Adlerkrieger - felicitas-goodman-institut.de · 1 Die Ansiedlung der Azteken....und du, Tenoch,...

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Adlerkrieger Untersuchung einer aztekischen Tonfigur im Rahmen der Abschlußarbeit der Ausbildung zum autorisierten Seminarleiter für Rituelle Körperhaltungen und Ekstatische Trance nach Dr. Felicitas Goodman am Felicitas Goodman Institut n.e.V. Trainerin: Nana Nauwald, Südergellersen Jürgen Ferdinand Schulz, April 2015

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  • Adlerkrieger

    Untersuchung einer aztekischen Tonfigurim Rahmen der Abschluarbeit der Ausbildung zum autorisierten Seminarleiter frRituelle Krperhaltungen und Ekstatische Trancenach Dr. Felicitas Goodmanam Felicitas Goodman Institut n.e.V.

    Trainerin: Nana Nauwald, Sdergellersen Jrgen Ferdinand Schulz, April 2015

  • Inhaltsverzeichnis

    1 die Ansiedlung der Azteken

    2 aus der Mythologie

    Templo Mayor Der Sonnenstein Huitzilopochtli Tlaloc Tezcatlipoca Quetzalcoatl

    Xipe TotecMictlan

    3 Adler- und Jaguarkrieger

    Blumen fr die Gtter, Die BlumenkriegeOpferfeste, Menschenopferberlieferungen

    4 Die Tonfigur des Adlerkriegers

    Beschreibung der KrperhaltungErfahrungenFigur eines huaxtekischen KriegersVogelmaske aus AlaskaDas Symbol des Adlers

    5 Schlubemerkungen

    6 Anhang

    Chronologie des prkolumbischen MittelamerikaLiteraturangaben

  • 1 Die Ansiedlung der Azteken

    ....und du, Tenoch, wirst sehen, da ein Kaktus gesprossen ist, da wo das Herz des Copil liegt.Auf dem Kaktus sitzt ein Adler, der hlt eineSchlange in den Klauen, und er zerreit die Schlange und verschlingt sie. Dieser Kaktus bist du, Tenoch,und ich bin der Adler, und das soll unser Stolzsein, denn solange die Welt besteht, wird der Ruhmund der Reichtum Tenochtitlans unauslschlich sein.Codex Chimalpahin

    Die Legende besagt, dass die Azteken zu Beginn des 14.Jahrhunderts nach zwei Jahrhunderten der Wanderschafteinen Adler auf einem Kaktus sitzend vorfinden. Diesesist das erwartete Zeichen ihres SchutzgottesHuitzilopochtli (verehrt als Kriegs- und Sonnengott),dass der Ort erreicht war, an dem sie sich niederlassenund die Stadt Tenochtitlan ("Stadt des Tenoch")grndensollten, eine sumpfige Insel im Tetzcoco-See im Hoch-land von Mexico (ca. 1325). Bis zu ihrem Untergang imJahre 1521 durch die spanischen Konquistadoren wuchs diese Ansiedlung zur bedeutendsten Stadt und Metropole in Mesoamerika (mesos, griech. in der Mitte, mittig, bezeichnet eine Siedlungslandschaft und ein Kulturareal in Mittelamerika. Das Gebiet Mesoamerikas umfasst grorumige Gebiete der heutigen Staaten Mexiko, Belize, Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua und Costa Rica).Dieses Wachstum der Stadt wurde mglich durch die ruhmreichen aztekischen Eroberungszge der verschiedenen tlatoque, Aztekenknige, in deren Verlauf sie die umliegenden Provinzen unterwarfen und unermeliche Reichtmer anhuften. Anfang des 16. Jahrhunderts schtzt man die Einwohnerzahl von Tenochtitlan auf ca. 250.000 (vgl. London 125.000 Ew.), die Ausdehnung des

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  • Reiches betrug ca. 128.000qkm mit etwa 5-6 Millionen Menschen, die unterschiedlichen Volksstmmen zugehrten.Die Stadt Tenochtitlan wird in Beschreibungen von spanischen Soldaten mit Venedig verglichen, alsverzaubert oder Stadt wie aus dem Mrchen.Nach der Eroberung durch die Spanier, wird sie dem Erdboden gleichgemacht; Pyramiden, Palste und Gebude wurden abgerissen, Gtterfiguren zerschlagen; der Schutt diente als Fundamente fr die Bauten des Nueva Espana.

    ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~"Das sind die Gebote und Rechte, die ihr halten sollt, da ihr darnach tut in dem Lande, das derHERR, deiner Vter Gott, dir gegeben hat einzunehmen, solange ihr auf Erden lebt.Verstrt alle

    Orte, da die Heiden, die ihr vertreiben werdet, ihren Gttern gedient haben, es sei auf hohenBergen, auf Hgeln oder unter grnen Bumen, und reit um ihre Altre und zerbrecht ihre Sulen

    und verbrennt mit Feuer ihre Haine, und die Bilder ihrer Gtter zerschlagt, und vertilgt ihrenNamen aus demselben Ort." (5. Buch Mose, 12. Kapitel)

    ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~In drei Jahrhunderten spanischer Herrschaft unternahmen Eroberer und Kirche alles, um die Reste der aztekischen Welt zu zerstren. In der mexikanischen Landschaft eroberte sich die Natur ihren Lebenraum zurck und die prachtvollen Monumente verschwanden unter der ppigen Vegetation.Im Laufe der Jahrhunderte gab es zahlreiche Zufallsfunde aztekischer Relikte, insbesondere von Steinmonumenten und Keramikdepots. Zu diesen Funden gehren die monumentale Figur der Gttin Coatlice, das Teocalli de la Guerra Sagrada,ein Steinmonument in Gestalt einer Tempelpyramide,auf dessen Rckseite eine Darstellung der Szene mitdem Adler auf dem Kaktus zu sehen ist, und der Sonnenstein. Der Groteil der Kenntnis ber Tenochtitlan stammtaus Berichten der Konquistadoren, der Mnche undindianischer Autoren des 16. und 17. Jahrhunderts. Ab dem 19. Jahrhundert werden die Zufallsfundedieser aztekischen Relikte als Kunstwerke dermexikanischen Kultur anerkannt, die bis dahin nur als Gtzenbilder von Wilden galten.

    2 Auszge aus der Mythologie Templo MayorDer im heiligen Bezirk der Stadt gelegene Tempelbesa eine Hhe von rund 45 Metern, eineGrundflche von ca. 80 x 80 Metern. Auf seinerSpitze trug er zwei Schreine, die den GtternHuitzilopochtli und Tlaloc geweiht waren. DieseSchreine waren ber eine Treppe zu erreichen.Zahlreiche kleinere Plattformen und Bauten, die mitdem Tempel verbunden waren, bildeten mit ihmzusammen einen geschlossenen Gebudekomplex.

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    http://de.wikipedia.org/wiki/Stein_der_Sonne

  • Der gesamte Tempelbezirk soll nach Schtzungen 500 Meter lang gewesen sein und ca. 78 Bauwerke umschlieen, etwa 40 sind archologisch lokalisiert. Eine der zum Tempel hinfhrenden Plattformen wurde mit einem Stuckrelief geschmckt, das ein Tzomplantli darstellte, eine Art Gestell aus menschlichen Schdeln. Von der ersten bis zur letzten berbauung war der groe Tempel in eine rechte oder auch sdlicheHlfte geteilt, die dem Sonnenkult von Huitzilopochtli gewidmet war, und eine linke bzw. nrdliche Seite, die der Verehrung des Regengottes Tlaloc galt. In den Opferdepos des Regengottes lagen prchtige blau bemalte Tlaloc-Vasen aus Ton und Stein zusammen mit Muscheln, Korallen und anderen von den Kstenregionen eingefhrten Gegenstnden, whrend auf dem Boden einer frhen Ausfhrung des Huitzilopochtli-Tempels immer noch einer der gefrchteten Opfersteine steht. Der groe Tempel war der Mittelpunkt des aztekischen Universums, und so berrascht es nicht, dass dieses Bauwerk das uralte Prinzip der Dualitt widerspiegelt, die das Leben aller Azteken durchzieht: der Gegensatz zwischen Regen und reichen Ernten auf der einen und Krieg unddem berleben der Fnften Sonne auf der anderen Seite. Anlsslich der viertgigen Feierlichkeiten seiner erneuten Weihung im Jahre 1487 wurden vermutlich mehrere tausend Menschen geopfert. Seine religise Symbolik machte diesen Tempel zum wichtigsten Bauwerk der aztekischen Welt. Auch die Depos sind in ihrer Lage nicht zufllige Kammern, sondern scheinen das Weltbild der Azteken zu reprsentieren. So gibt es Opferkammern, die auf die Ober-, Mittel- und Unterwelt hinweisen und Kammern, die in Richtung Sden auf den Kriegs- und Sonnengott hinweisen. Die meisten Opfergaben sind jedoch in Richtung Westen positioniert, dem Lauf der untergehenden Sonne folgend.

    Der Sonnenstein In der Schpfungsmythologie der Azteken gab es fnf aufeinanderfolgende Welten oder auch "Sonnen" genannt. Der Kampf der Gtter fhrte zur Erschaffung und zur Zerstrung jeder dieser Welten durch eine Katastrophe. Die fnfte Sonne entstand in Teotihuacn, als sich der Gott Nanahuatzin in ein Feuer strzte und sich dadurch in die aufgehende Sonne verwandelte. Da sie aber bewegungslos am Himmel hing, opferten die anderen Gtter ihr Blut, um Energie fr die Bewegung am Himmel zu erzeugen. Der Sonnenstein gilt alsEhrung fr den Sonnengott und symbolisiert die Notwendigkeitder Menschenopfer fr die Sonne, damit sie genug Energie hat,um am nchsten Morgen wieder aufzugehen. In der Mitte desSteines kann man das Gesicht des Sonnengottes Tonatiuh erkennen. Seine Zunge ist als ein schwarzes Obsidianmesserdargestellt als Zeichen dafr, da er Opfer von Blut undmenschlichen Herzen erwartet. Nach dem aztekischen Glaubenenthielt menschliches Blut eine wertvolle Flssigkeit, chalchihuatl, die als einzige den Gttern angemessene Nahrunggalt. Der Sonnenstein gibt in seinen Bildern die Folge der Sonnenschpfungen, den unendlichen Kreislauf von Schpfung und Zerstrung wieder. Es lt sich der aztekische Zeitbegriff ablesen, so diente er auch als Grundlage fr den aztekischen Kalender.

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  • Huitzilopochtli, Gott des Krieges und der Sonne (auch: Kolibri des Sdens, Kolibri der linken Seite/Hand) Dargestellt wird diese Figur mit einem Jaguarkopf, der durch Hrner oder einem Federbusch geschmckt ist. In der linken Hand hlt das Gottwesen einen Schild und einen Lorbeerzweig und in der anderen Hand einen Stab. Die Fe haben gespaltene Klauen, Ziegenfen nachempfunden. Auf dem Rcken sind den Fledermausflgeln hnliche Flgel und bauchseitig ein hssliches Gesicht mit aufgerissenem Rachen, das scharfe Zhne zeigt.Der Legende nach fhrte er sein Volk an, als sie vom mythischen Aztlan aus eine neue Heimat suchten. Als Sonnengott und Kriegsgott nahm er neben Quetzalcoatl und Tezcatlipoca eine herausragende Stellung ein, wobei er sptestens zur Grndung Tenochtitlns als hchste Gottheit galt. Er war eine rein aztekische Gottheit und hatte keine Vorlufer in anderen mesoamerikanischen Kulturen. Es ist unklar, ob Huitzilopochtli von Anfang an ein Gott war, oder ob er eine Heldengestalt (als Anfhrer) war, die spter vergttlicht wurde.. Die Azteken betrachteten sich selber als sein auserwhltes Volk, dessen gttlicher Auftrag darin bestand, Kriege zu fhren und das Blut der Gefangenen dem Sonnengott Tonatiuh zu opfern, um so die fnfte Sonne in Bewegung zu halten. Um Huitzilopochtli rankt sich dieser Wiedergeburtsmythos: Danach wurde seine Mutter Coatlicue ("Schlangenrock"), die bereits 400 Shne und eine Tochter ihr eigen nannte, mit Huitzilopochtli schwanger, nachdem eine kleine Federkugel (einem "Kolibri" hnlich) auf sie herabgefallen war. Die einzige Tochter Coyolxauhqui, eine Mondgttin, hielt die pltzliche Schwangerschaft fr ein Ergebnis von promiskuitivem Lebenswandel und empfahl ihren zahlreichen Brdern, die Mutter samt Leibesfrucht zu tten. Huitzilopochtli jedoch wurde von einem der Brder noch im Mutterleib gewarnt, und er wappnete sich entsprechend: Blau bemalt, mit Schild und Feuerschlange kam er in vollendeter Gestalt zur Welt und ttete seine vierhundert Brder. Sodann durchbohrte er Coyolxauhqui mit der Feuerschlange und schlug ihr den Kopf ab. Durch diese Tat wurde Huitzilopochtli zum hchsten Gott. Seine Mordtat galt zugleich als das erste zu Ehren der Gtter dargebrachte Sakralopfer und schuf eine der symbolisch-religisen Grundlagen fr die aztekischen Menschenopfer.

    Tlaloc war einer der bedeutendsten Gtter des aztekischen Gtterkreises.Er wird als Regengottheit bezeichnet, wurde von den Azteken abergenerell mit allen Wetterphnomenen assoziiert: Regen, Hagel, Eis,Schnee, Strmen, Wolken, Hochwasser, Drre, Donner und Blitz.Er gilt aber auch als Urheber von Krankheiten, Kindbettfieber unddem pltzlichen Kindstod. Menschen, die durch ihn starben, z.B.vom Blitz erschlagen wurden oder ertranken, kehrten in seineigenes Paradies ein, das Tlalocan genannt wurde. Dort herrschteeine berflle an Wasser, Nahrung und Blumen. Aufgrund seinerMachtflle wurde er sowohl verehrt wie gefrchtet. Er konnte dieFelder mit Regen segnen oder die Menschen mit Drre strafen, erkonnte Kriegszge durch gutes Wetter begnstigen oder durch Strme groe Zerstrungen verursachen.

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    http://de.wikipedia.org/wiki/Eishttp://de.wikipedia.org/wiki/Hagelhttp://de.wikipedia.org/wiki/Regen

  • Schon zur Zeit von Teotihuacan gab es Darstellungen des Regengottes, aber erst in der Aztekenzeit erhielt er seine herausragende Bedeutung. Wie wichtig dieser Gott den Azteken war, sieht man auchdaran, dass auf dem Templo Mayor neben dem Tempel des Kriegsgottes (wei-rot bemalt) das Heiligtum von Tlaloc stand (wei-blau bemalt). Er stand an der Spitze einer Reihe von verwandten Fruchtbarkeitsgttern. Ihnen waren auch die meisten Opferriten gewidmet. So gab es Feste, bei den Kinder auf Berggipfeln geopfert wurden. Weinten die Opfer wurde das als gutes Zeichen gewertet, da die Trnen Regen und Feuchtigkeit reprsentierten.

    Tezcatlipoca war der Gott des Nordens, der Klte, des Nachthimmels samt Mond und Sterne, der Farbe Schwarz,der Materie, des Krieges, der Helden, der Versuchung. Weitere Attribute waren sein Opfermesser aus Obsidian und sein Jaguar-Gewand. Sein Name wird auch mit "rauchender Spiegel" bersetzt; dieses spielt auf seine Verbindung zu Obsidian an. Aus diesem Material waren Spiegel gefertigt, die fr Rituale und Weissagungen verwendet wurden. Tezcatlipoca wird auch beschrieben als Rivale von Quetzalcoatl. Im Kampf dieser Gottheiten wird die erste, die zweite, die dritte und die vierte Sonne (=Welt) zerstrt, bzw. wieder neu errichtet. Die Zeit der spanischen Erorberung ist das Zeitalter der fnften Sonne, sie soll nach aztekischen Legenden durch ein Erdbeben zerstrt werden.In den Mythen wurden die vier Gtter, die die Welt erschaffen haben, Tezcatlipoca, Quetzalcoatl, Huitzilopochtli und Xipe Totec jeweils als das Schwarze, das Weie, die Blaue und die Rote Tezcatlipoca bezeichnet. Die vier Tezcatlipocas waren die Shne/Tchter von Ometeotl, mnnlichesund weibliches Prinzip der Dualitt, und waren die Schpfer aller anderen Gtter, aber auch der Welt und der ganzen Menschheit. Die Azteken errichten diesem Gott der Zweiheit, eigentlich der Urschpferin des Universums keinen eigenenTempel; sie gingen davon aus, dass diese Gottheit keinen Anteil an den alltglichen Geschehnissen des Lebens hat.Eine der wichtigsten Zeremonien der aztekischen Religion war die Opferung eines Jugendlichen, der Tezcatlipoca symbolisierte. Ein Jugendlicher bot sich zum Opfer an, wurde ein Jahr lang als Gott verehrt und spielte whrend dieser Zeit auf den Straen Flte. Am Ende des Jahres musste er die Stufen zum Tempel besteigen und vier Flten zerbrechen, welche die Himmelsrichtungen symbolisierten. Schlielich legte er sich auf den Opferstein, wo ihm das Herz herausgeschnitten wurde.

    Quetzalcoatl (gefiederte Schlange) ist eine synkretische Gottheit mehrerermesoamerikanischer Kulturen, darunter der Tolteken, der Azteken und der Maya. In der aztekischen Mythologie ist Quetzalcoatl derGott des Windes, des Himmels, der Erde und ein Schpfergott. Ersymbolisiert den Ozean. In Teotihuacn, eine Tempelanlage ca.70km nrtlich von Tenochtitlan, wurde er frh als Naturgottverehrt (Tempel des Quetzalcoatl). Eine berlieferung besagt, Quetzalcoatl htte bei seinerEinschiffung und Abreise nach dem geheimnisvollen Tlapallan verkndet, dereinst ber den Atlantischen Ozean mit seinem

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  • Gefolge zurckzukehren, um sein Reich wieder in Besitz zu nehmen. Dies war einer der Grnde, weshalb im 16. Jahrhundert der Herrscher Moctezuma II. den spanischen Eroberen nur zgerlich Widerstand entgegensetzte: Er konnte nicht ausschlieen, es mit den Gesandten des zurckkehrenden Gottes zu tun zu haben; die Azteken sahen Quetzalcoatl als brtigen und hellhutigen Mann, also auch in der ueren Erscheinung fremd und "gttlich". Die Legende verspricht nach seiner Rckkehr ein friedliches Leben, ein Leben ohne Mhen.

    Xipe Totec (unser Herr, der Geschundene) ist der Vegetationsgott undgleichzeitig Gott des Frhlings, der aufkeimenden Saat undder Jahreszeiten. Auerdem personifiziert er das notwendigeLeiden und den Kampf in der Natur. Dargestellt wird XipeTotec mit roter Krperbemalung und mit einer Menschenhaut.Im Frhjahr wurde ihm zu Ehren ein Fest gefeiert, dasTlacaxipenaliztli, welches mit Menschenopfern verbundenwar. Als Symbol fr den Kreislauf von Leben und Sterben inder Natur opferte man einen den Xipe Totec darstellenden Kriegsgefangenen, dem man die Haut abzog mit der sich derOpferpriester dann bekleidete (enthuten heit auch schindenund ist von der Antike bis zum Mittelalter als Folter- und Hinrichtungsmethode bekannt). In der Schpfungsmythologie ist Xipe Totec einer der Gtter, der durch Selbstopferung den Lauf der Sonne untersttzt.

    Mictlan ist in der aztekischen Mythologie die Bezeichnung fr dieUnterwelt und den Ort des Todes. Herrscher von Mictlan warMictlantecuhtli (Herr des Todes), der meist als furchterregendeGestalt dargestellt wurde. In der Drei-Ebenen-Vorstellung derAzteken war Mictlan unter Topan (der Oberwelt) undCemanahuatl (der von den Menschen bewohnten Mittelwelt) dieunterste Ebene. Nach Mictlan kamen alle Personen, die einesnatrlichen Todes starben. Gefallene Krieger und Frauen, die beider Geburt eines Kindes starben, kamen direkt in eine hhere Stufeund mussten Mictlan nicht durchlaufen. Gleiches galt frPersonen, die ertranken oder vom Blitz erschlagen wurden. DieUnterwelt Mictlan bestand aus neun Stufen, die man vier Jahrelang durchlief. Man musste whrend dieser Zeit schwierige Prfungen absolvieren, um die Stufen berwinden zu knnen. Am Ende dieser Zeit gelangten die Verstorbenen an einen siebenarmigen Fluss, der nur mit Hilfe des Seelengeleiters Xolotl (dem Wchter der Unterwelt) berwunden werden konnte. Erst nach berquerung des Flusses gelangte man nach Omeyocan, das das endgltige Ziel im Inneren des Himmels darstellte.

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  • 3 Adler- und JaguarkriegerDer Staat der Azteken war kriegerisch ausgerichtet.In ihrem Eroberungsdrang unterwarfen sie weiteTeile des Landes um Tribute zu fordern und so ihrenMachtbereich zu sichern und auszudehmen, im Jahr1519 sollen die Azteken mit mehr als 300 Stdtensolche Tributvereinbahrungen gehabt haben. DieAbgaben wurden nicht nur in Form vonNahrungsmitteln, Mais und Bohnen, sondern auchin Form von (Kunst-)Gegenstnden fr den tglichenGebrauch, Keramik, Muscheln oder z.B. Federn vonVgeln zur Herstellung von Federschmuck undFedermosaiken, erbracht.An der Spitze der miltrischen Einheiten standen diearistokratischen Jaguar- und Adlerkrieger. Die Azteken betrachteten den Adler als "furchtlos, tapfer und wagemutigen" Vogel, der "schwingenschlagend und schreiend "der Sonne ins Gesicht sehen" konnte.Den Jaguar hielten sie fr "vorsichtig, weise und stolz", ein mchtiges Tier, von dem die Pfeile des Jgers abglitten, whrend er zum Sprung auf seinen Angreifer ansetzte. Der Adlerkrieger ist der Sonne gewidmet, der Jaguarkrieger entsprechend der Nacht.Jeder Orden hatte im Palast sein eigenes Haus, in dem der Kriegsrat tagte. In der sogenannten Halle der Adlerkrieger gab es zwei lebensgroe Statuen von Adlerkriegern aus gebranntem Ton, die mit Stuck berzogen und bemalt waren. Man nimmt an, dass der Komplex fr Zeremonien des Ordens, etwa der Anbetung ihres Sonnengottes Tonatiuh, benutzt wurde; seine Nhe zum kniglichen Palast lt vermuten, dass auch der Herrscher zu militrischen Beratungen hierher kam. Am Eingang zum Haus der Adler wachen zwei Statuen des Totengottes Mictlantecuhtli.Jeder Junge wurde schon als Kind in der Kampfkunst unterrichtet, mit etwa 10 Jahren als heiliger Krieger initiiert, mit etwa 15 an den Waffen ausgebildet um in den Schlachten als "Schler" dabei zu sein. Die kriegerischen Auseinandersetzungen hatten, neben der Unterwerfung der Besiegten, auch das Ziel, Gefangene fr die notwendigen Opferungen zu machen. DieZahl der Gefangenen war entscheidend fr den Aufstieg in hhere kriegerische und gesellschafliche Rnge. Die verschiedenen Rnge der Krieger waren an den unterschiedlichen Ausschmckungen ihrer Kriegskleidung selbst auf dem Schlachtfeld weithin sichtbar, Federschmuck, Schilde, Standarten... In der Mythologie sind die Adlerkrieger, die in einer Schlacht gettet oder gefangengenommen und bei einem Fest geopfert wurden, die Begleiter der Sonne vonSonnenaufgang bis zum Mittag. Frauen, die im Kindbett gestorben waren,begleiteten die Sonne weiter vom Mittag bis zum Sonnenuntergang.Der Adlerkrieger reprsentiert die aztekische Kultur und erinnert an diemexikanische Tradition (z.B. Staatl. Fluggesellschaft Mexicos).

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  • Blumen fr die Gtter (Gefangene)Eine besondere Form der kriegerischen Auseinandersetzungen waren die Blumenkriege (xochiyaoyotl)Ein Blumenkrieg lief nach festen Regeln und Ritualen ab, ganz im Gegensatz zu den Eroberungskriegen. Die Kmpfe begannen gewhnlich bei Tagesanbruch mit Rauchsignalen. Die sich gegenberstehenden Heere schickten nur jeweils eine Reihe Kmpfer gegeneinander. Zu Beginn des Kampfes durften nur die besten Krieger kmpfen. Die anderen warteten dahinter, bis siean der Reihe waren. Gekmpft wurde Mann gegen Mann. Jugendliche durften entweder gar nicht kmpfen und mussten sich mit dem Zuschauen begngen, oder ihnen wurde ein etwa gleichaltriger Gegner gestellt. Whrend des Kampfes wurden die Kontrahenten von ihren Kameraden lautstark angefeuert. Wenn ein Krieger mde wurde, zog er sich zurck und wurde ersetzt. Diese Rotation erlaubte einen Kampf ber viele Stunden. Selbst bei grtem Risiko fr das eigene Leben wurde versucht, den Gegner lebendig zu fangen. Hatten die Kmpfer gengend Gefangene gemacht, verlieen sie das Schlachtfeld und fhrten die unterlegenen Gegner fort. Da sowohl die Azteken als auch ihre Gegner, z.B. unabhngige Enklaven, wie Tlaxcala und Huexotzingo Menschenopfer fr ihre religisen Riten bentigten, verabredeten und trafen sich die Kriegsparteien zu diesen Schlachten regelmig. Es galt als ruhmreich, als Gefangener oder auf dem Schlachtfeld zu sterben,denn so kamen die Seelen der Krieger nicht in das Land der Toten der Unterwelt, sondern direkt ins Paradies des Sonnengottes.

    Opferfeste, Menschenopfer Die Azteken glaubten wie andere Vlker Mesoamerikas, dass das ganze Leben in eine magisch-religise Ordnung eingebunden war, h.d. dass alle Erscheinungen durch gttliche Krfte hervorgerufen und bestimmt wurden. Ihre Religion ist die Verschmelzug aus religisen Konzepten vorhergehender Kulturen, Olmeken, Tolteken..., deren Gtter verschmelzen teilweise mit ihren eigenen und bilden neue Konstellationen oder machen weitere Attribute einer Gottheit deutlich. Die Gtter wurden entweder in Tiergestalt, in Tier-Mensch-Gestalt oder als Ritualgegenstand dargestellt. Jeder Gott gehrte einem von drei Bereichen der Gtterwelt an:

    den Schpfergottheiten in der berwelt Topan (= Himmel)den Fruchtbarkeitsgttern in der Mittelwelt Cemanahuatl (= Erde)den Gttern der Unterwelt Mictlan

    Die Hauptstadt Tenochtitlan ist in vier Stadtteile angelegt.Ebenso reprsentiert der zentrale Tempelbezirk in seinemGrundriss die Ordnung des Universums in vierWeltgegenden. Die vier Himmelsrichtungen mit dem Laufder Sonne, sind die markanten Bausteine fr die aztekischeMythologie. Auf dieser Grundordnung erhalten dieunterschiedlichen Gottheiten ihren Platz, entsprechendihrer Bedeutung im alltglichen Kreislauf von Werden undVergehen werden ihnen zu Ehren teils vieltgige Festeveranstaltet. Ausgehend von den Schpfungsmythen, hat das Blut der sich opfernden Gtter die Sonne in Bewegung gesetzt. Die Menschenopfer, ihre Herzen und ihr Blut sind das notwendige

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  • Mittel um diesen Lauf der Sonne aufrecht zu erhalten. Mit dem Sonnenuntergang im Westen werden die Menschen tglich an dieses notwendige Opfer erinnert. Es entwickelt sich ein Opferkult,der die Opfer verehrt und ihnen den direkten Weg ins Sonnenparadies verspricht. Es gibt mehr als 70 Gottheiten, 13 von ihnen werden in Verbindung zu Menschopfern genannt. Opfer waren vor Allem gefangene Krieger aus den Eroberungsfeldzgen oder verabredeten Blumenkriegen, aber auch Sklaven und Kinder. Vielfltige archologische Funde zeigen Gegenstnde fr die Opferritualeund verweisen auf die Unterschiedlichkeiten in den Ritualen. Es gibt Opfersteine, auf denen das Opfer ausgestreckt wurde, um das Herz mit einem Obsidianmesser herauszuschneiden, besonders verzierte Steinbecken, fr das Herz und das Blut. Opfer wurden auch durch Pfeile oder im Opferkampf mit Adler- und Jaguarkriegern gettet. Zu Ehren des Fruchbarkeitsgottes Xipe Totec werden die Opfer gehutet, als Symbol fr die Wiedergeburt und Erneuerung, eine Huldigung an die Keimung und das Auftauchen der Sprossen aus scheinbar lebloser Erde. Die Opferungen finden auf dem Opferplatz auf dem Templo Mayor statt, die so Getteten werden die Steintreppe hinuntergeworfen.

    (die Fotos zeigen Opfergefe in Form von Adler undJaguar, sogenannte Cuauhxicalli, um die Herzen und dasBlut der Opfer aufzunehmen)

    berlieferungen, Aufzeichnungen, Codices

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  • Die Azteken hatten keine Schriftsprache. Alle Kenntnisse ber die Azteken entstammen Steinmonumenten, Wandmalereien, mndlichen berlieferungen und Codices. Es ist fraglich, ob heute berhaupt ein aztekischer Codex aus vorspanischer Zeit existiert oder ob alle diese Bilderhandschriften von den spanisch christlichen Interpretationen beeinflut sind. Als sicher gilt, dass die meisten nach der spanischen Eroberung verfasst wurden. Als Quellen gelten christliche Missionare, die sich ein Bild von der aztekischen Kultur machen wollten, auch als Belege fr die notwendige Christianisierung dieser "blutschtigen" Kultur. Solche Aufzeichnungen sind aus mndlichen berlieferungen aus der Sprache der Azteken (Nahuatl) entstanden. Dass es berhaupt schriftliche berlieferungen gibt, ist der Kooperation von Missionaren und der indigenen Elite zu verdanken. Die indigenen ltesten erklrten sich bereit, den Mnchen ihr Wissenber ihre Kultur mitzuteilen und sollen ihnen Codices aus amate Baumrinde, Hirschleder und Baumwolle gezeigt haben. Laut Sahagn hat es bei den Azteken den Berufsstand des Maler-Schreibers gegeben. Fray Bernardino de Sahagn (1499 - 1590) war ein spanisch christlicher Missionar und Ethnologe. Er ist Autor des bedeutendsten zeitgenssischen Werkes ber das Leben und die Kultur der Azteken. Sahagn beschreibt wie er bei seinen Feldforschungen vorging. Zunchst versammelteer die ltesten und den Dorfherrn, der meist ber gute Kenntnisse des zivilen, militrischen, politischen und religisen Umfeldes verfgte. Diesem Personenkreis erluterte er seinen Plan und lie sich von ihnen erfahrene Informanten benennen, die ihm seine Fragen beantworten konnten. Am nchsten Tag traf er sich mit den zehn bis zwlf genannten Personen, meist lteren Leuten, die er zusammen mit einigen seiner Lateinschler befragte, die er zuvor in Tlatelolco unterrichtet hatte. Mit diesen Dolmetschern und Informanten, die jeweils zur fhrenden Schicht des Landes zhlten, brachte er tageweise zwei Jahre lang mit Unterhaltungen und systematischen Befragungen zu, die die fremde Welt von oben (Gtter, Schpfung, Mythen) bis unten (Tiere, Pflanzen) abhandelten. Scholastische Akribie, Sprachkenntnisse und "Unvoreingenommenheit" gegenber der fremden Kultur vereinigten sich so zu einem Ganzen. In all dieser Arbeit war er somit ein bersetzer von Schriften aus dem und ins Nahuatl und ein (parteiischer) kultureller bersetzer. hnliche Bestrebungen gab es auch bei berlebenden indigenen ltesten und Weisen, die an der Erhaltung und Erinnerung ihrer Kultur interessiert waren. Archologische Untersuchungen lassen vermuten, dass eine 1588 verfasste Legende in Nahuatl sich auf Dokumente und Vorlagen aus vorspanischer Zeit sttzt. Als weitere Quellen gelten mndliche berlieferungen heiliger Hymnen, die bei groen religisen Zeremonien zu Ehren der Gtter angestimmt wurden. Durch den Einzug der lateinischen Sprache indas Alltagsleben der Indigenen, blieben Legenden, Dichtkunst und Berichte erhalten. Nezahualcoyotl (1402- 1472), ein Dichter und Weiser, soll als Beispiel gelten, dass das kulturelle Erbe der Azteken weit grer ist als ein auf Menschenopfer reduziertes, barbarisches Volk. In den Versen dieses Dichters drckt sich auch ein Bewutsein des Wandels und ein Bewutsein fr "philosophische" Fragen aus.

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  • Ich, Nezahualcoyotl, frage dies: ist es wahr, da man auf der Erde lebt? Was ist es, das hier Wurzeln hat? Nicht fr immer auf Erden, nur eine kurze Weile hier. Und wre es aus Jade, es wird zerbrechen; und wre es aus Trkis, es wird zerspringen, als wre es nichts als Federn des Quetzal. Nicht fr immer auf Erden, nur eine kurze Weile hier.

    ...................

    Eines Tages mssen wir gehen, eines Nachts mssen wir hinabsteigen ins Reich des Mysteriums. Hier erst lernen wir uns wahrhaft kennen; nur im Schwinden sind wir auf Erden.

    ...........

    Verbringen wir unser Leben in Frieden und Freuden. Kommt, lat es uns wohl ergehen! Zorn ist nichts fr uns, die Erde ist ja so gro! Knnte diese fr immer leben, bruchten wir nie zu sterben!

    (aus:Cantares Mexicanos, 1994)

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  • 4 Adlerkrieger um 1460-1469, aztekisch, gebrannter Ton, Stuckreste und Farbspuren 170 x 118 x 55cm, Museo del Templo Mayor, Mexico-Stadt

    Beschreibung der Krperhaltungstehend, Fe hftbreit, gerade nach vorn. Knie durchgestreckt ohne zu berspannen. Oberkrper ist in der Hfte in gerader Linie nach vorn gebeugt. Po bewegt sich nach hinten. Arme seitlich vom Krper abstehend. Unterarme nach vorn gewinkelt. Hnde in der Linie der Unterarme nach vorn. Finger so geschlossen als wenn sie einen Stab umfassen. Daumenkuppe liegt auf Zeigefingerkuppe. Die so geschlossenen Hnde sind leicht nach innen geneigt. Mund ist leicht geffnet, die obere Zahnreihe ist sichtbar.

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  • ErfahrungenDie Erfahrungen zeigen, dass die Krperposition leicht, ohne Schwierigkeiten einzunehmen und zu halten ist. Krperliche Spannungen, erhhte krperliche Aufmerksamkeiten uerten sich im unteren Rcken und in den Hnden. Von einigen Teilnehmern wurde das Bedrfnis, der Wunsch geuert, etwas in den Hnden halten zu wollen: einen Stab, ein Schwert, eine Fackel ... es gab mehrfache Hinweise, mit dieser Hand-/Armhaltung die Mglichkeit zu haben, etwas zu steuern, sich auszurichten, seine Richtung zu lenken,Einige der Teilnehmer hatten Eindrcke von unendlicher Weite, Flug durch den Raum und durch die Zeiten, in einer Distanz zu den Dingen, die Dinge von auen zu sehen. Es manifestiert sich ein Wissen ber die eigenen Mglichkeiten. Dieses Wissen gibt Zuversicht und Vertrauen, macht stabil.Diese Mglichkeiten mssen nicht bewiesen werden, sie sind und sie sind selbstverstndlich.Das Erleben in dieser Haltung uert sich in:

    Leichtigkeit Schnheit Selbstverstndlichkeit Distanz Mglichkeit Beweglichkeit Macht (positive Strke) Kraft Fhigkeit lustvoll kmpferische Energie kraftvoll

    kmpferische Bewegungen Fliegen Fliegen ber die Welt Feuer Fackeln warme Energie Hitze

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  • KriegerTon; modelliert, bemalt, 72cmMexiko, Golfkstenregion, Huaxtekisch ca. 800-1200 n.Chr.

    Der aufrecht stehende Krieger ist mit dem Balg eines Jaguarsbekleidet (Balg ist die Bezeichnung fr eine abgezogeneTierhaut mit Haaren, Fell oder Federn). Das mit dickenNopppen bedeckte, eng anliegende und bis zu denOberschenkeln reichende Fellgewand ist im Rckenverschnrt. Der Kopf der Trophe bildet den Helm; deraufgerissene Rachen gibt das Gesicht des Kriegers frei. Ertrgt ein Stirnband mit schmckender Perle und einen langenNasenpflock, der ihn als Huaxteken kennzeichnet. In seinemgeffneten Mund wir die obere Zahnreihe sichtbar. DieOberarme sind an den Krper angelegt, die Unterarmewaagerecht angehoben; in jeder Hand hielt der Krieger einestabartige Waffe. Unterhalb der Knie trgt er einSchmuckband aus scheibenfrmigen Gliedern. Die Fssestecken in Sandalen, welche mit Bndern verschnrt sind.Rote Bemalung der Hautpartien; der knopfartige Bauchnabel,in Form eines Kiesels, ist mit schwarzem Kautschuk bemalt.Die Statuette stellt einen Jaguarkrieger dar. Seine Sandalenkennzeichnen ihn als Adeligen, denn das Tragen vonSchuhwerk war im alten Mexiko den Mitgliedern hherersozialer Schichten vorbehalten. Mitglieder des Adelsstandeswhlten die tapfersten Kmpfer aus, die Krieger-Ordenbildeten und sich unter den Schutz eines Wilden Tieres,vorzugsweise eines Adler, Jaguars oder Koyoten, stellten.Eine wesentliche Aufgabe ihrer Ttigkeit war die Teilnahmean rituellen Zweikmpfen. Das bergezogene Fell war nichtnur eine Schutzausrstung, sondern diente auch derAbschreckung des Gegners. Wie in der alten Welt dasLwenfell des griechischen Helden Herakles, bildet auch bei dieser Statuette ein Tierkopf den Helm. Hierin kommt die aus vielen Kulturen bekannte Vorstellung zum Ausdruck, dass die Kraft des Tieres auf den Menschen bergeht. Quelle: Idole Masken Menschen, Ausstellungskatalog, 1992

    Xipe Totec mit Menschenhaut, die der Haut des Jaguarkriegers sehr hnlich ist sitzende Figur zeigt eine andere Figur von Xipe Totec und eine Schnrung am Rcken

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  • Yua-Maske eines Vogelsbemaltes Holz, 28 x 39 cm, um 1880

    nachdem der Grorabe die Welt Yupik erschaffenhat, waren sich Mensch und Tier ber lange Zeithin sehr hnlich. Sie konnten mit LeichtigkeitTier- oder Menschengestalt annehmen. Das Tierbewahrte sich diese Fhigkeit der>Demaskierung

  • Bei einigen sibirischen Vlkern gilt der Adler als Urschamane, als Helfer des Schamanen bei der Himmelfahrt, oder der Schamane wird von einem Adlerweibchen geboren; auch bei den Finnen galtder erste Schamane, Vainamoinen, als Nachkomme eines Adlers. Alfred Stolz beschreibt Schamanenkostme im nordasiatischen Lndern. Er nennt Eule, Uhu, Ente, Gans und Tauchervgel.In seiner Aufzhlung finden sich auch Adlerfedern und Adlerkrallen zur Ausschmckung. Der Adlergalt dort als heilig, als Herr ber Feuer und Sonne, als Ursprung alles natrlichen Gedeihens. Es gibt Legenden, dass der erste Schamne von einem himmlischen Adler mit einer menschlichen Frau gezeugt wurde oder dass ein Adler die werdenden Schamanen auf dem Weltenbaum ausbrte. Man war berzeugt, dass eine Seelenreise/Jenseitsreise in einem Vogelkostm leichter falle. Auch die spirituellen Fhigkeiten der Vgel gingen auf den Schamanen ber und die Abwehr bser Krfte war durch das Anlegen eines Tierkleides leichter mglich. Nach Stolz wurden Vogelkostme auch zusammen mit Kostmen von geweihtragenden Tieren (Cerviden) vermischt. Das sind meist Kopfbedeckungen mit Gehrn- oder Geweihnachbildungen. Teilweise werden diese Kostme mit weiteren magischen Hilfsmitteln versehen, Eisen, Fell, Stoff, Knochen...). Im Unterschied zu den "leichteren" Vogelkostmen, dienten die "schwereren", versehen mit Metall, Gehrn und Knochen, der Reise in die Unterwelt. An anderer Stelle nennt Alfred Stolz Mwe, Taucher, Schwan, Adler undKranich als Hilfsgeister; Federsymbole in Form von eisernen Anhngern und symbolische Tierfiguren aus Metall am Kostm, eine geritzte Rabenabbildung auf dem Schamanensitz oder sogar ein vollstndiges Vogelskelett aus Eisen. Dies, so meint er, unterstreiche die sakrale und magische Bedeutung des Vogels in der schamanischen Vorstellungswelt. Eliade schreibt, "diese Tracht (das Vogelkostm) anlegen heit, den mystischen Zustand wiedergewinnen, der in den langen Initiationserlebnissen und -zeremonien geoffenbart und befestigt worden ist." Auch ist es blich, whrend der Initiationszeit, die Stimmen der Tiere, vor allem den Gesang der Vgel nachzuahmen. Ihre Sprache lernen, ihre Stimme nachahmen bedeutet mit dem Jenseits, mit dem Himmel in Verbindung treten zu knnen, bedeutet, als Vogel oder mit Untersttzung eines Vogels als Hilfsgeist zwischen den drei Zonen Unterwelt, Erde und Himmel freie Bahn zu haben.

    ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~Die Sonne; als religises Symbol verkrpert sie die hchste kosmische Macht, das

    Zentrum des Seins und intuitiver Erkenntnis, der Geistfunke im Menschen. "Es gibt nichts Sichtbares auf der ganzen Welt, das es mehr verdiente, als Symbol fr Gott zu dienen, als die Sonne, die zuerst sich selbst und danach alle Krper des Himmels und der Welt mit sichtbarem Leben erleuchtet." (Dante)

    ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

    Der Adler besucht die Erde, doch sumt nicht,schttelt vom Flgel den Staub und kehrt zur Sonne

    zurck!Matthias Claudius

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  • 5 SchlubemerkungenDie Azteken, die so heien weil sie aus einem unbekannten Aztlan auf Gehei ihres Schutzgottes aufbrechen, verndern auf ihrer Wanderschaft ihren Namen. Unter ihrem Anfhrer Tenoch werden sie Tenochca genannt. Letzendlich siedeln sie sich auf einer sumpfigen Insel im See Tetzcoco, im mexikanischen Hochland, an. Von da ab nennen sie sich Mexikaner, nach einem geheimen Namen ihres Schutzgottes.Sie ziehen durch ein Land voller Kulturvergangenheit. Vor der Grndung der Stadt Tenochtitlan gibtes groe Kulturen in Mesoamerika auf deren Erbe die Azteken ihre eigene entwickeln. Sie nutzen die Kulturgter vergangener Kulturen als Kultsttten fr Opferzeremonien. Teotihuacn liegt nur ca. 70 km nrdlich; verschiedene Herrscher sollen regelmig in die Stadt der Sonnen- und Mondpyramide "gepilgert" sein um die Gtter zu ehren. Gottheiten frherer Volksgruppen werden in ihre Gtterwelt teilweise eingebunden und bilden ein komplexes System. Einzelne Gtter erhalten neue oder auch zwei Namen, die einen weiteren Aspekt ihrer Qualitt reprsentieren. In ihrem Drang zur Vorherrschaft unterwerfen sie viele Volksgruppen, ohne sie zu vernichten; ihr Interesse zielt mehr darauf ab, Tributzahlungen zu erhalten und ihre Macht zu strken und weiter auszubauen, sprich: Eroberungsfeldzge durchzufhren. In ihrer strker werdenden Angst vor dem Untergang der Welt, der fnften Sonne, steigen ihre Anstrengungen, diese endgltige Katatrophe mittels Steigerung der Zahl der Menschenopfer abzuwenden. In berlieferungen der Konquistadoren werden Zahlen von 20.000 Menschenopfern innerhalb von vier Tagen zur Wiedereinweihung des Tempels in Jahr 1487 genannt. Diese Zahlen werden von "neutralen" Wissenschaftlern und Archologen als bertrieben bezweifelt. Es wird in Frage gestellt, ob solch eine Anzahl von Menschenopfern logistisch durchfhrbar gewesen wre.Die Azteken sind, wie die Maya und Inka, eine der lezten mesoamerikanischen Kulturen, die in direkte Berhrung mit der zivilisierten Kultur des modernen Europa gelangen. Hier treffen Poly- und Monotheismus aufeinander. Das Ausma und die Formen der Christianisierung lassen den eroberten Vlkern keine Gelegenheit ihre Kultur zu entwickeln und/oder im Austausch mit der westlichen Kultur, ein Leben in Frieden und ohne Mhen zu leben (laut der Weissagung von Quetzalcoatl)Der Sieg der Spanier, die Unterwerfung der Azteken war auch auf folgende Faktoren zurckzufhren: Zum einen besaen sie mit ihren Schusswaffen die berlegene Waffentechnik. Weiterhin brachten sie Krankheiten ins Land (Pocken und Masern...), gegen welche die einheimische Bevlkerung keinerlei Immunitt besa und die zu einer groen Sterblichkeit fhrten. Schtzungen zufolge sank die Einwohnerzahl der mexikanischen Urbevlkerung zwischen 1519 und 1565 von 25 Millionen auf 2,5 Millionen. Die Krankheiten der Europer rafften nicht nur das einfache Volk hinweg. Sie machten auch nicht Halt vor den Herrschern, Priestern und Geschichtenerzhlern. So wurden ganze Vlker oft innerhalb kurzer Zeit ihrer kulturellen Identitt und ihres Zusammenhalts beraubt. Das machte sie anfllig fr den missionarischen Eifer der Konquistadoren. Trotz eigener vieltausendfacher berlegenheit an verfgbaren Kriegern, war es den Azteken nicht mglich, die Gefhrlichkeit der fremden Truppen richtig einzuschtzen. Insgesamt verloren die Spanier in ihrem gesamten Mexikofeldzug ca. 1000 Mann, bei einer Gesamtzahl von ca. 1800 die zwischen 1519 und 1521 ins Land gekommen waren (aus: laconquista.de/mexico). Die fehlende Kenntnis des kulturellen Hintergrunds der spanischen Gegner,ihrer wahren Intentionen und die Fesseln der eigenen Religion machten es den indigenen

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  • Herrschern schwer, richtig zu reagieren. In jedem Naturereignis sahen die Priester Vorzeichen der Gtter, die hufig eine Lhmung der politischen Fhrung bewirkten. Auerdem gelang es den Spaniern viele Vlker die zuvor von den Azteken unterworfen worden waren, als Verbndete zu gewinnen. Diese Vlker versprachen sich die Befreiung von der Vorherrschaft der Azteken.

    ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

    In den ersten 50 Jahren nach der Entdeckung Amerikas durch die katholischen Spanier waren bereits eine Million Indianer im karibischen Raum zugrunde gegangen - ermordet, durch Zwangsarbeit zu Tode geschunden oder an Infektionen gestorben. Nach 150 Jahren waren in ganz Amerika 100 Millionen Menschen gestorben - ber 90 Prozent der Bevlkerung (Sdwestpresse, 2.5.92).Der brasilianische Theologe Leonardo Boff nennt die Eroberung Amerikas den grten Vlkermord aller Zeiten (Publik-Forum, 31.5.91). beide zitiert in: kirchenopfer.de

    ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~Von dem spanischen Priester Bartolom de Las Casas (1485-1566), der zu dieser Zeit sowohl auf Hispaniola wie spter auf Kuba war und die menschenverachtende Vernichtung der Indios durch die spanischen Eroberer anprangerte, wird Hatuey, Huptling der Tano auf Kuba, folgende Rede zugeschrieben, bei der er den Kubanern ein Stck Gold gezeigt haben soll:

    Hier ist der Gott, den die Spanier verehren. Fr diesen kmpfen sie und morden. Frdiesen Gott verfolgen sie uns und darum mssen wir sie ins Meer werfen Diese

    Tyrannen sagen uns, dass sie einen Gott des Friedens und der Gleichheit anbeten undsie nehmen uns unser Land und machen uns zu Sklaven. Sie sprechen zu uns von einer

    unsterblichen Seele und rauben unser Hab und Gut, verfhren unsere Frauen undvergewaltigen unsere Tchter. Da ihr Mut nicht an unseren heranreicht, verstecken sich

    diese Feiglinge unter Eisen, das von unseren Waffen nicht durchdrungen werdenkann

    ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

    Die Entwicklung der Kulturen steht in Verbindung mit der Versorgung von Lebensmitteln. In Chronologien werden lteste archologische Funde auf ca. 10.000 7000 vor Chr. datiert. Die Domestikation von Mais als Kulturpflanze auf ca. 5000 v. Chr.; ab ca. 1500 v. Chr. bildet der Maisanbau die Lebensgrundlage fr viele Vlker in Mesoamerika. In den folgenden 3000 Jahren entstehen die Kulturen der Olmeken, Tolteken, Zapoteken, Maya, Azteken .... Sie erleben Aufstiege bis zu ihrer jeweiligen "Bltezeit" und Niedergang. Kulturgegenstnde zeugen von den Eigenarten der jeweiligen Volksgruppen und geben "Einblicke" in ihre Gtterwelten und Mythologien. Es enstehen Tempelanlagen, die mit der Entwicklung der Kulturen an Gre und Komplexitt zunehmen. Diese Tempelanlagen sind auch Zeugen der Entwicklung und der Bedeutung der religisen Handlungen, die in den jeweiligen Mythologien ihren Ursprung haben. Rituale und Opferhandlungen werden durchgefhrt, um den ewigen Kreislauf des Werdens und Vergehens in Bewegung zu halten. Opferhandlungen sind notwendige Handlungen, um die Gottheiten wohlwollend zu stimmen. Der tgliche Lauf der Sonne, die Mondphasen, Geburt und Tod, Naturkatastropfen wie Drre oder berschwemmungen und Erscheinungen wie eine Sonnenfinsternis sind berwtigende Zeichen. Die einzige Mglichkeit, berhaupt irgendeinen "Einflu" auf diesen Kreislauf zu haben und den vorhergesagten Untergang der Welt aufzuhalten ist, den Gttern das wertvollste Gut des Menschen zu opfern: sein Herz und sein Blut. Opferhandlungen sind in fast allen Kulturkreisen auf der ganzen Welt bekannt. Sie sind elementarer

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  • Bestandteil einer Religion und bezeichnen die Darbringung von verschiedenen Gegenstnden an eine dem Menschen bergeordnete metaphysische Macht; dieses knnen Ahnen, Geister und Gottheiten sein. Blutopfer in Form von Selbstverletzung oder Selbstverstmmelung sind ebenfalls bekannt; Menschenopfer galten als die hchste Form der Opfergabe. Bei allen Arten von Blutopfern(auch Opfertiere) ist das flieende Blut das eigentlich Bedeutende, das Wesentliche. Blut ist das Symbol von Vitalitt und der Trger der Lebenskraft. Inwieweit Menschenopfer fr ein kultgebundenes Mahl verwendet wurden, ist auch bei den Azteken nicht zweifelsfrei belegbar, wobei es Hinweise solcher Handlungen gibt. Auch in der Antike gab es Opferpraktiken mit Menschenopfern. Unter dem Einflu einer sich in Europa entwickelnden Humanphilosophie und des sich ausbreitenden Christentums, verschwinden Menschenopfer oder werden als symbolhafte Handlungen durchgefhrt.

    ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

    Die Arbeit versucht, sich an die aztekische Kultur anzunhern. Sie soll Zugnge zur komplexen Gtterwelt und Mythologie aufzeigen. Gesellschaftstruktur und Priesterschaft sind nicht behandelt. Ebensowenig finden innergesellschaftliche Machtstrukturen zur Aufrechterhaltung der hierarchischen Gesellschaftsordnung Beachtung.Die Kultur der Azteken wird in Ausstellungen, Bchern und Artikeln sehr oft in Verbindung mit denMenschenopfern genannt. Und/oder in Verbindung mit dem Gold der Azteken. Die Suche nach demlegendren El Dorado scheint auch fr viele Abenteurer des 16. Jahrhunderts Antrieb gewesen zu sein, sich den Konquistadoren anzuschlieen.Fr die heutige westliche Kultur sind die genannten Zahlen und Beispiele der Opferpraktiken der Azteken Abschreckung und Faszination zugleich. Im Widerspruch zu den Menschenopfern steht, dass die Kultur der Azteken geschichtwissenschaflich als eine Hochkultur gilt. Die Ausarbeitung will auch darauf aufmerksam machen, dass die Eroberung Amerikas mit sehr hohen Opferzahlen der indigenen Bevlkerung verbunden war. Die Christianisierung mit den Praktiken der Inquisition scheinen den belegten Opferpraktiken der Azteken in ihrer Durchfhrung in nichts nachzustehen.Die Literatur und die Informationsquellen sind geprgt von Vermutungen und Interpretationen der jeweiligen Verfasser und des jeweiligen Zeitgeistes. Groe Teile der Tempelanlage sind unter Neubauten vergraben und machen groflchige archologische Ausgrabungen unmglich. Seit Endeder 1970iger Jahre gibt es Abrisse von Gebuden und Huserblocks, um weitere Teile des Templo Mayor freizulegen. Die grte und lteste Kathedrale des amerikanischen Kontinents, erbaut ab 1573, liegt in unmittelbarer Nhe der Ausgrabungssttten.

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  • 6 AnhangChronologie des vorspanischen Mesoamerika (Auszge)

    ca. 10.000 7000 v. Chr lteste Datierung von archologischen Funden in Zentralmexiko (Tlapacoya) und auf der Halbinsel Yucatn

    ca. 5000 v. Chr. erste Domestikation von Mais als Kulturpflanze ca. 1500 v. Chr. Der Maisanbau wird zur Lebensgrundlage fr die Vlker

    Mesoamerikas; Nutzung von Obsidian fr Werkzeuge ca. 1200 v. Chr. Beginn des Aufstiegs der Kultur der Olmeken; Tlatilco-Kultur in

    Zentralmexiko ca. 850 v. Chr. erste Verarbeitung von Gold; erste Tempelpyramiden in La

    Venta und Tres Zapotes ca. 500 v. Chr. Die Zerstrung von La Venta fhrt zum Untergang der

    olmekischen Kultur ca. 125 v. Chr. erste datierbare Stelen im Gebiet der Maya ca. 100 n. Chr. Baubeginn der ersten Stufenpyramide in Teotihuacn in

    Zentralmexiko, zwischen 200 und 250 n. Chr. Bau von Sonnen- und Mondpyramide

    ca. 300 550 Bltezeit von Teotihuacn: Die Stadt war mit vermutlich rund 125.000Einwohnern die grte Ansiedlung des amerikanischen Kontinents.

    ca. 500 Beginn der Bltezeit der zapotekischen Kultur ca. 600 650 Niedergang und darauffolgende Aufgabe der Stadt Teotihuacn ca. 950 Grndung der toltekischen Hauptstadt Tula 1168 Mit der Zerstrung Tulas durch die Chichimeken beginnt der

    Niedergang des Reiches der Tolteken. ca. 1320 1350 Grndung der spteren aztekischen Hauptstadt Tenochtitln 1487 Bei der Einweihung des Templo Mayor in Tenochtitln werden

    innerhalb von vier Tagen mehr als 20.000 Menschen geopfert. 1511 Erstes Auftauchen der Spanier an der Kste der Halbinsel Yucatn

    (aus: wikipedia.de)

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  • Literaturangaben

    zu AztekenAzteken, Ausstellungskatalog, Dumont 2003Cotti Burland, Werner Formann, Die Azteken, Menschenherzen fr die Gtter, Atlantis Verlag 1986Der Spiegel Nr. 22 / 26.5.2003GEO kompakt Nr. 16, 2008Jaguarmensch und Adlerkrieger, Ausstellungskatalog, 1991mexiko-mexico.deMythos Azteken 2002, Readers Digestorbisalia.de Spektrum der Wissenschaft Spezial Nr. 1/13Untergegangene Kulturen, Die Blutige Herrschaft der Azteken, Time-Life Bcher 1993wikipedia.de wikipedia.org

    zu Schamanismus und TranceMircea Eliade, Schamanismus, Rascher Verlag 1954Felicitas D. Goodman, Wo die Geister auf den Winden reiten, 2007

    Trance, Der uralte Weg zum Religisen Erleben, 1996 Die andere Wirklichkeit, 1994

    Joan Halifax, Schamanen, Insel Verlag 1983Andreas Lommel, Schamanen und Medizinmnner, Verlag Callwey 1965Nana Nauwald, Felicitas D. Goodmann, Das Praxisbuch, AT Verlag 2011Nana Nauwald, Schamanische Rituale der Wahrnehmung, AT Verlag 2010

    Feuerfrau und Windgesang, AT Verlag 2010 Brenkraft und Jaguarmedizin, AT Verlag 2002

    Narren Knstler Heilige, Ausstellungskatalog 2012Schamanen Sibiriens, Ausstellungskatalog 2009Alfred Stolz, Schamanen, Dumont 1988Roger N. Walsh, Der Geist des Schamanismus, Patmos 1992

    ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~Das Fliegen, sagt der Reisefhrer, ist eine Kunst oder vielmehr ein Trick.

    Der Trick besteht darin, da man lernt, wie man sich auf den Boden schmeit, aber daneben.

    Such dir einen schnen Tag aus und probiers. (aus: per Anhalter durch die Galaxis, Teil 3, S. 71)

    ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

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    ARBEIT Frontblatt und InhaltsverzeichnisARBEIT