Agrarforschung Schweiz, Heft 6, Juni 2014

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  • AGRARFORSCHUNG SCHWEIZ

    J u n i 2 0 1 4 | H e f t 6

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    iBL

    Pflanzenbau Hybridgetreide hat Zukunft Seite 224

    Agrarwirtschaft Milchbetriebe: Warum produziert die Schweiz teurer als Norwegen? Seite 248

    Sortenliste Liste der empfohlenen Getreidesorten frdie Ernte 2015 Beilage

  • ImpressumAgrarforschung Schweiz / Recherche Agronomique Suisse ist die Zeitschrift der landwirtschaftlichen Forschung von Agroscope und ihren Partnern. Die Zeitschrift erscheint auf Deutsch und Franzsisch. Sie richtet sich an Fachpersonen aus Forschung, Industrie, Lehre, Beratung und Politik, an kantonale und eidgens sische mter und weitere Fachinteressierte.

    HerausgeberinAgroscope

    Partnerb Agroscope (Institut fr Pflanzenbauwissenschaften IPB;

    Institut fr Nutztierwissen schaften INT; Institut fr Lebensmittelwissenschaften ILM; Institut fr Nachhaltigkeits wissenschaften INH), www.agroscope.ch

    b Bundesamt fr Landwirtschaft BLW, Bern, www.blw.chb Hochschule fr Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL, Zollikofen, www.hafl.chb Beratungszentrale AGRIDEA, Lindau und Lausanne, www.agridea.ch b Eidgenssische Technische Hochschule ETH Zrich,

    Departement fr Umweltsystemwissenschaften, www.usys.ethz.chb Forschungsinstitut fr biologischen Landbau FiBL, www.fibl.org

    Redaktion Andrea Leuenberger-Minger, Agrarforschung Schweiz / Recherche Agro nomique Suisse,Agroscope, Postfach 64, 1725 Posieux, Tel. +41 58 466 72 21, Fax +41 58 466 73 00, E-Mail: info@agrarforschungschweiz.ch

    Judith Auer, Agrarforschung Schweiz / Recherche Agronomique Suisse, Agroscope, Postfach 1012, 1260 Nyon 1 E-Mail: info@agrarforschungschweiz.ch

    Redaktionsteam Vorsitz: Jean-Philippe Mayor (Leiter Corporate Communication Agroscope), Evelyne Fasnacht, Erika Meili und Sibylle Willi (Agroscope), Karin Bovigny-Ackermann (BLW), Beat Huber-Eicher (HAFL), Esther Weiss (AGRIDEA), Brigitte Dorn (ETH Zrich), Thomas Alfldi (FiBL).

    AbonnementPreiseZeitschrift: CHF 61.* (Ausland + CHF 20. Portokosten),inkl. MWSt. und Versandkosten, Online: CHF 61.** reduzierter Tarif siehe: www.agrarforschungschweiz.ch

    AdresseNicole Boschung, Agrarforschung Schweiz / Recherche Agronomique Suisse, Agroscope, Postfach 64, 1725 Posieux E-Mail: info@agrarforschungschweiz.ch, Fax +41 58 466 73 00

    AdressnderungenE-Mail: verkauf.zivil@bbl.admin.ch, Fax +41 31 325 50 58

    Internet www.agrarforschungschweiz.chwww.rechercheagronomiquesuisse.ch

    ISSN infosISSN 1663-7852 (Print)ISSN 1663-7909 (Internet)Schlsseltitel: Agrarforschung SchweizAbgekrzter Schlsseltitel: Agrarforsch. Schweiz

    Copyright Agroscope. Nachdruck von Artikeln gestattet, bei Quellenangabe und Zustellung eines Belegexemplars an die Redaktion.

    Erfasst in: Web of Science, CAB Abstracts, AGRIS

    223 Editorial

    Pflanzenbau

    224 Hybridgetreide hat Zukunft Andreas Hund, Dario Fossati, Fabio Mascher

    und Peter Stamp

    Pflanzenbau

    232 Holzasche: ein neuer Dnger fr die Landwirtschaft Alexandra Maltas und Sokrat Sinaj

    Agrarwirtschaft

    240 Wie kann die betriebswirtschaftliche Weiter bildung in der Landwirtschaft optimiert werden? Florian Sandrini, Bruno Durgiai, Sylvie Aubert

    und Hansjrg Meier

    Agrarwirtschaft

    248 Milchbetriebe: Warum produziert die Schweiz teurer als Norwegen? Christian Gazzarin, Matthias Kohler und

    Ola Flaten

    Umwelt

    256 Bewsserungsbedarf und Wasser dar gebot unter Klimawandel: eine regionale Defizit-analyse Jrg Fuhrer und Pierluigi Calanca

    264 Portrt

    265 Aktuell

    267 Veranstaltungen

    Sortenliste

    Beilage Liste der empfohlenen Getreidesorten frdie Ernte 2015 Numa Courvoisier et al.

    InhaltJuni 2014 | Heft 6

    Weizen ist die weltweit wichtigste Kulturpflanze fr unsere Ernhrung. Die Zchtung einer neuen Weizensorte bentigt mindestens 15Jahre. Die Juniausgabe enthlt einen Beitrag zu Hybrid getreide und dieListe der empfohlenen Getreidesorten fr dieErnte 2015. (Foto: Carole Parodi, Agroscope)

  • Editorial

    223Agrarforschung Schweiz 5 (6): 223, 2014

    Liebe Leserin, lieber Leser

    Markt und Gesellschaft wnschen hochwertige, gesunde und natrliche

    Lebensmittel, die unter Einhaltung hoher kologischer Standards effizient

    produziert wurden. Diese komplexen Vorgaben mssen in einem dynami-

    schen Umfeld mit laufend neuen gesellschaftlichen und politischen Forde-

    rungen, sich rasch ndernden Marktbedingungen und unter Bercksichti-

    gung des Klimawandels erfllt werden. Von der Landwirtschaft und der sie

    untersttzenden Forschung verlangt das hohe Innovationskraft und Flexibi-

    litt. Wir Forschenden sind gefordert, bereits heute massgeschneiderte

    Lsungen zu entwickeln, welche die landwirtschaftlichen Betriebe und die

    Branche morgen brauchen.

    Als Departement der Berner Fachhochschulen BFH deckt die HAFL mit

    ihren Kompetenzen in Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften und

    ihrem starken Netzwerk die ganze Wertschpfungskette vom Ausgangsma-

    terial bis zum ladenfertigen Produkt ab. Nachhaltigkeitsberechnungen oder

    Konsumanalysen ergnzen den ganzheitlichen Ansatz. Die enge Verknp-

    fung von angewandter Forschung und Lehre ist dabei zentral. Einerseits wer-

    den Bachelor- und Master-Studierende in die Forschungsarbeit eingebunden,

    andererseits ergnzen Erkenntnisse aus der Forschung den Unterricht.

    Eine weitere Strke der HAFL-Forschung: In vielen unserer Projekte ent-

    wickeln wir die praxistauglichen Lsungen gemeinsam mit der Branche und

    direkt auf den Betrieben. Das ist oft nicht nur am effizientesten, sondern

    garantiert auch, dass wir Eigenheiten von Betrieben und regionale Gege-

    benheiten gebhrend bercksichtigen knnen. Im Rahmen eines SNF-

    Projektes zeigen beispielsweise unsere Schweineexperten zusammen mit

    Forschungspartnern, wie sich negative Umwelteinflsse der Produktion ver-

    ringern und der Antibiotikaeinsatz reduzieren lassen. In einem anderen For-

    schungsprojekt sind alle Stufen der Wertschpfungskette eingebunden, um

    die Qualitt und die Verarbeitungseigenschaften des Schweizer Bio-Wei-

    zens zu verbessern.

    Die Zusammenarbeit mit der Branche bietet den Vorteil, dass erste

    Betriebe Lsungen bereits im Verlaufe des Projektes umsetzen. Dadurch tau-

    chen Hrden frh auf und knnen rasch angegangen werden. Bei Projekt-

    ende liegen dann praxiserprobte Lsungen vor. Das wird heute nicht nur in

    Branchenprojekten gefordert. Auch die Kommission fr Technologie und

    Innovation (KTI) und der Schweizerische Nationalfonds (SNF) verlangen oft,

    dass die Umsetzung im Rahmen der Projektarbeit gestartet wird. Durch die

    Zusammenarbeit lassen sich Lsungen nicht nur effizienter umsetzten, auch

    neue Herausforderungen gelangen rascher auf den Tisch der Forschenden.

    Damit verkrzt sich der Zyklus zwischen Problemerkennung, Lsungserarbei-

    tung und Umsetzung wesentlich. Nur wenn wir neues Wissen und neue Tech-

    nologien rasch praxistauglich machen, knnen wir in ntzlicher Frist auf

    neue Herausforderungen reagieren.

    Peter Spring, Stellvertretender Direktor Hochschule fr Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissen-schaften HAFL

    Neue Erkenntnisse rasch umsetzen

  • 224 Agrarforschung Schweiz 5 (6): 224231, 2014

    zen wieder weitgehend reinerbig. Dies erschwert es bei

    vielen Merkmalen, die richtigen Erbkombinationen auch

    in frhen Generationen przise zu erkennen. Um die

    Eigenschaften von Kreuzungsnachkommen schon zu

    diesem frhen Zeitpunkt zu erfassen, bedarf es einer

    genauen Beobachtung im Feld, kombiniert mit zustzli-

    chen Laboranalysen, um bereits zu diesem Zeitpunkt sta-

    tistische Abschtzungen des Zuchtwerts vorzunehmen.

    Ein anderer Weg, der in der Schweiz auch bei Weizen

    intensiv verfolgt wurde, fhrt ber die Schaffung von

    Doppelhaploiden. Bereits seit ber dreissig Jahren kn-

    Doppelhaploide (DH) verkrzen den Selektionsprozess

    In der traditionellen Linienzchtung beginnt der Werde-

    gang einer neuen Sorte mit der Verkreuzung von zwei

    reinerbigen Weizen- oder Gerstenlinien. Die daraus

    resultierenden Hybriden der ersten Filialgeneration (F1),

    sind uniform und mischerbig (Abb. 1). Lsst man diese

    abblhen, bestuben sich die Pflanzen selbst. In der Fol-

    gegeneration (F2) kommt es zur Aufspaltung der Merk-

    male beider Eltern. Ab jetzt kann man beginnen, fr die

    Zuchtziele aussichtsreiche Typen auszuwhlen. Aller-

    dings sind erst ab der siebten Folgegeneration alle Pflan-

    Hybridgetreide hat Zukunft

    Andreas Hund1, Dario Fossati2, Fabio Mascher2 und Peter Stamp1

    1ETH Zurich, Institut fr Agrarwissenschaften, 8092 Zrich, Schweiz2Agroscope, Institut fr Pflanzenbauwissenschaften IPB, 1260 Nyon, Schweiz

    Ausknfte: Andreas Hund, E-Mail: andreas.hund@usys.ethz.ch

    P f l a n z e n b a u

    Abb. 1 | Die Eltern und ihr F1 Hybride.

  • Hybridgetreide hat Zukunft | Pflanzenbau

    225

    Zusammenfassung

    Agrarforschung Schweiz 5 (6): 224231, 2014

    Fehlende Lizenzeinnahmen verlangsamen die

    Zchtung von traditionellen Selbstbefruch-

    tersorten bei Weizen und Gerste, damit

    vermindern sich die Aussichten fr einen

    raschen Fortschritt. Seit einigen Jahrzehnten

    verndern sich aber die Sortentypen in

    Europa. Bei den Fremdbefruchtern Mais, Raps

    und Roggen sind erfolgreiche genetisch-

    basierte Hybridsysteme gesch