Blumenberg Heike

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  • De lamentatione Jeremiae Prophetae

    Aspekte zur Entwicklung und Verbreitung der Lamentation im 18. Jahrhundert

    Dissertation

    zur Erlangung des Doktorgrades

    der

    Fakultt Musik

    der

    Universitt der Knste Berlin

    vorgelegt von

    Heike Blumenberg

    aus

    Braunschweig

    Gutachterinnen:

    1. Frau Prof. Dr. Susanne Fontaine

    2. Frau Prof. Dr. Drte Schmidt

    Die Dissertation wurde im April 2008 angenommen.

  • De lamentatione Jeremiae Prophetae Aspekte zur Entwicklung und Verbreitung der Lamentation im 18. Jahrhundert

    Seite Vorwort 1 1 Einleitung 3 2 Die Klagelieder des Jeremias Historisches zum Text 8 2.1 Aufbau des Buches der Klagelieder 15 2.2 Liturgischer Ort 18 2.3 Der Lamentationston 25 3 Entwicklung und Verbreitung der Lamentation ab dem 15. Jahrhundert 33 3.1 Mehrstimmige Vertonungen 33 3.2 Monodische Vertonungen 43 3.3 Kirchengeschichtliche Voraussetzungen fr die Verbreitung der Lamentationen 48 4 Affekte der Klage 61 4.1 Betrachtungen zum Inhalt des Buches der Klagelieder 61 4.2 Musikalische Ausdrucksmittel der Lamentation 71 4.2.1 Melodische Mittel 75 4.2.1.1 Der Halbtonschritt 75 4.2.1.2 Haltetne und Tonrepetitionen 78 4.2.1.3 Figuren 85 4.2.1.4 Wortmalereien (=Hypotyposis) 97 4.2.1.5 Melismen/Koloraturen/Verzierungen 110 4.2.1.6 Bewegungen 113

    4.2.2 Rhythmische Mittel 117 4.2.2.1 Punktierungen 117 4.2.2.2 Synkopen 119 4.2.2.3 Pausen 120

    4.2.3 Satztechnische Mittel 121 4.2.3.1 Imitationen 121 4.2.3.2 Wiederholungen und Sequenzen 124 4.2.3.3 Der Dialog 126 4.2.3.4 Die Synkopation 130 4.2.3.5 Stimmlagen 132

    4.2.4 Harmonische Mittel 134 4.2.4.1 Tonartenfremde Halbtonschritte/Chromatik 134 4.2.4.2 Querstnde 136 4.2.4.3 Vorhalte 140 4.2.4.4 Orgelpunkte und Akkordstellungen 142

  • II

    4.2.4.5 Septakkorde und Septnonakkorde 143 4.2.4.6 Der neapolitanische Sextakkord 147 4.2.4.7 Enharmonik und Tonartenwechsel 151

    4.2.5 Mittel des Vortrags 154 4.2.5.1 Tempowechsel und Satzbezeichnungen 154 4.2.5.2 Noires blanchs 157 4.2.5.3 Dynamik und Dynamikwechsel 162 4.2.5.4 Ondeggiando 163 5 Lamentationen des 18. Jahrhunderts 169 5.1 Spanien 169 5.1.1 Pedro Rabasa (1683-1767) 183 5.1.2 Francisco Vicente y Cervera (vor 1712-1749) 188 5.1.3 Pascual Fuentes Alccer (1721-1768) 192 5.1.4 Manuel Narro (1729-nach 1766) 201 5.1.5 Francisco Morera Cots (1731-1793) 209 5.2 Italien 219 5.2.1 Francesco Durante (1684-1755) 227 5.2.2 Leonardo Leo (1694-1744) 233 5.2.3 Giacomo Francisco Milano, Principe dAdore (1700-1780) 240 5.2.4 Davide Perez (1711-1778) 246 5.2.5 Michele Perla (18. Jahrhundert) 250 5.3 Frankreich 258 5.3.1 Sbastien de Brossard (1655-1730) 264 5.3.2 Alexandre de Villeneuve (1677-1756) 267 5.3.3 Charles Henry (de) Blainville (1711?-nach 1771) 270 5.4 Deutschland 273 5.4.1 Jan Dismas Zelenka (1679-1745) 280 5.4.2 Johann David Heinichen (1683-1729) 311 6 Ausblick offene Fragen 325 7 Quellen- und Literaturverzeichnis 333 7.1 Noten 333 7.1.1 Handschriften 333 7.1.2 Notendrucke vor 1900 335

    7.1.3 Notendrucke nach 1900 336 7.2 Sekundrliteratur 337 7.2.1 Bibliothekskataloge 337 7.2.2 Musikwissenschaftliche Literatur 338

    7.2.2.1 Musiktheoretische Schriften und Lexika aus dem 18. Jahrhundert 338 7.2.2.2 Musikwissenschaftliche Bcher 340 7.2.2.3MusikwissenschaftlicheAufstzeundArtikel 342

  • III

    7.2.3 Kirchengeschichtliche Literatur 346 7.2.3.1 Kirchengeschichtliche Bcher 346 7.2.3.2 Kirchengeschichtliche Aufstze und Artikel 347 7.2.4 Sonstige Literatur 347 Anhang I: Komponistenverzeichnis I, 1-11 Anhang II: Abstract

  • Vorwort Fr diese breit angelegte, lnderbergreifende Studie wurde eine Reihe von

    Notenhandschriften gesichtet und ausgewertet, die in den unterschiedlichsten

    Bibliotheken und Archiven Europas aufbewahrt werden. Viele Bibliotheken haben

    mir ihre Handschriften und Drucke bereitwillig zur Verfgung gestellt und sie mir in

    Form von Mikrofilmen oder Fotokopien zum Studium berlassen. Dafr mchte ich

    allen Mitarbeitern der folgenden Bibliotheken und Archive herzlich danken:

    Dem Civico Museo Bibliographico Musicale in Bologna (Frau Barbara Ventura), dem

    Conservatoire Royal de Bruxelles (Herrn Drs. Paul Rasp), der Schsischen

    Landesbibliothek in Dresden, der British Library in London (Herrn Robert Balchin),

    dem Royal College of Music in London (Herrn Timothy Eggington), der Bayerischen

    Staatsbibliothek in Mnchen (Frau Dr. Sabine Kurth und Frau Ingrid Wei), dem

    Conservatorio Di Musica S. Pietro a Majella in Neapel (Herrn Prof. Dr. Francesco

    Melisi und Herrn Alberto Bivash), der Bibliotheque National de France in Paris (Frau

    Dr. Catherine Massip), der Biblioteca de la Catedral de Valencia (Herrn Canoningo

    Jos Climent Barber) und der Biblioteca del Real Colegio Seminario de Corpus Cristi

    in Valencia.

    Viele Personen haben mir whrend der Bearbeitung dieses Themas mit Rat und Tat

    zur Seite gestanden; ihnen allen sei herzlich dafr gedankt. Mein besonderer Dank

    fr viele hilfreiche Anregungen und weiterfhrende Hinweise zur Recherche gilt

    Frau Prof. Dr. Helga de la Motte-Haber (Technische Universitt Berlin) und Herrn

    Prof. Dr. Hans Joachim Marx (Universitt Hamburg).

    Auerdem danke ich sehr herzlich meiner Betreuerin Frau Prof. Dr. Susanne

    Fontaine (Universitt der Knste Berlin), die diese Arbeit sehr interessiert, engagiert

    und hilfsbereit begleitet hat. Ihre kritische, offene und ermunternde Zusprache und

    Untersttzung haben mich stets motiviert, mein Thema zielstrebig zu bearbeiten.

  • 2

    Ein weiteres besonderes Dankeschn gebhrt noch zweien meiner Freunde, die

    Wesentliches zur Entstehung dieser Arbeit beigetragen haben: Herrn Frank

    Nebendahl (Berlin), welcher mit viel Geduld, Mhe und Sorgfalt die Notenbeispiele

    erstellt und an der Gestaltung des Layouts mitgearbeitet hat und Frau Susanne

    Weihreter (Berlin) fr ihre (Lese-)Korrekturen und Kommentare zur sprachlichen

    Form dieser Arbeit.

    Damit die Notenbeispiele leichter und auf den ersten Blick erfabar sind, wurden sie

    in moderne Schlsselung bertragen. Fremdsprachige Zitate mit Ausnahme

    englischer Texte werden grundstzlich im Original und in deutscher bersetzung

    wiedergegeben, etwaige bersetzungsfehler habe allein ich zu veranworten.

  • 3

    1 Einleitung

    Neben dem Psalter und dem Hohen Lied Salomos gehren die Klagelieder des

    Propheten Jeremias zu den literarisch schnsten und ausdrucksvollsten Dichtungen

    des Alten Testaments. Daher verwundert es nicht, da die Klagelieder schon sehr

    frh sowohl in der Synagoge als auch in der christlichen Kirche zur Steigerung des

    Ausdrucks kantillierend bzw. singend vorgetragen wurden. In der Liturgie der

    katholischen Kirche hatten die Klagelieder vom frhen Mittelalter bis zum Zweiten

    Vatikanischen Konzil (1962-1965) ihren festen Platz in den nchtlichen

    Stundengebeten (Matutinen) des Grndonnerstags, Karfreitags und Karsamstags. Im

    Laufe der Jahrhunderte bildete sich zum Vortrag der Klagelieder nach und nach eine

    Vielzahl musikalischer Darbietungsformen heraus.

    ber Vertonungen der Klagelieder sie werden in dieser Arbeit Lamentationen1

    genannt gibt es in der musikwissenschaftlichen Literatur eine Reihe von

    Einzelstudien, die sich mit verschiedenen Aspekten der Lamentationen wie z. B.

    Zyklusbildung, Stil- und Besetzungsfragen, Zusammenhnge zwischen liturgischen

    und musikalischen Lokaltraditionen etc. beschftigen. Neben den Artikeln in den

    gngigen Fachlexika gibt es bislang nur die grere, detailliertere Studie von Mary

    Jane Klimesch aus dem Jahr 1971, die sich mit der Geschichte und den stilistischen

    Ausprgungen der Gattung Lamentation durch die einzelnen Jahrhunderte hindurch

    befa?t.2 Seit dem Erscheinen dieser Arbeit sind neben den kleineren Arbeiten zu

    Einzelfragen der Lamentationen etliche grere Untersuchungen zu den

    Lamentationen des 16. und 17. Jahrhunderts entstanden. Bislang fehlt jedoch eine

    weitere Arbeit, die einen berblick ber die Wirkungsgeschichte der Gattung

    Lamentation bietet und dazu die bisher gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse in

    ein Gesamtbild einordnet. 1 Zur besseren Unterscheidung wird in der folgenden Arbeit der Bibeltext immer mit Klagelieder bezeichnet; die Vertonungen der Klagelieder hingegen mit Lamentationen. Fr die Bibelzitate in dieser Arbeit wurde folgende Bibelbersetzung benutzt: Die Bibel. Aus dem Grundtext bersetzt. Revidierte Elberfelder Bibel. Wuppertal, Zrich 1987. Auch die Abkrzungen fr die biblischen Bcher sind dieser Bibelausgabe entnommen. 2 Klimisch, Mary Jane: The Music of the Lamentations. Historical and Analytical Aspects. Washington University 1971.

  • 4

    Es ist sicherlich angebracht, die Lamentationen als eine eigenstndige musikalische