Berufliche Weiterbildung und Digitalisierung - hs-nb.de · PDF filedem Prinzip der...

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  • Eine qualitative Studie im Rahmen des Förderschwerpunkts Innovative Ansätze zukunftsorientierter beruflicher Weiterbildung (InnovatWB) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) (2015 – 2018)

    Dr. Evelyne Fischer Dr. Sarina Keiser Dipl. Ök. Sylvia Sparschuh

    Berufliche Weiterbildung und Digitalisierung:

    Ergebnisse aus der Praxis für die Praxis

  • Inhaltsverzeichnis

    Vorwort ................................................................................................................................. 1

    Einführung ............................................................................................................................. 2

    1. Weiterbildung und Digitalisierung: Beschreibung der Komplexität ..................................... 4

    1.1 Zur Weiterbildungslandschaft in Deutschland .............................................................. 4

    1.2 Einfluss der Digitalisierung auf die Weiterbildung ......................................................... 5

    1.3 Der Konzeptionelle Arbeitsraum als Analysemodell ...................................................... 7

    1.4 Der Konzeptionelle Arbeitsraum als Gestaltungsmodell ............................................... 9

    2. Politik als Gestalter und Rahmenbedingung für Weiterbildung ......................................... 11

    2.1 Baden-Württemberg – Fokus: Netzwerken ................................................................. 11

    2.2 Mecklenburg-Vorpommern – Fokus: Flächenland....................................................... 18

    3. „Mittler“ und Multiplikatoren von Weiterbildung zwischen Bund und Ländern ................ 24

    3.1 Bundesagentur für Arbeit als Vermittler von Weiterbildung ....................................... 24

    3.2 Rolle von Trägern und Verbänden bei der Digitalisierung von Weiterbildung ............. 28

    4. Weiterbildungseinrichtungen als Bildungsdienstleister .................................................... 35

    4.1 Ebene des Selbst-/Rollenverständnisses ..................................................................... 37

    4.2 Ebene der Werte ........................................................................................................ 40

    4.3 Ebene der Strukturen und Kompetenzen .................................................................... 42

    4.4 Ebene des Verhaltens ................................................................................................. 45

    4.5 Ebene der Rahmenbedingungen ................................................................................. 49

    5. Lehrende und Lernende in der Weiterbildung .................................................................. 52

    5.1 Weiterbildner – Vom Dozenten zum Lernberater ....................................................... 52

    5.2 Lernende – Zunehmende Individualisierung und Selbstverantwortung....................... 58

    5.3 Weiterbildung in einer Gesellschaft langen Lebens ..................................................... 61

    6. Unternehmen und betriebliche Weiterbildung ................................................................. 66

    6.1 Ebene des Selbst-/Rollenverständnisses ..................................................................... 67

    6.2 Ebene der Werte ........................................................................................................ 68

    6.3 Ebene der Strukturen und Kompetenzen .................................................................... 69

    6.4 Ebene des Verhaltens ................................................................................................. 75

    6.5 Ebene der Rahmenbedingungen ................................................................................. 78

    7. Digitalisierung in der Weiterbildung aktiv gestalten – Handlungsfelder ............................ 80

    7.1 Ein generelles Fazit ..................................................................................................... 80

    7.2 Akteursgruppenspezifisches Fazit und Handlungsempfehlungen ................................ 81

    Glossar - Digitalisierung in der Weiterbildung ...................................................................... 86

    Literatur und Quellen ......................................................................................................... 101

  • 1

    Herausforderungen der Digitalisierung an die und in der beruflichen Weiterbildung in einer Gesellschaft langen Lebens – Ergebnisse aus der Praxis für die Praxis –

    Vorwort

    Die berufliche Weiterbildung gewinnt – infolge der demografischen Entwicklung, der Digitalisierung und des technologischen Wandels – immer mehr an bildungs- und gesellschaftspolitischer Bedeutung. Sich immer rascher wandelnde Anforderungen verlangen ein ständiges neues Lernen und Zurechtfinden und somit auch eine kontinuierliche Anpassung der beruflichen Qualifikationen.1

    „Vor diesem Hintergrund unterstützt das BMBF seit 2015 mit der Förderrichtlinie "Innovative Ansätze zukunftsorientierter beruflicher Weiterbildung" die Entwicklung von konzeptionellen Ansätzen und Strategien für die Gestaltung eines zeitgemäßen beruflichen Weiterbildungssystems. Im Fokus steht die (Neu)Ausrichtung auf eine nachhaltige, innovative und demografiesensible Weiterbildungskultur, in der lebensbegleitendes Lernen zu einem selbstverständlichen Bestandteil der Gestaltung individueller Erwerbsbiographien wird.“ Die Projekte des Förderschwerpunktes „untersuchen aus unterschiedlichen Perspektiven die Zusammenhänge zwischen aktuellen, demografischen Entwicklungen und sozioökonomischen Veränderungen, vor allem unter dem Aspekt zunehmend digitalisierter Arbeitsprozesse und damit einhergehender neuer Qualifikationsanforderungen.“2

    Die durchschnittliche Lebenserwartung hat sich in den letzten hundert Jahren verdoppelt und steigt ständig, damit auch der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung. Die demografische Entwicklung und der sozioökonomische Strukturwandel sind grundlegende Charakteristika einer Gesellschaft des langen Lebens.3

    So spüren Unternehmen und Organisationen jetzt schon die Herausforderung, sich mit älter werdenden Belegschaften, Fachkräftemangel und fehlenden Talenten auseinander setzen zu müssen. Sie können weniger auf bereits vorhandene formale arbeitsplatzadäquate Qualifikationen setzen. Es gilt die Potenziale, Kompetenzen, Kenntnisse und Erfahrungen älterer Mitarbeiter besser zu nutzen. Verstärkt rücken auch in anderen Lebensbereichen erworbene Kompetenzen in den Vordergrund.

    Parallel dazu führt die digitale Transformation als technologischer und gesellschaftlich-sozialer Wandel zu massiven Veränderungen der Arbeits- und Lebenswelt. Beide Phänomene - sich verändernde Altersstrukturen und technologische Sprünge - haben gravierende Folgen für eine zeitgemäße Weiterbildung.

    Das Projekt Digitalisierung in der beruflichen Weiterbildung in einer Gesellschaft langen Lebens – Eine qualitative Studie zum Wandel von Weiterbildung“ (DigiKo) ist eine Studie, in der die Herausforderungen der digitalen Transformation für den Bereich der beruflichen Weiterbildung untersucht werden. Dabei geht es einerseits darum, in welcher Weise Digitalisierung die berufliche Weiterbildung selbst verändert. Andererseits wird der beruflichen Weiterbildung eine Schlüsselrolle im gesamtgesellschaftlichen Prozess der digitalen Transformation zugeschrieben: Inwieweit wird berufliche Weiterbildung den Digitalisierungstendenzen in Wirtschaft, Arbeit und Alltag gerecht, beziehungsweise wie und in welcher Weise wird Digitalisierung von den Weiterbildungsakteuren gedeutet?

    1 Baethge, M./ Severing, E./ Weiß, R. 2013 2 BIBB / Innovative berufliche Weiterbildung 2018 3 vgl. Sechster Bericht zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland Altersbilder in der Gesellschaft 2010; Tippelt 2011

  • 2

    Der aktuelle Forschungsstand wurde anhand einer Literatur- und Internetrecherche erhoben. Entwicklungstendenzen in der Weiterbildungspraxis wurden in Weiterbildungseinrichtungen unterschiedlicher Träger und über Experteninterviews mit Akteuren aus unterschiedlichen Kontexten wie Unternehmen, Verbände und Weiterbildung erfasst. Dabei wird eine vergleichende Ebene einbezogen: Die Weiterbildungspraxis wird in zwei strukturell sehr unterschiedlichen Bundesländern untersucht. Aufgrund ihrer unterschiedlichen wirtschaftlichen und sozialen Struktur wurden hierfür Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg ausgewählt.

    Als methodischer Zugang für die Datenerhebung und -auswertung wurde das systemische Modell des „Konzeptionellen Arbeitsraums“ genutzt.4 Dieses ermöglicht, komplexe Zusammenhänge aus unterschiedlichen Perspektiven handelnder Akteure sowie über mehrere Handlungsebenen (wie Rahmenbedingungen, Kompetenzen, Strukturen und Werte) abzubilden.

    Aus der Reflexion von Anspruch und Praxis wurden für diese Handreichung Good Practices in der (beruflichen) Weiterbildung hausausgearbeitet sowie mögliche Entwicklungspfade für die (berufliche) Weiterbildung und unterschiedliche Akteure in diesem Handlungsfeld skizziert.

    Einführung

    Mit dieser Handreichung verfolgen wir das Anliegen, die Ergebnisse unserer Studie für die Weiterbildungspraxis aufzubereiten und darzustellen. Aus de