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  • 11/2010

    100 JAHRE ALFA ROMEO

    DIE HISTORIE DIE NEUEN MODELLE DER MOTORSPORT

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  • 2 100 Jahre Alfa Romeo

    HISTORIEALFA ROMEO

    Wir mssen Autos bauen, die Leidenschaften we-cken, forderte Alfa-Chef Giovanni Razelli vor 20 Jahren. Mit diesem Rezept wollte er Sand aus dem Getriebe pusten, um die einige Zeit zuvor in Kriechgang verfallene Marke wieder auf Trab zu bringen.

    Razelli hatte sich offenbar auf alte Werte besonnen, denn bereits das erste Auto der in Portello bei Mailand niedergelassenen Firma brachte seine Besitzer ins Schwr-men. Dabei bot der 1910 prsentierte, international geachtete 24 HP mit seinem vier Liter groen Vierzylin-der-Motor und Kardanwellenantrieb nur einen Vorgeschmack auf die groartigen Modelle, die noch folgen sollten. So etwa der ebenfalls von

    Giuseppe Merosi konstruierte RL von 1921, der Alfas Ruf als Herstel-ler hochwertiger Automobile mit sportlichem Charakter prgte.

    War der Motor des 24 HP noch seitengesteuert, so besa der Sechs-zylinder des RL bereits im Zylinder-kopf hngende Ventile, und bei der ab 1923 gebauten dritten Serie konn-ten die Alfa-Fahrer auf Trommel-bremsen an der Vorderachse vertrau-en. In vielen anderen Autos wirkten die Bremsen noch auf die Kardan-welle oder nur die Hinterrder. Bis 1927 blieb der in diversen Versionen gebaute, als Super Sport 83 PS starke RL im Programm. Die Gesamtstck-zahl betrug rund 2600 Exemplare.

    Zwischenzeitlich sorgte ein Kon-strukteur namens Vittorio Jano fr

    frischen Wind, der sich zum Orkan steigerte. Der von ihm entworfene P2 gewann 1925 die Weltmeisterschaft und lste einen Sturm der Begeiste-rung aus, der auch den neuen, sport-licher ausgelegten Serienmodellen des Hauses zu Aufwind verhalf.

    Allen voran der sechszylindrige 6C 1750, die Perfektion des zuvor erschienenen 6C 1500, der die knf-tige Marschrichtung vorgab: leichte, wendige und moderne Fahrzeuge mit hochdrehenden Motoren. Die schrfste Version, den 6C 1500 Super Sport Testa Fissa, beflgelte ein Mo-tor mit zwei obenliegenden Nocken-wellen und Kompressor. Maximal-leistung: 84 PS bei 5000/min. Dem 6C 1750 wurden sogar bis zu 102 Pferdestrken entlockt.

    MODELLHISTORIEALFA ROMEO

    BEZIEHUNGS-KISTENLiebe, Lust und Leidenschaft prgen das Verhltnis der Alfa-Besitzer zu ihrem Automobil. Dazu passen die vielen aufsehenerregenden und erfolgreichen Alfa-Kreationen Auszge aus einem Jahrhundertwerk.

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  • ALFA ROMEO RL 19211927

    Das Krzel RL stand fr den Anfangsbuch-staben des Namens Romeo und die

    Bauserie L. Der Sechszylinder-Reihenmo-tor hatte anfangs 2916, dann 2994 cm3,

    die Leistung wuchs von 56 auf 83 PS

    ALFA ROMEO 6C 1500

    19271929Die Urform des leichten, wendigen und

    agilen Spider speziell die Sport-Versionen, deren Motor gegenber

    dem Normale zwei obenliegende Nockenwellen besa

    ALFA ROMEO 6C 1750

    19291932Er stellte die Perfektionierung des 6C 1500 dar, dessen sportlichen Erfolg er

    sogar bertrumpfte. Die Leistung der Sport-Versionen mit Doppelnocken-wellenmotor reichte von 55 bis 102 PS

    ALFA ROMEO 8C 2300

    19311934Das nur 188 Mal gebaute Modell

    faszinierte mit einem Achtzylinder-Rei-henmotor aus Aluminium, entstanden

    durch die Koppelung zweier Vierzylinder. Die Leistung betrug bis zu 180 PS

    ALFA ROMEO 6C 2300

    19341939Fr dieses Modell bernahm Alfa den

    erstmals im 6C 1900 verwendeten Leichtmetall-Zylinderkopf. Die ab 1935

    gebauten 6C 2300 B hatten Einzelradauf-hngung. Etwa 2000 Exemplare entstanden

    ALFA ROMEO FRECCIA DORO

    19471952Alfas erste Nachkriegskreation eine

    Limousine mit Einzelradaufhngung, die auf dem 1939 entstandenen Chassis des 6C 2500 Sport basierte. Der 90 PS starke

    Goldpfeil fand rund 650 Kufer

    ALFA 24 HP 19101920Das erste Auto von Alfa, noch ohne den Namen von Nicola Romeo im Marken-Emblem, der erst ab 1915 die Firma leitete. Am Steuer sitzt Konstrukteur Giuseppe Merosi. Der Reihenvierzylinder des 680 Mal gebauten 24 HP leistete zwischen 42 und 45 PS

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  • ALFA ROMEO 190019501958Das erste von Alfa in grerer Stckzahl gebaute Auto. Davon abgeleitet wurden der TI, ab 1953 die Super-Modelle sowie Coup und Cabrio. Allein von der Limousine entstanden ber 17 000 Stck

    ALFA ROMEO GIULIETTA/GIULIA SPRINT, 19541964Das Giulietta Sprint Coup wurde noch vor der Berlina prsentiert. Es punktete mit ausgezeichneter Straenlage und viel Temperament. 1962 erschien das weiterentwickelte Giulia Sprint Coup

    ALFA ROMEO GIULIETTA BERLINA 19551964Kompakte und preislich attraktive Limousine mit 1,3-Liter-Motor, der anfangs 50 PS, spter 62 PS leistete. Bei der strkeren TI-Version kletterte die Leistung ab August 1961 auf 74 PS

    ALFA ROMEO GIULIA19621978Das markant gestylte Familienauto avancierte in der Version Super zum Urtyp der Sportlimousine. 1974 erfolgte eine vorwiegend optische berarbeitung, danach hie das Modell Nuova Super

    ALFA ROMEO GIULIA BERTONE19631977Die nicht offi zielle Bezeichnung Bertone umfasst alle Coups der 105er Reihe, von der Urversion mit 1,6 Liter und 102 PS bis zum 131 PS starken 2000 GTV

    ALFA ROMEO SPIDER19661993Dem Rundheck-Spider folgten drei weitere Spider-Generationen, die letzte mit Bosch Motronic statt Vergasern

    ALFA ROMEO MONTREAL19701977Das hochpreisige Sportcoup erfreute mit einem vom Rennwagen T33 abgelei-teten V-Achtzylindermotor, der 200 PS leistete. Nur 3925 Exemplare entstanden

    ALFA ROMEO GIULIETTA/GIULIA SPIDER 19551965Der attraktiv geformte Spider entstand auf Initiative des amerikanischen Alfa-Importeurs Max Hoffman. Der 1,3-Liter-Motor in der Giulietta wuchs 1962 in der Giulia auf 1,6 Liter

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  • 5100 Jahre Alfa Romeo

    Mit dem 6C 2300 von 1934 knpfte Alfa an den Erfolg des 1750 an, der 2579 enthusiastische Abneh-mer gefunden hatte. Der 2300 faszi-nierte mit technischen Details wie einem Zylinderkopf aus Leichtme-tall und zwei obenliegenden No-ckenwellen, die nun ber Kette statt ber Zahnrder angetrieben wurden. Die beiden oberen Gnge seines Vier-ganggetriebes waren synchronisiert, und die B-Serie dieses Modells ber-raschte mit fortschrittlicher Einzel-radaufhngung.

    Exakt dieses Fahrwerk und der bewhrte, inzwischen zum 2,5-Liter gereifte Sechszylinder-Motor zeich-neten Alfas erste Nachkriegskreation aus: den Freccia dOro, den Gold-pfeil. Das Modell mit dem poetischen Namen besa eine mit dem Rahmen verschweite Karosserie und erfreute mit vorzglichen Fahreigenschaften. Aber es markierte auch das Ende ei-ner ra: Die Zeit der in kleiner Auf-lage und in Handarbeit gefertigten

    Qualittsprodukte fr wohlhabende Auto-Enthusiasten war vorbei.

    Orazio Satta Puliga, der damalige Direktor der Entwicklungs- und Ver-suchsabteilung, schnitzte fr Alfa die Konzepte der Zukunft. Die sahen den Bau von Fahrzeugen in grerer Stckzahl vor erschwinglicher, aber auch weniger individuell.

    Vor dem Krieg wurden meist nur die Chassis geliefert. Die Kunden lieen sie sich von Firmen wie Za-gato, Touring oder Castagna mit oft atemberaubend schnen Karosserien versehen, die den Betrachter zum Schwrmen animierten wie ein spektakulrer Sonnenuntergang am Gardasee. Doch nun startete Alfa in das Zeitalter der Serienfertigung.

    Erster Vertreter der neuen Gene-ration war der 1900, der Millenove. Die Mittelklasse-Limousine feierte 1950 auf dem Pariser Salon Premie-re. Ein Alfa mit selbsttragender Ka-rosserie, vorderer Einzelradaufhn-gung, hinterer Starrachse und einem

    Vierzylindermotor mit etlichen alfa-typischen Konstruktionsmerkmalen. Dazu zhlten die beiden obenlie-genden, kettengetriebenen Nocken-wellen und der Leichtmetallzylin-derkopf. Doch um einen greren Kundenkreis ansprechen zu knnen, war er immer noch zu teuer.

    Das nderte sich mit der ab 1955 angebotenen Giulietta Berlina, von der italienischen Presse als Wunder von Mailand umjubelt. Kompakt, gnstig und mit jenem Leichtmetall-triebwerk bestckt, dessen Melodie sich zum Evergreen entwickeln sollte, lockte die kleine Limousine rund 131 800 Kufer.

    Aber es gab auch noch das seit 1954 erhltliche Coup, Bertones erstes Groprojekt, und den zier-lichen Spider, den Pininfarina mit einem attraktiven Kleidchen verse-hen hatte. Beide Karossiers setzten sich im weiteren Verlauf der Alfa-Geschichte Denkmler: Der eine 1963 mit dem 2+2 Coup Giulia

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  • 6 100 Jahre Alfa Romeo

    Sprint GT, das samt seinen Nachfol-gern von Insidern heute schlicht Bertone genannt wird, der andere drei Jahre spter mit einem Spider, der dank diverser Updates sagen-hafte 27 Jahre berlebte.

    Beide Modelle gehren zur Bau-reihe 105, die 1962 mit der genialen Giulia startete. Besonders die Version Super geriet zum Verkaufsschlager und prgte den Begriff der Sportli-mousine. Dank ausgeprgter Hand-lichkeit, dynamischem Antritt und sicheren Fahreigenschaften dis-tanzierte sie 1972 in einem auto mo-tor und sport-Vergleichstest alle Kon-kurrenten, auch einen BMW 2002.

    hnlich genial geriet die im glei-chen Jahr herausgebrachte Alfetta. Das nach den erfolgreichen Alfa-Rennwagen Tipo 158/159 benannte Familienauto bot eine in diesem Seg-ment revolutionre Technik. Die Transaxle-Bauweise mit dem an der Hinterachse samt Kupplung positi-onierten Getriebe ermglichte eine ausgeglichene Gewichtsverteilung, und