20 Jahre Friedliche Revolution reportage 2/2009 3 Alle tourdaten sind im Internet zu finden un- ter

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  • 2/2009 HERAUSGEBER: SÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR KULTUS

    2/2009 HERAUSGEBER: SÄCHSISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR KULTUS

    20 Jahre Friedliche Revolution Gelebte Geschichte im Unterricht

    r e p o r ta g e

    Lernen im Tigerkäfig – ein Klassen-Besuch in Bautzen II _ Seite 6/ 7 p e r s o n e n

    Frank Richter, Direktor der SLpB _ Seite 10/11 r e p o r ta g e

    »Geschichtsvermittlung mit Lack und Leinwand« _ Seite 12/13 m e d i e n s c h a u

    Ausgewählte Webseiten, Filme und Publikationen _ Seite 8

    DAS M AGA ZI N FÜR SCH U LE I N SACHSEN

  • 2/20092 32/2009

    Besuch der staatskanzlei: online-anmeldung für gruppen Schulklassen und Gruppen, die eine Hausführung in der Sächsischen Staats- kanzlei planen, können sich ab sofort bequem online anmelden. Auf der neu eingerichteten Seite ist die Anmeldung direkt mit der Übersicht über freie Ter- mine verknüpft. Gewünschten Termin aussuchen, Gruppenstärke und Adresse des Verantwortlichen angeben und auf »Senden« drücken – schon ist die Anmel- dung vollzogen. Jeden Tag zwischen 11 und 14 Uhr bietet das Besuchsprogramm der Staats- kanzlei Einblicke in die Arbeit der Re- gierung. Wie funktioniert die Staats- regierung? Warum nennt man sie auch »Kabinett« und in welchem Verhältnis steht sie zum Landtag? Wie spannend kann eine Pressekonferenz sein und wa- rum findet sie in der Staatskanzlei hinter gelben Fenstern statt? Das sind nur einige der Fragen, die die Schüler vor Ort wäh- rend der Führungen beantwortet bekom- men. Ziel ist, Politik so greif- und erleb- bar zu machen. Die Führungen sind kostenlos und für Gruppengrößen zwischen 15 und 50 Personen ausgelegt. Das Besuchspro- gramm der Sächsischen Staatskanzlei bietet neben seinem Beitrag zur allgemei- nen Bildung zahlreiche Anknüpfungs- punkte zum Sächsischen Lehrplan.

    pa n o r a m a

    mehr informationen unter: Eric Braun, LSR, www.lsr-sachsen.de eric@lsr-sachsen.de

    Eine Schulklasse beim Rundgang in der Staatskanzlei

    »demokratie in schülerhänden« 20 Jahre nach der Friedlichen Revolution stellt der Landesschü- lerrat (LSR) die Frage: Wie steht es eigentlich um die demokrati- schen Strukturen an unseren Schulen? Dazu planen LSR und das Sächsische Staatsministerium für Kultus gemeinsam mit der Pro- jektschmiede Dresden am 5. und 6. Dezember 2009 eine Veran- staltung mit dem Arbeitstitel »Demokratie in Schülerhänden«. »Es ist wichtig, dass man solche Themen auch und gerade außerhalb des Unterrichts bringt«, sagt Eric Braun, Vorsitzender des sächsischen Landesschülerrats. »Für uns ist wichtig zu zeigen, es gibt da noch ein Gremium, das was macht, das Stellung bezieht, das da ist.« Dazu hat man sich auf eine ganz neue Veran- staltungsform verständigt: eine sogenannte Open-Space-Konfe- renz. Die zeichnet aus, dass es thematisch zu Beginn nur das Über- thema als Vorgabe gibt. In einer ersten großen Runde werden

    zu Beginn der Veranstaltung Stichwörter und Themenwünsche gesammelt und erst dann der konkrete Veranstaltungsablauf festgelegt. Die Teilnehmer sind so von Anfang an wesentlich stärker und dichter in den Ablauf eingebunden, die Ergebnisse deswegen meist wesentlich konkreter. Veranstaltungsort ist das zentrale Hörsaalgebäude der TU Chemnitz, als Teilnehmerzahl sind 350 Schülerinnen und Schü- ler vorgesehen.

    Mehr Informationen unter: www. sk.sachsen.de

  • 32/2009

    Alle tourdaten sind im Internet zu finden un- ter der Adresse: www.89-90.sachsen.de

    Liebe Leserinnen und Leser,

    2009 häufen sich die Jahrestage. Die Feierlichkeiten zum 60. Geburtstag der Bundesrepublik haben bereits begonnen und im Herbst begehen wir den 20. Jahrestag der Friedlichen Revolution von 1989. Damals haben gerade die Sachsen mit ihrem Mut zur Veränderung deutsche Geschichte geschrieben. Für uns Grund genug, Geschichte aufleben zu lassen. Mit un- serem Heft »20 Jahre Friedliche Revolution – Gelebte Geschichte im Unterricht« wollen wir zeigen, wie Schulen sich des Themas annähern können. Wie war er, der Herbst 1989? Einen besseren Zeitzeugen als Frank Richter, den neuen Direktor der Sächsischen Landeszent- rale für politischen Bildung, konnten wir kaum finden. Im Inter- view auf den Seiten 10 und 11 erzählt er von seinen Erlebnissen, von Revolutionären, der Demokratie und der Macht des Volkes. Die Reportage vom Schulbesuch in Bautzen zeigt eindrucks- voll, wie Schülern an historischen Orten Geschichte vermittelt werden kann (Seite 6/7). Eine ganz andere Art der Vermittlung und Herangehensweise wählt das Projekt »Demokratie Versprühen«. Lesen Sie dazu den Beitrag ab Seite 12. Was erleben und empfinden Lehrer bei der Bearbeitung der DDR Geschichte im Unterricht? Wir fragten bei einer Geschichts- lehrerin nach (Seite 5). Die DDR – 20 Jahre danach scheint schon einiges vergessen. Ein kleines Quiz auf Seite 15 lädt zur Überprüfung des Wissens ein. Damit Sie auch den Überblick behalten, ist auf Seite 8 eine kleine Auswahl aus dem riesigen Angebot an Internetseiten, Filmen oder Printprodukten zum Thema zusammengetragen.

    Viel Vergnügen beim Lesen des Heftes und natürlich eine erhol- same Ferienzeit wünscht Ihre -Redaktion

    e d i t o r i a L

    der Bus zur »Friedlichen revolution«

    Ein 18 Meter langer umgebauter Bus tourt seit Anfang Mai durch Sachsen und erin- nert mit einer Ausstellung an die Ereignis- se vor 20 Jahren. Von Mai bis November hält der Bus in über 30 Orten in Sachsen. Die Sächsische Staatskanzlei hat den Bus in Kooperation mit dem Sächsischen Lan- desbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR auf Tour geschickt. Titel der Aus- stellung: »Unser Aufbruch«.

    2/20092 32/2009

    Das hier gezeigte Graffiti sowie das Titelbild sind Gewinnerarbeiten aus dem Projekt »demokratie Versprühen«, das sich mit der Bedeutung von Demokratie und Freiheit vor dem Hintergrund der Graffiti-Szene in der DDR auseinandergesetzt hat. Lesen Sie dazu unsere reportage auf seite 12.

    Die Ausstellung teilt sich in drei Teile: Im ersten erfolgt eine Bestandsaufnahme des DDR-Alltags in den 1980er Jahren. Im zweiten Teil folgt eine ereignisgeschicht- liche, chronologische Betrachtung der Umbruchsereignisse. Der dritte Teil stellt ähnlich wie der erste anhand verschiede- ner Aspekte eine Art Bilanz der Friedli- chen Revolution dar.

  • 2/20094

    z i tat e

    »Gemischte Stimmungslage« die jüngere deutsche geschichte sorgt nach wie vor für diskussionsstoff. eine zitate-sammlung von Sven PInke, -ReDakTIon

    Respekt vor Leistungen »Zur anhaltenden Freude über die deutsche Ein- heit gehört für mich auch der Respekt für die Lebensleistung der allermeisten Menschen in der DDR.«

    Bundespräsident Horst Köhler in einem Interview mit der Passauer Presse am 13.3.2009 in Berlin

    Kindheit »Meine Kindheit war toll, ich war behütet. Ob meine Eltern, Lehrer, Trainer – ich hatte immer Leute, an denen ich mich orientieren konnte.« Henry Maske, Boxer

    Doppelte Stärke »Mit der Wiedervereinigung wurden wir alle stark wie zwei.«

    Udo Lindenberg, Musiker

    Verharmlosender Rückblick »Ich brauch keine Stasi - ich wohn‘ aufm Dorf«

    Titel einer Gruppe bei SchuelerVZ

    Glück und Freundschaften »Freundschaften und glückliche Ereignisse ziehen sich durch jede einzelne Biographie jedes Menschen, der in der DDR gelebt hat. Das darf man sagen und das kann man sagen.«

    Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Jubilä- umsveranstaltung »Vor 20 Jahren – Am Vorabend der Friedlichen Revolution« am 8. Mai 2009 in Berlin

    2/20094 52/2009

    Erzwungene Weltanschauung »In der DDR hat man von mir eine Weltanschau- ung verlangt, ohne dass ich die Welt anschauen durfte« Manfred Krug, Schauspieler

    Traum vom Glück »Das Beste an der DDR war der Traum, den wir von ihr hatten.«

    Herman Kant, dt. Schriftsteller, ehem. Präsident des Schriftstellerverbands der DDR

  • »Einer meiner Schüler hat vor einiger Zeit eine Trainingsja- cke mit dem DDR-Emblem in der Schule getragen und fand das cool. Wir haben dann darüber gesprochen, dass er nicht nur eine hippe Jacke, sondern auch das Symbol einer Diktatur trägt. An solchen Kleinigkeiten sehe ich, dass viele Schüler zu wenig über die DDR wissen. Sie kennen vielleicht die wichtigs- ten Fakten und wissen, dass es eine Mauer gab. Aber die meis- ten können nicht mehr einschätzen, was es bedeutete, DDR- Bürger zu sein. Der emotionale Bezug fehlt. Ich betrachte es als meine Aufgabe, den Schülern diesen Bezug zu vermitteln. Mir geht es nicht nur darum, dass die Jugendlichen die wichtigsten Jahreszahlen draufhaben. Ich will, dass sie ein Gefühl für die Zeit vor der Wiedervereinigung entwickeln. Deshalb erzähle ich im Unterricht auch von meinen eige- nen Erfahrungen. Das macht den Stoff authentisch und lässt sie hoffentlich auch die Vorteile der Demokratie erahnen. Natürlich werde ich auch oft mit Vorurteilen oder Halb- wahrheiten konfrontiert. Kürzlich sagte zum Beispiel einer: ‚In der DDR bekam jeder eine Ausbildungsstelle, das war noch viel besser als heute.‘ Als ich ihm erklärte, dass nicht jeder das lernen durfte, was er wollte, sah er die Sache aus einer anderen Perspek- tive. Wer Friseur werden wollte, konnte auch schnell als Gieße- reifacharbeiter enden. Mir geht es darum, zu zeigen wie massiv eine Diktatur in die Lebensen