BETRIEBSHANDBUCH - gleitschirm-direkt.de · PAPILLON P42: HALBER STEUERDRUCK FÜR DOPPELTEN SPASS...

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    28-Aug-2018
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  • BETRIEBSHANDBUCH Deutsch Rev. 1.2 Stand: Januar 2018

    Bitte lies diese Betriebsanleitung aufmerksamdurch, bevor du deinen Papillon P42

    das erste Mal in Betrieb nimmst.

    LTF/EN B

  • PAPILLON P42: HALBER STEUERDRUCK FR DOPPELTEN SPASSVielen Dank, dass du dich fr den PAPILLON P42 entschieden hast. Wir bedanken uns fr dein Vertrauen und wnschen dir viele schne Flugstunden!

    Der Tandem-Schirm, bei dem du glatt vergessen knntet, dass du einen Tandem fliegst. Sein Handling ist agil, seine Drehfreudigkeit hoch und sein Steuerdruck gering damit fliegt er sich fast wie ein Solo-Schirm. Er reagiert przise und verzgerungsfrei auf Steuerimpulse und lsst sich dadurch sehr leicht in Kurven einlenken. Thermik setzt der P42 zuverlssig in Hhe um.

    Im P42 steckt die Erfahrung von Papillon Paragliding, Europas grter Gleitschirmflugschule.

    Bei Fragen zu deiner Flugausrstung beraten wir dich gerne.

    See you UP in the sky!Dein Papillon-Team

    Dieses Betriebshandbuch ist ein wichtiger Bestandteil des Fluggertes. Bitte studiere es ausfhrlich, denn es besteht eine VERPFLICHTUNG, dich mit dem Luftsportgert und dessen Besonderheiten vor Inbetriebnahme zu befassen. Das Handbuch soll dir den Umgang mit dem PAPILLON P42 so sicher und einfach wie mglich gestalten.

    PAPILLON PARAGLIDERSWasserkuppe 46D-36129 GERSFELD

    Fax: +49 (06654) 82 96Tel. +49 (06654) 75 48

    [email protected]

  • INHALT

    HERZLICH WILLKOMMEN IN DER PAPILLON WORLD OF PARAGLIDING! 6PAPILLON P42 7P42 8 - Verwendungszweck 8 - Motorisierter Flugbetrieb 8 - Windenschlepp 8 - Grund- und Bremsleineneinstellung 9 - Sicherheitsvorkehrungen 10

    Gertebeschreibung 11 - Kurzbeschreibung 11 - Tragegurte 12 - Trimmer 12 - Distanzaufhngung 13

    Hinweise zum doppelsitzigen Fliegen 14 - Umgang mit dem Passagier 14 - Ausrstung 14 - Fluggelnde 14 - Einweisung des Passagiers 14 - Vorflugcheck 15 - Einhngen und Check 16 - Startaufstellung 16 - Aufziehen des Gleitschirms 17 - Flug 17 - Landung 18 - Nach dem Flug 18

    Der Flug - allgemein 19 - Flugpraxis 19 - Start 19 - Kurvenflug 21 - Aktives Fliegen 21 - Landung 22

    Schnellabstieg 24 - Ohren anlegen 24 - B-Stall 24

    Extreme Flugmanver 26 - Steilspirale 26 - Wingover 27 - Frontklapper 27 - Klapper 27 - Damit es besser nicht klappt 27 - Sackflug 28 - Fullstall, beidseitiger Strmungsabriss 29 - Einseitiger Strmungsabriss 29 - Negativkurve 29 - Notsteuerung 30 - Transport und Lagerung 30 - Reparaturen 30

  • Wartung und Reinigung 31 - Wartung und Reinigung 31 - Natur- und landschaftlich vertrgliches Verhalten 31

    Flugzubehr 32 - Gurtzeug 32 - Geeignete Rettungsschirme 32

    Risikovermutung 33 - Haftungsanspruch und Ausschlussverzicht 33 - Sicherheitshinweis und Haftung 33

    Befreiung von der Haftung, Verzicht auf Ansprche 34TechnischeDatenPapillonP42 35Color-Info 36Leinencode-Info P42 37Leinenplan P42 38Beipackzettel fr Reparaturen & 2 Jahres Checks 40Leinen-Bestellformular 41Rckantwortkarte 42

    INSTANDHALTUNGS-HANDBUCH 43

    Gegenstand der Prfungs- und Nachprfungsintervalle 44 - Wer darf prfen? 44 - Individuelle personelle Vorraussetzungen fr die Nachprfungen 44 - NotwendigeAusrstungundUnterlagen 45

    BeiderNachprfungsollinfolgendenSchrittenvorgegangenwerden: 45 - IdentifizierungdesGertes: 45 - berprfungdesRettungsgertes 45 - berprfungdesOber-undUntersegels,Nhte,Rettungssystem 45 - LcherundRisse 45 - Scheuerstelle und Dehnung 46 - berprfung der Rippen 46 - Kontrolle der Weiterreifestigkeit 46 - Porosittsmessung der Kappe 46 - Verbindungsteile 47 - Leinen 47 - berprfung der Leinenlngen und Leinenbefestigungen 47 - Stichkontrolle von Trimmung und Einstellung 48 - Materialbeschreibung und technische Daten 48 - Sonstiges 48

    Erledigte Nachprfungen sehr Wichtig! 49

  • HERZLICH WILLKOMMEN IN DER PAPILLON WORLD OF PARAGLIDING!

  • B E T R I E B S H A N D B U C H | PA P I L LO N | P 4 2 6 | 7

    PAPILLON P42

    Der Tandem-Schirm, bei dem du glatt vergessen knntet, dass du einen Tandem fliegst. Sein Handling ist agil, seine Drehfreudigkeit hoch und sein Steuerdruck gering damit fliegt er sich fast wie ein Solo-Schirm. Er reagiert przise und verzgerungsfrei auf Steuerimpulse und lsst sich dadurch sehr leicht in Kurven einlenken. Thermik setzt der P42 zuverlssig in Hhe um.

    Der P42 lsst sich hervorragend mit geringer Abhebegeschwindigkeit und kurzer Startlaufs-trecke starten. Dank seiner guten Langsamflugeigenschaften und hohen Leistung lsst sich der P42 bei der Landung sehr gut ausgleiten und damit einfach landen.

    Durch den intelligenten Materialmix des P42 und seine hochwertige Verarbeitung ein geringes Kappengewicht mit hoher Lebensdauer erreicht werden. Die Sharknose sorgt fr hohe Stabil-itt und einen erweiterten Anstrmungsbereich. Seine Kappenreaktionen fallen moderat und gedmpft aus. Zustzlich zur Sharknose untersttzt das PPN eine erhhte Profiltreue entlang der Eintrittskante. Fr die perfekte Umstrmung des Profils sorgen aufwndige Berechnungen des Balloonings und die optimierte Flgel-Vorspannung. Das High Pressure Crossport Design (HPCD) optimiert die Querbelftung der Crossports und schafft einen ausgewogenen Innen-druck des Flgels. Im hinteren Bereich sorgen Miniribs (MRB) und das Brake Gathering System (BGS) fr effiziente Krftebertragung der Bremsen.

    Der Tragegurt ist mit einem neuartigen Trimmersystem ausgerstet. Das effektive System verhindert das Verwinden des Profils, indem nicht nur die D und C Ebene beschleunigt wird, sondern auch die B Ebene im Verhltnis des Anstellwinkels verndert wird. Dadurch bleibt die Profilform erhalten, was zu einem deutlich besseren Gleiten fhrt. Am D-Tragegurt ist eine spezielle Klemmvorrichtung montiert, die es dem Piloten erlaubt die Bremsleinen in beliebiger Position zu fixieren. So kannst du dich selbst bei turbulenten Verhltnissen um den Passagier kmmern. Ein getrennter A-Gurt sorgt fr einfaches Ohrenanlegen.

  • Verwendungszweck

    Der P42 wurde ausschlielich fr den Betrieb als Gleitschirm fr Fu- und Windenstart entwickelt und getestet. Ein nicht bestimmungsgemer Gebrauch ist unzulssig. Der P42 wurde nicht fr Kun-stfluggebautundgetestet.Eristhierfrnichtgeeignetundzugelassen.WerKunstflugmitdemP42durchfhrt,begibtsichdabeiinLebensgefahr.BeimAusfhrenvonKunstflugfigurenknnensowohlunberechenbare Fluglagen auftreten als auch eine berbelastung von Material und Pilot auftreten.

    Der P42 ist ein leichtes Luftsportgert, mit einer Leermae von weniger als 120kg in der Sparte Gleitschirm.

    Der P42 ist auf zweisitzigen Betrieb ausgerichtet. Er ist nicht fr den mehrsitzigen Betrieb zugelas-sen. Alle am Flugbetrieb beteiligten Personen und Ausrstungsgegenstnde mssen die entsprech-end vorgeschriebenen Befhigungsnachweise bzw. Zulassungen, insbesondere fr das doppelsitzige Fliegen von Gleitsegeln haben, um einen sicheren Flugbetrieb gewhrleisten zu knnen. Dieses gilt fr Pilot, Gurtzeuge, Rettungssystem und Tandemaufhngung. Der P42 ist mustergeprft und nach LTF/ENBklassifiziert.

    Motorisierter Flugbetrieb

    Der P42 ist nicht fr den motorisierten Betrieb getestet und zugelassen.

    Windenschlepp

    Der P42 weist beim Windenschlepp keine Besonderheiten auf. Folgendes ist beim Windenschlepp zu beachten:

    DerPapillonP42darfnichtber150kpSchleppleinenzuggeschlepptwerden Sofern man nicht auf seiner Hauswinde schleppt ist es absolut notwendig, sich mit den rtli-

    chen Gegebenheiten vertraut zu machen. Jeder Gast in einem fremden Fluggelnde muss sich von den lokalen Piloten einweisen lassen.

    Schleppe den Papillon P42 niemals mit Zuladung auerhalb der zugelassenen Gewichtsgrenzen. Alle am Windenbetrieb beteiligten Personen und Einrichtungen mssen die jeweils

    vorgeschriebenen Befhigungsnachweise bzw. Zulassungen fr das Schleppen von Gleit schirmen an der Winde haben. Dies gilt fr Pilot, Windenfhrer, Schleppeinrichtung, Schleppklinke sowie alle weiteren Einrichtungen, fr die ein Befhigungsnachweis vorgeschrieben ist.

    Beim Start ist darauf zu achten, dass der Schirm vollstndig ber dem Piloten steht, bevor das Startkommando gegeben wird. Eventuelle Richtungskorrekturen mit den Bremsen sollten erst unternommen werden, wenn die Kappe bereits ber dem Piloten steht, da der Schirm sonst durch zu starkes Anbremsen wieder zurckfallenkann,bzw.derSchirminnochnichtflugfhigemZustandweggeschlepptwird.

    P42

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    Keinesfalls darf das Startkommando gegeben werden bevor der Schirm vollstndig unter Kon trolle ist. Starke Richtungskorrekturen whrend der Startphase und vor Erreichen der Sicherheitshhe sind zu vermeiden. EsistdaraufzuachtenimflachenWinkelvomStartbiszurSicherheitshhewegzusteigen.

    Grund- und Bremsleineneinstellung

    DieausgelieferteBremsleineneinstellungentsprichtderEinstellung0-Leerwegplus5cm. Es wird empfohlen, den Bremsgriff nach dem ersten Flug auf deine persnlichen Bedrfnisse zu justieren. Bedenke, dass die Bremsen nicht zu kurz einzustellen sind, da sonst der Schirm dauernd angebremstfliegenwrde.DieseSituationenwrenfrStart,FlugundLandunguerstgefhrlich!Die vorgegebene Grundeinstellung stellt in extremen Flugsituationen und bei der Landung aus- reichendBremswegzurVerfgung.GleichzeitigermglichtsiefrdenTrimmflugeinekomfortableArmhaltung.

    Keinesfalls sollte die Grundeinstellung der A-, B- und C-Leinen gendert werden. Bitte beachte, dass sich mit Hhe der Aufhngung des Gurtzeugs auch der relative Bremsweg verndert. Bei der Fixi-erung der Einstellung ist darauf zu achten, dass beide Seiten symmetrisch sind und dass ein dauer-hafter Knoten verwendet wird. Der Spieren- oder Pfahlstich hat sich besonders dadurch bewhrt, dass er bei exzellenter Rutschfestigkeit die Leinen am wenigsten schwcht.

    Pfahlstich

    Markierung Werkseinstellung

  • Sicherheitsvorkehrungen

    Vor dem ersten Flug mssen die Kappe, Leinen, alle Verbindungen und Vernhungen, die Schkel, Bremsleinen und Bremsleinenknoten so wie evtl. verdrehte Leinen von entsprechend ausgebildetem Personal gecheckt und im Typenschild besttigt werden.

    Mache deinen ersten Flug in einem von dir bekannten Fluggebiet und bei ruhigen Bedingungen. Teste dein Papillon P42 nur ber Wasser. Bei einem Dynamischen Flug wirkt nicht nur die Belastung auf dich, sondern auch auf den

    Schirm. Unterschtze diesen Zustand nicht! Fliege dein Papillon P42 immer mit mindestens einem Rettungsgert! Die Einhaltung der im jeweiligen Land gltigen luftrechtlichen Gesetze und Vorschriften ist zu

    beachten. Das erfolgreiche Absolvieren der entsprechenden Ausbildung und das aktuelle Vorhandensein

    des entsprechenden Kenntnisstandes / die aktuelle Flugerfahrung sind Voraussetzungen fr den Gebrauch des Papillon P42.

    Die Verwendung von geeignetem, geprftem und im jeweiligen Land zugelassenem Zubehr (Helm, Gurtzeug, Rettungsgert) ist Voraussetzung fr den Gebrauch des Papillon P42.

    Fhre vor jedem Start eine sorgfltige Materialkontrolle deiner Ausrstung (Obersegel, Un-tersegel, Rippen, insbesondere der Leinen, Karabiner, Gurtschnallen, Tuch, Speedsystem usw.) durch. Ein Flug mit einem Riss im Schirm oder Leine kann Lebensgefhrlich sein.

    Vergewisseredichstets,dasssichdasFluggertineinemflugtchtigenZustandbefindetunddass die vorgeschriebenen Nachprfungen erfolgt sind.

    Sei dir im Klaren, dass du als Pilot krperlich und psychisch in der Lage sein musst, den Flug unbeeintrchtigt durchzufhren. Du musst dich voll und ganz auf das Fliegen konzentrieren, um unangenehme Flugzustnde mglichst vermeiden zu knnen. Die meisten Unflle sind auf Pilotenfehler zurckzufhren.

    Fliege nie in der Nhe von Hochspannungsleitungen, Flughfen und Autobahnen, ber Menschen hinweg oder bei Gewitter! Du knntest sonst das Leben und die krper liche Un-versehrtheit Dritter und/oder dein eigenes Leben gefhrden und handelst gleichzeitig grob fahrlssig!DerMindestabstanddarfinkeinemMoment50munterschreiten.BeiFlughfenbe-trgtdieser5km.

    Informiere dich im Wetterbericht und vor Ort ber die vorherrschenden Wetterverhltnisse. Be-nutze den Papillon P42 nur bei Windstrken, bei denen du in der Lage bist, den Schirm 100 % zu kontrollieren. Benutze den Papillon P42 nur bei ruhigen Bedingungen, nie bei schlechtem Wetter.

    DasKunstflugfliegenistgenerellverbotenundlebensgefhrlich.UnberechenbareFluglagen-knnen auftreten, die auer Kontrolle geraten. Dabei besteht die Gefahr der berbelastung von Material und Pilot.

    BEACHTE: Die Missachtung einer oder mehrerer Sicherheitsvorkehrun-gen kann dazu fhren, dass aus Flugspa ein lebensgefhrliches Er-eignis wird.

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    GERTEBESCHREIBUNG

    Kurzbeschreibung

    Obersegel / Top V-Tape Profilrippen / Profil rips Galerieleine / Galeryline Untersegel / Bottom Gabelleine / Gabelline Stabiloleine / Stabiloline Stammleine / Mainline Tragegurte / Riser

  • Tragegurte

    Die A- und B- Tragegurten sind farblich differenziert, und mit dem Pilot Assistent System ausgestat-tetumsowohlbeimStartwiebeimFlugeineeindeutigeIdentifizierungzugewhrleisten.Der D-Traggurt ist mit dem BRAKE-FIX-CLIP ausgestattet.

    Die mit Neopren elegant abgedeckte Klemmvorrichtung erlaubt es dem Piloten die Bremsleinen in beliebigerPositionzufixieren.SokannstdudichselbstbeiturbulentenVerhltnissenumdenPas-sagier kmmern.

    Trimmer

    Der P42 ist mit einem neuartigen Trimmersystem ausgerstet. Das effektive System verhindert das VerwindendesProfils,indemnichtnurdieDundCEbenebeschleunigtwird,sondernauchdieBEbeneimVerhltnisdesAnstellwinkelsverndertwird.DadurchbleibtdieProfilformerhalten,waszueinem deutlich besseren Gleiten fhrt.

    Papillonempfiehlt,denTrimmerbeimStart,sowiebeiderLandunggeschlossenzuhalten.Alleex-tremen Fluglagen (z.B. Einklapper) laufen bei erhhter Geschwindigkeit dynamischer ab.

    Zustzlich ist der P42 mit dem auswechselbaren Trimmer-Band ausgestattet. Dies lsst sich durch einen mit Neopren abgedeckten Karabiner sehr leicht austauschen. Andere einstellbare, entfernbare oder variable Vorrichtungen sind nicht vorhanden.

    Trimmer offen Trimmer geschlossen

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    Distanzaufhngung

    Der P42 wird zusammen mit einer harten Spreize ausgeliefert. Es knnen jedoch auch weiche Spre-izen verwendet werden. Die Doppelsitzer-Distanzaufhngung verfgt ber eine Einhngeschlaufe fr den Piloten (1), zwei Einhngeschlaufen fr den Passagier (2+3) und die zenrale Schirmaufhn-gung (4). Der Pilot hngt sich selbst in Schlaufe 1. Fr kleine Passagiere ist Schlaufe 3, fr grere Passagiere die Schlaufe 2 vorgesehen. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass symmetrisch einge-hngt wird. Unsymmetrisches Einhngen kann dazu fhren, dass sich Pilot und Passagier in einer unbequemenFlugpositionbefindenunddasSteuerndesSchirmeserschwertwird.

    Pilotenaufhngung

    zentrale Schirmaufhngung

    variable Passagier-aufhngung

  • Umgang mit dem Passagier

    Der Startplatz sollte abseits des groen Rummels gewhlt werden, wobei zunchst die Anlaufstrecke besichtigtwird.Esempfiehltsich,mitdemPassagiervordemStartAufwrmbungendurchzufhrenund den Startlauf hintereinander oder nebeneinander, je nach Technik, einzuben. Besonders wichtigist,denMitfliegerdaraufhinzuweisen,dassderStartauszweiPhasenbesteht:derAufzieh-phase und der Beschleunigungsphase. Praxiserfahrungen haben gezeigt, dass viele Passagiere sich wegen des Abbremsens des Startlaufs durch den Gleitschirm viel zu frh ins Gurtzeug setzen und damit einen Fehlstart provozieren. Bewhrt hat sich daher zu erklren, dass es zunchst erforder-lich ist den Gleitschirm mit langsamen Schritten aufzuziehen (um noch Korrekturmglichkeiten zu haben), dass dieser anschlieend jedoch, wie jedes andere Fluggert auch, erst auf Geschwindigkeit gebracht werden muss, um abheben zu knnen. Ausnahme: Bei starkem Gegenwind muss sich der Passagier zusammen mit dem Piloten bereits in der Aufziehphase gegen den Wind stemmen (am besten durch Ergreifen der T-Bar), um nicht nach hinten umgeworfen zu werden.

    Ausrstung

    Die Bekleidung des Passagiers sollte den Temperaturen angepasst sein und unbedingt knchelhohe Schuhe mit rutschfester Sohle und einen Helm beinhalten. Auch Handschuhe sind zu empfehlen. Integralhelme bieten zwar einen besseren Schutz, sollten aber wegen der evtl. bestehenden Erstick-ungsgefahr bei Erbrechen (Panik) mit einem abnehmbaren bzw. weiten Kinnbgel ausgestattet sein. Bitte denken Sie daran den Passagier frhzeitig, nicht erst am Berg, ber die notwendige Ausrstung zu informieren.

    Fluggelnde

    BeiderWahldesStartplatzesistaufdiebesonderenAnforderungendesTandemfliegenszuachten,d.h. es ist eine evtl. lngere Anlaufphase und eine eingeschrnkte Korrekturmglichkeit zu berck-sichtigen. Zudem ist auf absolute Hindernisfreiheit der Anlaufstrecke zu achten. Bei der Wahl des Landeplatzes ist wegen der generell etwas hheren Geschwindigkeit von Doppelsitzern eine ln-gere Ausgleitstrecke einzukalkulieren, ebenso die eingeschrnkte Manvrierfhigkeit in Bodennhe. Die Landevolte sollte grozgig dimensioniert werden knnen und der Landeplatz hindernis- und turbulenzfrei sein.

    Einweisung des Passagiers

    Fr den Startlauf werden folgende Kommandos vereinbart: Aufziehen (besser: 3-2-1 Los) Lauf Stopp Rechts Links

    HINWEISE ZUM DOPPELSITZIGEN FLIEGEN

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    Ab dem Kommando Lauf hat der Passagier Zug auf den Gleitschirm zu bringen. Im Falle eines Startabbruches ruft der Pilot sofort laut Stopp. Richtungskorrekturen erfolgen durch die Angabe der zu ndernden Laufstrecke. Die Richtung eines evtl. Startabbruchs ist vor dem Start festzulegen! Besonders bedenken sollte der Pilot, dass die hhere Flchenbelastung eine lngere Anlaufstrecke und eine hhere Fluggeschwindigkeit bedingen als beim einsitzigen Flugbetrieb. Auch die weitere Flugphase ist mit dem Passagier bereits vor dem Start zu besprechen. Wichtig ist dabei, dass der Start bei einer Verweigerung seitens des Passagiers keinesfalls erzwungen werden darf.

    Als hilfreich hat sich ferner erwiesen, den Passagier darauf hinzuweisen, den Blick nicht nach unt-en zu richten, sondern die Aufmerksamkeit mglichst auf andere Aspekte des Fluges zu lenken, um eine evtl. aufkommende Hhenangst zu vermeiden. Auch in dieser Phase bindet der Pilot den Passagier aktiv in alle Ttigkeiten ein, obwohl nur der Pilot fr die ordnungsgeme Ausfhrung verantwortlich ist. Nach dem Auslegen und Sortieren der Leinen hilft der Pilot dem Passagier beim AnlegendesGurtzeuges.EsempfiehltsicheineSitzprobevorzunehmen,ameinfachstendurchZuhilfenahme eines weiteren Piloten, der den Passagier in seinem Gurtzeug an den Karabinern vom Boden hochhebt. So kann die Sitzposition im Flug kontrolliert und eine evtl. ntige Korrektur noch vorgenommen werden. Entscheidende Bedeutung kommt der Kontrolle der Beinschlaufen sowie des Brustgurtes zu! Gurtzeuge mit einem Airbag oder Protektor haben sich bewhrt, da viele Passagiere bei der Landung nicht auslaufen, sondern dazu neigen, sich ins Gras zu setzten.

    Vorflugcheck

    EinsorgfltigerVorflugcheckistfrjedesLuftfahrzeugerforderlich,soauchfrdenP42.UnsereErfahrungenhabengezeigt,dassTandemGleitschirmehufigvonmehrerenPersonengeflogenwerden. Kontrolliere bitte doppelt genau, falls du nicht der einzige Pilot bist, der dieses Gleitsegel benutzt. Wenn du deinen Schirm verleihst, weise den Ausleihenden bitte ebenfalls eindrcklich darauf hin. Stelle auerdem sicher, dass der Ausleihende die Betriebsgrenzen des P42 kennt und den erforderlichen Befhigungsnachweis besitzt. Vor jedem Start sind Leinen, Tragegurte und Schirmkappe auf Beschdigungen zu berprfen. Auch bei kleinen Mngeln sollte man auf keinen Fall starten. Nachdem der Gleitschirm ausgepackt und halbkreisfrmig ausgelegt wurde, ist folgen-des zu beachten:

    Der Gleitschirm sollte so ausgelegt werden, dass beim Aufziehen mit den A-Gurten die Leinen in der Mitte des Schirms etwas frher gespannt sind als die an den Flgelenden. Dies gewhrleistet einen leichten und richtungsstabilen Start. Beim Auslegen bitte die Windrichtung beachten, damit beim Aufziehen gegen den Wind beide Hlften des Gleitschirmes symmetrisch belastet werden. Die Leinengruppen sind sorgfltig zu trennen und die Tragegurte zu ordnen. Besondere Beachtung ver-dienen dabei die A-Leinen. Sie mssen frei und ohne Verschlingung vom A-Gurt zur Kappe laufen. Ebenso wichtig ist, dass die Bremsleinen vllig unbehindert sind und beim Start nirgendwo hngen-bleiben knnen. Wenn die Tragegurte nicht verdreht sind, laufen die Bremsleinen frei durch die se zur Hinterkante des Schirmes. Achte darauf, dass keine Leinen unter der Schirmkappe durchlaufen. Ein Leinenberwurf beim Start kann verhngnisvolle Folgen haben. Es ist sehr zu empfehlen, den PassagierindenVorflugcheckmiteinzubeziehen,umihnmitdemFluggertentsprechendvertrautzu machen.

  • Einhngen und Check

    Die Entscheidung, ob der Passagier in eine (falls vorhanden) lngere oder krzere Schlaufe der T-Bar eingehngt wird, ist unter Bercksichtigung der Krpergre und einer evtl. vorhandenen Gewichtsdifferenz zu treffen. Ist der Passagier kleiner als der Pilot, so ist er in die niedrigere Auf-hngeschlaufeeinzuhngen.Dadurchwirdverhindert,dassderMitfliegerzufrhvomBodenhoch-gehoben wird und auch die Sicht fr den Piloten wird so freigehalten.

    Nach dem Einhngen des Piloten in die T-Bar samt Tragegurte und dem Verschrauben der Karabi-ner bittet er den Passagier sich vor ihn zu stellen, um auch ihn korrekt einhngen zu knnen. Er wird dabei aufgefordert, den Vorgang visuell mitzuverfolgen. Nicht vergessen: auch die Karabiner des Passagierssindzuverschrauben(auerTwistlock).DerPassagierbefindetsichinallenFlugphasenvoroderseitlichnebendemPiloten.Aufhngungen,dieeinePositiondesMitfliegershinterdemPiloten gestatten, sind aus Grnden der Sicherheit unzulssig!

    Startaufstellung

    Es gibt zwei Mglichkeiten der Startaufstellung: hintereinander (Passagier vorne) oder nebeneinander.

    Hintereinander:

    Fr die Methode des Starts hintereinander spricht, dass der Passagier nach dem Start nicht nach vorne pendelt und whrend der Beschleunigungsphase leichter durch drcken und anschieben in die richtige Richtung dirigiert werden kann. Zudem kann er so durch einen zustzlichen Impuls mit dem Knie am zu frhen Hineinsetzen ins Gurtzeug gehindert werden.

    Nebeneinander:

    Der Vorteil eines Starts nebeneinander besteht in der besseren Laufmglichkeit und der Bewe-gungsfreiheit.AuchbeieinemRckwrtsstartbietetdieseStartaufstellunggewisseVorteile.Hufigwird als Nachteil angefhrt, der Passagiers pendle nach dem Start in Startrichtung. Durch ein Fest-haltendesMitfliegersamBrustgurtoderderKreuzverstrebungdesPilotenkanndiesjedochverhin-dert und eine Synchronitt in der Laufrichtung erreicht werden.

    Problematischer ist diese Startaufstellung bei Starkwind, da der Passagier sich weniger gegen den Windstemmenkann.SokannerkeinenDrucknachvorneausbenundfastkeinenEinflussaufdenAufziehvorgang nehmen.

    In einem derartigen Fall bietet sich also ein Rckwrtsstart an (oder die Starthilfe durch zwei ver-sierte und instruierte Piloten). Bei der Startmethode hintereinander hlt sich der Passagier am besten an der Schlaufe der T-Bar, d.h. kurz ber den Karabinern fest. Bei der Methode nebenein-ander am Becken oder Brustgurt des Piloten. ACHTUNG: Unmittelbar vor dem Start muss der Pilot nochmals beide Gurtzeuge, Karabiner, Aufhngung (T-Bar), Leinen inkl. der Bremsen, sowie die korrekteLagedesGleitschirmsberprfen(5-Punktecheck).

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    Aufziehen des Gleitschirms

    Der Gleitschirm wird durch den Piloten aufgezogen, wie im Kapitel Flugpraxis/Der Start beschrie-ben. Dieser Vorgang kann insbesondere bei der Startmethode hintereinander erleichtert werden, indem der Passagier in die T-Bar ber den Karabinern greift und so hilft, den Schirm mit aufzuz-iehen. Dies hat den weiteren Vorteil, dass der Passagier etwas in der Hand hat und aktiv in den Startvorgang mit eingebunden wird.

    Wichtig ist die sorgfltige Kontrolle des Piloten, ob der Schirm korrekt gefllt ist und ob er gege-benenfalls unterlaufen werden muss. Bei Problemen erfolgt ein sofortiger Startabbruch, ansonsten fllt jetzt, bei ordnungsgem geflltem Schirm und unverhngten Leinen, die Entscheidung zum Start mit dem Kommando Lauf an den Passagier. Nach dem Kommando Lauf erfolgt eine zgige Beschleunigung bis zum Abhebepunkt. Luft der Passagier dabei zu zaghaft, so ist das Kommando Lauf laut zu wiederholen und der Passagier gegebenenfalls durch Druck seitens des Piloten zum beschleunigten Laufen zu animieren.

    Flug

    Nach dem Start wird der Passagier aufgefordert nach oben zu blicken um das offen tragende Gleit-segel zu sehen. Dies schafft Vertrauen in das Fluggert (und beruhigt die Nerven). Wichtig ist auch, den Passagier danach zu fragen, ob er bequem im Gurtzeug sitzt und nicht nur auf der vorderen Kante des Sitzbretts. Hngen die Knie des Passagiers deutlich nach unten, so hat er noch nicht die richtigePosition,zeigendieKniejedochnachoben,erkenntderPilot,dassseinMitfliegerbereitsins Gurtzeug hineingerutscht ist. Gegebenenfalls hilft er dem Passagier, nachdem ein ausreichender Bodenabstand besteht, richtig ins Gurtzeug hineinzurutschen. Erst danach rckt er sich selbst sein Gurtzeug zurecht, damit nicht zu viel Unruhe aufkommt.

    Bedenke stets, dass ein Tandemschirm einen greren Wendekreis hat und trger reagiert als dein Soloschirm. Aber auch beim Tandem kann durch Gewichtskraftverlagerung das Handling entschei-dend verbessert werden.

    berfllte Thermikbrte sind fr den Tandempiloten tabu!

    Die Sitzposition hintereinander bedingt, dass man dem Passagier nicht in die Augen blicken kann. Daher ist es wichtig, whrend des Fluges immer wieder aufmunternde und begeisternde Worte zu wechseln, um einer evtl. aufkommenden Hhenangst oder auch nur einem Unwohlsein entgegen-zuwirken, bzw. dieses schon im Ansatz zu erkennen. Ein guter Rat ist in einem solchen Fall den Horizont anzuvisieren und nicht nach unten zu blicken.

    Generell gilt: je entspannter sich der Pilot dem Passagier gegenber gibt und je mehr Ruhe er aus-strahlt, desto mehr Vertrauen wird der Passagier gewinnen und den Flug umso mehr genieen.

  • Landung

    Die Vorbereitung des Passagiers auf die Landung sollte erst im Flug erfolgen. Durch zu viele Infor-mationen vor dem Start, berfordert man den Passagier nur unntig.

    InsbesonderebeilngerenFlgenempfiehltessich,vorderLandungdieDurchblutungderBeinebei Pilot und Passagier durch Bewegung anzuregen. In ausreichender Hhe und noch vor dem ErfliegenderPositionistdieWindrichtungamLandeplatz,dieHheundderFlugverkehrabzu-checken.GeradebeidoppelsitzigenFlgenistdieswegendergenerelletwashherenAnflug-geschwindigkeit und der eingeschrnkten Beweglichkeit von entscheidender Bedeutung. Eine Rckenwindlandung zu zweit birgt ein hohes Verletzungsrisiko!

    DerLandeanflugsolltegrorumigdimensioniertwerden.KorrektureninBodennhesindwegender Pendelneigung zu vermeiden. Die Landung sollte in jedem Fall nebeneinander erfolgen, da die Praxis gezeigt hat, dass viele Passagiere trotz Aufforderung nicht auslaufen und sich stattdessen hin-setzen. Dabei wre es mglich, dass der Pilot mit dem Kinn auf den Helm des Passagiers prallt und sich dabei die Zhne ausschlgt oder sich zumindest ganz gewaltig auf die Zunge beit, oder auch ber den Passagier fllt und diesen verletzt.

    Weisen Sie den Passagier auch darauf hin sich bei der Landung nicht mit den Hnden am Boden abzusttzen wegen der dabei entstehenden Verletzungsgefahr. Bewhrt hat es sich, vor der Land-ungimstabilisiertenEndanflugdenPassagiermiteinemBeinaufdieSeitezudrckenundihnaufKommando aufzufordern, aus dem Gurtzeug in die Krpersenkrechte zu rutschen. Dann Schrittstel-lung einnehmen um leichter auslaufen zu knnen! Die Position des Passagiers ist dabei vom Piloten zu berprfen!

    FhredenEndanflugimmittlerenbishohenGeschwindigkeitsbereichaus,umfrdasAbfangen gengend Restauftrieb fr eine sturzfreie Landung auch bei Windstille zu haben. Die Steuerleinen sollten dabei mit gleichmiger Geschwindigkeit durchgezogen werden. Optimal ist, wenn Pilot und Passagier mit Minimalfahrt aufsetzen.

    Nach dem Flug

    Nach dem Flug sollte dem Passagier noch Gelegenheit gegeben werden, seine Erlebnisse zu schil-dernoderauchFragenzustellen,dageradejetzthufigdasBedrfnisbesteht,dasErlebtemitzu-teilen.

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    DER FLUG - ALLGEMEIN

    Flugpraxis

    Diese Betriebsanleitung geht nur auf die Punkte der Flugtechnik ein, die fr den Papillon P42 wichtig sind. Sie kann und soll eine fundierte Flugausbildung in einer anerkannten Flugschule nicht ersetzen! Ohne Flugausbildung und entsprechende Erfahrung darf der Gleitschirm nicht zum Fliegen genutzt werden!

    Start

    Der 5-Punkte-Startcheck

    Der5-Punkte-StartcheckmussvorjedemFlugdurchgefhrtwerden,bevordudenSchirmaufziehst.Es ist hilfreich, den Startcheck zustzlich von einem zweiten Piloten durchfhren zu lassen (Part-nercheck).

    1. Pilot: Alle Gurtzeugschnallen geschlossen? Beingurte geschlossen? Karabiner unverdreht und richtig geschlossen? Helm auf? Funk an?

    2. Leinen: Leinen frei? A-Leinen oben? Tragegurte unverdreht? Beschleuniger eingehngt und un-verdreht? Steuerleinen frei und unverdreht?

    3. Kappe: Bogenfrmig ausgelegt? Alle Kammern offen? 4. Wind: Passt die Richtung? Passt die Windstrke? 5. Luftraum: Auf allen Seiten weitrumig frei?

    Vorwrts-Aufziehen-Start

    Du startest das Segel durch dosierten Zug mit nach hinten und unten gestreckten Armen an den vorderen Tragegurten und Anlaufen gegen den Wind. Damit sich die Kappe gleichmig von der Mitte her fllen kann, ist das vorherige symmetrische bogenfrmige Auslegen des Gleitsegels wichtig. Die Schirmmitte des Papillon P42 ist durch eine Markierung an der Eintrittskante gekennzeichnet.

    BEACHTE: Anders als bei herkmmlichen Schirmen ist es nicht ntig, den Papillon P42 mit starken Aufziehbewegungen oder gar einigen schnellen Schritten zu fllen. Dies gilt auch bei wenig Wind und sogar Nullwind. Dosiertes Aufziehen ist die einfachste und sicherste Art, den Papillon P42 zu starten.

    Sobald das Segel ber dir steht, lsst du die Tragegurte los und hltst nur noch die Steuerleinen in der Hand. Laufe der Windsituation angepasst zgig, aber nicht zu schnell weiter.

    Nach einem Kontrollblick zur Kappe, zu dem du das Segel gegebenenfalls etwas anbremst und damit stabilisierst, beginnt die Beschleunigungsphase. Mit groen, krftigen Schritten und ruhiger Armhaltung erreichst du die Abhebegeschwindigkeit. Du verlierst den Boden unter dir, bleibst aber noch laufbereit, um ein unerwartetes Durchsacken mit den Beinen abfangen zu knnen. Erst mit ausreichendem Bodenabstand setzt du dich in das Gurtzeug. Die Steuerleinen werden nicht los-gelassen. Im Idealfall hltst du die Steuerleinen beim Reinsetzen auf leichtem Zug (10 - 20%).

  • InflachenStartgelndenachtestduaufdieBeschleunigungsphase.Groe,langeundraumgreifendeSchritte bei wenig Bremse sind hier ideal. Im steilen Gelnde hingegen ziehst du behutsam auf und bremst zum Stabilisieren an. Der Schirm darf nicht zu weit nach vorn schieen, weil ein Einklappen in der Abhebephase im Steilhang unangenehm werden kann. Da es im steilen Gelnde schon sehr schnell zum Abheben kommt, ist es gut, wenn ein erfahrener Fliegerfreund den Start beobachtet und schon in der Aufziehphase kontrollieren kann.

    ImflachenGelndedarfimpulsivgestartetwerden.NachdemFllenundAufstellendesGleitsegelserfolgt ein ausfhrlicher Kontrollblick nach oben zur Kappe. Dabei wird die Laufgeschwindigkeit reduziert und der Wind situation angepasst. Im steilen Startgelnde wird mit geringem Impuls und anschlieend deutlicher Bremse gestartet.

    Durch einen angemessenen Start impuls erhlt die Kappe ihren bentigten Erst auftrieb: Der durchdieausgeprgteWlbungdesProfilsander Eintrittskante entstehende geringe Auf-trieb reicht schon aus, einen Teil des Schirmes mit seinem Eigengewicht anzuheben.

    Durch dieses Anheben vergrert sich die wirksame gewlbte Flche, der Stoff entwick-elt sich, der Auftrieb auch, die Kraft reicht nach ein paar Augenblicken schon aus, das ganze Schirmgewicht anzuheben!

    Dadurch und durch die einstrmende Luft wirddasProfildesSchirmesvollstndigauf-geblasen. Die vorwrts gerichtete Kraft des TragflgelprofilsverhilftdemSchirmdabeinicht nur hoch, sondern beschleunigt ihn auch nach vorne. Um den Schirm ber dem Piloten zu stabilisieren, wird der Schirm angebremst.

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    Rckwrts-Aufziehen-Start

    Bei starkem Wind und anspruchsvollen Bedingungen ist ein Start mit Rckwrts-Aufziehen zu empfehlen, da dieser eine bessere Kontrolle des Schirmes ermglicht. Bereits in der Aufziehphase werden mgliche Verhnger und Strungen der Kappe erkannt. Somit gestaltet sich die Kontroll-phase einfacher und ein asymmetrisches Hochsteigen des Schirmes kann bereits im Ansatz korrigiert werden.

    Um rckwrts zu starten, stellst du dich mit dem Gesicht zur Kappe und berkreuzt die Trage-gurte zum Einhngen. Wenn du dich nach rechts ausdrehen mchtest, dann drehe die Tragegurte nach rechts vor dem Einhngen und nach dem Sortieren der Leinen. Achte dabei darauf, dass die grne Einhngeschlaufe rechts in den Karabiner eingehngt wird und die rote Einhngeschlaufe am Tragegurt links. Das Ausdrehen erfolgt stets in die Richtung, in welcher der obenliegende Tragegurt am Gurtzeug befestigt ist. Vor dem Aufziehen werden zunchst die Steuerschlaufen in die Hnde gelegt (darauf achten, dass diese nicht verdreht oder vertauscht werden!). Stell dir dabei vor, wie die Tragegurte und Leinen im Flug verlaufen, nachdem du dich ausgedreht hast. Danach nimmst du alle A-Tragegurte in eine Hand und trittst etwas aus der Schirmmitte heraus, auf die Seite in der du nur die Steuerschlaufe in der Hand hast. Mit dieser Hand bzw. Steuerschlaufe wird das Hochsteigen der Kappe kontrolliert, bis die Kappe zentriert ber dir stabilisiert gehalten werden kann. Zur Perfektion-ierung der Rckwrts-Aufziehen-Technik empfehlen wir die Teilnahme an einem Rckwrtsstarttrain-ing.

    Kurvenflug

    Der Papillon P42 hat eine hohe Wendigkeit und reagiert auf Steuerimpulse direkt und ohne Ver-zgerung.DurchGewichtsverlagerunglassensichoptimalflacheKurvenmitminimalemHhen-verlustfliegen.EinekombinierteSteuertechnikausdosiertemZugderkurveninnerenBremsleineundGewichtsverlagerungeignetsichbestensfrjedenKurvenflug.DenKurvenradiusbestimmtderBremsleinenzug.Abca.75%einseitigemBremsleinenzugnimmtderPapillonP42einedeutlicheSeitenneigungeinundfliegteineschnelleundsteileKurve,diezurSteilspiraleverlngertwerdenkann.

    BEACHTE: Zieht man eine Bremsleine zu aprubt durch, kann die Kappe negativ drehen!

    Aktives Fliegen

    InturbulenterLuftsolltederPapillonP42beidseitigleichtangebremstgeflogenwerden.EineVer-grerungdesAnstellwinkelsbewirktmehrStabilittdesSchirms.AchtebeimEinfliegeninstarkeThermik oder bei sehr ruppigen Verhltnissen darauf, dass die Gleitschirmkappe nicht hinter dir zurckbleibt.VerhindernlsstsichdiesdurchLockernderBremsen,umbeimEinfliegenindenAuf-windbereich etwas Geschwindigkeit aufzunehmen.

    WenndieFlchebeimVerlasseneinesBartesoderbeimEinfliegeninAbwindbereichevordich

  • kommt,mussderGleitschirmentsprechendangebremstwerden.BeimDurchfliegenvonAbwindzo-nen ist der beschleunigte Flug durchaus sinnvoll. Der Papillon P42 besitzt durch seine Konstruktion-sweise eine sehr hohe Eigenstabilitt. Ein aktiver Flugstil in turbulenter Luft (wie oben beschrieben) trgt jedoch deutlich zur Erhung der Sicherheit bei. Ein Einklappen und Deformieren der Kappe kann durch aktives Fliegen verhindert werden.

    Landung

    Die Landung sollte immer gegen den Wind erfolgen. Schon in sicherer Hhe beurteilt man Win-drichtungundStrkeundplantdieLandevolte.DabeifliegtmanimFalleeinerLinksvolteausderPositioninLinkskreisenindenGegen-,Quer-undschlielichgegendenWindindenEndanflug.

    Whrend der gesamten Landevolte wird das Gleitsegel leicht angebremst mit maximaler Kappensta-bilittgeflogen.DabeiwirddergedachteLandepunktbzw.Peilpunktstndigbeobachtet.AufdenAnflugschenkelnhatmanguteKorrekturmglichkeiten(gestrichelteLinien).

    Dusolltestdichsptestensin5MeternHhevollstndigzurLandungaufrichten.InetwaeinemMeter Hhe ziehst du die Bremsleinen zum Landestall zgig durch, sodass Sinkgeschwindigkeit und Fluggeschwindigkeit reduziert werden. Das Aufsetzen wird vereinfacht und stehende Landungen sindleichtmglich.Dudarfstnichtzufrhbremsen.GeradeimEndanflugwreesgefhrlich,wenneinStrmungsabrissbereitsin3,4oder5MeternHheerfolgenwrde.DieschnstenLandun-gensindsolche,diekrftigausgeflartwerdenknnen.DerEndanflugerfolgtnachMglichkeitim Trimmspeed. Erst in einem Meter Hhe wird durch langsames Durchbremsen die Dynamik des GeradeausflugesinHheumgesetzt.DannwirddieFahrtweiterverringertundeserfolgteineste-hende Landung.

    InthermischenVerhltnissenempfiehltsichauchderEndanflugmitmaximalerKlappstabilitt(1020 % Bremse).

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    BEACHTE: Bedenke, dass die Landung noch einmal hchste Konzen-tration erfodert. Plane deine Landung also so ein, dass du sicher am Boden stehst, bevor deine geisitge und krperliche Leistungsfhigkeit nachlsst.

    Starkwindlandung

    BeistarkemWindfliegtmanvordemPeilpunkt,vomWindausgesehenleichtleeseitigdesPeilpunk-tes,mehrereQueranflgemitHalbkreisengegendenWind(Achter ).

    Inetwa10bis20MeterHheerfolgtdann,leichtangebremst,einkurzerEndanfluggegendenWind. Auf keinen Fall darf man hier in den Wind drehen. Wind- und Eigengeschwindigkeit addieren sich. Eine Landung knnte mit zu hoher Geschwindigkeit ber Grund gefhrlich werden.

    Du drehst dich blitzschnell um, lufst zum Schirm und greifst am besten in die C-Ebene, damit du nicht von deinem Gert ber den Boden geschleift wirst.

    Hanglandung

    Eine Landung am Hang erfolgt immer seitlich zum Geflle, aufgrund des steigenden Verletzungs-risikos nie gegen den Anstieg. Auerdem erfordert sie in der Regel einige Routine. Am Anfang der Fliegerkarriere sind die Fluggebiete mit groen Landepltzen, wie im Stubai oder in Lsen zuempfehlen.

    Toplandung

    Landungen am Startplatz setzen Wind oder Thermik voraus. Daher sind sie nur fr gebte Piloten mit viel Groundhandlingerfahrung zu empfehlen.

    BEACHTE: Bei Starkwindstarts, Groundhandling und der Landung kann die Eintrittskannte mit sehr hoher Geschwindigkeit in den Boden ein-schlagen. Dies ist zu vermeiden, da sonst Profilrisse, Beschdigungen der Nhte oder des Tuches entstehen knnen.

  • SCHNELLABSTIEGSollte es aufgrund besonderer Wettersituationen wie z. B. Gewitter, Frontaufzug, extreme Aufwind-situationen oder anderer Gefahren erforderlich sein, gezielt rasch die vorhandene Hhe abzubauen, bieten sich nachfolgende Mglichkeiten dazu an:

    BEACHTE: Die beschriebenen Manver zum Schnellabstieg belasten deinen Gleitschirm ber das normale Ma hinaus und sollten deshalb nur zum Training oder in Notsituationen angewendet werden.

    Ohren anlegen

    Eine weitere wichtige und in vielen Fllen empfehlenswerte Abstiegshilfe ist das Ohren Anlegen. Durch Einziehen der ueren A-Leinen werden die Ohren (meist zwei bis vier Zellen) des Gleitsch-irmes eingeklappt. Das Sinken wird bei etwa gleichbleibender Fluggeschwindigkeit grer. Man kann sobeispielsweiseausdemSaugbereicheinerWolkefliehen,whrendmanmittelsSteilspiraleimSaugbereich unter der Wolke bleiben wrde.

    Beidseitig werden nacheinander die dafr vorgesehenen uersten A2-Tragegurte (am oder ber demLeinenschlofassen)15-20cmheruntergezogenunddieAuenflgelzumEinklappengebracht. Die Bremsgriffe werden zusammen mit den heruntergezogenen A-Leinen in der Hand gehalten.

    Zur zustzlichen Stabilisierung und zur Erhhung der Sinkgeschwindigkeit sollte zustzlich das Beschleunigssystem aktiviert werden. Der Schirm bleibt ber Gewichtsverlagerung voll steuerbar und fliegtmiterhhterSinkgeschwindigkeit(4-7m/sec,jenachAnzahleingeklappterZellen)geradeaus.

    Lsst du die A-Leinen los, ffnen sich die eingeklappten Zellen. Sollte dies einmal nicht der Fall sein, kann das Ausklappen durch kurze, krftige Pumper eingeleitet werden.

    Das Ohren anlegen ist aufgrund der erhhten Flchenbelastung ein sehr stabiler Flugzustand und auch bei turbulenten Verhltnissen sehr gut durchzufhren. Beachte bitte, dass sich beim Einklappen derAuenflgeldieTrimmgeschwindigkeitinderRegelreduziert,wasjedochdurchBettigungdesFubeschleunigers kompensiert werden kann.

    Da die Flchenbelastung grer wird und die Fluggeschwindigkeit aufgrund des greren Wider-standes ungefhr gleich bleibt, steigt die Stallgeschwindigkeit.

    Der Papillon P42 verhlt sich bei diesem Manver unproblematisch.

    B-Stall

    Dieses Manver bietet die Mglichkeit, bequem und sicher abzusteigen: Durch das Herunterziehen der B-Gurte wird der Schirm zum Strmungsabriss gefhrt und sinkt mit entlang der Querachse eingeknickter Kappe mit etwa 6 bis 9 Meter pro Sekunde.

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    Einleitung

    Du behltst die Steuerleine ungewickelt und ungekrzt in der Hand. Du richtest dich auf und ergre-ifst gleichzeitig die B-Gurte. Achte darauf, dass du auch wirklich die B-Gurte ergriffen hast und nicht etwa die C-Gurte. Dies kann passieren, wenn ein Pilot die Gurte flschlicherweise zum Beispiel von hinten her alphabetisch abzhlt (statt A-Gurt den D- Gurt, statt B-Gurt den C-Gurt...).

    Beim Papillon P42 sind die B-Tragegurte beschriftet, um Verwechslungen zu vermeiden.

    Die B-Gurte werden langsam gezogen, damit sich das gesamte System verlangsamt. Nach etwa 1520cmZugtrittderStallein.SoverlangsamtkommteszueinemkaummerklichenAbkippennach hinten mit zunehmenden Sinkwerten.

    Das Manver

    Es ist unverzglich nach oben zu schauen, ob sich die gewnschte B-Stallform am Gleitschirm ein-stellt. Dann schaust du nach unten, um den Hhenverlust und den unter dir liegenden Luftraum zu kontrollieren. Anschlieend blickst du weiter wechselnd nach oben und nach unten. Sollte es zu einer untypischen Deformation im Manver kommen, sind die B-Gurte sofort zgig frei zu geben und das Manver ist auszuleiten. Ein leichtes Wegdrehen im Sinken ist in der Regel nor-mal, da bei einer nicht 100prozentig symmetrischen Einleitung ein Drehimpuls mit in das Manver genommenwird.AuerdemkannderWindnocheinenEinflussausben.IstdasWegdrehenunan-genehm, ist auszuleiten und das Manver zu wiederholen.

    Ausleitung

    Durch zgiges, vor allem aber symmetrisches Freigeben der B-Leinen wird das Manver beendet. Der Schirm nickt vor, um wieder Strmung aufzunehmen. Dieses Vornicken ist keinesfalls durch Bremsen zu verhindern. Piloten mit aktivem Flugstil neigen dazu, auch dieses Vornicken weg-zubremsen.

    DerUnterschiedzumVornickenbeimThermikflugbestehtdarin,dassderSchirmausdemStallerstwieder Fahrt aufnehmen muss, whrend er turbulenzbedingt sonst nur vor- oder zurckpendelt.

  • EXTREME FLUGMANVER

    Obwohl der Papillon P42 ber eine sehr hohe aerodynamische Stabilitt verfgt, kann das Gert durch Turbulenzen oder Pilotenfehler in extreme Fluglagen geraten. Die beste Methode, in einem solchen Fall ruhig und richtig reagieren zu knnen, ist die Teilnahme an einem Sicherheits-training. Hier lernst du unter professioneller Anleitung, extreme Fluglagen zu beherrschen. Extreme Flugmanver drfen nur bei ruhiger Luft und in ausreichender Hhe unter professioneller Anleitung (Sicherheitstraining)ausgefhrtwerden.AufdiebestehendeRettungsschirmpflichtseihiernochmalsdeutlichhingewiesen.DieimnachfolgendenAbschnittbeschriebenenextremenFlugfigurenundFlugzustnde knnen absichtlich, durch Turbulenzen bedingt oder durch Pilotenfehler herbeigefhrt werden.JederPilotkannindieseFlugzustndegeraten.AllehieraufgefhrtenextremenFlugfigurenund Flugzustnde sind gefhrlich, wenn sie ohne adquates Wissen, ohne gengend Sicherheit-shhe und ohne entsprechende Einweisung durchgefhrt werden. Die falsche Ausfhrung der hier beschriebenenFlugfigurenundFlugzustndekannlebensgefhrlichsein!

    Steilspirale

    WiebeimKurvenflugistdasEinleitenderSteilspiralemitdemPapillonP42sehreinfach.

    BEACHTE: Die Steilspirale ist ein extremes Manver und soll nur un-ter fachkundiger Anleitung ber Wasser erflogen werden. Wegen der hohen physischen Belastung ist das Manver nur fr gebte Piloten empfehlenswert.

    Einleitung:

    Eine Kurve wird mit Krpergewicht und Innenbremse immer enger gezogen und so ein erster Kreis geflogen.Zum2.KreiswirddieSchrglageverschrft.DieAuenbremsewirdmitzunehmenderGeschwindigkeit ebenfalls angezogen. Zum 3. Kreis kippt der Schirm in die Spirale und erreicht Sink-werte von ber 10 m/s.

    Spiralphase:

    ber die Auenbremse (10 bis 30 %) lassen sich die Schrglage, das Sinken und damit auch die GeschwindigkeitimManverkontrollieren.AufdenKrperwirktdabeieine2,5bis4facheG-Belas-tung.

    Achtung: Der Schirm darf nicht zu schnell in die Spirale gezogen werden. Es knnte sowohl zum einseitigen Stall, als auch zum Abkippen (auf die Nase drehen) in extremes Sinken kommen. Der rasche Hhenverlust kann unterschtzt werden.

    Ausleitung:

    Mittels Nachlassen des Drucks auf der Innenbremse, Neutralisieren des Krpergewichts und Er-hhung des Druckes auf der Auenbremse lsst sich der Schirm wieder aufrichten. Die Ausleitung erfolgt ber ein bis zwei Kreise Nachdrehen. Dabei werden die Geschwindigkeit verlangsamt und die Schrglage reduziert. Die Regulation erfolgt ber die Auenbremse.

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    Achtung: Zu rasches Ausleiten fhrt zum Hochschieen und kann zum Einklappen fhren. Zu langsames Ausleiten kann zum Hngenbleiben und in der Folge zu raschem Hhenverlust fhren. Der Bremsdruck nimmt wegen der erhhten G-Belastung im Manver zu. Bleibt der Schirm hngen, kann man mit beidseitigem Bremsen die Dynamik reduzieren und das Manver ausleiten. Gelingt die Ausleitung nicht, ist die Rettung auszulsen.

    BEACHTE: Bei zu rascher Einleitung besteht die Gefahr, dass die Kappe negativ dreht. In diesem Fall die Bremse wieder freigeben und erneut dosiert die Spirale einleiten.

    Wingover

    Fr einen Wingover muss der Pilot im Wechsel Rechts- und Linkskurven mit strker werdender Kur-venneigungfliegen,bisdiegewnschteKurvenneigungerreichtist.DasEinklappendesFlgelendeswird durch leichtes Anbremsen beim Auf- und/oder Abschwung verhindert. Ein Einklappen droht beim Papillon P42 normalerweise nur bei sehr hohen Kurvenneigung. Mit abwechseln-der Krper-verlagerungwrenddesAnbremsensermglichtes,mglichsthoheWingoverzuerfliegen.

    Frontklapper

    Ein durch Turbulenzen verursachter, negativer Anstellwinkel oder das beidseitige Herunterziehen der A-Tragegurte durch den Piloten bewirkt ein frontales Einklappen der Anstrmkante. Der Papillon P42beendeteinenFrontklapperschnellundselbstndig.Gleichmigsymmetrisches,oberflchigesPumpen der Bremsen kann die Wiederffnung untersttzen.

    Klapper

    Obwohl der Papillon P42 ber eine sehr hohe aerodynamische Stabilitt verfgt, kann starke Turbu-lenz zu seitlichem Einklappen der Kappe fhren. Dies ist normalerweise unkritisch und ein selbstn-diges Wiederffnen erfolgt unmittelbar. Das Wiederffnen kann durch krftiges Anbremsen (Pump-en) der betroffenen Seite bei gleichzeitigem Gegensteuern auf der offenen Seite untersttzt werden. BeigroflchigenEinklappernistdasGegensteuerndosiertdurchzufhren,umdieStrmunganderpositiven Seite des Schirms nicht komplett abreien zu lassen und um nicht in eine Vrille zu geraten.

    Damit es besser nicht klappt

    SeitlicheEinklapper,besondersinBodennhe,gehrenimmernochzurhufigstenUnfallursachebeimGleitschirmfliegen.Damitesbessernichtklapptoder,wennsnunmalschongeklappthat,keinen Stress gibt, hier ein paar Tipps und Tricks vom Entwickler, Test- und Wettkampfpiloten Ernst Strobl:

    Die wichtigste Manahme, um Einklapper im Vorfeld zu vermeiden, ist die Wahl des richtigen Schirms.LeiderfliegenvielePiloteneinGert,dassieberfordert.Also:liebereineKlasseniedriger,dafrinderThermikabereineStufehherfliegen.SobleibtderFlugspaamsichersten.ZurOpti-mierung des Gesprs fr den Schirm kann ich folgende bung empfehlen: Stelle dich bei ge-

  • eignetem Wind auf eine Wiese und trainiere am Boden. Ziehe den Schirm auf und versuchen dabei, ihn mglichst lange ohne Blick zum Gert in der Luft zu halten. Dieses Training sensibilisiert das Gefhl zum Schirm und ist Voraussetzung fr optimales aktives Fliegen - brigens das Zauberwort zur Vermeidung von Einklappern! Enorm wichtig, speziell beim Fliegen in Bodennhe, ist die auf-merksame Betrachtung des Gelndes. Schaue, ob Hindernisse vorhanden sind, die mglicherweise Turbulenzen verursachen. Diese knnen durch Baumreihen, Scheunen o. . verursacht werden. An thermisch aktiven Tagen ist mit Ablsungen zu rechnen, z. B. an gemhten Landepltzen!

    Konzentriere dich bei turbulenten Verhltnissen ganz besonders. Achte auf den Schirm, Klapper kndigen sich meistens an. Leichtes Anbremsen bei Turbulenzen verhindert bereits die meisten Ein-klapper. Sollte der Schirm unvorhergesehen in Bodennhe klappen, versuche nicht um jeden Preis, ein Wegdrehen zu verhindern. Es droht die Gefahr, die noch offene Seite zu stark anzubremsen, so-dassdieStrmungabreitundeinStalloderSackflugeintritt.LieberdiemigeWegdrehgeschwin-digkeit nutzen, um die geschlossene Seite wieder zu ffnen. Also dosiertes Anbremsen der offenen Seite und je nach Gre der weggeklappten Flche ruhig und kontrolliert pumpen. Manche Schirme ffnen auch bedeutend besser, wenn auf der eingeklappten Seite einmal krftig durchgebremst wird. Dies ist auch abhngig von der jeweiligen Bremsleineneinstellung und der Lnge deiner Arme.

    Verhnger lsen sich am einfachsten, wenn in ausreichender Hhe die Gegenseite angebremst und die verhngte Seite krftig durchgepumpt wird. Dabei bitte kein unntiges Risiko eingehen. Stallge-fahr! Sollte der Verhnger trotzdem bleiben, versuche, mit der Stabiloleine (uerste B-Leine) weit herunterzuziehen. Reicht die Hhe zu solchen Aktionen nicht mehr aus, den Schirm auf der Gegen-seite sttzen, so dass er nicht wegdrehen kann, und den Verhnger lassen. Statt riskanter Manver jetztliebervolleKonzentrationaufdenLandeanflug.

    Ja, und zu guter Letzt noch ein allgemeiner Tipp, um in allen Situationen Herr der Lage zu bleiben: Besuche ein Sicherheitstraining ber Wasser! Es gibt keine bessere Mglichkeit, richtiges Verhalten zu trainieren, als bei der Simulation von Gefahrensituationen. Lasse dich nicht vom ersten Klapper kalt erwischen. Zudem lernst du in einem Sicherheitstraining die individuellen Eigenschaften des Gerts genau kennen und kannst noch mehr Vertrauen in deinen Schirm und in die eigenen Fhig-keitengewinnendiebesteBasisfrsicheresFliegen.SoweitdieProfi-TippszumThemaKlappervon Ernst Strobl.

    Sackflug

    ReitdieStrmungabunddasSegelbleibtnochmitLuftgefllt,befindetmansichimSackflug.Streng genommen ist das kein Flug, weil keine Strmung anliegt. Weiteres Bremsen fhrt zum Full-stall, einem Strmungsabriss mit teilweiser Entleerung der Kappe, nach vorn eingeklappten Ohren undRckwrtsflug.

    DerPapillonP42istnichtsackflugempfindlich.ErbeendeteinenSackflug,eingeleitetdurchzustark-es Ziehen der Bremsleinen bzw. der hinteren Tragegurte, oder durch zu langsam beendeten B-Stall, mit Lsen der Bremsen bzw. der hinteren Tragegurte selbstndig. Sollte sich der Schirm durch eine besondereFlugsituationoderFlugkonfiguration(z.B.zugeringesStartgewicht)imSackflugbefin-den, so beendest du diesen durch beidseitiges symmetrisches nach-vorne-Drcken der A-Trage-gurte oder Treten des Beschleunigers.

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    BEACHTE: Flugbungen, bei denen man sich beabsichtigt an den Str-mungsabriss herantastet, sollten nur in ausreichend Sicherheitshhe durchgefhrt werden. Keinesfalls sollte im Sackflug einseitig gebremst werden, die Kappe knnte dadurch ins Trudeln geraten (Negativkurve).

    BEACHTE: Ist der P42 erst einmal im Fullstall, sollte man die Bremse bei ausreichender Hhe ber Grund erst nach ca. 3 Sekunden wied-er frei geben. Der Schirm wird das Manver selbststndig beenden. Bei geringer Hhe oder wenig Flugerfahung empfehlen wir, das Ret-tungssystem auszulsen.

    Fullstall, beidseitiger Strmungsabriss

    Der Strmungsabriss wird durch das Nachlassen der Windgerusche und durch die hohe Sink-geschwindigkeit(520m/s)erkannt.EsgibtmehrereUrsachen,dievonFlugfehlernberverknoteteLeinen nach unordentlicher Startvorbereitung bis zu Mngeln am Gleitsegel (Luftdurchlssigkeit nach Alterung) reichen. Du solltest dem Schirm die Mglichkeit geben, wieder Strmung aufzubau-en. Moderne Gleitschirme wir der Papillon P42 leiten einen solchen Flugzustand selbstndig aus. Dazu muss du die Bremsen freigeben, ohne sie loszulassen, damit der Schirm wieder Fahrt aufneh-men kann.

    Einseitiger Strmungsabriss

    Ein Strmungsabriss kann auch einseitig durch schnelles starkes Herunterziehen einer Bremse erfolgen. Der Schirm gert in eine pltzliche, stark beschleunigte Drehung um seine Hochachse, fast ohne Querneigung. Dieser unkontrollierbare Flugzustand heit Trudeln, negativ Drehen oder Vrille. Gibt die Bremsen zur Ausleitung zgig frei. Die sicheren Schirme der neuen Generation leiten Trudeln sofort selbstndig aus. Bei stabilem Trudeln mit ausreichender Hhe knnte das Manver auch mit einem Fullstall ausgleitet werden, in geringer Hhe wirft man das Rettungsgert.

    Negativkurve

    Eine Negativkurve wird eingeleitet, indem der Pilot nahe der Stallgrenze eine Bremse schnell und komplett durchzieht und die andere halb freigibt. Bei einer Negativkurve dreht der Schirm relativ schnellumdieSchirmmitte,whrendderInnenflgelrckwrtsfliegt.UmeineNegativkurvezubeenden, muss die tiefgehaltene Bremse geffnet werden, damit der Schirm Geschwindigkeit auf- nehmen kann. Oder man leitet durch einen Fullstall aus, indem die hher gehaltene Bremse nach unten gezogen wird.

    BEACHTE: Die Vrille und der Fullstall sind unberechenbare und gefhr-liche Flugfiguren und sollten auer in einem unter Anleitung durch-gefhrten Sicherheitstraining niemals absichtlich erflogen werden. Es besteht Twistgefahr. Bei einem Twist kann die Steuerleine blockiert werden.

  • BEACHTE: Fullstalls und Negativkurven als Abstiegshilfe sind gefhr-lich, weil ein falsches Ausleiten, unabhngig vom Schirmtyp, verhng-nisvolle Folgen haben kann.

    Notsteuerung

    Sollte es aus irgendeinem Grund nicht mglich sein, den Papillon P42 mit den Bremsleinen zu steuern, lsst er sich auch sehr gut mit den hinteren Tragegurten steuern und landen. Kurven kn-nenmitGewichtsverlagerunggeflogenwerden,jedochistzubeachten,dassderSchirmnichtineineSpirale gert.

    Transport und Lagerung

    Beim Transport des Gleitschirms ist darauf zu achten, dass er keinen Flssigkeiten ausgesetzt wird. Er muss trocken verpackt werden. Beim Einlagern der P42 sollte darauf geachtet werden, dass er keinen UV-Strahlen ausgesetzt ist. Auerdem darf er nicht zusammen mit Suren oder hnlichem gelagert werden. Eine trockene Lagerung ist uerst wichtig.

    BEACHTE: Nach lngerer Lagerung muss der Schirm grndlich berprft werden.

    Reparaturen

    Grundstzlich drfen Reparaturen an Gleitschirmen nur von autorisierten Servicestellen vorgenom-men werden. Kleine Beschdigungen wie Risse oder kleine Lcher bis zu einer Gre von 2 x 2 cm, die ohne spezielle Gerte durchgefhrt werden knnen, drfen vom Piloten selbst repariert werden. Dabei ist das mitgelieferte Reparatur-Klebesegel aus dem Reparaturkit zu verwenden. Risse oder kleine Lcher werden von beiden Seiten der beschdigten Stelle aufgebracht. Bitte beachte, dass das Reparatur-Klebesegel mindestens 2 cm ber den beschdigten Bereich auf allen Seiten berste-ht. Das Klebesegel kann durch Zuschnitt in die passende Form gebracht werden. Das Abrunden der Ecken verhindert ein Ablsen.

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    Wartung und Reinigung

    Da fr unsere Schirme ausschlielich hochwertige Materialien verwendet werden, wird der Papillon P42beiguterPflegeundWartungeineunverminderteLufttchtigkeitbermehrereJahreerhalten.WieschnelldeinPapillonP42altert,hngtletztendlichdavonab,wiehufigergeflogenwird,woergeflogenwird,wievieleUV-Stundeneransammeltundwiesorgfltigergepflegtwird.NachfolgendeinigeHinweisezurPflegeundWartung:

    Langanhaltende UV-Bestrahlung und extreme Acro-Manver mindern im Laufe der Zeit die Festig-keit von jedem Gleitschirmtuch.

    Lasse deinen Papillon P42 nie unntig in der Sonne liegen, sondern packen ihn nach dem Fliegen wieder in den Packsack.

    Achte bei der Wahl des Startplatzes soweit mglich auf den Untergrund, auf dem der Gleitschirm ausgelegt wird. Das Aufeinanderlegen der ffnungsverstrkungen erhht die Lebensdauer des Gleit schirms.SchleifedeinenGleitschirmnichtberdenBodenundpackeihnaufGrasflchenzusammen.

    Bitte beachte, dass: die Leinen regelmig auf Beschdigungen kontrolliert werden. die Leinen nicht unntig genickt werden und du beim Auslegen nicht auf die Leinen stehst. Leinen nach berbelastungen (Baumlandungen, Wasserlandungen etc.) auf ihre Festigkeit und

    korrekte Lnge kontrolliert und gegebenenfalls ausgetauscht werden mssen. Leinen bei Vernderung des Flugverhaltens auf ihre Lnge kontrolliert werden.dieBremsstammelleineamBremsgriffnichtunntighufiggeknotetwird,jederKnotenschwcht die Leine.

    Zur Reinigung der Kappe verwendest du am besten nur warmes Wasser und einen weichen Schwamm. Keinesfalls drfen zur Reinigung Chemikalien verwendet werden, da diese die Beschich-tung und Festigkeit des Tuches schdigen. Lagere deinen Gleitschirm immer trocken und licht-geschtzt,nieinderNhevonChemikalien.Nachsptestens24Monatenoder150BetriebsstundenmussderPapillonP42zurberprfungzumHerstellerbzw.zueinemzertifiziertenCheckbetriebgebracht werden. Gerne fhren wir auf Wunsch die vorgeschriebene Nachprfung auch schon vor diesem Zeitpunkt durch, wenn du der Meinung bist, dass dies notwen-dig sei.

    Natur- und landschaftlich vertrgliches Verhalten

    Hier noch der Aufruf, unseren Sport mglichst so zu betreiben, dass Natur und Landschaftgeschont werden! Bitte nicht abseits der markierten Wege gehen, keinen Mll hinterlassen, nicht unntig lrmen und die sensiblen biologischen Gleichgewichte im Gebirge respektieren. Gerade am Startplatz ist Rcksicht auf die Natur gefordert!

    Die in einem Gleitschirm eingesetzten Kunststoffmaterialien fordern eine sachgerechte Entsorgung. Bitte ausgediente Gerte an uns zurckschicken: diese werden von uns zerlegt und entsorgt.

    WARTUNG UND REINIGUNG

  • Gurtzeug

    Fr den Papillon P42 sind alle zugelassenen Gurtzeuge mit Aufhngung etwa in Brusthhe geeig-net. Je niedriger der Aufhngepunkt des Gurtzeugs liegt, desto besser ist der Papillon P42 durch Gewichtsverlagerung zu steuern.

    Fr den Piloten haben sich spezielle Tandemgurtzeuge bewhrt, welche optimale Bewegungs-freiheitbeiStart,FlugundLandunggewhrleisten.FrdenPassagierempfiehltsicheineinfaches,unkompliziertesGurtzeug.ZuvieleEinstellmglichkeitenverunsicherndenMitflieger.WichtigfrdasPassagiergurtzeug ist ein guter Protektor, mglichst ein schockabsorbierender Schaumprotektor, da manche Flugneulinge bei der Landung dazu neigen, sich bei der ersten Bodenberhrung hinzuset-zen statt mitzulaufen. Es ist darauf zu achten, dass sich mit der Hhe der Aufhngung des Gurtzeu-ges auch der relative Bremsweg verndert.

    Zugelassen ist der P42 fr Gurtzeuge ohne starre Kreuzverspannung. Die Aufhngehhe der, bei denTestflgenverwendetenGurtzeugen,lagbei42cmzwischenSitzbrettundKarabinerundeinemhorizontalen Abstand der Brustgurte bei 46cm.

    Wenn du Fragen bezglich der Verwendung deines Gurtzeugs mit dem Papillon P42 hast, setze dich bitte mit uns in Verbindung. Wir beraten dich gerne!

    Geeignete Rettungsschirme

    Das Mitfhren eines geeigneten und zugelassenen Rettungsfallschirmes ist nicht nur vorgeschrieben, es ist zum sicheren Betrieb eines Gleitschirms absolut lebensnotwendig. Achte bei der Auswahl des Rettungsfallschirmes darauf, dass er fr das vorgesehene Startgewicht geeignet und zugelassen ist.

    Spezielle Tandem-Rettungsgerte sind hier notwendig. Die Einhngeschlaufe(n) des Rettungsgertes mssen dabei mit den V-Leinein verbunden werden und in die dafr vor gesehenen Aufhngung der Spreize eingehngt werden (bei einer Anbringung am Pilotengurtzeug besteht die Gefahr, dass der Passagier ca. einen Meter tiefer hngt. Dadurch knnte der Passagier bei der Landung erheblich ver-letzt werden!)

    Die Rettung ist im Gurtzeug des Piloten zu verstauen, eine Fehlffnung seitens Pilot oder Passagiers muss ausgeschlossen werden. Das Erlernen der Handhabung des Rettungsgertes im Rahmen eines Sicherheitstrainings ist unbedingt anzuraten, da die heutigen Tandemschirme, wegen der sich entwick-elnden Krfte mit ihren mehr als 40 qm nach einem Rettungsschirmwurf uerst schwierig eingeholt werden knnen. Vorteilhaft ist hier der Einsatz von zugelassenen Trennkarabinern, die im Fachhandel erworben werden knnen. Beim Kauf der Trennkarabiner ist darauf zu achten, dass Sie fr den vorg-esehenen Lastbereich zugelassen sind.

    In den Papillon Fliegershops beraten wir dich gerne persnlich und helfen dir bei der Zusam-menstellung der Flugausrstung, die deinen Bedrfnissen und Ansprchen am besten gerecht wird.

    FLUGZUBEHR

  • B E T R I E B S H A N D B U C H | PA P I L LO N | P 4 2 32 | 33

    Die Verwendung des Papillon P42 beherbergt gewisse Gefahren der Verletzung am Krper oder Ttung des Benutzers dieses Produkts oder Dritter. Mit der Verwendung des P42 stimmst du zu, smtliche bekannten und unbekannten, wahrscheinlichen und unwahrscheinlichen Verletzungs-risiken auf dich zu nehmen und zu akzeptieren. Die mit Ausbung dieser Sportart verbundenen Gefahren lassen sich durch die Beachtung der Warnhinweise des Handbuchs, sowie der im Einzelfall gebotenen Sorgfalt reduzieren. Die diesem Sport innewohnenden Risiken knnen zu einem groen Teil reduziert werden, wenn man sich sowohl an die Wartungsrichtlinien, die in dieser Gebrauchsan-weisung aufgelistet sind, als auch an den gesunden Menschenverstand hlt.

    Haftungsanspruch und Ausschlussverzicht

    Durch den Abschluss des Kaufvertrages ber einen Papillon P42 erklrst du dich mit den folgenden Punkten innerhalb der gesetzlichen Vorgaben einverstanden:

    DEN VERZICHT AUF SMTLICHE WIE AUCH IMMER GEARTETE ANSPRCHE,

    die aus der Verwendung des Papillon P42 und entweder seiner Komponenten jetzt oder in Zukunft gegen die PAPILLON PARAGLIDERS - GLEITSCHIRM DIREKT GmbH und alle anderen Vertragspartner erwachsen knnten.

    Die Entbindung der PAPILLON PARAGLIDERS - GLEITSCHIRM DIREKT GmbH und aller anderen Vertragspartner von jeden Ansprchen bezglich Verlust, Schaden, Verletzung oder Ausgaben, die du, deine nchsten Angehrigen und Verwandten oder jeden anderen Benutzer deines Papillon P42 erleiden knnen, die sich aus der Verwendung des Papillon P42 ergeben, einschlielich der aus Ge-setz oder Vertrag ergebenden Haftung seitens der PAPILLON PARAGLIDERS - GLEITSCHIRM DIREKT GmbH und aller anderen Vertragspartner bei Herstellung und Verarbeitung des Papillon P42 und aller seiner Komponenten. Mit dem Eintritt des Todes oder der Erwerbsunfhigkeit, treten alle hier angefhrten Bestimmungen in Kraft und binden auch die Erben, nchste Angehrigen und Verwan-dten, Nach-lass- und Vermgensverwalter, Rechtsnachfolger und gesetzliche Vertreter. Die PAPIL-LON PARAGLIDERS - GLEITSCHIRM DIREKT GmbH und alle anderen Vertragspartner haben keine anderen mndlichen oder schriftlichen Darstellungen abgegeben und leugnen ausdrcklich, dass dies getan wurde, mit Ausnahme dessen, was hier im Handbuch des Papillon P42 aufgefhrt ist.

    Sicherheitshinweis und Haftung

    Dieser Gleitschirm entspricht zum Zeitpunkt seiner Auslieferung den Zulassungsbestimmungen der EAPR (siehe Anhang). Jede eigenmchtige nderung hat ein Erlschen der Betriebserlaubnis zur Folge! Jeder Pilot trgt die Verantwortung fr seine eigene Sicherheit selbst und muss auch selbst dafrsorgen,dassdasLuftfahrzeugmitdemer/siefliegtvorjedemStartaufseineLufttchtigkeitberprft wird. Wir setzen auerdem voraus, dass der Pilot im Besitz des jeweils erforderlichen Befhigungsnachweises ist und dass die jeweils gltigen gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Die Benutzung des Gertes erfolgt auf eigene Gefahr! Fr Unflle jeglicher Art und deren etwaige Folgeschden bernehmen Hersteller und Vertreiber keinerlei Haftung. Beachte die Sicher-heitsvorkehrungen,umsicherfliegenzuknnen.

    RISIKOVERMUTUNG

  • BEFREIUNG VON DER HAFTUNG, VERZICHT AUF ANSPRCHE

    Hiermit erklrst du, dass du vor Verwendung des Papillon P42 das gesamte Handbuch des Papil-lon P42, einschlielich aller Anweisungen und Warnhinweise, die in diesem Handbuch enthalten sind, gelesen und verstanden hast.

    Darber hinaus erklrst du dafr Sorge zu tragen, dass bevor du die Benutzung deines Papillon P42 einer anderen Person gestattest dieser andere Benutzer (der das Produkt von dir endgltig oder zeitlich befristet von dir bernimmt) die gesamte Gebrauchsanweisung des Papillon P42 einschlielich aller Anweisungen und Warnhinweise, die in diesem Handbuch enthalten sind, gelesen und verstanden hat.

    ------------------------------------- --------------------------------------Datum, Ort Unterschrift des ersten Piloten

    ------------------------------------- --------------------------------------Datum, Ort Unterschrift des zweiten Piloten

    ------------------------------------- --------------------------------------Datum, Ort Unterschrift des dritten Piloten

    Die Firma PAPILLON PARAGLIDERS - GLEITSCHIRM DIREKT GmbH bernimmt keine Verantwortung, Haftung und/oder Garantie fr nicht von ihr durchgefhrten Checks, Nachprfungen und Reparaturen.

  • B E T R I E B S H A N D B U C H | PA P I L LO N | P 4 2 34 | 35

    BEFREIUNG VON DER HAFTUNG, VERZICHT AUF ANSPRCHE

    TECHNISCHE DATEN PAPILLON P42

    Errors and omissions expected. Subject to change without notice. Reproduction in whole or in part without written permission of PAPILLON PARA-GLIDERS - GLEITSCHIRM DIREKT GmbH is prohibited.Irrtmer, Druckfehler und nderungen bleiben vorbehalten. Nachdruck auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der PAPILLON PARAGLIDERS - GLEITSCHIRM DIREKT GmbH.

    42,5

    Start weightStartgewicht

    140-230 kg

    Flat areaFlche ausgelegt

    42,5 m

    Projected areaFlche projiziert

    36,0 m

    Flat wingspan Spannweite ausgelegt

    15,149 m

    Projected wingspan Spannweite projiziert

    11,898 m

    Flat AR Streckung ausgelegt

    5,4

    Projected ARStreckung projiziert

    3,931

    Chord: center / wingtipFlgeltiefe: Mitte / Stabilo

    3,422 / 0,780 m

    V-trim V-Trimm

    37-40 km/h

    V-max V-Max.

    43-46 km/h

    Bridle heightAbstand Tragegurt-Kappe

    9,09 m

    Nr. of cellsZellenanzahl

    52

    Glider weightGewicht

    GT 7,3kg // PRO 8,3kg

    Bridle lengthGesamt Leinenlnge

    457,52 m

    Line diameterLeinenduchmesser

    0,9 / 1,1 / 1,3 / 1,5 / 1,8 / 2,2mm

    Speed system / trimmerFu Beschleuniger / Trimmer

    Nein / JaNo / Yes

    Beschleunigerweg max.way of accelaration

    60 mm

    Certified standards and proceduresAngewandte Testverfahren

    LTF 91/09 & EN 926-1:2006, 926-2:2013

    Folding lines used for certi-ficationFaltleinen fr Testflge be-nutzt

    NeinNo

    Certification No.Zulassungsnummer

    GT EAPR-GS-0492/16PRO EAPR-GS-0418/16

  • COLOR-INFO

  • B E T R I E B S H A N D B U C H | PA P I L LO N | P 4 2 36 | 37

    LEINENCODE-INFO P42 A B C+D BR ST

  • LEINENPLAN P42

    A-Line A-LineRib # 2 1151 1900 5690 8741 8755 14 Rib # 2 DC 100 TSL 190 TSL 380Rib # 3 1055 8645 8657 12 Rib # 3 DC 100Rib # 4 1050 8640 8649 9 Rib # 4 DC 100Rib # 6 600 2330 8620 8633 13 Rib # 6 DC 100 TSL 190Rib # 7 637 8657 8670 13 Rib # 7 DC 100Rib # 9 1147 2100 5415 8662 8659 -4 Rib # 9 DC 100 TSL 190 TSL 380

    Rib # 10 1050 8565 8568 3 Rib # 10 DC 100Rib # 11 1035 8550 8552 2 Rib # 11 DC 100Rib # 13 993 2100 8508 8510 2 Rib # 13 DC 100 TSL 190Rib # 14 975 8490 8492 2 Rib # 14 DC 100Rib # 15 1033 8548 8548 0 Rib # 15 DC 100Rib # 17 940 1550 5950 8440 8440 -1 Rib # 17 DC 100 TSL 190 TSL 280Rib # 18 829 8329 8326 -3 Rib # 18 DC 100Rib # 19 784 8284 8278 -6 Rib # 19 DC 100Rib # 21 763 1450 8163 8157 -6 Rib # 21 DC 100 TSL 190Rib # 22 700 8100 8093 -7 Rib # 22 DC 100Rib # 23 715 8115 8107 -9 Rib # 23 DC 100Rib # 25 1273 7873 7880 7 Rib # 25 DSL70

    Stabi 1037 7637 7642 5 Stabi DSL70B-Line B-Line

    Rib # 2 1151 1900 5588 8639 8658 19 Rib # 2 DC 100 TSL 190 TSL 380Rib # 3 1055 8543 8559 16 Rib # 3 DC 100Rib # 4 1050 8538 8557 19 Rib # 4 DC 100Rib # 6 600 2330 8518 8534 16 Rib # 6 DC 100 TSL 190Rib # 7 637 8555 8573 18 Rib # 7 DC 100Rib # 9 1147 2100 5318 8565 8583 18 Rib # 9 DC 100 TSL 190 TSL 380

    Rib # 10 1050 8468 8487 19 Rib # 10 DC 100Rib # 11 1033 8451 8470 19 Rib # 11 DC 100Rib # 13 993 2097 8408 8420 12 Rib # 13 DC 100 TSL 190Rib # 14 975 8390 8407 17 Rib # 14 DC 100Rib # 15 1033 8448 8464 16 Rib # 15 DC 100Rib # 17 940 1550 5853 8343 8352 9 Rib # 17 DC 100 TSL 190 TSL 280Rib # 18 838 8241 8248 7 Rib # 18 DC 100Rib # 19 800 8203 8212 9 Rib # 19 DC 100Rib # 21 755 1467 8075 8088 13 Rib # 21 DC 100 TSL 190Rib # 22 700 8020 8032 12 Rib # 22 DC 100Rib # 23 715 8035 8046 11 Rib # 23 DC 100Rib # 25 1165 7765 7778 13 Rib # 25 DSL70

    Stabi 1027 7627 7636 9 Stabi DSL70 TSL 220C-Line C-Line

    Rib # 2 1151 1900 5660 8711 8708 -4 Rib # 2 DC 100 TSL 190 TSL 380Rib # 3 1055 8615 8610 -6 Rib # 3 DC 100Rib # 4 1050 8610 8601 -9 Rib # 4 DC 100Rib # 6 600 2330 8590 8591 1 Rib # 6 DC 100 TSL 190Rib # 7 637 8627 8624 -4 Rib # 7 DC 100Rib # 9 1153 2100 5386 8639 8640 1 Rib # 9 DC 100 TSL 190 TSL 380

    Rib # 10 1050 8536 8541 5 Rib # 10 DC 100Rib # 11 1028 8514 8514 0 Rib # 11 DC 100Rib # 13 997 2076 8459 8460 1 Rib # 13 DC 100 TSL 190Rib # 14 975 8437 8438 1 Rib # 14 DC 100Rib # 15 1029 8491 8498 7 Rib # 15 DC 100Rib # 17 940 1550 5915 8405 8403 -2 Rib # 17 DC 100 TSL 140 TSL 280Rib # 18 832 8297 8292 -5 Rib # 18 DC 100Rib # 19 787 8252 8250 -2 Rib # 19 DC 100Rib # 21 767 1425 8107 8100 -7 Rib # 21 DC 100 TSL 140Rib # 22 700 8040 8041 1 Rib # 22 DC 100Rib # 23 681 8021 8022 1 Rib # 23 DC 100

    Stabi 1076 7676 7673 -3 Stabi DSL70D-Line D-Line

    Rib # 2 1151 1900 5770 8821 8817 -4 Rib # 2 DC 100 TSL 190 TSL 220Rib # 3 1055 8725 8722 -3 Rib # 3 DC 100Rib # 4 1050 8720 8716 -4 Rib # 4 DC 100Rib # 6 600 2332 8702 8701 -2 Rib # 6 DC 100 TSL 190Rib # 7 640 8742 8736 -6 Rib # 7 DC 100Rib # 9 1163 2100 5500 8763 8760 -3 Rib # 9 DC 100 TSL 190 TSL 220

    Rib # 10 1050 8650 8648 -3 Rib # 10 DC 100Rib # 11 1018 8618 8617 -2 Rib # 11 DC 100Rib # 13 1012 2042 8554 8547 -7 Rib # 13 DC 100 TSL 190Rib # 14 975 8517 8511 -6 Rib # 14 DC 100Rib # 15 1016 8558 8553 -6 Rib # 15 DC 100Rib # 17 940 1550 5965 8455 8451 -4 Rib # 17 DC 100 TSL 140 TSL 190Rib # 19 791 8306 8302 -5 Rib # 19 DC 100Rib # 21 783 1425 8173 8172 -1 Rib # 21 DC 100 TSL 140Rib # 23 714 8104 8103 -1 Rib # 23 DC 100

    Stabi 1160 7760 7766 6 Stabi DSL70E-Line E-Line

    Rib # 2 1257 8927 8921 -7 Rib # 2 DC 60Rib # 4 1162 8832 8825 -8 Rib # 4 DC 60Rib # 6 735 8837 8833 -4 Rib # 6 DC 60Rib # 7 763 8865 8860 -5 Rib # 7 DC 60Rib # 9 1275 8875 8873 -2 Rib # 9 DC 60

    Rib # 11 1125 8725 8719 -6 Rib # 11 DC 60Rib # 13 1108 8650 8647 -4 Rib # 13 DC 60Rib # 15 1089 8631 8624 -8 Rib # 15 DC 60

    Brake-Line Brake-LineRib # 2,5 3495 1695 9460 9475 15 Rib # 2,5 DSL70 DSL 300Rib # 5,5 3113 . + 200 9078 9098 20 Rib # 5,5 DSL70 . + 200Rib # 8,5 2990 8955 8973 18 Rib # 8,5 DSL70

    Rib # 11,5 2946 8851 8865 14 Rib # 11,5 DSL70Rib # 14,5 2739 8644 8659 15 Rib # 14,5 DSL70Rib # 17,5 2744 8649 8670 21 Rib # 17,5 DSL70Rib # 20 1187 900 4800 8582 8601 19 Rib # 20 DSL70 DSL70 PPSL 120Rib # 22 1075 8470 8488 18 Rib # 22 DSL70Rib # 24 806 1090 8391 8407 16 Rib # 24 DSL70 DSL70Rib # 26 780 8365 8382 17 Rib # 26 DSL70

    4210

    4270 PPSL 120

    PPSL 120

    Com

    plet

    e le

    ngth

    of m

    ain

    brak

    e lin

    e:

    1935

    mm

    Ha

    ndle

    on:

    173

    5mm

    6600

    Brake-Line

    B-Line

    C-Line

    D-Line

    Brake-Line

    D-Line

    C-Line

    B-Line

    E-Line E-Line

    Mesurements EAPER (final)

    Difference: Line plan & EAPR measurements

    A-Line A-Line

    P42 29.10.2015 Line plan Rev 3 P42 Line configuration -rev 2

  • B E T R I E B S H A N D B U C H | PA P I L LO N | P 4 2 38 | 39

    A B C D E Brake9120 9023 9073 9182 9286 94709022 8924 8975 9087 9190 90989014 8922 8966 9081 9198 89738998 8899 8956 9066 9225 88639035 8938 8989 9101 9238 86599024 8948 9005 9125 9084 86708933 8852 8906 9013 9012 86018917 8835 8879 8982 8989 84888875 8785 8825 8909 84108857 8772 8803 8876 83848913 8829 8863 89188805 8717 8768 88168691 8613 8655 86678643 8577 8615 85378522 8453 8465 84688458 8397 8406 81318472 8411 83878245 8143 80388007 8001

    offen/normal 365 365 380 395 405speed 365 365 365 365 365geschl. 365 365 365 355 340

    A B C D E Brake8755 8658 8708 8817 8921 94708657 8559 8610 8722 8825 90988649 8557 8601 8716 8833 89738633 8534 8591 8701 8860 88638670 8573 8624 8736 8873 86598659 8583 8640 8760 8719 86708568 8487 8541 8648 8647 86018552 8470 8514 8617 8624 84888510 8420 8460 8544 84108492 8407 8438 8511 83848548 8464 8498 85538440 8352 8403 84518326 8248 8290 83028278 8212 8250 81728157 8088 8100 81038093 8032 8041 77668107 8046 80227880 7778 76737642 7636

    Riser / trimmer position

    With out riser

    Including riser

  • BEIPACKZETTEL FR REPARATUREN & 2 JAHRES CHECKS

    2-Jahres-Check Leinenprfung inkl. Festigkeitsprfung

    Luftdurchlssigkeitsprfung Reparatur des eingezeichneten Schadens

    Rckruf bei Sichtung des Gleitschirms

    Obersegel / Top

    Untersegel / Bottom

    Name: Vorname:

    Strae, Hausnummer: PLZ, Ort:

    Land: Telefon:

    E-Mail:

    Schirm Modell und Farbe:

    Seriennummer:

    Kommentar/Bemerkungen:

    PAPILLON PARAGLIDERSWasserkuppe 46D-36129 GERSFELD

    Fax:+49(06654)8296Tel.+49(06654)7548

    [email protected]

  • B E T R I E B S H A N D B U C H | PA P I L LO N | P 4 2 40 | 41

    LEINEN-BESTELLFORMULAR

    Name: Vorname:

    Strae, Hausnummer: PLZ, Ort:

    Land: Telefon:

    E-Mail:

    Schirm Modell und Farbe:

    Gre:

    Seriennummer:

    Kommentar/Bemerkungen:

    Bezeichnung Leinen-Code Stckzahl

    PAPILLON PARAGLIDERSWasserkuppe 46D-36129 GERSFELD

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    INSTANDHALTUNGS-HANDBUCH

    als Entwicklungs- und Herstellungsbetrieb fr Paraglider, Gurtzeuge und Rettungssysteme

    Deutsch Rev. 1.2 Stand: Juni 2017

    Copyright 2017 by PAPILLON PARAGLIDERS GLEITSCHIRM DIREKT GmbH, alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Pu-blikation darf ohne schriftliche Genehmigung der PAPILLON PARAGLIDERS reproduziert oder in irgend einer Form weiter verarbeitet werden. Alle technischen Angaben in diesem Handbuch wurden sorgfltig von uns berprft. Wir weisen jedoch darauf hin, dass fr evtl. fehlerhaft angegebene technische Angaben keine Haftung bernommen wird. Dies gilt fr die juris-tische Verantwortung sowie die Haftung fr Folgen, die auf fehlerhaften Angaben beruhen. Laufende nderungen zu diesem Handbuch, soweit sie dem technischen Fortschritt dienen, behalten wir uns vor.

  • Regelmige Nachprfung nach der Luftgerteprfordnung fr mustergeprfte Gleit-segel. Bei Endkundengerten nach 24 Monaten, bei Schulgerten nach 12 Monaten.

    DieNachprfungmussnachdenobenangegebenenIntervallenodersptestensnach150Flug-stunden erfolgen. Bodenhandling sollte in die Zahl der Flugstunden mit eingerechnet werden.

    BEACHTE: bei unnormalen Flugverhalten sollte der Hersteller sofort in-formiert werden und der Schirm bei Notwendigkeit zum berprfen eingeschickt werden.

    Wer darf prfen?

    Auer dem Hersteller oder der von ihm beauftragten Person / Prfstelle darf nur der Besitzer des Gleitsegels persnlich die eigenhndige 2-Jahresprfung durchfhren, sofern er die Voraussetzungen erfllt.

    Individuelle personelle Vorraussetzungen fr die Nachprfungen

    Personelle Voraussetzungen fr die Nachprfung von ausschlielich persnlichen und einsitzig genutzten Gleitsegeln:

    Besitz eines gltigen unbeschrnkten Luftfahrtscheins fr Gleitsegel oder gleichwertig anerkannte Lizenz.

    Eeine ausreichend typenbezogene Einweisung im Betrieb des Herstellers. Hierzu ist eine 3monatige Ausbildung beim Hersteller notwendig. Wurde ein GS ausschlielich fr die persnliche Nutzung nachgeprft, dann ist dessen Benutzu-

    ng durch Dritte ausgeschlossen.

    Individuelle personelle Voraussetzungen fr die Nachprfung von GS, RG, GZ, die von Dritten genutzt werden und fr Tandem:

    Eine fr die Prfttigkeit frdeliche Berufsausbildung. EineberuflicheTtigkeitbeiderHerstellungoderInstandhaltungvonGS,RG,GZodereiner

    technisch hnlichen Art. Davon 6 Monate innerhalb der letzten 24 Monate in einem Hersteller-betrieb fr Luftsportgerte.

    Kostenpflichtige,mindestens2wchige,typenbezogeneSchulungenimBetriebdesHerstellers. Eine typenbezogene Einweisung je Grtetyp, die jhrlich aufzufrischen ist.

    GEGENSTAND DER PRFUNGS- UND NACHPRFUNGSINTERVALLE

  • B E T R I E B S H A N D B U C H | PA P I L LO N | P 4 2 44 | 45

    Notwendige Ausrstung und Unterlagen

    Messuhr, vorzugsweise nach Kretschmer mit Betriebsanleitung Bettsometer mit Betriebsanleitung Instandhaltungsanweisung des Herstellers Original-Materialien und -Ersatzteile, sowie Original-Materialliste fr das Gert Lufttchtigkeitsanweisung fr das Gert Luftsportgertekennblatt (siehe Handbuch) Leinenlngentabelle (siehe Handbuch) alte Nachprfprotokolle (sofern vorhanden) Nachprfprotokoll (Vorlage) zur Dokumentation Lichttisch zur Sichtkontrolle des Rettungssystems.

    BEI DER NACHPRFUNG SOLL IN FOLGENDEN SCHRITTEN VORGEGANGEN WERDEN:

    Identifizierung des Gertes:

    Feststellung der Identitt des Fluggertes anhand der Gtesiegelplakette oder Typenschild. Sind die dazugehrigen Herstellerunterlagen vorhanden? Sind Typenschild und Gtesiegel vorhanden, ist es lesbar und korrekt? Falls nicht: Bitte beim Hersteller oder Hndler anfordern.

    Die ermittelten Werte / nderungen sind im Nachprfprotokoll zu vermerken!

    berprfung des Rettungsgertes

    Vor dem Packen des Rettungssystems ist dieser vom Packer zu kontrollieren. Wurde der Fallschirm fr eine Rettung geffnet, so ist er einer Nachprfung zu unterziehen.Soll ein gepackter Rettungsschirm neu gepackt werden, ist eine Auslsekontrolle durchzufhren.Dabei ist festzustellen, ob die Auslsekraft zwischen minimal 3 und maximal 6 kg liegt.

    berprfung des Ober- und Untersegels, Nhte, Rettungssystem

    Lcher und Risse

    Das Ober- und Untersegel bei Gleitschirmen sowie bei Rettungssystemen muss Bahn fr Bahn von der Segeleintrittskante bis zur Segelhinterkante folgender Prfung unterzogen werden. Sofern bei einem der folgenden Punkte Aufflligkeiten festgestellt werden, ist der Schirm dem Hersteller zur Prfung vorzulegen: Prfung auf Lcher kleine bzw. grere Risse, Dehnungen und Scheuerstellen Defekte an der Beschichtung, sonstige Aufflligkeiten an der Kappe wie z.b. alte Reparaturstellen. Bei Rettungsgerten ist zur Kontrolle von Lchern, Scheuerstellen und Dehnungen ein Licht-

    tisches zu verwenden.

  • Scheuerstelle und Dehnung

    Bei groen und kritischen Scheuer- und Dehnungsstellen mssen die betroffenen Segelbahnenvom Hersteller ersetzt werden. Die ermittelten Werte / nderungen sind im Nachprfprotokoll zu vermerken!

    berprfung der Rippen

    Sichtprfung der Kammern (von der Eintritts- zur Hinterkante), ob die innen liegenden Vernhun-gen, Zellzwischenwnde und Versteifungen in guten Zustand, also ohne Risse, Dehnungen, Scheuerstellen, Beschdigung der Beschichtung sind.Bei gerissenen Rippen, defekten, losen oder fehlenden Vernhungen muss der Schirm zum Herstell-er oder autorisierten Checkbetrieb eingeschickt werden.Die ermittelten Werte / nderungen sind im Nachprfprotokoll zu vermerken!

    Kontrolle der Weiterreifestigkeit

    Durchzufhren mit dem Bettsometer an folgenden Punkten (B.M.A.A. approved PatentnummerGB2270768 Clive Betts Sails). Der Prfablauf ist der Bedienungsanleitung des Bettsometer zu entne-hmen.

    Im Ober- und Untersegel der A-Leinen-Anlenkung ein nadeldickes Loch stoen und die Weiter-reifestigkeit prfen.

    DerGrenzwertderMessungistfestgelegtauf500g,undeineRisslngevonwenigerals5mm.

    Die ermittelten Werte / nderungen sind im Nachprfprotokoll zu vermerken!

    Porosittsmessung der Kappe

    An allen folgenden Messstellen soll die Luftdurchlssigkeit hher als mind. 20 sek. (nach Kretschmer) sein. Bei kleineren Luftdurchlssigkeitswerten muss der Gleitschirm zum Hersteller eingeschickt werden.

    Messstellen: Die Porosittsmessungen nach der Kretschmer-Messmethode (Bedienungsanleitung bitte beachten) sollen an folgenden Punkten der Kappe durchgefhrt werden Prfungen jeweils auf Unter- und Obersegel durchfhren.

    mittlere Zelle ca. 20-30 cm hinter Eintrittskante 3. Zelle von Mitte jeweils links/rechts ca. 20-30 cm hinter der Eintrittskante 10. Zelle von Mitte jeweils links/rechts ca. 20-30 cm hinter der Eintrittskante

    Die ermittelten Werte / nderungen sind im Nachprfprotokoll zu vermerken!

  • B E T R I E B S H A N D B U C H | PA P I L LO N | P 4 2 46 | 47

    Verbindungsteile

    berprfung der Tragegurte und Leinenschlsser sind Scheuerstellen, Knickstellen, Risse, starke Abnutzungserscheinungen vorhanden? sind alle Vernhungen fest? ist der Beschleunigerzug freigngig und intakt? sind Bremsschlaufenbefestigungen noch fest angenht? sind Leinenschlsser korrosionsfrei, ist das Gewinde freigngig?VermessunguntereinerLastvon5kg.DieermitteltenWertesindmitdenVorgabenausdemDHV-Typenkennblatt zu vergleichen. Zulssige Abweichungen sind den Herstelleranweisungen zu entnehmen. Falls der Tragegurt oder Teile davon defekt sind, sind beim Hersteller Ersatzteile zu be-stellen und die defekten Teile gegen ein Originalersatzteil auszutauschen.Die ermittelten Werte / nderungen sind im Nachprfprotokoll zu vermerken!

    Leinen

    berprfung der Leinenreifestigkeit:Leinenwahl: Es werden eine mittlere A-, B und C-Stammleine, sowie, falls vorhanden, eine mittlere A- und B-Kaskaden-Leine ausgewhlt und mit einem Zugfestigkeitsprfgert auf ihre Reifestigkeit berprft. Zuggeschwindigkeit des Zugzylinders: v=30cm/minDie ermittelten Werte / nderungen der Rei- / Zugfestigkeitswerte sind im Nachprfprotokoll zu vermerken!

    BEACHTE: Jeder Gre (Leinendurchmesser) ist ein fester Wert zugeordnet. Falls die Leinen der angegebenen Zuglast oder Reifestigkeit nicht stand-halten knnen, mssen auch alle anderen Leinen ausgewechselt werden. Falls die geprften Leinen diese Prfkriterien erfllen, werden nur sie durch neue ersetzt. Alle ersetzten Leinen sind in der Nhe des Schkels (Naht) mit einem schwarzen Stift zu markieren und im Prfprotokoll mit dem Datum des Tausches und Flugstundenzahl vom Gert zu vermerken. Bei der nch-sten Nachprfung wird fr die Leinenfestikeitsprfung eine ursprngliche Nachbarleine verwendet. Den unterschiedlichen Leinendurchmessern ist eine minimale Vernhungslnge zugeordnet!

    berprfung der Leinenlngen und Leinenbefestigungen

    Stamm-, Kaskaden- und Bremsleinen auf Risse, Knicke, Scheuerstellen optisch berprfen. Zuerst die A-Leinen-Ebene, dann B. usw. Sind alle Leinen in den Leinenbefestigungen adquat vernht und angebracht? Sind die Ummantelungen der Leinen exakt? Sind alle Schlaufen, Verknotungen, Vernhungen in gutem Zustand? Sind Scheuerstellen vorhanden?

  • Vermessen der Leinenlngen: Zur regelmigen Datenkontrolle gehrt das Vermessen derLeinenlngen.

    DieLeinenmssenmiteinerLastentsprechend5kggemessenwerden,umvergleichbareErgeb-nissezuerhalten.DufindestdieentsprechendenLeinenlngenimLuftsportgerte-Kennblattdeines Handbuches.

    Die Vermessung erfolgt gem DHV-Methode vom Leinenschkel bis zur Kappe (inkl. Leien-schlaufe an der Kappe).

    Die Nummerierung erfolgt von Schirmmitte zum Stabilo hin. Die Vermessung dergegenber-liegenden Flgelseite kann unter gleichen Bedingungen auch durch einen Symmetrievergleich durchgefhrt werden.

    Das Ergebnis wird wieder im Nachprfprotokoll vermerkt und den Sollleinenlngen des DHV-Typenkennblatts gegenbergestellt. Die Toleranzabweichung sollte nicht mehr als + / - 1,5cmbetragen.

    Ist eine Leine defekt, ist sie umgehend auszutauschen. Bitte Bezeichnung der Leinen dem Lei-nenplan entnehmen, beim Hersteller bestellen und dann entsprechend einbauen bzw. einbauen lassen.

    Die ermittelten Werte/nderungen sind im Nachprfprotokoll zu vermerken!

    Stichkontrolle von Trimmung und Einstellung

    VoreinemCheckflugistbeieinemausgelegtenundaufgezogenenGerteineoptischeKontrollederKappe und Leinen durchzufhren. Es sollte besonders die Lnge der Steuerleinen (Bremsleinen) bei einem aufgezogenen Schirm beachtet werden. Erst wenn alle Bedenken bezglich falscher Einstel-lungderSteuerleinen(Bremsleinen)ausgerumtsind,darfeinCheckflugdurchgefhrtwerden.

    Materialbeschreibung und technische Daten

    Siehe Handbuch deines Gleitschirms.

    Sonstiges

    Alle Vermessungs- und Reparaturarbeiten an Gleitschirm und Rettungssystem mssen volltndig im Nachprfprotokoll dokumentiert werden.

    Bei Neu- oder Umpacken des Rettungssystems ist auf die spezielle Packweise des Rettungs- systems unbedingt zu achten! Siehe Rettungsgert-Handbuch. Beim Austausch von Bauteilen oder Baugruppen drfen nur Originalmaterialien bzw. Originaler-

    satzteile verwendet werden! Bei Nharbeiten ist das Originalnhbild einzuhalten, Flicken- und Fadenmaterial in gleicherStrke

    und Qualitt wie Original! Das Nachprf- und/oder Vermessungsprotokoll mssen mit Unterschrift, Ort und Datum verse-

    hen werden! Die Aufbewahrungsfrist dafr betrgt 4 Jahre.

  • B E T R I E B S H A N D B U C H | PA P I L LO N | P 4 2 48 | 49

    Bevor du eigenhndige Prfungen und/oder Reparaturen an deinem Gleitsegel vornimmst, bitten wir dich, die nachfolgenden Seiten aufmerksam zu lesen. Du informierst dich damit ber Voraus-setzungen und Bedingungen einer eigenhndigen 2-Jahresprfung.

    Nach neuer DHV Regelung kann der Kunde (GS-Besitzer) mit Hilfe der Nachprfanweisungund aller ntigen Gertschaften und Unterlagen in eigener Verantwortung die 2-Jahres berprfung des Gleitsegels eigenhndig durchfhren. Dazu muss der GS nicht zum Hersteller eingeschickt werden.

    Die 2-Jahresprfung darf nur vom GS Besitzer persnlich, falls er die Voraussetzungenerfllt, oder von Hersteller und dessen autorisierten Prfstellen durchgefhrt werden. Fragen sie deswegen beim Hersteller nach autorisierten Prfstellen an.

    Der Besitzer des Schirmes muss sich der Verantwortung bewusst sein, die er mit einereigehndig ausgefhrten 2-Jahresberprfung des Schirmes bernimmt. Die eigenhndige 2-Jahresprfung ist nur rechtlich wirksam, wenn diese nach der Prfung mit Datum, Namensbeschriftung (in Druckbuchstaben) und Unterschrift auf oder neben der Gtesiegelplakette besttigt wird.

    Rettungsgerte Packungsintervall gem. DHV: Alle 4 Monate eine Neupackung erforderlich.Zuls-sige Betriebszeit: 8 Jahre, danach bis 12 Jahre bei jhrlicher Nachprfung

    ber versicherungsrechtliche Auswirkungen ihrer eigenhndigen 2-Jahresberprfung sollen Sie sich rechtzeitig bei Ihrem Versicherer informieren.

    Eine Nachprfung ist nur gltig, wenn das Nachprfprotokoll komplett ausgefllt wird. Informier-en Sie sich auch ber mgliche nderungen der Nachprfanweisungen beim Hersteller vor dem Check.

    Wichtig