BGV D6 Krane - bghm.de · Siehe DIN 15001 „Krane, Begriffe“. BGV D6. 6 BGV D6 (2) LKW-Ladekrane...

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  • MMBGMaschinenbau-und Metall- Berufsgenossenschaft

    Unfallverhtungsvorschrift

    Kranevom 1. Dezember 1974in der Fassung vom 1. April 2001mit Durchfhrungsanweisungen vom April 2001

    Unvernderter Nachdruck

    BGV D 6BerufsgenossenschaftlicheVorschriften fr Sicherheit undGesundheit bei der Arbeit

    BG-Vorschrift

  • I. AllgemeinesGeltungsbereich 1 5Begriffsbestimmung 2 5Regeln der Technik 3 8

    II. Bau und AusrstungA. Gemeinsame Bestimmungen 9

    Krane im Anwendungsbereich der Maschinenverordnungund der Arbeitsmittelbenutzungsverordnung 3a 9Fabrikschild 4 10Belastungsangaben 5 10Verbotsschild 6 11Steuerstnde und Steuereinrichtungen 7 11Zugnge zu Steuerstnden 8 13Bhnen und Laufstege 9 15Arbeitsstnde und Arbeitsbhnen 10 16Sicherheitsabstnde 11 17Sicherung gegen Entgleisen, Um- und Abstrzen 12 18Schienenrumer 13 19Fahr- und Drehwerksbremsen, Sicherung gegen ungewollte Kranbewegungen 14 19Notendhalteinrichtungen 15 20Lastmomentbegrenzer 16 21Hchstgeschwindigkeit flurbedienter Krane 17 23Gleisanlagen 18 23Fahrbahnbegrenzungen 19 23Warneinrichtung 20 23Montageanweisung 21 24Abspannseile 22 24

    B. Zustzliche Bestimmungen fr programmgesteuerte Krane 25Schutz gegen Anfahren und Herabfallen der Last 23 25Nothalteinrichtungen 24 25

    III. PrfungenPrfung vor der ersten Inbetriebnahme und nach wesentlichen nderungen 25 25Wiederkehrende Prfungen 26 26Prfbuch 27 28Sachverstndige 28 29

    Inhaltsverzeichnis Seite

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    Seite

    IV. BetriebAllgemeines 28a 29Kranfhrer, Instandhaltungspersonal 29 29Pflichten des Kranfhrers 30 30Tragfhigkeit, Belastung 31 33Sicherheitsabstnde 32 35Zusammenarbeit mehrerer Krane 33 35Betriebsanweisung 34 35Betreten und Verlassen von Kranen 35 36Personentransport 36 36Schrgziehen, Schleifen von Lasten sowie Bewegen vonFahrzeugen mit Kranen 37 37Losreien festsitzender Lasten 38 38Einsatz bei Gefahren durch elektrischen Strom 39 38Aufbau, Abbau und Umrsten ortsvernderlicher Krane 40 39Wartungs- und Inspektionsarbeiten 41 40Instandsetzungs- und nderungsarbeiten an Kranen undArbeiten im Kranfahrbereich 42 41Wiederinbetriebnahme nach Instandsetzungs- undnderungsarbeiten 43 42

    V. OrdnungswidrigkeitenOrdnungswidrigkeiten 44 42

    VI. InkrafttretenIn-Kraft-Treten 45 43

    VII. bergangs- und Ausfhrungsbestimmungenbergangs- und Ausfhrungsbestimmungen 44 gegenstandslos 46 44A. Ausnahmen fr Brckenkrane 47 44B. Ausnahmen fr Portalkrane 48 45C. Ausnahmen fr Schienenlaufkatzen 49 46D. Ausnahmen fr Auslegerkrane 50 47E. Ausnahmen fr Turmdrehkrane 51 47

    Stichwortverzeichnis 48

    Diese BG-Vorschrift ist eine Unfallverhtungsvorschrift im Sinne des 15 SiebtesBuch Sozialgesetzbuch (SGB VII)

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    Durchfhrungsanweisungen geben vornehmlich an, wie die in den Unfall-verhtungsvorschriften normierten Schutzziele erreicht werden knnen. Sieschlieen andere, mindestens ebenso sichere Lsungen nicht aus, die auch intechnischen Regeln anderer Mitgliedstaaten der Europischen Union oder der Trkei oder anderer Vertragsstaaten des Abkommens ber den EuropischenWirtschaftsraum ihren Niederschlag gefunden haben knnen. Durchfhrungs-anweisungen enthalten darber hinaus weitere Erluterungen zu Unfallver-htungsvorschriften.

    Prfberichte von Prflaboratorien, die in anderen Mitgliedstaaten der Euro-pischen Union oder der Trkei oder in anderen Vertragsstaaten des Abkom-mens ber den Europischen Wirtschaftsraum zugelassen sind, werden in gleicher Weise wie deutsche Prfberichte bercksichtigt, wenn die den Prfberichten dieser Stellen zugrundeliegenden Prfungen, Prfverfahren und konstruktiven Anforderungen denen der deutschen Stelle gleichwertig sind. Umderartige Stellen handelt es sich vor allem dann, wenn diese die in der Nor-menreihe EN 45 000 niedergelegten Anforderungen erfllen.

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    I. Allgemeines

    Geltungsbereich 1(1) Diese Unfallverhtungsvorschrift gilt fr Krane einschlielich ihrerTragkonstruktion und Ausrstung.Durchfhrungsanweisung:Tragkonstruktionen sind z. B. Kranbahnen, Kranfundamente. Ausrstungensind z. B. Hauptschleifleitungen, Netzanschlussschalter, Fahrbahnlaufstege,Aufstiegsbhnen.

    (2) Diese Unfallverhtungsvorschrift gilt nicht fr1. Hebeeinrichtungen, die integrierter Bestandteil von Maschinen oder

    maschinellen Einrichtungen sind und die ausschlielich zu deren Be-schickung dienen,

    Durchfhrungsanweisung:Derartige Hebeeinrichtungen knnen integrierter Bestandteil sein von z. B.Blockbandsgeanlagen, Pressen zur Herstellung von Betonsteinen oderPressspanplatten, mechanischen Bearbeitungszentren, Transferstraen,galvanotechnischen Anlagen.Ladekrane auf Fahrzeugen oder schienengebundenen Transportwagen, z. B.Rundholzsortierwagen, fallen nicht unter die Ausnahme.Siehe auch Sicherheitsregeln fr Beschickungseinrichtungen galvanotechni-scher Anlagen (ZH 1/62).2. Krane auf Seeschiffen,3. Schwenkarmaufzge auf Baustellen und Doppelrahmensttzenauf-

    zge auf Baustellen.

    Begriffsbestimmung 2(1) K r a n e im Sinne dieser Unfallverhtungsvorschrift sind Hebezeuge,die Lasten mit einem Tragmittel heben und zustzlich in eine oder inmehrere Richtungen bewegen knnen.Durchfhrungsanweisung:Tragmittel sind z. B. auch die Gabelzinken an einem als Teleskopstaplerbezeichneten Kran.Unter die Definition fallen z. B. keine Balancer.Siehe DIN 15 001 Krane, Begriffe.

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    (2) L K W - L a d e k r a n e im Sinne dieser Unfallverhtungsvorschrift sindFahrzeugkrane, die vorwiegend zum Be- und Entladen der Ladeflche desTrgerfahrzeuges gebaut und bestimmt sind, deren Lastmoment 30 mtnicht berschreiten und deren Auslegerlnge 15 m nicht berschreiten.

    Durchfhrungsanweisung:Ein Lastmoment von 30 mt entspricht einem Kraftmoment von 294 200 Nm.

    (3) L K W - A n b a u k r a n e im Sinne dieser Unfallverhtungsvorschriftsind LKW-Ladekrane, die mit Einrichtungen zum betriebsmigen An-und Abbau an Lastkraftwagen versehen sind.

    (4) L a n g h o l z - L a d e k r a n e im Sinne dieser Unfallverhtungsvor-schrift sind LKW-Ladekrane, die zum Heben von Stmmen bestimmtsind, die auf Grund ihrer Lnge nicht im Stammschwerpunkt gehobenwerden knnen und deshalb fr das Verladen auer dem Heben noch einZiehen, Drcken oder Hebeln erfordern.

    (5) R e g a l b e d i e n k r a n e im Sinne dieser Unfallverhtungsvorschriftsind Krane mit gefhrtem Lastaufnahmemittel, die dafr gebaut und be-stimmt sind, Lasten sowohl in Regale einzubringen oder aus ihnen zuentnehmen als auch frei im Raum zu bewegen.

    Durchfhrungsanweisung:Die Fhrung des Lastaufnahmemittels kann durch die Krankonstruktion oderdurch die Regale erfolgen.Freie Kranarbeit liegt dann vor, wenn mit dem Kran an beliebiger Stelle auer-halb des Regalbereiches Lasten aufgenommen werden knnen.

    (6) K e i n e K r a n e im Sinne dieser Unfallverhtungsvorschrift sind1. Flurfrderzeuge einschlielich ihrer Anbaugerte,

    Durchfhrungsanweisung:Siehe Unfallverhtungsvorschrift Flurfrderzeuge (BGV D 27 bisher VBG 36).

    2. Hebebhnen,

    Durchfhrungsanweisung:Siehe Unfallverhtungsvorschrift Hebebhnen (VBG 14).

    3. Gerte und Anlagen zur Regalbedienung,

    Durchfhrungsanweisung:Siehe Richtlinien fr Gerte und Anlagen zur Regalbedienung (ZH 1/361).

    4. Anlagen, die der Aufzugsverordnung unterliegen,

    Durchfhrungsanweisung:Siehe Aufzugsverordnung.

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    5. Schienenhngebahnen,

    Durchfhrungsanweisung:Siehe Sicherheitsregeln fr Schienenhngebahnen (ZH 1/72).

    6. Gerte fr die forstliche Seilbringung,

    Durchfhrungsanweisung:Siehe Sicherheitsregeln fr die forstliche Seilbringung.

    7. Industrieroboter,

    Durchfhrungsanweisung:Siehe VDI 2860 Montage- und Handhabungstechnik; Handhabungsfunk-tionen, Handhabungseinrichtungen; Begriffe, Definitionen, Symbole.

    8. Manipulatoren,

    9. Hebeeinrichtungen, bei denen sich die Stellteile der Befehlseinrich-tungen unmittelbar an der Lastaufnahmeeinrichtung befinden undderen Hubweg nicht mehr als 1,5 m betrgt,

    10. Stapelautomaten, Setzmaschinen und Abtraggerte in der Bau-stoffindustrie,

    Durchfhrungsanweisung:Siehe Sicherheitsregeln fr Stapelautomaten, Setzmaschinen und automati-sche Abtraggerte in der Baustoff-Industrie (ZH 1/520).

    11. Absetzkipper,

    12. Patientenhebeeinrichtungen.

    Durchfhrungsanweisung:Derartige Hebeeinrichtungen knnen ortsfest oder ortsvernderlich sein.

    (7) Im Sinne dieser Unfallverhtungsvorschrift gelten Krane als

    1. ortsvernderlich, wenn sie an wechselnden Standorten eingesetztwerden knnen,

    2. handbetrieben, wenn die Hubbewegung und alle weiteren Kranbe-wegungen durch Muskelkraft bewirkt werden,

    3. teilkraftbetrieben, wenn nur die Hubbewegung oder eine oder meh-rere andere Kranbewegungen kraftbetrieben sind,

    4. kraftbetrieben, wenn auer der Hubbewegung noch mindestens eineweitere Kranbewegung kraftbetrieben ist,

    5. programmgesteuert, wenn eine oder mehrere Kranbewegungen nacheinem vorgegebenen Programm selbstttig ablaufen.

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    Regeln der Technik 3Krane mssen nach den Bestimmungen dieser Unfallverhtungsvor-schrift und im brigen nach den allgemein anerkannten Regeln derTechnik beschaffen sein und betrieben werden. Von den allgemeinanerkannten Regeln der Technik darf abgewichen werden, wenn diegleiche Sicherheit auf andere Weise gewhrleistet ist.

    Durchfhrungsanweisung:Neben der Unfallverhtungsvorschrift Krane (BGV D 6 bisher VBG 9) wirdinsbesondere hingewiesen auf Unfallverhtungsvorschriften

    Allgemeine Vorschriften (BGV A 1 bisher VBG 1),Elektrische Anlagen und Betriebsmittel (BGV A 2 bisher VBG 4),Kraftbetriebene Arbeitsmittel (VBG 5),Winden, Hub- und Zuggerte (BGV D 8 bisher VBG 8),Lastaufnahmeeinrichtungen im Hebezeugbetrieb (VBG 9 a),Schienenbahnen (BGV D 30 bisher VBG 11),Fahrzeuge (BGV D 29 bisher VBG 12),Schwimmende Gerte (BGV D 21 bisher VBG 40 a),Veranstaltungs- und Produktionssttten fr szenische Darstellung (BGV C 1 bisher VBG 70),Leitern und Tritte (BGV D 36 bisher VBG 74),Lrm (BGV B 3 bisher VBG 121).

    Regeln der TechnikDIN 4132 Kranbahnen; Stahltragwerke; Grundstze fr die Berechnung, bau-liche Durchbildung und Ausfhrung,DIN 15 018 Krane, Stahltragwerke,DIN 15 019 Krane, Standsicherheit,DIN 15 020 Hebezeuge, Grundstze fr Seiltriebe,DIN 15 030 Hebezeuge, Abnahmeprfung von Krananlagen, Grundstze, DIN VDE 0100 Teil 726 Errichten von Starkstromanlagen mit Nennspannungenbis 1000 V; Hebezeuge,VDI 2382 Instandsetzung von Krananlagen; Schweien, Heften, Brenn-schneiden, Bohren,VDI 2388 Krane in Gebuden; Planungsgrundlagen,VDI 2397 Auswahl der wirtschaftlichen Arbeitsgeschwindigkeiten von Brcken-kranen,VDI 3570 berlastungssicherungen fr Krane,VDI 3575 Wegbegrenzer; Mechanische und elektromechanische Einrichtungen,VDI 3650 Einrichtungen zur Sicherung von Kranen gegen Abtreiben durch Wind.

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    II. Bau und AusrstungA. Gemeinsame Bestimmungen

    Krane im Anwendungsbereich der Maschinenverordnungund der Arbeitsmittelbenutzungsverordnung 3a(1) Der Unternehmer hat dafr zu sorgen, dass die Krane entsprechendden Bestimmungen dieses Abschnittes II beschaffen sind.

    (2) Fr Krane, die unter den Anwendungsbereich der Maschinenver-ordnung und der Arbeitsmittelbenutzungsverordnung fallen, gelten diefolgenden Bestimmungen.

    Durchfhrungsanweisung:

    Bei der Maschinenverordnung handelt es sich um die Neunte Verordnung zumGertesicherheitsgesetz (Maschinenverordnung 9. GSGV), die die Richtlinie98/37/EG in nationales Recht umsetzt.

    Bei der Arbeitsmittelbenutzungsverordnung (AMBV) handelt es sich um dieVerordnung ber Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Benutzung vonArbeitsmitteln bei der Arbeit, die in Verbindung mit dem Arbeitsschutzgesetzdie Richtlinie 89/655/EWG in nationales Recht umsetzt.

    (3) Fr Krane, die unter den Anwendungsbereich der Maschinenver-ordnung fallen, gelten anstatt der Beschaffenheitsanforderungen diesesAbschnittes die Beschaffenheitsanforderungen nach 2 der Maschinen-verordnung. Der Unternehmer darf Krane erstmals nur in Betriebnehmen, wenn die Voraussetzungen der 3 und 4 der Maschinen-verordnung erfllt sind.

    Durchfhrungsanweisung:Unter den Anwendungsbereich der Maschinenverordnung fallen z. B. nicht

    nicht am Kran angebaute Kranaufstiege und Zugnge zu Steuerstnden,

    nicht am Kran angebaute Bhnen und Laufstege,

    Gleisanlagen und Fahrbahnbegrenzungen,

    Arbeits- und Verkehrsanforderungen enthalten die Bestimmungen der 10, 11, 21 und 24.

    (4) Absatz 3 gilt nicht fr Krane, die den Anforderungen dieses Ab-schnittes entsprechen und bis zum 31. Dezember 1994 in den Verkehrgebracht worden sind.

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    (5) Krane, die nicht unter Absatz 3 fallen, mssen mindestens den Anfor-derungen des Anhangs der Arbeitsmittelbenutzungsverordnung ent-sprechen.

    Durchfhrungsanweisung:Aus den Bestimmungen des Anhangs zur Arbeitsmittelbenutzungsverordnungergeben sich Nachrstungsverpflichtungen nur fr LKW-Ladekrane/Anbau-krane:1. An LKW-Ladekranen/Anbaukranen mit nicht mitdrehendem hochge-

    legenen Fhrerstand sind Arbeitsbereichsbegrenzungen zur Vermeidungvon Quetsch- und Schergefahren fr den Kranfhrer erforderlich.

    2. An LKW-Ladekranen/Anbaukranen ist die Nachrstung eines NOT-HALTerforderlich, sofern die Gefahr des Quetschens des Kranfhrers am Steu-erstand durch den Ausleger besteht.

    Fabrikschild 4An jedem Kran muss ein Fabrikschild mit folgenden Angaben ange-bracht sein:Hersteller oder Lieferer,Baujahr,Fabriknummer,Typ, falls Typenbezeichnung vorhanden,Typprfungskennzeichen fr typgeprfte Krane.

    Belastungsangaben 5An jedem Kran mssen dauerhaft und leicht erkennbar die Angabenber die hchstzulssigen Belastungen (Tragfhigkeit) angebracht sein.Durchfhrungsanweisung:

    Diese Forderung ist z. B. erfllt, wenn

    bei Portal- und Brckenkranen die Schrift der Belastungsangabe so groam Kran angebracht ist, dass sie vom Boden oder von der Arbeitsebeneaus gut gelesen werden kann,

    bei Schienenlaufkatzen die Belastungsangabe an der Hakenflasche ange-geben ist,

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    bei Auslegerkranen mit starren Auslegern und solchen, bei denen die hchstzulssige Belas-

    tung auf die bei grter Ausladung begrenzt ist, die hchstzulssigeBelastung angegeben ist,

    verstellbaren Auslegern ohne Auslegerverlngerung eine Anzeige bzw.Angabe der fr die jeweilige Ausladung hchstzulssigen Belastungvorhanden ist,

    verstellbaren Auslegern mit Auslegerverlngerung durch Einsetzen vonZwischenstcken eine Winkel- oder Ausladungsanzeige in Verbindungmit einer Tabelle im Fhrerhaus, aus der die Werte fr die jeweilshchstzulssige Belastung hervorgehen, vorhanden ist, sofern nicht ander Winkel- oder Ausladungsanzeige selbst die jeweils hchstzulssigeBelastung erkennbar ist,

    verstellbaren Auslegern mit Auslegerverlngerung durch Teleskopie-ren eine Anzeige der jeweiligen Auslegerlnge oder Ausladung unddes Auslegerwinkels in Verbindung mit einer Tabelle im Fhrerhaus,aus der die Werte fr die jeweils hchstzulssige Belastung hervor-gehen, vorhanden ist.

    Verbotsschild 6An jedem Kranaufstieg muss ein Schild angebracht sein, das Unbefug-ten den Aufstieg untersagt.Durchfhrungsanweisung:Bei Brckenkranen sind Aufstiege, Treppen und gegebenenfalls Steigleiternzum Fahrbahnlaufsteg bzw. zur Aufstiegsbhne (s. 8 Abs. 3).Befugte Personen sind z.B. beauftragte Kranfhrer und Instandhaltungspersonal.Siehe auch Unfallverhtungsvorschrift Sicherheits- und Gesundheits-schutzkennzeichnung am Arbeitsplatz (BGV A 8 bisher VBG 125) bzw.Richtlinien des Rates vom 25. Juli 1977 zur Angleichung der Rechts- undVerwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten ber die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz (77/576/EWG).

    Steuerstnde und Steuereinrichtungen 7(1) Steuerstnde mssen so beschaffen, Steuereinrichtungen mssen sobeschaffen und angeordnet sein, dass der Kranfhrer den Kran sichersteuern kann.

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    Durchfhrungsanweisung:Steuerstand ist der Ort, von dem aus der Kran bedient wird.Steuereinrichtungen sind z. B. bei Schtzensteuerung: Druckknopfschalter, Meisterschalter; bei Direktsteuerung: Walzenschalter, Nockenschalter; bei mechanischer Steuerung: Schalthebel.

    Diese Forderung ist z. B. erfllt, wenn Fhrerhuser so gerumig sind, dass die fr die Bedienung notwendigen

    Handgriffe und Ttigkeiten behinderungsfrei ausgefhrt werden knnen, der Kranfhrer einen ausreichenden berblick ber den jeweiligen Arbeits-

    bereich des Kranes hat, bei flurbedienten Kranen ohne ortsfesten Steuerstand sichere Bedienungs-

    wege fr den Kranfhrer vorhanden sind, die Steuereinrichtungen so ausgebildet und gekennzeichnet sind, dass ein

    Verwechseln der Bewegungsrichtungen des Kranes vermieden wird, die Steuereinrichtungen von Kranen, die wahlweise vom Fhrerhaus oder

    von Flur aus bedient werden knnen, gegeneinander verriegelt sind, so weit mglich, Kranfhrersitze vorgesehen werden, die krpergerecht

    ausgefhrt und bei Bedarf gefedert sowie in der Hhe verstellbar sind, bei Auslegerkranen die Steuerstnde so angeordnet oder gesichert sind,

    dass der Kranfhrer nicht durch den Ausleger gefhrdet wird.

    Kraftbetriebene und teilkraftbetriebene Krane sind nach 12 Unfallver-htungsvorschrift Kraftbetriebene Arbeitsmittel (VBG 5) bzw. nach den Abschnitten 1.2.3 und 1.2.4 des Anhangs I der Richtlinie des Rates vom 14. Juni 1989 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten frMaschinen (89/392/EWG) EG-Maschinen-Richtlinie mit einer Haupt-befehlseinrichtung ausgerstet, durch deren Bettigung Beginn und Ende der Energiezufuhr fr die Kranbewegungen bestimmt werden knnen.

    Die Stellteile der Befehlseinrichtungen (Steuereinrichtungen) liegen nach 11Unfallverhtungsvorschrift Kraftbetriebene Arbeitsmittel (VBG 5) bzw. nachAbschnitt 1.2.2 des Anhangs I der EG-Maschinen-Richtlinie auf dem Steuer-stand im Handbereich des Kranfhrers oder an einem Ort, von dem aus derArbeitsbereich des Kranes berblickt werden kann. Die Stellteile der Befehls-einrichtungen fr kraftbetriebene Hubwerke sind nach 8 Unfallverhtungs-vorschrift Winden, Hub- und Zuggerte (BGV D 8 bisher VBG 8) so beschaf-fen, dass sie beim Freigeben selbstttig in die Nullstellung zurckgehen; diesgilt nicht fr die Stellteile in mitfahrenden Steuerstnden von Brcken-, Por-talkranen und Schienenlaufkatzen. Steuerungen sind nach 11 Abs. 4 Unfallverhtungsvorschrift Kraftbetriebene Arbeitsmittel (VBG 5) bzw. nach

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    Abschnitt 1.2.3 des Anhangs I der EG-Maschinen-Richtlinie so beschaffen,dass Krane nicht von mehreren Steuerstnden aus gleichzeitig gesteuertwerden knnen, d. h. z. B. Zustimmungsschaltungen oder Wahlschalter haben;dies ist nicht erforderlich fr LKW-Ladekrane mit seitlichen Steuerstnden, beidenen die Stellteile mechanisch miteinander verbunden und die Steuerstndegegenseitig einsehbar sind. Siehe auch BG-Regel Hhenbewegliche Steuer-stnde von Kranen (BGR 108 bisher ZH 1/26).

    (2) Fhrerhuser mssen Schutz gegen Klte, Hitze, Nsse und Windbieten. Sie mssen ausreichend belftbar sein.

    Durchfhrungsanweisung:Diese Forderung ist z. B. erfllt, wenn Fhrerhuser von Kranen, die im Freien oder in nicht beheizten Hallen laufen, mit

    Heizungen ausgerstet sind, von Kranen, die ber starke Wrmequellen, z. B. Tieffen, laufen, eine

    Klimatisierung haben, von Turmdrehkranen zustzlich einen wrmeisolierenden Fuboden haben.

    (3) An oder in der Nhe der Steuereinrichtungen muss ein Abdruck der 29 bis 43 (Betriebsvorschriften) so angebracht sein, dass sie fr denKranfhrer jederzeit einsehbar sind. Dies gilt nicht fr handbetriebeneoder teilkraftbetriebene Krane.

    Durchfhrungsanweisung:Der Aushang der Betriebsvorschriften ersetzt nicht die notwendige Unter-weisung des Kranfhrers; er soll dem Kranfhrer die Mglichkeit geben, dieBetriebsvorschriften jederzeit nachzulesen.

    Diese Forderung ist z. B. bei flurbedienten Kranen erfllt, wenn die Betriebs-vorschriften in der Nhe des Netzanschlussschalters oder des blichenAbstellplatzes des Kranes angebracht sind.

    Zugnge zu Steuerstnden 8(1) Steuerstnde mssen in allen Stellungen des Kranes ohne Gefahr er-reicht und verlassen werden knnen.

    Durchfhrungsanweisung:Diese Forderung ist z. B. erfllt, wenn bei Steuerstnden ab 0,6 m ber Flur besondere Aufstiege vorhanden

    sind,

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    bei direktem Aufstieg in ein Fhrerhaus (z. B. Auto- oder Mobilkran) gen-gend lange Haltestangen am Eingang angebracht sind,

    bei Kranen, die auf hoch liegenden Kranbahnen laufen (z. B. Brckenkrane),Fahrbahnlaufstege mit einem freien Durchgang von mindestens1,8 m x 0,4 m neben, oberhalb oder unterhalb der Kranbahn entlang fhren,

    fhrerhausbediente Krane in Brckenkonstruktion (z.B. Brckenkrane oderPortalkrane), die keinen unmittelbaren Zugang vom Fahrbahnlaufsteg zumFhrerhaus haben, mit Krantrgerlaufbhnen mit einem freien Durchgangvon mindestens 1,8 m x 0,4 m ausgerstet sind,

    bei Turmdrehkranen hochgelegene Fhrerhuser ber Steigleitern mit einemungehinderten freien Durchstieg von mindestens 0,4 m x 0,5 m erreichtwerden knnen, wobei bei Innenleitern die Turmkonstruktion den Rcken-schutz bernehmen kann, sofern der Abstand von der Aufstiegsseite derLeiter zur gegenberliegenden Seite nicht mehr als 0,7 m betrgt.

    Besondere Bestimmungen fr Steigleitern sind in 15 Abs. 5 der Unfallver-htungsvorschrift Leitern und Tritte (BGV D 36 bisher VBG 74) enthalten.

    (2) Abweichend von Absatz 1 gengt es, wenn1. bei Kranen, bei denen der Boden des Steuerstandes nicht mehr als

    5 m ber Flur liegt oder auf dieses Ma auch bei Ausfall der Antriebs-energie abgesenkt werden kann,

    2. bei Deckenkranen mit beweglichem Fhrerhaus und3. bei Schienenlaufkatzen der Steuerstand in einer Stellung des Kranes

    ohne besondere Gefahr erreicht, ber einen Notabstieg jedoch inallen Stellungen des Kranes verlassen werden kann.

    Durchfhrungsanweisung:Diese Forderung ist z. B. erfllt, wenn fr jeden Kran eine ber eine Treppeerreichbare Bhne vorhanden ist, von der der Steuerstand unmittelbar oderber eine Krantrgerlaufbhne betreten werden kann.

    Die Forderung nach einem Notabstieg wird erfllt durch ausziehbare Leitern,Abseilgerte, Seilschlauchleitern oder bei Steuerstnden, deren Boden nichtmehr als 5 m ber Flur liegt durch Knotentaue.

    Deckenkrane sind Krane, deren Laufschienen am Dach oder an der Decken-konstruktion hngend angeordnet sind.

    Notabstiege mssen in allen Stellungen des Kranes benutzbar sein. Darausergibt sich, dass Krane, die die Erleichterung bezglich des Erreichens undVerlassens der Steuerstnde in Anspruch nehmen, nicht eingesetzt werdendrfen, wenn sie ber Gruben, Bdern, Hafenbecken usw. verkehren.

    Strickleitern sind als Notabstiege ungeeignet.

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    (3) Krane mssen eine ausreichende Anzahl von Aufstiegen haben. BeiBrckenkranen und bei Kranen, bei denen die Bauart es zulsst, mussmindestens ein Aufstieg als Treppe ausgefhrt sein. Treppen mssenmindestens 2 m Durchgangshhe und mindestens 0,5 m Durchgangs-breite haben.

    Durchfhrungsanweisung:

    Diese Forderung ist z. B. erfllt, wenn

    bei Fahrbahnlngen bis zu 50 m ein Aufstieg,

    bei Fahrbahnlngen von mehr als 50 m bis zu 200 m zwei Aufstiege,

    auf jede weiteren 100 bis 200 m Lnge ein weiterer Aufstieg

    vorhanden sind.

    Die Anzahl der Aufstiege richtet sich nach der Lnge der Kranbahn und derZahl der auf ihr laufenden Krane.

    Bhnen und Laufstege 9(1) Bhnen und Laufstege, die dem Zugang zu Steuerstnden dienen,mssen einen freien Durchgang von mindestens 1,8 m x 0,4 m haben.Abweichend von Satz 1 knnen diese Mae verringert sein1. in Krantrgern in Dreiecksbauweise auf eine Mindesthhe von 1,4 m

    bei einer Breite in Fuhhe von mindestens 0,25 m,2. in sonstigen Krantrgern auf eine Mindesthhe von 1,4 m, wenn die

    Mindestbreite auf 0,7 m vergrert ist.

    Durchfhrungsanweisung:

    Die Forderung gilt fr den gesamten Kranfahrbereich. Die notwendigen Frei-mae drfen z. B. nicht durch Dachbinder, Rohrleitungen oder dgl. einge-schrnkt sein.

    Podeste, Bhnen und Laufstege, die hher als 1 m ber Flur liegen, mssennach 33 der Unfallverhtungsvorschrift Allgemeine Vorschriften (BGV A 1bisher VBG 1) Gelnder und Fuleisten haben. Die Hhe der Gelnder soll 1 m betragen. Nur in Ausnahmefllen kann zur Vermeidung von Quetschge-fahren die Gelnderhhe bis auf 0,7 m herabgesetzt werden.

    (2) Auf Fahrbahnlaufstegen und Aufstiegsbhnen darf an der dem Kranzugewandten Seite das Gelnder fehlen, wenn auf der dem Kran abge-wandten Seite mindestens ein Handlauf vorhanden ist. Ist die dem Kran

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    abgewandte Seite offen, muss an dieser Seite ein Gelnder vorhandensein. Bei Kranen in Hallen kann auf Gelnder verzichtet werden, wennder Fahrbahnlaufsteg zwischen zwei Kranfahrbahnen liegt und mindes-tens 4 m breit ist. Sind Gelnder mindestens 0,5 m von Absturzkantenund bewegten Kranteilen entfernt, darf auf Zwischenstbe und Fu-leisten verzichtet werden.

    Durchfhrungsanweisung:

    9 Abs. 2 enthlt eine Sonderregelung gegenber 33 der Unfallverh-tungsvorschrift Allgemeine Vorschriften (BGV A 1 bisher VBG 1), wonachBhnen, Laufstege usw. Gelnder als Absturzsicherung haben mssen.

    (3) Bei Aufstiegsbhnen drfen Seitengelnder nicht nher als 0,5 m anden Kran heranreichen.

    Arbeitsstnde und Arbeitsbhnen 10Fr Wartungs- und Reparaturarbeiten an maschinellen und elektrischenEinrichtungen, die nicht vom Boden aus durchgefhrt werden knnen,mssen Arbeitsstnde oder -bhnen vorhanden sein, die gefahrloserreicht und von denen aus die Arbeiten so durchgefhrt werdenknnen, dass Beschftigte nicht gefhrdet werden.

    Durchfhrungsanweisung:

    Diese Forderung ist z. B. erfllt, wenn fr Wartungs- und ReparaturarbeitenArbeitsbhnen vorhanden sind, die

    fest am Kran angebracht sind,

    fest an Gebuden angebracht sind, an die der Kran herangefahren werdenkann, oder

    transportabel und jederzeit verfgbar sind.

    Diese Forderung ist z. B. auch erfllt, wenn fr Wartungs- und Reparaturarbeiten

    bis zu 2 m Hhe Stehleitern vorhanden sind,

    auf Oberwagen ortsvernderlicher Krane rutschfeste Standflchen undBefestigungsvorrichtungen fr Sicherheitsgeschirre vorhanden sind.

    Die Forderung des gefahrlosen Erreichens ist erfllt, wenn Treppen, Steig-leitern oder einhakbare Leitern vorhanden sind, ber die Bhnen unmittelbaroder ber Laufstege erreicht werden knnen.

    Siehe auch Unfallverhtungsvorschrift Hebebhnen (VBG 14).

  • 17

    Sicherheitsabstnde 11(1) Zur Vermeidung von Quetsch- und Schergefahren mssen die kraft-bewegten ueren Teile schienengebundener und ortsfest betriebenerKrane, ausgenommen Trag- und Lastaufnahmemittel, zu Teilen der Um-gebung des Kranes hin einen Sicherheitsabstand nach oben, unten undnach den Seiten von mindestens 0,5 m haben. Der Sicherheitsabstandnach den Seiten hin ist auerhalb des Verkehrs- oder Arbeitsbereichesnicht erforderlich.

    Durchfhrungsanweisung:Teile der Umgebung knnen z. B. sein: Gebude und Gebudeteile, z. B. Hallensttzen, Rohre, Maschinen, gelagertes Material, Gerste.

    (2) Abweichend von Absatz 1 mssen Gelnder, die der Abgrenzung desArbeits- oder Verkehrsbereiches dienen, einen seitlichen Abstand vonmindestens 0,1 m zu bewegten Kranteilen oder, falls die Gelnder auf dem Kran angebracht sind, zu festen Gebude- oder Anlage-teilen aufweisen. Betrgt der seitliche Abstand weniger als 0,5 m,mssen die Gelnder durchgehend sein und mindestens zwei Zwischenstbe haben.

    (3) Die Bestimmung ber den Sicherheitsabstand nach oben gilt nicht fr

    1. Schienenlaufkatzen,

    2. Deckenkrane, sofern auf der Kranbrcke keine Bhnen, Laufstegeoder dgl. vorhanden sind,

    Durchfhrungsanweisung:Die Ausnahme gilt nur fr Deckenkrane (s. Durchfhrungsanweisung 3 zu 8 Abs. 2). Sie gilt nicht fr Hngekrane, bei denen die Laufschienen an denHallensttzen hngend angeordnet sind.

    3. flurbediente Krane, sofern sich auf der Kranbrcke oder am Auslegerkeine Bhnen, Laufstege oder dergleichen befinden,

    Durchfhrungsanweisung:

    Bei derartigen Kranen drfen auch mit Hilfsmitteln keine Bhnen auf dem Kraneingerichtet werden. Fr Probefahrten im Zusammenhang mit Wartungs- oder

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  • 18

    BGV D 6

    Instandsetzungarbeiten wird auf die Bestimmungen der 41 und 42 ver-wiesen.

    4. Stromzufhrungen und deren Sttzen.

    Durchfhrungsanweisung:

    Sttzen zur Stromzufhrung sind sowohl die Stromabnehmersttzen beiSchleifleitungen und Schleifringkrpern als auch die Mitnehmer, Mitnehmer-arme und Stromzufhrungsarme bei Schleppkabelanlagen.

    Sicherung gegen Entgleisen, Um- und Abstrzen 12

    Krane mit Drehwerken und Krane mit schienengebundenen Fahrwerkensowie Laufkatzen mssen so beschaffen sein, dass sie nicht entgleisenund bei einem Bruch von Laufrdern, Laufrollen oder Knigszapfen nichtum- oder abstrzen knnen.

    Durchfhrungsanweisung:

    Die Forderung, dass ein Entgleisen verhindert wird, ist erfllt, wenn Weichenund berfahrten von Kranen oder Kranfahrbahnen verriegelbar sind und wenn

    Eisenbahn- oder hnliche Radstze,

    genormte Spurkrnze, jedoch von mindestens 12 mm Hhe, bei hand-betriebenen Kranen von mindestens 10 mm Hhe (s. DIN 15 049 bis DIN 16050 und DIN 15 070 bis DIN 15 084),

    Spurkrnze auf beiden Seiten der Rder oder Fhrungsrollen, sofern mitungewollten Vernderungen der Gleisanlagen zu rechnen ist, z. B. beiTurmdrehkranen auf Baustellen,

    Laufrder mit zustzlicher Seitenfhrung

    vorhanden sind.

    Die Forderung, dass ein Um- oder Abstrzen der Krane verhindert wird, isterfllt, wenn

    Radbruchsttzen vorhanden sind,

    Eisenbahnradstze vorhanden sind,

    die Konstruktion ausreichenden Schutz gegen diese Gefahren bietet, z.B.durch bis dicht auf die Schienen heruntergefhrte Rahmen, oder wenn beiKonstruktionen mit vier Rdern der Bruch eines Rades nicht Um- oderAbstrzen zur Folge hat.

  • 19

    Schienenrumer 13

    (1) Bei schienengebundenen Kranen, die zu ebener Erde fahren, mssendie Fahrwerke mit Schienenrumern ausgerstet sein, sofern die Kons-truktion nicht deren Aufgabe bernimmt.

    (2) Absatz 1 gilt nicht fr Eisenbahnkrane.Durchfhrungsanweisung:Die Konstruktion kann beispielsweise dann die Aufgabe des Schienenrumersbernehmen, wenn der Tragrahmen bis dicht auf die Schiene gefhrt ist.

    Fahr- und Drehwerksbremsen,Sicherung gegen ungewollte Kranbewegungen 14(1) Krane mssen so eingerichtet sein, dass ihre kraftbetriebenen Fahr-und Drehbewegungen abgebremst und ungewollte Kranbewegungenverhindert werden knnen.Durchfhrungsanweisung:Die Forderung des Abbremsens ist erfllt, wenn die Bewegungen durch Brem-sen oder Selbstverzgerung zum Stillstand kommen (siehe auch VDI-Richt-linie 2397 Auswahl der wirtschaftlichen Arbeitsgeschwindigkeiten vonBrckenkranen).Diese Forderung ist z. B. erfllt, wenn ungewollte Kranbewegungen durchBremsen, Feststellvorrichtungen oder Schienenzangen verhindert werden, deren Wirksamkeit rechnerisch nachgewiesen ist (s. DIN 15 018, DIN 15 019).Ungewollte Kranbewegungen knnen z. B. erfolgen durch Wind, geneigteAufstellung, beim Durchfahren von Kurven.Nicht unter die Bestimmung fllt das Anstoen durch Nachbarkrane.

    (2) Fahr- und Drehbewegungen, die durch Notendhalteinrichtungenbegrenzt sind, mssen nach dem Ansprechen der Notendhalteinrichtungselbstttig abgebremst werden.

    (3) Besteht fr Krane mit festgestelltem Drehwerk eine Umsturzgefahrdurch Wind, mssen die Drehwerksbremsen so beschaffen sein, dasssie lsbar sind, wenn der Kran auer Betrieb gesetzt ist.Durchfhrungsanweisung:Diese Gefahr besteht insbesondere bei Turmdrehkranen, die ihrer Bauartnach fr den Baubetrieb bestimmt sind.

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  • 20

    BGV D 6

    Notendhalteinrichtungen 15(1) Durch selbstttig wirkende Notendhalteinrichtungen mssen folgen-de kraftbetriebene Bewegungen begrenzt sein:

    1. Aufwrtsbewegungen von Hub- und Auslegereinziehwerken,

    Durchfhrungsanweisung:

    Zu den Auslegereinziehwerken gehren sowohl die Einziehwerke fr dasHeben und Senken als auch die fr das Teleskopieren des Auslegers.

    2. die Fahrbewegung von Kranen, Laufkatzen oder Portalen, wenn sie von ortsfesten Steuerstnden aus, durch Fernbedienung oderProgramm gesteuert werden,

    Durchfhrungsanweisung:

    Eine Begrenzung der Fahrbewegung ist nicht nur am Ende der Fahrbahn vor-zusehen, sondern auch vor dem nchsten Kran, wenn mehrere Krane, Lauf-katzen oder Portale auf einer Fahrbahn laufen.

    Diese Forderung ist z. B. auch erfllt, wenn Puffer vorhanden sind, die dieBewegungsenergie so aufnehmen knnen, dass

    1. ein berschreiten der Bauteilfestigkeit der Krananlage,

    2. ein Ab- oder Umstrzen des Kranes,

    3. ein Abstrzen der Lastund

    4. ein gefhrliches Pendeln der Last

    verhindert wird.

    3. Fahrbewegungen von Turmdrehkranen und Containerkranen,

    4. Fahrbewegungen von Laufkatzen bei Laufkatzenauslegern,

    5. die Senkbewegung bei Hubwerken von Turmdrehkranen,

    6. die Senkbewegung bei Hubwerken, wenn die Gefahr des gegen-lufigen Auftrommelns des Tragseiles gegeben ist,

    Durchfhrungsanweisung:

    Die Gefahr des gegenlufigen Auftrommelns ist nicht gegeben, wenn bei denvorgesehenen Einstzen des Kranes beim Aufsetzen der Last bzw. des Trag-oder Lastaufnahmemittels noch mindestens zwei Seilwindungen auf der Seil-trommel vorhanden sind.

    7. die Abwrtsbewegung von Auslegern, sofern sie unter Last verstelltwerden knnen.

  • 21

    Durchfhrungsanweisung:

    Die Forderung betrifft Nadelausleger von Turmdrehkranen und Spitzenaus-leger von Auslegerkranen (s. DIN 15 001).

    Durchfhrungsanweisung zu Abs. 1:

    Diese Forderung ist z. B. erfllt, wenn

    Notendschalter vorhanden sind, bei deren Anbringung der Nachlaufwegbercksichtigt ist,

    einstellbare Rutschkupplungen vorhanden sind, die die Arbeitsbewe-gungen gefahrlos begrenzen,

    berdruckventile in hydraulischen und pneumatischen Systemen vor-handen sind, die die Arbeitsbewegungen begrenzen.

    (2) Nach dem Ansprechen der selbstttig wirkenden Einrichtungen mussdie jeweils entgegengesetzte Bewegung noch mglich sein.

    (3) Nach dem Ansprechen der selbstttig wirkenden Notendhalteinrich-tung fr die Aufwrtsbewegung von Hubwerken muss sichergestelltsein, dass Ausleger nicht abgesenkt und Teleskope nicht ausgeschobenwerden knnen, wenn dadurch Seilbruchgefahr besteht.

    (4) Absatz 1 gilt nicht fr1. Derrickkrane in der Steingewinnung, deren Antrieb ber Verbrennungs-

    motoren erfolgt,2. hydraulische und pneumatische Systeme, bei denen die Bewegungen

    durch die Endstellung des Kolbens begrenzt sind.

    Lastmomentbegrenzer 16(1) Fahrbare Krane und ortsvernderliche Krane, bei denen die Last aneinem Ausleger hngt, mssen fr ihre kraftbetriebenen Hub-, Ausleger-,Einzieh- und Katzfahrwerke Einrichtungen haben, die ein berschreitendes zulssigen Lastmomentes verhindern. Arbeitsbewegungen, die eineVerringerung des Lastmomentes bewirken, mssen nach Ansprechendes Lastmomentbegrenzers noch mglich sein.

    Durchfhrungsanweisung:

    Diese Forderung ist z. B. erfllt, wenn die Einrichtungen bewirken, dass

    eine unzulssig schwere Last nicht angehoben werden kann und

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  • 22

    BGV D 6

    beim berschreiten des zulssigen Lastmomentes alle Kranarbeits-bewegungen, die eine Vergrerung des Lastmomentes bewirken, selbst-ttig zum Stillstand gebracht werden, z. B. das Ausziehen (Teleskopieren)oder Senken des Auslegers, das Ausfahren der Laufkatze. Wird dieAuslegerlnge durch Teleskopieren unter Last verndert, so muss derLastmomentbegrenzer diese Lngennderung selbstttig mit erfassen. Beinderung der Auslegerlnge durch Ein- oder Ausbau von Ausleger-Zwischenstcken gengt es, wenn die Umstellung der Lastmoment-begrenzungseinrichtung von Hand vorgenommen werden kann (siehe 31 Abs. 2 Satz 2). Es ist zulssig, dass nach dem Ansprechen des Last-momentbegrenzers Arbeitsbewegungen, die eine Verringerung des Lastmomentes bewirken, erst nach Bettigen eines besonderen Schalters(ohne Selbsthaltung) mglich sind. Dieser Schalter muss sich im Hand-bereich des Kranfhrers befinden.

    Ortsvernderliche Krane sind z. B. Turmdrehkrane, Auto- und Mobilkrane.Das zulssige Lastmoment ergibt sich aus den vom Hersteller nach 5 anzugebenden hchstzulssigen Belastungen bei den jeweiligen Ausleger-stellungen.Sicherheitstechnische Anforderungen an Hub- und Auslegereinziehwerkesiehe Unfallverhtungsvorschrift Winden, Hub- und Zuggerte (BGV D 8 bis-her VBG 8). Hub- und Auslegereinziehwerke von Kranen sind nach 12 Unfallverhtungsvorschrift Winden, Hub- und Zuggerte (BGV D 8 bisherVBG 8) bzw. nach Abschnitt 4.1.2.6 des Anhangs I der EG-Maschinen-Richt-linie mit Rcklaufsicherungen ausgerstet, z. B. mit einem unmittelbar am Hydraulikzylinder angebrachten Rckschlagventil in hydraulischen Systemen.Die Forderung nach einem unbeabsichtigten Rcklauf beinhaltet die Vermei-dung von Schlaffseil bzw. Schlaffkette.

    (2) Absatz 1 gilt nicht fr

    1. Krane, deren hchstzulssiges Lastmoment nicht mehr als 2 mtbetrgt,

    2. Konsolkrane,

    3. Krane mit Auslegern an hngend angeordneten Katzen,

    Durchfhrungsanweisung:

    Z. B. Chargierkrane, Brckenkrane mit hngend angeordneten Ausleger-katzen.

    4. Derrickkrane,

    5. Krane, bei denen die Summe aller Standmomente mindestens drei-mal so gro ist wie die Summe aller Kippmomente.

  • 23

    Hchstgeschwindigkeit flurbedienter Krane 17Die Nennfahrgeschwindigkeit flurbedienter Krane, mit denen der Kran-fhrer mitgehen muss, darf nicht mehr als 63 m/min betragen.

    Gleisanlagen 18Gleise mssen auf einem tragfhigen Unterbau so verlegt und Schienenmssen so befestigt sein, dass die Krane standsicher betrieben werdenknnen.

    Durchfhrungsanweisung:Diese Forderung ist z. B. erfllt, wenn die Spurweite der Gleise sichergestellt ist, auf hlzernen Querschwellen die Schienen nur unter Verwendung von

    Schienenunterlagplatten befestigt sind, zur Befestigung von Schienen und Unterlagplatten nur Schrauben oder

    gleichwertige Verbindungsmittel verwendet worden sind, bei Turmdrehkranen die uere Schiene in Kurven nicht berhht ist.

    Fahrbahnbegrenzungen 19Schienenfahrbahnen von Kranen mssen an ihren Enden mit Fahrbahn-begrenzungen ausgerstet sein.

    Durchfhrungsanweisung:Diese Forderung ist z. B. erfllt, wenn Anschlge, Prellbcke, Puffer beidseitigund so angebracht sind, dass sie gleichzeitig zur Wirkung kommen.Auf DIN 15 018 wird hingewiesen.

    Warneinrichtung 20(1) Krane mssen eine Warneinrichtung haben.

    Durchfhrungsanweisung:Hierbei handelt es sich um eine Einrichtung, die vom Kranfhrer zu bettigenist.

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  • 24

    BGV D 6

    (2) Absatz 1 gilt nicht fr1. handbetriebene Krane,2. flurbediente Krane, bei denen der Kranfhrer, durch die Anordnung

    der Steuereinrichtung bedingt, sich in der Nhe der Last aufhlt undden Lastweg bei Portalkranen auch die Fahrbahn berblickenkann,

    3. LKW-Ladekrane.

    Montageanweisung 21Eine Montageanweisung muss bei ortsvernderlichen Kranen, die anihrem jeweiligen Standort aufgebaut, abgebaut oder umgerstet werdenmssen, vorhanden sein.

    Durchfhrungsanweisung:Die Montageanweisung ist im Allgemeinen ein Teil der Betriebsanleitung, dienach 20 Unfallverhtungsvorschrift Kraftbetriebene Arbeitsmittel (VBG 5)bzw. nach Abschnittt 4.4 des Anhangs I der EG-Maschinen-Richtlinie vorhanden ist und alle sicherheitstechnischen Hinweise fr die bestim-mungsgeme Verwendung enthlt; dazu gehren z. B. gertespezifische Angaben fr die Prfung durch den Sachkundigen, fr Turmdrehkrane Angaben ber die Herstellung und Instandhaltung der

    Gleisanlagen bzw. des Fundamentes, fr ortsvernderliche Krane die Angabe der Sttzdrcke und der erforder-

    lichen Auflageflchen.Siehe auch DIN V 8418 Benutzerinformation; Hinweise fr die Erstellung.Krane und Kranbauteile sind nach 21 Unfallverhtungsvorschrift Kraft-betriebene Arbeitsmittel (VBG 5) bzw. nach Abschnitt 1.1.5 des Anhangs I der EG-Maschinen-Richtlinie fr Montage und Transport mit Transporthilfen(Anschlagstellen) ausgerstet.

    Abspannseile 22An Standmasten von Kranen, die mit Seilen abgespannt sind, mssenZahl und Anordnung der Abspannseile so ausgelegt sein, dass bei Brucheines beliebigen Seiles der Mast nicht umstrzt.

  • 25

    B. Zustzliche Bestimmungen fr programmgesteuerte Krane

    Schutz gegen Anfahren und Herabfallen der Last 23Bei programmgesteuerten Kranen mssen Arbeits- und Verkehrsbe-reiche so gesichert sein, dass Personen weder durch die Kranbewegungnoch durch herabfallende Lasten verletzt werden.

    Durchfhrungsanweisung:Diese Forderung ist z. B. erfllt, wenn zum Schutz gegen Verletzungen durchKranbewegungen der Gefahrenbereich abgeschrankt ist.Diese Forderung ist z. B. erfllt, wenn zum Schutz gegen herabfallende Lasten der Lastweg unterfangen, die Last verklammert oder der Gefahrenbereich abgeschrankt ist.

    Nothalteinrichtungen 24An handbedienten Be- und Entladestellen programmgesteuerter Kranesowie in deren Arbeitsbereich mssen Nothalteinrichtungen vorhandensein, die leicht zugnglich und so schnell erreichbar sind, dass der Kranbei Gefahr unverzglich stillgesetzt werden kann. Die Nothalteinrich-tungen mssen als solche auffllig gekennzeichnet sein.

    Durchfhrungsanweisung:Das schnelle Erreichen ist nur bei einer ausreichenden Zahl von Nothaltein-richtungen sichergestellt. Im Allgemeinen drfte es ausreichen, wenn zwi-schen den Nothalteinrichtungen der Abstand nicht mehr als 50 m betrgt.

    III. PrfungenPrfung vor der ersten Inbetriebnahme und nach wesentlichen nderungen 25(1) Der Unternehmer hat dafr zu sorgen, dass kraftbetriebene Kranevor der ersten Inbetriebnahme und nach wesentlichen nderungen vor

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    BGV D 6

    der Wiederinbetriebnahme durch einen Sachverstndigen geprftwerden. Satz 1 gilt auch fr handbetriebene oder teilkraftbetriebeneKrane mit einer Tragfhigkeit von mehr als 1000 kg und fr teilkraft-betriebene Turmdrehkrane.

    Durchfhrungsanweisung:Wesentliche nderungen sind z. B. Erhhung der Tragfhigkeit, Auswechselnvon Katzen oder Auslegern, Vernderung der Antriebe, Verlegung vonSteuerstnden, nderung der Stromart, Schweiungen an tragenden Teilen(siehe VDI-Richtlinie 2382 Instandsetzung von Krananlagen), Umsetzen vonKranen auf andere Kranbahnen bei ortsfesten Krananlagen, Umbau auf eineandere Steuerungsart, nderung der Betriebsverhltnisse hinsichtlich derLaufzeitklasse und des Lastkollektivs des Kranes.Nicht als wesentliche nderung ist dagegen ein Ersatz von Teilen gleicher Artund das Umrsten von Kranen anzusehen, z. B. Auslegerverlngerungendurch Einsetzen von Zwischenstcken, soweit der Rstzustand Gegenstandder Prfung vor der ersten Inbetriebnahme war.Siehe auch BG-Grundsatz Prfung von Kranen (BGG 905 bisher ZH 1/27).

    (2) Die Prfung vor der ersten Inbetriebnahme nach Absatz 1 erstrecktsich auf die ordnungsgeme Aufstellung, Ausrstung und Betriebsbe-reitschaft.

    Durchfhrungsanweisung:Ausrstungsbestimmungen enthalten die Bestimmungen der 10, 11, 13, 21und 24.

    (3) Fr Krane nach 3a Abs. 3 besteht die Prfung vor der ersten Inbe-triebnahme aus Vor-, Bau- und Abnahmeprfung.

    (4) Die Prfung vor der ersten Inbetriebnahme nach Absatz 1 ist nicht er-forderlich fr Krane, die betriebsbereit angeliefert werden und fr die derNachweis einer Typprfung (Baumusterprfung) oder die EG-Konfor-mittserklrung vorliegt.

    Wiederkehrende Prfungen 26(1) Der Unternehmer hat dafr zu sorgen, dass Krane entsprechend denEinsatzbedingungen und den betrieblichen Verhltnissen nach Bedarf,jhrlich jedoch mindestens einmal, durch einen Sachkundigen geprftwerden. Dabei sind die Prfhinweise der Hersteller in den Betriebsanlei-tungen zu beachten.

  • 27

    BGV D 6

    Durchfhrungsanweisung:

    Sachkundiger ist, wer auf Grund seiner fachlichen Ausbildung und Erfahrungausreichende Kenntnisse auf dem Gebiet der Krane hat und mit deneinschlgigen staatlichen Arbeitsschutzvorschriften, Unfallverhtungs-vorschriften, Richtlinien und allgemein anerkannten Regeln der Technik (z. B.DIN-Normen, VDE-Bestimmungen, technische Regeln anderer Mitgliedstaatender Europischen Union oder anderer Vertragsstaaten des Abkommens berden Europischen Wirtschaftsraum) so weit vertraut ist, dass er den arbeits-sicheren Zustand von Kranen beurteilen kann.

    Als Sachkundige fr die Prfung knnen neben den Sachverstndigen auchBetriebsingenieure, Maschinenmeister, Kranmeister oder hierfr besondersausgebildetes Fachpersonal herangezogen werden, sofern sie Erfahrungenund ausreichende Kenntnisse haben, um den sicheren Zustand des zu pr-fenden Kranes zu beurteilen.

    Ein Kran mit einer groen Betriebsstundenzahl (z. B. Drei-Schichten-Betrieb),der noch dazu berwiegend mit Volllast fhrt, ist hufiger zu prfen alsbeispielsweise ein Kran, der nur gelegentlich zu Montagezwecken benutztwird. Auch die umgebende Atmosphre ist bei den zu whlenden Prfabstn-den von Bedeutung, z. B. bei Kranen in Beizereien mit aggressiven Dmpfen.Die Prfstnde werden zweckmigerweise im Einvernehmen mit dem Kran-hersteller festgelegt.Siehe auch BG-Grundsatz Prfung von Kranen (BGG 905 bisher ZH 1/27).

    Bei der Prfung ist auch der verbrauchte Anteil der vom Hersteller genanntentheoretischen Nutzungsdauer fr Kranhubwerke zu bercksichtigen; siehehierzu 23 Abs. 4 Unfallverhtungsvorschrift Winden, Hub- und Zuggerte(BGV D 8 bisher VBG 8).

    (2) Der Unternehmer hat dafr zu sorgen, dass Turmdrehkrane zustz-lich zu Absatz 1 bei jeder Aufstellung und nach jedem Umrsten durcheinen Sachkundigen geprft werden.Durchfhrungsanweisung:

    Die Prfung von Turmdrehkranen bei jeder Aufstellung und nach jedem Um-rsten ist eine Sicht- und Funktionsprfung. Sie umfasst insbesondere dieFunktion der Sicherheitseinrichtungen, das Hubseil einschlielich Lasthaken,die richtige Aufstellung sowie die Konstruktionsteile, die bei der Aufstellungmontiert bzw. verndert werden mssen. Hierzu gehren neben der Kontrolleauf augenfllige Mngel insbesondere die Kontrolle von Bolzen, Schrauben,Seilfhrungen, Seilverbindungen, Ballastierungen.

    (3) Der Unternehmer hat dafr zu sorgen, dass1. kraftbetriebene Turmdrehkrane,2. kraftbetriebene Fahrzeugkrane,

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    3. ortsvernderliche kraftbetriebene Derrickkrane,4. LKW-Anbaukranemindestens alle 4 Jahre durch einen Sachverstndigen geprft werden.Diese Sachverstndigenprfung ersetzt eine Sachkundigenprfung nachAbsatz 1.

    (4) Der Unternehmer hat dafr zu sorgen, dass zustzlich zu Absatz 3 kraftbetriebene Turmdrehkrane im 14. und 16. Betriebsjahr und

    danach jhrlich, kraftbetriebene Fahrzeugkrane im 13. Betriebsjahr und danach

    jhrlichdurch einen Sachverstndigen geprft werden. Diese Sachverstn-digenprfung ersetzt eine Sachkundigenprfung nach Absatz 1.

    (5) Absatz 3 gilt nicht fr LKW-Ladekrane.

    Prfbuch 27(1) Der Unternehmer hat dafr zu sorgen, dass die Ergebnisse derPrfungen nach 25 und 26 in ein Prfbuch eingetragen werden.

    Durchfhrungsanweisung:Kranprfbuchmuster siehe BG-Grundsatz Kran (Prfbuch) (BGG 943 bisherZH 1/29). Der Nachweis der Prfungen nach 26 kann auch durch maschinellerstellte Belege erfolgen.

    (2) Der Unternehmer hat die Kenntnisnahme und die Abstellung festge-stellter Mngel im Prfbuch zu besttigen. Er hat dafr zu sorgen, dassdiese Mngel behoben werden. Bestehen nach Art und Umfang derMngel gegen die Inbetriebnahme, die Wiederinbetriebnahme oder denWeiterbetrieb Bedenken, hat er dafr zu sorgen, dass der Kran auerBetrieb gesetzt wird. Er darf den Kran erst in Betrieb nehmen bzw.weiter betreiben, wenn die Mngel behoben und eventuell erforderlicheNachprfungen, die er zu veranlassen hat, durchgefhrt sind.

    (3) Der Unternehmer hat das Prfbuch auf Verlangen dem TechnischenAufsichtsbeamten vorzulegen. Bei ortsvernderlichen Kranen hat erdafr zu sorgen, dass eine Kopie des letzten Prfberichtes des Sach-kundigen und des Sachverstndigen beim Kran aufbewahrt wird.

    (4) Der Unternehmer hat den mit der wiederkehrenden Prfung vonTurmdrehkranen nach 26 Abs. 2 und 3 beauftragten Sachverstn-

  • 29

    digen zu veranlassen, den Prfbericht unverzglich an die fr den Unter-nehmer zustndige Berufsgenossenschaft zu bersenden.

    Sachverstndige 28Als Sachverstndige fr die Prfung von Kranen gelten neben den Sach-verstndigen der Technischen berwachung nur die von der Berufs-genossenschaft ermchtigten Sachverstndigen.

    Durchfhrungsanweisung:Siehe auch BG-Grundsatz Ermchtigung von Sachverstndigen fr die Prfung von Kranen durch die Berufsgenossenschaft (BGG 924 bisher ZH 1/518).

    IV. BetriebAllgemeines 28aSo weit nichts anderes bestimmt ist, richten sich die Bestimmungendieses Abschnittes IV an Unternehmer und Versicherte.

    Kranfhrer, Instandhaltungspersonal 29(1) Der Unternehmer darf mit dem selbststndigen Fhren (Kranfhrer)oder Instandhalten eines Kranes nur Versicherte beschftigen,

    1. die das 18. Lebensjahr vollendet haben,

    Durchfhrungsanweisung:

    Die Vorschrift lsst den Einsatz jngerer Personen als 18 Jahre zu Aus-bildungszwecken unter Anleitung und stndiger Aufsicht durch erfahrene Personen zu.

    2. die krperlich und geistig geeignet sind,

    3. die im Fhren oder Instandhalten des Kranes unterwiesen sind undihre Befhigung hierzu ihm nachgewiesen haben

    BGV D 6

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    BGV D 6

    Durchfhrungsanweisung:Zur Unterweisung gehren auer einer theoretischen Wissensvermittlung dieGelegenheit zum Erwerb einer ausreichenden Fahrpraxis sowie der Fhigkeit,Mngel zu erkennen, die die Arbeitssicherheit gefhrden.Turmdrehkranfhrer gelten als unterwiesen, wenn sie an der Prfung nach derVerordnung ber die Prfung zum anerkannten Abschluss geprfter Bau-maschinenfhrer (Hochbau) oder an einem Kranfhrerlehrgang nach dem BG-Grundsatz Auswahl, Unterweisung und Befhigungsnachweis von Kran-fhrern (BGG 921 bisher ZH 1/362) mit Erfolg teilgenommen haben. Siehe auch VDI 2194 Auswahl und Ausbildung von Kranfhrern.

    und4. von denen zu erwarten ist, dass sie die ihnen bertragenen Aufgaben

    zuverlssig erfllen.Der Unternehmer muss Kranfhrer und Instandhaltungspersonal mitihren Aufgaben beauftragen. Bei ortsvernderlichen kraftbetriebenenKranen muss der Unternehmer den Kranfhrer schriftlich beauftragen.

    (2) Absatz 1 gilt nicht fr handbetriebene Krane.

    Pflichten des Kranfhrers 30(1) Der Kranfhrer hat bei Arbeitsbeginn die Funktion der Bremsen undNotendhalteinrichtungen ausgenommen Rutschkupplungen zuprfen. Er hat den Zustand des Kranes auf augenfllige Mngel hin zubeobachten. Bei drahtlos gesteuerten Kranen hat er die Zuordnung von Steuergert und Kran zu prfen.

    (2) Der Kranfhrer hat bei Mngeln, die die Sicherheit gefhrden, denKranbetrieb einzustellen.

    Durchfhrungsanweisung:Mngel, die die Sicherheit gefhrden, sind z. B. Durchrutschen der Last infolgeVersagens der Bremse, Seilbeschdigungen, Abfallen eines Seiles von Rollenoder Trommeln, Funktionsfehler der Steuerung, Versagen der Notendhalt-einrichtungen und berlastsicherungen, nicht mehr standsichere Aufstellung.

    (3) Der Kranfhrer hat alle Mngel am Kran dem zustndigen Aufsicht-fhrenden, bei Kranfhrerwechsel auch seinem Ablser, mitzuteilen. Beiortsvernderlichen Kranen, die an ihrem jeweiligen Standort auf- und ab-gebaut werden, hat er Mngel zustzlich in ein Krankontrollbuch einzu-tragen.

  • 31

    Durchfhrungsanweisung:Es sind hier auch Mngel gemeint, die die Sicherheit nicht oder noch nicht ge-fhrden, wie z. B. defekte Fensterscheiben am Fhrerhaus, lockere Boden-belge, beschdigte Gelnder.

    (4) Der Kranfhrer darf Steuereinrichtungen nur von Steuerstnden ausbettigen.

    Durchfhrungsanweisung:Hier ist insbesondere an Turmdrehkrane gedacht, bei denen die Fhrerhu-ser sich im Turm bereinander befinden und die Bettigungsstangen, die zuden Kontrollen fhren, vom untersten bis zum obersten Fhrerhaus reichen.Die Kontroller drfen also nicht zwischen den Fhrerhusern bettigt werden.

    (5) Der Kranfhrer hat dafr zu sorgen, dass1. vor der Freigabe der Energiezufuhr zu den Antriebsaggregaten alle

    Steuereinrichtungen in Null- oder Leerlaufstellung gebracht werden,2. vor dem Verlassen des Steuerstandes die Steuereinrichtungen in

    Null- oder Leerlaufstellung gebracht und die Energiezufuhr gesperrtwerden,

    3. beim Ablegen des Steuergertes fr die drahtlose Steuerung diesesgegen unbefugtes Einschalten gesichert wird.

    (6) Der Kranfhrer hat dafr zu sorgen, dass1. dem Wind ausgesetzte Krane nicht ber die vom Kranhersteller fest-

    gelegten Grenzen hinaus betrieben werden sowie rechtzeitig sptes-tens bei Erreichen der fr den Kran kritischen Windgeschwindigkeitund bei Arbeitsschluss durch die Windsicherung festgelegt werden,

    Durchfhrungsanweisung:Grenzen fr den Einsatz eines Kranes bei Windeinwirkung gibt der Kran-hersteller in der Betriebsanleitung gegebenenfalls auch in der Tragfhig-keitstabelle an.

    2. bei Turmdrehkranen und bei Auslegerkranen, bei denen aus Grndender Standsicherheit der Ausleger sich in den Wind drehen muss, vordem Verlassen des Steuerstandes Lasten, Anschlag- oder Lastauf-nahmemittel ausgehngt und der Lasthaken hochgezogen, die Dreh-werksbremse gelst, bei Katzauslegern die Katze in Ruhestellungund bei Nadelauslegern der Ausleger in die weiteste Stellunggebracht wird. Besteht die Gefahr, dass der Ausleger vom Windgegen Hindernisse getrieben wird, hat der Kranfhrer die Ma-nahmen durchzufhren, die vom Unternehmer jeweils festgelegtworden sind.

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  • 32

    BGV D 6

    Durchfhrungsanweisung:Lasten sind z. B. Kreissgen, Leitern, Werkzeugkisten.

    (7) Der Kranfhrer hat bei allen Kranbewegungen die Last oder bei Leer-fahrt die Lastaufnahmeeinrichtungen zu beobachten, wenn durch sieGefahren entstehen knnen. Ist eine Beobachtung nach Satz 1 nichtmglich, darf der Kranfhrer den Kran nur auf Zeichen eines Einweiserssteuern. Dies gilt nicht fr programmgesteuerte Krane.

    (8) Der Kranfhrer hat bei Bedarf Warnzeichen zu geben.

    (9) Der Kranfhrer soll Lasten nicht ber Personen hinwegfhren. BeiVerwendung von Lastaufnahmeeinrichtungen, die die Last durchMagnet-, Reib- oder Saugkrfte ohne zustzliche Sicherung halten,sowie bei Kranen ohne selbstttig wirkende Hub- oder Auslegerein-ziehwerksbremse darf er die Last nicht ber Personen hinwegfhren.

    Durchfhrungsanweisung:

    Eine Sttzbatterie bei Magnetbetrieb ist nicht als zustzliche Sicherung anzu-sehen.

    Als zustzliche Sicherung kann ein Netz, ein Korb oder eine Unterfangung desLastweges in Frage kommen.

    Auf Baustellen ist immer davon auszugehen, dass Lasten ber Personen hin-weggefhrt werden. Bei Verwendung von Krben, Gabeln und Greifern zumTransport von Bausteinen und hnlichen Materialien sind deshalb immerzustzliche Sicherungen erforderlich, es sei denn, die Lasten werden nur imbodennahen Bereich bewegt.

    (10) Von Hand angeschlagene Lasten drfen vom Kranfhrer erst aufeindeutige Zeichen des Anschlgers, des Einweisers oder eines anderenvom Unternehmer bestimmten Verantwortlichen bewegt werden.Mssen zur Verstndigung mit dem Kranfhrer Signale benutzt werden,sind sie vor ihrer Anwendung zwischen dem Verantwortlichen und demKranfhrer zu vereinbaren. Erkennt der Kranfhrer, dass Lastenunsachgem angeschlagen sind, darf er sie nicht befrdern.

    Durchfhrungsanweisung:

    Wird eine Last von mehreren Personen angeschlagen, darf nur eine Person dieZeichen geben. Diese Person muss dem Kranfhrer bekanntgegeben werden.

    Siehe auch DIN 33 409 Sicherheitsgerechte Arbeitsorganisation; Handzei-chen zum Einweisen.

    Pflichten des Anschlgers siehe Unfallverhtungsvorschrift Lastaufnahme-einrichtungen im Hebezeugbetrieb (VBG 9a).

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    BGV D 6

    Siehe auch BG-Information Kranfhrer (BGI 555 bisher ZH 1/103) und An-schlger (BGI 556 bisher ZH 1/103a).

    (11) Solange eine Last am Kran hngt, muss der Kranfhrer die Steuer-einrichtungen im Handbereich behalten. Dies gilt nicht fr dasAbschleppen von Fahrzeugen mit Abschleppkranen und fr programm-gesteuerte Krane.

    (12) Der Kranfhrer darf Getriebeschaltungen von Hub- und Ausleger-einziehwerken, die ber eine Leerlaufstellung gehen, nicht unter Belas-tung vornehmen.

    Durchfhrungsanweisung:

    Dies kann Krane betreffen, die bis zum 31. Dezember 1981 hergestellt wordensind.

    (13) Der Kranfhrer darf Endstellungen, die nur durch Notendschal-ter oder Rutschkupplungen begrenzt sind, betriebsmig nicht an-fahren.

    (14) Der Kranfhrer darf eine berlast nach Ansprechen des Last-momentbegrenzers nicht durch Einziehen/Anheben des Auslegers auf-nehmen.

    (15) Der Kranfhrer muss hand- und teilkraftbetriebene Krane so fhren,dass er die ausgelsten Fahr- oder Drehbewegungen gefahrlos anhaltenkann.

    Durchfhrungsanweisung zu 30:

    Siehe auch BG-Information Kranfhrer (BGI 555 bisher ZH 1/103).

    Tragfhigkeit, Belastung 31(1) Der Unternehmer hat fr den jeweiligen vorgesehenen Einsatz dengeeigneten Kran zur Verfgung zu stellen, insbesondere unter Berck-sichtigung einer ausreichenden Tragfhigkeit, Hubhhe und Reichweitebzw. Ausladung.

    (2) Der Kranfhrer darf Krane nicht ber die jeweils hchstzulssige Be-lastung hinaus belasten. Er hat Lastmomentbegrenzer auf den jeweiligenRstzustand einzustellen.

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    BGV D 6

    (3) Der Kranfhrer darf berbrckungsschalter fr berlastsicherungennur fr die vom Hersteller gem Betriebsanleitung vorgesehenen Auf-und Abrstvorgnge bettigen.

    Durchfhrungsanweisung:berbrckungsschalter fr berlastsicherungen sind bei lteren Kranen zumTeil vorhanden. Sie drfen nur vorhanden sein, wenn sie fr Aufrst- bzw.Abrstvorgnge, z. B. bei gleislosen Fahrzeugkranen, erforderlich sind. Siemssen gegen unbefugte Benutzung zu sichern sein und drfen auf keinenFall fr den normalen Kranbetrieb genutzt werden.

    (4) Der Unternehmer darf nur geeignete, betriebsmig anbaubare oderaustauschbare Kranbauteile anbauen oder austauschen lassen, wennihm folgende Angaben nachweislich bekannt sind:

    1. Hersteller, Importeur oder Lieferer,

    2. Baujahr,

    3. Fabriknummer,

    4. Zuordnung zum zulssigen mglichen Kransystem,

    5. Eigengewicht,

    6. Tragfhigkeit von Unterflaschen und Traversen,

    7. Fassungsvermgen und Tragfhigkeit von Greifern.

    Durchfhrungsanweisung:Derartige Kranbauteile sind z. B. Verlngerungsstcke von Auslegern, Turm-schsse von Turmdrehkranen, Unterflaschen, eingescherte Traversen oderGreifer.

    (5) Langholz-Ladekrane sind auch ohne Lastmomentbegrenzer zumHeben von Langholz geeignet, wenn1. auf Grund eines Hauptberdruckventiles das zulssige Lastmoment

    um nicht mehr als 10 % berschritten werden kann,2. der Steuerstand des Kranes so angeordnet ist, dass sich der Kran-

    fhrer auerhalb des Gefahrbereiches des Auslegers befindet,3. der Kran fr die erhhte Beanspruchung, die sich durch das Heben,

    Ziehen, Drcken und Hebeln von Langholz ergibt, geeignet ist,4. der Kran mit einem Lastaufnahmemittel versehen ist, mit dem das

    Laden ohne Anschlger mglich ist,und

    5. auf das Verbot des Aufenthaltes im Schwenkbereich von Kran oderLast durch Aushang hingewiesen ist.

  • 35

    Sicherheitsabstnde 32(1) Der Unternehmer hat dafr zu sorgen, dass bei schienengebun-denen, spurgefhrten oder ortsfest betriebenen Kranen ein Sicherheits-abstand von mindestens 0,5 m zwischen den kraftbewegten uerenTeilen des Kranes und gelagertem Material eingehalten wird.

    (2) Der Unternehmer hat ortsvernderliche Krane so aufstellen zulassen, dass ein Sicherheitsabstand von mindestens 0,5 m zwischen denkraftbewegten ueren Teilen des Kranes und den festen Teilen derUmgebung oder gelagertem Material eingehalten wird.

    (3) Der Kranfhrer hat Lasten so abzusetzen, dass zwischen ihnen undden kraftbewegten ueren Teilen des Kranes ein Sicherheitsabstandvon mindestens 0,5 m eingehalten wird.

    (4) Der Kranfhrer hat ortsvernderliche Krane so aufzustellen, dasszwischen den kraftbewegten ueren Teilen des Kranes und den festenTeilen der Umgebung oder gelagertem Material ein Sicherheitsabstandvon mindestens 0,5 m eingehalten wird.

    (5) Auerhalb des Arbeits- und Verkehrsbereiches ist der seitlicheSicherheitsabstand nicht erforderlich.

    (6) Der Unternehmer darf Rundholzsortierkrane auch ohne seitlichenSicherheitsabstand zu Sgetischen betreiben lassen, wenn Fahr-bereichssicherungsanlagen vorhanden und die Steuereinrichtungen mitselbstttiger Rckstellung ausgefhrt sind.

    Zusammenarbeit mehrerer Krane 33(1) berschneiden sich die Arbeitsbereiche mehrerer Krane, hat derUnternehmer den Arbeitsablauf vor Beginn der Arbeiten festzulegen und freine einwandfreie Verstndigung der Kranfhrer untereinander zu sorgen.

    (2) Wird eine Last gemeinsam von mehreren Kranen gehoben, ist derArbeitsablauf vorher vom Unternehmer festzulegen und von einemAufsichtfhrenden zu berwachen.

    Betriebsanweisung 34Der Unternehmer hat fr den Einsatz der Krane eine Betriebsanweisungaufzustellen, wenn die betrieblichen Verhltnisse oder die durchzu-fhrenden Arbeiten dies erfordern.

    BGV D 6

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    BGV D 6

    Durchfhrungsanweisung:Die Aufstellung einer Betriebsanweisung kann erforderlich sein z. B. bei schwierigen Montagearbeiten, beim Transport gefhrlicher Gter, bei der Zusammenarbeit mehrerer Krane, beim Personentransport, beim Betrieb von Kranen unter Windeinwirkung, fr die Rettung von Turmdrehkranfhrern aus hochgelegenen Steuerstnden.

    Betreten und Verlassen von Kranen 35(1) Unbefugten ist das Betreten von Kranen verboten.

    (2) Krane drfen erst nach Zustimmung des Kranfhrers und nur beiStillstand des Kranes betreten oder verlassen werden.Durchfhrungsanweisung:Bei programmgesteuerten Kranen gilt als Kranfhrer die Person, die dieKranbewegung beeinflussen kann.

    Personentransport 36(1) Der Kranfhrer darf Personen mit der Last oder der Lastaufnahme-einrichtung nicht befrdern.Durchfhrungsanweisung:Siehe auch 41 Abs. 1 Satz 2.

    (2) Angehobene Lasten oder angehobene Lastaufnahmemittel drfennicht betreten werden.

    (3) Abstze 1 und 2 gelten nicht fr das Mitfahren auf Traversen zur Seil-kontrolle, sofern der Mitfahrende einen festen Standplatz hat und gegenAbsturz gesichert ist.

    (4) Das Befrdern von Personen mit Personenaufnahmemitteln und dasArbeiten von diesen Personenaufnahmemitteln aus ist gestattet, wennder Unternehmer geeignete Sicherheitsmanahmen trifft und die beab-sichtigten Vorhaben der Berufsgenossenschaft schriftlich mitteilt. Frdie Personenbefrderung ist die Mitteilung mindestens zwei Wochen vorder geplanten Befrderung erforderlich. Der Unternehmer hat die mitge-teilten sicherheitstechnischen Manahmen durchzufhren.

  • 37

    BGV D 6

    Durchfhrungsanweisung:Diese Forderung beinhaltet auch eine Mitteilung an andere Berufsgenossen-schaften, falls deren Versicherte in die Personenbefrderung einbezogenwerden.Geeignete Sicherheitsmanahmen sind die in der BG-Regel HochziehbarePersonenaufnahmemittel (BGR 159 bisher ZH 1/461) genannten Bestim-mungen.

    (5) Der Unternehmer hat dafr zu sorgen, dass Krane mit Hubwerken,deren Getriebe ber eine Leerlaufstellung verfgen oder bei denen dieLast im freien Fall abgelassen werden kann, nicht fr Arbeiten nachAbsatz 4 verwendet werden.

    (6) Kranfhrer drfen Arbeiten nach Absatz 4 nicht mit Kranen aus-fhren, die mit Hubwerken ausgerstet sind, deren Getriebe ber eineLeerlaufstellung verfgen oder bei denen die Last im freien Fall abge-lassen werden kann.

    Schrgziehen, Schleifen von Lasten sowie Bewegen von Fahrzeugen mit Kranen 37(1) Der Kranfhrer darf nicht1. Lasten schrgziehen oder schleifen,2. Fahrzeuge mit Hilfe der Last oder der Lastaufnahmeeinrichtung

    bewegen.

    Durchfhrungsanweisung:Bewegen von Fahrzeugen betrifft sowohl Ziehen als auch Drcken.

    (2) Der Kranfhrer darf abweichend von Absatz 1 Nr. 1 folgende Lastenschrgziehen oder schleifen, wenn der Kran fr die bei diesen Arbeitenauftretenden Krfte bemessen und eingerichtet ist:1. fr die Beseitigung von Gefahren bei Betriebsstrungen in Walzwerken,

    wenn die Arbeiten von einem Aufsichtfhrenden berwacht werden,

    Durchfhrungsanweisung:Es ist an Flle gedacht, bei denen sich in Walzwerken hinter den Walzendurch eine Strung pltzlich eine grere Menge Schrott gebildet hat.2. mit Brckenkranen, sofern diese mit einer berlastsicherung aus-

    gerstet sind, die Bewegung ber eine Umlenkrolle erfolgt und dieBewegung der Last kontrolliert abluft,

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    BGV D 6

    3. fr das Bergen von Fahrzeugen unter zustzlicher Verwendung einerBergewinde oder eines Zugmittels,

    Durchfhrungsanweisung:Das Bergen von Fahrzeugen mittels Bergewinde erfordert oft ein geringes Ab-heben des zu bergenden Fahrzeugs vom Boden. Dies geschieht unter Zuhil-fenahme des Kranes; die Ausnahme erlaubt den hierbei unumgnglichenSchrgzug.Als Zugmittel finden Seile oder Zugstangen Verwendung.

    4. mit Derrickkranen in der Steingewinnung und auf Holzlagerpltzen,

    5. beim Verholen von Stammholz mit Kranen ohne Seiltrieb,

    6. beim Befrdern von Heu, Stroh, Silage, Dung oder dergleichen.

    Losreien festsitzender Lasten 38(1) Der Unternehmer darf zum Losreien festsitzender Lasten nur Kranemit berlastsicherung einsetzen. Er darf Fahrzeug- und Turmdrehkranenicht zum Losreien festsitzender Lasten einsetzen.

    (2) Der Kranfhrer darf festsitzende Lasten mit Fahrzeug- und Turm-drehkranen nicht losreien, mit anderen Kranen nur, wenn sie mit einerberlastsicherung ausgerstet sind.

    Einsatz bei Gefahren durch elektrischen Strom 39(1) Der Unternehmer hat dafr zu sorgen, dass bei Arbeiten mit Kranenin der Nhe von unter Spannung stehenden Teilen elektrischer Anlagenund Betriebsmittel Personen nicht durch den elektrischen Strom gefhr-det werden.

    (2) Der Kranfhrer hat darauf zu achten, dass bei Arbeiten mit Kranen inder Nhe von unter Spannung stehenden Teilen elektrischer Anlagenund Betriebsmittel Personen nicht durch den elektrischen Strom gefhr-det werden.

    Durchfhrungsanweisung zu 39:Diese Forderung ist erfllt, wenn z. B. spannungsfhrende Teile abgeschaltet und geerdet werden, spannungsfhrende Teile im Arbeitsbereich der Krane umwehrt werden,

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    BGV D 6

    spannungsfhrende Teile isoliert werden, gefahrbringende Kranbewegungen begrenzt werden, z.B. Begrenzung des

    Drehwerkbereiches, des Auslegereinziehwerkbereiches,oder

    nachfolgende Sicherheitsabstnde nach DIN VDE 0105 eingehalten werden.Sicherheitsabstnde (Schutzabstnde) b e i F r e i l e i t u n g e n nach DIN VDE 0105 Teil 1 Betrieb von Starkstromanlagen; Allgemeine Festlegungen:

    Nennspannung (Volt) Sicherheitsabstand (Meter)

    bis 1000 V 1,0 m

    ber 1 kV bis 110 kV 3,0 m

    ber 110 kV bis 220 kV 4,0 m

    ber 220 kV bis 380 kV 5,0 m

    bei unbekannter Nennspannung 5,0 m

    Sicherheitsabstnde (Schutzabstnde) b e i F a h r l e i t u n g e n e l e k t r i -s c h e r B a h n e n siehe DIN VDE 0105 Teil 3 Betrieb von Starkstrom-anlagen; Zusatzfestlegungen fr Bahnen.

    Die Werte fr den Sicherheitsabstand mssen auch beim Ausschwingen vonLeitungsseilen, Lasten, Tragmitteln und Lastaufnahmemitteln gewhrleistetsein. Die Kranabmessungen, bei der Verwendung von Anbaugerten derenBewegungen, gegebenenfalls der Aufenthalt von Personen auf Kranen sindentsprechend zu bercksichtigen.

    Aufbau, Abbau und Umrsten ortsvernderlicher Krane 40(1) Der Unternehmer hat dafr zu sorgen, dass ortsvernderliche Kranenur auf tragfhigem Untergrund eingesetzt werden.

    (2) Der Kranfhrer hat die Absttzungen bestimmungsgem zu benut-zen und in Abhngigkeit von der Tragfhigkeit des Untergrundes ent-sprechend der Montageanweisung zu unterbauen.

    (3) Der Unternehmer hat einen Aufsichtfhrenden zu bestimmen, unterdessen Verantwortung ortsvernderliche Krane, die auf Grund ihrer Abmessung oder ihres Gewichtes fr den Transport zerlegt werdenmssen, entsprechend der Montageanweisung aufgebaut, abgebautoder umgerstet werden.

  • 40

    BGV D 6

    (4) Der Unternehmer hat dafr zu sorgen, dass1. LKW-Anbaukrane nur von Personen an- oder abgebaut werden, die

    in der Durchfhrung dieser Arbeiten unterwiesen sind und von derenFhigkeiten er sich berzeugt hat,

    2. beim An- und Abbau die Vorgaben der Kran- und Fahrzeugherstellerbeachtet werden.

    Wartungs- und Inspektionsarbeiten 41(1) Versicherte drfen Wartungs- und Inspektionsarbeiten nur durch-fhren, nachdem sie sich davon berzeugt haben, dass der Kran ab-geschaltet und gegen unbefugtes Wiedereinschalten gesichert ist. Sie drfen Wartungsarbeiten, die nicht vom Boden aus mglich sind, nurvon Arbeitsstnden oder -bhnen aus durchfhren.Durchfhrungsanweisung:

    Wartungsarbeiten sind Arbeiten an elektrischen und maschinellen Einrich-tungen, so weit es sich nicht um Instandsetzungs- und nderungsarbeitenhandelt. Als Wartungsarbeit gilt z. B. das Schmieren der Triebwerke, Lauf-rder, Rollen, Seile.

    Das Abschalten erfolgt bei elektrisch betriebenen Kranen durch Trennschalteroder Netzanschlussschalter und bei Kranen, die durch Verbrennungsmotorangetrieben werden, durch Stillsetzen des Motors.

    Siehe auch DIN 31 051 Instandhaltung; Begriffe und Manahmen.

    (2) Absatz 1 Satz 1 gilt nicht, wenn die Wartungs- und Inspektionsar-beiten nur im eingeschalteten Zustand durchgefhrt werden knnen undwhrend der Arbeit1. keine Quetsch- und Absturzgefahren bestehen,2. keine Gefahren des Berhrens unter Spannung stehender Teile elek-

    trischer Anlagen und Betriebsmittel bestehenund

    3. Sprech- oder Sichtverbindung mit dem Kranfhrer vorhanden ist.

    Durchfhrungsanweisung:Wartungsarbeiten, die nur im eingeschalteten Zustand durchgefhrt werdenknnen, sind z. B. Schmierarbeiten an bestimmten Tragmitteln wie Zangen-bume von Stripperkranen, Seile.Inspektionsarbeiten, die nur im eingeschalteten Zustand durchgefhrt werdenknnen, sind z. B. Funktionsprfungen der elektrischen Anlage, Seilkontrollen.

  • 41

    Instandsetzungs- und nderungsarbeiten an Kranen und Arbeiten im Kranfahrbereich 42(1) Bei allen Instandsetzungs- und nderungsarbeiten an Kranen und beiArbeiten in Bereichen, in denen Personen durch den bewegten Krangefhrdet werden knnen, hat der Unternehmer folgende Sicherheits-manahmen anzuordnen und zu berwachen:1. Der Kran ist abzuschalten und gegen unbefugtes Wiedereinschalten

    zu sichern.Durchfhrungsanweisung:Gegen unbefugtes Wiedereinschalten werden Krane mit elektrischem Antrieb durch ein Vorhngeschloss oder einen Schlssel-

    schalter, mit Antrieb durch Verbrennungsmotor durch Abziehen des Schalt- oder

    Zndschlsselsgesichert.

    2. Besteht die Gefahr des Herabfallens von Gegenstnden, ist derGefahrbereich unter dem Kran durch Absperrung oder Warnpostenzu sichern.

    3. Der Kran ist so zu sichern, dass er von anderen Kranen nicht ange-fahren werden kann.

    Durchfhrungsanweisung:Sicherheitsmanahmen gegen Angefahrenwerden sind z. B. Schienensperren,Distanziereinrichtungen, selbstttige Abschaltungen, Aufstellen von Warnposten.

    4. Die Kranfhrer der Nachbarkrane auf der gleichen Fahrbahn, nti-genfalls auch auf den benachbarten Fahrbahnen, sind ber Art undOrt der Arbeiten zu unterrichten. Dies gilt auch fr Ablser beiSchichtwechsel.

    Durchfhrungsanweisung zu Abs. 1:Bereiche, in denen Personen durch den bewegten Kran gefhrdet werdenknnen, sind z. B. Hallenwnde, Dachkonstruktionen, Arbeitsbhnen auf Ma-schinen und Anlagen, in den Fahrbereich hineinragende Gerste oder Rohr-leitungen. Siehe auch 6 und 7 der Unfallverhtungsvorschrift ElektrischeAnlagen und Betriebsmittel (BGV A 2 bisher VBG 4).

    (2) Sind die in Absatz 1 genannten Sicherheitsmanahmen nicht zweck-entsprechend oder aus betrieblichen Grnden nicht zu treffen oder nichtausreichend, hat der Unternehmer andere oder weitere Sicherheitsma-nahmen anzuordnen und zu berwachen.

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  • 42

    BGV D 6

    Wiederinbetriebnahme nach Instandsetzungs-und nderungsarbeiten 43Krane drfen nach Instandsetzungs- und nderungsarbeiten oder nachArbeiten im Kranfahrbereich nur in Betrieb genommen werden, wenn derUnternehmer den Betrieb wieder freigibt. Vor der Freigabe hat der Unter-nehmer oder sein Beauftragter sich zu berzeugen, dass1. die Arbeiten endgltig abgeschlossen sind,2. sich der gesamte Kran wieder in sicherem Zustand befindet undDurchfhrungsanweisung:Zur Herstellung des sicheren Zustandes gehrt auch das Entfernen von Werk-zeugen, Werkstcken oder anderen losen Teilen vom Kran oder deren Siche-rung gegen Herabfallen.3. alle an den Arbeiten Beteiligten den Kran verlassen haben.

    V. OrdnungswidrigkeitenOrdnungswidrigkeiten 44Ordnungswidrig im Sinne des 209 Abs. 1 Nr. 1 Siebtes Buch Sozialge-setzbuch (SGB VII) handelt, wer vorstzlich oder fahrlssig den Bestim-mungen des 3a Abs. 1 in Verbindung mit

    3a Abs. 3 Satz 2, 4 bis 7 Abs. 3 Satz 1, 8 Abs. 3 Satz 2 oder 3, 9 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Satz 2, Abs. 3,

    10, 11 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2, 12, 13 Abs. 1, 14, 15 Abs. 1 bis 3, 16 Abs. 1,

    17 bis 20 Abs. 1, 21 bis 24,

    des 25 Abs. 1, 26 Abs. 1 bis 3 oder 27,

  • 43

    BGV D 6

    des 28a in Verbindung mit 29 Abs. 1, 30 Abs. 1 bis 6, Abs. 7 Satz 1 oder 2, Abs. 9 Satz 2, Abs. 10 Satz 1

    oder 2, Abs. 11 Satz 1, Abs. 12 bis 15, 31 Abs. 1, 2, 3 oder 4, 32 Abs. 1 bis 4,

    33, 35, 36 Abs. 1, 2, 4 Satz 3, Abs. 5 oder 6, 37 Abs. 1,

    38, 40, 41 Abs. 1, 42 Abs. 1 oder 43

    zuwiderhandelt.

    VI. In-Kraft-TretenIn-Kraft-Treten 45(1) Diese Unfallverhtungsvorschrift tritt am 1. Dezember 1974 in Kraft.Gleichzeitig treten die Vorschriften der UnfallverhtungsvorschriftHebezeuge (BGV D 8 bisher VBG 8) vom 1. 4. 1934, ausgenommen die 1, 2, 8, 9 und 10 sowie die UnfallverhtungsvorschriftenBrckenkrane (Laufkrane) (VBG 8c) vom 1. 6. 1957/1. 2. 1964,Schienen-Laufkatzen (VBG 8d) vom 1. 6. 1957/1. 4. 1962/1. 2. 1964,Auslegerkrane (VBG 8f) vom 1. 6. 1957/1. 2. 1964,Turmdrehkrane (VBG 8g), auer Kraft.

    (2) 15 Abs. 1 Nr. 1 und 16 Abs. 1 treten fr Krane mit Auslegern aus-genommen Turmdrehkrane , bei denen das Hubwerk und das Aus-legereinziehwerk oder eines der beiden mechanisch gesteuert werden,erst am 1. 4. 1978 in Kraft. Bei Kranen, die bis zu diesem Zeitpunkt inBetrieb genommen werden, gengt es, wenn an Stelle der in 15 Abs. 1Nr. 1 und 16 Abs. 1 geforderten Abschalteinrichtungen selbstttigwirkende Warneinrichtungen vorhanden sind.Durchfhrungsanweisung:Mechanisch gesteuert bedeutet nicht elektrisch, pneumatisch oder hydraulischgesteuert. Dies trifft zu bei Kranen, bei denen z. B. Kupplungen, die im Kraft-fluss Motor Winde liegen, ohne Zwischenschaltung einer fremden Energie-quelle durch Muskelkraft geschaltet werden.

  • 44

    BGV D 6

    VII. bergangs- und Ausfhrungs-bestimmungen

    bergangs- und Ausfhrungsbestimmungen 46 gegenstandslos

    A. Ausnahmen fr Brckenkrane 47(1) Fr Brckenkrane, die vor dem In-Kraft-Treten dieser Unfallver-htungsvorschrift in Betrieb waren, gelten nicht:1. 8 Abs. 3 hinsichtlich der Durchgangsmae fr Treppen,2. 9 Abs. 1 bei Kranen mit innen laufender Katze hinsichtlich des freien

    Durchgangs im Krantrger, sofern der freie Durchgang mindestens1,4 m x 0,4 m betrgt,

    3. 11 Abs. 1 hinsichtlich des seitlichen Sicherheitsabstandes, soferndieser mindestens 0,4 m zu den Gebude- und Anlageteilen (Fahr-bahnlaufstegseite) betrgt,

    4. 11 Abs. 1 hinsichtlich des Sicherheitsabstandes nach oben beiflurbedienten Kranen,

    5. 11 Abs. 1 hinsichtlich des Sicherheitsabstandes nach unten zuvorhandenen, nicht begehbaren Gebude- und Anlageteilen, wennQuetsch- und Scherstellen durch Warnanstrich und Hinweisschildergekennzeichnet sind und wenn sich bis zu 2 m unter diesen Quetsch-und Scherstellen keine begehbaren, ortsfesten Einrichtungen be-finden,

    6. 11 Abs. 1 hinsichtlich des seitlichen Sicherheitsabstandes, so weites sich um Anlagen handelt, bei denen der Fahrbahnlaufsteg durchGebudesulen fhrt, wenna) sich keine Aufstiege an der Stirnseite des Kranes befinden undb) die verengten Stellen zwischen den am weitesten ausladenden

    Teilen des Kranes und den Gebudesulen durch einen Warn-anstrich gekennzeichnet sind und

    c) an den Gebudesulen ein Warnschild, das auf Quetschgefahrhinweist, vorhanden ist.

    (2) Fr Brckenkrane, die vor dem 1. 1. 1957 in Betrieb waren, geltenferner nicht:1. 4,

  • 45

    2. 8 Abs. 1 bei Kranen, die nur gelegentlich zur Montage vonBetriebseinrichtungen benutzt werden, hinsichtlich des Vorhanden-seins eines Fahrbahnlaufsteges, wenn das Fhrerhaus mindestensvon einer Stelle aus leicht und gefahrlos erreicht und verlassenwerden kann,

    3. 9 Abs. 1 hinsichtlich der Breite der Krantrgerlaufbhnen, soferndas Kranfahrwerk gefahrlos umgangen werden kann,

    4. die Forderung hinsichtlich des Gelnders auf der Innenseite von Krantrgerlaufbhnen, wenn an Stelle des Innengelnders min-destens ein Seil oder eine Kette vorhanden ist.

    (3) Fr Brckenkrane, die vor dem 1. 4. 1934 in Betrieb waren, geltenferner nicht:1. Die Forderung hinsichtlich des Vorhandenseins der Gelnder auf

    Krantrgerlaufbhnen, Katze und Kopftrger, sofern wegen derGelnder der Sicherheitsabstand nach oben nicht eingehaltenwerden kann,

    2. 8 Abs. 1 hinsichtlich des Vorhandenseins eines Fahrbahnlaufsteges,wenn das Fhrerhaus mindestens von einer Stelle aus leicht undgefahrlos erreicht und verlassen werden kann und ein Notabstieg amFhrerhaus vorhanden ist,

    3. 9 Abs. 1 hinsichtlich der Hhe des freien Durchgangs auf Kran-trgerlaufbhnen, wenna) die verengten Stellen zwischen den hchsten Kranteilen und

    darber befindlichen Gebude- oder Anlageteilen durch einenWarnanstrich gekennzeichnet sind und durch Hinweisschilder aufdie Quetschgefahr hingewiesen ist oder

    b) durch ein Drahtgitter verhindert wird, dass Personen, die die Krantrgerlaufbhne begehen, in den Quetschbereich gelangen,

    4. 11 Abs. 1 hinsichtlich des Sicherheitsabstandes nach oben, wenndie verengten Stellen durch einen Warnanstrich gekennzeichnet sindund durch Warnschilder auf die Quetschgefahr an den verengtenStellen hingewiesen ist.

    B. Ausnahmen fr Portalkrane

    48(1) Fr Portalkrane, die vor dem In-Kraft-Treten dieser Unfallver-htungsvorschrift in Betrieb waren, gelten nicht:

    BGV D 6

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    BGV D 6

    1. 4,2. 8 Abs. 1 hinsichtlich des gefahrlosen Erreichens und Verlassens

    des Steuerstandes in allen Stellungen des Kranes, wenn der Steuer-stand in einer Stellung des Kranes gefahrlos erreicht und verlassenwerden kann und ein Notabstieg am Fhrerhaus vorhanden ist,

    3. 8 Abs. 3 hinsichtlich der Ausfhrung mindestens eines Aufstiegszum Fahrbahnlaufsteg als Treppe und hinsichtlich der Durchgangs-mae fr Treppen,

    4. 9 Abs. 1 hinsichtlich der Breite der Krantrgerlaufbhnen, wenn dasKranfahrwerk gefahrlos umgangen werden kann,

    5. 11 Abs. 1 hinsichtlich der verengten Stellen zwischen den kraftbe-wegten ueren Teilen des Kranes zu den vorhandenen Teilen derUmgebung hin, wenn die verengten Stellen durch einen Warnanstrichgekennzeichnet sind und durch Warnschilder auf die Quetschgefahran den verengten Stellen hingewiesen ist,

    6. 11 Abs. 1 hinsichtlich der Gelnder von Laufbhnen zwischen denSchienen eines auf dem Portal fahrenden Drehkranes, wenn dieBhnenbreite mindestens 1,5 m betrgt,

    7. die Forderung hinsichtlich des Gelnders auf der Innenseite von Kran-trgerlaufbhnen, wenn auf der Innenseite von Krantrgerlaufbhnenan Stelle des Innengelnders mindestens ein Seil oder eine Kettevorhanden ist.

    (2) Fr Portalkrane, die vor dem 1. 4. 1934 in Betrieb waren, gilt fernernicht die Forderung hinsichtlich des Vorhandenseins der Gelnder aufKrantrgerlaufbhnen, Katze und Kopftrger, sofern wegen der Geln-der der Sicherheitsabstand nach oben nicht eingehalten werden kann.

    C. Ausnahmen fr Schienenlaufkatzen

    49(1) Fr Schienenlaufkatzen, die vor dem In-Kraft-Treten dieser Unfallver-htungsvorschrift in Betrieb waren, gelten nicht:1. 8 Abs. 3 hinsichtlich der Durchgangsmae fr Treppen,2. 11 Abs. 1 hinsichtlich des Sicherheitsabstandes nach unten zu vor-

    handenen nicht begehbaren Gebude- und Anlageteilen, wenn dieQuetsch- und Scherstellen durch Warnanstrich und Hinweisschildergekennzeichnet sind.

    (2) Fr Schienenlaufkatzen, die vor dem 1. 1. 1957 in Betrieb waren, gel-ten ferner nicht:

  • 47

    BGV D 6

    1. 4,2. 8 Abs. 3 hinsichtlich der Ausfhrung mindestens eines Aufstiegs

    zum Fhrerhaus als Treppe.

    D. Ausnahmen fr Auslegerkrane

    50(1) Fr Krane mit Auslegern ausgenommen Turmdrehkrane , die vordem In-Kraft-Treten dieser Unfallverhtungsvorschrift in Betrieb waren,gilt 15 Abs. 1 Nr. 6 nicht.

    (2) Fr Krane mit Auslegern ausgenommen Turmdrehkrane , bei de-nen das Hubwerk und das Auslegereinziehwerk oder eines der beidenmechanisch gesteuert werden und die bis zum 31. 3. 1964 in Betrieb ge-nommen wurden, gelten die 4, 13 und 14 der Unfallverhtungsvor-schrift Winden nicht, wenn diese Krane statt der Abschalteinrichtun-gen nach 15 Abs. 1 Nr. 1 und 16 Abs. 1 selbstttig wirkende Warn-einrichtungen haben.

    (3) Fr Krane mit Auslegern ausgenommen Turmdrehkrane , die vordem 1. 1. 1957 in Betrieb waren, gelten nicht:1. 4,2. 11 Abs. 1 hinsichtlich des Sicherheitsabstandes nach den Seiten

    hin, wenn die verengten Stellen durch einen Warnanstrich gekenn-zeichnet sind und durch Warnschilder auf die Quetschgefahr an denverengten Stellen hingewiesen ist,

    3. 14 Abs. 1 hinsichtlich der Drehwerksbremse.

    E. Ausnahmen fr Turmdrehkrane

    51Fr Turmdrehkrane, die vor dem 1. 1. 1964 in Betrieb waren, gelten nicht:1. 14 Abs. 2 hinsichtlich des selbstttigen Bremsens kraftbetriebener

    Schienenfahrwerks- und Drehwerksgetriebe nach Abschaltung derentsprechenden Antriebe,

    2. 15 Abs. 1 Nr. 5 hinsichtlich einer Begrenzung der Senkbewegungdes Hubwerks,

    3. 15 Abstze 2 und 3.

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    BGV D 6

    AAbschalteinrichtungen 15 (1); 16 (1); 24;

    37 (2); 38Absttzungen 40 (2)Absturz, Sicherung gegen 12; 36 (3)nderungen am Kran 25 (1); 42Anschlger 30 (10)Arbeitsbereich 11 (1); 32 (5); 33 (1)Arbeitsstnde und Arbeitsbhnen 10Aufbau, Abbau 21Aufsichtfhrender 30 (3); 33 (2); 37 (2)Aufstiege 6; 8 (3)Ausbildung 29 (1)Aushang (Abdruck der Betriebs-

    vorschriften) 7 (3)Ausnahmen fr Auslegerkrane 45 (2) Brckenkrane 37 (2) Deckenkrane 8 (2); 11 (3) Derrickkrane 15 (4); 16 (4); 37 (2) Eisenbahnkrane 13 (2) Fahrzeuge mit Abschleppkranen 30 (11) flurbediente Krane 11 (3); 20 (2) handbetriebene Krane 7 (3); 20 (2); 29 (2) Konsolkrane 16 (2) Langholzladekrane 31 (4) LKW-Ladekrane 26 (4) programmgesteuerte Krane 30 (11) Schienenlaufkatzen 8 (2); 11 (3) teilkraftbetriebene Krane 7 (3)

    BBelastung (Tragfhigkeit),

    Belastungsangaben 5; 16; 38Betriebsanleitung 21Bremsen 14; 30 (1)Bhnen, Aufstiegsbhnen 9 (2), (3)

    DDrehwerksbremsen 30 (1), (6)

    EEinweiser 30 (7), (10)Elektrischer Strom, Gefahren durch 39Endhalteinrichtungen 15; 30 (1), (13)Endstellungen 15; 30 (13)Entgleisen, Sicherung gegen 12

    FFahrbahnlaufsteg 9 (2)Fahrbereichssicherungsanlagen 32 (7)Fahrgeschwindigkeit flurbedienter Krane 17Fahrwerksbremsen 30 (1)Feststellvorrichtungen 14 (1)Fhrerhuser 7 (2)

    GGelnder 9 (2), (3); 11 (2)Getriebeschaltungen 30 (12)

    KKrankontrollbuch 30 (3)

    LLastmomentbegrenzer 31

    MMngel am Kran 30 (1), (2), (3)Montageanweisung 40 (2), (3)

    NNotabstieg 8 (2)Notendhalteinrichtungen 30 (1), (13)

    PPersonenaufnahmemittel 36 (4)Programmgesteuerte Krane 23; 24Prfungen 30 (1)

    RRadbruchsttzen 12Rechtsvorschriften (EWG) 3aRegeln der Technik 3

    SSachkundige 26Sachverstndige 25; 26Schalter, Schaltungen 7 (1); 15; 16; 24;

    30 (12), (13); 38Schienenbefestigungen 18Schienenfahrbahnen 19Schienensperren 42 (1)Schienenzangen 14 (1)

    StichwortverzeichnisDie angegebenen Fundstellen beziehen sich auf die und Abstze der Unfallver-htungsvorschrift [z. B. 2 (3) bedeutet 2 Abs. 3] bzw. auf die Durchfhrungsanwei-sungen (DA) [z. B. DA 25 (1) bedeutet DA zu 25 Abs. 1].

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    BGV D 6

    Schilder 4; 5; 6Schutz gegen Klte, Hitze,

    Nsse und Wind 7 (2)Sicherheitsabstnde bei Freileitungen 39Sicherung gegen Absturz 38 (2)Signale 30 (10)Spurkrnze 12Standsicherheit 12; 16; 18Steuereinrichtungen 30 (4), (5)

    TTragfhigkeit 5; 16; 18; 40 (1)Treppen 8 (3)Typprfung 25 (4)

    Uberfahrten von Kranen oder

    Kranfahrbahnen 12berlast 16; 30 (14); 31; 38berlastsicherung 16; 37 (2); 38

    Umrsten 21; 26 (1); 40 (3)Umstrzen, Sicherung gegen 14 (3)Unterbau, Untergrund 18; 40 (1)Unterweisung 29 (1)

    VVerantwortlicher 30 (10)Verbote 6; 35 (1)Verkehrsbereich 11 (1); 32 (5)Verstndigung mit dem

    Kranfhrer 30 (10); 33 (1)

    WWahlschalter 7 (1)Warneinrichtungen 45 (2)Wartungs- und Reparaturarbeiten 10Weichen 12Windsicherung 14 (1); 30 (6)

    ZZustimmungsschaltung 7 (1)

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    BGV D 6

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    BGV D 6

    Hinweis:

    Seit April 1999 sind alle Neuverffentlichungen des berufsgenossenschaft-lichen Vorschriften- und Regelwerkes unter neuen Bezeichnungen und Bestell-Nummern erhltlich.

    Die neuen Bestellnummern knnen einer so genannten Transferliste desHVBG entnommen werden; siehe

    http://www.hvbg.de/d/pages/praev/vorschr/

    Hinsichtlich lterer, bislang unter VBG-Nummer gefhrter Unfallverhtungs-vorschriften des so genannten Maschinenaltbestandes bzw. bislang unter ZH 1-Nummern gefhrter Richtlinien, Sicherheitsregeln und Merkbltter, diebis zu ihrer berarbeitung noch weiter gltig sind, siehe Internetfassungen des HVBG

    http://www.hvbg.de/bgvr.

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    BGV D 6

    Gegenber der vorhergehenden Fassung vom 1. Januar 1997 wurde(n)folgende Bestimmungen gendert: 2 Abs. 2, 30 Abs. 6 Nr. 1, Abs. 14, 3a Abs. 1 bis 4, 31 Abs. 3 u. 4 werden Abs. 4 u. 5, 11 Abs. 2 Satz 1, Abs. 3, 32 Abs. 7 wird Abs. 6, 15 Abs. 1 Nr. 2, 33 Abs. 1, 26 Abs. 1 bis 4, 44.

    folgende Bestimmungen eingefgt: 3 a Abs. 5, 26 Abs. 5, 31 Abs. 3.

    folgende Bestimmung gestrichen: 32 Abs. 6 u. 8.

    Gegenber der vorhergehenden Fassung vom April 1994 wurde(n)folgende Durchfhrungsanweisungen (DA) gendert: DA zu 2 Abs. 6 Nr. 1 u. 7, DA zu 26 Abs. 1, DA zu 3a Abs. 2 wird Abs. 3 , DA zu 28, DA zu 6 Abs. 3, DA zu 29 Abs. 1 Nr. 3, DA zu 8 Abs. 1, DA zu 30 Abs. 6 Nr. 1 u. Abs. 10, DA zu 11 Abs. 3 Nr. 3, DA zu 31 Abs 3, DA zu 11 Abs. 3 Nr. 5 wird Nr. 4, DA zu 34. DA zu 25 Abs. 1,

    folgende Durchfhrungsanweisungen (DA) eingefgt: DA zu 3 a Abs. 2 u. 5, DA zu 26 Abs. 2, DA zu 15 Abs. 1 Nr. 2, DA zu 30 Abs. 6 Nr. 2.

    folgende Durchfhrungsanweisung (DA) gestrichen: DA zu 31 Abs. 1.

    07.2

    006

    BGV D6 AuswahlTitel BGV D6InhaltsverzeichnisParagraphenI. Allgemeines 1 2 3

    II. Bau und AusrstungA. Gemeinsame Bestimmungen 3a 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22

    B. Zustzliche Bestimmungen fr programmgesteuerte Krane 23 24

    III. Prfungen 25 26 27 28

    IV. Betrieb 28a 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43

    V. Ordnungswidrigkeiten 44

    VI. Inkrafttreten 45

    VII. bergangs- und Ausfhrungs-bestimmungen 46A. Ausnahmen fr Brckenkrane 47

    B. Ausnahmen fr Portalkrane 48

    C. Ausnahmen fr Schienenlaufkatzen 49

    D. Ausnahmen fr Auslegerkrane 50

    E. Ausnahmen fr Turmdrehkrane 51

    Stichwortverzeichnis