2010 OeME Dokumentation GzD - · PDF filein derUnterweisungnie vonder Dreieinheit, der...

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  • Kurt Marti - ein BekenntnisOeME-Herbsttagung 2010

    Samstag20. November 20108.30 bis 17.00 UhrKirchgemeindehausJohannes Bern

    ich glaube an jesusden messias

    der bedrngten undunterdrckten

    Hinstehen und bekennenOeME-Herbsttagung 2010

  • Vorbereitungsgruppe Jean-Eric Bertholet, Karl Graf, Rebekka Grogg,Pia Grossholz, Matthias Hui, Christoph Knoch,Anja Michel, Helene Ringgenberg, Martina Schwarz

    Koordination/Administration Matthias Hui, Regina Rothenbhler

    Trgerorganisationen Fachstelle fr kumene, Mission und Entwicklungs-zusammenarbeit OeME Bern, Katholische Arbeits-stelle Kirche im Dialog Bern, ArbeitsgemeinschaftKirchen im Kanton Bern AKB

    Musik Beat Senn, Helene Ringgenberg

    Dokumentation Magdalena SchlosserMatthias Hui und Pia Grossholz

    Fotos Damiano Moser, Ostermundigen

    Druck Druckerei Rub Graf-Lehmann AG, Bern

    Herausgeberin Fachstelle OeMESpeichergasse 293011 Bern031 313 10 10oeme@refbejuso.chwww.refbejuso.ch/oeme

    Datum des Erscheinens Mai 2011

    Preis CHF 10.00 inkl. Portofr Teilnehmende im Tagungsbeitrag inbegriffen

    Kirche im Dialog

  • ich glaube an jesusden messias

    der bedrngten undunterdrckten

    Hinstehen und bekennen

    OeME-Herbsttagung 2010Samstag, 20. November 2010

    Kirchgemeindehaus Johannes Bern

  • Dokumentation OeME-Herbsttagung 2010

    INHALTSVERZEICHNIS

    ImpressumEinleitung 4

    TEIL I Bekennen, nachapostolisch mit Kurt Marti 7Kurt Martiein nachapostolisches bekenntnis 8Albert Rieger im Gesprch mit Kurt MartiBekennen, nachapostolisch 9Fredi LerchBekennen ist ein Ttigkeitswort 13Ralph KunzBekenntnis: Absurde Vorwrfe;Leserbrief in: reformierte presse 3/11 17Rita JostFr mich ist Gott kein Monopolist; Artikel in: reformiert 1/11 18

    TEIL II Hinstehen und bekennen (Tagungstexte) 21Matthias ZeindlerEin reformierter Weg zum Bekennen zum Bekenntnisprozess des SEK 22Helmut KaiserMitleidendes Sehen, prophetisches Urteilen,befreiendes Verndern 24Texte aus dem Atelier mit Ina PraetoriusWas glauben Sie eigentlich? Was fllt Ihnen ein? Vertrauen aussagen im postpatriarchalen Durcheinander 38Jean-Eric BertholetReformiertes Bekennen ber Barmen hinaus am Beispiel des Bekenntnisses der SchweizerischenEvangelischen Synode 1986 41Credo, aus: Eucharistia, Christkatholische Messliturgie mit slavischenMelodien nach orthodoxer Tradition 44Weiterfhrende Links 47Tagungsprogramm 48

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  • Dokumentation OeME-Herbsttagung 2010

    EINLEITUNGMatthias HuiReformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn, Fachstelle OeME

    Die OeME-Herbsttagung 2010 "Hinstehen und bekennen" fand ihren Dreh- undAngelpunkt im nachapostolischen Bekenntnis von Kurt Marti. Das Debattieren dieserGlaubensstze, das Weiterdenken in unsere Zeit hinein und das einfache Mitspre-chen dieses Bekenntnisses mchten wir mit dieser Dokumentation weiter fhren.Dass Kurt Marti kurz vor seinem 90. Geburtstag so lebendig und inspirierend an derTagung prsent sein konnte, war ein grosses Geschenk.

    Wer bekennt, stellt sich in eine lange, reiche und komplexe Glaubenstradition. Aufdem Titelbild ist ein Faksimile eines mittelalterlichen gregorianischen Credo-Gesangsaus einem Solothurner Franziskaner-Kloster abgebildet. Bekenntnisse sind aber nichtzeitlose Formeln. Wer bekennt, zeigt sein Gesicht. Wer bekennt, bezieht Stellung inSituationen von Bedrngnis, Identittssuche und Widerstand. Bekennen in der Kirchebedeutet also, sich gemeinsam in berlieferungen wiederfinden, geistesgegenwrtigneue Worte finden, feiern und handeln. Hinstehen und bekennen in einer aufgeklr-ten Welt, in einer wunderbar vielfltigen Gesellschaft wie geht das eigentlich?

    Wieso reden auch wir heute ber das Bekennen und haben dies doch noch vor zehn,zwanzig Jahren seltener getan? Sind etwa die Musliminnen und Muslime daranschuld? Oder die Religionssoziologen, von denen wir ngstlich zu verstehen meinen,dass sie unseren Kirchen den Untergang oder doch das Abtauchen in die relativeBedeutungslosigkeit voraussagen? Oder befassen wir uns mit diesem Thema, weilKirchen im Sden, etwa die reformierten, glauben, dass ein Bekenntnis zu JesusChristus erfordert, Apartheid zu verwerfen oder Vertreibung und Besatzung inIsrael/Palstina oder tdliche Wirtschaftsordnungen wie die gegenwrtige?

    Das "Accra-Bekenntnis" ist von der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen im Som-mer 2010 in Grand Rapids / USA bekrftigt worden: Ein Bekenntnis zu Gott als Gottder Gerechtigkeit ber die ganze Schpfung, insbesondere auch der Wirtschaft. ObBekenntnisse mehr sind als leere Worte, wird in konkreten Situationen deutlich.Deshalb griff die OeME-Herbsttagung exemplarisch mit Betroffenen den heftigenKonflikt um die bernische Kartonfabrik Deisswil auf.

    Diese Dokumentation der kumenisch ausgerichteten OeME-Herbsttagung verstehtsich als kritischen Beitrag zum laufenden Diskussionsprozess im Rahmen desSchweizerischen Evangelischen Kirchenbundes. Es geht dabei um die Frage: Wasbekennen eigentlich die "bekenntnisfreien" Reformierten in einer Landschaft, die sichkirchlich, religis und gesellschaftspolitisch im Umbruch befindet?

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  • Dokumentation OeME-Herbsttagung 2010

    Seite 5Bild Nr. 140 (ohne Legende)

    Seite 5Bild Nr. 195 (ohne Legende)

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  • Dokumentation OeME-Herbsttagung 2010

    Christoph Jungen, Roland Herzog, Manfred Bachmann

    Sumaya Farhat-Naser

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  • Dokumentation OeME-Herbsttagung 2010

    TEIL I

    Bekennen,nachapostolisch mit Kurt Marti

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  • Dokumentation OeME-Herbsttagung 2010

    ein nachapostolisches bekenntnisKurt Marti

    ich glaube an gottder liebe istden schpfer des himmels und der erde

    ich glaube an jesussein menschgewordenes wortden messias der bedrngten und unterdrcktender das reich gottes verkndet hatund gekreuzigt wurde deswegenausgeliefert wie wir der vernichtung des todesaber am dritten tag auferstandenum weiterzuwirken fr unsere befreiungbis dass gott alles in allem sein wird

    ich glaube an den heiligen geistder uns zu mitstreitern des auferstandenen machtzu brdern und schwestern dererdie fr gerechtigkeit kmpfen und leiden

    ich glaube an die gemeinschaft der weltweiten kirchean die vergebung der sndenan den frieden auf erden fr den zu arbeiten sinn hatund an die erfllung des lebensber unser leben hinaus

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  • Dokumentation OeME-Herbsttagung 2010

    BEKENNEN, NACHAPOSTOLISCHAlbert Rieger im Gesprch mit Kurt Marti

    Albert Rieger: Wenn kumenische Gste aus anderen Kirchen und Lndern zuuns in Bern zu Besuch kommen, dann fllt ihnen an unserer reformierten Kirchehufig auf, dass sie kein offizielles Bekenntnis kennt. Wenn es ums Bekennengeht, sind demnach auch Schweizer Reformierte ein Sonderfall. Nun hast du,als Mitglied einer bekenntnisfreien Kirche, trotzdem ein Bekenntnis geschrieben.Was hat dich vor fnfundzwanzig Jahren eigentlich dazu bewogen, das Gedichtein nachapostolisches bekenntnis zu schreiben?Kurt Marti: Das war nach meiner Pensionierung1. Da hatte ich Zeit nachzudenken undRckschau zu halten. Einmal fiel mir dabei ein, das wir Reformierten kein Bekenntnishaben. Diese Bekenntnislosigkeit hat mich in meiner pfarramtlichen Ttigkeit zwar nichtgestrt, aber es hat mich doch irgendwie beschftigt. Ich habe dann auch festgestellt,dass ich nie das Apostolikum verwendet habe, nicht liturgisch und auch nicht imUnterricht. Nun habe ich mich gefragt: Warum eigentlich? Ich bin dann in diesem ehr-wrdigen, alten, allgemeinkirchlichen Bekenntnis auf die Punkte gestossen, die icheinfach nicht nachvollziehen konnte. So habe ich mehr spielerisch versucht, das,was mir wichtig ist, in ein eigenes Bekenntnis einzubringen.Ich habe das so spielerisch gemacht wie sonst bei meinen Texten. Es ist ja auch so,dass ich meinen Bekenntnistext danach nicht derart wichtig genommen habe, dass ichihn irgendeiner kirchlichen Instanz vorgelegt htte, sondern ich habe ihn in einemGedichtbndchen versteckt. Zu meinem Erstaunen ist pltzlich, nach fnfundzwanzigJahren, dieser Text wieder entdeckt worden (Gelchter), ich glaube, es war FrauSusanne Graf, die den Text entdeckt hat. Ja und jetzt haben wir diesen Text vor uns(Gelchter).Dieses nachapostolische bekenntnis ist ja gewissermassen ein poetischer undein theologischer Text. Man knnte ihn wohl ein aufgeklrtes Apostolikum nen-nen. Du sprichst ja zum Beispiel statt von Gott, dem Vater, dem Allmchtigenvom gott/ der liebe ist; Du sprichst statt von Jesus Christus geboren von derJungfrau Maria vom Jesus dem messias der bedrngten und unterdrckten.Ist diese aufgeklrte Rede von Gott, ber Gott und ber Jesus nicht auch diebiblischere?Ich hoffe es. Vielleicht muss ich noch etwas nachholen zur Bekenntnislosigkeit. Alsreformierte Kirche und als Christen haben wir ja natrlich ein Bekenntnis, nmlich dasBekenntnis zur Bibel. Aufgrund der Heiligen Schrift glauben wir und wird gepredigt.Aber die Bibel, die Heilige Schrift, das ist ein weites Feld (lacht). Das geht von derSchpfung bis zur Apokalypse, vom Hohelied bis zum Jakobusbrief und so weiter. Esist schwierig, dass man da nicht ein bisschen die Orientierung verliert, und so kommtes, dass sich ganz verschiedene konkrete Bekenntnisse und Strmungen auf die Bibelberufen. Aber immerhin das: Die Bibel als Grundlage, das haben wir ja.Aber: Ich stellte fest, dass im Apostolikum die Botschaft von Jesus, die Botschaftvom Reiche Gottes nicht vorkommt. Ich habe vergebens versucht, diese Aspekteirgendwie herauszubekommen. Aber es steht einfach nichts ber diese Botschaft von

    1 Marti wurde mit 65, also 1986 pensioniert. ein nachapostolisches bekenntnis findet sich aberbereits im Band abendland (S. 92), der 1980 bei Luchterhand erschienen ist.

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  • Dokumentation OeME-Herbsttagung 2010

    Jesus. Es steht nichts davon, dass Gott Liebe ist, wie es im ersten Johannesbriefheisst. Das Wort Liebe kommt im Apostolikum nicht vor. Ich weiss nicht,