Berufsorientierung in inklusiven Klassen f¼r .Kernelemente der Berufsorientierung: schulische...

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  • Bildungsketten

    Arbeitshilfe

    Berufsorientierung in inklusiven Klassen fr Jugendliche mit sonderpdagogischem Frderbedarf (Schwerpunkt: Lernen)

    www.bildungsketten.de

    Bildungsketten-Werkstatt

  • Abschluss und Anschluss Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss ist eine Initiative des Bundesministeriums fr Bildung und Forschung (BMBF). Das Sonderprogramm Berufseinstiegsbegleitung innerhalb der Initiative wird in Abstimmung mit dem Bundesministerium fr Arbeit und Soziales (BMAS), der Bundesagentur fr Arbeit (BA) und den Lndern umgesetzt. Das Programm Frderung der Berufsorientierung in berbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbil-dungssttten (BO-Programm) wird im Auftrag des BMBF vom Bundesinstitut fr Berufsbildung (BIBB) durchgefhrt.

    Bildungsketten

    Impressum

    Herausgeber: Servicestelle Bildungsketten beim Bundesinstitut fr Berufsbildung (BIBB) fr das Bundesministerium fr Bildung und Forschung (BMBF) Robert-Schuman-Platz 353175 BonnTel.: (02 28) 1 07-12 20 Fax: (02 28) 1 07-28 87E-Mail: info@bildungsketten.deInternet: www.bildungsketten.deDiese Arbeitshilfe ist ein Gemeinschaftsprodukt der Bildungsketten-Werkstatt. Unter Mitwirkung des Moderators Wolfgang Fehl wurden die Inhalte von den Teilnehmern/-innen erarbeitet.

    Bonn, August 2013

    www.bildungsketten.de

    Copyright und NutzungDie Nutzung dieses Dokuments wurde vom Urheber ausschlielich fr nichtkommerzielle Zwecke genehmigt.

  • Bildungsketten

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    Bildungsketten

    Inklusion und inklusive Klasse was ist das eigentlich?

    Inklusion bedeutet, dass alle Menschen in die Gesellschaft eingebunden werden, unabhngig von ihren Fhigkeiten, Einstellungen oder Einschrnkungen, wie beispielsweise krperlichen und geistigen Behinderungen. Fr die Bildung in Deutschland bedeutet dies, dass auch die Schulen Menschen mit Behinderungen bercksichtigen, integrieren und gleichstellen.1

    Inklusion fr den Bereich Schule heit: Frderung eines gleichberech-tigten Zugangs zu Bildung fr alle und das Erkennen sowie berwinden von Barrieren. Dadurch knnen sich alle Kinder und Jugendlichen aktiv in das gemeinsame Leben und Lernen einbringen. Die Ausrichtung der Schulen auf die unterschiedlichen Voraussetzungen von Kindern und Jugendlichen ist eine grundstzliche Aufgabe. Dabei werden Schulen auf individueller und organisatorischer Ebene herausgefordert. Das Ziel ist, die gemeinsame Bildung und Erziehung fr Kinder und Ju-gendliche zu verwirklichen und die erreichten Standards sonderpdago-gischer Bildungs-, Beratungs- und Untersttzungsangebote im Interesse der Kinder und Jugendlichen abzusi-chern und weiterzuentwickeln. Hieraus sind Impulse fr die Entwicklung in-klusiver Bildungsangebote abzuleiten.

    Die Inklusion im deutschen Schulsystem kommt voran, ohne dass allerdings die Sonderschulen an Bedeutung verlieren. Inzwischen besucht zwar jeder vierte Schler mit testiertem Frder-bedarf eine regulre Schule. Seit Deutschland sich vor vier Jahren verpflichtet hat, Schler mit und ohne Behinderung gemeinsam zu unter-richten, ist der Inklusionsanteil damit bundes-weit um ein Drittel (von 18,4 auf 25 Prozent) gestiegen. Dies hat jedoch nicht dazu gefhrt, dass weniger an Sonderschulen unterrichtet wird. Denn bei immer mehr Schlern wird son-derpdagogischer Frderbedarf diagnostiziert. Der Anteil der Sonderschler an der gesamten Schlerschaft bleibt dadurch nahezu konstant. Das geht aus einer aktuellen Studie2 im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hervor. Zugleich be-legt die Studie, dass die Inklusion in den Schulen des Landes Bremen bundesweit spitze ist: 55,5 Prozent betrgt der Anteil der Schlerinnen und Schler (SuS) gemessen an der Gesamtzahl der SuS mit sonderpdagogischem Frderbedarf , der bereits einen Platz in einer inklusiven Klas-se gefunden hat. Damit liegt Bremen weit ber dem Bundesdurchschnitt von 25 Prozent.

    Info

    1 Das Menschenrechtsbereinkommen der Vereinten Nationen ber die Rechte behinderter Menschen trat am 3. Mai 2008 in Kraft. Seit dem 26. Mrz 2009 ist das bereinkommen fr Deutschland verbindlich. Am 15. Juni 2011 beschloss das Bundes-kabinett den Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

    2 Prof. Klaus Klemm Inklusion in Deutschland eine bildungsstatistische Analyse im Auftrag der Bertelsmann Stiftung, Mrz 2013. URL: http://de.slideshare.net/Vielfalt_Lernen/inklusion-in-deutschland-eine-bildungsstatistische-analyse

    Berufsorientierung in inklusiven Klassen frJugendliche mit sonderpdagogischem Frderbedarf

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    Berufsorientierung in inklusiven Klassen frJugendliche mit sonderpdagogischem Frderbedarf

    Bildungsketten in inklusiven Klassen

    Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit in inklusiven Klassen ist die berufliche Orientierung fr alle Schlerinnen und Schler. Die Instrumente der Berufs- orientierung insbesondere Berufswahlpass, Potenzialanalyse und Kompetenz-feststellung, kontinuierliche Praktika ab Jahrgangstufe 7 und Werkstattphasen sind nach Einschtzung des Landes Bremen grundstzlich fr Jugendliche ohne und mit sonderpdagogischem Frderbedarf geeignet. Darber hinaus werden hauptamtliche Berufseinstiegsbegleitung sowie ehrenamtliche Anstze zur Begleitung als besonders geeignet betrachtet.

    Berufseinstiegsbegleiter geben Schlerinnen und Schlern mit einem besonderen Frderbedarf eine klare Struktur, eine Orientierung auf dem Weg der Berufsfindung. Diese Jugendlichen stehen sehr oft vor der Herausforderung, dass sie ihre eigenen Fhigkeiten und Fertigkeiten nicht objektiv genug einschtzen knnen oder sich von den Vorstellungen der Eltern sehr stark beeinflussen lassen. Diese Tatsache fhrt dann zu berhhten Erwartungen an den beruflichen Werdegang. An dieser Stelle sind Berufseinstiegsbegleiter im doppelten Sinn besonders wichtig: Die Schlerinnen und Schler sowie deren Eltern vor unntigen Enttuschungen zu bewahren" und gleichzeitig in kleinen Schritten ihren Weg in einen mglichen Berufseinstieg zu coachen bzw. vorzubereiten.

    Andrea Herrmann-Weide, Referentin fr das Thema Inklusion bei der Senatorin fr Bildung und Wissenschaft Bremen

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    Hintergrund und Fragestellungen

    Ziel ist es, die Berufsorientierung von Schlerinnen und Schlern mit sonder-pdagogischem Frderbedarf so zu verbessern, dass sie eine realistische Chance zur Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt ber eine duale Ausbildung erhalten. Hierfr sollten die Instrumente der Berufsorientierung methodisch-didaktisch berprft und bei Bedarf angepasst werden.

    Folgende Leitfragen hat die Bremer Werkstatt intensiv bearbeitet und dazu Lsungsanstze formuliert:

    Zu diesen Fragen tauschte sich eine Expertengruppe aus der Praxis in der Bildungsketten-Werkstatt am 18. April 2013 in Bremen aus.

    Welche Herausforderungen bestehen beim Einsatz der

    Instrumente zur Berufsorientierung fr Schlerinnen und Schler

    mit sonderpdagogischem Frderbedarf?

    Wie mssen die Instrumente ge-

    staltet sein? Welche konzeptionellen Anpassungen sind ggf. notwendig? Wie knnen die Akteure mgliche

    Anpassungen in der Praxis umsetzen?

    Berufsorientierung in inklusiven Klassen frJugendliche mit sonderpdagogischem Frderbedarf

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    Bildungsketten

    Was sind die Instrumente der Berufsorientierung in Bremen und Bremerhaven?

    Den rechtlichen Rahmen fr die Gestaltung der Berufsorientierung geben die Richtlinie zur Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen des Landes Bremen vom 1. August 2012 sowie Kooperationsvertrge mit der Agentur fr Arbeit. Mit Blick auf die Zielgruppe der Jugendlichen ist auf Bundesebene das Gesetz zur Teilhabe3 ausschlaggebend.

    In Bremen und Bremerhaven werden insbesondere die folgenden Instrumente eingesetzt:

    Kompetenzfeststellung

    Berufswahlpass

    Berufsorientierungsunterricht

    Praktische Berufsorientierung in Form von Berufskunde, Werkstatttage, Handwerktage sowie Schlerfirmen (80 Prozent der Bremer Oberschulen haben Schlerfirmen)

    Hauptamtliche Berufseinstiegsbegleitung

    Ehrenamtliche Angebote

    3 Das Neunte Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX) enthlt die Vorschriften fr die Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen in Deutschland. Mit dem SGB IX wurden das Rehabilitations- und Schwerbehindertenrecht in das Sozialgesetz-buch eingeordnet. Das Gesetz trat am 1. Juli 2001 in Kraft. Fr Details vgl. SGB IX - Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen (Artikel 1 des Gesetzes vom 19. 6.2001, BGBl. I S. 1046).

    Berufsorientierung in inklusiven Klassen frJugendliche mit sonderpdagogischem Frderbedarf

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    Bildungsketten

    Wie wirken die Instrumente bei Jugendlichen mit sonder-pdagogischem Frderbedarf und welche Anpassungen sind ggf. in der Praxis notwendig?

    Die Teilnehmenden konstatieren, dass die Berufsorientierung frh anfngt und als eine Querschnittsaufgabe alle Unterrichtsfcher betrifft. Die Jugendlichen sollten Stck fr Stck und frhzeitig (mind. ab 7. Klasse) an die Berufsorientierung her-angefhrt werden. Insgesamt pldieren die Teilnehmenden fr einen erweiterten Berufsorientierungsbegriff im Sinne von lebensorientiert und halten allgemein folgende Erfahrungswerte fest:

    Die Wirkung der Instrumente ist vom Engagement der Beteiligten und der Bedeutung, die in der Schule fr die Berufsorientierung eingerumt wird, abhn-gig.

    Fr die Zielgruppe ist die Beziehungsebene entscheidend hierfr ist der Faktor Zeit ausschlaggebend. Die Teilnehmenden beklagen, dass fr die Beziehungsarbeit in inklusiven Klassen im Gegensatz zu Frderzentren weniger Zeit zur Verfgung steht.

    Die Erwartungen/Ansprche der Eltern kann ein Problem darstellen, wenn Eltern Inklusion automatisch mit einem hheren Schulabsch