Adlerkrieger - felicitas-goodman- · PDF file1 Die Ansiedlung der Azteken....und du, Tenoch,...

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  • Adlerkrieger

    Untersuchung einer aztekischen Tonfigurim Rahmen der Abschluarbeit der Ausbildung zum autorisierten Seminarleiter frRituelle Krperhaltungen und Ekstatische Trancenach Dr. Felicitas Goodmanam Felicitas Goodman Institut n.e.V.

    Trainerin: Nana Nauwald, Sdergellersen Jrgen Ferdinand Schulz, April 2015

  • Inhaltsverzeichnis

    1 die Ansiedlung der Azteken

    2 aus der Mythologie

    Templo Mayor Der Sonnenstein Huitzilopochtli Tlaloc Tezcatlipoca Quetzalcoatl

    Xipe TotecMictlan

    3 Adler- und Jaguarkrieger

    Blumen fr die Gtter, Die BlumenkriegeOpferfeste, Menschenopferberlieferungen

    4 Die Tonfigur des Adlerkriegers

    Beschreibung der KrperhaltungErfahrungenFigur eines huaxtekischen KriegersVogelmaske aus AlaskaDas Symbol des Adlers

    5 Schlubemerkungen

    6 Anhang

    Chronologie des prkolumbischen MittelamerikaLiteraturangaben

  • 1 Die Ansiedlung der Azteken

    ....und du, Tenoch, wirst sehen, da ein Kaktus gesprossen ist, da wo das Herz des Copil liegt.Auf dem Kaktus sitzt ein Adler, der hlt eineSchlange in den Klauen, und er zerreit die Schlange und verschlingt sie. Dieser Kaktus bist du, Tenoch,und ich bin der Adler, und das soll unser Stolzsein, denn solange die Welt besteht, wird der Ruhmund der Reichtum Tenochtitlans unauslschlich sein.Codex Chimalpahin

    Die Legende besagt, dass die Azteken zu Beginn des 14.Jahrhunderts nach zwei Jahrhunderten der Wanderschafteinen Adler auf einem Kaktus sitzend vorfinden. Diesesist das erwartete Zeichen ihres SchutzgottesHuitzilopochtli (verehrt als Kriegs- und Sonnengott),dass der Ort erreicht war, an dem sie sich niederlassenund die Stadt Tenochtitlan ("Stadt des Tenoch")grndensollten, eine sumpfige Insel im Tetzcoco-See im Hoch-land von Mexico (ca. 1325). Bis zu ihrem Untergang imJahre 1521 durch die spanischen Konquistadoren wuchs diese Ansiedlung zur bedeutendsten Stadt und Metropole in Mesoamerika (mesos, griech. in der Mitte, mittig, bezeichnet eine Siedlungslandschaft und ein Kulturareal in Mittelamerika. Das Gebiet Mesoamerikas umfasst grorumige Gebiete der heutigen Staaten Mexiko, Belize, Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua und Costa Rica).Dieses Wachstum der Stadt wurde mglich durch die ruhmreichen aztekischen Eroberungszge der verschiedenen tlatoque, Aztekenknige, in deren Verlauf sie die umliegenden Provinzen unterwarfen und unermeliche Reichtmer anhuften. Anfang des 16. Jahrhunderts schtzt man die Einwohnerzahl von Tenochtitlan auf ca. 250.000 (vgl. London 125.000 Ew.), die Ausdehnung des

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  • Reiches betrug ca. 128.000qkm mit etwa 5-6 Millionen Menschen, die unterschiedlichen Volksstmmen zugehrten.Die Stadt Tenochtitlan wird in Beschreibungen von spanischen Soldaten mit Venedig verglichen, alsverzaubert oder Stadt wie aus dem Mrchen.Nach der Eroberung durch die Spanier, wird sie dem Erdboden gleichgemacht; Pyramiden, Palste und Gebude wurden abgerissen, Gtterfiguren zerschlagen; der Schutt diente als Fundamente fr die Bauten des Nueva Espana.

    ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~"Das sind die Gebote und Rechte, die ihr halten sollt, da ihr darnach tut in dem Lande, das derHERR, deiner Vter Gott, dir gegeben hat einzunehmen, solange ihr auf Erden lebt.Verstrt alle

    Orte, da die Heiden, die ihr vertreiben werdet, ihren Gttern gedient haben, es sei auf hohenBergen, auf Hgeln oder unter grnen Bumen, und reit um ihre Altre und zerbrecht ihre Sulen

    und verbrennt mit Feuer ihre Haine, und die Bilder ihrer Gtter zerschlagt, und vertilgt ihrenNamen aus demselben Ort." (5. Buch Mose, 12. Kapitel)

    ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~In drei Jahrhunderten spanischer Herrschaft unternahmen Eroberer und Kirche alles, um die Reste der aztekischen Welt zu zerstren. In der mexikanischen Landschaft eroberte sich die Natur ihren Lebenraum zurck und die prachtvollen Monumente verschwanden unter der ppigen Vegetation.Im Laufe der Jahrhunderte gab es zahlreiche Zufallsfunde aztekischer Relikte, insbesondere von Steinmonumenten und Keramikdepots. Zu diesen Funden gehren die monumentale Figur der Gttin Coatlice, das Teocalli de la Guerra Sagrada,ein Steinmonument in Gestalt einer Tempelpyramide,auf dessen Rckseite eine Darstellung der Szene mitdem Adler auf dem Kaktus zu sehen ist, und der Sonnenstein. Der Groteil der Kenntnis ber Tenochtitlan stammtaus Berichten der Konquistadoren, der Mnche undindianischer Autoren des 16. und 17. Jahrhunderts. Ab dem 19. Jahrhundert werden die Zufallsfundedieser aztekischen Relikte als Kunstwerke dermexikanischen Kultur anerkannt, die bis dahin nur als Gtzenbilder von Wilden galten.

    2 Auszge aus der Mythologie Templo MayorDer im heiligen Bezirk der Stadt gelegene Tempelbesa eine Hhe von rund 45 Metern, eineGrundflche von ca. 80 x 80 Metern. Auf seinerSpitze trug er zwei Schreine, die den GtternHuitzilopochtli und Tlaloc geweiht waren. DieseSchreine waren ber eine Treppe zu erreichen.Zahlreiche kleinere Plattformen und Bauten, die mitdem Tempel verbunden waren, bildeten mit ihmzusammen einen geschlossenen Gebudekomplex.

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    http://de.wikipedia.org/wiki/Stein_der_Sonne

  • Der gesamte Tempelbezirk soll nach Schtzungen 500 Meter lang gewesen sein und ca. 78 Bauwerke umschlieen, etwa 40 sind archologisch lokalisiert. Eine der zum Tempel hinfhrenden Plattformen wurde mit einem Stuckrelief geschmckt, das ein Tzomplantli darstellte, eine Art Gestell aus menschlichen Schdeln. Von der ersten bis zur letzten berbauung war der groe Tempel in eine rechte oder auch sdlicheHlfte geteilt, die dem Sonnenkult von Huitzilopochtli gewidmet war, und eine linke bzw. nrdliche Seite, die der Verehrung des Regengottes Tlaloc galt. In den Opferdepos des Regengottes lagen prchtige blau bemalte Tlaloc-Vasen aus Ton und Stein zusammen mit Muscheln, Korallen und anderen von den Kstenregionen eingefhrten Gegenstnden, whrend auf dem Boden einer frhen Ausfhrung des Huitzilopochtli-Tempels immer noch einer der gefrchteten Opfersteine steht. Der groe Tempel war der Mittelpunkt des aztekischen Universums, und so berrascht es nicht, dass dieses Bauwerk das uralte Prinzip der Dualitt widerspiegelt, die das Leben aller Azteken durchzieht: der Gegensatz zwischen Regen und reichen Ernten auf der einen und Krieg unddem berleben der Fnften Sonne auf der anderen Seite. Anlsslich der viertgigen Feierlichkeiten seiner erneuten Weihung im Jahre 1487 wurden vermutlich mehrere tausend Menschen geopfert. Seine religise Symbolik machte diesen Tempel zum wichtigsten Bauwerk der aztekischen Welt. Auch die Depos sind in ihrer Lage nicht zufllige Kammern, sondern scheinen das Weltbild der Azteken zu reprsentieren. So gibt es Opferkammern, die auf die Ober-, Mittel- und Unterwelt hinweisen und Kammern, die in Richtung Sden auf den Kriegs- und Sonnengott hinweisen. Die meisten Opfergaben sind jedoch in Richtung Westen positioniert, dem Lauf der untergehenden Sonne folgend.

    Der Sonnenstein In der Schpfungsmythologie der Azteken gab es fnf aufeinanderfolgende Welten oder auch "Sonnen" genannt. Der Kampf der Gtter fhrte zur Erschaffung und zur Zerstrung jeder dieser Welten durch eine Katastrophe. Die fnfte Sonne entstand in Teotihuacn, als sich der Gott Nanahuatzin in ein Feuer strzte und sich dadurch in die aufgehende Sonne verwandelte. Da sie aber bewegungslos am Himmel hing, opferten die anderen Gtter ihr Blut, um Energie fr die Bewegung am Himmel zu erzeugen. Der Sonnenstein gilt alsEhrung fr den Sonnengott und symbolisiert die Notwendigkeitder Menschenopfer fr die Sonne, damit sie genug Energie hat,um am nchsten Morgen wieder aufzugehen. In der Mitte desSteines kann man das Gesicht des Sonnengottes Tonatiuh erkennen. Seine Zunge ist als ein schwarzes Obsidianmesserdargestellt als Zeichen dafr, da er Opfer von Blut undmenschlichen Herzen erwartet. Nach dem aztekischen Glaubenenthielt menschliches Blut eine wertvolle Flssigkeit, chalchihuatl, die als einzige den Gttern angemessene Nahrunggalt. Der Sonnenstein gibt in seinen Bildern die Folge der Sonnenschpfungen, den unendlichen Kreislauf von Schpfung und Zerstrung wieder. Es lt sich der aztekische Zeitbegriff ablesen, so diente er auch als Grundlage fr den aztekischen Kalender.

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  • Huitzilopochtli, Gott des Krieges und der Sonne (auch: Kolibri des Sdens, Kolibri der linken Seite/Hand) Dargestellt wird diese Figur mit einem Jaguarkopf, der durch Hrner oder einem Federbusch geschmckt ist. In der linken Hand hlt das Gottwesen einen Schild und einen Lorbeerzweig und in der anderen Hand einen Stab. Die Fe haben gespaltene Klauen, Ziegenfen nachempfunden. Auf dem Rcken sind den Fledermausflgeln hnliche Flgel und bauchseitig ein hssliches Gesicht mit aufgerissenem Rachen, das scharfe Zhne zeigt.Der Legende nach fhrte er sein Volk an, als sie vom mythischen Aztlan aus eine neue Heimat suchten. Als Sonnengott und Kriegsgott nahm er neben Quetzalcoatl und Tezcatlipoca eine herausragende Stellung ein, wobei er sptestens zur Grndung Tenochtitlns als hchste Gottheit galt. Er war eine rein aztekische Gottheit und hatte keine Vorlufer in anderen mesoamerikanischen Kulturen. Es ist unklar, ob Huitzilopochtli von Anfang an ein Gott war, oder ob er eine Heldengestalt (als Anfhrer) war, die spter vergttlicht wurde.. Die Azteken betrachteten sich selber als sein auserwhltes Volk, dessen gttlicher Auftrag darin bestand, Kriege zu fhren und das Blut der Gefangenen dem Sonnengott Tonatiuh zu opfern, um so die fnfte Sonne in Bewegung zu halten.