Aus der Medizinischen Klinik - · PDF fileAbstract Christoph Heute Durchflusszytometrische...

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  • Aus der Medizinischen Klinik

    im Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer - Universitätsklinik -

    der Ruhr-Universität Bochum Direktor: Prof. Dr. med. Wolff-H. Schmiegel

    Durchflusszytometrische Analysen des Liquor cerebrospinalis

    von Patienten mit primären ZNS-Lymphomen: Retrospektive Beurteilung ihrer diagnostischen Aussagekraft im Vergleich zur

    Liquorzytologie und Magnetresonanztomographie

    Inaugural-Dissertation zur

    Erlangung des Doktorgrades der Medizin einer

    Hohen Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum

    vorgelegt von Christoph Heute

    aus Herne 2013

  • Dekan: Prof. Dr. med. K. Überla

    Referent: Prof. Dr. med. R. Schroers

    Korreferent: Prof. Dr. med. A. Reinacher-Schick

    Tag der mündlichen Prüfung: 30.01.2014

  • Abstract

    Christoph Heute

    Durchflusszytometrische Analysen des Liquor cerebrospinalis von Patienten mit primären ZNS-Lymphomen: Retrospektive Beurteilung ihrer diagnostischen Aussagekraft im Ver- gleich zur Liquorzytologie und Magnetresonanztomographie

    Problem: Die Diagnostik einer meningealen Dissemination bei Patienten mit einem primärem ZNS-Lymphom (PCNSL) ist im klinischen Alltag aufgrund der geringen Sensitivität der zur Ver- fügung stehenden diagnostischen Werkzeuge eine Herausforderung. Ziel dieser Arbeit war es, den Stellenwert der Durchflusszytometrie gegenüber der Zytomorphologie und der Magnetresonanz- tomographie zu ermitteln. Ferner sollte der Einfluss von Kortikosteroiden auf den durchflusszyto- metrischen und zytomorphologischen Befund einer Meningeosis lymphomatosa analysiert werden.

    Methode: Dieser Arbeit lag ein Kollektiv (n = 30) mit primärem ZNS-Lymphom (PCNSL) vom Typ der diffus großzelligen B-Zell-NHL (DLCBL) zugrunde. Bei 23 Patienten war Liquor cerebro- spinalis zum Zeitpunkt der Erstdiagnose, bei 7 Patienten bei Auftreten eines Rezidivs untersucht worden. Routinemäßig erfolgten laborchemische, durchflusszytometrische und zytomorpho- logische Untersuchungen des Liquor cerebrospinalis und jeder Patient unterlief einer Magnetreso- nanztomographie. Lymphomzellen wurden durchflusszytometrisch anhand einer aberranten Expression des Antigens CD45, einer übermäßigen Expression des Antigens CD10 und/oder einer Leichtkettenrestriktion identifiziert.

    Ergebnisse: Zytomorphologisch wurde bei 4 Patienten (13,3%) und magnetresonanztomographisch bei 2 Patienten (6,7%) eine Meningeosis lymphomatosa nachgewiesen. Durchflusszytometrisch ließen sich bei 7 Patienten (23,3%) Lymphomzellen detektieren. Bei 87,5% der Patienten (7 von 8) mit durchflusszytometrischem, zytomorphologischem und/oder magnetresonanztomographischem Nachweis einer meningealen Dissemination wurde gegenüber 40,9% (9 von 22 Patienten) ohne Nachweis einer Meningeosis eine Liquorpleozytose dokumentiert. Bezüglich der Zellzahl im Liquor und dem Nachweis einer Meningeosis lymphomatosa bestand ein signifikanter Zusammen- hang (p-Wert 0,015). Keine signifikante Assoziation bestand zwischen der Liquoreiweißkonzen- tration und dem Nachweis von Lymphomzellen im Liquor cerebrospinalis. In der Gruppe von Pati- enten ohne eine kortikosteroidale Medikation zum Zeitpunkt der Lumbalpunktion gelang der Nachweis maligner Zellen in 7 von 16 Fällen (43,8%). Bei nur einem von 14 Patienten (7,1%) konnte in der Gruppe mit Kortikosteroiden eine Meningeosis lymphomatosa durchflusszyto- metrisch detektiert werden (p-Wert 0,024).

    Diskussion: Wie bereits von verschiedenen Autoren für eine sekundäre meningeale Dissemination von aggressiven systemischen B-Zell-Lymphomen beschrieben, bewies die Durchflusszytometrie verglichen mit der konventionellen Zytomorphologie und der Magnetresonanztomographie für PCNSL eine verbesserte Sensitivität zum Nachweis von Lymphomzellen im Liquor cerebrospina- lis. Die Ergebnisse der laborchemischen Analysen der Liquorproben unterstützten die These, dass eine Pleozytose im Liquor mit dem Nachweis einer Meningeosis lymphomatosa assoziiert ist und somit einen prädiktiven Parameter für eine meningeale Dissemination bei PCNSL darstellt. Zudem hatte eine kortikosteroidale Behandlung zum Zeitpunkt oder unmittelbar vor der Liquorasservation in der vorliegenden Arbeit einen negativen Einfluss auf die Nachweisbarkeit von Lymphomzellen im Liquorkompartiment bei PCNSL.

  • Meinen Eltern gewidmet

  • 1

    Inhaltsverzeichnis

    1   Theoretische Grundlagen ................................................................................. 6   1.1   Non-Hodgkin-Lymphome ........................................................................................ 6  

    1.2   Non-Hodgkin-Lymphome des ZNS .......................................................................... 7  

    1.2.1   Epidemiologie .................................................................................................... 7  

    1.2.2   Pathologie .......................................................................................................... 8  

    1.2.3   Pathogenese und Molekularbiologie .................................................................. 9  

    1.2.4   Klinische Präsentation ....................................................................................... 9  

    1.2.5   Diagnostik ........................................................................................................ 10  

    1.2.5.1   Neuroradiologische Präsentation .............................................................. 11  

    1.2.5.2   Untersuchungen aus dem Liquor cerebrospinalis ..................................... 12  

    1.2.6   Therapie ........................................................................................................... 16  

    1.2.7   Prognosefaktoren ............................................................................................. 18  

    2   Ziele der Arbeit .............................................................................................. 20  

    3   Material und Methoden .................................................................................. 22   3.1   Patientenkollektiv ................................................................................................... 22  

    3.2   Probengewinnung und Datensammlung ................................................................. 22  

    3.3   Zytomorphologie und klinisch-chemische Untersuchung ...................................... 23  

    3.4   Immunphänotypisierung und Durchflusszytometrie .............................................. 23  

    3.4.1   Probenmaterial ................................................................................................. 23  

    3.4.2   Grundlagen der Durchflusszytometrie ............................................................. 24  

    3.4.3   Interpretation von durchflusszytometrischen Daten ........................................ 28  

    3.4.4   Durchflusszytometrie: Durchführung und Färbeprotokolle ............................ 30  

    3.4.5   Auswertung der durchflusszytometrischen Daten ........................................... 31  

    3.5   Statistik ................................................................................................................... 31  

    4   Ergebnisse ...................................................................................................... 33   4.1   Patienten .................................................................................................................. 33  

    4.1.1   Diagnosesituation ............................................................................................. 33  

    4.1.2   Histologie ......................................................................................................... 34  

    4.1.3   Knochenmarkinfiltration .................................................................................. 34  

    4.1.4   HIV und andere Infektionskrankheiten ............................................................ 34  

    4.1.5   Therapie ........................................................................................................... 34  

    4.2   Zytologische Untersuchung des Liquor cerebrospinalis ......................................... 35  

  • 2

    4.3   Durchflusszytometrie des Liquor cerebrospinalis .................................................. 35  

    4.3.1   Durchflusszytometrische Kriterien zur Bewertung von Malignität ................. 36  

    4.3.2   Analyse einzelner durchflusszytometrischer Parameter .................................. 38  

    4.4   Vergleich der Ergebnisse von Durchflusszytometrie und Zytologie ...................... 39  

    4.5   Laborchemische Untersuchung ............................................................................... 40  

    4.5.1   Liquor cerebrospinalis ..................................................................................... 40  

    4.5.1.1 Zellzahl im Liquor cerebrospinalis ........................................................... 40

    4.5.1.2 Eiweißkonzentration im Liquor cerebrospinalis ....................................... 41

    4.5.1.3 Albuminkonzentration im L