Bildung im Kapitalismus

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    23-Jul-2016
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Eine Extra-Ausgabe der POSITION, dem Magazin der SDAJ, zu Bildung im Kapitalismus. Im ersten Abschnitt beschäftigen wir uns mit aktuellen Unterrichtsmaterialien und fragen uns, warum Banken und Konzerne mehr Einfluss auf unsere Lehrinhalte erhalten. Der zweite Abschnitt befasst sich mit der Frage, welchen Zweck Bildung im Kapitalismus hat. Was für ein Bildungssystem wir erkämpfen wollen, darum geht es im dritten Abschnitt.

Transcript of Bildung im Kapitalismus

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    Lehrinhalte

    EinleitungGem der PISA-Studie von 2006 besuchen 88 Prozent der 15-jh-rigen in Deutschland eine Schule, an der Wirtschaft und Industrie

    Einfluss auf die Lehrinhalte nehmen. Bis zum Jahr 2012 wurden in

    Deutschland insgesamt 900 000 kostenlose Lehrmaterialen von der

    so genannten Privatwirtschaft herausgegeben.

    Fakt ist: Arbeitgeberverbnde, Konzerne und diverse Stiftungen ver-suchen in den letzten Jahren immer strker, die Lehrinhalte in allge-meinbildenden Schulen zu beeinflussen. Das geht von Fortbildungs-angeboten fr LehrerInnen ber kostenlose Lehrmaterialien von der

    EZB bis hin zu offener Werbung an Schulen.

    Deshalb haben wir uns ein paar Fragen gestellt: Was steckt hinter

    diesen Versuchen, die Lehrinhalte zu beeinflussen? Wer profitiert ei-gentlich davon und welche Vernderungen stehen uns noch bevor?

    Werden die Interessen der Bevlkerung und der Jugend in unseren

    Lehrinhalten berhaupt bercksichtigt? Auerdem stellen wir die

    Frage, welche Rolle Bildung im Kapitalismus berhaupt spielt und

    wie Alternativen zu diesem Bildungssystem aussehen knnen.

    Im ersten Abschnitt beschftigen wir uns mit aktuellen Un-terrichtsmaterialien und fragen uns, warum Banken und

    Konzerne mehr Einfluss auf unsere Lehrinhalte erhalten.

    Der zweite Abschnitt befasst sich mit der Frage, welchen Zweck Bildung im Kapitalismus hat.

    Was fr ein Bildungssystem wir erkmpfen wollen, darum

    geht es im dritten Abschnitt.

    www. .org V.i.S.d.P.: Paul Rodermund, Hoffnungstr.18 Essen

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    Lehrinhalte

    Bahlsen, Coca-Cola oder die EZB finanzieren Unterrichtsmaterialien.

    Die Allianz bietet ein Planspiel an Schulen an, das unternehmeri-sches Denken frdern soll. Unter dem Deckmantel der umfassenden

    Bildung werden Jugendoffiziere eingeladen und das Planspiel der

    Bundeswehr gespielt. Mittlerweile gibt es Kommunikationsagentu-ren, die sich auf SchlerInnen spezialisiert haben und Kunden anbie-ten, spezielle Werbung zu entwickeln. Mit Neutralitt hat das wenig

    zu tun

    INSM und Co.Lehrerfortbildungen, Lehrmaterialien, Unterrichtsbesuche, kosten-lose Ausflge, Ausstellungen: Die Angebote fr Schulen von Banken

    und Konzernen sind vielseitig. Das Ziel: Die Inhalte des Unterrichts

    beeinflussen und frhzeitig die Kunden von morgen gewinnen.

    Coca-Cola bietet Schulsportwettbewerbe fr Schulen an und stellt

    kostenlose Getrnke zur Verfgung. Die Kaeser Kompressoren

    GmbH, Hersteller von Druckluftanlagen, geht noch weiter: Sie liefert

    Inhalte, Lehrmaterialien und Experten fr den Schulunterricht an

    Partnerschulen. Die SchlerInnen lernen dann in Physik, wie Druck-luft erzeugt wird, in Biologie geht es darum, wie man diese Druckluft

    in der Nahrungsmittelindustrie anwenden kann und in Geschichte

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    Banken und Konzerne an Schulen?!

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    Lehrinhalte

    steht die Unternehmensgeschichte von Kaeser auf dem Stunden-plan.

    So wird versucht, die Lehrinhalte direkt im Interesse von Konzernen

    zu beeinflussen. Ein weiteres Beispiel: Die Initiative Neue Soziale

    Marktwirtschaft (INSM), die von Arbeitgeberverbnden der Me-tall- und Elektroindustrie finanziert wird. Sie gibt seit Jahren kosten-lose Unterrichtsmaterialien ber ein eigenes Webportal heraus. Ihr

    selbsternanntes Ziel ist es, die Bereitschaft fr wirtschaftsliberale

    Reformen zu erhhen, ein unternehmerfreundliches Klima zu erzeu-gen und Wettbewerb und unternehmerische Freiheit als zentrale

    Werte positiv zu besetzen. Das heit konkret: Politik im Interesse

    der Banken und Konzerne legitimieren. So ist sie aktiv gegen den

    Mindestlohn, setzt sich fr die Strkung des Leistungsgedanken

    ein, will die Unternehmensmitbestimmung strken und mchte

    Sozialsysteme abbauen. Gleichzeitig wird in einem Nebensatz die

    DDR als Diktatur abgeschrieben der Kapitalismus soll schlielich in

    den Kpfen verankert werden. hnlich sieht es bei Unterrichtsma-terialien von Allianz, Targobank und Co. aus, die immer hufiger im

    Unterricht genutzt werden.

    Bundeswehr an der SchuleNeben Banken und Konzernen macht auch die Bundeswehr

    in den letzten Jahren verstrkt Werbung an Schulen. Von

    1998 bis 2014 ist der Werbeetat der Bundeswehr von 9 auf

    30 Millionen Euro gestiegen. Ein FSJler berichtet in der Zei-tung DIE ZEIT: Ich selbst musste mehrmals miterleben, wie

    Soldaten in meiner Schule den Krieg als Abenteuer verkauften.

    Einmal wurde auch das Planspiel POL&IS gespielt, das ganz subtil

    vermitteln soll, dass Krieg ntig ist, um die Sicherheit zu wahren.

    Neben angeblich aufregenden Planspielen bietet die Bundeswehr

    kostenlose Touren fr Schulklassen zu Bundeswehrstnden auf

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    Lehrinhalte

    Volksfesten wie dem Hessentag an. Die Jugendoffiziere sind rheto-risch gut geschult, bieten in ihren Prospekten Abenteuer an und

    rechtfertigen Kriegseinstze in der ganzen Welt. Das Interesse ist

    klar: Krieg fr Absatzmrkte im Interesse der Banken und Konzerne

    legitimieren.

    Einfluss von Banken und Konzernen staatlich organisiert

    In den vergangenen Jahren haben wir massive Krzungsmanahmen

    im Bildungsbereich erlebt: Ob marode Klassenzimmer, ausfallender

    Unterricht oder jahrzehntealte Bcher. In Hessen reicht das Geld

    an Schulen bspw. fr ein neues Schulbuch pro Jahr und SchlerIn.

    LehrerInnen bekommen im Schulalltag kaum Untersttzung, wer-den teilweise mangelhaft ausgebildet und fachfremd eingesetzt. Der

    Weg zu selbststndigen Schulen heit Unterfinanzierung. Das alles

    ist ein Einfallstor fr Banken und Konzerne, die kostenlose und aktu-elle Schulbcher verteilen, den Unterricht durch Besuche abwechs-lungsreicher machen und Fortbildungen fr LehrerInnen anbieten.

    Der Einfluss von Banken und Konzernen ist also staatlich gewollt und

    wird durch die Bundesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT un-tersttzt. Kein Wunder also, das laut der PISA-Studie von 2006 88%

    der 15-jhrigen eine Schule besuchen, an der Wirtschaft und Indust-rie Einfluss auf die Lehrinhalte nehmen.

    Gleichzeitig werden musische, knstlerische und sportliche Fcher

    immer weiter abgebaut. In Baden-Wrttemberg wird so beispiels-weise an Real- und Gesamtschulen Wirtschaft zum eigenstndigen

    Fach nachdem das lange von verschiedenen Arbeitgeberverbn-den gefordert wurde. Das geht auf Kosten vom Geschichts-, Geogra-phie- und Politikunterricht und bietet Konzernen noch bessere Mg-lichkeiten, in den Unterricht einzugreifen.

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    Lehrinhalte

    Staatliche Lehrinhalte = super?!Also, was jetzt? Unterrichtsmaterialien von Banken und Konzernen

    verbieten? Sicherlich ein Anfang, aber keine Lsung. Die Inhalte in

    den klassischen Schulbuchverlagen sind hufig nicht viel besser. Ziel

    ist auch hier: Den Kapitalismus als alternativlos darstellen, Politik im

    Interesse der Banken und Konzerne legitimieren, Kriegseinstze fr

    wirtschaftliche Interessen rechtfertigen. Konkret heit das auch: Die

    DDR als alternatives Gesellschaftssystem oder andere Wirtschafts-systeme verteufeln. So berichtet Ann-Sophie (Schlerin aus Gttin-gen), dass die DDR in der Schule ausschlielich mit Mauer und Stasi

    identifiziert wird. Kein Wunder, wenn man sich anschaut, wer hinter

    den klassischen Schulbuchverlagen steht: So die Universum

    Verlags GmbH, die zu 50% der FDP gehrt. Diese an-geblich unabhngige Arbeitsgemeinschaft hat also

    tatschlich den Zweck, junge Menschen poli-tisch zu beeinflussen. Der Klett-Verlag bietet

    die gezielte Platzierung ein