BAWRichtlinie: Prüfung von Geotextilien (RPG) · BAW. Richtlinie: Prüfung von Geotextilien,...

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  • BAWRichtlinie

    Prfung von Geotextilien im Verkehrswasserbau (RPG) Ausgabe 1994

  • BAW-Merkbltter und -Richtlinien Herausgeber

    Bundesanstalt fr Wasserbau (BAW) Kumaulstrae 17 76187 Karlsruhe

    Postfach 21 02 53 76152 Karlsruhe

    Tel.: 0721 9726-0 Fax: 0721 9726-4540

    [email protected] www.baw.de

    bersetzung, Nachdruck auch auszugsweise nur mit Genehmigung des Herausgebers: BAW 1994

    Karlsruhe Januar 1994 ISSN 2192-5380

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien im Verkehrswasserbau, Ausgabe 1994

    Inhaltsverzeichnis Seite

    1 Allgemeines 1

    2 Prfungen 1 2.1 Allgemeines 1 2.2 Grundprfung 1 2.2.1 Allgemeines 1 2.2.2 Angaben des Antragstellers 1 2.2.3 Anforderungen an die Laboratoriumsprobe 2 2.2.4 Prfumfang 2 2.2.5 Prfbericht 2 2.2.6 Rckstellprobe 3 2.2.7 Geltungsdauer des Prfberichtes 3 2.3 Eignungsprfung 3 2.4 Gteberwachung 3 2.4.1 Eigenberwachung bei der Herstellung 3 2.4.2 Fremdberwachung bei der Herstellung 3 2.4.3 Eigenberwachung auf der Baustelle 3 2.5 Kontrollprfungen 4 2.5.1 Allgemeines 4 2.5.2 Prfung 4 2.5.3 Prfbericht 4 2.5.4 Geltungsbereich 4 2.5.5 Rckstellprobe 4

    3 Prfverfahren 4 3.1 Grundlagen 4 3.2 Bestimmung der Rohstoffarten und -anteile 5 3.2.1 Prfverfahren 5 3.2.2 Prfbericht 5 3.3 Faserfeinheit, Garnfeinheit 5 3.3.1 Prfverfahren 5 3.3.2 Prfbericht 6 3.4 Flchengewicht 6 3.4.1 Einschichtige Geotextilien (Vliesstoffe, Gewebe) 6 3.4.2 Mehrschichtige Geotextilien (Verbundstoffe) 6 3.5 Schichtdicke, Rohdichte 7 3.5.1 Einschichtige Geotextilien (Vliesstoffe, Gewebe) 7 3.5.2 Mehrschichtige Geotextilien (Verbundstoffe) 7 3.6 Zugfestigkeiten und Dehnungen 8 3.6.1 Gewebe, Vlies- und Verbundstoffe 8 3.6.2 Nahtverbindungen 9 3.7 Wasserdurchlssigkeit normal zur Geotextilebene 9 3.7.1 Prfverfahren 9

    I

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994

    3.7.2 Prfgert (Beispiel BAW Prfgert) 9 3.7.3 Probennahme, Probenanzahl, Probenvorbereitung 10 3.7.4 Prfungsdurchfhrung 10 3.7.5 Auswertung 11 3.7.6 Prfbericht 12 3.8 ffnungsweite von Geotextilien 12 3.8.1 Prfverfahren 12 3.8.2 Probennahme, Probenanzahl und Probenvorbereitung 13 3.8.3 Prfgert 13 3.8.4 Prfungsdurchfhrung 13 3.8.5 Auswertung 14 3.8.6 Prfbericht 14 3.9 Filterwirksamkeit 14 3.9.1 Mechanische Filterwirksamkeit gegenber sandigen bis schwach schluffigen Bden

    (Durchstrmungsverfahren) 14 3.9.2 Mechanische Filterwirksamkeit gegenber sehr feinkrnigen Bden (Turbulenzverfahren) 16 3.9.3 Hydraulische Filterwirksamkeit 19 3.10 Durchschlagwiderstand 20 3.10.1 Prfverfahren 20 3.10.2 Probennahme, Probenanzahl, Probenvorbereitung 20 3.10.3 Prfgert 20 3.10.4 Prfungsdurchfhrung 20 3.10.5 Prfbericht 21 3.11 Abriebbestndigkeit 21 3.11.1 Prfverfahren 21 3.11.2 Probennahme, Probenanzahl, Probenvorbereitung 21 3.11.3 Prfgert 21 3.11.4 Prfungsdurchfhrung 22 3.11.5 Prfbericht 22 3.12 Temperaturbestndigkeit gegenber hohen Temperaturen (200C) 22 3.12.1 Prfverfahren 22 3.12.2 Probennahme, Probenanzahl, Probenvorbereitung 22 3.12.3 Prfgert 23 3.12.4 Prfungsdurchfhrung 23 3.12.5 Prfbericht 23 3.13 Stempeldurchdrckversuch 23 3.14 Nachweis zur Erfllung der Allgemeinen Anforderungen nach TLG 23 3.14.1 Umweltvertrglichkeit 23 3.14.2 Bestndigkeit gegenber Verrottung, l, Seewasser, Frost 23 3.14.3 Bedingte Bestndigkeit gegen UV-Strahlung 23 3.14.4 Anpassungsfhigkeit an Bodenunebenheiten 24 3.14.5 Vollflchiger Verbund mehrlagiger Geotextilien (Verbundstoff) 24 3.14.6 Prfbericht 24

    4 Literaturverzeichnis 24

    II

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien im Verkehrswasserbau, Ausgabe 1994

    Tabellenverzeichnis

    Tabelle 1: Beispiel zu Bild 5 30

    Tabelle 2: Beispiel fr das Protokoll einer Nasssiebung 34

    Bildverzeichnis

    Bild 1: Schichtdickenmessgert fr ein- und mehrlagige Geotextilien Beispiel: BAW-Gert (Vorderansicht, Draufsicht) 25

    Bild 2: Schichtdickenmessgert fr ein- und mehrlagige Geotextilien Beispiel: BAW-Gert (Seitenansicht) 26

    Bild 3: Probenbehlter (Detail A, Bild 4) Beispiel: BAW-Prfgert 27

    Bild 4: Versuchseinrichtung zur Bestimmung der Wasserdurchlssigkeit normal zur Geotextilebene Beispiel: BAW-Gert 28

    Bild 5: Beispiel fr den Verlauf der Wasserspiegelabsenkung im Probenzylinder in Abhngigkeit von der Zeit 29

    Bild 6: Korrekturfaktor Rr zur Bercksichtigung der Zhigkeit des Wassers bezogen auf 20C 31

    Bild 7: Prfgert zur Bestimmung der wirksamen ffnungsweite 32

    Bild 8: Kornverteilung der Prfbden 1 und 2 33

    Bild 9: Auftragung des prozentualen Bodendurchgangsverhltnisses GD/GT * 100. Bei GD/GT * 100 = 10 % wird Dw = 0,11 mm abgelesen. 35

    Bild 10: Kornverteilungsbnder der als Prfbden verwendeten Bodentypen 1 bis 4. 36

    Bild 11: Prfung der mechanischen Filterwirksamkeit nach dem Durchstrmungsverfahren. Beispiel: BAW-Gert 37

    Bild 12: Probenbehlter. Beispiel: BAW-Gert 38

    Bild 13: Summenkurve des Bodendurchgangs mit zugehrigem hydraulischem Geflle i zu Beginn der Hochpunkt-Standzeit 39

    Bild 14: Prfgert fr die Bestimmung der mechanischen Filterwirksamkeit nach dem Turbulenzverfahren. Beispiel: BAW-Gert 40

    Bild 15: Beispiel: BAW-Gert (aus doc-file) 41

    III

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994

    IV

    Bild 16: Beispiel einer Summenkurve des Bodendurchgangs (BT 4) 42

    Bild 17a: Prfgert zur Bestimmung des Durchschlagwiderstandes. Beispiel: BAW-Gert 43

    Bild 18: Prfgert zur Bestimmung der Abriebbestndigkeit. Beispiel: BAW-Gert 45

    Bild 19: Probenaufnahme Beispiel: BAW-Gert 46

    Anlagenverzeichnis

    Anlage 1: Tabellarische bersicht der Einzelprfungen einer Grund-, Eignungs-, Eigenberwachungs-, Fremdberwachungs- und Kontrollprfung fr Geotextilien im Verkehrswasserbau nach den TLG /1/ 47

    Anlage 2: Muster-Prfbericht einer Grundprfung 49

    Anlage 3: Muster-Prfbericht einer Kontrollprfung 61

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien im Verkehrswasserbau, Ausgabe 1994

    1 Allgemeines

    Die Richtlinien gelten fr die Prfung der Material- und Filtereigenschaften von Geotextilien, die an B-schungs- und Sohlensicherungen und anderen baulichen Anlagen an Wasserstraen als Filter und als Trennlage eingesetzt werden. Sie beziehen sich auf die Technischen Lieferbedingungen fr geotextile Filter (TLG) /1/.

    Produkte aus anderen Mitgliedsstaaten der Europischen Gemeinschaft und Ursprungswaren aus den Mitgliedsstaaten des europischen Wirtschaftsraumes, die diesen technischen Spezifikationen nicht ent-sprechen, werden einschlielich der im Herstellerstaat durchgefhrten Prfungen und berwachungen als gleichwertig behandelt, wenn mit ihnen das geforderte Schutzniveau Sicherheit, Gesundheit und Gebrauchstauglichkeit gleichermaen dauerhaft erreicht wird.

    2 Prfungen

    2.1 Allgemeines

    Die Prfungen werden unterschieden nach

    Grundprfungen Feststellung der Eignung Eignungsprfungen Prfungen zur Eigenberwachung

    Gteberwachung Prfungen zur Fremdberwachung Kontrollprfungen

    2.2 Grundprfung

    2.2.1 Allgemeines

    Die Grundprfung dient dem Nachweis der grundstzlichen Eignung eines Geotextils fr den vorgesehe-nen Verwendungszweck /1/. Sie ist von Hersteller oder Lieferanten zu beantragen.

    2.2.2 Angaben des Antragstellers

    Name und Anschrift des Geotextilherstellers Produktbezeichnung Produktgruppe Name und Anschrift des Faserherstellers, -lieferanten Rohstoffart(en), Anteile Rohstoffqualitt (Original oder Recycling) Rohstoffeigenschaften Reindichte Schmelzpunkt Reifestigkeit Reidehnung Zusatzmittel (Stabilisierer, Kleber usw.) Faser-, Garnart Faser-, Garnfeinheit Fasernennlnge Faser-, Garnfestigkeit Faser-, Garnfarbe Nachweis der Gteberwachung bei der Faserherstellung Art der Verfestigung/Verbindung

    1

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994

    Lnge der Produktionseinheit (Rolle) Herstellbreiten Fr werksseitige Nahtverbindungen Angaben gem 3.5.2.3 Prfwerte der Materialeigenschaften Flchengewicht, Schichtdicke, Zugfestigkeit als Mittelwert mit Stan-dardabweichung. Ferner Probenumfang und Aussage, ob es sich um Prfwerte eines Prototyps oder um Werte einer ln-geren Produktionsreihe handelt.

    2.2.3 Anforderungen an die Laboratoriumsprobe

    Als Laboratoriumsprobe ist vom Antragsteller ein aus der Mitte der Produktionseinheit entnommenes Flchenstck von mindestens 5 m Lnge und bei ganzer Rollenbreite mindestens 15 m Flche zu lie-fern.

    Die Probe ist mit der Hersteller- und Produktbezeichnung, Herstelldatum, Rollennummer und den Lage-angaben zur Lngs- und Querrichtung auf der Oberseite der Probe dauerhaft zu kennzeichnen. Oberseite ist die beim Einbau bestimmungsgem obenliegende (zum Wasser/zur Luft weisende) Geotextilseite.

    Sofern werksseitige Nahtverbindungen zur Anwendung kommen sollen, ist zur Grundprfung eine Probe gem 3.5.2 bereitzustellen.

    Bei Vlies- und Verbundstoffen sind je Faserart 100 g der im Geotextil verarbeiteten Fasern als Probe beizustellen. Entsprechend ist bei Gewebe in Schuss- und Kettrichtung je 100 g Garn mitzuliefern.

    2.2.4 Prfumfang

    Die Grundprfung umfasst die Einzelprfungen nach Anlage 1. Der Prfumfang der mechanischen und der filtertechnischen Eigenschaften wird vom Antragsteller nach dem vorgesehenen Verwendungszweck bestimmt.

    2.2.5 Prfbericht

    Prfungen qualitativer Merkmale werden nach TLG /1/ mageblichen Prfwerte werden in einem Daten-blatt zusammengefasst.

    Im Prfbericht werden die festgestellten Kennwerte als Mittelwert mit Standardabweichung und Variati-onskoeffizient aufgefhrt.

    Die fr die Erfllung der Regelanforderungen nach TLG /1/ mageblichen Prfwerte werden in einem Datenblatt zusammengefasst.

    Fr die Prfverfahren mit quantitativen Merkmalen

    Flchengewicht Schichtdicke Wasserdurchlssigkeit Zugfestigkeit ffnungsweite Mechanische Filterwirksamkeit Hydraulische Filterwirksamkeit ist mageblicher Prfwert

    2

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    bei Mindestgrenzwerten: Mittelwert abzglich Standardabweichung bei Hchstgrenzwerten: Mittelwert zuzglich Standardabweichung

    Fr die Prfverfahren

    Durchschlagwiderstand Abriebbestndigkeit Temperaturbestndigkeit bis 200 C

    wird die jeweilige qualitative Eigenschaft besttigt, sofern sie mit allen Proben erreicht wurde.

    Der Prfbericht wird zweifach ausgestellt.

    2.2.6 Rckstellprobe

    Von der zur Grundprfung vorgelegten Laboratoriumsprobe wird eine Rckstellprobe von 1 m Flche entnommen und gem DIN 50014 bei Raumtemperatur 15 bis 35 C lichtgeschtzt gelagert, solange der entsprechende Prfbescheid gltig ist.

    2.2.7 Geltungsdauer des Prfberichtes

    Der Prfbericht der Grundprfung wird in der Regel fr 5 Jahre ausgestellt. Auf Antrag kann die Gel-tungsdauer einmal um 5 Jahre verlngert werden, vorausgesetzt das Produkt, die Rohstoffe, die Faser- bzw. Garnkennwerte und das Herstellungsverfahren werden unverndert beibehalten und die Ergebnisse aus Eigen- und Fremdberwachung entsprechen bei statistischer Auswertung nach /9/ und /10/ mindes-tens den Werten der Grundprfung (magebliche Prfwerte). Die Prfberichte der Fremdberwachung sind dem Antrag beizufgen.

    2.3 Eignungsprfung

    Eine Eignungsprfung /1/ ist eine Prfung des Auftragnehmers. Sie kann zum Nachweis der Einhaltung von Anforderungen notwendig werden, die durch besondere Randbedingungen der Baumanahme be-grndet sind und daher nicht durch das Zeugnis einer Grundprfung abgedeckt sind.

    Der Prfumfang und die Prfverfahren werden von den nachzuweisenden Eigenschaften bestimmt. Im Regelfall werden die Prfvorschriften der RPG, einschlgige Normen oder andere anerkannte Prfverfah-ren benutzt. Das sonstige Vorgehen entspricht der Grundprfung.

    2.4 Gteberwachung

    2.4.1 Eigenberwachung bei der Herstellung

    Siehe TLG /1/, Abschnitt 4.4.1.

    2.4.2 Fremdberwachung bei der Herstellung

    Siehe TLG /1/, Abschnitt 4.4.2.

    2.4.3 Eigenberwachung auf der Baustelle

    Siehe ZTV-W Leistungsbereich 210 /3/, Abschnitt 4.4.1 und 4.4.4.

    3

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    2.5 Kontrollprfungen

    2.5.1 Allgemeines

    Kontrollprfungen sind Prfungen des Auftraggebers, um festzustellen, ob die vereinbarten Eigenschaf-ten des Geotextils eingehalten sind.

    2.5.2 Prfung

    Probennahme, Angaben zur Probe, Umfang, Art und Hufigkeit der Prfung richten sich nach Abschnitt 4.5 der TLG /1/.

    2.5.3 Prfbericht

    Im Prfbericht werden die Werte der Kontrollprfung zusammen mit den geforderten Grenzwerten und den Werten der Grundprfung aufgefhrt. Es wird festgestellt, ob die ausgeschriebenen Anforderungen erfllt sind. Abweichungen werden hinsichtlich ihrer Auswirkung fachlich beurteilt. Wird die Abweichung als Mangel eingestuft (Regelfall: Mangel = Nichterfllung der Anforderung), werden vor der endgltigen Feststellung weitere Prfungen vorgenommen.

    Fr den Fall

    a) Flchengewicht und/oder Wasserdurchlssigkeit liegen auerhalb der zulssigen Toleranzen zur Grundprfung. Alle brigen Anforderungen sind erfllt: Es wird zustzlich die Filterwirksamkeit und fr den Fall der Flchengewichtsunterschreitung auch der Durchschlagwiderstand (sofern gefordert) ge-prft.

    b) Zugfestigkeit bzw. Schichtdicke oder ffnungsweite erfllen nicht die Anforderung: Der Stichproben-umfang wird verdoppelt und gemeinsam mit den vorherigen Proben ausgewertet.

    Wird von der Zusatzprfung bzw. ber den verdoppelten Prfumfang die zugehrige Anforderung erfllt, wird nach fachlicher Abschtzung in der Regel die Kontrollprfung als bestanden anerkannt. Andernfalls wird nach Abschnitt 5 der TLG /1/ verfahren. Der Prfbericht wird zweifach ausgestellt.

    2.5.4 Geltungsbereich

    Der Prfbericht der Kontrollprfung gilt ausschlielich fr den durch die Prfung erfassten Bereich der angegebenen Baumanahme

    2.5.5 Rckstellprobe

    Von der Laboratoriumsprobe wird keine Rckstellprobe aufbewahrt. Reste werden lngstens 3 Monate aufbewahrt.

    3 Prfverfahren

    3.1 Grundlagen

    Fr die Prfverfahren und Prfberichte nach dieser Prfvorschrift gelten sofern nicht ausdrcklich im Prfverfahren anders geregelt die folgenden Festlegungen:

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    Prfverfahren, die im Wesentlichen einer Norm entsprechen, werden unter Hinweis auf diese Norm mit den abweichenden oder zustzlichen Festlegungen aufgefhrt.

    Die Probennahme aus der Laboratoriumsprobe erfolgt nach DIN 53803, Teil 2.

    Fr die Prfverfahren der Grund- und Eignungsprfung werden vorzugsweise 10 Einzelproben ge-prft. Bei aufwendigen Verfahren mindestens 5 Proben. Fr Prfungen der Gteberwachung kann allgemein auf 5 Proben gemindert werden.

    Die Prfungen werden unter Prfklima 15/35C DIN 50014 durchgefhrt.

    Wasser im Sinne dieser Vorschrift ist Trinkwasser.

    Geotextilien werden an der Luft oder bei maximal 40C im Trockenofen getrocknet. Mineralstoffe als Prfboden oder Filtrat bei 105C, aber Bodentyp 4 (siehe Ziffer 3.8.2.2) bei 70C.

    Oberseite des Geotextils ist die beim Einbau obenliegende Seite (Einbauoberseite).

    Abweichungen von der Prfvorschrift (z.B. bei Eignungsprfung) sind im Prfbericht anzugeben.

    Teile des Prfberichts, die aus Prfwerten Dritter (z.B. Werkszeugnis) bernommen werden, sind mit Quellenangabe als solche zu kennzeichnen.

    Fr die Statistik gelten die Normen DIN 55303, T5 /10/, DIN 55350 /11/ und die lfBt-Grundlagen /9/.

    3.2 Bestimmung der Rohstoffarten und -anteile

    3.2.1 Prfverfahren

    Bei der Bestimmung der Rohstoffarten und -anteile werden die gem Textilkennzeichnungsgesetz [TKG] /6/ in der Ersten Analysenverordnung vom 20. Dezember 1973 und der Zweiten Analysenver-ordnung vom 29. Juli 1974 festgelegten Verfahren angewandt.

    Die Bestimmung der Rohstoffarten erfolgt nur dann, wenn kein Werkszeugnis des Faserherstellers vor-liegt.

    3.2.2 Prfbericht

    Im Prfbericht werden angegeben:

    das Verfahren,

    spezielle Vorbehandlungen,

    Rohstoffart und Anteile als Mittelwert, Standardabweichung und Variationskoeffizient auf eine Nach-kommastelle.

    3.3 Faserfeinheit, Garnfeinheit

    3.3.1 Prfverfahren

    DIN 53810, Feinheit von Spinnfasern, erlutert Begriffe und Messprinzipien. Fr die Prfungsdurchfh-rung werden in Abhngigkeit von Faserart und -form die Normen

    DIN 53811, Faserdurchmesser-Messung,

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  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994

    DIN 58812, Teil 1, Bestimmung der Feinheit von Spinnfasern Gravimetrisches Verfahren und

    DIN 58812, Teil 2, Schwingungsverfahren angewendet.

    Fr die Garnfeinheit gilt entsprechend DIN 53830, Teil 3. Die Feinheit wird nur dann bestimmt, wenn kein Werkszeugnis des Faserherstellers vorliegt.

    3.3.2 Prfbericht

    Im Prfbericht werden angegeben:

    das Verfahren;

    Mittelwert, Standardabweichung und Variationskoeffizient der Faserfeinheit in dtex bzw. Prozent auf eine Nachkommastelle.

    3.4 Flchengewicht

    3.4.1 Einschichtige Geotextilien (Vliesstoffe, Gewebe)

    3.4.1.1 Prfverfahren

    Die Bestimmung des Flchengewichts von einschichtigen Geotextilien erfolgt nach DIN 53854, Ge-wichtsbestimmung an textilen Flchengebilden mit Ausnahme von Gewirken und Gestricken, an 10 Rundproben von je 100 cm Prfflche (112,8 mm Durchmesser). Die Rundproben werden durch Aus-stanzen erzeugt. Das Stanzwerkzeug muss mit seiner Mahaltigkeit eine Genauigkeit der Prfflche von 0,5 % erzeugen. Das Probengewicht wird auf 0,01 g genau bestimmt.

    Bei Kontrollen auf der Baustelle kann das Flchengewicht auch an einer mindestens 1 m groen Mess-probe bestimmt werden. Alternativ auch an 10 rechteckigen Proben von 100 cm. Dabei sind die Proben nach dem Zuschnitt auf 1 mm auf- oder abgerundet genau zu messen und daraus die Flche in cm mit einer gerundeten Nachkommastelle zu bestimmen.

    3.4.1.2 Prfbericht

    Im Prfbericht werden angegeben:

    Mittelwert und Standardabweichung ganzzahlig in g/cm,

    Der Variationskoeffizient in Prozent auf eine Nachkommastelle.

    3.4.2 Mehrschichtige Geotextilien (Verbundstoffe)

    3.4.2.1 Prfverfahren

    Bei Verbundstoffen wird sowohl das Gesamtflchengewicht als auch das Flchengewicht der Einzel-schichten des Verbundstoffes ermittelt. Das erfolgt analog 3.3.1.1 an 10 Rundproben von 100 cm als Gesamtflchengewicht und nach deren Zerlegung in ihre Einzelschichten als Flchen- gewicht getrennt fr jede Einzelschicht wiederum analog 3.3.1.1.

    3.4.2.2 Prfbericht

    Neben dem Gesamtflchengewicht wird das Flchengewicht der Einzelschichten entsprechend 3.3.1.2 angegeben.

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  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien im Verkehrswasserbau, Ausgabe 1994

    3.5 Schichtdicke, Rohdichte

    3.5.1 Einschichtige Geotextilien (Vliesstoffe, Gewebe)

    3.5.1.1 Prfverfahren

    Die Schichtdicke und Rohdicke von einschichtigen Geotextilien wird nach DIN 53855, Teil 1, Bestim-mung der Dicke textiler Flchengebilde, ermittelt.

    Abweichend von DIN 53855, Teil 1, erfolgt die Prfung an 10 ausgestanzten Rundproben von je 25 cm Flche (56,4 mm Durchmesser). Die Dickenmessungen werden an den einzelnen Proben unter einem kreisfrmigen Druckstempel von 25 cm Prfflche und mit dem Messdruck 2 kN/m durchgefhrt. Die Rohdichte wird mit dem aus Abschnitt 3.3 bestimmten Mittelwert der Schichtdicke nach Abschnitt 3.4 errechnet.

    3.5.1.2 Prfbericht

    Im Prfbericht werden angegeben: Mittelwert, Standardabweichung und Variationskoeffizient fr

    Schichtdicke in mm auf eine Nachkommastelle und

    Rohdichte in g/cm3 auf zwei Nachkommastellen.

    3.5.2 Mehrschichtige Geotextilien (Verbundstoffe)

    3.5.2.1 Prfverfahren

    Die Schichtdicke von Verbundstoffen wird an einem Probenstapel aus 5 Einzelproben in 2 Messvorgn-gen bestimmt. Dabei wird zuerst die Gesamtdicke, dann die Dicke der Einzelschichten festgestellt. Die Messung der Gesamtdicke erfolgt nach 3.4.1.

    3.5.2.2 Probennahme, Probenanzahl und Probenvorbereitung

    In Lngsrichtung und in Querrichtung werden fnf rechteckige Proben 10 x 30 cm ausgestanzt. Die Pro-ben einer Richtung werden mit der Einbauunterseite nach oben zum Probenstapel aufeinandergelegt. Zur horizontalen Trennung der Proben untereinander werden 4 ebenflchige Bleche zwischen die Proben eingelegt. Durch ihre Form und Abmessung sind sie gleichzeitig Lehren fr das Zusammensetzen des Probenstapels und die Ausrichtung im Messbereich des Prfgertes. Der Probenstapel wird linksbndig in den Messbereich des Prfgertes eingesetzt, so tief, dass die Trennbleche an den Fhrungssulen anstehen. Dabei mssen die zur Messung vorgesehenen Lngsschnittkanten der Proben bndig mit den Trennblechkanten abschlieen. Die vertikal stufenlos verstellbare obere Abdeckplatte wird soweit verfah-ren bis der Abstand zur parallelen Bodenplatte dem Ma 5 x Schichtdicke Verbundstoff und 4 x Trenn-blechdicke entspricht. Damit wird die Verformung der Einzelprobe, die sich unter dem Messdruck von 2 kN/m einstellt am Probenstapel erzeugt.

    3.5.2.3 Prfgert

    Das Prfgert ist als opto-elektronische Messanordnung aufgebaut (Bild 1 und Bild 2). Es besteht aus der mit 3 Messmarken versehenen Probenhaltung zur Einrichtung, Einspannung und zum hhengleichen Querverschub des Probenstapels, dem vertikal verfahrbaren Messmikroskop in Verbindung mit einer digitalen Wegmessung und dem PC- Rechner zur Messwerterfassung, Auswertung und Dokumentation.

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  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994

    3.5.2.4 Prfungsdurchfhrung

    An den 3 markierten Messquerschnitten in Probenmitte und 10 cm rechts und links davon wird senkrecht zur Stapellngsachse von unten nach oben, Schicht fr Schicht die jeweilige Trenngrenze der Einzel-schichten mit dem waagrechten Faden des Einzelschichten mit dem waagerechten Faden des Faden-kreuzes in der Messoptik anvisiert. Auf eine Breite von 12 mm muss die augenscheinlich beste bereinstimmung von Messfaden und Schichtgrenze am Messmikroskop eingestellt werden. Der jeweili-ge Messwert wird im Rechner gespeichert.

    Je Einzelschicht des Verbundstoffes entstehen 15 Messwerte. Bei Handmessung unmittelbar am Pro-benstapel wird sinngem vorgegangen.

    ber die Auswertung ergeben sich die Mittelwerte und die statistischen Kennwerte der Einzellagen. Die Prfung wird entsprechend 3.4.1 mit dem Messdruck 2 kN/m vorgenommen.

    3.5.2.5 Prfbericht

    Gesamtschichtdicke und Dicke der Einzelschichten sowie die zugehrigen Rohdichten werden entspre-chend 3.4.1.2 aufgefhrt.

    3.6 Zugfestigkeiten und Dehnungen

    3.6.1 Gewebe, Vlies- und Verbundstoffe

    3.6.1.1 Prfverfahren

    Die Zugfestigkeit und Dehnung von Geotextilien wird in Lngs- und Querrichtung nach DIN 53857 Einfa-cher Streifen-Zugversuch an textilen Flchengebilden, Teil 1, Gewebe, Teil 2, Vlies- und Verbundstoffe, geprft. Proben mit Polyamid Rohstoffen oder zustzlicher chemischer Ausrstung (Beschichtungen) werden als Nasszugversuch durchgefhrt. Alle anderen geotextilen Gewebe werden trocken geprft. Je Prfrichtung werden 10 Proben von 100 mm Breite, 200 mm freier Einspannlnge bei 200 mm/min Ver-formungsgeschwindigkeit geprft. Als Gewebe werden die Proben auf volle Breite eingespannt. Vliese und Verbundstoffe werden normgem auf 5 cm Breite geschlaucht. Dickschichtige Verbundstoffe wer-den auf volle Probenbreite eingespannt, wenn sich die geschlauchte Form nicht mehr durch einfaches Falten ber die ganze Lnge herstellen lsst.

    3.6.1.2 Prfbericht

    Im Prfbericht werden angegeben:

    a) Mittelwert, Standardabweichung und Variationskoeffizient

    Hchstzugkraft bei Bruch als Zugfestigkeit in kN/m bzw. in Prozent auf zwei bzw. eine Nach-kommastelle

    Hchstzugkraftdehnung bei Bruch in Prozent auf eine Nachkommastelle

    b) Zugkraft-Lngennderungskurve

    c) Bei Geweben erfasste Fadenzahl in der Einspannklemme

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  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien im Verkehrswasserbau, Ausgabe 1994

    3.6.2 Nahtverbindungen

    3.6.2.1 Probennahme, Probenanzahl und Probenvorbereitung

    Als Laboratoriumsprobe wird eine 1,50 m lange, geradlinig verlaufende Nahtverbindung zweier Geotextil-bahnen bentigt. Zur Probennahme werden 5 Messproben als 30 cm lange und 20 cm breite Streifen so geschnitten, dass die Nahtverbindungen jeweils in der Mitte der Streifen und rechtwinklig zur Zugrichtung liegt. Von den Schnittkanten aus wird die Naht von beiden Seiten her etwa 5 cm aufgezogen, so dass eine intakte Naht von 10 cm verbleibt. Die aufgezogenen Nahtfden werden mehrfach eng verknotet. Die Messproben werden dann unter Beachtung der Knoten auf 10 cm Breite geschnitten.

    3.6.2.2 Prfungsdurchfhrung

    Die nicht geschlauchte Probe wird nach Ziffer 3.5.1.1 geprft. Die Nahtgarnkennwerte werden im Normal-fall nicht geprft.

    3.6.2.3 Prfbericht

    Im Prfbericht werden angegeben:

    a) Mittelwert, Standardabweichung und Variationskoeffizient der Hchstzugkraft bei Bruch in kN/m Naht-lnge bzw. in Prozent auf zwei bzw. eine Nachkommastelle,

    b) Beschreibung der Naht (Einfach-, Doppelnaht; stehende-, liegende Naht; Randabstand; Anzahl der Nahtstiche auf 10 cm Nahtlnge; sonstige Feststellungen),

    c) Rohstoff, Feinheit und Zugkraft des Nahtgarnes, gem den Angaben des Antragstellers bzw. als Prfwerte.

    3.7 Wasserdurchlssigkeit normal zur Geotextilebene

    3.7.1 Prfverfahren

    Mit dem Prfverfahren wird die Wasserdurchlssigkeit eines Geotextils normal zu seiner Ebene an einer unbelasteten Probe bestimmt. Die Prfung wird nach dem Prinzip des abnehmenden hydraulischen H-henunterschiedes durchgefhrt. Sie liefert in einem Versuchsablauf als Ergebnis die Durchflussge-schwindigkeit v durch die Geotextilprobe in Abhngigkeit vom hydraulischen Hhenunterschied h. Die Temperaturabhngigkeit der Viskositt des Wassers wird bercksichtigt. Bei bekannter Schichtdicke lsst sich aus der v/h-Beziehung die zugehrige k/h bzw. k/i-Beziehung errechnen.

    3.7.2 Prfgert (Beispiel BAW Prfgert)

    Das Prfgert (Bild 3 und Bild 4) besteht aus zwei senkrechten Prfzylindern aus Plexiglas, beide mit Innen 142 mm und 1035 bzw. 1300 mm lang, dem Probenbehlter aus Hart- PVC zur Aufnahme der Geotextilprobe, der hydraulischen Verbindung beider Zylinder durch einen PVC-Schlauch Innen 60 mm, einem elektrisch gesteuerten Pneumatikventil DN 50 und der Wasserversorgung mit entlfteten Trinkwasser ber Schlauchanschluss. Die Messwerterfassung der Massenabnahme beim Prfvor-gang besorgt eine Dehnungsmessstreifen-Wgezelle mit 50 kg Nennlast an der Aufhngung des Proben-zylinders. ber Messverstrker und Analog/Digital Wandler werden die Messwerte in einem PC mit

    9

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    speziellem Anwendungsprogramm erfasst und der Prfverlauf wird online graphisch dargestellt. Die Aus-wertung erfolgt getrennt mit speziellem Anwendungsprogramm.

    Bei anderer Prfanordnung ist zu beachten:

    Hydraulischer Hhenunterschied

    Probenflche

    Prfzelle

    Mindestdurchmesser des Verbindungsschlauches mssen dem BAW-Prfgert in Maen und Form entsprechen.

    3.7.3 Probennahme, Probenanzahl, Probenvorbereitung

    Aus der Laboratoriumsprobe werden 10 Proben ( 165 mm) mit einem Probenschneider oder einer Stanze entnommen. Die Proben werden gewogen und das Flchengewicht und die Schichtdicke in Pro-benmitte bestimmt.

    Die Proben werden bis zur Prfung mindestens 12 h in Wasser gelagert, bei quellfhigen Faserrohstoffen (PA, PAC) mindestens 24 h.

    Zur Entlftung werden die Proben einzeln unter Wasser mehrmals von Hand zusammengedrckt bis keine Luftblasen mehr austreten.

    3.7.4 Prfungsdurchfhrung

    Vor der ersten Prfung wird an jedem Prftag der Bereich zwischen Reduzierstck am Aufnahmezylinder und dem Probenbehlter neu mit entlfteten Wasser aufgefllt. Zum Probeneinbau wird der aufgehngte Probenzylinder auf dem Untergestell abgesetzt und festgesetzt. Das Plexiglasrohr wird abgenommen und die unter Wasser gelagerte Probe wird mit der Bodenseite nach oben unter Wasser im Probenbehlter eingebaut (2 bis 3 cm Wasserberstand).

    Nachdem das Plexiglasrohr wieder aufgesetzt und das Pneumatikventil geschlossen wurde, wird entlfte-tes Wasser auf 1 m ber Oberkante Probenbehlter eingelassen. Der Probenzylinder wird ber die Hub-einrichtung soweit angehoben, dass Oberkante Probenbehlter und Oberkante Reduzierstck am Aufnahmezylinder auf einer Hhe liegen. Am Aufnahmezylinder wird der Wasserspiegel durch Fllen oder Ablassen auf Oberkante Reduzierstck eingestellt. Bei einem hydraulischen Hhenunterschied von 1 m wird die Prfung mit Starttastendruck am PC-Rechner eingeleitet.

    Sobald auf dem Bildschirm das Koordinatenkreuz (Ordinate = hydraulischer Hhenunterschied in cm, Abszisse = Zeit in sec.) mit dem hydraulischen Anfangshhenunterschied erscheint, wird mit dem ffnen des Pneumatikventils der eigentliche Prfvorgang ausgelst. Mit der zuvor festgelegten Abtastrate wird die Gewichtsabnahme am Probenzylinder gemessen und dem Rechner bergeben. Das Erfassungspro-gramm bewirkt die online-Darstellung der Abnahme des hydraulischen Hhenunterschiedes ber die Zeit auf den Bildschirm und die Speicherung der Daten fr die getrennte Auswertung. Die Wassertemperatur wird am Anfang, der Mitte und am Ende der Prfung auf 0,1 C gemessen, vom Erfassungsprogramm gemittelt und gespeichert. Die Prfung ist mit dem Wasserspiegelausgleich abgeschlossen (v=0 m/s).

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    3.7.5 Auswertung

    Die Durchflussgeschwindigkeit normal zur Geotextilprobe wird durch abschnittsweise Auswertung der Gewichtsnderung des Probenzylinders errechnet. Dazu wird aus der Gewichtsmessung (Bild 5) die Wassermasse G ermittelt, die in einem festzulegenden Zeitintervall t abgeflossen ist. Gleichzeitig wird aus der Gewichtsmessung des zugehrigen Zeitintervalls der mittlere hydraulische Hhenunterschied h bestimmt. Die zu einem beliebigen Zeitpunkt tx bestehende Durchflussgeschwindigkeit wird umso genau-er, je kleiner das Zeitintervall t gewhlt wird.

    Als Nullhorizont wird fr h die Wasserspiegellage festgelegt, bei der die Geschwindigkeit der Gewichtn-derung, d.h. die Durchflussgeschwindigkeit durch die Geotextilprobe v= 0 ist (Bild 5). v und h werden abschnittsweise wie folgt errechnet:

    tAGvw

    T **= (Gleichung 1a)

    wAGGh*

    )(2 min=

    (Gleichung 1b)

    mit

    vT Durchflussgeschwindigkeit [m/s] senkrecht zur Geotextilebene bei der gemessenen Wassertempera-tur T [C]

    h hydraulischer Hhenunterschied [m]

    G Gesichtsdifferenz [kN] im Zeitintervall t

    t gewhltes Zeitintervall [s]

    G* mittlere Gewichtskraft [kN] des Probenzylinders in dem gewhlten Zeitintervall

    Gmin kleinste gemessenen Gewichtskraft des Probenzylinders (Nullhorizont)

    A durchstrmte Flche der Geotextilprobe [m]

    w Wichte des Wassers [kN/m]

    RT Korrekturfaktor fr die Bezugswassertemperatur T = 20C

    RT10 Korrekturfaktor nach Bild 6 fr die Umrechnung der Durchflussgeschwindigkeit von 20C auf 10C Bezugstemperatur

    Die im Versuch festgestellte Durchflussgeschwindigkeit v wird auf eine Vergleichstemperatur von 20C umgerechnet.

    TT vRv *20 = (Gleichung 2)

    Der Korrekturfaktor RT kann Bild 6 entnommen werden. Zwischenwerte knnen geradlinig eingeschaltet werden.

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    ber die gesamte Streubreite der ermittelten Einzelergebnisse wird durch eine Regressionsanalyse eine Ausgleichsfunktion bestimmt, wobei die whrend der Ventilffnung gemessenen Werte nicht bercksich-tigt werden drfen:

    22020 ** vbvah += (Gleichung 3)

    v20 wird im linearen Netz als Abszisse in Abhngigkeit von dem hydraulischen Hhenunterschied h aufge-tragen.

    Aus v20 und h lsst sich der Durchlssigkeitsbeiwert k bezogen auf 10C nach folgenden Gleichungen errechnen:

    10

    2010

    TRvv = (Gleichung 4)

    hdvk *1010 = (Gleichung 5)

    mit d = nominale Schichtdicke der Filterschicht [m] aus 3.6.3.

    3.7.6 Prfbericht

    In den Prfbericht sind aufzunehmen:

    a) Kurve der Durchflussgeschwindigkeit V20 in Abhngigkeit vom hydraulischen Hhenunterschied h und die entsprechende Ausgleichsfunktion der Einzelproben,

    b) Mittelwert, Standardabweichung und Variationskoeffizient

    der Durchflussgeschwindigkeiten v20 bei h = 5 und 25 cm in m/s bzw. Prozent auf zwei bzw. ei-ne Nachkommastelle,

    der k10-Werte bei h = 5 und 25 cm in m/s bzw. Prozent auf eine Nachkommastelle bei exponen-tialer Darstellung.

    3.8 ffnungsweite von Geotextilien

    3.8.1 Prfverfahren

    Die charakteristische ffnungsweite eines Geotextils wird durch eine Nasssiebung mit einem definierten Prfboden bestimmt. Im Versuch bernimmt das Geotextil die Funktion eines Siebes. Die charakteristi-sche ffnungsweite wird aus dem Bodendurchgang durch das Geotextil und dem Bodenrckstand ermit-telt.

    Der Kennwert fr die ffnungsweite (Dw bzw. O90) wird von dem Korndurchmesser der grbsten Einzel-fraktion eines Prfbodens gekennzeichnet bei der 90 % der Fraktionsmasse durch das Geotextil zurck-gehalten werden.

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    3.8.2 Probennahme, Probenanzahl und Probenvorbereitung

    Aus der Laboratoriumsprobe werden 5 Proben mit 192 mm entnommen. Sie werden bis zur Prfung, mindestens aber 24 Stunden, unter Wasser gelagert.

    3.8.3 Prfgert

    Als Prfgert dient eine vertikal schwingende Laborsiebmaschine fr Analysensiebe 200 mm mit elekt-romagnetischem Antrieb, 50 Hz Schwingfrequenz und einer Amplitude der Vertikalschwingung von 1,5 mm unter Belastung (Bild 7). Die nach 3.7.2 vorbehandelte Probe wird in ein Analysensieb 200 mm eingelegt. Von unten nach oben erfolgt dann folgender Prfaufbau:

    Siebmaschine

    Siebpfanne mit Ableitung des Prfbodendurchganges

    Analysensieb 200 mm Maschenweite 5-10 mm mit eingelegter Geotextilprobe

    Metall und Kunststoffklemmring zur Fixierung und Randabdichtung der Probe, freier Probendurch-messer 165 mm

    Siebkopf mit 3 Sprhdsen, Wasseranschluss und Regulierventil

    3.8.4 Prfungsdurchfhrung

    Zur Prfung wird in Abhngigkeit von der zu erwartenden ffnungsweite das bei 105C getrockneten Quarzsandkorngemisch 1 oder 2 als Prfboden eingesetzt (Bild 8). Dabei ist zu beachten, dass DW (O90) zwischen d10 und d90 liegt.

    Die vorbehandelte Probe wird auf das Sieb plan aufgelegt und am Rande mit einem Klemmring einge-spannt. Um eventuelle Sandklumpen whrend des Siebvorganges zu zerschlagen, kann ca. 5 mm ber die Geotextilprobe ein Gitterdraht von ca. 5 mm Maschenweite seitlich eingespannt werden Auf der ein-gespannten Probe werden 300 g, entsprechend 1,4 g/cm, Prfboden gleichmig verteilt.

    Vor Siebbeginn wird der Prfboden ber den Siebkopf wassergesttigt. In der anschlieenden Nasssie-bung muss durch regelmige Sichtkontrolle und eventuelle Regulierung der Wasserzufuhr sichergestellt werden, dass kein Aufschwimmen von Bodenteilchen eintritt. Bei Prfungsbeginn wird die tatschliche Schwingweite am Anzeigekeil kontrolliert und falls erforderlich nachgeregelt.

    Whrend des Siebvorganges wird der Bodendurchgang ber einen Papierfilter mit 4,5 m ffnungswei-te aufgefangen. Nach 15mintiger Siebung wird die Siebmaschine, danach die Wasserzufuhr abgeschal-tet. Die Bodeneinlagerung in das Geotextil wird durch Absplen und Ausklopfen der bei 105C getrockneten Probe rckgewonnen und dem Bodenrckstand zugegeben.

    Nach dem Trocknen bei 105C wird die Kornverteilung von Bodenrckstand und Bodendurchgang nach DIN 18123 bestimmt. Fr die Bestimmung der Kornverteilung von Bodenrckstand und Bodendurchgang wird ein Siebsatz mit 10 Sieben aus der ISO-565, R20 bzw. DIN 4188 mit den Maschenweiten 2,0; 1,18; 1,0; 0,71; 0,5; 0,40; 0,20; 0,10; 0,063 und 0,045 mm verwendet.

    Die Prfung ist an jeder der fnf Messproben durchzufhren und einzeln auszuwerten.

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    3.8.5 Auswertung

    GD Masse des Filterdurchganges der Einzelfraktion [g]

    GR Masse des Filterrckstandes der Einzelfraktion [g]

    GT Gesamtmasse von Filterdurchgang und Filterrckstand GT = (GD + GR) [g]

    Aus dem Protokoll der Nasssiebung (Tabelle 2) wird das zu den verwendeten Siebmaschenweiten geh-rende prozentuale Bodendurchgangsverhltnis GD/GT entnommen und im Wahrscheinlichkeitsnetz aufge-tragen. Die Punkte werden geradlinig miteinander verbunden (Bild 9).

    Bei GD/GT * 100 = 10 % wird der zugehrige Korndurchmesser abgelesen, welcher der wirksamen ff-nungsweite DW (O90) entspricht (Bild 9).

    3.8.6 Prfbericht

    Im Prfbericht werden angegeben:

    a) Mittelwert, Standardabweichung und Variationskoeffizient der wirksamen ffnungsweite in mm bzw. % auf 2 bzw. 1 Nachkommastelle,

    b) der verwendete Prfboden.

    3.9 Filterwirksamkeit

    3.9.1 Mechanische Filterwirksamkeit gegenber sandigen bis schwach schluffigen Bden (Durchstrmungsverfahren)

    3.9.1.1 Prfverfahren

    Das Verfahren dient zur Prfung der mechanischen Filterwirksamkeit von Geotextilien gegenber sandi-gen bis schwach schluffigen Bden (d20 0,06 mm) bei Wechseldurchstrmung. Durch Messung des Bodendurchganges in den einzelnen Prfabschnitten lsst sich die mechanische Filterwirksamkeit ge-genber dem verwendeten Prfboden und hnlichen, in einem festgelegten Kornbereich liegenden B-den /2/ beurteilen. Aus den Prfungsergebnissen ist auch zu erkennen, ob sich die erforderliche Stabilisierung des Bodendurchganges eingestellt hat.

    Das Verfahren liefert nur bei sandigen bis schwach schluffigen Bden mit einem k-Wert 1*10-5 m/s si-cher reproduzierbare Ergebnisse. Fr feinkrnigere oder undurchlssigere Bden wird das Turbulenzver-fahren angewendet.

    3.9.1.2 Prfbden

    Fr die Regelprfung werden drei verschiedene Bodentypen verwendet. Ihre Krnungsbnder sind in Bild 10 dargestellt (siehe auch /1/ und /2/; Bodentyp 4 siehe Turbulenzverfahren).

    Bei Bedarf kann die Prfung auch mit anderen durchlssigen Bden (k 1*10-5 m/s) durchgefhrt werden.

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    3.9.1.3 Probennahme, Probenzahl und Probenvorbereitung

    Aus der Laboratoriumsprobe werden fnf Proben von 168 mm Durchmesser ausgestanzt. Sie werden in den Hart-PVC-Ring mit der Filteroberseite nach unten auf das Nirosta-Sieb gelegt und der Rand wird unter die umlaufende Nut geschoben. Das PVC-Rohr wird in den Hart-PVC-Ring eingesetzt und fest ge-gen die Probe gedrckt. In den durch Geotextil und PVC-Rohr gebildeten Probenraum werden 1500 g getrockneter Prfboden (105C) in gleichmiger Schichtdicke lose eingefllt. Mit der PVC-Kupplung, dem Plexiglasaufsatzrohr, oberen Messingring und den Messinggewindestben wird der Probenbehlter zusammengespannt. Zur Wasserlagerung bzw. Prfung wird der Probenbehlter sehr langsam bis zur Unterkante PVC-Kupplung in den Wasserbehlter eingetaucht. Sobald der Wasserspiegelausgleich zwi-schen Probenbehlter und Wasserbehlter erfolgt ist, wird der Probenbehlter von oben vorsichtig mit Wasser gefllt und gleichzeitig so unter Wasser gefhrt, dass kein hydraulischer Hhenunterschied ent-steht. 415 mm unter Wasserspiegel abgesenkt wird der Probenbehlter bis zum Beginn der Prfung fest-gemacht.

    3.9.1.4 Prfgert

    Das Prfgert besteht aus dem Prfrahmen mit angeflanschtem, rechts, links drehenden, regelbaren Elektromotor als Bremsmotor, der elektronischen Steuerung, der durchlaufenden Welle mit den Seilrollen, den 10 Probenbehltern und 10 Wasserbehltern (Bild 11). Bild 12 zeigt den Aufbau der Probenbehlter und die Abmessungen. Die wirksame Prfflche betrgt bei 153 mm Durchmesser 183,85 cm.

    Die elektronische Steuerung regelt fr den Antrieb die erforderliche Umdrehungszahl, die Drehrichtung, die Standzeit an den Hoch- und Tiefpunkten und die Zeit fr den Hub und Absunk.

    Die Hub- und Absunkhhe ist abhngig vom Durchmesser der Wasserbehlter insofern als die konstante Wasserverdrngung des Probenbehlters einen dem Durchmesser entsprechenden Wasseran-stieg / Absunk im Wasserbehlter (BAW = 7 cm) erzeugt.

    Bei anderer Prfanordnung ist zu beachten:

    Probenflche

    Probenbehlter

    Hub-, Absink- und Verweilzeiten

    Hydraulischer Hhenunterschied

    mssen dem BAW Prfgert in Zahl, Ma und Form entsprechen.

    3.9.1.5 Prfungsdurchfhrung

    Die Wassertemperatur der Wasserbehlter wird bei Versuchsbeginn und am Versuchsende gemessen.

    Die bis zur Prfung 415 mm unter Wasserspiegel eingetauchten Probenbehlter werden in der Prfein-richtung im Wechsel ein- und ausgetaucht. Die Hub- und Absenkphase dauert 7 Sekunden, die Standzei-ten am Hoch- und Tiefpunkt betragen 30 Sekunden. Der zu Beginn im angehobenen Zustand vorhandene hydraulische Hhenunterschied von 400 mm verringert sich whrend der 30 Sekunden Standzeit am Hochpunkt um das Ma des abflieenden Wassers. In Abhngigkeit von der Durchlssig-keit des Prfbodens und des Geotextils ergeben sich entsprechende Absunkmae. Beim Eintauchen und

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    in der Standzeit unter Wasser ist das Absunkma der maximale hydraulische Hhenunterschied. Das durch die Probe von unten eindringende Wasser bewirkt einen Grundbruch im Prfboden mit einer inten-siven Verwirbelung, Die Dauer der wechselseitigen Durchstrmungsbelastung betrgt insgesamt 34 Stunden (1826 Hub- und Senkvorgnge). Die Wasserbehlter, in die die Proben eintauchen, werden nach 4, 9 und 24 Stunden gegen sedimentfreie Wasserbehlter ausgetauscht.

    Die whrend der einzelnen Prfphasen durch die Filterprobe hindurchgesplten Bodenmengen werden durch Filtrieren, Trocknen (bei 105C) und Auswiegen bestimmt.

    3.9.1.6 Auswertung

    Die Mittelwerte des Bodendurchganges der einzelnen Belastungsphasen werden fr die fnf Proben er-rechnet und ber die vier Belastungsphasen hinweg als Summenkurve aufgetragen (Bild 13).

    Das hydraulische Geflle am Hochpunkt i = h/d wird in einer Kurve unter der Diagrammabszisse darge-stellt.

    Der Verlauf beider Kurven lsst erkennen, ob eine Stabilisierung im Bodendurchgang eingetreten ist. Fr die Filterstabilisierung ist die in der letzten Prfphase (24 bis 34 Stunden nach Prfbeginn) durchgesplte Bodenmenge magebend. Ein geotextiler Filter gilt gegenber den Bodentypen 1 bis 3 als filterstabil, wenn der Bodendurchgang insgesamt und fr die letzte Prfphase als Mittelwert + Standardabweichung die zugelassenen Hchstmengen nach /1/, /2/ nicht bersteigt.

    3.9.1.7 Prfbericht

    Im Prfbericht werden angegeben:

    a) der zur Prfung verwendete Bodentyp. Bei von den Typenbden abweichenden Prfbden die Korn-verteilung und der k-Wert,

    b) Mittelwert, Standardabweichung und Variationskoeffizient des Gesamtbodendurchgangs und des Bo- dendurchgangs in der letzten Prfphase auf eine Nachkommastelle in g und bezogen in g/m bzw. in Prozent,

    c) grafische Darstellung der Summenkurve des gemittelten Bodendurchgangs und des zugehrigen hydraulischen Geflles am Hochpunkt.

    3.9.2 Mechanische Filterwirksamkeit gegenber sehr feinkrnigen Bden (Turbulenzverfahren)

    3.9.2.1 Prfverfahren

    Das Verfahren dient zur Prfung der mechanischen Filterwirksamkeit von Geotextilien gegenber sehr feinkrnigen Bden (d20 < 0,06 mm) unter turbulenten ueren Strmungsbelastungen. Durch Messung des Bodendurchganges in den einzelnen Prfabschnitten lsst sich die mechanische Filterwirksamkeit gegenber dem verwendeten Prfboden und hnlichen in einem festgelegten Kornbereich liegenden Bden /2/ beurteilen. Aus den Prfergebnissen ist auch zu erkennen, ob sich die erforderliche Stabilisie-rung des Bodendurchganges eingestellt hat /1/.

    Mit dem Prfverfahren wird die turbulente Anstrmung eines geotextilen Filters, wie sie z. B. bei Vorbei-fahrt eines Schiffes mit kritischer Heckquerwelle oder durch Schraubenstrahl auftritt, simuliert (System-

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    prfung). Da jedoch entgegen den natrlichen Verhltnissen die Filterprobe unter dem Boden liegt, liefert das Prfverfahren auf der sicheren Seite liegende Ergebnisse fr den Bodendurchgang.

    3.9.2.2 Prfbden

    Fr die Regelprfung wird als Bodentyp 4 [BT 4] ein Mittel- bis Grobschluff als Prfboden eingesetzt. Folgende bodenmechanische Kennwerte sind einzuhalten:

    Sieblinie innerhalb des Kornverteilungsbandes nach Bild 10

    Plastizittszahl lp 0,1

    Kohsion des undrnierten Bodens Cu 1,5 kN/m

    3.9.2.3 Probennahme, Probenanzahl, Probenvorbereitung

    Aus der Laboratoriumsprobe werden 5 Proben von 168 mm ausgestanzt und in jeweils einen Probenbe-hlter mit der Einbauoberseite nach unten liegend eingebaut. Auf das eingespannte Geotextil werden 1500 g Bodentyp 4 (BT4) lose aufgeschttet und mit einer einstellbaren Einbaulehre ebenflchig im Pro-benkrper verteilt. Der Prfboden wird dazu unmittelbar vor dem Einbau bei 70C bis zur Gewichtskon-stanz getrocknet. Die Verdichtung des Prfbodens erfolgt unter einer Auflast, die eine Flchenpressung des Geotextils von 2 kN/m gewirkt. Die Auflast wird von den 1500 g BT4 und einer 2130 g schweren Messingscheibe von 151 mm Durchmesser erzeugt. Um Bodenverluste am Ringspalt zwischen Proben-form und Messingscheibe zu verhindern, werden 2 Geotextilvliese (Flchengewicht 600 g/m, Schichtdi-cke 6 mm) 152 mm zwischen Prfbodenoberflche und Messingauflast eingefgt. Zur Verdichtung wird der Prfkrper auf einer elektromagnetischen Siebmaschine mit rein vertikaler Schwingung (z. B. gem 3.7.3) fest verspannt. Eine im Geotextilbereich untergelegte 5 mm dicke PVC-Scheibe verhindert ein Durchhngen der Geotextilprobe whrend der Verdichtung. Mit einer Frequenz von 50 Hz bei 1,5 mm Schwingweite wird 240 Sekunden verdichtet. Der Prfkrper wird danach mit der oberen Abdeckung ge-schlossen und zur Wassersttigung 16 Stunden lang in Trinkwasser von 20 5C bei 20 cm Wasserhhe gelagert. Der Prfkrper soll dabei schrg eingetaucht werden, um Lufteinschlsse unter der Geotextilfl-che zu vermeiden.

    3.9.2.4 Prfgert

    Das Prfgert ist fr die gleichzeitige Prfung von 3 Proben ausgelegt (Bild 14). Es besteht aus der tra-genden Stahlrahmenkonstruktion mit angeflanschtem Elektromotor als Antrieb, der elektrischen Steue-rung, dem Keilriemenantrieb, den Antriebswellen mit den Turbulenzflgeln, den Proben- und Prfgefen sowie den Auffangbehltern. Die Probenbehlter entsprechen in Material, Abmessung und Aufbau der Darstellung in Bild 15. Sie sind ber das zentral im Plexiglasdeckel verschraubte Messingrohr mit dem Prfrahmen fest zu verbinden. ber das Rohr erfolgt zudem die Entlftung bzw. der Druckausgleich im Probenbehlter whrend der Prfung. Der Ruhewasserspiegel im Wasserbehlter wird anhand der Milli-meterskala an der Plexiglasfrontschreibe eingestellt. Die Rotorumdrehungszahl ergibt sich aus den festen Keilriemenscheibenverhltnissen. Im Fall eines regelbaren Motors ist eine zuverlssige Messeinrichtung fr die Umdrehungszahl erforderlich.

    Mit dem 4-armigen Turbulenzflgel wird bei 260 U/min. eine turbulente Anstrmung der Filterprobe mit Strmungsgeschwindigkeiten zwischen 70 und 90 cm/s erzeugt. Der Flgeldurchgang unter der Geotex-tilprobe bewirkt dabei Druckpulsationen mit einer Frequenz von 17,3 Hz.

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    Bei anderer Prfanordnung ist zu beachten:

    Mae und Form von Prfbehlter, Turbulenzflgel und Probenbehlter sowie die rumliche Anord-nung und die Abstnde zueinander mssen dem BAW-Gert entsprechen. Das Gleiche gilt fr die Flgeldrehzahl und den Wasserstand im Prfbehlter.

    3.9.2.5 Prfungsdurchfhrung

    Die Wassertemperatur in den Prfbehltern wird bei Versuchsbeginn und am Versuchsende gemessen.

    In den Prfbehlter wird Trinkwasser auf 20,5 cm Hhe eingefllt. Der Probenbehlter wird dann unmit-telbar aus der Wasserlagerung heraus in den Prfbehlter eingebracht. Dabei muss durch schrges Ein-tauchen Lufteinschluss unter der Prfflche verhindert werden. Mit einem Abstandshalter von 3 cm Hhe zwischen Probenbehlter- unterkante und Flgeloberkante wird der Probenbehlter hhenmig festge-legt und am Prfrahmen eingespannt. Zur Prfung wird der Abstandshalter entfernt. In 5 Belastungspha-sen von 30 Minuten wird die Filterprobe insgesamt 150 Minuten turbulent angestrmt. Jede Phase wird am Steuergert von Hand gestartet und ber eine Zeitschaltuhr nach 30 Minuten beendet. Ein Phasen-zhler zeigt den Stand der Prfung.

    Nach jeder Belastungsphase wird das Wasser im Wasserbehlter in ein Gef abgelassen. Der Wasser-behlter wird dabei sorgfltig ausgesplt. Mit einer neuen Wasserfllung wird die Prfung fortgesetzt. Fr das im Gef gesammelte Wasser wird durch Abfilter, Trocknen (bei 105C) und Auswiegen die Boden-durchgangsmenge bestimmt.

    3.9.2.6 Auswertung

    Die aus den fnf Proben gebildeten Bodendurchgangsmittelwerte werden ber die Belastungsphasen hinweg als Summenlinie aufgetragen. (Bild 16).

    Aus dem Kurvenverlauf lsst sich erkennen, ob eine Stabilisierung eingetreten ist. Fr die Filterstabilisie-rung ist die in der letzten Prfphase (120 bis 150 Minuten nach Prfbeginn) durchgesplte Bodenmenge magebend. Ein geotextiler Filter gilt gegenber dem Bodentyp 4 als filterstabil, wenn der Bodendurch-gang in der letzten Prfphase und die Gesamtmenge des Bodendurchganges als Mittelwert + Standard-abweichung die zugelassenen Hchstmengen /1/, /2/ nicht bersteigen.

    3.9.2.7 Prfbericht

    Im Prfbericht werden angegeben:

    a) der zur Prfung verwendete Bodentyp. Bei vom Bodentyp 4 abweichenden Boden die Bodenkenn-werte zur Plastizitt, Kohsion, Ungleichfrmigkeit und Kornverteilung.

    b) Mittelwert, Standardabweichung und Variationskoeffizient des Gesamtbodendurchganges und des Bodendurchgangs in der letzten Prfphase auf eine Nachkommastelle in Gramm und bezogen in g/m bzw. in Prozent.

    c) Grafische Darstellung der Summenkurve des gemittelten Bodendurchganges.

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    3.9.3 Hydraulische Filterwirksamkeit

    3.9.3.1 Prfverfahren

    Mit dem Prfverfahren wird die Wasserdurchlssigkeit unbelasteter bodenbesetzter Geotextilproben nor-mal zu ihrer Ebene bestimmt (hydraulische Filterwirksamkeit). Das Verfahren und das Prfgert entspre-chen weitgehend Abschnitt 3.6, Abweichungen werden nachfolgend aufgefhrt.

    3.9.3.2 Probennahme, Probenanzahl, Probenvorbereitung

    Nach der Prfung der mechanischen Filterwirksamkeit werden die mit dem Prfboden angereicherten Filterproben (Abschnitt 3.8.1 und 3.8.2) ausgebaut und der darberliegende Boden bis zur Oberflche des Geotextils abgetragen. Anschlieend werden die Filterproben mit der Unterseite nach oben in den Probenzylinder eingebaut. Im Gegensatz zu Abschnitt 3.6 ist dabei der Wasserspiegel unterhalb der Pro-be. Sehr langsam und vorsichtig wird von unten her durch die Probe hindurch Wasser in den Probenzy-linder gefllt bis etwa 3 cm ber Probenoberkante. Die weitere Fllung bis 50 cm Wassersule erfolgt von oben. Wird nicht unmittelbar nach der mechanischen Filterwirksamkeit geprft, sind die Proben bis zur Prfung unter Wasser zu lagern.

    3.9.3.3 Prfungsdurchfhrung

    An den 5 Proben wird die Wasserdurchlssigkeit mit einer Messung je Probe gem Abschnitt 3.6 ermit-telt. Abweichend von Abschnitt 3.6 wird die Prfung mit einem hydraulischen Hhenunterschied von 50 cm durchgefhrt. Vor der Prfung wird die Gesamtschichtdicke des bodenbesetzten Geotextils in Pro-benmitte nach Abschnitt 3.4 bestimmt.

    3.9.3.4 Auswertung

    Die Auswertung erfolgt gem Abschnitt 3.6. Als Schichtdicke wird die Gesamtschichtdicke des boden-besetzten Geotextils eingesetzt.

    3.9.3.5 Prfbericht

    Im Prfbericht werden angegeben:

    a) Kurve der Durchflussgeschwindigkeit v20 in Abhngigkeit vom hydraulischen Hhenunterschied h und die entsprechende Ausgleichsfunktion der Einzelproben,

    b) Mittelwert, Standardabweichung und Variationskoeffizient

    der Durchflussgeschwindigkeit v20 bei h = 5 und 25 cm in m/s bzw. Prozent auf zwei bzw. eine Nachkommastelle.

    Der k10-Wert bei h = 5 und 25 cm in m/s bzw. Prozent auf eine Nachkommastelle bei exponen-tialer Darstellung.

    19

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994

    3.10 Durchschlagwiderstand

    3.10.1 Prfverfahren

    Die Prfung dient der Ermittlung des Durchschlagwiderstandes von Geotextilien gegenber Sto und Schlag. Die Art und Gre der Prfbeanspruchung soll mglichen Baustellenbelastungen, wie sie z. B. beim Einbau von Schttsteinen auftreten knnen, entsprechen.

    Zur Prfung des Durchschlagwiderstandes wird auf eine Geotextilprobe, die auf dem Prfboden aufliegt und an ihrem Rand eingespannt ist, ein Fallbr mit definierter Fallenergie abgeworfen. Der Versuch liefert eine Ja/-Nein-Aussage zum Durchschlagwiderstand.

    3.10.2 Probennahme, Probenanzahl, Probenvorbereitung

    Zur Prfung werden der Laboratoriumsprobe fnf quadratische Proben mit einer Kantenlnge von jeweils 100 cm entnommen. Ausserhalb des Prfgerstes wird im Lagerwagen das Sandbett durch Stampfen verdichtet und oberflchenbndig mit den Auflagerflchen abgezogen. Das Sandbett entspricht in seinem Kornaufbau dem Bodentyp 3 gem Abschnitt 3.8.1.2 mit dem Flchenma 80/80 cm bei 31 cm Dicke. Die Probe als Vlies, Verbundstoff oder Gewebe wird mit der Unterseite so auf das Sandbett aufgelegt, dass die Probenrichtung mit der geringeren Zugkraft nach Abschnitt 3.5 einen rechten Winkel zur Schneidenlngsachse des Fallbrs bildet. Bei Geweben wird im Flanschbereich des Lagerwagens 3 mm dickes Flachgummi mit Gewebeeinlage zur Verbesserung der Randeinspannung zugelegt.

    3.10.3 Prfgert

    Das Prfgert (Bild 17) besteht aus einem 4-suligen Prfrahmen mit zentraler 2-suliger Fallbrfhrung, dem 76 kg schweren Fallbr mit einer speziellen Schneidenausbildung, elektromotorischem Fallbran-hub, elektromagnetischer Fallbrankopplung und Auslsung, hydraulischer Gerteanhebung zum Pro-benein- und -ausbau, hydraulischer Probenanpressung whrend der Prfung sowie dem Lagerwagen mit dem Sandbett.

    Bei anderer Prfanordnung ist zu beachten:

    die Fallenergie und die Schneidenausbildung des Fallbrs, die Auflagerbedingungen und die Rand-einspannung des Geotextils mssen dem BAW-Prfgert entsprechen.

    3.10.4 Prfungsdurchfhrung

    Die Regelprfung erfolgt unter folgenden Randbedingungen:

    Fallenergie: 600 Nm (Steinklasse II) /4/

    Fallenergie: 1200 Nm (Steinklasse III) /4/

    Untergrund: 31 cm Bodentyp 3, trocken, mitteldichte Lagerung

    Randeinspannung: 12,2 N/cm 100 bar Systemdruck

    Zur Prfung wird die vorbereitete Probe auf dem Lagerwagen unter den Prfrahmen in Prfstellung ge-bracht und die Randeinspannung mit 100 bar Hydraulikdruck hergestellt. Je nach Anforderung wird der

    20

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien im Verkehrswasserbau, Ausgabe 1994

    Fallbr auf die Marke 600 oder 1200 Nm aufgefahren und zur Prfung ausgelst. Nach Sicherung des Fallbrs in Ruhestellung wird die Probe ausgebaut und auf Schden berprft.

    Schden sind Durchschlge (Lcher) und alle augenscheinlichen Vernderungen, die auf Minderung der Filterstabilitt und Festigkeit hindeuten (u. a. Schden an Schuss- oder Kettfden, Fadenverschiebungen, Faserverdrngungen).

    Als Eignungsprfung kann auch mit anderer Fallenergie und/oder anderem Untergrund geprft werden.

    3.10.5 Prfbericht

    Im Prfbericht werden angegeben:

    die eingesetzte Fallenergie

    Schden nach Art, Umfang und an wie viel Proben

    Ausreichender Durchschlagswiderstand bei 1200 Nm schliet bei gleichem Prfuntergrund ausreichen-den Durchschlagswiderstand fr 600 Nm Fallenergie ein.

    3.11 Abriebbestndigkeit

    3.11.1 Prfverfahren

    Das Verfahren simuliert Scheuerbeanspruchungen an Geotextilien, wie sie z. B. durch Bewegung von Steinen im Deckwerk auftreten knnen. In einer rotierenden Trommel rutscht ein Splitt-Wassergemisch 40000 Umdrehungen im Links- und 40000 Umdrehungen im Rechtslauf ber die eingebauten Geotextil-proben. Soweit die Proben danach nicht zerstrt sind, werden die Prfwerte der Zugkraft, Schichtdicke und Flchengewicht festgestellt. Als Ma fr die Beurteilung der Abriebbestndigkeit dienen die Vernde-rungen der Prfwerte gegenber den Ausgangswerten.

    3.11.2 Probennahme, Probenanzahl, Probenvorbereitung

    In Richtung der kleineren Zugkraft (Abschnitt 3.5) werden zehn Proben 200 x 300 mm aus der Laborato-riumsprobe entnommen. Bis zur Prfung, mindestens aber 24 Stunden, werden die Proben unter Wasser von 20 5C gelagert.

    Zur Prfung werden die Proben auf Stahlplatten befestigt und in die Abriebfelder des Prfgertes einge-setzt. Die Einbauoberseite des Geotextils muss dabei der Scheuerbeanspruchung ausgesetzt werden.

    3.11.3 Prfgert

    Das Prfgert (Bild 18) besteht aus einer achteckigen, ber eine horizontale Welle angetriebene Stahl-trommel mit 8 Prffeldern, dem regelbaren Antriebsmotor, der elektronischen Steuerung und dem Prf-rahmen. Die Umdrehungsrichtung kann gewechselt, die Umdrehung je Minute und die Umdrehungszahl insgesamt kann beliebig vorgegeben werden.

    Das Abriebgut hat folgende Zusammensetzung:

    2 kg scharfkrniger Basaltedelsplitt 8/11 mm 1 kg scharfkrniger Basaltedelsplitt 5/8 mm

    21

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994

    22

    1 kg scharfkrniger Basaltedelsplitt 2/5 mm 8 l Wasser.

    Bei anderer Prfanordnung ist zu beachten:

    die Abmessungen, die Geometrie und die Umdrehungsgeschwindigkeit der Prftrommel, ferner Fll-gutart und Menge mssen dem BAW Prfgert entsprechen.

    Fr Eignungsprfungen knnen je nach den zu erwartenden Beanspruchungen vor Ort andere Krnun-gen verwendet werden.

    3.11.4 Prfungsdurchfhrung

    Die Regelprfung erfolgt in zwei Abriebfolgen von je 40000 Umdrehungen. Bei 16 Trommelumdrehungen je Minute, wird alle 5000 Umdrehungen die Drehrichtung gendert. Nach den ersten 40000 Umdrehun-gen werden die Proben augenscheinlich beurteilt. Sind die Proben nicht zerstrt, wird die Abriebmischung erneuert und die zweite Abriebfolge vorgenommen.

    Sind die Proben auch nach 80000 Umdrehungen nicht zerstrt, werden aus der Mitte ihrer abriebbean-spruchten Flchen fnft Proben zur Prfung der Zugfestigkeit (nach Abschnitt 3.6) entnommen und ge-prft. Zuvor werden die Proben grndlich ausgewaschen und fr die Prfung der Zugkraft an der Luft getrocknet. An den getrockneten Zugproben wird zuvor das Flchengewicht (Abschnitt 3.3) und die Schichtdicke (Abschnitt 3.4) festgestellt.

    3.11.5 Prfbericht

    Im Prfbericht werden angegeben:

    Mittelwert, Standardabweichung und Variationskoeffizient von Rohdichte in g/cm, Schichtdicke in mm, Flchengewicht in g/m, und Zugfestigkeit in kN/m mit der in den entsprechenden Abschnitten genannten Stellenzahl.

    3.12 Temperaturbestndigkeit gegenber hohen Temperaturen (200C)

    3.12.1 Prfverfahren

    Die Prfung dient der Beurteilung der Bestndigkeit eines Geotextils gegenber der kurzfristigen Einwir-kung von hohen Temperaturen (z. B. Asphaltmastix, Temperatur ca. 170C). Als Ma fr die Beurteilung der Temperaturbestndigkeit dient die durch die Hitzebeanspruchungen verursachte Vernderung der Zugfestigkeit bei Hchstzugkraft. Geotextilien aus den Faserrohstoffen PA, PAC, PES sind aufgrund ihrer bekannten Temperaturbestndigkeitswerte von dieser Prfung nicht betroffen. Geotextilien mit PE, PP oder einer neuen Rohstoffbasis sind zu prfen.

    3.12.2 Probennahme, Probenanzahl, Probenvorbereitung

    In Richtung der kleineren Zugkraft (Ziffer 3.5) werden fnf Proben 300 x 100 mm als Zugproben der La-boratoriumsprobe entnommen. Bis zur Temperaturbeanspruchung werden sie trocken im Labor gelagert. Nach der Temperaturbeanspruchung richtet sich die weitere Probenvorbereitung nach Abschnitt 3.5.

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien im Verkehrswasserbau, Ausgabe 1994

    3.12.3 Prfgert

    Als Prfgerte werden Kalksandsteine KSL 24 x 11,5 x 11,3 cm nach DIN 106, ein Wrmeschrank mit einem Temperaturbereich bis 220C und die Prfgerte nach Abschnitt 3.5 bentigt.

    3.12.4 Prfungsdurchfhrung

    Die Proben werden mit den im Wrmeschrank 1 Stunde lang auf 200C erwrmten KSL-Steinen so be-legt, dass die spteren Prfflchen thermisch belastet werden. Die KSL-Steine werden mit der ungeloch-ten Seite aufgelegt und bleiben bis zur Abkhlung auf Raumtemperatur auf den Proben. Die Prfung auf Zugfestigkeit kann unmittelbar angeschlossen werden.

    3.12.5 Prfbericht

    Im Prfbericht werden angegeben:

    Mittelwert, Standardabweichung und Variationskoeffizient der Zugfestigkeit in kN/m bzw. Prozent gerundet auf ganze Zahl.

    3.13 Stempeldurchdrckversuch

    Stempeldurchdrckversuch gibt als Indexprfung ein Ma fr den Durchdrckwidersand. Es kann im Deckwerksbau von Bedeutung sein, wenn sich ein Befahren mit Baugert nicht vermeiden lsst.

    Bei Geotextilien, die als Trennlage in Betriebswegen, Baustraen oder bei hohen berschttungen ein-gesetzt werden, kann ber den Stempeldurchdrckversuch die Eignung beurteilt werden.

    Der Stempeldurchdrckversuch wird nach DIN 54307 durchgefhrt.

    3.14 Nachweis zur Erfllung der Allgemeinen Anforderungen nach TLG

    3.14.1 Umweltvertrglichkeit

    Die auf der Rohstoffbasis PAC, PA, PES, PE, PP auf rein mechanischem Weg gefertigten Geotextilien (Gewebe, Vliesstoffe) sind bei der blichen Anwendung im Verkehrswasserbau umweltvertrglich. Aus den zur Grundprfung gemachten Angaben heraus entscheidet das prfende Institut, ob und wie ein Nachweis gefhrt werden muss.

    3.14.2 Bestndigkeit gegenber Verrottung, l, Seewasser, Frost

    Geotextilien nach den Kriterien von Abschnitt 3.13.1 sind nach langjhriger Erfahrung bestndig im Sinne dieses Abschnittes, d. h. sie erfllen bei sachgerechtem Einbau und Unterhaltung ihre Funktion. Bei neu-artigen Ausgangsstoffen und Herstellverfahren entscheidet das prfende Institut inwieweit und mit wel-chen Verfahren die Nachweise gefhrt werden mssen (z. B. DIN 53739, DIN 53521, DIN 53857).

    3.14.3 Bedingte Bestndigkeit gegen UV-Strahlung

    Die Lichtbestndigkeit beschrnkt sich fr den blichen Anwendungsfall auf die Zeit des Einbaus. PA, PE, PP sind ohne Stabilisatoren und Zustze auch fr diesen Fall wenig bestndig. Aus den Angaben zur Grundprfung beurteilt das prfende Institut die Lichtbestndigkeit. Im Zweifelsfall ist vom Antragsteller ein Werkzeugnis oder eine Werksbescheinigung des Faserherstellers zu fordern.

    23

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994

    3.14.4 Anpassungsfhigkeit an Bodenunebenheiten

    Objektive Prfkriterien fr diese Anforderungen sind in keinem bekannten Prfverfahren gegeben. Das prfende Institut beurteilt diese Anforderung aus dem Dehnverhalten bei Zugversuch und dem subjekti-ven Vergleich mit praxisbewhrten Geotextilien.

    3.14.5 Vollflchiger Verbund mehrlagiger Geotextilien (Verbundstoff)

    Die einzelnen Lagen eines Verbundstoffes sind in der Regel mechanisch miteinander verbunden. Ein vollflchiger Verbund wird durch eine ausreichende Vernadelung erreicht. Die nach TLG zulssige punktweise Verbindung von Filterschicht mit Zusatzschicht begrenzt. Geprft wird nach Augenschein eventuell nach Zerlegung in die einzelnen Lagen. Ein Grenzwert, welche Zugspannung Geotextillagen untereinander bertragen, existiert nicht.

    3.14.6 Prfbericht

    Im Prfbericht wird angegeben, welche Anforderungen erfllt sind.

    4 Literaturverzeichnis /1/ Technische Lieferbedingungen fr geotextile Filter (TLG)

    /2/ Merkblatt Anwendung von geotextilen Filtern an Wasserstraen (MAG)

    /3/ Zustzliche Technische Vertragsbedingungen Wasserbau (ZTV-W), fr Bschungs- und Sohlensi-cherungen, Leistungsbereich 210

    /4/ Technische Lieferbedingungen fr Wasserbausteine (TLW)

    /5/ DIN 50014, Normalklimate

    /6/ Kommentare zum Textilkennzeichnungsgesetz, Christian Brebeck, Deutscher Fachverlag

    /7/ DIN 53803, Teil 1 und 2, Probenahme

    /8/ DIN 18200 berwachung (Gteberwachung ) von Baustoffen, Bauteilen und Bauarten

    /9/ Grundlagen zur Beurteilung von Baustoffen, Bauteilen und Bauarten im Prfzeichen- und Zulas-sungsverfahren [lfBT, Mai 1986]

    /10/ DIN 55303, Teil 5, Statistische Auswertung von Daten, Bestimmung eines statistischen Anteilberei-ches

    /11/ DIN 55350, Begriffe der Qualittssicherung und Statistik, (Teil 11 bis Teil 31)

    24

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien im Verkehrswasserbau, Ausgabe 1994

    Bild 1: Schichtdickenmessgert fr ein- und mehrlagige Geotextilien Beispiel: BAW-Gert (Vor-deransicht, Draufsicht)

    Hubvorrichtung

    Belastung

    Zentriermikroskop

    25

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994

    Bild 2: Schichtdickenmessgert fr ein- und mehrlagige Geotextilien Beispiel: BAW-Gert (Sei-tenansicht)

    Hhenreier zur digitalen Wegmessung

    Zentriermikroskop

    26

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien im Verkehrswasserbau, Ausgabe 1994

    Bild 3: Probenbehlter (Detail A, Bild 4) Beispiel: BAW-Prfgert

    27

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994

    Bild 4: Versuchseinrichtung zur Bestimmung der Wasserdurchlssigkeit normal zur Geotextilebene Beispiel: BAW-Gert

    28

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien im Verkehrswasserbau, Ausgabe 1994

    Bild 5: Beispiel fr den Verlauf der Wasserspiegelabsenkung im Probenzylinder in Abhngigkeit von der Zeit

    siehe Tabelle 1

    29

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994

    Tabelle 1: Beispiel zu Bild 5

    30

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien im Verkehrswasserbau, Ausgabe 1994

    Bild 6: Korrekturfaktor Rr zur Bercksichtigung der Zhigkeit des Wassers bezogen auf 20C

    31

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994

    Bild 7: Prfgert zur Bestimmung der wirksamen ffnungsweite

    32

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien im Verkehrswasserbau, Ausgabe 1994

    Bild 8: Kornverteilung der Prfbden 1 und 2

    33

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994

    Tabelle 2: Beispiel fr das Protokoll einer Nasssiebung

    34

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien im Verkehrswasserbau, Ausgabe 1994

    Bild 9: Auftragung des prozentualen Bodendurchgangsverhltnisses GD/GT * 100. Bei GD/GT * 100 = 10 % wird Dw = 0,11 mm abgelesen.

    35

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994

    Bild 10: Kornverteilungsbnder der als Prfbden verwendeten Bodentypen 1 bis 4.

    36

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien im Verkehrswasserbau, Ausgabe 1994

    Bild 11: Prfung der mechanischen Filterwirksamkeit nach dem Durchstrmungsverfahren. Bei-spiel: BAW-Gert

    37

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994

    Bild 12: Probenbehlter. Beispiel: BAW-Gert

    38

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien im Verkehrswasserbau, Ausgabe 1994

    Bild 13: Summenkurve des Bodendurchgangs mit zugehrigem hydraulischem Geflle i zu Beginn der Hochpunkt-Standzeit

    MECHANISCHE FILTERWIRKSAMKEIT FR BT 1-3 DURCHSTRMUNGSVERFAHREN

    39

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994

    Bild 14: Prfgert fr die Bestimmung der mechanischen Filterwirksamkeit nach dem Turbulenzver-fahren. Beispiel: BAW-Gert

    40

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien im Verkehrswasserbau, Ausgabe 1994

    Bild 15: Beispiel: BAW-Gert (aus doc-file)

    41

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994

    Bild 16: Beispiel einer Summenkurve des Bodendurchgangs (BT 4)

    42

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien im Verkehrswasserbau, Ausgabe 1994

    Bild 17a: Prfgert zur Bestimmung des Durchschlagwiderstandes. Beispiel: BAW-Gert

    43

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994

    Bild 17b: (Draufsicht)

    44

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien im Verkehrswasserbau, Ausgabe 1994

    Bild 18: Prfgert zur Bestimmung der Abriebbestndigkeit. Beispiel: BAW-Gert

    45

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994

    46

    Bild 19: Probenaufnahme Beispiel: BAW-Gert

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994 Anlage 1

    Anlagen

    Anlage 1: Tabellarische bersicht der Einzelprfungen einer Grund-, Eignungs-, Eige-nberwachungs-, Fremdberwachungs- und Kontrollprfung fr Geotextilien im Verkehrswasserbau nach den TLG /1/

    Spalte 1 2 3 4 5 6

    Gteberwachungsprfung

    Durchzufhrende Prfungen

    Grundprfung Eignungsprfung

    Eigenber-wachung

    Fremdber-wachung

    Kontrollprfung

    1

    Bestimmung der Rohstoffarten

    (x)

    nur, wenn kein Zeugnis des

    Faserherstellers vorliegt

    (x)

    nur, wenn kein Zeugnis des

    Faserherstellers vorliegt

    -

    -

    -

    2

    Faserfeinheit

    (x)

    wie Zeile 1

    (x)

    wie Zeile1

    -

    -

    -

    3

    Flchengewicht

    x

    x

    x

    1. Rolle3) da-nach alle 500

    m

    x

    im Rahmen der halbjhrlichen Regelprfung

    x

    bis 10000 m alle 5000 m

    danach alle 10000 m

    4

    Schichtdicke Rohdichte

    x

    x

    x

    1. Rolle danach alle 2500 m

    x

    wie Zeile 3

    x

    wie Zeile 3

    5

    Zugfestigkeit

    x

    x

    x

    1. Rolle3) da-nach alle 2500

    m

    x

    wie Zeile 3

    x

    wie Zeile 3

    6

    Wasserdurchlssig-keit

    x

    x

    x

    1. Rolle 3) da-nach alle 2500

    m

    x

    wie Zeile 3

    x

    wie Zeile 3

    7

    ffnungsweite

    x

    -

    x

    1. Rolle 3) da-nach alle 2500

    m

    x

    wie Zeile 3

    (x)

    wie Zeile 8, wenn in der Grundprfung ermittelt

    oder ein Grenzwert eingehalten werden

    muss

    47

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994 Anlage 1

    48

    Spalte 1 2 3 4 5 6

    Gteberwachungsprfung

    Durchzufhrende Prfungen

    Grundprfung Eignungsprfung

    Eigenber-wachung

    Fremdber-wachung

    Kontrollprfung

    8

    Filterwirksamkeit nach BAW Verfahren

    Durchstrmung Turbulenz

    x

    der Antragsteller bestimmt den zu prfenden Bo-

    dentyp

    (x)

    -

    -

    (x)

    nur, wenn Flchen-gewicht und /oder

    Wasserdurchlssigkeit ungengend

    9

    Durchschlag-widerstand

    x

    der Antragsteller bestimmt die Fallenergie

    600/1200 Nm

    (x)

    -

    -

    (x)

    nur, wenn Flchen-gewicht ungengend

    10 Abriebbestndigkeit x (x) - - -

    11 Temperatur-bestndigkeit

    x (x) - - -

    12

    Stempeldurchdrck-versuch

    (x)

    auf Verlangen des

    Antragstellers

    - - - -

    13

    Allgemeine Material-eigenschaften nach

    TLG 3.1

    x - - - -

    Anmerkung und Ergnzungen: 1) Mit einer Eignungsprfung wird die Erfllung besonderer Anforderungen geprft. Zur Identifikation sind die Prfungen der Zeilen 1

    bis 6 erforderlich. Der brige Prfumfang (x) ergibt sich je nach Randbedingungen der Baumanahme. 2) Die Angaben von Spalte 4 beziehen sich auf die Eigenberwachung bei der Herstellung. 3) Der Begriff 1. Rolle gilt fr den Fall, der erstmaligen Produktionsaufnahme und fr die Wiederaufnahme der Produktion zu einem

    spteren Zeitpunkt.

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994 Anlage 2

    Anlage 2: Muster-Prfbericht einer Grundprfung

    BUNDESANSTALT FR WASSERBAU

    ( B A W )

    P R F B E R I C H T

    zur Grundprfung an

    Geotextilien im Verkehrswasserbau

    Auftraggeber:

    Produktbezeichnung:

    Auftrag vom:

    Auftrags - Nr.:

    Prfbericht - Nr.:

    Erstellt von: Abteilung: Bautechnik

    Referat: Baustoffe

    Dieser Prfbericht umfasst Seiten und Anlagen.

    Karlsruhe, den

    Der Prfbericht ist gltig bis zum

    - Dieser Prfbericht darf nur ungekrzt verwendet werden. -

    Bundesanstalt fr Wasserbau - Postfach 21 02 53 - 76152 Karlsruhe (0721) 9726-0

    49

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994 Anlage 2

    Geotextilien im Verkehrswasserbau Grundprfung

    Auftr.:

    Datum:

    Seite: 1

    1 Vorbemerkung

    Die nachstehenden Einzelprfungen wurden nach den Richtlinien der BAW fr die Prfung von Geotextilien im Verkehrswasserbau [RPG] durchgefhrt

    2 Allgemeine Beschreibung 2.1 Probenabmessungen

    Die in der BAW am eingegangene Probe hat die Mae:

    Lnge: m Breite: m Flche: m

    2.2 Angaben des Auftraggebers

    Hersteller:

    Produktbezeichnung:

    Produktgruppe:

    Faserrohstoffe:

    Faseranteile:

    Faserfeinheit (en):

    Bindungs- bzw. Verfestigungsart:

    Chemische Hilfsmittel:

    2.3 Beschreibung nach Augenschein

    2.4 Bemerkungen

    Mittelwert x

    Standardabweichung s

    Variationskoeffizient v

    50

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994 Anlage 2

    Geotextilien im Verkehrswasserbau Grundprfung

    Auftr.:

    Datum:

    Seite: 2

    3 Prfergebnisse 3.1 Rohstoffarten und Anteile

    Nach Werkzeugnis (DIN 50049) des Faserherstellers und des Geotextilherstellers Aus Prfung nach RPG 3.1

    PA % PAC % PE % PES % PP %

    3.2 Faserfeinheit, Garnfeinheit

    Nach Werkzeugnis (DIN 50049) des Faserherstellers Aus Prfung nach RPG 3.2

    Faserart/Garnart:

    PA dtex PAC dtex PE dtex

    PES dtex PP dtex

    3.3 Flchengewicht

    x s v Gesamtgewicht: g/m %Filterschicht 1: g/m %Filterschicht 2: g/m %Zusatzschicht: g/m %

    3.4.1 Schichtdicken bei 2 kN/m Normalspannung

    x s v Gesamtgewicht: m/m %Filterschicht 1: m/m %Filterschicht 2: m/m %Zusatzschicht: m/m %

    3.4.2 Rohdichte bei 2 kN/m Normalspannung

    x s v Gesamtgewicht: g/m %Filterschicht 1: g/m %Filterschicht 2: g/m %Zusatzschicht: g/m %

    51

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    Geotextilien im Verkehrswasserbau Grundprfung

    Auftr.:

    Datum:

    Seite: 3

    3.5 Zugfestigkeiten am cm breiten Streifen

    Geschlaucht / ungeschlaucht in Lngsrichtung

    x s v Hchstzugkraft: kN/m % Hchstzugkraft: dehnung:

    %

    %

    in Querrichtung

    x s v Hchstzugkraft: kN/m % Hchstzugkraft: dehnung:

    %

    %

    3.6 Wasserdurchlssigkeit normal zur Geotextilebene

    3.6.1 als Durchflussgeschwindigkeit V20 in m/s bei einem hydraulischen Hhenunterschied (Bezugstemperatur 20C)

    x s v h = 5 cm m/s % h = 25 cm m/s %

    Allgemeine Gleichung fr beliebiges h: V20 = m/s

    3.6.2 als Durchlssigkeitsbeiwert k10 in m/s bei einem hydraulischen Hhenunterschied (Bezugstemperatur 10C)

    x s v h = 5 cm m/s % h = 25 cm m/s %

    Allgemeine Gleichung fr beliebiges i: K10 = m/s

    3.7 Charakteristische ffnungsweite (DW bzw. O90)

    Prfboden Nr.

    Wirksame ffnungsweite Dw (O90) x s v Filter mm % Zusatzschicht mm %

    52

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    Geotextilien im Verkehrswasserbau Grundprfung

    Auftr.:

    Datum:

    Seite: 4

    3.8 Mechanische Filterwirksamkeit Bodendurchgang

    3.8.1 Bodentyp (Durchstrmungsverfahren)

    x s v Insgesamt nach 34 h: g %

    In der letzten: Prfungsphase (10 h)

    g %

    3.8.2 Bodentyp 4 (Turbulenzverfahren)

    x s v Insgesamt nach 2,5 h: g %

    In der letzten: Prfungsphase (0.5 h)

    g %

    3.8.3 Hydraulische Filterwirksamkeit

    3.8.3.1 Bodentyp

    als Durchflussgeschwindigkeit V20 in m/s bei einem hydraulischen Hhenunterschied

    x s v h = 5 cm m/s %

    h = 25 cm m/s %

    Allgemeine Gleichung fr beliebiges h:

    V20 = m/s

    als Durchlssigkeitsbeiwert k10 in m/s bei einem hydraulischen Hhenunterschied (Bezugstemperatur 10C)

    x s v h = 5 cm m/s %

    h = 25 cm m/s %

    Allgemeine Gleichung fr beliebiges i:

    k10 = m/s

    53

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    Auftr.:

    Datum:

    Seite: 5

    3.8.3.2 Bodentyp

    als Durchflussgeschwindigkeit V20 in m/s bei einem hydraulischen Hhenunterschied

    x s v h = 5 cm m/s %

    h = 25 cm m/s %

    Allgemeine Gleichung fr beliebiges h:

    V20 = m/s

    als Durchlssigkeitsbeiwert k10 in m/s bei einem hydraulischen Hhenunterschied (Bezugstemperatur 10C)

    x s v h = 5 cm m/s %

    h = 25 cm m/s %

    Allgemeine Gleichung fr beliebiges i:

    k10 = m/s

    3.9 Durchschlagwiderstand

    Anzahl der auf Sanduntergrund (BT3) durchgeschlagenen Proben bei einer Durchschlagbelastung von

    600 Nm Stck

    1200 Nm Stck

    Sonstige Schadensfeststellung:

    3.10 Abriebbestndigkeit

    Prfwerte nach der Abriebbeanspruchung fr

    x s v

    Flchengewicht g/m %

    Schichtdicke m/s %

    Rohdichte: g/m %

    Hchstzugkraft: lngs/quer

    kN/m %

    54

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    Geotextilien im Verkehrswasserbau Grundprfung

    Auftr.:

    Datum:

    Seite: 6

    3.11 Temperaturbestndigkeit bis 200C

    Prfwerte nach der Temperaturbeanspruchung

    x s v Hchstzugkraft: lngs/quer

    kN/m %

    Stempeldurchdrckversuch

    x s v Hchstdurchdrckkraft N %

    Kraft-Verformungsfunktion Kraft [N] 100 250 500 750 1000 1250 1500 1750 2000 Verformung [ %]

    3.12 Allgemeine Anforderungen nach TLG, Abschnitt 3.1

    Die Allgemeinen Anforderungen nach TLG sind erfllt.

    Von den Allgemeinen Anforderungen nach TLG

    1. Umweltvertrglichkeit

    2. Bestndigkeit gegenber Verrottung, l, Seewasser, Frost

    3. Bedingte Bestndigkeit gegenber ultravioletter Strahlung

    4. Anpassungsfhigkeit an Bodenunebenheiten

    5. Vollflchiger Verbund bei mehrlagigen Geotextilien

    Sind Ziffer erfllt

    Ziffer nicht erfllt

    Karlsruhe, den

    Bundesanstalt fr Wasserbau

    Im Auftrag Bearbeiter

    55

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    56

    Geotextilien im Verkehrswasserbau Grundprfung

    Auftr.:

    Datum:

    Anlage: 1

    Zusammenstellung der mageblichen Prfwerte nach TLG

    Nr Prfung Dimension Prfwert nach TLG s

    1 Rohstoffarten und Anteile %

    2 Faser-, Garnfeinheit [TZ] dtex3 Flchengewicht [FG] g/m2 FS1: FS2:

    ZS: Gesamt FG: 4 Schichtdicke [SD]/Rohdichte [RO] mm 5 Zugfestigkeit lngs

    [F] quer kN/m

    6 Wasserdurchlssigkeit [WD] m/s

    7 ffnungsweite [O90] mm FS: ZS:

    Bodendurchgang in 34 h g BT1: BT2: BT3:

    8.1 Filterwirksamkeit Durchstrmung [FWD]

    Bodendurchgang in 24-34 h

    g BT1: BT2: BT3:

    Bodendurchgang in 150 min

    g BT4: 8.2 Filterwirksamkeit Turbulenz [FWT]

    Bodendurchgang zwi-schen 120-150 min

    g BT4:

    8.3 Hydraulische Filterwirksamkeit [HFW] m/s BT1: BT3: BT2: BT4:

    Schttsteine Kl. II 600 Nm

    Nm 9 Durchschlagwider-stand [DW]

    Schttsteine Kl. III 1200 Nm

    Nm

    10 Abriebbestndigkeit [AB] mm g/cm3 kN/m

    SD: RO: FZ:

    11 Temperaturbestndigkeit [TB] kN/m FZ:

    12 Stempeldurchdrckversuch [FSt] N %

    FSt: :

    13 Allgemeine Eigenschaften nach TLG -

    Karlsruhe, den Sachbearbeiter:

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    Geotextilien im Verkehrswasserbau Grundprfung

    Auftr.:

    Datum:

    Anlage: 2

    3.5 Zugfestigkeit und Dehnung Lngsrichtung

    57

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994 Anlage 2

    Geotextilien im Verkehrswasserbau Grundprfung

    Auftr.:

    Datum:

    Anlage: 3

    3.8.1 Mechanische Filterwirksamkeit fr BT 1-3 Durchstrmungsverfahren

    58

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994 Anlage 2

    Geotextilien im Verkehrswasserbau Grundprfung

    Auftr.:

    Datum:

    Anlage: 4

    3.6 Wasserdurchlssigkeit

    59

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994 Anlage 2

    60

    Geotextilien im Verkehrswasserbau Grundprfung

    Auftr.:

    Datum:

    Anlage: 5

    3.8.3 Hydraulische Filterwirksamkeit Wasserdurchlssigkeit an bodenbesetzten Proben

  • BAWRichtlinie: Prfung von Geotextilien, Ausgabe 1994 Anlage 3

    Anlage 3: Muster-Prfbericht einer Kontrollprfung

    Prfbericht Nr.

    ber die Kontrollprfung von geotextilen Baustellenproben nach den Richtlinien fr die Prfung von geotextilen Filtern

    im Verkehrswasserbau (R P G 1 9 9 3 )

    Dienststelle : Auftragsschreiben : , AZ: Zusatzschreiben : , AZ: Probeneingang in der BAW : Wasserstrae : Baumanahme : Entnahmestelle/Einbaubereich : Lieferung-Nr./Rollen-Nr. : Probenentnahme-Nr. : Tag der Probenentnahme : Geotextil - Produktbezeichnung : - Lieferfirma/Hersteller : - Art : - Faserrohstoffe nach Angabe des Herstellers : - Verfestigungsart : - Eignungszeugnis : BAW-Nr.: vom: Deckschichtbauweise : Art des zu schtzenden Bodens nach den TLG : Bodentyp Prfungsergebnis : die Baustellenprobe erfllt die ausgeschriebenen Anforderungen (Einzelergebnisse s. Anlage). Karlsruhe, den Im Auftrag Bearbeiter fr die Materialuntersuchungen

    Dieser Prfungsbericht gilt nur fr den durch die Prfung erfassten Bereich der angegebenen Baumanahme.

    61

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    62

    Zusammenstellung der Einzelergebnisse

    Produktbezeichnung

    A) berprfung der Einhaltung der vertraglichen Mindestanforderungen nach TLG *)

    Art der Prfung Prfwerte des Eignungszeug-

    nisses

    Vertragliche Min-destanforderungen

    Werte der Kontroll-prfung

    Mindestabforderung erfllt ja/nein

    1 2 3 4 Schichtdicke mm: Filterschicht Zusatzschicht

    Wirksame ffnungsweite DW der Zusatzschicht (mm)

    Hchstzugfestigkeiten (N/10 cm): Lngs quer Nahtverbindung

    1 200 1 200 1 200

    Mechanische Filterwirk-samkeit fr Bodentyp: Gesamtbodendurchgang (g) Bodendurchgang i.d. letz-ten Prfungsphase (g)

    ja

    ja Hydraulische Filterwirk-samkeit fr Bodentyp (m/s)

    x 10

    > x 10

    Nachprfung nur

    bei Mngeln

    gem TLG*),

    Ziffer 5,

    erforderlich

    ja

    B) Zustzliche Kontrollwerte zur Beurteilung der nichtgeprften Filterwirksamkeit

    Art der Prfung Mittelwert des Eignungszeugnis-

    ses

    Mittelwert der Kon-trollpffung

    Abweichung der Spalte 2 von

    Spalte 1

    Zulssige Abwei-chung der Spalte 2

    von Spalte 1

    1 2 3 4 Flchengewicht (g/m) - Vliesstoff - Verbundstoff: Gesamtgewicht Filterschicht 1 Filterschicht 2 Zusatzschicht

    10 %

    20 % 20 % 20 %

    k-Wert ohne Boden (m/s)

    x 10 x 10 50 %

    Beurteilung der berschreitung der zulssigen Abweichung:

    *) TLG: Technische Lieferbedingungen fr geotextile Filter

    TitelblattInhaltsverzeichnisTabellenverzeichnisBildverzeichnisAnlagenverzeichnis1 Allgemeines2 Prfungen2.1 Allgemeines2.2 Grundprfung2.2.1 Allgemeines2.2.2 Angaben des Antragstellers2.2.3 Anforderungen an die Laboratoriumsprobe2.2.4 Prfumfang2.2.5 Prfbericht2.2.6 Rckstellprobe2.2.7 Geltungsdauer des Prfberichtes

    2.3 Eignungsprfung2.4 Gteberwachung2.4.1 Eigenberwachung bei der Herstellung2.4.2 Fremdberwachung bei der Herstellung2.4.3 Eigenberwachung auf der Baustelle

    2.5 Kontrollprfungen2.5.1 Allgemeines2.5.2 Prfung2.5.3 Prfbericht2.5.4 Geltungsbereich2.5.5 Rckstellprobe

    3 Prfverfahren3.1 Grundlagen3.2 Bestimmung der Rohstoffarten und -anteile3.2.1 Prfverfahren3.2.2 Prfbericht

    3.3 Faserfeinheit, Garnfeinheit3.3.1 Prfverfahren3.3.2 Prfbericht

    3.4 Flchengewicht3.4.1 Einschichtige Geotextilien (Vliesstoffe, Gewebe)3.4.1.1 Prfverfahren3.4.1.2 Prfbericht

    3.4.2 Mehrschichtige Geotextilien (Verbundstoffe)3.4.2.1 Prfverfahren3.4.2.2 Prfbericht

    3.5 Schichtdicke, Rohdichte3.5.1 Einschichtige Geotextilien (Vliesstoffe, Gewebe)3.5.1.1 Prfverfahren3.5.1.2 Prfbericht

    3.5.2 Mehrschichtige Geotextilien (Verbundstoffe)3.5.2.1 Prfverfahren3.5.2.2 Probennahme, Probenanzahl und Probenvorbereitung3.5.2.3 Prfgert3.5.2.4 Prfungsdurchfhrung3.5.2.5 Prfbericht

    3.6 Zugfestigkeiten und Dehnungen3.6.1 Gewebe, Vlies- und Verbundstoffe3.6.1.1 Prfverfahren3.6.1.2 Prfbericht

    3.6.2 Nahtverbindungen3.6.2.1 Probennahme, Probenanzahl und Probenvorbereitung3.6.2.2 Prfungsdurchfhrung3.6.2.3 Prfbericht

    3.7 Wasserdurchlssigkeit normal zur Geotextilebene3.7.1 Prfverfahren3.7.2 Prfgert (Beispiel BAW Prfgert)3.7.3 Probennahme, Probenanzahl, Probenvorbereitung3.7.4 Prfungsdurchfhrung3.7.5 Auswertung3.7.6 Prfbericht

    3.8 ffnungsweite von Geotextilien3.8.1 Prfverfahren3.8.2 Probennahme, Probenanzahl und Probenvorbereitung3.8.3 Prfgert3.8.4 Prfungsdurchfhrung3.8.5 Auswertung3.8.6 Prfbericht

    3.9 Filterwirksamkeit3.9.1 Mechanische Filterwirksamkeit gegenber sandigen bis schwach schluffigen Bden (Durchstrmungsverfahren)3.9.1.1 Prfverfahren3.9.1.2 Prfbden3.9.1.3 Probennahme, Probenzahl und Probenvorbereitung3.9.1.4 Prfgert3.9.1.5 Prfungsdurchfhrung3.9.1.6 Auswertung3.9.1.7 Prfbericht

    3.9.2 Mechanische Filterwirksamkeit gegenber sehr feinkrnigen Bden (Turbulenzverfahren)3.9.2.1 Prfverfahren3.9.2.2 Prfbden3.9.2.3 Probennahme, Probenanzahl, Probenvorbereitung3.9.2.4 Prfgert3.9.2.5 Prfungsdurchfhrung3.9.2.6 Auswertung3.9.2.7 Prfbericht

    3.9.3 Hydraulische Filterwirksamkeit3.9.3.1 Prfverfahren3.9.3.2 Probennahme, Probenanzahl, Probenvorbereitung3.9.3.3 Prfungsdurchfhrung3.9.3.4 Auswertung3.9.3.5 Prfbericht

    3.10 Durchschlagwiderstand3.10.1 Prfverfahren3.10.2 Probennahme, Probenanzahl, Probenvorbereitung3.10.3 Prfgert3.10.4 Prfungsdurchfhrung3.10.5 Prfbericht

    3.11 Abriebbestndigkeit3.11.1 Prfverfahren3.11.2 Probennahme, Probenanzahl, Probenvorbereitung3.11.3 Prfgert3.11.4 Prfungsdurchfhrung3.11.5 Prfbericht

    3.12 Temperaturbestndigkeit gegenber hohen Temperaturen (200C)3.12.1 Prfverfahren3.12.2 Probennahme, Probenanzahl, Probenvorbereitung3.12.3 Prfgert3.12.4 Prfungsdurchfhrung3.12.5 Prfbericht

    3.13 Stempeldurchdrckversuch3.14 Nachweis zur Erfllung der Allgemeinen Anforderungen nach TLG3.14.1 Umweltvertrglichkeit3.14.2 Bestndigkeit gegenber Verrottung, l, Seewasser, Frost3.14.3 Bedingte Bestndigkeit gegen UV-Strahlung3.14.4 Anpassungsfhigkeit an Bodenunebenheiten3.14.5 Vollflchiger Verbund mehrlagiger Geotextilien (Verbundstoff)3.14.6 Prfbericht

    4 LiteraturverzeichnisAnlage 1: Tabellarische bersicht der Einzelprfungen einer Grund-, Eignungs-, Eigenberwachungs-, Fremdberwachungs- und Kontrollprfung fr Geotextilien im Verkehrswasserbau nach den TLG /1/Anlage 2: Muster-Prfbericht einer GrundprfungAnlage 3: Muster-Prfbericht einer Kontrollprfung