Bibel-Info Sommer 2004

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Stiftung Genfer Bibelgesellschaft ● Editorial 1-3 ● Huldrych Zwingli: 4-5 Ein großer Reformator, den Frankophone kaum kennen ● Jahresbericht 2003 6-8 ● Bibeln für Kongo 9-10 ● Irrt die Bibel? 11 ● Neue Genfer Übersetzung 12 Zum Gedenken an Hedy Toscan ● In Kürze 13 ● Aus unserer Korrespondenz 14-15 ● Gebetsplan 16 62. Jahrgang • Nr. 2 Sommer 2004

Transcript of Bibel-Info Sommer 2004

  • Das Volk Israel scheint allen Hass undNeid der Welt auf sich zu ziehen. Trotz

    allem bleibt es das Volk, das Gott auser-whlt hat, um seinen Plan fr die Mensch-

    heit sichtbar zu machen: dass Rettung mg-lich geworden ist. Allerdings nicht zu einem

    beliebigen Preis, sondern einzig dank demLeiden und dem Shnetod Jesu Christi.

    Jesus, Davids Nachkomme, war Jude, dochwar und ist er Gottes Sohn, der vor rund 2000

    Jahren fr die Snden der Menschen am Kreuz vonGolgota gestorben ist. Israel erhielt von seinem Gott

    den Auftrag, der Welt das ewige Heil in Christus zu ver-knden... Unter diesem Blickwinkel musste es sich erst als

    beklagenswert erfahren, um der ihm anvertrauten Berufungwrdig zu werden.

    StiftungGenferBibelgesellschaft

    62. Jahrgang Nr.2Sommer 2004

    Editorial 1-3 Huldrych Zwingli: 4-5

    Ein groer Reformator,den Frankophone kaum kennen

    Jahresbericht 2003 6-8 Bibeln fr Kongo 9-10 Irrt die Bibel? 11 Neue Genfer bersetzung 12

    Zum Gedenken an Hedy Toscan

    In Krze 13 Aus unserer Korrespondenz 14-15 Gebetsplan 16

    Was ist IsraelsZukunft gem der Schrift?

    EditorialEditorial

    x+ = 0 mm y+ = 7 mmx+ = 0 mm y+ = 7 mm

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  • allem moralische Niederlagen einzustecken. Aberim Verlauf all der Jahrhunderte haben helle Sterne,mit Namen wie Abraham, Jakob, David, Jesaja,Sacharja und viele andere, gezeigt, dass das wahreLicht jenseits der Wolken einst aufstrahlen wrde.Sterne, welche die leuchtende Helligkeit derSonne der Gerechtigkeit (Maleachi 3,20)ankndigten: Jesus Christus, den Erlser Israelsund Retter der Welt. Eine Botschaft, von der dieJuden des 1. Jahrhunderts A.D. durch das AlteTestament Kenntnis hatten, die sie jedoch auf ihreWeise interpretierten. Denn abgesehen von einerMinderheit, die in Christus spontan ihren Messiasannahm, lehnte eine Mehrheit ihn ab, verurteilteihn zur Kreuzigung, da er in ihren Augen nie etwasanderes als ein Hochstapler gewesen war.

    Israel heuteWir alle stehen vor der Frage: Wie sind dieendlosen Schicksalsschlge und Nte zuerklren, die das auserwhlte Volk bisheute bedrngen? Auserwhlt fr diehchste Mission, die den Menschenjemals aufgetragen wurde.

    Im Garten Eden verfhrte die SchlangeSatan den ersten Menschen und besiegteihn; seither sind ausnahmslos alle Men-schen, einschlielich der Juden, derSnde unterworfen: Alle haben gesn-digt und verfehlen die Herrlichkeit, diesie bei Gott haben sollten... (Rmer3,33). Folglich ist auch jeder Jude wie Nichtjudeeiner gnadenlosen Verurteilung ausgesetzt: Sie ver-fehlen die Herrlichkeit! Zum Glck beendet Paulusseinen Satz mit Worten, deren leuchtender Gehaltjedem Umkehrwilligen eine wundervolle Perspek-tive erffnet: ...so dass sie gerechtfertigt werdenohne Verdienst durch seine Gnade aufgrund derErlsung, die in Christus Jesus ist (Rmer 3,24).

    Israel in der GeschichteNicht ohne Ursache also hat das auserwhlte Volkim Verlauf seiner bewegten Geschichte dieschlimmsten Prfungen erlitten; hatte, wenn essich von Gott entfernte, militrische und vor

    Eine Haltung, fr die Israel teuer bezahlensollte: Einmarsch der Rmer, spter der Saraze-nen, weiterer islamischer Vlker und grausamerKolonisatoren aller Sorten... bis zur heutigen Lage,die uns wohlbekannt ist: Alle Vlker des NahenOstens sind gegen Jerusalem gewandt, und einaktuelles Ziel ist ein Palstina, das die Israeli ein-schlieen wrde. Nichts lsst eine Entspannung inder internationalen Politik oder in der UNO-Hal-tung erwarten; eher sind neue Drohungen imAnzug. Jesus Christus hat es angekndigt: Wennihr aber Jerusalem von Kriegsheeren belagertseht, dann erkennt, dass seine Verwstung nahe

    ist (Lukas 21,20). Psalmen und Propheten2

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  • haben vorausgesagt, dass Jerusalem die heilige Stadt,die Hauptstadt der Nationen sein wird. Zuvor wird esaber wahrscheinlich durch feindliche Armeen ber-rollt werden: ...alle Heidenvlker werden sichgegen es versammeln (Sacharja 12,3).

    Christus wird das letzte Wort habenIsrael wird dies nicht einfach erdulden, sondern sei-nen Aggressoren mit allen Mitteln widerstehen. Dannbeginnt die von Daniel (9,25-26) angekndigte Zeitvon sieben Jahren (vgl. Offenbarung 13), wo derAntichrist, Satans Handlanger, das Volk Gottes umjeden Preis zu vernichten suchen wird. Israel wird insolcher Not sein, dass es endlich zu Gott um Hilfeschreien wird. Denn Israel wird noch viel leiden undsich verloren fhlen mssen, ehe es sich an denje-nigen wendet, der durchbohrt wurde (Psalm22,17); und das Herz eines jeden von ihnen wird diegemeinsame Schuld der Nation beklagen mssen,um zur Reue und Umkehr zu gelangen. Dann wer-den alle ausrufen: Wenn Jesus Christus wiederkommt, wird er sich

    zum Knig der ganzen Welt proklamieren, Jerusalemwird die Welthauptstadt sein, und die zu ihrem Mes-sias bekehrten Israeli werden eine wahre Auferste-hung in ihrem Geist erfahren. So darf man in derGeschichte von morgen drei verschiedene Auferste-hungen erwarten (nicht mitgezhlt die AuferstehungChristi, die vor 2000 Jahren erfolgt ist):

    1. jene von Israel, das wie verheien wiederherge-stellt wird;

    2. jene aller mit dem Blut Christi Freigekauften(1.Thessalonicher 4,15-17);

    3. jene der brigen Toten (die ohne Christus ver-storben sind), tausend Jahre spter (Offenbarung20,5).

    Bevor diese herrliche Zeit eintritt, bleibt Israelnoch Zielscheibe von allem Hass, derweil es selberblind ist fr die morgige Wirklichkeit. Doch knnenseine Leiden zum Vorraum der nationalen Umkehrwerden, wenn sie auf mich sehen [werden], densie durchstochen haben (Sacharja 12,10), undendlich ihren Befreier erkennen, ihren knftigenKnig, und ihren Messias anbeten und ihm Ruhmund Ehre darbringen werden in Ewigkeit!

    John H. Alexander

    Denn Jesus hatte ihnen vorausgesagt: Aber berdas Haus David und ber die Einwohner vonJerusalem will ich den Geist der Gnade und desGebets ausgieen, und sie werden auf michsehen, den sie durchstochen haben, ja, sie werdenum ihn klagen, wie man klagt um den eingebo-renen Sohn, und sie werden bitterlich ber ihnLeid tragen, wie man bitterlich Leid trgt berden Erstgeborenen (Sacharja 12,10).

    Nach finsteren und schmerzlichen Jahrhundertenwird das lebendige Licht des Messias aufgehen![Jesus] wird ... wiederkommen ... auf denlberg, der nahe bei Jerusalem liegt... (vgl. Apo-stelgesch. 1,11-12). Dann wird der Herr, meinGott, kommen, und alle Heiligen mit dir!(Sacharja 14,5)

    SIEG,EHRE

    UND HERRLICHKEITDEM MESSIAS!

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  • Huldrych Zwingli:

    Ein grosser Reformator,den Frankophone kaum kennen

    Fragen Sie einen Franzsischsprachigen nach dengroen Reformatoren der Kirche, und er wird Cal-vin sowie Luther nennen, vielleicht noch Beza (Bze),aber wenige werden an Zwingli denken. Doch war ereine der grten Gestalten der Reformation.

    Im Kanton St. Gallen kam er am 1. Januar 1484 alsdrittes von elf Kindern in einer Bauernfamilie zurWelt. Als Theologiestudent brillierte er in Basel undWien. Schritt um Schritt ging er auf den christlichenGlauben zu. Zum Pfarrer von Glarus ernannt, fandsich Zwingli als Feldprediger der Glarner Sldner-

    truppen in Italien.... und prangerte die Teilnahmean diesen Kriegen im Ausland an: Die zu Soldatengewordenen Bauern brachten von den Feldzgenzwar Gold mit heim, aber auf Kosten der verlas-senen Felder und Wiesen. Und wie mancher

    gesunde junge Mann kehrte nicht zurck! DieseStellungnahme kostete ihn seine Stelle.Einige Zeit verbringt Zwingli nun in Einsiedeln, wo

    er zwei groen christlichen Humanisten begegnet dem Hollnder Erasmus und namentlich 1505 Tho-mas Wyttenbach. Dessen Vorlesungen, insbesondereber den Rmerbrief, wiesen dem jungen Theologeneinen neuen Weg und sollten entscheidenden Einflussauf seinen Dienst und sein Werk haben. Ihm wirdbewusst, dass der Preis fr die Vergebung der Sndensich einzig und allein durch den Tod Christi bezahlenlsst. Eine echte Offenbarung fr Zwingli! Er bersetztdie Bibel in die alemannische Sprache, die zu denHerzen der Bergler und Landleute der Region spricht.Ebenfalls in Einsiedeln prangert er den plumpen Gt-zendienst an, dessen Zeuge er wird. Vor Tausendenvon Pilgern brandmarkt er Missbruche und Skan-dale der rmischen Kirche und ruft energisch zuReue, Bue und Glauben auf.

    Nun findet er Anstellung in Zrich, einer Stadt mit7000 Einwohnern. Ermutigt durch Luthers Haltung,greift er das rmische Gebude an und trachtet

    danach, die gesamte Kirche auf der Grundlage desEvangeliums zu reformieren. Hierzu unterbreitet erin den von den politischen Behrden Zrichs anbe-raumten ffentlichen Debatten, den sogenanntenDisputen, 67 Thesen. Sein Triumph ist total.

    1518 erfhrt er whrend eines Erholungsaufent-halts im alten Kloster Pffers, dass die Pest, dieim Land wtet, die Stadt Zrich erreichthat. Unverzglich kehrt er zu seinenPfarrkindern zurck, von denen einDrittel, vielleicht gar die Hlfte,hinscheiden. Im September1519 wird er selber bettlge-rig. Der Tod streicht durchseine Kammer. Da betet er;zwei seiner Gebete sind spterberhmt geworden. Der Herrgreift ein, Zwingli genest. Undverfasst ein Loblied.

    Diese Prfung hat dem Predi-ger Erleuchtung vermittelt. Fast tg-lich steigt er auf die Kanzel, um das ver-deutschte Neue Testament aufgrund derTexte in der Originalsprache (und nicht wie blichder lateinischen Vulgata-Fassung) auszulegen. Vonseiner buerlichen Herkunft hat er sich eine einfa-che, farbige Sprache bewahrt, die seine Zuhrerberhrt. Nach und nach verndert sich die Mentalittin der Kirche sowie in der Gesellschaft. Das Evange-lium wird gelesen, geachtet und ausgelebt. So erfolgtdie Geburt einer neuen Stadt einer in ihrem Glau-ben, ihren Einrichtungen und Sitten erneuerten, re-formierten Stadt.

    Papst Adrian VI. spricht gegen Zwingli das Pre-digtverbot aus und verlang