Afrika Im Fokus

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    frika im Fokus

    hancen und Projekte

    Tagungsmagazin

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    Inhalt

    3Germany Trade & Invest www.gtai.de

    5 Afrika im Aufwind

    9 Angola

    12 Burkina Faso

    15 Ghana

    18 Guinea

    21 Kenia

    24 Mali27 Mosambik

    30 Nigeria

    33 Sambia

    36 Sdafrika

    39 Tabellenanhang

    39 Demografische Entwicklung und Flche

    40 Bruttoinlandsprodukt42 Auenhandel

    44 Bilateraler Handel

    45 Auslndische Direktinvestitionen

    47 Internationale Rankings

    49 Kontaktanschriften

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    5Germany Trade & Invest www.gtai.de

    Afrika im Aufwind

    Afrika im Aufwind

    Afrika im Aufwind

    Noch nie war das Unternehmer- und Investoreninteresse an Afrika so gro: Hohe, teilweise zweistelligeWachstumsraten, der Rohstoffreichtum und die vielfach zunehmende politische Stabilitt haben denBlick der industrialisierten Welt auf den Kontinent verndert. Immer noch behindern jedoch Hemmnis-se wie hohe Transport- und Energiekosten, ein niedriges Ausbildungs- und Gesundheitsniveau sowie einunzureichender Dienstleistungssektor in den meisten Lndern die Entwicklung. Mit einer weiteren Ver-besserung der politischen Rahmenbedingungen und der Infrastruktur haben die afrikanischen Lwenaber die Chance, in die Fustapfen der asiatischen Tiger zu treten.

    Noch zur Jahrtausendwende stempelte der Economist auf seiner Titelseite Afrika als The hopelesscontinent ab. Heute stehen die Afrikaner in einem vllig anderen Licht: Unter den SchlagzeilenAfrica rising und The sun shines bright musste dasselbe Magazin Ende 2011 sein Afrika-Bild kor-rigieren. Ein halbes Jahr vorher war die Studie Lions on the move verffentlicht worden, derzufol-ge sich die Wirtschaft Afrikas in einem dauerhaften Aufschwung befindet. Der Schwarze Konti-nent knnte am Beginn eines wirtschaftlichen Aufschwungs stehen, wie China vor 30 und Indienvor 20 Jahren, stellte jngst auch die Weltbank fest. Und die Financial Times erklrte Afrika vor kur-zem schon zum Neuen China.

    Kontinent der Herausforderungen und Chancen

    Die meisten afrikanischen Lnder stehen auf dem Weg zum Tigerstaat jedoch immer noch vorgewaltigen Herausforderungen. Das Infrastrukturdefizit ist immens. So sieht es gerade in der Ener-gieversorgung dster aus: In Subsahara-Afrika haben rund 90% der Bevlkerung keinen Zugangzum Stromnetz. Es wird in einigen Gegenden verbrannt, was nicht niet- und nagelfest ist, mit allennegativen Folgen fr die Gesundheit und Umwelt. Wer durch afrikanische Wohngebiete geht,wird fast taub vom Gerusch der energieerzeugenden Dieselmotoren.

    Gebremst wird die Entwicklung auch durch eine nicht diversifizierte Produktionsstruktur, man-gelnde Wettbewerbsfhigkeit und die hohe Abhngigkeit von Rohstoffexporten. Der Anteil Afri-kas am weltweiten Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt bei unter 3%, der am Welthandel sank von 7% inden Siebzigern auf rund 2% im Jahr 2010. Nur Sdafrika fhrt in nennenswertem Umfang Industrie-produkte aus. Auch als Konsumentenmarkt spielt Afrika noch nicht bei den groen Playern mit.Wichtig ist jedoch die Perspektive des Kontinents, denn die Mittelschicht wchst. 60 Millionen

    Haushalte haben ein Jahreseinkommen von mindestens 3.000 US$, bis 2015 soll die Zahl bereits auf100 Millionen steigen.

    In den letzten Jahren haben viele afrikanische Lnder ihre Wirtschaft erfolgreich reformiert. Daszeigt sich auch daran, dass der akkumulierte Bestand der auslndischen Direktinvestitionen (FDI)laut UNCTAD von 61 Mrd. (1990) auf 554 Mrd. US$ im Jahr 2010 gestiegen ist. Seit 2009 gehen die FDIin Afrika jedoch wieder leicht zurck, whrend sie weltweit um 17% zulegten. Lang fristig knnenUnternehmen jedoch von den Chancen auf dem Kontinent erheblich profitieren, da konomen inden nchsten Jahren weiterhin ein solides Wirtschaftswachstum erwarten. Fr Subsahara-Afrikarechnet der Internationale Whrungsfonds 2012 mit einem Zuwachs von 5,5% und fr 2013 mit5,3%. Einige Lnder sollen sogar zweistellig zulegen.

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    Afrika im Aufwind

    Aufbau einer verarbeitenden Industrie notwendig

    Den grten Export-Weltmarktanteil hat Afrika im Bergbau. Der Kontinent profitiert dabei vomwachsenden Rohstoffhunger der Industrie- und Schwellenlnder sowie den steigenden l- undMineralpreisen. Der World Competitiveness Report von 2011 kritisiert, dass rohstoffreiche Lnderin Afrika zwar hhere Erlse erzielten, diese aber extrem volatil seien. Auch haben die Einnahmenbisher wenig zur Verbesserung der Lebensbedingungen des Groteils der Bevlkerung beigetra-gen. Als Vorbild fr die afrikanischen Lnder werden Malaysia und Indonesien genannt, die in derLage waren, Rohstoffexporte zu frdern, aber gleichzeitig eine wettbewerbsfhige Industrie auf-zubauen.

    Die Lnder in Subsahara-Afrika haben jetzt die Chance, etwas aus ihren gigantischen Ressourcen,wie Rohstoffe, Wasserkraft und kultivierbares Land zu machen, sagt Dieter Grau, Korrespondentfr West- und Zentralafrika von Germany Trade & Invest. Er beobachtet, wie sich in seiner Regiondie Branchenriesen Vale, BHP Billiton sowie Rio Tinto neben den chinesischen und indischen Un-ternehmen die Klinke in die Hand geben, um den Rohstoffnachschub fr ihre wachsenden Volks-wirtschaften zu sichern. Offenbar geht es den Chinesen und Indern aber auch um den Zugang zulokalen Mrkten und um Lohnkostenvorteile.

    Diversifizierung der Wirtschaft auch in West- und Zentralafrika

    Viele afrikanische Staaten haben hnliche Voraussetzungen wie die asiatischen Aufsteiger, mss-

    ten aber nun endlich wesentlich mehr in ihre eigenen Volkswirtschaften investieren. Die Zeichenfr den Wandel seien auch in West- und Zentralafrika ermutigend, meint Grau. Reformen wurdendurchgesetzt oder in Angriff genommen. Jngere und dynamischere Eliten lsen Land fr Land diealten Autokraten ab, demokratische Tendenzen sind vielerorts erkennbar. Und die im wahrstenSinne des Wortes nach Konsumgtern und Dienstleistungen hungrige Bevlkerung lsst sich vonihren Regierenden auch nicht mehr so einfach bis in die nchsten Jahrzehnte hinein auf Teilhabeam wachsenden Wohlstand vertrsten.

    Die Diversifizierung der Wirtschaft haben sich auch die Westafrikaner auf ihre Fahnen geschrie-ben. Ziel ist, eine Wertschpfungskette im eigenen Land aufzubauen und zu verlngern und somiteinen immer greren Teil ihrer Ressourcen, seien es Rohstoffe, seien es agrarische Erzeugnisse,selber zu verarbeiten. Das schafft auch langfristig Arbeitspltze, Know-how und Innovationen.

    Es gibt in West- und Zentralafrika viel zu tun, auch fr deutsche Unternehmen. In nahezu jederBranche ist der Nachholbedarf gro, an der Spitze stehen neben dem l- und Bergbausektor die Be-reiche Infrastruktur, Telekommunikation, Bau, Energie, Wasser sowie Bildungs- und Gesundheits-wesen. Aber auch der Tourismus hat hier und da eine realistische Chance. Und im ehemaligen west-afrikanischen Powerhouse Cte dIvoire ist zum Beispiel nach den Krisenjahren vieles wieder auf-zubauen beziehungsweise zu erneuern.

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    7Germany Trade & Invest www.gtai.de

    Vorreiter sind die sdlichen Lnder

    Sdafrika und Mauritius sind die Lnder in Subsahara-Afrika, die im World CompetitivenessReport 2011-2012 des World Economic Forum am besten abschneiden. Bewertet wurden Effizienzvon Institutionen (privat und ffentlich), Infrastruktur, das makrokonomische Umfeld, Gesund-heit und Ausbildung, Funktionsweise des Marktes, Geschftsqualitt und Innovationskraft. Imsdlichen Afrika finden sich zudem stark wachsende Lnder wie Mosambik, Sambia, Angola undBotsuana, die zunehmende Anstrengungen zur Diversifizierung ihrer Wirtschaft unternehmenund fr deutsche Firmen deshalb sehr interessant sind, sagt Heiko Stumpf, der fr Germany Trade &Invest in Johannesburg ttig ist.

    Fr viele Unternehmen fhrt der Weg zum ersten Auftrag in Afrika ber eine Ausschreibung.Bevor geliefert oder investiert wird, sollte eine detaillierte Risikoanalyse fr das jeweilige Land er-stellt werden. Nur in Sdafrika findet der Unternehmer wirklich eine breitgefcherte Industrie, dieauch dauerhaft Auftrge verschaffen kann.

    Sdafrika - Sprungbrett in die Region

    Sdafrika wird immer wichtiger als Eingangstor fr die Mrkte des sdlichen Afrika, so CarstenEhlers, der lange in Johannesburg fr Germany Trade & Invest ttig war.Vor 20 Jahren war Sdafri-ka politisch isoliert. Seitdem hat die wirt schaftliche Verflechtung mit dem Rest Subsahara-Afrikasenorm zugenommen. Vielfach investieren sdafrikanische Unternehmen auf dem ganzen Konti-

    nent. Zur Herausbildung der Hub-Funktion Sdafrikas trgt auch die geringe Marktgre der an-deren Lnder bei. Ganz Subsahara-Afrika hat beispielsweise ein BIP in der Grenordnung derSumme Bayerns und Hamburgs. Alleine 40% davon macht die Kaprepublik aus.

    Sdafrika ist immer noch Deutschlands wichtigster Handelspartner auf dem Kontinent, zum Bei-spiel im Bergbau. Weil der Sektor nach Ansicht von Experten sein Potenzial bei weitem noch nichtausschpft, ist und bleibt er fr deutsche Exporteure ein attraktiver Markt. Weltweit hinkt die Kap-republik als Abnehmer jedoch deutlich hinter Riesenmrkten wie der VR China (deutsche Exportevon Bergbautechnik 2011: rund 322 Mio. Euro), Russland (264 Mio. Euro) oder den USA(144 Mio. Euro) hinterher. Laut Statistiken des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau(VDMA) beliefen sich die deutschen Ausfuhren 2011 in diesem Bereich nach Sdafrika auf 13 Mio. Euro,gegenber 2010 ein deutliches Plus von fast 15%.

    Immer mehr Regierungen wollen die Bevlkerung strker am Management von auslndischenProjekten und den