209-076 DGUV Information 209-076 - bghm.de · PDF fileSicherheit und Gesundheitsschutz beim...

Click here to load reader

  • date post

    18-Sep-2018
  • Category

    Documents

  • view

    219
  • download

    0

Embed Size (px)

Transcript of 209-076 DGUV Information 209-076 - bghm.de · PDF fileSicherheit und Gesundheitsschutz beim...

  • Sicherheit und Gesundheitsschutz beim Hufbeschlag

    DGUV Information 209-076209-076

    August 2015

  • Impressum

    Herausgeber: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV)

    Glinkastrae 4010117 BerlinTel.: 030 288763800Fax: 030 288763808E-Mail: info@dguv.deInternet: www.dguv.de

    Sachgebiet Schiff-, Stahl- und Metallbau des Fachbereichs Holz und Metall der DGUV.

    Layout & Gestaltung: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV), Medienproduktion

    Ausgabe: August 2015

    DGUV Information 209-076 zu beziehen bei Ihrem zustndigen Unfallversicherungstrger oder unter www.dguv.de/publikationen

  • Sicherheit und Gesundheitsschutz beim Hufbeschlag

    DGUV Information 209-076 August 2015

  • Inhaltsverzeichnis

    SeiteSeiteVorwort ............................................... 6

    1 Mensch und Pferd .................. 81.1 Allgemeines .......................... 81.2 Kleine Unfallstatistik ............. 8

    2 Umgang mit Handwerkzeugen und Gerten ........................... 16

    2.1 Hinweise zur Sicherheit von Handwerkzeugen ................... 16

    2.2 Minimierung von Vibrationen 162.3 Rinnmesser ............................ 172.5 Beschlagbock ........................ 20

    3 Gefhrdung durch Lrm .......... 23

    4 Persnliche Schutzausrstung 264.1 Benutzung und Bereitstellung 264.2 Fuschutz .............................. 274.3 Schmiedeschrze .................. 284.4 Schutzhandschuhe ................ 294.5 Augenschutz .......................... 314.7 Knieschutz ............................. 344.8 Atemschutz ............................ 364.9 Anstokappe ........................ 364.10 Hautschutz ............................ 38

    5 Elektrische Gefhrdung .......... 395.1 Wirkung des elektrischen

    Stroms auf den Menschen ...... 395.2 Elektrische Handwerkzeuge

    (elektrische Betriebsmittel) .... 395.2.1 Sichere Anschlussleitungen ... 405.2.3 Prfungen .............................. 42

    5.3 Schweiarbeiten .................... 445.3.1 Schweiverfahren .................. 445.3.2 Gefhrdungen und Schutzma-

    nahmen bei Schweiarbeiten 44

    6 Schmiedefen ........................ 476.1 Sicherheitstechnische

    Anforderungen ....................... 476.2 Brandschutz .......................... 486.3 Mineralwollen ........................ 50

    7 Gefahrstoffe ........................... 517.1 Verwendung von Gefahrstoffen 517.2 Hufpflegeprodukte ................. 537.3 Hufreparatur .......................... 537.4 Hufpolster (Silikone) .............. 547.5 Aufbrennen ............................ 55

    8 Lagern und Stapeln ................ 578.1 Regale ................................... 578.2 Lagern von Druckgasbehltern 58

    9 Schmiedefahrzeuge ............... 599.1 Allgemeine Anforderungen ..... 599.2 Ladungssicherung .................. 599.3 Transport von Druckgasflaschen 61

    10 Beschlagpltze ...................... 6410.1 Anforderungen an Beschlag-

    pltze .................................... 6410.2 Absichern des Arbeitsplatzes 68

    4

  • Seite11 Arbeiten am Pferd .................. 6911.1 Umgang mit Pferden ............... 6911.2 Sicherheitsregeln fr den

    Umgang mit Pferden ............... 6911.3 Arbeiten am sedierten Pferd ... 7211.4 Sicherheitsgerechter Umgang

    mit Fohlen und Jungpferden ... 73

    12 Arbeitsmedizinische Vorsorge 7412.1 Allgemeine Gesundheitsvorsorge 7412.2 Schutz vor Zoonosen .............. 7512.3 Arbeitsmedizinische Vorsorge 7612.4 Wirbelsulenbelastung .......... 77

    13 Beurteilung der Arbeits- bedingungen ......................... 79

    14 Unterweisen der Beschftigten 80

    15 Hinweise fr alle, die es genauer wissen mssen ......... 81

    15.1 Gesetze, Verordnungen und Richtlinien ............................. 81

    15.2 Unfallverhtungsvorschriften . 8115.3 DGUV Regeln ......................... 8115.4 DGUV Informationen,

    BG-Informationen .................. 8215.5 DGUV Grundstze................... 8315.6 Sonstige Schriften .................. 8315.7 Sonstige Medien .................... 83

    Anhang Muster fr Betriebsanweisungen 84

    Inhaltsverzeichnis

    5

  • Vorwort

    Diese branchenspezifische Information wendet sich an alle, die sich mit dem Huf-beschlag befassen und Hinweise zur Unfall-verhtung, Sicherheit und zum Gesund-heitsschutz bei der Arbeit suchen.

    In den fnfziger Jahren gab es in Deutsch-land noch einen Pferdebestand von rund 2,5 Millionen Tieren. Bedingt durch den technischen Fortschritt und den Ersatz des Pferdes als Arbeitsmittel durch Maschinen sank diese Zahl bis Mitte der siebziger Jahre auf 250.000. Hierdurch begann auch die Ttigkeit des Hufbeschlags immer mehr aus dem Blickfeld der ffentlichkeit zu ver-schwinden. Die speziellen Vorschriften und Regelungen zum Arbeitsschutz verschwan-den ebenfalls. So wurde die Unfallverh-tungsvorschrift Huf- und Klauenbeschlag in den achtziger Jahren zurckgezogen. Seither gibt es keine speziellen Vorschriften fr den Arbeitsschutz beim Hufbeschlag mehr.

    Mit der Entdeckung des Pferdes fr Sport und Freizeit begann die Anzahl der Pferde in Deutschland wieder kontinuierlich zu stei-gen. Heute umfasst der Bestand mehr als eine Million Tiere. Dies gab auch dem Huf-schmiedehandwerk in Deutschland neuen Aufschwung. Inzwischen haben aber Tech-nik und Chemie neue Entwicklungen und damit verbundene neue Gefhrdungen fr Hufbeschlagschmiedinnen und -schmiede mit sich gebracht.

    Diese Druckschrift soll daher allen, die sich mit dem Hufbeschlag beschftigen, praxis-gerechte Tipps und Hinweise geben, wie in bereinstimmung mit den gesetzlichen Bestimmungen und den Unfallverhtungs-vorschriften auch beim Hufbeschlag sicher und gesund gearbeitet werden kann. Sie gibt auch Hilfestellungen fr eine durch-zufhrende Gefhrdungsbeurteilung.

    6

  • Mit der Entdeckung des Pferdes fr Sport und Freizeit begann die Anzahl der Pferde in Deutschland wieder kontinuierlich zu stei-gen. Heute umfasst der Bestand mehr als eine Million Tiere. Dies gab auch dem Huf-schmiedehandwerk in Deutschland neuen Aufschwung. Inzwischen haben aber Tech-nik und Chemie neue Entwicklungen und damit verbundene neue Gefhrdungen fr Hufbeschlagschmiedinnen und -schmiede mit sich gebracht.

    Diese Druckschrift soll daher allen, die sich mit dem Hufbeschlag beschftigen, praxis-gerechte Tipps und Hinweise geben, wie in bereinstimmung mit den gesetzlichen Bestimmungen und den Unfallverhtungs-vorschriften auch beim Hufbeschlag sicher und gesund gearbeitet werden kann. Sie gibt auch Hilfestellungen fr eine durch-zufhrende Gefhrdungsbeurteilung.

    Abb. 1-1 UVV Huf- und Klauenbeschlag

    Vorwort

    7

  • 1 Mensch und Pferd

    1.1 Allgemeines

    In der Vergangenheit hatten die Menschen eine andere Beziehung zu Pferden. Pferde wurden in der Regel als Nutz- und Arbeits-tiere (zivil und auch militrisch) angesehen und behandelt. In einigen Lndern der Erde ist es auch heute noch so. In Deutschland werden sie nur noch selten fr harte Arbei-ten eingesetzt, wie beispielsweise in der Land- und Forstwirtschaft. Das Pferd ist in unserer modernen Welt berwiegend ein Freizeit-, Sport- und Luxusartikel geworden und die Beziehung Mensch und Pferd hat mit der Vergangenheit nichts mehr zu tun.

    Dem Menschen bringt der Umgang mit dem Pferd heute insbesondere Freude. Damit verbunden sind Verantwortung, Verpflich-tung und Arbeit am Pferd. Eine sehr wich-tige Arbeit am Pferd ist der Hufbeschlag durch Hufbeschlagschmiedinnen und Huf-beschlagschmiede. Von ihrem Knnen, handwerklichen Geschick und Umgang mit dem Tier hngt vieles ab fr die Pferde und fr den Besitzer oder die Besitzerin.

    1.2 Kleine Unfallstatistik

    Schaut man sich die Unfallzahlen der Huf-beschlagschmiede an, zeigt sich, dass beim Hufbeschlag insbesondere durch den Faktor Pferd mehr Unflle geschehen als bei anderen Berufsgruppen. Beim Hufbe-schlag erleiden durchschnittlich jedes Jahr

    drei von zehn Versicherten einen Arbeits-unfall und zwei von zehn sogar einen mel-depflichtigen. Dies zeigt deutlich, dass die Hufbeschlagarbeiten nicht nur unfalltrch-tig sind, sondern auch zu vermehrt schwe-ren Unfllen fhren.

    Die Hinweise und Empfehlung dieser Druck-schrift sollen helfen, diese Zahlen zu senken.

    UnfallhufigkeitZum Vergleich der Unfallhufigkeit wird von der deutschen gesetzlichen Unfallversiche-rung (DGUV) die sogenannte 1000-Mann- Quote herangezogen. Diese besagt, wie viele meldepflichtige Arbeitsunflle sich im Jahr pro 1000Vollarbeiter ereignen.

    Um die Anzahl der Vollzeitttigen im Huf-beschlag berechnen zu knnen, wurden hier nur die Selbststndigen mit einer freiwilli-gen Unternehmerversicherung herangezo-gen, da bei dieser Personengruppe von einer Vollbeschftigung ausgegangen wer-den kann. Ein Unternehmer oder eine Unter-nehmerin ist bei dem Unfallversicherungs-trger nicht pflichtversichert, sondern nur auf freiwilliger Basis. Dies wurde im Zeit-raum 2006 bis 2014 von 272Hufbeschlag-schmiedinnen und -schmieden wahrgenom-men. Allerdings waren nur 74Unternehmer durchgngig versichert. Im Durchschnitt waren es bei der BGHM jedes Jahr 145 (Voll-zeitttige).

    8

  • Abb. 1-3 Mehrfachunflle von Hufbeschlagschmieden mit FUV (2006 bis 2014)

    ohneUnfall

    1Unfall

    2Unflle

    3Unflle

    4Unflle

    5Unflle

    6Unflle

    7Unflle

    8Unflle

    9Unflle

    11Unflle

    16Unflle

    Hufbeschlagschmiede (FUV)

    16

    14

    12

    10

    8

    6

    4

    2

    0

    15 15

    12

    10

    8

    4 4

    21 1 1 1

    2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 06 bis 14

    BGM/BGHM Hufbeschlagschmiede (FUV)

    180,0

    160,0

    140,0

    120,0