Jahr 2010 vorstellen zu knnen.

    Das vergangene Jahr war insbesondere davon geprgt, sich fr eine unbefristete Laufzeit des bis Ende 2010 be-fristeten Modells Optionskommune einzusetzen. Mit der entsprechenden Grundgesetznderung im August 2010

    wurde endlich eine verfassungsfeste Lsung gefunden, mit der diese arbeitsmarkt- und sozialpolitische Reform Hartz IV aus dem Jahr 2005 auf Dauer Bestand hat. Damit ist gewhrleistet, dass der Main-Taunus-Kreis sich weiterhin selbst um die Betreuung und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen kmmert.

    Mit dieser Entscheidung haben wir ein wichtiges Ziel erreicht, fr das wir lange gekmpft haben. Jetzt gilt es, unsere ganze Kraft in die vor uns liegenden Aufga-ben zu stecken. Dazu haben wir mit dem Land Hessen Ziele vereinbart, wie bei-spielsweise die Steigerung der Erwerbsttigkeit von Langzeitarbeitslosen und die Eingliederung von Alleinerziehenden in den Arbeitsmarkt, die auch unsere kreis-eigenen Vorgaben nachhaltig bekrftigen.

    Zum Stichtag 31. Dezember 2010 lag die Zahl der Bedarfsgemeinschaften mit 4.629 um weitere 246 Flle hher als im Vergleich zum Vorjahr. Das bedeutet, dass von dem wirtschaftlichen Aufschwung des Vorjahres nicht die Menschen pro-fitieren, die schon lnger arbeitslos sind und SGB II-Leistungen vom Amt fr Arbeit und Soziales beziehen. Hier sind noch grere Kraftanstrengungen notwendig, damit es zu Vermittlungen auf den ersten Arbeitsmarkt kommt. Auswirkungen hatte allerdings die positive wirtschaftliche Entwicklung auf unsere Vermittlungszahlen: im vergangenen Jahr wurden 2.326 Vermittlungen erzielt. Davon mndeten 649 Vermittlungen in einen Minijob. Dies ist die hchste Vermittlungszahl seit Bestehen der Option im Main-Taunus-Kreis. Bemerkenswert ist dabei auch die berregio-nalen Vermittlungen nach Italien, Spanien, Dnemark, sterreich, Schweiz und Polen.

  • VORWORT Sozialbericht 2010

    Warum trotzdem die Zahl der Menschen ansteigt, die staatliche Leistungen bezie-hen, ist mit einem weiteren Phnomen zu erklren: Es gibt eine groe Zahl von Menschen, die neben ihrer Erwerbsttigkeit noch weiterhin aufstockende Leistun-gen nach dem SGB II erhalten. Das heit, sie sind nicht in der Lage, trotzdem sie von morgens bis abends arbeiten gehen, fr ihren Lebensunterhalt selbst-stndig aufzukommen. Das kann zum einen an den hohen Lebenshaltungskosten im Main-Taunus-Kreis liegen. Zum anderen daran, dass die Zahl der Menschen in sogenannten geringfgigen Beschftigungsverhltnissen oder im Niedriglohn-sektor weiter ansteigt. Die Menschen befinden sich zusehends mehr in rechtlich und finanziell ungesicherten Erwerbsverhltnissen. Man kann auch von einer stei-genden Erwerbsarmut sprechen.

    Hier ist Politik gefordert, diesem Trend entgegenzuwirken und sich fr entspre-chende Rahmenbedingungen einzusetzen, damit bei voller Erwerbsarbeit der Lohnausgleich auch den Lebensunterhalt deckt.

    In diesem Bericht werfen wir jetzt neu bereits zu Beginn einen Blick auf die demographische Entwicklung im Main-Taunus-Kreis. Auch wenn es sich bei der Tatsache, dass die Zahl der lteren Menschen insbesondere im Main-Taunus-Kreis bis zum Jahre 2030 mageblich zunehmen wird, um keine neue Erkenntnis handelt, lohnt sich doch der Blick auf die Bevlkerungsschicht zwischen 20 und 64 Jahren.

    Bei dieser Bevlkerungsvorausberechnung wird nmlich deutlich, dass sich die Zahlen der erwerbsttigen Bevlkerung zwischen 20 und 64 Jahre im Main-Taunus-Kreis von 59,8 Prozent 2010 auf 55,8 Prozent bis zum Jahre 2030 abnimmt, whrend die Zahl der ber 64-jhrigen von derzeit 20,7 Prozent auf 26,1 Pro-zent zunimmt. Diese Entwicklung ist eine der wesentlichen gesellschaftlichen undpolitischen Herausforderung in den nchsten Jahren. Die sozialen Sicherungs-systeme, angefangen von der Renten-, der Kranken- und Pflegeversicherung, werden auf den Prfstand mssen um zu klren, wie diese Generationenfrage in Zukunft zu bewltigen ist.

    Als einen weiteren Schritt zu diesem Thema hat der Main-Taunus-Kreis mit als einer der ersten Kreise in Hessen einen Pflegesttzpunkt gemeinsam mit der AOK

  • VORWORTSozialbericht 2010

    im Landratsamt eingerichtet. Hier erfahren die Menschen Beratung rund um das Thema Pflege. Das Angebot richtet sich dabei an pflegebedrftige Menschen so-wie an Angehrige. Ausdrcklich sollen auch jngere Menschen mit Pflegebedarf dadurch eine Anlaufstelle erhalten. Der Pflegesttzpunkt des Kreises ist, mit den Seniorenberatungsstellen der Kommunen, eine wichtige Ergnzung im sozialen Netz, deren Entstehung der Main-Taunus-Kreis mit einer finanziellen Frderung bereits in den vergangenen Jahren vorangetrieben hat.

    Diese Lebenslagen, die hier in dem vorliegenden Bericht beschrieben werden, wollen wir in Zukunft angehen und uns gemeinsam mit unseren Kooperations-partnern den vor uns liegenden arbeitsmarktpolitischen und gesellschaftlichenHerausforderungen stellen.

    Hans-Jrgen HielscherErster Kreisbeigeordneter

  • INHALTSVERZEICHNISSozialbericht 2010

    1

    VORWORT

    KAPITEL 1Der Main-Taunus-KreisEinleitung 3Bevlkerungsfortschreibung und -entwicklung 4Bevlkerungsvorausberechnung 6Kreiskarte mit der Anzahl der Einwohner 7

    ArbeitslosigkeitHessische Kommunen im Vergleich Rechtskreis SGB II, SGB II und SGB III 8Kommunen im Main-Taunus-Kreis Rechtskreis SGB II 9

    KAPITEL 2Allgemeines zu den SozialgesetzbchernChronologie und die vier Elemente des SGB II 11Hinweise zur Interpretation der Daten im SGB II und SGB XII 14

    KAPITEL 3Das SGB II Statistische Auswertungen fr den Main-Taunus-KreisKreiskarte mit Anzahl der SGB II-Hilfebedrftigen 17Personenstruktur und Vernderungen im Verlauf MTK 18Kommunenbersicht Personenstruktur 19Altersstruktur im MTK und in den Kommunen 20Kosten der Unterkunft in den Kommunen 22Bruttoerwerbseinkommen in den Kommunen 24Erluterungen zur Arbeitslosigkeit nach 16 SGB III 26Alleinerziehende in den Kommunen 27Manahmen zur Integration in den Arbeitsmarkt 28Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt 29

    KAPITEL 4Das SGB XII Statistische Auswertungen fr den Main-Taunus-KreisKreiskarte mit Anzahl der SGB XII-Hilfebedrftigen 31Personenstruktur im MTK und in den Kommunen 32Vernderungen im Verlauf MTK 33Altersstruktur im MTK und in den Kommunen 34Renten: Personenstruktur und Rentenarten im MTK 36Renten: Einkommensklassen und Altersklassen 37Asylbewerber im Main-Taunus-Kreis 39

  • INHALTSVERZEICHNIS Sozialbericht 2010

    2

    KAPITEL 5Berichte des Amtes fr Arbeit und Soziales in den Bereichen SGB II und SGB XIIAssistent fr Menschen mit Behinderung 43Existenzgrndungsberatung und Betreuung Selbststndige 44Vernderung der Kundenstruktur und deren Problemlagen im SGB II-Bereich 46Perspektiven 50plus Beschftigungspakete im Main-Taunus-Kreis 52Der Widerspruch und die Sozialgerichtsbarkeit 53Die missbruchliche Inanspruchnahme von Sozialleistungen und die Rckforderungen 56

    Berichte des Amtes fr Arbeit und Sozialeszum Thema behinderte Menschen, Senioren und Pflege Die Aufgaben der Eingliederungshilfe 57Die Heimpflege 60 Die Fachstelle Allgemeine Seniorenhilfe 62Die Aufgaben der Betreuungsbehrde 64Der Pflegesttzpunkt im Main-Taunus-Kreis 66

    KAPITEL 6bersicht nach KommunenGrafik mit Wappen 67Bad Soden 68Eppstein 70Eschborn 72Flrsheim 74Hattersheim 76Hochheim 78Hofheim 80Kelkheim 82Kriftel 84Liederbach 86Schwalbach 88Sulzbach 90

    ANHANGAmt fr Arbeit und SozialesKosten der Produkte 2009 93Organigramm Amt fr Arbeit und Soziales 95

    Impressum

  • KAPITEL 1Sozialbericht 2010

    3

    Der Main-Taunus-Kreis

    Einleitung

    Main-Taunus-KreisDer Main-Taunus-Kreis ist im Hinblick auf seine Flche von 222,4 Quadratkilometern der kleinste Landkreis der Bundesrepublik Deutschland. Rund 227.000 Einwohner zhlt der Kreis, was einer Be-vlkerungsdichte von ber 1000 Einwohnern pro Quadratkilometer entspricht. Ihm gehren 12 Kom-munen (9 Stdte, 3 Gemeinden) an. Im Main-Taunus-Kreis gibt es keine so genannten Delegati-onsgemeinden, d.h. die originren und vollstndigen Aufgaben im Rahmen der Sozialgesetzgebung bernimmt zentral das Amt fr Arbeit und Soziales.

    Amt fr Arbeit und SozialesDas Amt fr Arbeit und Soziales ist bezogen auf die Mitarbeiterzahl das grte Amt des MTK. Es un-terteilt sich in sechs Sachgebiete (siehe Organigramm in der Anlage). Im Wesentlichen befasst sich das Amt mit den beiden Rechtskreisen SGB II (Arbeitslosengeld II) und SGB XII, wobei letzteres sich in Leistungen innerhalb (z.B. Alten- / Pfl egeheime) und auerhalb (z.B. Grundsicherung im Alter, Ein-gliederungshilfe etc.) von Einrichtungen unterscheidet. Innerhalb dieser beiden Rechtskreise hat die monetre Leistungsgewhrung ein groes Gewicht, insbesondere als Sicherung der Existenz fr die Hilfebedrftigen. Der Anteil an Beratungsarbeit nimmt zunehmend einen groen Part ein. Beratung ist im Bereich des SGB II fr das Fallmanagement und die Vermittlungsarbeit von Arbeitslosen uner-lsslich, da nur mit persnlicher Ansprache das Frdern und Fordern erfolgreich umgesetzt werden kann. Auch im Bereich der Senioren- und Behindertenarbeit oder Wohnungslosenbetreuung trgt die Beratung einen wesentlichen Anteil am Erreichen eines menschenwrdigen Lebens bei.

    Im nachfolgenden Sozialbericht befasst sich das Kapitel 1 mit Daten und Fakten zur allgemeinen Bevlkerungsentwicklung und der Arbeitslosigkeit im Main-Taunus-Kreis. Bei letzterem werden die Daten des Rechtskreises SGB II dem des Rechtskreises SGB III gegenbergestellt. Um eine Beur-teilung mglich zu machen, werden diese Daten auch mit anderen hessischen Stdten und Kreisen verglichen. Die wesentlichen Unterschiede der beiden Rechtskreise:

    Das SGB III umfasst die Personen, die aus der Arbeitslosenversicherung bei