BAUKADER 11/2104

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Fachmagazin BAUKADER

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    IFT

    11 2014

    03 Editorial

    Fhrung? Phantastische Angebote!

    06 Interview mit Prof. Gerhard Girmscheid

    Vom Handy-Management zum Lean-Management

    14 Baustelle des Monats

    Backsteine fr die Erdbebensicherung in Stein am Rhein

    17 Fragen an unseren Baukader des Monats Armin Reichenbach

    Die Tiere des Tierparkes wecken mich.

    Schwerpunkt: Fhrung und Management

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  • 311 2014 Baukader

    3Editorial

    Fhrung? Phantastische Angebote!

    Das Thema Fhrung begelt Buchautoren und Seminaranbieter zu immerphantastischeren Angeboten. Ein Blick auf das Men der Schulungsanbieterlsst schmunzeln: da kann man mit Khen, Pferden, Eseln, Maultieren undweiteren vierbeinigen Tiercoachs sich selbst und seine Eigenschaften als Lea-der entdecken. Oder, wenn man sich den Spiegel nicht so gerne von Esel undCo. vorhalten lassen mchte, so kann man auch Sokrates bemhen und manerlernt Die Kunst, mit Fragen Menschen zu fhren und die Charakterstrukturund Motive anderer Menschen treffsicher zu durchschauen und erkennen.Wow, nicht schlecht.

    Interessant auch die Mglichkeit des Gesichter Lesens: Mchten Sie die F-higkeiten und Neigungen Ihrer Mitmenschen innerhalb Sekunden erfassen?Genau, das brauche ich! Wir knnen an Seminaren teilnehmen, wo wir dieFhrungsprinzipien des heiligen Benedikt erlernen oder wir bedienen uns derNeurowissenschaften und lernen, wie ber gehirngerechtes Fhren langfristigbessere Ergebnisse erzielt werden knnen. Das nennt man dann Neuro-Lea-dership. Auch nicht schlecht.

    ...und dann haben wir ja noch eine grosse Auswahl von Management by...Anstzen, die uns das Fhren erleichtern. Neben Mbo, Mbe, Mbd und Mbwa(Management by wandering around; T. Peters und Austin) gibt es noch Mbl(Management by Love; Gerken). Mehr Erfolg durch Menschlichkeit. Sieh, da.Wer htte das gedacht.

    Und zum Abschluss, doch nochmals ein Tier. Management by Nilpferd: Selbstbis zum Hals im Schlamm stecken, ab und zu das Maul aufreissen und dannwieder untertauchen.

    Wie kann es sein, dass wir uns bei all den angebotenen Modellen, Kursenund Ratgebern so schwer tun, mit dem Fhren? Vielleicht, liegt es daran, dasswir bei all den verschiedenen Mglichkeiten, den Blick fr das wesentlicheFhrungs-Modell bersehen haben. MbgM: Mangement by gesundem Men-schenverstand.

    Ich wnsche viel Spass beim Fhren und bei der Lektre.

    Erbauliche Grsse

    Barbara SchiesserGeschftsfhrerin

  • 4Baukad

    er11

    2014

  • 511 2014 Baukader

    Inhaltsverzeichnis

    Inhalt

    21

    0906

    Schwerpunkt:

    Fhrung und

    Management

    20

    Rechtsecke

    Schwerpunkt06 Vom Handy-Management zum

    Lean-Management09 Mit partnerschaftlicher

    Personalfhrung zu nachhaltigemUnternehmenserfolg

    Events11 Heiss und kalt oder eine Baustelle

    der Gegenstze Coop LoBOSSchasheim

    Produkte12 Die Hhere Berufsbildung

    im Bau ist in Bewegung!

    Baustelle des Monats14 Backsteine fr die

    Erdbebensicherung in Stein am Rhein

    Bildung16 Attraktive Kurse von Baukader

    Schweiz

    Baukader des Monats17 Die Tiere des Tierparkes

    wecken mich.

    Verband18 Unsere Jungkader mchten

    Karriere machen20 Granitclub: Baumeister Biber und

    Touristen-Wasch-Anlage TWA21 Rechtsecke22 Kalender28 Rtsel

    Jobs23 Bau-Stellen

  • 6Baukader 11 2014

    Schwerpunkt

    Gerhard Girmscheid, knnen Sie frunsere Leser den Begriff Lean Ma-nagement kurz erklren?Vielleicht gerade als Einstieg, und das istja dann auch ein wenig selbsterklrend:Lean-Management heisst Schlankes Ma-nagement und stellt sich die Frage: Wiekann ich mglichst efzient und ohneUnterbrechung einen richtigen Fliesspro-zess der Arbeit in Gangsetzen. Ziel ist, von denverbrauchten Arbeits-stunden mglichst vielZeit wertschpfend zuverwenden. Oder andersgesagt: Von den fr einProjekt verwendeten Stunden soll ein mg-lichst hoher Anteil vom Bauherr bezahlt

    Fragen: Flurina SchenkFoto und Graken: zvg

    Interview mit Prof. Gerhard Girmscheid

    Vom Handy-Managementzum Lean-ManagementEs gibt unzhlige Management-Methoden. Professor Gerhard Girmscheid,ein profunder Kenner der Baubranche und Leiter des Instituts fr Bau-und Infrastrukturmanagement der ETH Zrich ist der Meinung, dassLean-Management eine einfache und gewinnbringende Methode ist.Und zwar deshalb, weil es uns mit mehr Zielorientierung zu wenigerHandy-Stress fhrt.

    werden. Materialsuche und Unterbrche,weil Material, Handwerkzeug oder Maschi-nen nicht vorhanden sind, und zuerst nochim Werkhof bestellt und geholt werdenmssen, bezahlt kein Bauherr mehr.

    Warum braucht man Lean Manage-ment auf den Baustellen?Heute werden immer noch zu viele Bau-

    stellen ohne ein brauch-bares Bauprogramm undohne Soll-Stundenvorga-ben abgewickelt derWeg scheint das Ziel zusein. Hinzu kommt, dassdie Logistik der Baustel-

    len weitgehend ber eine dynamischeHandy-Organisation abgewickelt wird. Zu-

    dem wird das Material und Handwerkzeugauf vielen Baustellen unsystematisch undnicht bedarfsgerecht gelagert. Das fhrtzu Zeitverlusten, Minderleistungen und zuLeerzeiten durch Suchen nach Material,Umrumen von Material und durch War-ten auf per Handy bestelltes Material oderBauhilfsmittel. Diese Inefzienz knnenwir uns heute weder im Roh- noch in derAusbauphase erlauben. Ein Umdenken isterforderlich.

    Die Idee kommt aus der Autoindus-trie. Wie lsst sie sich auf die Bau-wirtschaft anwenden?Ja, die Idee kommt aus Japan und wirdauch das Toyota-Prinzip genannt, weil sieanfnglich vor allem in der Autoindustrieangewendet wurde. Auch im Bausektorist die Arbeitsplanung ein ganz wichti-ger Aspekt. Zu Beginn eines Bauprojektesmuss der Projektleiter ein Bauprogrammentwickeln, mit Arbeitsvorgngen, die deneinzelnen Arbeitsabschnitten und Arbeits-schritten entspricht. Fr diese mssen dieSoll-Stunden aus der Kalkulation hinter-legt werden fr jeden Vorgang. Auf derBaustelle mssen die Arbeiten vom Polierauf der Basis des Bauprogrammes und denSoll-Stunden umgesetzt werden. Dazu istauf der Baustelle eine detaillierte Wochen-und Tagesplanung mit Vorschau vom Bau-stellenchef und/oder Polier zu erstellen.Dazu werden die Soll-Stundenvorgabenfr den jeweiligen Herstellungsschritt vor-gegeben, z.B. Stellen der Wandschalungam Montag, Bewehren Dienstag und Mitt-woch, etc. Damit wird festgelegt was anden einzelnen Tagen zu machen ist mit denMaterialmengen, Anzahl und Art der Bau-hilfsmittel, Handwerkzeug, etc. Dann kannman tglich feststellen, wenn Abweichun-gen auftreten und wodurch sie auftreten.Wichtig ist, dass man hinterfragt, wodurchdie Abweichungen entstanden sind undLean Management: Beispiel einer Wochen- und Tagesplanung.

    Ziel ist, von den ver-brauchten Arbeitsstun-den mglichst viel Zeit

    wertschpfend zuverwenden.

  • 711 2014 Baukader

    Schwerpunkt

    um daraus zu lernen. Anschaulich erklrenkann ich die Idee von Lean Managementvielleicht auch so: Nicht der Weg ist dasZiel, sondern die Ziele werden bewusst ge-setzt und wollen auch erreicht werden.

    Seit wann gibt es Lean Manage-ment denn berhaupt?Lean Management gibt es seit rund 20Jahren.

    Wie erprobt ist dieses System?Einzelne Baurmen in der Schweiz und be-deutend mehr im benachbarten Ausland set-zen Lean Management sehr erfolgreich ein.

    Weshalb sollen wir uns auch im heu-tigen stressigen Bausektor Zeit frLean Management nehmen?Weil Lean Management schlussendlichZeit und Kosten spart. Und fast nochwichtiger: Lean Management bringt einegewisse Ruhe und bersicht fr alle Be-teiligten. Die Arbeit ist im Fluss und dasewige und ermdenden Hin- und Her flltweitgehend weg. Das wre das Ziel.

    Wer muss dieses denn initiieren?Es ist wie immer. Beginnen muss das Um-denken bei der Firmenleitung. Aber dergrosse Vorteil von Lean Management ist,dass es zwar von oben angeordnetwerden muss, aber von unten gemachtwird. Das heisst, dass zum Beispiel in ih-rem Fall die Baukader selbstndig bestim-men, wie sie Lean Management umsetzen.Denn die Baukader auf der Baustelle sinddie Unternehmer vor Ort, sie entscheidenweitgehend den Erfolg einer Baustelle. Lean Management: Beispiel einer Tageskarte.

    Lebenslauf Professor Gerhard GirmscheidGerhard Girmscheid, Jahrgang 1949, studierte Bauingenieurwesen in Darmstadt. Nach seinerPromotion 1983 war er in leitender Funktion fr namhafte deutsche und amerikanische Bauun-ternehmen ttig, u.a. mit Auslandseinstzen auf Grossbaustellen in gypten und Thailand sowiebei der vierten Elbrhre in Hamburg. Seit 1996 ist er Professor fr Bauprozess- und Bauunter-nehmensmanagement am Institut fr Bau- und Infrastrukturmanagement der ETH Zrich. ImRahmen der Lehr- und Forschungsttigkeit von Gerhard Girmscheid sind 18 Fachbcher, ber 200Fachaufstze erschienen. Er bekleidet mter in nationalen Gremien und er ist Verwaltungsrat derPriora AG und der Sebastian Mller AG. Ferner ist er Geschftsfhrer der CTT Consulting GmbHund bert Unternehmen bei der Verbesserung ihrer operativen Prozesse. Er ist auch als Expertefr Gerichtsgutachten ttig.