Applikationen & Tools - Siemens

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Applikationsbeschreibung Februar 2013
V 1.0, Beitrags-ID: 67688155
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Siemens Industry Online Support Dieser Beitrag stammt aus dem Siemens Industry Online Support. Durch den folgenden Link gelangen Sie direkt zur Downloadseite dieses Dokuments: http://support.automation.siemens.com/WW/view/de/67688155
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Aufgabe 1
Lösung 2
Installation 3
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Für die in diesem Dokument enthaltenen Informationen übernehmen wir keine Gewähr. Unsere Haftung, gleich aus welchem Rechtsgrund, für durch die Verwendung der in diesem Applikationsbeispiel beschriebenen Beispiele, Hinweise, Programme, Projektierungs- und Leistungsdaten usw. verursachte Schäden ist ausgeschlossen, soweit nicht z.B. nach dem Produkthaftungsgesetz in Fällen des Vorsatzes, der groben Fahrlässigkeit, wegen der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit, wegen einer Übernahme der Garantie für die Beschaffenheit einer Sache, wegen des arglistigen Verschweigens eines Mangels oder wegen Verletzung wesentlicher Vertragspflichten zwingend gehaftet wird. Der Schadens- ersatz wegen Verletzung wesentlicher Vertragspflichten ist jedoch auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden begrenzt, soweit nicht Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit vorliegt oder wegen der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit zwingend gehaftet wird. Eine Änderung der Beweislast zu Ihrem Nachteil ist hiermit nicht verbunden. Weitergabe oder Vervielfältigung dieser Applikationsbeispiele oder Auszüge daraus sind nicht gestattet, soweit nicht ausdrücklich von Siemens Industry Sector zugestanden.
1 Automatisierungsaufgabe 1.1 Übersicht
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1 Automatisierungsaufgabe ................................................................................ 6
2 Lösung ................................................................................................................ 8
3 Installation ........................................................................................................ 14
3.1 Installation der Hardware ................................................................... 14 3.2 Installation der Software – PCS 7 PowerControl ............................... 15 3.3 Funktionelle Erweiterung durch PowerControl ................................... 17
4 Konfiguration und Projektierung ................................................................... 18
4.1 Konfiguration der ES/OS-Station ....................................................... 18 4.1.1 SIMATIC PCS 7-Projekt anlegen ....................................................... 18 4.2 Konfiguration des SIPROTEC Schutzgerätes .................................... 22 4.2.1 Projekt anlegen .................................................................................. 22 4.2.2 Schutzgerät anlegen und verwalten ................................................... 23 4.2.3 IEC Station anlegen ........................................................................... 25 4.2.4 Projektierung in das Schutzgerät laden ............................................. 28 4.2.5 Funktionsfähigkeit testen.................................................................... 29 4.2.6 Exportieren der Schutzgerätebeschreibung ....................................... 30 4.3 Projektierung der PCS 7 PowerControl Funktionen über das
DBA-Tool ............................................................................................ 31 4.3.1 DBA-Projekt erstellen ......................................................................... 32 4.3.2 Erstellen eines technologischen Objektes ......................................... 36 4.3.3 Erstellung einer Technologische Hierarchie....................................... 39
5 Inbetriebnahme der Applikation ..................................................................... 42
6 Änderungen in der Anwendung ..................................................................... 44
6.1 Stromfluss-Richtungsanzeige ............................................................ 44 6.2 Ausblenden nicht vorhandener Werte ................................................ 46 6.3 Schalterdarstellung PC_FEEDER ...................................................... 48 6.4 Beschriftung der Felder und Schalter des PC_FEEDER ................... 52
7 Anhang.............................................................................................................. 54
8 Glossar.............................................................................................................. 57
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Hintergrund Anwender von Stationsleitsystemen (SAS, Station Automation System) fordern immer mehr den Einsatz von genormten Kommunikationsprotokollen, um unabhängig von Herstellern, verschiedene Geräte und Systeme kombinieren zu können. Insbesondere in der Energieerzeugung und Versorgung aber auch in vielen Anwendungen der Prozessautomatisierung von Mittelspannungsschaltanlagen hat sich die Norm IEC 61850 durchgesetzt. Genormte Kommunikation und Engineering ist hier der Schlüssel zur Interoperabilität. Die Technologiekomponente SIMATIC PCS 7 PowerControl unterstützt genau diese Norm - IEC 61850 (Nutzung des IEC 61850 Protokoll).
Integration von Schutzgräten Für das Steuern, Schalten, Messen und Automatisieren von elektrischen Anlagen und Netzen kommen Schutzgeräte zum Einsatz. Hierunter versteht man intelligente Geräte, sogenannte "Intelligent Electronic Devices" (IED), die anomale Betriebszustände und Fehler erfassen und eigenständig darauf reagieren. Im Fehlerfall werden nur die betroffenen Anlagenteile abgeschaltet. Dies erreicht man durch sicheres, schnelles und selektives Abschalten, Diagnostizieren und Melden der gestörten Anlagenteile. Abbildung 1-1: Konfiguration
Diese Schutztechnik kommt im Allgemeinen in Versorgungsnetzen > 1 kV zum Einsatz. Hierbei werden die relevanten Größen indirekt mit Strom- und Spannungswandlern erfasst. Als aktive Elemente kommen Leistungsschalter und Schutzgeräte zum Einsatz. In Niederspannungsnetzen wird der Anlagenschutz in der Regel mittels Sicherungen und Leitungsschutzschalter realisiert.
1 Automatisierungsaufgabe 1.2 Anforderungen
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Aufgabe der Schutzgeräte Die Aufgabe von Schutzeinrichtungen ist, betriebsmäßig auftretende Überströme zwar zuzulassen, aber eine unzulässige Belastung von Leitungen und Geräten zu vermeiden. Wegen gefährlicher Auswirkungen im Kurzschlussfall müssen die betroffenen Betriebsmittel innerhalb kürzester Zeit abgeschaltet werden. Andererseits soll durch einen Fehler nur für möglichst wenige Verbraucher die Versorgung unterbrochen werden. Hierzu müssen die im Netz vorhandenen Schutzgeräte den Fehler erkennen, selbst abschalten oder Auslösebefehle für die zugehörigen Schalter abgeben. Die Schutzgeräte sollen so eingestellt werden, dass ein selektives Abschalten möglich ist.
1.2 Anforderungen
Bei vielen SIMATIC PCS 7-Projekten besteht neben hohen Anforderungen an die lokale Automatisierung auch die Notwendigkeit, die energieversorgende Mittelspannungsschaltanlagen in eine Gesamtautomatisierungslösung einzubinden und zu überwachen. Um diese Anforderung zu erfüllen, wurde die neue Technologiekomponente SIMATIC PCS 7 PowerControl entwickelt. Diese erlaubt die Einbindung von Schaltanlagen für die Energieversorgung mit dem Kommunikationsprotokoll IEC 61850 im gewohnten Look&Feel von SIMATIC PCS 7. In einer elektrischen Schaltanlage wird elektrische Energie verteilt oder umgespannt, wobei Lasten/Verbraucher in Lastgruppen gebündelt werden. Als Sammelschienen ausgeführte Netzknoten verbinden mit Hilfe von Schaltgeräten ankommende und abgehende Leitungen, die sogenannten Abzweige. Bei der Auslegung einer solchen Schaltanlage ist auch die Änderung der Netztopologie bei Störungen sowie das Freischalten und Erden von Betriebsmitteln für Wartungsarbeiten zu berücksichtigen.
2 Lösung 2.1 Automatisierung elektrischer Schaltanlagen mit PowerControl
8 SIMATIC PCS 7 PowerControl
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PowerControl Anlagen zur Automatisierung elektrischer Schaltanlagen für die Energieversorgung des Prozesses waren in der Vergangenheit stets strikt getrennt von Anlagen zur Prozessautomatisierung. Mit SIMATIC PCS 7 PowerControl ist es jetzt möglich, die Prozessautomatisierung und die Automatisierung elektrischer Schaltanlagen für Mittelspannungen im Bereich von 4 bis 30 kV in einem Leitsystem zusammenzuführen. Abbildung 2-1: Kombination von Leitsystem und Energiemanagement
Für die Schaltanlagenautomation, d.h. für Schutz-, Steuerungs-, Mess- und Überwachungsaufgaben in der elektrischen Energieübertragung und -verteilung werden „Intelligent Electronic Devices“ (IEDs) eingesetzt, z.B. Schutzgeräte SIPROTEC oder interoperable „third-party“-Geräte. Diese lassen sich über die Ethernet TCP/IP-Kommunikation mit Übertragungsprotokoll IEC 61850 homogen in das Prozessleitsystem SIMATIC PCS 7 einbinden.
2 Lösung 2.1 Automatisierung elektrischer Schaltanlagen mit PowerControl
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Das SIPROTEC Compact 7SJ80 kann für den Leitungsschutz von Hoch- und Mittelspannungsnetzen mit geerdeter, niederohmig geerdeter, isolierter oder kompensierter Sternpunktausführung eingesetzt werden. Als Ergänzung zu einem Transformatordifferentialschutz erfüllt das IED alle Aufgaben eines Reserveschutzes. Das SIPROTEC Compact 7SJ80 bietet flexible Schutzfunktionen. Zur Erfüllung individueller Anforderungen können zusätzlich zu den bereits vorhandenen Schutzfunktionen bis zu 20 weitere Schutzfunktionen hinzugefügt werden. Somit lässt sich beispielsweise ein Frequenzänderungsschutz oder ein Rückleistungsschutz realisieren. Abbildung 2-2: SIPROTEC Schutzgerät 7SJ80
Das Schutzgerät unterstützt die Steuerung des Leistungsschalters sowie weiterer Schaltgeräte und Automatisierungsfunktionen. Die integrierte programmierbare Logik (CFC) ermöglicht es dem Anwender, zur Automatisierung seiner Schaltzelle (Verriegelung) eigene Funktionen hinzuzufügen. Anwender können zudem benutzerdefinierte Meldungen erstellen. Frei belegbare LEDs und ein sechszeiliges Display gewährleisten eine eindeutige und klare Anzeige der Prozesszustände. In Verbindung mit bis zu 9 Funktionstasten kann in jeder Situation schnell und sicher reagiert werden, wodurch eine hohe Betriebssicherheit gewährleistet wird.
Hinweis Weitere Informationen erhalten Sie über die Siemens Internetseite:
Schutzgerät SIPROTEC 7SJ80
10 SIMATIC PCS 7 PowerControl
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Die Norm IEC 61850 der International Electrotechnical Commission (IEC) beschreibt ein Ethernet-basiertes Stationsleitprotokoll (Übertragungsprotokoll) für die Schutz- und Leittechnik in elektrischen Schaltanlagen der Mittel- und Hochspannungstechnik (Stationsautomatisierung). Das IEC 61850 Protokoll beinhaltet viel umfassendere Definitionen als andere Protokolle und hat als Zielsetzung: • Interoperabilität zwischen Geräten von unterschiedlichen Herstellern • langfristige Investitionssicherheit • effizienten Austausch von objektorientierten Datenmodellen zwischen
Engineering-Systemen Die Norm ist in Zusammenarbeit mit Herstellern und Anwendern definiert worden, um Schutztechnik, Kommunikation und Steuerung von Schaltanlagen auf eine einheitliche, zukunftssichere Basis zu stellen. IEC 61850 hat sich als Kommunikationsstandard im Markt der Automatisierung von Schaltanlagen weltweit hervorragend etabliert.
Hinweis Mehr Informationen beziehen Sie über die Webseite IEC 61850.
2.2 Vorteile von PCS 7 PowerControl
Durch diese Integration bietet die auf SIMATIC PCS 7 PowerControl basierende Automatisierung entscheidende Vorteile gegenüber bisherigen Automatisierungslösungen. Die homogene Bedienoberfläche für die Prozessautomatisierung und Stationsautomatisierung vereinfacht die Bedienung und mindert zugleich das Risiko von Bedienfehlern in der Gesamtanlage.
Kosteneinsparung • Nur ein System für die Automatisierung und Schaltanlagen • Keine Verkabelung zwischen Automatisierung und Schaltanlagen erforderlich • Investitionssicherheit durch Standardisierung
Kosteneinsparung im Betrieb
• Weniger Bedienpersonal durch ein System für den Prozess- und den Energieteil der Anlage
• Wartungsvereinfachung durch einheitliche Gesamtsicht • Höhere Verfügbarkeit durch weniger Komponenten – niedrigere Life Cycle
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Branche Aufgabe
Energie • Optimierung der Produktion
12 SIMATIC PCS 7 PowerControl
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Das vorliegende Dokument wurde mit den nachfolgenden Komponenten erstellt:
Hardwarekomponenten Tabelle 2-2
Softwarekomponenten Tabelle 2-3
Komponente MLFB/Bestellnummer Hinweis
SIMATIC PCS 7 PowerControl OS Engineering V8.0 SP1
6ES7658-7LX08-0YA5 Engineering Erweiterung
6ES7658-7MX08-0YA0 OS Erweiterung
Hinweis Zur Projektierung des Schutzgerätes SIPROTEC 7SJ80 wird zusätzlich die Software DIGSI genutzt. In unserem Testbeispiel wird DIGSI zusammen mit SIMATIC PCS 7 auf einem Rechner betrieben.
Generell empfehlen wir Ihnen aber, beide Software-Komponenten jeweils auf einem separaten PC zu installieren.
2 Lösung 2.5 Ziel dieser Dokumentation
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2.5 Ziel dieser Dokumentation
Dieses Dokument beschreibt die einfache Anwendung von PCS 7 PowerControl und die Integration des Schutzgerätes SIPROTEC 7SJ80 im Prozessleitsystem SIMATIC PCS 7. Des Weiteren werden Ihnen Änderungen in der Anwendung am Beispielobjekt PC_FEEDER erläutert.
Kerninhalte dieser Dokumentation Folgende Kernpunkte werden in diesem Dokument zum Thema PCS 7 PowerControl behandelt: • Konfiguration und Projektierung • Inbetriebnahme • Änderungen in der Anwendung
Gültigkeit Gültig ab SIMATIC PCS 7 V8.0 Upd.1 und SIMATIC PCS 7 PowerControl V8.0 SP1.
Vorausgesetzte Kenntnisse Grundlegende Kenntnisse über SIMATIC PCS 7 und DBA-Engineering werden voraus gesetzt.
3 Installation 3.1 Installation der Hardware
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3.1 Installation der Hardware
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3.2 Installation der Software – PCS 7 PowerControl
Hardware-Voraussetzungen Die PowerControl-Software ist eine Technologikomponente für das Prozessleitsystem SIMATIC PCS 7 und ist deshalb nur auf Geräten zu betreiben, welche die Hardware-Voraussetzungen von PCS 7 erfüllen. Die Voraussetzungen sind in der Liesmich-Datei der PCS 7-Software beschrieben. Im Gegensatz zur PCS 7 Liesmich wird jedoch für große Projekte mit mehr als 7500 Prozessobjekten für die ES-Station ein Speicherausbau von 4 GB benötigt. Der virtuelle Arbeitsspeicher sollte mindestens 4GB betragen.
Software-Voraussetzungen Es wird ein entsprechend des Stationstyps installiertes und lizenziertes SIMATIC PCS 7 V8.0 Upd.1 vorausgesetzt.
Ablaufumgebung Zum Einsatz von PCS 7 PowerControl V8.0 SP1 benötigen Sie neben PCS 7 V8.0 Upd.1 eines der folgenden Betriebssysteme: • Microsoft Windows XP Professional SP3 (32Bit) • Microsoft Windows Server 2003 SP 2 Standard Edition (32Bit) • Mircosoft Windows Server 2003 R2 SP2 Standard Edition (32Bit) • Microsoft Windows 7 Ultimate SP1 (32Bit) • Microsoft Windows 7 Ultimate SP1 (64Bit) • Microsoft Windows Server 2008 SP2 Standard Edition (32Bit) • Microsoft Windows Server 2008 R2 SP1 Standard Edition (64 Bit)
Kommunikation Für die Kommunikation wird das objektorientierte IEC 61850 Protokoll eingesetzt. So wird als Basisübertragungsprotokoll "TCP/IP" verwendet und als Client-Server- Kommunikation setzt die Norm auf den Standard "MMS" (Manufacturing Messaging Specification). Darüber hinaus werden für die Echtzeit-Kommunikation zwei "Peer-to-Peer" Dienste eingesetzt, die auf dem Ethernet-Protokoll aufsetzen.
3 Installation 3.2 Installation der Software – PCS 7 PowerControl
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Arbeitschritt Aktion
1. Installation des Betriebssystems 2. Installation von “third party”-Software 3. Installation von SIMATIC PCS 7 4. Installation von SIMATIC PCS 7 PowerControl 5. Installation der Autorisierungen und Lizenzen
Nachfolgende Abbildung zeigt die Package-Auswahl des PCS 7 PowerControl Setups. Abbildung 3-2: PCS 7 PowerControl-Installationsdialog
Hinweis Für eine ausführliche Beschreibung wird auf die Dokumentation „PowerControl Setup Guide“ verwiesen.
3 Installation 3.3 Funktionelle Erweiterung durch PowerControl
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Engineering
Prozessführung • Faceplates für SIPROTEC-Schutzgeräte im SIMATIC PCS 7 APL Style • Einheitliches Verhalten bei Alarmen, Meldungen, Bedienen und Beobachten • Diagnosefunktionalität für jedes IED
4 Konfiguration und Projektierung 4.1 Konfiguration der ES/OS-Station
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4.1.1 SIMATIC PCS 7-Projekt anlegen
Im SIMATIC Manager wird ein neues Projekt angelegt. In diesem Projekt wird eine PC-Station projektiert.
SIMATIC Manager 1. Erstellen Sie ein neues Projekt im SIMATIC Manager über "Datei > Neu…". 2. Vergeben Sie einen Projektnamen und legen Sie den Ablagepfad für das
Projekt fest.
3. Projektieren Sie eine SIMATIC PC-Station in das Projekt über den
Kontextmenübefehl "Neues Objekt einfügen > SIMATIC PC Station".
Abbildung 4-1: SIMATIC PCS 7 Projekt mit PC Station
4 Konfiguration und Projektierung 4.1 Konfiguration der ES/OS-Station
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4. Konfigurieren Sie die SIMATIC PC-Station über HW-Konfig, wie von PCS 7 her
bekannt, mit einer WinCC-Applikation.
5. Vergeben Sie einen sinnvollen Namen für die OS-Applikation z.B.
„OS_PowCon_01“.
6. Wechseln Sie von der Komponentensicht des Projektes in die Technologische Sicht. Hier rufen Sie die Technologische Hierarchie der Ordnerstruktur über "Extras > Technologische Hierarchie > Einstellungen" auf.
4 Konfiguration und Projektierung 4.1 Konfiguration der ES/OS-Station
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7. Treffen Sie Ihre Auswahl zur Darstellung der Projekthierarchie. Die
Voreinstellung "Bildhierarchie aus der Technologischen Hierarchie ableiten" muss beibehalten werden, um das Abbild der TH auf der OS anzuzeigen.
WinCC Explorer 8. Für eine spätere durchgängigere Projektierung empfiehlt es sich, die OS-
Applikation zu öffnen und in der Tag Logging-Projektierung mindestens ein Prozesswertarchiv anzulegen.
4 Konfiguration und Projektierung 4.1 Konfiguration der ES/OS-Station
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9. Das Prozesswertarchiv lässt sich einfach und schnell mit dem
"Archivassistenten" anlegen.
10. Anschließend öffnen Sie den OS-Projekteditor im WinCC-Projekteditor. Mit ihm
wird die Grundkonfiguration der OS vorgenommen. Bestätigen Sie einfach die Grundeinstellungen mit der Schaltfläche "OK".
Damit ist die Projektierung des SIMATIC PCS 7 Projektes abgeschlossen.
4 Konfiguration und Projektierung 4.2 Konfiguration des SIPROTEC Schutzgerätes
22 SIMATIC PCS 7 PowerControl
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Die individuelle Parametrierung und Projektierung der SIPROTEC-Geräte erfolgt mit der Software DISGI 4. Die Parametrierung wird Offline durchgeführt. Die erzeugten Daten werden anschließend über entsprechende Schnittstellen des SIPROTEC Schutzgerätes geladen.
4.2.1 Projekt anlegen
Für das SIPROTEC Schutzgerät muss ein eigenes Projekt im SIMATIC Manager angelegt werden.
Hinweis Das Schutzgerät kann nicht in das bereits angelegte PCS 7-Projekt integriert werden.
1. Erstellen Sie ein neues Projekt im SIMATIC Manager über "Datei > Neu…". 2. Vergeben Sie einen Projektnamen und legen Sie den Ablagepfad für das
Projekt fest.
4 Konfiguration und Projektierung 4.2 Konfiguration des SIPROTEC Schutzgerätes
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4.2.2 Schutzgerät anlegen und verwalten
SIPROTEC Schutzgeräte werden aus dem Gerätekatalog in die Projektstruktur eingefügt. 1. Wählen Sie in der Projektstruktur den Ordner "Geräte" aus. 2. Über das Kontextmenü "Neues Objekt einfügen > SIPROTEC Gerät" wird der
Gerätekatalog aufgerufen. 3. Aus dem Katalog wählen Sie das Schutzgerät "7SJ801" aus.
4. Ziehen Sie das IED per Drag&Drop auf den Ordner "Geräte" in der Projektstruktur.
5. Im folgenden Dialog müssen Sie die Geräteparameter anhand der Bestellnummer (MLFB) eingestellt werden.
6. Für die Parametereinstellung "Port B" betätigen Sie die Schaltfläche "L…" rechts. Für "Port B" ist das IEC61850 Protokoll auszuwählen.
4 Konfiguration und Projektierung 4.2 Konfiguration des SIPROTEC Schutzgerätes
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7. Innerhalb des IEC 61850 Netzes benötigt jeder Teilnehmer einen eindeutigen
Namen. Dieser Name wird von Ihnen im Eigenschaftendialog des SIPROTEC- Gerätes vergeben.
Im SIMATIC Manager ist nun das erstellte SIPROTEC-Gerät in der Komponentensicht zusehen.
Abbildung 4-3: Konfiguriertes Schutzgerät in der Komponentensicht
4 Konfiguration und Projektierung 4.2 Konfiguration des SIPROTEC Schutzgerätes
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4.2.3 IEC Station anlegen
Alle in einem Projekt erstellten SIPROTEC-Geräte werden in einer sogenannten IEC61850 Station zusammengefasst. 1. Legen Sie im SIMATIC Manager eine IEC61850 Station an.
2. Das Schutzgerät muss nun der IEC61850 Station zugeordnet werden. Dazu
öffnen Sie den Eigenschaftendialog der Station.
3. Im oberen Teil werden alle potenziellen Teilnehmer angezeigt. Diese müssen
jetzt in die Liste der tatsächlichen Teilnehmer übernommen werden. Markieren Sie dazu das Schutzgerät 7SJ801 und betätigen Sie die Schaltfläche "Hinzufügen".
4 Konfiguration und Projektierung 4.2 Konfiguration des SIPROTEC Schutzgerätes
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4. Bestätigen Sie Ihre Auswahl mit der Schaltfläche "OK".
5. Im nächsten Schritt muss jetzt für das Schutzgerät die Netzwerkadresse
vergeben werden. Hierzu öffnen Sie die IEC61850 Station. Ein Doppelklick auf die Station öffnet den "DIGSI System Konfigurator".
6. Hier wird nun das Netzwerk eingerichtet und die IP-Adresse für das SIPROTEC-Schutzgerät eingestellt.
7. Schließen Sie den Konfigurator.
4 Konfiguration und Projektierung 4.2 Konfiguration des SIPROTEC Schutzgerätes
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8. Öffnen Sie erneut den Eigenschaftendialog der IEC61850 Station. Wählen Sie
das Register "Update" aus.
9. Betätigen Sie die Schaltfläche "Update all parameter sets", um die Daten auf
das IEC Objekt abzubilden.
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Die projektierten Einstellungen werden nun in das Schutzgerät übertragen. Dazu muss das SIPROTEC 7SJ80 initialisiert werden. Mit der Initialisierung wird dem Schutzgerät eine eigene Identität verliehen. So werden die Parametereinstellungen übertragen und eine eindeutige TCP/IP Adresszuweisung erfolgt. Die Initialisierung erfolgt über die dafür vorgesehene USB-Schnittstelle des Schutzgerätes. 1. Wählen Sie das Schutzgerät im SIMATIC Manager aus. 2. Über das Kontextmenü rufen Sie den Befehl "Initialize device…" auf.
3. Ein neues Schutzgerät wird nicht automatisch erkannt. Darum müssen Sie über die Schaltfläche "Select a device…" das IED auswählen.
4. Wählen Sie Ihr entsprechendes Schutzgerät anhand der MLFB-Nr. aus.
5. Betätigen Sie die Schalfläche "OK" um das SIPROTEC 7SJ80 zu initalisieren.
4 Konfiguration und Projektierung 4.2 Konfiguration des SIPROTEC Schutzgerätes
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4.2.5 Funktionsfähigkeit testen
Nach dem Übertragen der Parameter ist das Schutzgerät über die eingestellte IP- Adresse im Netzwerk erreichbar. Mit der Web-Seite, die das Ethernet EN100-Modul bereitstellt, können Diagnosefunktionen während der Inbetriebsetzung genutzt werden. 1. Geben Sie zum Aufruf der Web-Seite die IP-Adresse in der Adresszeile des
Internet Explorers ein. Ans Ende der IP-Adresse wird der Zusatz "/home" angehängt. In diesem Fall lautet die Eingabe wie folgt: "http:192.168.1.150/home"
2. Bestätigen Sie ihre Eingabe mit der "Enter-Taste".
Abbildung 4-4: Web-Seite des SIPROTEC 7SJ80
Über die Navigation links lassen sich verschiedene Schutzgeräteinformationen abrufen.
4 Konfiguration und Projektierung 4.2 Konfiguration des SIPROTEC Schutzgerätes
30 SIMATIC PCS 7 PowerControl
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Für die im folgenden Kapitel beschriebene Projektierung der OS wird die sogenannte Gerätebeschreibung ICD (IED Configuration Description) des SIPROTEC-Gerätes benötigt. Diese wird mit DIGSI erstellt und in einer XML-Datei abgelegt. Basis ist die „Substation Configuration Description Language“ (SCL).
Hinweis Es wird empfohlen, die Gerätebeschreibungsdatei im SIMATIC PCS 7- Projekt in einem eigenen Unterverzeichnis (z.B. SIPROTEC) abzuspeichern. Insbesondere DBA benötigt (nächstes Kapitel) immer Zugriff auf die Dateien. Darüber hinaus werden die Daten somit konsistent mitarchiviert.
1. Wählen Sie das Schutzgerät im SIMATIC Manager aus. 2. Über Kontextmenü ist der Befehl "Export device…" auszuwählen. 3. Legen Sie den Speicherort fest und vergeben Sie einen sinnvollen
Dateinamen. Als Dateityp ist "*.icd" zuwählen.
4. Betätigen Sie die Schaltfläche "OK", um die Gerätebeschreibung zu generieren.
5. Der folgende Hinweis verweist noch einmal auf den Ablagepfad der Gerätebeschreibung.
4 Konfiguration und Projektierung 4.3 Projektierung der PCS 7 PowerControl Funktionen über das DBA-Tool
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– Plant View – Erstellung der Technologischen Hierarchie (TH) und Zuordnung der AS-Instanzen
– Objekt Editor: Projektierung der OS-Instanzen – Physikalische Objekte (IED) – AS Objekt Editor: Projektierung der IED-Instanzen
Abbildung 4-5: DBA-Tool
4 Konfiguration und Projektierung 4.3 Projektierung der PCS 7 PowerControl Funktionen über das DBA-Tool
32 SIMATIC PCS 7 PowerControl
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1. Starten Sie das Projektierungs-Tool DBA über "START > Programme > Siemens Automation > SIMATIC > DBA > PCS 7 DBA".
2. Wählen Sie "Datei > Neues Projekt…".
3. Speichern Sie Ihr neu erstelltes DBA-Projekt ab über "Datei > Projekt speichern unter…".
Hinweis Das Speichern sollten Sie von Zeit zu Zeit wiederholen, da DBA Änderungen im Projekt nicht automatisch speichert.
PC Station einfügen 4. Wechsel Sie in das Register "PC Station View". 5. Fügen Sie dort in das Projekt eine PC Station ein. Rufen Sie dazu das
Kontextmenü des Projektes auf und wählen…