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Anerkennung ausländischer Qualifikationen für Flüchtlinge in Baden-Württemberg Fachstelle Berufliche Integration von Flüchtlingen Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung

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  • Anerkennung ausländischerQualifikationen für Flüchtlinge

    in Baden-Württemberg

    Fachstelle Berufliche Integration von FlüchtlingenAnerkennungs- und Qualifizierungsberatung

  • 1

    Willkommen .............................................................3Arbeiten in Deutschland ..........................................4

    Reglementierte Berufe.............................................6Nicht reglementierte Ausbildungs-Berufe ................8Nicht reglementierte Studienberufe .......................10

    Ausbildung in Deutschland ....................................12Studieren in Deutschland .......................................13Das Verfahren Step-by-Step .................................14Anerkennungsstellen .............................................15Kosten des Anerkennungsverfahrens ....................16Sprachkenntnisse ..................................................17Fehlende Dokumente ............................................18Arbeitserlaubnis .....................................................19Anerkennungsberatung .........................................20

    Inhaltsverzeichnis

  • 2 3

    Arbeit ist ein wichtiger Teil unseres ge-sellschaftlichen Lebens. Durch Arbeit können wir finanziell unabhängig werden und unser Leben nach unseren Wün-schen gestalten.

    Baden-Württemberg ist eine wirtschaft-lich starke Region in Deutschland, die Fachkräfte benötigt. Über ein Viertel der Bevölkerung hat einen Migrations-hintergrund. Zahlreiche Unternehmen profitieren von der Vielfalt unserer Ge-sellschaft. Gleichzeitig ist Arbeit ein wichtiger Schlüssel zur Integration: Viele Menschen verbessern bei der Arbeit ihre Deutschkenntnisse und lernen ein neues soziales Umfeld kennen.Leider ist es nicht immer einfach, in Deutschland Arbeit zu finden. Vielleicht haben Sie selbst schon die Erfahrung gemacht, dass Sie nach vielen Bewer-bungen noch keinen Job in Ihrem Beruf gefunden haben.

    Willkommen in Baden-Württemberg!Sie haben im Ausland eine Ausbildung gemacht oder studiert?

    Sie möchten auch hier in Ihrem Beruf arbeiten?

    In dieser Broschüre möchten wir Ihnen die Möglichkeiten der Anerkennung Ihrer ausländischen Qualifikation zeigen.

    Sind Sie im Ausland zur Schule gegan-gen, haben Sie eine Ausbildung gemacht oder haben Sie studiert? Möchten Sie bessere Chancen auf eine Arbeit in Deutschland haben?

    Aus Gründen der Lesbarkeit werden in dieser Broschüre die weibliche und männliche Form abwechselnd verwen-det. In allen Berufen können Frauen und Männer arbeiten.

    Auf den folgenden Seiten finden Sie viele Informationen dazu.

    Wir wünschen Ihnen für Ihre berufliche Zukunft in Deutschland viel Erfolg!

    Stuttgart Schlossgarten, Panorama

  • 4 5

    Arbeiten in Deutschland

    Volle Anerkennung

    Wenn es keine großen Unterschiede gibt, bekommen Sie direkt eine volle An-erkennung.

    Teilanerkennung

    Wenn es große Unterschiede gibt, müssen Sie eine Qualifizierungsmaß-nahme machen. Das sind z. B. Kurse, ein Praktikum oder eine Prüfung. Sie können sich auf diese Prüfungen oft mit einem Kurs vorbereiten. Erst wenn Sie diese Qualifizierungsmaßnahme bestan-den haben, bekommen Sie die volle An-erkennung.

    Ablehnung

    Wenn die Unterschiede zu groß sind, bekommen Sie eine Ablehnung. In ei-

    nigen Berufen dürfen Sie dann nicht in Deutschland arbeiten (reglementiert). In anderen Berufen dürfen Sie trotzdem ar-beiten, wenn Sie einen Job finden (nicht reglementiert).

    Brauche ich in meinem Beruf eine Anerkennung?

    Das erfahren Sie auf den folgenden Sei-ten.

    Was kann man dagegen tun?

    Sie können eine Anerkennung bean-tragen. Eine Anerkennung ist ein Doku-ment, das zeigt, dass der ausländische Abschluss den gleichen Wert wie der deutsche Abschluss hat. Arbeitgeber wissen dann, welche Kompetenzen Sie haben.

    In einigen Berufen brauchen Sie eine Anerkennung, um arbeiten zu dürfen. In anderen Berufen ist eine Anerkennung nicht notwendig, aber sehr hilfreich. Es gibt aber auch Berufe, in denen man kei-ne Anerkennung beantragen kann.

    Was ist eine Anerkennung?

    Im Anerkennungsverfahren wird die aus-ländische Ausbildung mit einer passen-den deutschen Ausbildung verglichen.

    Für Arbeitgeber sind Zeugnisse und of-fizielle Dokumente sehr wichtig. So kön-nen Arbeitgeber direkt sehen, welche Kompetenzen und Kenntnisse Sie haben.

    Viele deutsche Arbeitgeber wissen nicht, wie sie Zeugnisse und Qualifikationen aus dem Ausland einstufen sollen.

    Einige Arbeitgeber befürchten, dass die ausländischen Qualifikationen schlech-ter als die deutschen sind. Deshalb ha-ben Menschen mit einem ausländischen Abschluss manchmal Schwierigkeiten, einen Job in Deutschland zu finden.

  • 6 7

    Reglementierte Berufe

    In Deutschland gibt es verschiedene Be-rufsgruppen. Eine dieser Berufsgruppen sind die sogenannten reglementierten Berufe.

    Reglementierte Berufe sind in Deutsch-land vom Staat geschützt und werden streng kontrolliert. Sie dürfen in diesen Berufen in Deutschland nur arbeiten, wenn Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Sie brauchen eine Anerkennung in diesen Berufen. Ohne Anerkennung dürfen Sie nicht in Deutschland arbei-ten.

    Reglementierte Berufe sind Berufe, in denen man eine große Verantwortung trägt. Dazu gehören z. B. Berufe im Ge-sundheitsbereich, Lehrerinnen an staat-lichen Schulen, Erzieher oder Meister in Handwerksberufen.

    Beispiel: Lehrerin Beispiel: Ingenieur (Berufsbezeichnung) Beispiel: Bäckermeisterin Beispiel: Arzt

    Haben Sie einen reglementierten Beruf?

    Schauen Sie auf Seite 7 nach oder fra-gen Sie die Anerkennungsberatung.

    Möchten Sie Ihren reglementier-ten Berufsabschluss anerkennen

    lassen?

    Dann müssen Sie einen Antrag auf Aner-kennung stellen.Bitte kontaktieren Sie die Anerkennungs-beratung. Hier bekommen Sie alle wichti-gen Informationen.

    AltenpflegerinApothekerArchitektin (Berufsbezeichnung)ArztBäckermeisterinErzieherHebammeHeilpädagogeIngenieurin (Berufsbezeichnung)KrankenpflegerLehrerinMaurermeisterPhysiotherapeutinPsychotherapeutRechtsanwältinSozialpädagogeWirtschaftsprüferinZahnärzt

    Beispiele fürreglementierte Berufe (nicht vollständig)

  • 8 9

    Nicht reglementierte Ausbildungsberufe

    Ausbildungsberufe sind Berufe, die man in einer Berufsschule lernt (nicht in einer Universität). Eine Ausbildung dauert 2-4 Jahre.

    Nicht reglementiert bedeutet, dass diese Berufe vom Staat nicht kontrolliert wer-den. Man braucht keine Anerkennung in diesen Berufen. Eine Anerkennung ist aber möglich und kann bei der Jobsuche helfen.

    Nicht reglementierte Ausbildungsberufe gibt es in vielen Bereichen, z.B. im Hand-werk, in der Industrie, im Handel oder in der Landwirtschaft.

    Wer in Deutschland eine Anerkennung von einer Ausbildung möchte, muss ei-nen passenden deutschen Beruf (Refe-renzberuf) finden. Die Anerkennungsbe-ratung hilft Ihnen, diesen Referenzberuf zu finden.

    Haben Sie einen nicht reglemen-tierten Ausbildungsberuf?

    Schauen Sie auf Seite 9 nach oder fra-gen Sie die Anerkennungsberatung.

    Brauchen Sie eine Anerkennung?

    Nein, in nicht reglementierten Berufen brauchen Sie in der Regel keine Aner-kennung. Es gibt jedoch ein paar Aus-nahmen. Bitte kontaktieren Sie deshalb die Anerkennungsberatung. Bitte fragen Sie die Anerkennungsberatung auch, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihr Beruf reglementiert oder nicht reglemen-tiert ist.

    Möchten Sie eine Anerkennung in einem nicht reglementierten Ausbildungsberuf?

    Dann müssen Sie einen Antrag stellen. Sie können dafür die Anerkennungsbera-tung kontaktieren.

    BäckerinBankkaufmannChemielaborantinForstwirtGärtnerinHotelfachmannKfz-MechatronikerinKochLandwirtinMaurerMechanikerinMilchwirtschaftliche BerufeSchneiderinStraßenbauerTierwirtinVerkäuferWinzerinZahntechniker

    Beispiele für nicht reglemen-tierte Ausbildungsberufe (nicht vollständig)

    Beispiel: Kfz-Mechatroniker Beispiel: Koch Beispiel: Mechaniker Beispiel: Chemielaborantin

  • 10 11

    Nicht reglementierte Studienberufe

    Beispiele für nicht reglementierte Studiengänge. (nicht vollständig)

    Geisteswissenschaften:

    Germanistik/Anglistik/RomanistikGeschichtePhilosophieLiteraturEthnologieJournalismus

    Naturwissenschaften/Technik:

    BiologieChemiePhysikMathematikInformatikElektrotechnik

    Sozialwissenschaften:

    PädagogikSoziologieSozialwissenschaftPolitikwissenschaftPsychologie

    Wirtschaftswissenschaften:

    BWL-BetriebswirtschaftslehreVWL-VolkswirtschaftslehreÖkonomieFinanzenHandelMarketing

    Studienberufe sind Berufe, für die man ein akademisches Studium an einer Uni-versität abschließen muss.

    Die meisten Studienberufe sind nicht reglementiert. Das heißt, sie werden vom Staat nicht kontrolliert. Für diese Berufe gibt es in Deutschland keine Anerken-nung. Man braucht auch keine Anerken-nung. Ihr Diplom ist in Deutschland gül-tig. Sie können sich mit Ihren Zeugnissen in Deutschland auf Jobs bewerben.

    Viele Arbeitgeber möchten trotzdem ein deutsches Zertifikat. Deswegen gibt es die Möglichkeit, eine Zeugnisbewer-tung zu beantragen. Die Zeugnisbewer-tung ist ein Dokument, das Sie von der Zentralstelle für ausländisches Bildungs-wesen (ZAB) bekommen. Die Zeugnisbewertung zeigt, mit wel-chem akademischen Abschluss (Bache-lor, Master, Diplom…) Ihr Abschluss ver-gleichbar ist.

    Dadurch können deutsche Arbeitgeber ausländische Qualifikationen besser ein-stufen. Es ist jedoch keine formale An-erkennung!

    Brauchen Sie eine Zeugnisbewertung?

    Nein. Die Zeugnisbewertung ist freiwillig und nicht notwendig. Aber sie kann die Chancen bei der Jobsuche erhöhen.

    Möchten Sie eine Zeugnisbewertung beantragen?

    Dann müssen Sie einen Antrag an die ZAB senden. Bitte kontaktieren Sie die Anerkennungsberatung für mehr Infor-mationen.

    Beispiel: Journalistin Beispiel: Psychologe Beispiel: Marketing Beispiel: Politologe

  • 12 13

    Studieren in Deutschland

    Möchten Sie in Deutschland studieren?

    Ein Studium dauert in Deutschland min-destens 3 Jahre. Wer in Deutschland studieren möchte muss sehr gut deutsch sprechen: Niveau C1 (testDAF). Sprach-kurse können Sie in Sprachschulen oder in Universitäten machen. Es gibt auch Studiengänge auf Englisch. Dafür brau-chen Sie sehr gute Englischkenntnisse und müssen einen Englischtest bestehen (toefl, ielts etc.).

    Außerdem brauchen Sie einen Schulab-schluss, mit dem Sie das Recht haben, zu studieren. Studieren in Deutschland ist also nicht einfach. Es gibt viele Herausforderun-gen. Sie brauchen Unterstützung, um Ihr Studium zu finanzieren und um eine Wohnung, einen Nebenjob und vielleicht eine Krankenversicherung zu finden.

    Brauchen Sie eine Anerkennung?

    Wenn Sie studieren möchten, heißt die Anerkennung „Hochschulzugangsbe-rechtigung“ (HZB). In manchen Instituti-onen brauchen Sie die HZB. In anderen Institutionen brauchen Sie keine HZB.

    Lassen Sie sich bitte beraten.Wer berät mich, wenn ich studie-ren möchte?

    Bildungsberatung Hochschule: http://www.bildungsberatung-gfh.de

    Oder Sie kontaktieren das International Office an der Institution, an der Sie stu-dieren möchten.

    Ausbildung in Deutschland

    Möchten Sie in Deutschland eine Ausbildung machen?

    Eine Ausbildung dauert in Deutschland in der Regel 2-4 Jahre. Deutsche Ausbil-dungen haben ein hohes Niveau und sind in der Gesellschaft sehr gut angesehen. Die meisten deutschen Ausbildungen bestehen aus zwei Teilen: Einen Teil der Zeit geht man in die Berufsschule. Den anderen Teil der Zeit arbeitet man im Un-ternehmen. Man lernt in der Praxis und verdient schon Geld. Diese Ausbildun-gen nennt man „duale Ausbildungen“. Mit einer Ausbildung haben Sie oft sehr gute Chancen auf einen Job.

    Außerdem gibt es auch Ausbildungen, die man nur in der Schule macht.

    Es gibt Berufe in Deutschland, in denen es nicht genug Fachkräfte gibt. Deswe-gen suchen viele Unternehmen Mitarbei-ter. Diese Berufe nennt man Mangelbe-rufe. Wenn Sie eine Ausbildung in einem Mangelberuf machen, haben Sie sehr gute Chancen, später einen guten Job zu finden. Beispiele für Mangelberufe sind: Elektroniker, Mechatronikerinnen, Ge-sundheits- und Krankenpfleger und viele Berufe im Handwerk.

    Brauche ich eine Anerkennung?

    Wenn Sie eine Ausbildung machen wol-len, brauchen Sie in der Regel eine An-erkennung von Ihrem Schulabschluss. Bitte kontaktieren Sie die Anerkennungs-beratung. Dort bekommen Sie alle wich-tigen Informationen.

    Wie finde ich eine Ausbildung?

    Sie können im Internet und in Zeitungen suchen. Vielleicht gibt es in Ihrer Stadt auch Ehrenamtliche, die Sie dabei unter-stützen können. Sie können auch zuerst nach einem Praktikum suchen und da-nach eine Ausbildung machen.

    Informationen zu beruflichen Ausbildun-gen finden Sie im Internet im „Berufe.net“ der Arbeitsagentur oder auch im Berufsinformationszentrum (BIZ) in jeder Arbeitsagentur.

  • 14 15

    Das Verfahren Step-by-Step

    1. Sie kontaktieren die Anerkennungsberatung.

    2. Wir besprechen mit Ihnen: . welche Art von Beruf Sie haben (reglementiert oder nicht reglementiert) . welcher deutsche Referenzberuf zu Ihnen passt . welche Stelle für die Anerkennung zuständig ist.

    3. Sie erhalten von uns ein Antrags-formular, das Sie ausfüllen und mit allen

    wichtigen Dokumenten versenden. Dabei unterstützen wir Sie.

    4. Nach ca. 3 Monaten bekommen Sie eine Antwort von der Anerken- nungsstelle.

    Anerkennungsstellen

    In Deutschland gibt es verschiedene In-stitutionen für das Anerkennungsverfah-ren: Die zuständigen Stellen. Für ver-schiedene Berufe gibt es verschiedene Stellen.

    Beispiele für zuständige Stellen sind:

    . das Regierungspräsidium Stuttgart . die Handwerkskammer (HWK) . die Industrie- und Handelskammer (IHK FOSA) . die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) . und einige mehr

    Sie müssen Ihren Antrag auf Anerken-nung an die richtige Stelle schicken. Bitte kontaktieren Sie die Anerkennungsbera-tung. Wir suchen mit Ihnen gemeinsam einen deutschen Referenzberuf und nen-nen Ihnen dann die zuständige Stelle für diesen Beruf.

    Jede Stelle hat ein eigenes Antragsfor-mular und verlangt unterschiedliche Do-kumente. Deswegen bekommen Sie von uns auch das Antragsformular und weite-re Informationen.

  • 16 17

    Kosten des Anerkennungsverfahrens

    Eine Anerkennung kostet Geld.

    Das Verfahren kostet zwischen 100 und 600 Euro. Auch eine Ablehnung kann manchmal Geld kosten.

    Oft gibt es zusätzliche Kosten wie zum Beispiel für:

    . amtlich beglaubigte Übersetzungen . beglaubigte Kopien der Zeugnisse . Anpassungsqualifizierungen . Vorbereitungskurse . Sprachkurse

    Die deutsche Sprache ist sehr wichtig, um in Deutschland zu leben und zu ar-beiten Aus diesem Grund brauchen Sie gute Deutschkenntnisse.

    Es gibt nur sehr wenige Firmen in Deutschland, in denen Englisch die Ar-beitssprache ist. Daher sind Deutsch-kenntnisse eine wichtige Voraussetzung, um einen Job zu bekommen.

    Für eine Anerkennung werden nicht im-mer Deutschkenntnisse vorausgesetzt. Es gibt aber einige reglementierte Beru-fe, in denen ein spezielles Sprachniveau eine zwingende Voraussetzung ist.

    Daher sollten Sie so früh wie möglich mit einem Sprachkurs beginnen. Wenn Sie in eine Unterkunft kommen, fragen Sie bei der Flüchtlingsberatung vor Ort nach.

    Das Anerkennungsverfahren kann sehr viel Geld kosten. Für viele Menschen gibt es aber Fördermöglichkeiten.

    Wenn Sie bei der Agentur für Arbeit oder beim Job Center sind, können die Kosten für das Anerkennungsverfahren manch-mal vom Jobcenter oder der Agentur für Arbeit übernommen werden. Fragen Sie diese jedoch, bevor Sie den An-trag stellen. Lassen Sie sich die Antwort schriftlich (als Dokument) geben. Auch die Kosten für die Übersetzung können übernommen werden.

    B2. Gesundheitsfachberufe (z. B. Krankenpfleger, Physiotherapeuten, Hebammen) Sozialpädagogen Tierärzte

    C1. (Fachsprache) Ärzte Zahnärzte Apotheker Logopäden

    C2. Lehrer

    erforderliches Sprachniveau

    Sprachkenntnisse

  • 18 19

    Fehlende Dokumente

    Auf der Flucht können Dokumente verlo-ren gehen. Manchmal können Menschen noch ein Foto von ihren Dokumenten ma-chen. Andere kommen ohne Dokumente in Deutschland an.

    In Deutschland sind Dokumente sehr wichtig. Nur mit einem gültigen Zeugnis kann man eine Anerkennung beantra-gen. Deshalb ist eine Anerkennung ohne Dokumente sehr schwierig.

    In manchen Berufen gibt es die Möglich-keit, eine Qualifikationsanalyse zu ma-chen. Das ist eine Prüfung, in der Wis-sen und praktische Fähigkeiten getestet werden.

    In anderen Berufen gibt es noch keine Qualifikationsanalyse, aber manchmal Alternativen.

    Wenn Sie eine Anerkennung von Ihrem Beruf möchten, aber keine Dokumente bzw. nur Fotos von Dokumenten haben, kontaktieren Sie bitte die Anerkennungs-beratung. Diese prüft dann mit Ihnen alle möglichen Schritte und berät Sie zu Ih-ren Möglichkeiten.

    Eine Anerkennung allein reicht nicht aus, um in Deutschland arbeiten zu dür-fen. Sie brauchen eine Arbeitserlaubnis. Für Asylbewerber gibt es besondere Re-gelungen.

    Nach dieser Zeit dürfen Sie in Deutsch-land in der Regel arbeiten. Sie brauchen dafür aber eine Arbeitserlaubnis. Bitte fragen Sie Ihren Sozialarbeiter, ob Sie eine Arbeitserlaubnis haben.

    Asylbewerber aus sicheren Herkunfts-staaten dürfen in Deutschland leider nicht arbeiten.

    Arbeitserlaubnis

    ?

  • 20 21

    Anerkennungsberatung

    Sind Sie im Ausland zur Schule gegan-gen oder haben Sie einen Beruf ge-lernt? Möchten Sie mehr Informationen zu Ihren beruflichen Möglichkeiten in Deutschland? Dann kontaktieren Sie die Anerkennungsberatung.Wir beraten Sie kostenlos: . telefonisch . per Mail oder . persönlich vor Ort zu Ihren Möglichkeiten.

    Konkret helfen wir Ihnen wie folgt: . Wir sagen Ihnen, ob Ihr Beruf regle- mentiert oder nicht reglementiert ist . Wir recherchieren mit Ihnen den passenden deutschen Referenz- beruf . Wir geben Ihnen die Adresse der zuständigen Stelle für das Anerken- nungsverfahren . Wir geben Ihnen die benötigten An- tragsformulare

    . Wir geben Ihnen eine Liste mit allen benötigten Dokumenten . Wir nennen Ihnen alle weiteren Voraussetzungen . Wir zeigen Ihnen verschiedene Wege für Ihre berufliche Anerkennung . Wir beraten Sie in schwierigen Fällen (z.B. wenn wichtige Doku- mente fehlen) . Wir helfen Ihnen, wenn Sie eine Teilanerkennung oder eine Ablehnung bekommen

    !! Wenn Sie uns kontaktieren wollen, fra-gen Sie die Flüchtlingsberatung vor Ort. Die können dann mit Ihnen gemeinsam einen Termin bei uns machen. Telefo-nisch oder per Email können Sie uns auch direkt kontaktieren, wenn Sie Deutsch oder Englisch sprechen. Für persönliche Beratungen vor Ort brauchen Sie einen Termin.

    Bitte beantworten Sie diese Fra-gen per Telefon oder Email:

    . In welcher Stadt wohnen Sie?

    . Aus welchem Land kommen Sie?

    . Habe Sie eine Ausbildung gemacht oder studiert?. In welcher Stadt haben Sie die Ausbil- dung oder das Studium gemacht?. Wie heißt Ihre Schule oder Universität?. Wie viele Jahre haben Sie gelernt oder studiert?. Haben Sie schon gearbeitet? Wenn ja, haben Sie Arbeitszeugnisse?. Was möchten Sie in Deutschland gerne machen? Arbeiten, studieren, eine neue Ausbildung machen?. Welchen Aufenthaltsstatus haben Sie (Asylbewerber, anerkannter Flüchtling, Duldung…)?

    Die Anerkennungsberatung entwickelt sich ständig weiter, um alle Ratsuchen-den gut zu beraten. Sie können dabei helfen!

    Bitte beantworten Sie auch diese Fragen für die Statistik:

    . In welchem Jahr sind Sie geboren?

    . Seit welchem Jahr sind Sie in Deutschland?. Arbeiten Sie im Moment oder sind Sie arbeitslos? Wenn Sie arbeitslos sind, bekommen Sie Geld von der Agentur für Arbeit oder vom Job Center?. Sprechen Sie Deutsch? Welches Niveau (A1, A2, B1, B2 C1, C2)?

    !!

  • 22 23

    Baden Württemberg ist ein Bundesland in Deutschland. Es besteht aus vier Tei-len: Den Regierungsbezirken.Der rote Teil ist der Regierungsbezirk Stuttgart.Der grüne Teil ist der Regierungsbezirk Karlsruhe.Der blaue Teil ist der Regierungsbezirk Freiburg.Der gelbe Teil ist der Regierungsbezirk Tübingen.

    Auf der folgenden Seite finden Sie eine Liste mit den Stadt- und Landkreisen. So können Sie herausfinden, in welchem Teil von Baden-Württemberg Sie woh-nen. Wenn Sie im roten Bezirk wohnen, müssen Sie die Anerkennungsberatung Stuttgart (in Rot) kontaktieren. Wenn Sie im blauen Bezirk wohnen, müssen Sie die Anerkennungsberatung Freiburg (in Blau) kontaktieren etc.

    Regierungsbezirk Tübingen Landkreis Reutlingen Landkreis Tübingen Zollernalbkreis Landkreis Ravensburg Landkreis Sigmaringen Bodenseekreis Stadtkreis Ulm Alb-Donau-Kreis Landkreis Biberach

    Regierungsbezirk Stuttgart Stadtkreis Stuttgart Landkreis Böblingen Landkreis Esslingen Landkreis Göppingen Landkreis Ludwigsburg Rems-Murr-Kreis Stadtkreis Heilbronn Landkreis Heilbronn Hohenlohekreis Main-Tauber-Kreis Landkreis Schwäbisch Hall Landkreis Heidenheim Ostalbkreis

    So nehmen Sie Kontakt auf:

    Regierungsbezirk Karlsruhe: Stadtkreis Mannheim Stadtkreis Heidelberg

    Neckar-Odenwald-Kreis Rhein-Neckar-Kreis

    Stadtkreis Baden-Baden Stadtkreis Karlsruhe Landkreis Karlsruhe

    Landkreis Rastatt Stadtkreis Pforzheim

    Landkreis Calw Enzkreis

    Landkreis Freudenstadt

    Regierungsbezirk Freiburg: Landkreis Konstanz

    Landkreis Lörrach Landkreis Waldshut

    Stadtkreis Freiburg im Breisgau Landkreis Breisgau-

    Hochschwarzwald Landkreis Emmendingen

    Ortenaukreis Landkreis Rottweil

    Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Tuttlingen

    Karlsruhe

    Stuttgart

    Tübingen

    Freiburg

  • 24 25

    IN VIA Rottenburg-StuttgartOlgastr. 137

    89073 UlmTel: 0731 – 20 63 34

    [email protected]

    AWO StuttgartOlgastr. 63

    70182 StuttgartTel: 0711 - 21061 17

    [email protected]

    Ikubiz MannheimN 4,1

    68161 MannheimTel: 0621 – 43 77 31 13

    [email protected]

    Erstanlaufstelle und Kompetenzzentrum Freiburg

    Immentalstr. 1679104 Freiburg

    Tel: 0761 - 88 144 [email protected]

    anerkennungsberatung-bw.de

    Die vier Anerkennungsberatungsstellen

  • 26 27

    Herausgeber:

    AWO Stuttgart,Fachstelle Berufliche Integration von Flüchtlingen/Anerkennungs- und Qualifi-zierungsberatung.Olgastraße 6370182 Stuttgart

    Text: Annika GronauUnter Mitwirkung von: Katharina Rudel, Anja Janus, Nora Aylin Yildirim, Johanna Mordhorst, Anita Hoff-mann und Anne SethLayout und Gesamtgestaltung:Christos Antoniou

    Foto/Bildnachweis:Alle Grafiken, Illustrationen und Karten sind eigene Darstellung von Christos AntoniouAlle Abbildungen sind von der Seite: (unter Creative Commons CC0)

    Förderung:

    Stand:September, 2016

  • Förderung:

    Herausgeber:

    AWO StuttgartFachstelle Berufliche Integration von Flüchtlingen/Anerkennungs- und Qualifi-zierungsberatung.Olgastraße 6370182 Stuttgart