BARRIEREFREIES EINKAUFEN IN FRIEDRICHSHAIN-KREUZBERG · PDF file / barrierefreies einkaufen in...

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    BARRIEREFREIES EINKAUFEN IN FRIEDRICHSHAIN-KREUZBERG

    EIN LEITFADEN FÜR DIE BARRIEREFREIE GESTALTUNG VON LADENLOKALEN UND INTERNETSEITEN

    // Erfahrungen aus einem EU-Projekt

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    INHALTSVERZEICHNIS

    1. EINLEITUNG 3 2. DAS PROJEKT „BARRIEREFREIES EINKAUFEN IN FRIEDRICHSHAIN-KREUZBERG“ 4

    2.1. Hintergrund des Projektes 4

    2.2. Projektbeschreibung 4

    2.3. Darstellung ausgewählter Projektschwerpunkte 7

    2.3.1. Bestandsaufnahme in den bezirklichen Ladengeschäften 7

    2.3.2. Schulungen zur Barrierefreiheit für Gewerbetreibende 9

    2.3.3. Anpassung der Webpräsenzen der bezirklichen

    Geschäftsstraßen an die Anforderungen nach BITV 11

    2.3.3.1. Vorbereitende Maßnahmen zur Anpassung der Webpräsenzen 12

    2.3.3.2. Anpassung der Geschäftsstraßen-Webseite www.kottiguide.de 14

    3. HINWEISE ZUR EINRICHTUNG BARRIEREFREIER LADENGESCHÄFTE 18

    4. WARUM SOLLTE EIN INTERNETAUFTRITT BARRIEREFREI SEIN? 24

    5. DER TRÄGERVEREIN 34

    ANHANG

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    1. EINLEITUNG

    Mit der vorliegenden Dokumentation werden die Erfahrungen, die im Laufe des EU Projektes „Barrierefreies Einkaufen in Friedrichshain-Kreuzberg“ gesammelt wurden, vorgestellt.

    Das am 1. Oktober 2006 gestartete Projekt wurde vom Verein WrangelVision – Ideen rund um das Schlesische Tor e. V. mit Sitz in Kreuzberg durchgeführt. Unterstützt wurde das aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und der Bundesagentur für Arbeit finanzierte Projekt durch die Wirtschaftsförderung des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin, den Landes- beauftragten für Menschen mit Behinderung sowie die bezirkliche Beauftragte für Menschen mit Behinderung des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg.

    Ziel des einjährigen Projektes war es, Einzelhändler in den Geschäftsstraßen des Bezirks in die Lage zu versetzen, die Kundenbindung der ansässigen Bewohner in den Kiezen, insbesondere der bisher vernachlässigten Käuferschaft von Bewohnern mit Behinderung und älteren Menschen, zu erhöhen. Durch die Schaffung optimierter, barrierefreier Zugänge zu den Internetpräsenzen der Einkaufs- straßen des Bezirks, aber auch in den Ladengeschäften und Kleinunternehmen im Kiez sollte die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittelständischer Unternehmen gestärkt werden.

    Diese Dokumentation gibt einen Überblick über das Projekt „Barrierefreies Einkaufen in Friedrichs- hain-Kreuzberg“ und stellt ausgewählte Maßnahmen zur barrierefreien Einrichtung und Ausgestal- tung von Geschäften vor. Der im Rahmen des Projektes entwickelte Erfassungsbogen, mit dessen Hilfe Daten zur Barrierefreiheit in den Geschäften im Bezirk erhoben wurden, wird ebenso erläutert wie durchgeführte Aktivitäten, die darauf abzielten, Gewerbetreibende für das Thema „Barrierefrei- heit“ zu sensibilisieren und zu interessieren. Darüber hinaus werden Hinweise zur Umgestaltung von Ladenlokalen entsprechend den Kriterien für die Vergabe des Signets „Berlin barrierefrei“ gegeben und eine Checkliste zur Überprüfung des eigenen Geschäftes zur Verfügung gestellt.

    Ein Schwerpunkt dieser Dokumentation liegt im Bereich barrierefreies Internet. Sie erfahren, warum es wichtig ist, eine Internetseite barrierefrei zu gestalten – und wie das am einfachsten geht. Die im Rahmen des Projektes angewandte Vorgehensweise zur Anpassung der Webpräsenzen der bezirk- lichen Geschäftsstraßen an die Anforderungen der Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV) wird dargelegt und am Beispiel der Internetseite www.kottiguide.de anschaulich beschrieben.

    Die programmiertechnischen Grundlagen für die Anpassung der auf dem Redaktionssystem Typo3 basierenden Geschäftsstraßen-Webseiten an die Anforderungen nach BITV können der beigefügten CD entnommen werden.

    Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit ist in dieser Publikation nur die männliche Sprach- form gewählt worden. Alle personenbezogenen Aussagen gelten jedoch stets für Frauen und Männer gleichermaßen.

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    2. DAS PROJEKT „BARRIEREFREIES EINKAUFEN IN FRIEDRICHSHAIN-KREUZBERG“

    2.1. HINTERGRUND DES PROJEKTES

    Die traditionellen Geschäftsstraßen im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg erfüllen die zentrale Funk- tion der Nahversorgung der Bezirks- und Kiezbewohner. Damit sind sie ein wesentlicher Bestandteil der Wirtschaftsstruktur des Bezirks. Mit den zumeist speziellen Angeboten der hier ansässigen kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) tragen diese Straßen einen besonderen Teil zur Imagebildung und Attraktivität des Bezirks bei.

    Aufgrund des ständig wachsenden Wettbewerbs mit finanz- und marketingstarken Unternehmen ist es wichtig, dass Gewerbetreibende verstärkt „Nischen“ besetzen.

    Ein nicht zu unterschätzender und bisher in den Kiezen kaum beachteter Bevölkerungsanteil sind Menschen mit Behinderung. Bisher sind gerade die kleinen und mittelständischen Gewerbe der Geschäftsstraßen kaum bis gar nicht auf diese potenzielle Käuferschaft „eingerichtet“. Vor allem im Hinblick auf gut ausgestattete innerstädtische Einkaufszentren (Aufzüge, barrierefreie Zugän- ge, Bewegungsflächen, Behinderten-WCs) unterliegen die Gewerbetreibenden in den bezirklichen Einkaufsgegenden einem erheblichen Wettbewerbsnachteil, dem aufgrund fehlender Kenntnisse in Bezug auf barrierefreie Ladengeschäfte sowie unzureichender finanzieller Mittel kaum begegnet werden kann.

    Das Projekt setzte an dieser Stelle an und nutzte die Vernetzung bereits bestehender Vereins- strukturen in den Geschäftsstraßen, um innovative und zukunftsweisende Instrumente zur Kunden- bindung und -gewinnung bekannt zu machen und zu erproben. Dies geschah in Zusammenarbeit mit den Interessengemeinschaften der bezirklichen Geschäftsstraßen und Einkaufsgegenden Frank- furter Allee, Graefe-Kiez, Kottbusser Tor, Oranienstraße, südliche Friedrichstadt und Wrangelkiez.

    2.2. PROJEKTBESCHREIBUNG

    Die erste Aufgabe für das Projekt bestand in der Sensibilisierung der Gewerbetreibenden für die Käuferschicht der Menschen mit Behinderung, Senioren und Familien mit Kinderwagen. Dies war erforderlich, da sich die meisten Gewerbetreibenden bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht oder nur sehr wenig mit den Schwierigkeiten, auf die diese Kundengruppen möglicherweise beim Einkaufen stoßen, beschäftigt hatten.

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    Inwiefern sich die einzelnen Geschäftsinhaber bereits mit Barrierefreiheit befasst und ob sie ihr Geschäft schon entsprechend eingerichtet hatten oder beabsichtigten, es zu tun – das wollten die Projektmitarbeiter zuallererst erfahren. Deshalb wurde ein Erfassungsbogen entwickelt, in dem statistische Daten, wie die Anzahl der Kunden mit Handicap, die Zugänge zum Laden (mit oder ohne Rampe), die Breite der Türen oder eine mögliche Hilfestellung durch das Personal, erhoben werden konnten (siehe Anhang).

    // Abb.: Befragung eines im Rollstuhl sitzenden Ladeninhabers; Erfassungsbogen zum Projekt

    Bereits kleine Umgestaltungsmaßnahmen können Menschen mit Behinderung oder Familien mit Kinderwagen den Zugang zum Geschäft erleichtern und größere Bewegungsfreiheit im Laden ermög- lichen. Daher erschien es sinnvoll, Gewerbetreibende über die Schaffung von Barrierefreiheit durch beispielsweise einen Umbau bzw. geringfügige Veränderungen im Ladengeschäft zu informieren. Im Rahmen von Schulungen gaben Referenten Hinweise, wie Läden kostengünstig barrierefrei umge- staltet werden können.

    Von besonderer Bedeutung für das Projekt war das Medium Internet. Menschen mit Behinderung nutzen verstärkt das Netz, um ihre täglichen Besorgungen zu erledigen. Somit wird auch Barrierefrei- heit im Internet immer wichtiger. Daher war die Anpassung der bereits bestehenden Webpräsenzen der Interessengemeinschaften der Geschäftsstraßen auf Web Accessibility (Barrierefreiheit) ein we- sentlicher Projektbestandteil. Eine Sensibilisierung der Gewerbetreibenden für das Thema „Barriere- freies Internet“ erfolgte durch eine im bundesweiten Kompetenz- und Referenzzentrum „barrierefrei kommunizieren!“ durchgeführte Schulung. Fragen wie „Warum sollte meine Homepage barrierefrei sein?“ und „Wie erreiche ich das?“ wurden dort beantwortet.

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    Während der Projektlaufzeit überprüften die Projektmitarbeiter immer wieder, welche Geschäfte im Bezirk die Kriterien für die Vergabe des Signets „Berlin barrierefrei“ (siehe auch Kapitel 3) bereits erfüllten. Mit der „Enoteca Bacco“ am Marheinekeplatz zeichnete der Bezirksstadtrat für Wirtschaft, Bürgerdienste und Ordnungsamt, Dr. Peter Beckers, die erste gastronomische Einrichtung in Fried- richshain-Kreuzberg offiziell mit dem Signet „Berlin barrierefrei“ aus.

    // Abb.: Übergabe des Signets „Berlin barrierefrei“ durch Dr. Peter Beckers, Bezirksstadtrat für Wirtschaft,

    Bürgerdienste und Ordnungsamt an Inhaber Helmut Hahne; Urkunde zur Signet-Verleihung

    Um die Gewerbetreibenden für das