Agrarforschung Schweiz, Heft 3, M¤rz 2014

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  • AGRARFORSCHUNG SCHWEIZ

    M r z 2 0 1 4 | H e f t 3

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    rich

    Umwelt Bekmpfung des Rapsglanzkfers mit dem Naturstoff Surround Seite 80

    Agrarwirtschaft Wie wirken die neuen Alpungsbeitrge? Seite 88

    Pflanzenbau Serie ProfiCrops: Charakterisierung von Innovationen am Beispiel HOLL-Raps Seite 104

  • ImpressumAgrarforschung Schweiz / Recherche Agronomique Suisse ist die Zeitschrift der landwirtschaftlichen Forschung von Agroscope und ihren Partnern. Die Zeitschrift erscheint auf Deutsch und Franzsisch. Sie richtet sich an Fachpersonen aus Forschung, Industrie, Lehre, Beratung und Politik, an kantonale und eidgens sische mter und weitere Fachinteressierte.

    HerausgeberinAgroscope

    Partnerb Agroscope (Institut fr Pflanzenbauwissenschaften IPB;

    Institut fr Nutztierwissen schaften INT; Institut fr Lebensmittelwissenschaften ILM; Institut fr Nachhaltigkeits wissenschaften INH), www.agroscope.ch

    b Bundesamt fr Landwirtschaft BLW, Bern, www.blw.chb Hochschule fr Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL, Zollikofen, www.hafl.chb Beratungszentrale AGRIDEA, Lindau und Lausanne, www.agridea.ch b Eidgenssische Technische Hochschule ETH Zrich,

    Departement fr Umweltsystemwissenschaften, www.usys.ethz.ch

    Redaktion Andrea Leuenberger-Minger, Agrarforschung Schweiz / Recherche Agro nomique Suisse,Agroscope, Postfach 64, 1725 Posieux, Tel. +41 26 407 72 21,Fax +41 26 407 73 00, E-Mail: info@agrarforschungschweiz.ch

    Judith Auer, Agrarforschung Schweiz / Recherche Agronomique Suisse, Agroscope, Postfach 1012, 1260 Nyon 1 E-Mail: info@agrarforschungschweiz.ch

    Redaktionsteam Vorsitz: Jean-Philippe Mayor (Leiter Corporate Communication Agroscope), Evelyne Fasnacht, Erika Meili und Sibylle Willi (Agroscope), Karin Bovigny-Ackermann (BLW), Beat Huber-Eicher (HAFL), Esther Weiss (AGRIDEA), Brigitte Dorn (ETH Zrich).

    AbonnementPreiseZeitschrift: CHF 61.* (Ausland + CHF 20. Portokosten),inkl. MWSt. und Versandkosten, Online: CHF 61.** reduzierter Tarif siehe: www.agrarforschungschweiz.ch

    AdresseNicole Boschung, Agrarforschung Schweiz / Recherche Agronomique Suisse, Agroscope, Postfach 64, 1725 Posieux E-Mail: info@agrarforschungschweiz.ch, Fax +41 26 407 73 00

    AdressnderungenE-Mail: verkauf.zivil@bbl.admin.ch, Fax +41 31 325 50 58

    Internet www.agrarforschungschweiz.chwww.rechercheagronomiquesuisse.ch

    ISSN infosISSN 1663-7852 (Print)ISSN 1663-7909 (Internet)Schlsseltitel: Agrarforschung SchweizAbgekrzter Schlsseltitel: Agrarforsch. Schweiz

    Copyright Agroscope. Nachdruck von Artikeln gestattet, bei Quellenangabe und Zustellung eines Belegexemplars an die Redaktion.

    Erfasst in: Web of Science, CAB Abstracts, AGRIS

    79 Editorial

    Umwelt

    80 Bekmpfung des Rapsglanzkfers mit dem Naturstoff Surround Werner Jossi, Clay Humphrys, Brigitte Dorn

    undJrg Hiltbrunner

    Agrarwirtschaft

    88 Wie wirken die neuen Alpungsbeitrge? Gabriele Mack und Christian Flury

    Pflanzenbau

    96 Anflligkeit der Kartoffel gegenber durch Dickeya spp. verursachte Schwarz-beinigkeit Jrmie Rouffiange et al.

    Pflanzenbau Serie ProfiCrops

    104 Charakterisierung von Innovationen in der Pflanzenproduktion: das Beispiel HOLL-Raps Camille Aouinat, Bernard Jeangros, Vincent

    Nassar und Anna Crole-Rees

    Pflanzenbau Serie ProfiCrops

    112 ProfiCrops: Auf den Punkt gebracht Leistungsfhigkeit, Effizienz und Mehrwert Anna Crole-Rees und Lukas Bertschinger

    Kurzbericht

    118 Wie die Rispenhirse auf Stickstoff reagiert Samuel Knapp, Rosalie Aebi und Jrg Hiltbrunner

    122 Portrt

    123 Aktuell

    127 Veranstaltungen

    InhaltMrz 2014 | Heft 3

    Rapsglanzkfer knnen in Rapskulturen grosse Schden anrichten. Bio- und Extenso-Bestnde sind besonders gefhrdet, weil Insektizide dort verboten sind. Agroscope hat in Feldversuchen zahlreiche Naturstoffe auf ihre Wirk-samkeit gegen Rapsglanz kfer getestet. (Foto: Gabriela Brndle, Agroscope)

  • Editorial

    79Agrarforschung Schweiz 5 (3): 79, 2014

    Liebe Leserin, lieber Leser

    Die interdisziplinre Programmforschung hat national und international

    einen hohen Stellenwert. Seit 1975 fhrt der Schweizerische Nationalfonds

    Nationale Forschungsprogramme durch, und ab Mitte der 1990er Jahre

    haben verschiedene Schweizer Forschungsinstitutionen ihre Aktivitten mit

    eigenen Programmen ergnzt. Agroscope hat 2008 erstmals drei Forschungs-

    programme lanciert, die im ersten Halbjahr 2014 abgeschlossen werden:

    AgriMontana, NutriScope und ProfiCrops.

    Unsere Erfahrungen besttigen die Erkenntnis, dass die Disziplinen ber-

    greifende Forschung ein grosses Potenzial zur Lsung relevanter und aktuel-

    ler Probleme bietet. Dank vielfltiger Kompetenzen verfgt Agroscope ber

    ideale Voraussetzungen dazu. Zwar wird die interdisziplinre Programmfor-

    schung vereinzelt auch kritisch betrachtet, doch sie hat in der Vergangenheit

    laufend an Bedeutung gewonnen und wird auch in Zukunft wichtig bleiben.

    Zwei neue Agroscope-Forschungsprogramme

    Die Forschungsprogramme sind Leuchttrme von Agroscope. Deshalb star-

    ten im Frhling 2014 zwei neue Agroscope-Forschungs programme. Sie

    behandeln mittel- bis langfristig orientierte Themen mit einem Potenzial

    zum Aufbau neuer Forschungs- und Entwicklungsbereiche.

    Im Programm Mikrobielle Biodiversitt wird das Erbgut von Mikroorganis-

    men ausgewhlter kosysteme der Land- und Ernhrungswirtschaft analy-

    siert. Diese Daten bilden die Grundlage dafr, natrlich vorhandene Mikro-

    organismen fr eine nachhaltige Landwirtschaft sowie fr qualitativ

    hochwertige, sichere Landwirtschaftserzeugnisse zu nutzen.

    Das Programm REDYMO: Reduktion und Dynamik antibiotikaresistenter

    und persistenter Mikroorganismen entlang der Lebensmittelketten soll die

    landwirtschaftliche Praxis, die Lebensmittelverarbeitung und betroffene

    mter in ihren Bestrebungen gegen die Bildung von Antibiotikaresistenzen

    untersttzen.

    Die neuen Forschungsprogramme sind bottom-up von mindestens

    zwei Agroscope-Instituten erarbeitet worden. Insgesamt wurden neun Vor-

    schlge eingereicht, aus denen eine externe Expertengruppe zusammen mit

    der Agroscope-Fachgruppe Forschung die beiden Programme auswhlte.

    Diese wurden anschliessend von der Geschftsleitung Agroscope bewilligt.

    Fr die Laufzeit von 2014 bis 2018 werden die Programme mit Agroscope-

    Mitteln im Umfang von insgesamt 0,8 Millionen Franken pro Jahr untersttzt.

    Diese Mittel knnen fr die Programmleitung, fr Synthesearbeiten sowie

    Dissertationen und Postdocs eingesetzt werden.

    Die beiden Programme haben sich anspruchsvolle Ziele gesetzt. Ein

    Schlssel zur Beantwortung der aufgeworfenen Fragen drfte in einer

    erfolgreichen, interdisziplinren Zusammenarbeit liegen. Dies speziell mit

    Blick auf die Erkenntnis, dass die Lsungen fr viele drngende Umwelt- und

    Gesellschaftsprobleme von verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen gemein-

    sam entwickelt werden mssen.

    Paul Steffen, Leiter Institut fr Nachhaltigkeitswissenschaften INH und Leiter Corporate Re-search Agroscope CRA

    Leuchttrme von Agroscope: Die Forschungsprogramme

  • 80 Agrarforschung Schweiz 5 (3): 8087, 2014

    E i n l e i t u n g

    Trotz guter Nachfrage nach mglichst ohne Pestizidein-

    satz angebautem Raps fr die lherstellung bleibt die

    Anbauflche fr Bioraps klein. Die hohen Ansprche von

    Winterraps an die Nhrstoffversorgung und an den

    Pflanzenschutz sind wohl die Hauptgrnde fr den spr-

    lichen Anbau. Auch beim Extenso-Raps drfen nach den

    IP-Suisse-Richtlinien keine Insektizid-Behandlungen

    durchgefhrt werden. Die grssten Ertragseinbussen

    werden meistens durch den Rapsglanzkfer Meligethes

    aeneus und M. viridescens verursacht. Mit der zuneh-

    menden Resistenzbildung von Rapsglanzkfern gegen

    den Wirkstoff Pyrethroid sind die Landwirte im konven-

    tionellen Rapsanbau zudem gezwungen, auf Produkte

    anderer Wirkstoffgruppen auszuweichen.

    Rapsglanzkfer naturnah bekmpfen

    Auf der Suche nach alternativen Bekmpfungsmglich-

    keiten werden bei Agroscope seit einigen Jahren Versu-

    che zur mikrobiellen Bekmpfung des Rapsglanzkfers

    durchgefhrt (z.B. Kuske et al. 2011). Gleichzeitig wur-

    den von Agroscope auch zahlreiche Naturstoffe in Labor-

    und Feldversuchen auf ihre Wirksamkeit gegen den

    Rapsglanzkfer getestet. Bekannte Bioinsektizide wie

    NeemAzal und Pyrethrum wiesen keine gengende

    Werner Jossi1, Clay Humphrys1, Brigitte Dorn2 und Jrg Hiltbrunner1

    1Agroscope, Institut fr Nachhaltigkeitswissenschaften, 8046 Zrich, Schweiz2ETH Zrich, Departement Umweltsystemwissenschaften, 8092 Zrich, Schweiz

    Ausknfte: Werner Jossi, E-Mail: werner.jossi@agroscope.admin.ch

    Bekmpfung des Rapsglanzkfers mit dem Naturstoff Surround

    U m w e l t

    Abb. 1 | Vom Rapsglanzkfer angefressene Knospen sterben ab. (Bild: Werner Jossi, Agroscope)

  • Bekmpfung des Rapsglanzkfers mit dem Naturstoff Surround | Umwelt

    81

    Zusammenfassung

    Agrarforschung Schweiz 5 (3): 8087, 2014

    Rapsglanzkfer Meligethes spp. knnen an

    Rapskulturen grosse Schden verursachen.

    Gefhrdet sind besonders Bio- und Extenso-

    Bestnde, weil Insektizide dort verboten sind.

    Knftig knnten zudem durch die zuneh-

    mende Resistenzbildung des Rapsglanzkfers

    auch im konventionellen Rapsanbau ni