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  • Andreas Brosch

    und was sie uns erzhlen

    von biblisch bis modern

    .

  • Andreas Brosch, Jahrgang 1957, arbeitet als Pfarrer in Kaiserslautern.Mehr ber UNSERE VORNAMEN UND WAS SIE UNS ERZHLEN

    sowie ergnzende Informationen und Angebote finden Sie unterwww.unsere-vornamen.de

    Auszge, auch auszugsweise, bedrfen der schriftlichen Genehmigung durch den Verlag.

    Brunnen Verlag Gieen 2018Idee & Redaktion: Petra Hahn-Ltjen

    Umschlaggestaltung: Spoon Design, Daniel EschnerSatz: Brunnen

    Druck: GGP Media, PssneckISBN 978-3-7655-0995-7

    www.brunnen-verlag

    http://www.brunnen-verlag
  • Fr Sven Findeisen, der mich die Liebe zu den Wrtern lehrte

  • 5

    Einfhrung: Die Herkunft unserer Namen

    Inhalt

    Vorwort .................................................................................................................... 7

    Einfhrung: Die Herkunft unserer Namen ......................................................... 9

    Biblisch-hebrische Namen ................................................................................ 10

    Griechisch-rmische Namen .............................................................................. 11

    Germanische Namen .......................................................................................... 13

    Andere Namen ................................................................................................... 15

    Zum Gebrauch dieses Buches .............................................................................. 17

    Namen von A bis Z ............................................................................................... 21

    Namensbedeutungen von A bis Z .................................................................... 377

    Namenstage durchs Jahr ..................................................................................... 387

    Literatur und Links ............................................................................................. 393

  • 7

    Einfhrung: Die Herkunft unserer Namen

    Vorwort

    Unsere Vornamen erzhlen Geschichten. Namen sind meist etliche Hun-dert Jahre alt, viele stammen aus unserer deutschen Sprache, andere sind im Laufe der Geschichte bei uns eingewandert. Da gibt es was zu erzhlen: ber das Ursprungsland und seine Sprache; ber die Bedeutung, die sich vielleicht im Laufe der Jahrhunderte verndert hat; ber Namensvorbilder in der Bibel oder in der Geschichte. Hier begegnen wir Helden und Heiligen, aber auch Versagern und Verzweifelten.

    In vielen Namen, vor allem in den biblischen, steckt ein Zuspruch: Du bist gewollt, du bist ein groes Geschenk, du bist geliebt. Und so hat Gott mit je-dem von uns seine persnliche Geschichte

    Ist dies ein christliches Buch? Ja und nein. Nein, weil es auch in einem anderen, nicht ausdrcklich christlichen Verlag htte erscheinen knnen. Ja, weil ein solches Buch unweigerlich christlich wird: Zu gro ist der Anteil biblischer Namen in unserem Namensschatz, zu viele Heilige haben dafr gesorgt, dass Namen aus der Antike es in unsere Zeit geschafft haben. Und weil dieses Buch vor allem Geschichten erzhlen will, kommt es gar nicht umhin, auch die Geschichte dieser biblischen Gestalten und der Heiligen aus-zubreiten wahrscheinlich etwas ausfhrlicher, als dies in anderen Bchern geschieht.

    So ist dieses Buch auch eine Einladung, sich mit dem eigenen Namen ausei-nanderzusetzen. Aber auch mit den vielen anderen Namen, deren Geschichte zusammengenommen so etwas wie eine kurze Kulturgeschichte unseres Lan-des, ja Europas ergibt.

    Viel Freude beim Schmkern wnscht Andreas Brosch

  • 9

    Einfhrung: Die Herkunft unserer Namen

    Einfhrung: Die Herkunft unserer Namen

    Meine Spielkameraden hieen Gerhard und Wolfgang, Sabine und Petra. Wenn ich heute in den Kindergarten gehe, begegne ich Kindern wie Jayden und Zoe, Travis und Okilani hie und da aber auch einem Karl oder Fried-rich. Die Vielfalt unserer Namen ist enorm gewachsen, die Globalisierung auch hier weit fortgeschritten. Und es ist nicht ungewhnlich, dass auch ein Kind deutscher Eltern einen Namen trgt, der aus Hawaii kommt oder aus der Suahelisprache stammt.

    Nicht immer ist es so einfach, zu sagen, woher ein Name kommt. Da ist es wie bei den Menschen:

    Wo kommst du her?, frage ich den jungen Mann. Sein schwarzes Haar, sein dunkler Teint und der leicht asiatische Zug um seine Augen haben mich neugierig gemacht. Aus Bielefeld, antwortet er in akzentfreiem Deutsch.

    Und deine Familie?, will ich wissen. Das ist eine lange Geschichte , fngt er an und erzhlt mir dann, wie

    seine Vorfahren vor vielen Jahren das stliche Kasachstan verlieen und auf Umwegen schlielich ber Frankreich nach Deutschland kamen.

    Wo kommt mein Name her? Auch hier muss man mit einer komplizierten Antwort rechnen. Nicht nur Menschen, auch Namen haben manchmal einen langen Weg hinter sich. Sie haben eine Geschichte, und man darf sich nicht durch den Klang tuschen lassen. So kommt der Name John offensichtlich aus England; doch man sieht ihm an, dass dahinter Johannes steht. Das ist ein biblischer Name, in dieser Form griechisch, im Grunde jedoch hebrisch. Der Name Nadine, man hrt es, ist aus Frankreich eingewandert. Dorthin hatte es ihn aber aus Russland verschlagen vor gar nicht allzu langer Zeit. Dahin-ter steht tatschlich ein russisches Wort fr Hoffnung, doch das ist nur die bersetzung eines griechischen Heiligennamens

    Vergleicht man unseren Vornamenschatz mit einem Meer oder einem rie-sigen Pool, dann kann man sagen: Es gibt heute wesentlich mehr Zuflsse als frher. Und diese Zuflsse sind oft sehr lang, sie reichen weit zurck in die Vergangenheit. Sie sind zum Teil weit verzweigt, und immer wieder gibt es unerwartete Querverbindungen. Es ist spannend, sozusagen flussaufwrts zu wandern und zu versuchen, an die Quellen zu gelangen. Wobei auch der Unterlauf durchaus seinen Reiz hat und die Quelle nicht alle Aufmerksam-keit fr sich beanspruchen kann. Trotz der Flle an Zuflssen aus oft frem-den Quellen es sind bis heute im Wesentlichen drei Quellen, aus denen sich unser Namenschatz speist.

  • 10

    Einfhrung: Die Herkunft unserer Namen

    Es sind die drei Kulturkreise, die auch auf anderen Gebieten bis heute pr-gend sind: die Welt der hebrischen Bibel, die griechisch-rmische Kultur und die Welt der Germanen.

    Biblisch-hebrische Namen

    Eine ganze Reihe unserer Namen stammen aus der Hebrischen Bibel, unse-rem Alten Testament. Bei vielen merkt man das kaum noch: Hans klingt fr viele sehr deutsch, und auch Amrei sieht man nicht an, dass die biblischen Namen Anna und Maria hinter dem Namen stehen.

    Die meisten hebrischen Namen sind Satznamen und drcken Freude und Dank der Eltern aus. Der Grund ist die Geburt des Kindes und der damit ver-bundene soziale und religise Prestigegewinn vor allem der Mutter; Adressat ist Gott, auch wenn er nicht immer ausdrcklich genannt wird.

    Wie einst Hanna im Heiligtum in Silo, so hat die Mutter Gott um einen Sohn gebeten, und Gott hat sich daran erinnert (Zacharias), hat ihre Not gesehen (Ruben), ihre Gebete erhrt (Simon). Das Kind ist der Erbete-ne (Saul), ein Gottesgeschenk (Matthias), von Gott selbst gegeben (Jona-than). So hat der gute Gott (Tobias) der Mutter Barmherzigkeit gezeigt (Johannes, Hanna), er hat sie gerettet (Joshua, Hosea), wohl vor dem Spott der Nachbarn. Vielleicht hat er sie geheilt (Rafael, Josia), wahrscheinlich von ihrer Kinderlosigkeit, und sie dadurch rehabilitiert (Daniel, Dana, Dina): Keiner konnte mehr behaupten, ihre Unfruchtbarkeit sei eine Strafe Gottes. So hat Gott sie (aus dem Staub) erhoben (Joachim) und sich selbst als berlegen erwiesen (Jeremias). Denn nur der lebendige Gott konnte die-ses Kind schenken, er, Jahwe, ist der einzige Gott (Elias, Joel) und alleinige Herrscher (Sara, Israel) in der Flle seiner Macht und Mglichkeiten (Eli-sabeth) wer ist wie Er?! (Michael).

    In diesem Kontext sind die meisten hebrischen Namen zu deuten. Andere richten das Augenmerk auf die Schnheit des Kindes oder auf andere Eigen-schaften: Saphira ist schn, Edna lieblich und Rebecca bestrickend. Jiska ist eine Augenweide, Ruth reines Labsal und Naomi die schiere Freundlichkeit. Isaak lacht (wenn es nicht seine Eltern tun oder Gott selbst), David ist der Liebling und Martha zur Herrin geboren.

    Manchmal wird ein Vergleich aus der Tier- oder Pflanzenwelt bemht, um eine (erwnschte) Eigenschaft des Kindes zu beschreiben: Die Taube (Jonas) ist wohl so s wie das Vgelchen (Zippora), die Biene (Debora) hingegen fleiig. Tabea und Jael sollen sich einmal so elegant bewegen wie eine Ga-zelle und Lea wie eine Wildkuh. Von Rahel, dem Mutterschaf, wird erwartet, dass sie einmal fruchtbar sein wird ebenso wie Tamar, die Dat-telpalme, die daneben auch stattlich dasteht, whrend Susanne, die Lilie, einfach schn ist.

    Auch andere Wnsche fr das Kind werden in den Namen hineingelegt:

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    Einfhrung: Die Herkunft unserer Namen

    Benjamin soll ein Glckskind sein (wenn er nicht einfach der Sdlnder ist), Ethan, dem Bestndigen, wnscht man langes Leben, und Jakob trgt den Wunsch im Namen, Gott mge (ihn) beschtzen. Der Sinn mancher Namen erschliet sich auch aus der Situation der Fami-lie: So kann man Hiob bersetzen als Wo ist Vater? und das Kind als eine Art Ersatz verstehen fr den Verstorbenen. Als Ersatz fr ein gestorbenes Ge-schwisterkind knnen Salomo und Salome, aber auch Seth gesehen werden. Josef hat zumindest beim Erstgeborenen den Sinn (Gott) mge hinzufgen, nmlich weitere Geschwister. Thomas schlielich ist ein Zwilling.

    Rund 1400 Personennamen werden in der Bibel erwhnt, zum grten Teil Mnnernamen. Nur relativ wenige davon sind bei uns heute gebruchlich; in den USA ist das etwas anders, und niemand dort wundert sich ber