Brosch Oesterr Deutsch:D1.RZ 10.04.06 21.07.2008 …€¦ · Eine Einführung von Jakob Ebner...

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  • Eine Einfhrung von Jakob Ebner

    sterreichischesDeutsch

    disziplinr

    VintschgerlKren

    auertourlichGrammeln

    schmafu

    perlustrieren

    Wahlzuckerl

    servuslukrieren

    kollaudierenExpeditor

    strapazfhigPickerl

    beeinspruchen

    Biskotten

    Alles Wissenswerte zum sterrei-chischen Deutsch im berblick:

    Entwicklung und Abgrenzung

    Typische Merkmale

    Entstehung von Austriazismen

    Wortschatz, Aussprache/Betonung,Grammatik

    anno Schnee

    www.duden.at

    zum Handkuss kommenRsterHTLdettofad,!7ID4B1-hdbdbc!ISBN 978-3-411-73131-2

    Brosch_Oesterr_Deutsch:D1.RZ_10.04.06 21.07.2008 17:09 Uhr Seite 1

  • Dudensterreichisches Deutsch

    Eine Einfhrung von Jakob Ebner

    Dudenverlag

    Mannheim Zrich

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    Bibliografische Information der Deutschen NationalbibliothekDie Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet ber http://dnb.ddb.de abrufbar.

    Das Wort Duden ist fr den Verlag Bibliographisches Institut GmbH als Marke geschtzt.

    Alle Rechte vorbehalten.Nachdruck, auch auszugsweise, verboten. Duden 2008Bibliographisches Institut GmbH, Dudenstrae 6, 68167 Mannheim, 2011

    Herstellung Monika SchochTypografie und Satz Farnschlder & Mahlstedt, HamburgDruck und Bindearbeiten Progressdruck GmbH, SpeyerE D C BPrinted in GermanyISBN 978-3-411-73131-2

  • Seit den 1990er-Jahren hat sich innerhalb der germanistischen Sprachwissen-schaft die Einsicht durchgesetzt, das Deutsche sei vergleichbar mit dem Englischen eine plurizentrische Sprache. Damit wird anerkannt, dass un-sere Sprache bei allen grundlegenden Gemeinsamkeiten auch nationale Unter schiede aufweist, die nicht mundartlich sind, sondern standardsprach-lichen Charakter haben. Diese Unterschiede betreffen alle Teile des sprach-lichen Systems. Sie finden sich auf der Ebene des Wortschatzes ebenso wie auf der Ebene der Grammatik oder der Aussprache.

    Aber was sind nun die Besonderheiten der deutschen Standardsprache in sterreich? Worin hebt sich das sterreichische Deutsch vom deutschlndi-schen Deutsch oder vom Schweizerdeutsch ab? Wie kommt es berhaupt zu solchen nationalen Unterschieden, und wie sind diese letztlich zu bewerten? Die vorliegende Broschre gibt Antwort auf diese und hnliche Fragen und vermittelt einen Eindruck von den zahlreichen spezifischen Ausprgungen, die das in sterreich gesprochene und geschriebene Standarddeutsch aus-zeichnen. Sie kommt der in sterreich oft geuerten Forderung nach mehr Information nach, da Inlnder naturgem im Allgemeinen auer einigen Paradebeispielen zu wenig ber das typisch sterreichische wissen. ster-reichisches Deutsch richtet sich somit neben allen sprachlich Interessierten besonders auch an Berufe, die mit Schule, Sprachvermittlung und dem Ver-fassen von Texten befasst sind.

    Autor ist der Linzer Germanist Jakob Ebner. Er hat sich als Verfasser von Wrterbchern zum sterreichischen Deutsch, Mitarbeiter an zahlreichen anderen Wrterbchern und als Vorsitzender des sterreichischen Duden-ausschusses schon viele Jahre lang intensiv mit dem Thema befasst.

    Mannheim, im Frhjahr 2008Die Dudenredaktion

    Vorwort

  • Wortbedeutung 30

    Wortfelder 35

    Fachausdrcke der Politik und Verwaltung 36

    Wortbildung 38

    Verkleinerung 38

    Rechtschreibung 39

    Produktive Wortbestandteile 39

    Phraseologie 40

    Aussprache 41

    Betonung 44

    Grammatik 44Verben 44Substantive 45Prpositionen 45

    sterreichisches Deutsch in den Wrterbchern 47

    Ausgewhlte Literatur zum sterreichischen Deutsch 47

    Inhalt

    Was heit sterreichisches Deutsch? 7

    Sprachgebiet und Staatsgebiet 8

    Beispiele fr sterreichische Sprachlandschaften 9

    sterreichisches Deutsch Geschichte und Politik 10

    Das Verhltnis zu Deutschland und der Schweiz 11

    sterreichisches Deutsch im Ausland 12

    Die Sprachsituation in sterreich 13

    Wie entstehen Austriazismen? 14

    Fremdworteinflsse 15Italienisch 15Franzsisch 15Latein 16Englisch 16Slowenisch 16Tschechisch/Slowakisch 16Ungarisch 16

    Der Wortschatz des sterreichischen Deutsch 17Die Sprache der Kche 17Die Sprache von Verwaltung und Institutionen 22Bezeichnungen aus dem Schulwesen 28

  • 7

    Was heit sterreichisches Deutsch?

    Das Deutsche ist keine einheitliche Sprache, die ber den ganzen deutschen Sprachraum hinweg im Hinblick auf die Aussprache, die Grammatik oder gar den Wortschatz gleich ist. Ganz im Gegenteil: Das Deutsche hat viele Erscheinungsformen, die sich in histo-rischer, regionaler, sozialer, stilistischer und vielerlei anderer Hinsicht voneinander unter-scheiden. Das ist gar nichts Besonderes und gilt auch fr andere Sprachen, zum Beispiel fr das Englische.

    Bevor wir die Frage nach dem sterreichi-schen Deutsch beantworten knnen, sind einige begriffliche Klrungen ntig.

    Fast allen gelufig ist das Gegensatzpaar Standardsprache (auch: Hochsprache oder Schriftsprache) Dialekt (auch: Mundart). Mit Standardsprache wird die in der ffent-lichkeit gebrauchte, normgebundene und berregional geltende Erscheinungsform einer Sprache bezeichnet. Die Standardspra-che ist in Wrterbchern und Grammatiken dokumentiert und geregelt. Auch wenn sie mehr oder weniger festgeschriebenen Nor-men unterliegt, verndert sie sich im Laufe der Zeit. Auch das, was wir als deutsche Standardsprache ansehen, ist in sich nicht vllig einheitlich. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie zu bestimmten sprachlichen Er-scheinungen Varianten aufweist. So spricht man in sterreich und in Teilen Sddeutsch-lands das Wort Gescho mit einem langen O aus, whrend es im Norden des deutschen Sprachraums mit kurzem O gesprochen und dann auch entsprechend Geschoss geschrie-ben wird. Beide Aussprachen gelten in ihrem Verbreitungsgebiet als standardsprachlich. Neben derartigen Aussprachevarianten gibt es solche grammatischer Natur wie zum Bei-spiel bei Gesangsbuch und Gesangbuch hier geht es um die unterschiedliche Wortbildung mit und ohne Fugenelement oder solche auf der Ebene des Wortschatzes, wie sie sich

    bei Marille und Aprikose und vielen anderen Wortpaaren ergeben. Fr sterreich typische Varianten heien im Fachausdruck Austria-zismen, wovon die fr die deutsche Standard-sprache in der Schweiz typischen als Helve-tismen und die fr Deutschland typischen als Teutonismen abgegrenzt werden. Was uns in sterreich im Verkehr der Vorrang ist, ist in der Schweiz der Vortritt und in Deutschland die Vorfahrt; wo bei uns ein Landeshauptmann regiert, amtet in der Schweiz der Land ammann und in Deutschland der Ministerprsident. All diese Wrter sind gleichwer-tige Elemente der deutschen Standardspra-che, auch wenn sich ihre Geltungsbereiche nicht decken.

    Eine Erscheinungsform der Standard-sprache, die durch solche einzelnen Varian-ten besonders charakterisiert ist, nennt man Varie tt.

    Varietten knnen gro- oder auch klein-rumige Verbreitung haben. Wenn sie weit-gehend mit einem Staatsgebiet zusammen-fallen, haben wir es mit nationalen Varie-tten zu tun. Eine nationale Variett ist also die in einem politischen Staat gltige Form einer Sprache. Nationale Varietten des Eng-lischen sind neben anderen das britische Englisch, das amerikanische Englisch oder das australische Englisch. Nationale Varie-tten des Deutschen sind entsprechend das sterreichische Deutsch, das deutschlndi-sche Deutsch und die hochsprachliche Aus-prgung des Schweizerdeutschs.

    Neben den nationalen Varietten gibt es regionale Varietten. Diese sind in Teilgebie-ten innerhalb eines Staates oder auch grenz-bergreifend in benachbarten Teilgebieten zweier Staaten gltig. Solche regionalen Va-rietten des Deutschen sind z. B. oststerrei-chisch, norddeutsch, staatsbergreifend zum Beispiel in benachbarten Gebieten ster-reichs und Bayerns.

    Was heit sterreichisches Deutsch?

  • 8

    Sprachgebiet und Staatsgebiet

    und Vorarlberg. Es gibt aber auch Gemein-samkeiten, die sterreich, ganz Sddeutsch-land und die Schweiz betreffen. Sie sind typisch fr den oberdeutschen Sprachraum. Diese berlappungen in den benachbarten Landschaften machen eine sprachliche Ab-grenzung zwischen Deutschland und ster-reich schwierig.

    Innerhalb sterreichs knnen folgende Grolandschaften grob unterschieden wer-den (Beispiele siehe S. 9):

    Oststerreich mit Wien, Niedersterreich, dem Burgenland und der Oststeiermark. In Oststerreich ist der sprachliche Ein-fluss Wiens naturgem strker als in an-deren sterreichischen Sprachlandschaf-ten.Mittelsterreich mit Obersterreich und Salzburg. Mittelsterreich hat eine ost-sterreichische Basis, aber auch deutliche Gemeinsamkeiten mit Bayern, die nicht weiter nach Oststerreich hineinreichen.Sd- und Sdoststerreich mit der Steier-mark und Krnten. Auch diese beiden Sprachlandschaften haben eine ostster-reichische Basis, aber mit deutlich eigen-stndigen regionalen Ausprgungen.Weststerreich mit Tirol, dem westlichen Salzburg und Vorarlberg. Weststerreich weist erkennbare Unterschiede zum ost-sterreichischen Standard in Wortschatz und Aussprache auf, wobei Vorarlberg (einschlielich des Tiroler Bezirks Reutte) wegen seiner alemannischen Dialektbasis eine Sonderstellung einnimmt, die es mit der Schweiz und Sdwestdeutschland gemeinsam hat.

    Mit Binnendeutsch wird die deutsche Stan-dardsprache bezeichnet, soweit sie innerhalb der Grenzen der Bundesrepublik Deutsch-land gesprochen wird, also unter Ausschluss der Randvarietten in sterreich und der Schweiz, z. T. auch in Sddeutschland. Diese Bezeichnung wird heute jedoch innerhalb der Sprachwissenschaft eher vermieden, weil

    Dialekt ist die sprachgeschichtlich ur-sprngliche, kleinrumige Erscheinungsform einer Sprache, die meist auf Themen des All-tags beschrnkt ist und ein eigenes gramma-tisches System aufweist.

    Zwischen den kleinrumigen Dialekten und den grorumigen regionalen oder gar nationalen Varietten einer Sprache steht die Umgangssprache. Sie ist grorumiger als der Dialekt und kann entweder der Standard-sprache nher sein, wobei Standardnormen weniger genau eingehalten werden, oder di-alektnher, wobei aber dann spezielle basis-dialektale Merkmale aufgegeben werden.

    Erscheinungsformen, die im gesamten Sprachgebiet einheitlich sind, nennt man gemeindeutsch.

    Fr das sterreichische Deutsch ist auer-dem die Unterscheidung von formell und in-formell von Bedeutung. So gibt es informelle Wrter, die zweifellos standardsprachlich sind, in bestimmten ffentlichen Situatio-nen aber oft vermieden werden. Fr formelle Wrter gilt umgekehrt, dass sie in der pri-vaten Kommunikation eher nicht gebraucht werden. So bezeichnet man einen Kleider-schrank blicherweise als Kasten, im Han-del wird aber das formelle Wort Schrank ver-wendet.

    Sprachgebiet und Staatsgebiet

    Das Geltungsgebiet des sterreichischen Deutsch und das sterreichische Staatsge-biet decken sich nicht unbedingt. Aus his-torischen Grnden gelten viele sterreichi-schen Merkmale des Deutschen auch in be-nachbarten Gebieten, die politisch nicht zu sterreich gehren: in Sdtirol, in Bayern, in ganz Sddeutschland oder in der Schweiz. So gibt es viele sprachliche Gemeinsamkeiten zwischen Altbayern und sterreich, andere zwischen der Schweiz, Sdwestdeutschland

  • 9

    Beispiele fr sterreichische Sprachlandschaften

    ten), Greiler (Kaufmann), Strotter (Stbe-rer), Krgel (Bierglas).

    Wien: Bassena (Waschbecken), Brimsen (Schafkse), Mezzie (Schnppchen), Powidl (Pflaumenmus), Koloniakbel (Mlltonne), Hundstrmmerl (Hundeexkremente).

    Steiermark: Klapotetz (Windrad), Plutzer (Krbis), Rhrlsalat (Lwenzahnsalat), Schilcher (Roswein), Sterz (eine Speise), Tommerl (eine Speise), Verhackert (ein Aufstrich).

    Salzburg und Obersterreich: Flesserl (Zopfge-bck), Schranne (Markt), Dult ( Jahrmarkt), Zeche (Burschenvereinigung), Zehrung (Totenmahl).

    Weststerreich: Kamin (Rauchfang), Hauser, Huserin (Hauswart/-in), Fasnacht (Fa-sching), aufhausen (pleitegehen), Dekan (Dechant), Zugeherin (Haushaltshilfe).

    Vorarlberg: Alp (Alm), Fasnat (Fasching), Fldle (Suppeneinlage), Gob (Kind), Mais (Voralpe), Rfe (Mure), Tfer (Tfe-lung).

    Bei einigen Wrtern gibt es signifikante Be-deutungsunterschiede, die nicht selten zu Missverstndnissen fhren:Most bezeichnet im Groteil sterreichs

    (wie sddeutsch und schweizerisch) einen alkoholischen Obstsaft, in Oststerreich (wie regional auch in Deutschland und in der Schweiz) einen unvergorenen Obst-saft.

    Speck bezeichnet gemeindeutsch und ost-sterreichisch die Fettschicht zwischen Haut und Muskeln beim Schwein und kann somit nur fettes Fleisch bezeichnen, besonders weststerreichisch aber hat es die Bedeutung geruchertes Fleisch vom Schwein und ist synonym zu Geselchtes, in diesem Sinn kann es auch mageres Fleisch sein.

    Obers gilt im Allgemeinen als typisch ster-reichisches Wort, das trifft aber nur ein-geschrnkt zu, wie die gesamtdeutsche Verteilung von Sahne/Rahm/Obers zeigt:

    diese von der Gleichberechtigung der Varie-tten in den genannten Staaten ausgeht (plu-rizentrische Sprachauffassung). Fr die nur in der Bundesrepublik Deutschland verbrei-teten Ausprgungen der deutschen Stan-dardsprache gibt es noch keine allgemein akzeptierte Bezeichnung. Oft werden sie in Ermangelung eines Besseren mit dem Attri-but teutonisch charakterisiert oder Teutonis-men genannt.

    Wo immer von Deutsch in sterreich oder der deutschen Sprache in sterreich die Rede ist, sind prinzipiell alle sprachlichen Auspr-gungen der deutschen Sprache in sterreich gemeint (von den Dialekten, der Umgangs-sprache, den Fachsprachen bis hin zur Stan-dardsprache). sterreichisches Deutsch meint dagegen die Standardvariett des Deutschen in sterreich, wozu sowohl innersterrei-chische regionale Ausprgungen gehren, sofern sie standardsprachlich sind, als auch Ausprgungen, die mit den Nachbarland-schaften in Deutschland, der Schweiz und Sdtirol bereinstimmen.

    Im Folgenden einige Beispiele fr Wrter aus dem standardsprachlichen Wortschatz des sterreichischen Deutsch und fr ihre regionale Verteilung:

    Beispiele fr sterreichische Sprachlandschaften

    Krnten: Docker (einfltiger Mensch), Dulle (Stier), Frigga (eine Speise), Tschentsche (Nrgler), Gulter (Decke), Reindling (ein Kuchen).

    Krnten und Tirol: Tschurtschen (Fhrenzap-fen), Trken (Mais), Widum (Pfarrhof), Plenten (Polenta), Frigelesuppe (Suppe mit Teigeinlage), Gitschen (Mdchen).

    Oststerreich: Ribisel ( Johannisbeere), Rauchfang, Bartwisch (Handbesen), fechsen (ern-

  • 10

    sterreichisches Deutsch Geschichte und Politik

    hochdeutschen Schriftsprache feststand, sah sich das habsburgische sterreich nicht nur sprachlich an den Rand gedrngt, es drohte auch ein bildungspolitischer Rckstand. Dem setzte Maria Theresia eine Sprachre-form nach mitteldeutschem Muster entge-gen, obwohl sie selbst barock-katholisch ein-gestellt war und privat Dialekt sprach. Fr die sprachliche Reform in Literatur, Predigt und Schule wurden Gelehrte v. a. aus Schle-sien nach Wien geholt, die fr Schule und ffentlichen Gebrauch Lehrwerke verfass-ten. Johann Christoph Adelungs Wrter-buch wurde z. B. noch 1812 in Wien nach-gedruckt und war in sterreich weit ver-breitet. In der Literatur entstand ein starker Gegensatz zwischen gesprochener und ge-schriebener Sprache. Whrend das Volks-drama (Raimund, Nestroy usw.) auf gespro-chener (wienerischer) Sprachform beruhte, ahmte die hhere Literatur (Grillparzer, Stif-ter usw.) die Sprache der deutschen Klassik nach, die kaum Merkmale eines regionalen Deutsch enthielt. Erst in der zweiten Hlfte des 19. Jahrhunderts, als sich in der Politik die Entscheidung zwischen kleindeutscher und grodeutscher Lsung zuspitzte und s-terreich schlielich aus dem deutschen Reich ausschied, gewann die Idee eines eigenstn-digen sterreichischen Deutsch an Bedeu-tung. Ein neues habsburgisches Kulturbe-wusstsein der sterreichisch-ungarischen Monarchie sollte staatstragend werden. Dem standen die deutschnationalen Krfte, die eine enge Verbindung mit Deutschland betonten, gegenber. Erst jetzt entstanden

    sterreichisches Deutsch Geschichte und Politik

    sterreich nahm an der Entwicklung der deutschen Sprache in unterschiedlicher Weise aktiv oder passiv teil. In althochdeut-scher Zeit (8.11. Jahrhundert) entstanden in Klstern wie Mondsee Werke, die zu den ltesten Sprachdenkmlern des deutschen Sprachraums gehren. Im Hochmittelalter war der Sden des deutschen Sprachraums die treibende Kraft der Sprachentwicklung. Auf dem Gebiet des heutigen sterreich ent-standen wesentliche Werke der mittelhoch-deutschen Dichtung. Erst ab dem 16. Jahr-hundert, als sich das politische Gewicht mehr und mehr nach Mitteldeutschland ver-lagerte, gingen von dort die weiteren Impulse der Sprachentwicklung aus. Zunehmend stand der Sden, und somit auch sterreich, abseits der Entwicklung hin zum Neuhoch-deutschen.

    Verantwortlich waren dafr folgende Fak-toren:

    die traditionellen Dialektlandschaften; die Kanzleisprache der habsburgischen Verwaltung, die aber weit grere, meist sddeutsche, Gebiete umfasste als das heutige sterreich; die konfessionelle Spaltung: Als nach der Gegenreformation sterreich wieder ka-tholisch war, wurden die meist evangeli-schen mitteldeutschen Sprachformen, die in hohem Ma von Luthers Schriften ge-prgt waren, abgelehnt.

    Als in der Aufklrung das System einer neu-

    Oberbegriff s sauer

    oststerr. Rahm Obers Rahm

    weststerr. (auch sdd., schweiz., westd.) Rahm ser Rahm saurer Rahm

    nordd., mitteld. Sahne se Sahne saure Sahne

  • 11

    Das Verhltnis zu Deutschland und der Schweiz

    sterreichische Sprachwissenschaft-ler vertreten in der Frage des sterreichi-schen Deutsch verschiedene Auffassungen: Die Extrempositionen sprechen einerseits von einer nahezu eigenstndigen sterrei-chischen Sprache auf oststerreichischer Grundlage (sterreichisch-national). Ande-rerseits wird ein selbststndiges sterreichi-sches Deutsch mit dem Argument in Abrede gestellt, dass die Staatsgrenzen keine sprach-historisch gewachsenen Grenzen sind und nur die Fachsprache der Verwaltung mit dem Staatsgebiet bereinstimmt (deutsch-inte-grativ). Dazwischen steht die Ansicht, dass sterreichisches Deutsch eine selbststndige Variett im Rahmen der deutschen Stan-dardsprache bildet (sterreichisch-integra-tiv). Allerdings ist dies eine Diskussion un-ter Sprachwissenschaftlern, die in der Politik kaum Auswirkungen hat.

    Das Verhltnis zu Deutschland und der Schweiz

    Die Varietten des Standarddeutschen sind im Gegensatz zu den englischen in Europa, Amerika, Australien usw. geografisch be-nachbart in Lndern mit intensivem wirt-schaftlichem, medialem und menschlichem Kontakt. Daher unterliegen auch die Varie-tten des Standdarddeutschen einem stndi-gen Austausch. Wenn eine kleine Sprach-gemeinschaft einer groen gegenbersteht, ist immer der Einfluss des greren Sprach-gemeinschaft strker als umgekehrt. Daher gehen viele traditionelle Eigenheiten des s-terreichischen Deutsch zugunsten (nord)-deutscher Formen zurck.

    Was heit eigentlich norddeutsch? Im enge-ren Sinn sind die norddeutschen Varianten die auf niederdeutschen Dialekten oder be-sonderen norddeutschen Verhltnissen auf-bauenden Sprachformen, z. B. Krug (fr Gast-

    fassbare Ausprgungen eines sterreichi-schen Deutsch, vor allem in der Sprache der Verwaltung und der Kche. Von manchen wurden die neuen Austriazismen aber auch sehr kritisch und als fehlerhaft angesehen.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg, als eine Distanzierung von Deutschland einsetzte, wurde mit dem bewusst so genannten s-terreichischen Wrterbuch, das 1951 erst-mals als schmales Schulwrterbuch erschien, ein erstes Zeichen einer sprachlichen Selbst-stndigkeit gesetzt. Um diese Zeit nderte sich zunehmend der Nationsbegriff: Statt der auf der deutschen Aufklrung und Roman-tik beruhenden Vorstellung von Nation als Gemeinschaft gleichen Volkstums, gleicher Sprache und ethnischer Herkunft trat der auf der Franzsischen Revolution beruhende westeuropische Nationsbegriff von der Ge-meinschaft aller, die sich zu einem Staats-wesen bekennen ohne Unterschied ihrer eth-nischen Herkunft. Nun wurde sterreich in diesem Sinne als Nation bezeichnet, wo-mit die Eigenstndigkeit trotz gemeinsamer Geschichte und Sprache mit Deutschland betont wurde. Die Eigenstndigkeit der Spra-che wurde in der Folge als wichtiges kon-sti tutives Element der sterreichischen Na-tion gesehen und sterreichisches Deutsch zu einem Begriff und zu einem politischen Thema. Historisch gesehen ist also die Vor-stellung einer nationalen Variett sterrei-chisches Deutsch sehr jung. Die Sprachwis-senschaft hatte sich bisher vor allem mit den Dialekten beschftigt und erst spt das s-terreichische Standarddeutsch erforscht. Die Impulse dazu gingen seit den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts vom Ausland aus. Die ers-ten Darstellungen entstanden in Schweden, in der damaligen Tschechoslowakei und in Deutschland. Nach einer Reihe von Einzelun-tersuchungen wurden seit Mitte der 1990er-Jahre groe Forschungsprojekte gefrdert: das Variantenwrterbuch, ein Aussprache- und ein Phraseologismenwrterbuch.

  • 12

    sterreichisches Deutsch im Ausland

    intensiven Sprachkontakten zwischen Voarl-berg und der Schweiz absieht. Auch die ge-samtoberdeutschen Ausprgungen der deut-schen Standardsprache haben sterreich und die Schweiz gemeinsam.

    sterreichisches Deutsch im Ausland

    Durch die Dominanz des deutschlndi-schen Deutsch ist es fr die sterreichische Kulturpolitik schwierig, die sterreichische Variett im Ausland bewusst zu machen. Daher werden Lektoren in auslndische Uni-versitten geschickt und Deutschkurse im Inland veranstaltet, die das Standarddeutsch sterreichischer Prgung vermitteln sollen. Ein eigenes sterreichisches Sprachdiplom wurde eingerichtet. Wenn man bedenkt, dass das Deutsche im internationalen Wissen-schaftsbetrieb zunehmend zugunsten des Englischen an Einfluss verliert, trifft das fr die kleinrumigen Varietten wie die ster-reichische noch strker zu.

    Eine besondere Bedeutung gewinnt die Sprachfrage in der Europischen Union. Dort geht es fr das sterreichische Deutsch vor allem darum, in der Fachsprache der Verwal-tung und des Rechts, also berall dort, wo es um Terminologie geht, in den Texten der EU reprsentiert zu sein.

    Das Problem wurde anlsslich des sterrei-chischen EU-Beitritts relevant. sterreichi-sches Deutsch wurde aber in den Beitritts-verhandlungen nur in Form einer kleinen Liste von 23 Lebensmittelbezeichnungen, die schon im Lebensmittelrecht der EWG eine Rolle spielten, im Protokoll Nr. 10 ein-gebracht:

    Beiried FaschiertesEierschwammerl FisolenErdpfel Grammeln

    haus), Forke (fr Gabel). Davon zu unter-scheiden ist diejenige Erscheinungsform der deutschen Standardsprache, die sich seit dem 16. Jahrhundert auf der Grundlage des Ostmitteldeutschen ausgeprgt und sich seit dem 19. Jahrhundert ber ganz Nord-deutschland verbreitet hat. Sie umfasst, ver-einfacht gesagt, die Gebiete nrdlich des Mains, also Mittel- und Norddeutschland. Dieses bei uns meist so bezeichnete Nord-deutsch es entspricht ungefhr dem, was man als Binnendeutsch bezeichnet hat findet vor allem in den berregionalen Me-dien seinen Niederschlag und wirkt auch in hohem Ma auf den Sprachgebrauch in s-terreich ein. Da Mediensprache gewhnlich die moderne Sprachform reprsentiert, sind somit auch Fernsehen und Rundfunk Haupt-trger des mittel- und norddeutschen Ein-flusses. Da zudem fremdsprachige Filme in aller Regel in Norddeutschland synchroni-siert werden, wirkt der Einfluss des dadurch verbreiteten Norddeutschen sehr stark auf Kinder und Jugendliche. (Kinder in Wien sa-gen schon fast durchwegs die Eins statt der Einser.) Ein Teil der medialen Jugendsprache wird spter wieder zugunsten einheimischer Formen abgebaut. Mit dem Warenimport aus Deutschland werden auch die norddeutschen Produktbezeichnungen nach sterreich im-portiert. Journalisten bernehmen oft un-reflektiert die Ausdrucksweise der deutschen Agenturmeldungen, z. B. Oberbrgermeister fr Brgermeister.

    In umgekehrter Richtung ist der Sprach-einfluss geringer, kommt aber ebenfalls vor. Das Wort Maut ist in Deutschland heute all-gemein gebruchlich, die Wendung im Nachhinein galt vor einigen Jahrzehnten noch eher als sterreichisch (wie im Vorhinein), ist heute aber gemeindeutsch. Vor allem sind es aber Kurzwrter, die nach Deutschland gelangen, z. B. eh und halt.

    Mit der Schweiz gibt es einen geringeren Sprachaustausch, wenn man von den sehr

  • 13

    Die Sprachsituation in sterreich

    bairischen Dialektgebiet, das aber dialekt-geografisch in sich stark gegliedert ist. Auch in der sozialen Staffelung ist der Dialekt-gebrauch sehr unterschiedlich. Neben sehr dialektnahen Gebieten mit hoher Geltung des Dialekts auch in der ffentlichkeit (z. B. in Obersterreich) gibt es Gebiete mit star-kem Dialektschwund, besonders im Umland von Grostdten. Typisch fr sterreich (besonders fr den Osten) ist ein gleitender bergang zwischen Standard und Dialekt, sogar innerhalb eines Satzes. Das Gegenteil ist eine klare Trennung zwischen Dialekt und Standard je nach Handlungssituation, wie sie in der Schweiz und in geringerem Ma in Weststerreich besteht. (Es besteht Diglos-sie, also Zweisprachigkeit.)

    Fr Deutsche, besonders aus mittel- und norddeutschen Gebieten, in denen es kaum noch einen Dialekt gibt, ist dieses Neben-einander von Dialekt und Standard oft schwer erklrbar, weshalb sterreichisches Deutsch fr sie den Charakter eines Dialekts hat, was sterreicher im Allgemeinen ver-stimmt und zu der Feststellung veranlasst, man wrde sie ja gar nicht verstehen, wenn sie erst wirklich ihren Dialekt sprchen.

    Mit der Infragestellung von Normen in der Gesellschaft und der neuen Aufwertung der Dialekte in der Kunst wird auch in s-terreich die Standardsprache stark dialektal durchsetzt. sterreichische Film- und Fern-sehproduktionen verwenden zunehmend Dialekt. Vielfach ist besonders im mnd-lichen Sprachgebrauch von einer Standard-verweigerung zu sprechen. Dies fhrt auch in den Schulen und teils sogar in den Universi-tten zu Problemen im Umgang mit Ausln-dern, die Deutsch als Fremdsprache gelernt haben. Andererseits nimmt der Standard-gebrauch, besonders in den Stdten, stark zu.

    Zustzlich besteht noch das erwhnte Spannungsfeld zwischen dem Standard in deutschen Medien und dem bodenstndigen sterreichischen Standard.

    Hferl ParadeiserKarfiol PowidlKohlsprossen RibiselKren RostbratenMarillen SchlgelMelanzani TopfenNuss VogerlsalatObers Weichseln

    Diese Liste von Wrtern, die in der deut-schen Sprachfassung neuer Rechtsakte den in Deutschland verwendeten Ausdrcken in geeigneter Form hinzugefgt werden ms-sen, betrifft also nur Rechtstexte und beein-flusst die alltgliche Sprachpraxis nicht. Die Liste wird mit Recht wegen der fehlenden sprachwissenschaftlichen Basis und als fach-lich unzulnglich kritisiert. Sie hat eher sym-bolischen als wirklich praktischen Wert.

    Bei dem in sterreich viel diskutierten Problem, ob es nun Marmelade oder Konfitre zu heien hat, handelt es sich brigens nicht um ein Problem zwischen deutsch-lndischem Deutsch und sterreichischem Deutsch (auch in Deutschland sagt man nor-malerweise Marmelade), sondern um einen Unterschied zwischen Fachsprache und All-gemeinsprache, der auch in anderen Fllen auftritt.

    Die Sprachsituation in sterreich

    Auf der staatlichen Ebene ist in sterreich die deutsche Sprache in der Verfassung ver-ankert. Daneben gibt es als anerkannte Min-derheitensprachen Slowenisch, Kroatisch, Tschechisch, Slowakisch, Romanes, Unga-risch und sterreichische Gebrdensprache.

    sterreich ist aber auch ein Land, in dem die Dialekte einen hohen Stellenwert haben. Abgesehen von den alemannischen Gebieten in Vorarlberg und einem Teil von Tirol gehrt sterreich (mit Altbayern und Sdtirol) zum

  • 14

    Wie entstehen Austriazismen?

    Orange, ntzen, Leintuch, Randstein, Zuber, Bub, Kutteln, Fhre, Einser, Hafner, Rechen, Schlegel, Knopf, luten, schlecken, Masche, Zins, Stecken, Wagner, Sulz.

    3. Entwicklungen der gesamtdeutschen Standardsprache wurden in sterreich nicht mitvollzogen. Es handelt sich also nicht um bewusste Neuprgungen, vielmehr blieben ltere Varianten, die in Deutschland ver-schwunden sind, in sterreich in der Stan-dardsprache erhalten. Hierzu einige Bei-spiele:

    Das Deutsche schwankte nach der ber-nahme der lateinischen Monatsbezeichnun-gen zwischen strker eingedeutschten und lateinischen Formen. Die eingedeutschte Form Jenner oder Jnner wurde vom Mittel-alter bis in die Zeit der deutschen Klassik be-vorzugt. Erst im 19. Jahrhundert setzte sich die latinisierte Form Januar (lat. [mensis] Ianuarius) in Deutschland durch, whrend man in sterreich meist bei Jnner blieb.

    Das Wort Pennal aus mittellat. pennale be-zeichnete schon Ende des 15. Jahrhunderts eine Federbchse, entwickelte sich aber in Deutschland weiter zu einer Scherzbezeich-nung fr Schler, spter fr eine hhere Schule, wurde dann aber durch Penne ab-gelst. sterreich hat die ursprngliche Be-deutung Behlter fr Schreibutensilien bis heute erhalten und alle weiteren Entwicklun-gen nicht mitvollzogen.

    Ebenso war die Perfektbildung mit sein bei liegen, sitzen, stehen usw. bis Ende des 18. Jahrhunderts im Deutschen die allgemein bliche; erst dann ging man im Mittel- und Norddeutschen zur Perfektbildung mit haben ber. Sddeutschland und sterreich haben diese Entwicklung nicht mitgemacht.

    4. Die staatliche Verwaltung schafft nationale Varianten.

    Eine schriftliche und benotete Arbeit in der Schule wird im gesamtdeutschen Sprach-

    sterreichische und deutschlndische Formen schlieen sich nicht unbedingt aus. Wenn Erdapfel in den sterreichischen Stan-dard aufgestiegen ist, heit das nicht, dass deshalb Kartoffel unsterreichisch wre. Ge-rade das Nebeneinander verschiedener For-men erffnet Mglichkeiten zu besonderen sprachlichen Nuancierungen, die ein Cha-rakteristikum sterreichischer Literatur aus-machen. sterreichische Schriftsteller ver-wenden keineswegs bewusst sterreichisches Deutsch, sondern whlen nach Bedarf aus allen sozialen, situativen und regionalen Registern. Manchmal werden Austriazismen in Hinblick auf den deutschen Markt ver-mieden.

    Wie entstehen Austriazismen?

    Nationale Varianten resultieren aus verschie-denen sprachgeschichtlichen Ursachen.

    1. Varianten aufgrund des Dialektraumes: Dabei sind ursprngliche Dialektwrter in den regionalen Standard aufgestiegen. Bei-spiele:Bairisch: Sterz, selchen, herinnen, herauen,

    fieseln, absperren, Tandler, anpatzen, picken, hussen, aufscheinen, Austrag, auslassen, auswalken, zwicken, zuzeln, Zuwaage, auf lassen, Schmankerl, Schaff, Wimmerl, Nudelwalker.

    Alemannisch: Fldle, Znne, Fasnatumzug, Eierschwmmle, hne, Kilbi, Dreiigste, Alp, Nuggi, Beiz, Mais, Schbling, Schnorre, Riebel.

    Wienerische Elemente im Standard: Schmh, Hacken, hackeln, Lurch, Haberer, Bim.

    2. Varianten aufgrund der gesamtober-deutschen (sddeutschen, sterreichischen, schweizerischen) Entwicklung. Beispiele:

  • 15

    Fremdworteinflsse

    Nikolo (Nikolaus)Pafese (eine Mehlspeise, armer Ritter)Pallawatsch (umgangssprachlich;

    Durcheinander)Polizze (Police)Ribisel ( Johannisbeere)Sensal (Makler)skartieren (ausscheiden)Spalett (Fensterladen mit Lamellen)Tschinelle (Becken)Zappin (Spitzhacke)Zibebe (Weinbeere)

    Franzsisch

    Viele aus dem Franzsischen stammende Wrter sind bereits veraltet oder nur noch in der Umgangssprache erhalten:

    Apportl (umgangssprachlich; Wurfgegenstand fr den Hund)

    assanieren (sanieren)auertourlich (zustzlich)delogieren (zum Ausziehen aus der Woh-

    nung zwingen)Fadesse (veraltet; Langeweile)Falott (umgangssprachlich; Gauner)faschieren (durch den Fleischwolf drehen)Frapp (Milchmixgetrnk)Karbonade (veraltet; faschierte Laibchen)Kokosette (Kokosflocken)Magazineur (Magazinverwalter)Manipulant (Amtsspr. ; Hilfskraft)Parte(zettel) (Todesanzeige)Pouvoir (Vollmacht)Rayon (Amtsbezirk)retour (zurck)reversieren (umkehren)Rondeau (rundes Beet)schmafu (umgangssprachlich; geizig)Trafik (Tabakladen)tentieren (umgangssprachlich;

    beabsichtigen)Pralinee (franzsisierend; Praline)

    raum ganz unterschiedlich bezeichnet: Klassenarbeit, Schulaufgabe, Schularbeit, Probe, Klausur. Alle diese Bezeichnungen wren auch in sterreich denkbar. Da die Bezeich-nung Schularbeit in die Verordnungen und Gesetze fr das sterreichische Unterrichts-wesen eingegangen ist, wurde sie zu einer nationalen Variante im ganzen sterreichi-schen Staatsgebiet. Diese Wrter sind heute aber keine Fachbegriffe mehr, sondern lngst Teil der allgemeinen Alltagssprache.

    Fremdworteinflsse

    Italienisch

    Der wichtigste kulturelle Partner ster-reichs mit dem grten Fremdworteinfluss war bis ins 18. Jahrhundert das Italienische. Die bernahmen kommen teils aus oberita-lienischen Dialekten, teils aus der italieni-schen Verwaltungssprache, whrend die ita-lienische Finanz- und Musiksprache gemein-deutsch wurde:

    Akonto (Anzahlung)Aranzini (Orangeat)Baraber (Arbeiter)Bassena (Waschbecken)Biskotten (Lffelbiskuit)Bollette (Zollerklrung)detto (dito)Faktura (Rechnung)Farfeln (Suppeneinlage)Fasche (Binde)Fierant (Marktfahrer)Fisolen (grne Bohnen)Karfiol (Blumenkohl)Kassa (Kasse)Koriandoli (Konfetti)Krida (Konkursvergehen)Maroni (Edelkastanien)Massette (veraltend; Eintrittskarten block)Melanzani (Auberginen)

  • 16

    Fremdworteinflsse

    (Fruchtsaft) oder Substandard, das aber inzwischen auch gemeindeutsch ist. Nur im Sport haben sich Wrter der englischen Fu-ballsprache, die in Deutschland schon in den 1920er-Jahren verschwunden sind, erhalten, z. B. Goal, Goalmann (Tor[mann]), Out, out (Aus), Corner (Ecke), Keeper (Tormann), im Dialekt noch Penalty, Referee. Wrter wie Forward (Strmer), Back (Verteidiger) u. . waren noch bis in die 1950er-Jahre gebruch-lich.

    Slowenisch

    Manche slowenischen Wrter sind nur in Krnten oder in der Steiermark erhalten, z. B. Klapotetz, Tschurtsche, Glitsch, Pranter, einige aber sind in den gesamtsterreichi-schen Standard eingedrungen, z. B. Keusche, Pinze, Potitze, darunter auch das gesamt-sterreichische Schibboleth Jause.

    Tschechisch/Slowakisch

    Von dem ursprnglich groen tschechischen und slowakischen Einfluss ist in der ster-reichischen Standardsprache nur noch we-nig zu spren, vor allem noch in der Kchen-sprache, z. B. Brimsen, Haluschka, Kaluppe, Kolatsche, Kren, Skubanki; umgangssprach-lich sind petschiert sein (ruiniert sein), trischaken (verprgeln) und vielleicht Strizzi (Gauner).

    Ungarisch

    Aus Ungarn gab es keine zahlenmig groe Zuwanderung nach Wien, da Ungarn in der Monarchie als praktisch selbststndiger Staat eigene Zentren und eine andere Wirt-schaftsstruktur hatte. Dementsprechend ist der sprachliche Einfluss geringer als der aus den slawischen Sprachen, z. B. Fogosch (Zander), Maschikseite (umgangssprachlich; Kehr-, Rckseite), Mulatschag (ausgelasse-

    Latein

    Da die Amtssprache in sterreich bis ins frhe 19. Jahrhundert hinein Latein war, ha-ben sich im sterreichischen Deutsch zahl-reiche lateinische Wrter oder Silben erhal-ten:

    Auditor (Auditeur)Aviso (Avis)dirimieren (entscheiden)evident (bersichtlich); EvidenzInquisit (Hftling)inskribieren (einschreiben)interurban (veraltet; Fern-)Konsumation (Verzehr)Kontumaz (Quarantne)Kooperator (Kaplan)Kriminal (veraltet; Gefngnis)lukrieren (Gewinn erzielen)Matura (Reifeprfung)Pennal (Federschachtel)perlustrieren (durchsuchen)Primar(arzt), Primarius, Primaria

    ( leitender Arzt/leitende rztin)prolongieren (verlngern)Radialstrae (vom Zentrum aus)Realitten (Immobilien)refundieren (zurckerstatten)Remuneration (Vergtung)Sekundararzt (Assistenzarzt)spondieren (den Magistertitel verliehen

    bekommen); SponsionZiment (veraltet; ein Hohlma)

    Dazu gehren der Wortbestandteil Austro (sterreichisch) und die Fugensilbe ial ( Ferial, Gremial).

    Englisch

    Der englische Einfluss auf das sterrei-chische Deutsch ist abgesehen von den modernen Anglizismen gering. Zu den wenigen lteren bernahmen zhlen Juice

  • 17

    Der Wortschatz des sterreichischen Deutsch

    besoffener Kapuziner (auch: besoffene Liesl): in Glhwein getrnkter Nusskuchen

    Beugel: Hrnchen, kleines KipferlBeuschel: Speise aus Tierinnereien, beson-

    ders Herz und Lunge, mit pikanter SoeBiegel (veraltet): Schenkel (vom Huhn)Bierteig: mit Bier hergestellter TeigBiskotten: Biskuit in LffelformBlunze(n): Blutwurstbhmische Dalken: in Fett gebackene

    Germteigscheiben, mit Zwetschkenmus gefllt

    Bosna, Bosner: eine stark gewrzte Wurst, meist am Wrstelstand gegessen

    Brat: fein gehacktes Fleisch fr die Brat-wurst; Brt

    Brauner: Kaffee mit Milch (im Kaffeehaus)Brennsuppe: Suppe mit brauner Einbrenn

    (Mehlschwitze)Brimsen: eine Art SchafkseBruckf leisch: Innereien vom Rind, gednstet

    und in pikanter SoeBuchteln: Gebck aus Germteig, in einer

    Kasserolle gebacken, meist mit Marme-lade gefllt

    Burenwurst: eine grobe, gekochte, meist am Wrstelstand gegessene Wurst

    Butterschnitzel: wie Schnitzel gebackenes faschiertes Kalbfleisch

    Dalken: in Fett gebackene GermteigscheibenDobostorte, Dobosschnitte: eine Torte aus

    Butterteig mit braun glnzender GlasurDunstobst: gednstetes ObstEiernockerln: Pfannengerichte aus Sptzle

    und darbergeschlagenen EiernEierschwammerl: PfifferlingEierspeise: in Deutschland: RhreierEiklar: in Deutschland: EiweiEinbrenn: in Fett gerstetes Mehl, in

    Deutschland: Mehlschwitze; Einbrennsuppe

    Eingetropftes: mit Mehl verrhrtes Ei, als Suppeneinlage; Eintropfsuppe, Tropfteig

    Einmach: helle Einbrenn aus Butter und Mehl

    nes Fest), Schinakel (Boot), Gate(hose) (um-gangssprachlich; Unterhose), Dobostorte.

    Der Wortschatz des sterreichischen Deutsch

    Die folgenden Listen einiger wichtiger Bei-spiele aus ausgewhlten Bereichen des s-terreichischen Wortschatzes ersetzen nicht die ausfhrliche Darstellung in den Wrter-bchern.

    Die Sprache der Kche

    Wie auch in anderen Sprachen ist die K-chensprache (oder Sprache der Kochkunst) entsprechend der geografischen und kultu-rellen Vielfalt regional ausdifferenziert. Daher gibt es neben vielen Wrtern der K-chensprache, die fr ganz sterreich gelten, zahlreiche andere, die fr einzelne Regionen innerhalb sterreichs spezifisch sind. Die folgende Liste enthlt Speisen- und Frucht-bezeichnungen, nicht aber Wrter fr Ar-beitsvorgnge und Gerte.

    Apfelkoch: 1. Auflauf mit Semmeln und pfeln. 2. (veraltend) Apfelmus

    Apfelkren: Soe aus pfeln und Kren (als Beilage zu Fleischspeisen)

    Apfelkcherl: in Teig gebackene Apfel-scheiben

    Augsburger: gebratene, der Lnge nach halbierte Knackwurst

    Backerbsen: Suppeneinlage aus Backteig in Erbsenform

    Backhendl: paniertes HuhnBeerenkoch: BeerenmusBeinf leisch: gekochtes RindfleischBeinscherzel: Rindfleisch vom hinteren Teil

    des Rinds (zum Kochen)Beiried: Rckenstck vom Rind, meist

    gednstet

  • 18

    Der Wortschatz des sterreichischen Deutsch

    gerstete Kndel: in der Pfanne gerstete aufgeschnittene Kndel (vgl. Grstl)

    Germ, die und der: Backhefe; Germkndel, Germteig, Germkrapfen

    Gerstl: GraupenGeselchtes: geruchertes SchweinefleischG(e)spritzter: mit Soda oder Mineralwasser

    verdnnter WeinGolatsche: siehe KolatscheGrammeln: Grieben; Grammelkndel,

    Grammel schmalz, GrammelsuppeGraukse: eine Zubereitung von KseGriekoch: GriebreiGrieschmarren: gebackener GriebreiGrstl, Tiroler Grstl: Speise aus gersteter

    Wurst, Kartoffeln, Kndeln und EiGugelhupf: in Deutschland: NapfkuchenHaluschka: Teigwaren mit Topfen und

    SpeckHuptelsalat: Kopfsalat; SalathuptelHeiden: Buchweizen; Heidenmehl,

    Heiden sterzHendl: gebratenes junges Huhn; Back,

    BrathendlHetschepetsch (umgangssprachlich):

    HagebutteHeuriger: junger Wein der letzten Lese; Heu

    rige: frische Kartoffeln der letzten ErnteHiefer: siehe Hfer-Hrnchen: Teigwaren in gebogener Form

    (in Deutschland bedeutet es Kipfel)Hfer: Teile von Rindfleisch; Huft; Hfer

    scherzel, HferschwanzelIndianerkrapfen: in Deutschland:

    MohrenkopfJagertee: Tee mit SchnapsJourgebck: KleingebckJungfernbraten: Schweinsfilet, Lungenbraten

    vom SchweinKaffeeobers: Obers fr den KaffeeKaiserf leisch: gerucherte SchweinsbrustKaiserschmarren: zerstoener dicker

    Palatschinken mit RosinenKlbernes: KalbfleischKalbskarree: Rippenstck vom Kalb

    Einmachsuppe: mit einer Einmach zube-reitete Kalbsknochensuppe oder Hhner-suppe

    Einspnner: groer Mocca mit Schlagobers (im Kaffeehaus); einzelnes Frankfurter Wrstel

    Erdapfel: Kartoffel; Erdpfel in der Schale/Montur (umgangssprachlich), in Deutsch-land: Pellkartoffeln; Erdpfelsalat

    Extrawurst: feine Wurst, in Deutschland: Lyoner

    Farfeln: eingetropfte Teigklmpchen in der Bouillon; Farferlsuppe

    Faschiertes: 1. Hackfleisch. 2. Speisen aus Hackfleisch; faschierte Laibchen, faschierter Braten

    Faschingskrapfen: in Deutschland: Berliner (in Berlin: Pfannkuchen)

    Filz: Bauchfett des SchweinsFisolen: grne Bohnen; FisolensalatFleck: flacher, auf einem Blech gebackener,

    mit Frchten belegter Kuchen; Marillen, Zwetschkenf leck

    Fleckerln: viereckige Nudelform; Krautf leckerln, Schinkenf leckerln

    Fleischkse: weststerreichisch fr Leberkse

    Flesserl: mit Mohn oder Salz bestreutes Gebck in Zopfform

    Fogosch: ZanderFrappee, Frapp: Mixgetrnk aus Milch und

    Frchten (in Deutschland: eine Sspeise mit Eis)

    Frittaten: dnne Teigstreifen als Suppen-einlage; Frittatensuppe

    Gansbiegel (veraltend): GnsekeuleGebck: Sammelbegriff fr Semmel,

    Weckerl usw. (in Deutschland: fr ses Backwerk)

    gebackene Erbsen: siehe BackerbsenGelundener, Glundener: Krntner Gericht

    aus Ksegeriebenes Gerstl: geriebener Nudelteig

    (Graupe) als Suppeneinlage; Reibgerstel; Gerstelsuppe

  • 19

    Der Wortschatz des sterreichischen Deutsch

    Kachli (Vorarlberg): siehe KcherlKcherl: rundes Schmalzgebck; Apfel

    kcherlKruspelspitz: svw. KavalierspitzKutteln: KaldaunenLaibchen: Gebck, Fleischspeise in runder

    Form; Laiberl, Laberl, SchusterlaiberlLmmerne: LammfleischLeberkse: Fleischgericht aus fein gehack-

    tem Fleisch, das in einer Form gebacken wird (die Herstellungsart ist regional ver-schieden)

    Leberkndel: Kndel aus Leber u. a. Zutaten; Leberkndelsuppe

    Lebzelten: LebkuchenLungenbraten: RindsfiletLungenstrudel: mit Lungenhaschee gefll-

    ter StrudelteigLngerl svw. BeuschelMannerschnitten: siehe Neapolitaner-

    schnittenMarille: in Deutschland: Aprikose; Maril

    lengeist, Marillenkndel, Marillen kompott, Marillenmarmelade, Marillenschnaps, Marillensoe, Marillenf leck

    Maroni: Marone, EdelkastanieMehlkoch: Mehl-, MilchbreiMehlspeise: 1. Kuchen. 2. aus Mehl zuberei-

    tete Speise im Gegensatz zur FleischspeiseMeisel: Schulterstck vom Rind; mageres

    Meisel, fettes MeiselMelange: MilchkaffeeMelanzani: in Deutschland: Aubergine,

    EierfruchtMilchrahmstrudel: warmer Strudel, mit

    Vanillesoe bergossen; auch Millirahmstrudel

    Minestra(suppe): italienische Gemsesuppe, Kohlsuppe; Minestrone

    Mohnbeugel, Mohnkipfel: mit Mohn gefll-tes Kipfel

    Mohnflesserl: siehe FlesserlMohnnudeln: gekochte Nudeln, mit Mohn

    bestreut und mit Butter bergossenNeapolitaner(schnitten): gefllte Waffeln

    Kalbsvgerl: Gericht aus kleinen Fleisch-stcken von der Kalbsstelze

    Kanditen: kandierte FrchteKapuziner: Kaffee mit sehr wenig MilchKarbonade: 1. Nacken und kurze Koteletts

    vom Schwein. 2. svw. faschierter Braten.Karfiol: BlumenkohlKarotte: MhreKarree: Rippenstck vom Rind, Schwein,

    Kalb oder Schaf; Selchkarree, KalbskarreeKsekrainer: eine Grillwurst mit KseKasnocken: Nockerln, Sptzle mit geriebe-

    nem Kse; Kasnudeln, KasspatzenKavalierspitz: saftiges Rindfleisch von unter

    dem Kamm, zum Kochen geeignetKelch (umgangssprachlich): Kohl, in

    Deutschland: WirsingKiachl (Tirol): siehe KcherlKipfel: Gebck in gebogener Form,

    in Deutschland: HrnchenKipfelkoch: Brei aus Kipfeln, Milch, pfeln,

    Rosinen, Mandeln u. . , hnlich dem Scheiterhaufen

    Klachelsuppe (bes. in der Steiermark): Suppe aus Schweinshaxen

    Klar: svw. EiklarKletze: gedrrte BirneKletzenbrot: sehr dunkles Brot mit gedrr-

    ten Birnen und anderen TrockenfrchtenKndel: die sddeutsch-sterreichische

    Bezeichnung, norddeutsch KloKohlsprosse: Rschen des RosenkohlsKokosbusserl: Gebck, Sigkeit aus Kokos-

    flocken in HufchenformKokosette: geraspelte KokosnussKolatsche: Tascherl aus Germteig, meist mit

    Topfen geflltKranewitt: Wacholder; Kranewitter: Wachol-

    derschnapsKraut: bezeichnet in sterreich Weikraut

    (in Deutschland: Kohl)Kren: in Deutschland: Meerrettich; KrensoeKrenf leisch: Schweinefleisch mit Wurzel-

    gemse und KrenKruspel: Knorpel

  • 20

    Der Wortschatz des sterreichischen Deutsch

    Quittenkse: schnittfest eingemachte Quittenmarmelade, in Deutschland: Quittenbrot

    Radi (umgangssprachlich): RettichRahne, Rohne: rote RbeRkse: ein wrziger Vorarlberger KseReibgerstl: svw. geriebenes GerstlReindling (Krnten): in einer Kasserolle

    gebackener GermteigkuchenRehschlegel: RehkeuleRindsuppe: in Deutschland: FleischbrheRibisel: Johannisbeere; Ribiselmarmelade,

    Ribiselsaft, Ribiselwein, RibiselkuchenRiedhfel: Fleischteil aus dem Bauchbereich

    des Rindes, besonders zum KochenRindsvgerl: RindsrouladeRinglotte: ReneklodeRitscher(t): Speise aus GerstengraupenRollgerste, Rollgerstl: GerstengraupenRhrlsalat (Krnten, Steiermark): Salat aus

    LwenzahnbltternRster: Kompott oder Mus aus Zwetsch-

    ken oder Holunder; Zwetschkenrster, Hollerrster

    Rotkraut (ost-, sdsterreichisch): Blaukraut

    Russen: marinierte HeringeRussenkraut: saures Gemse mit grnen

    TomatenSaumaise: Laibchen im Netz mit verschiede-

    nen FleischfllungenSchaumrolle: mit Schlagobers gefllte Rolle

    aus BltterteigScheiterhaufen: ser Auflauf aus Wei-

    brotschnitten u. a. Zutaten, in der Pfanne gebacken

    Scherzel: 1. Endstck des Brotlaibs. 2. Fleischteil des Rindes zwischen den Hinterbeinen und den Hften; schwarzes Scherzel, weies Scherzel

    Schilcher: steirischer Roswein, SchillerSchill: ZanderSchinkenf leckerln: gekochte Nudelteig-

    quadrate, vermischt mit Schinken- u. a. Fleischstcken

    Neugewrz: PimentNockerl: SptzleNussbeugel, Nusskipfel: mit Nssen gefll-

    tes HrnchenObers: Rahm (in Deutschland: se Sahne)Oberscreme: Creme aus Schlagobers u. a.

    ZutatenOberskren: kalte Soe aus Obers und KrenOchsenschlepp: Ochsenschwanz (als Speise);

    OchsenschleppsuppeOsterpinze: siehe PinzePafese, Pofese: in Fett gebackene, mit Mar-

    melade oder Kalbshirn gefllte Wei-brotschnitten; armer Ritter

    Palatschinke: dnne, mit Topfen, Marme-lade o. . gefllte, zusammengerollte Omelette (in Deutschland: Pfannkuchen)

    Panadelsuppe: Suppe mit Weibrot- einlage

    Panier: PanadeParadeiser: Tomate; Paradeismark, Para

    deispaprika, Paradeissalat, Paradeissoe, Paradeissuppe

    Pinze: feine se Mehlspeise als Brauch-tumsgebck; Osterpinze

    Pogatsche: salziges Weibrot mit GrammelnPolsterzipf: schwimmend in Fett gebackene

    rautenfrmige MehlspeisePotitze (Steiermark): ein Striezel mit Mohn-

    und NussfllePowidl: Pflaumenmus; PowidltascherlPanadelsuppe: Rindsuppe mit einer Einlage

    aus WeibrotschnittenPresskndel: in Fett gebackener zusammen-

    gedrckter Kndel aus unterschiedlichem Material

    Pressschinken: gepresster gekochter Schinken

    Presswurst: eine Sulz, mit Essig usw. serviert; in Deutschland: Presssack

    Punsch: FondantmassePunschkrapferl: Trtchen aus Schokolade-

    biskuit mit rosa Glasur; PunschschnitteQuargel: kleiner, runder, stark riechender

    Kse; Harzer Kse

  • 21

    Der Wortschatz des sterreichischen Deutsch

    Serbische Bohnensuppe: Eintopf aus Bohnen, Paprika, Fleischstckchen usw.

    Skubanki: Speise in der Art von Nockerln aus Kartoffeln und Mehl, mit zerlassener Butter bergossen und mit Mohn bestreut

    Speck: in Oststerreich Bauchfett, Filz; in Weststerreich geruchertes Schweine-fleisch, Geselchtes

    Sprossenkohl: RosenkohlStaubzucker: in Deutschland: PuderzuckerStelze: unterer Teil des Beines bei Kalb und

    Schwein, Haxe; Schweins, KalbsstelzeSterz: Speise aus gerstetem Backteig,

    Grie, Mais, Buchweizen oder Kartoffeln (regional unterschiedliche Formen); Erdpfelsterz, Heidensterz, Kukuruzsterz, Trkensterz

    Stopfer (Vorarlberg): siehe RiebelSto()suppe: saure Rahmsuppe mit Kartof-

    felnStrankerl (Krnten): Fisole, grne BohneStraube: Schmalzgebck aus Hefe-, Tropf-

    oder BrandteigStriezel: Zopf aus GermteigStrudel: Speise aus zusammengerolltem

    Teig, der mit Obst, Fleisch oder Topfen be-legt ist; Nussstrudel, Topfenstrudel, Mohnstrudel, Milchrahmstrudel (Apfelstrudel ist gemeindeutsch)

    Strudelteig: Nudelteig, der sich ausziehen lsst

    Sulz: in Deutschland: SlzeSurf leisch: PkelfleischSzegediner Gulasch: Schweinsgulasch mit

    SauerkrautTafelspitz: gekochtes Stck der RindskeuleTeebckerei: TeegebckTeebutter: in Deutschland: MarkenbutterTeilsames: geselchtes Schweinefleisch (nicht

    vom Bauch)Tellerf leisch: mit Rindsuppe und Kren ser-

    viertes gekochtes Rind- oder Schweine-fleisch

    Tommerl: Mehlspeise in Fladenform; ein Auflauf; Bluttommerl, Trkentommerl

    Schlagobers: Schlagsahne, -rahmSchlegel: Keule; Kalbsschlegel, Schpsen

    schlegelSchlickkrapferl: eine Art RavioliSchlutzkrapfen (Krnten, Tirol): in Wasser

    gekochte TeigtaschenSchmarren: in der Pfanne gebackener zer-

    stoener Teig aus Mehl, Eiern und Milch; Kaiserschmarren, Erdpfelschmarren, Semmelschmarren

    Schnitten: Kuchen, der in Stcke geschnitten wird (im Gegensatz zu der runden Torte)

    Schberl: in quadratische Stcke geschnit-tene Suppeneinlage aus Biskuit mit Hirn, Milz, Schinken u. .

    Schopfbraten: Schweinefleisch vom Nacken; Kamm

    Schpsenbraten: Hammelbraten; Schpsenf leisch, Schpsenschlegel, Schpsernes

    Schotten (weststerreichisch): TopfenSchottensuppe: Suppe aus Buttermilch mit

    BrotwrfelnSchulter: Fleischteil am oberen Teil der

    Vorderbeine; Bug, Blatt; SchulterscherzelSchupfnudeln: Nudeln aus gerolltem

    KartoffelteigSchwammerl: Pilz; Schwammerlsoe,

    SchwammerlsuppeSchwarzbeere: HeidelbeereSchwarzer: schwarzer Kaffee ohne Milch,

    MoccaSchwedenbombe : in Deutschland:

    MohrenkopfSchweinerne: SchweinefleischSchweinsbraten: Schweinebraten; Schweins

    karree, Schweinsschnitzel usw.Selchf leisch: geruchertes SchweinefleischSelchkarree: Rippenstck vom SchweinSemmelbrsel: Semmelmehl, PaniermehlSemmelkoch: Brei, Soe aus aufgeweichten

    Semmeln und GewrzenSemmelkren: warme Soe aus Kren und auf-

    geweichten SemmelnSemmelschmarren: warme Sspeise aus

    Weibrotschnitten, Milch, Eiern usw.

  • 22

    Der Wortschatz des sterreichischen Deutsch

    Zuckerl: BonbonZwetschke: Pflaume, in Deutschland:

    Zwetsche, Zwetschge; Zwetschkenf leck, Zwetschkenpafese

    Zwetschkenrster: siehe RsterZwiebelhuptel: Zwiebelknolle

    Die Sprache von Verwaltung und Institutionen

    Abfertigung: Abfindung; Abfertigungsanspruch, Abfertigungsrcklage

    Abgngigkeitsanzeige: VermisstenmeldungABGB: Allgemeines Brgerliches GesetzbuchAbsetzbetrag: im Finanzamt der steuer -

    schonende Freibetrag; Alleinerzieherabsetz betrag, Alleinverdienerabsetzbetrag, Absetzposten

    Agrargemeinschaft: landwirtschaftliche Interessengemeinschaft

    Aktivbezug: Beamtengehalt im Gegensatz zur Pension

    Alleinerzieher: in Deutschland: Allein-erziehender; Alleinerzieherin

    Altstoffsammelzentrum: Recyclinghof, -anlage

    Amtshelfer: Leitfaden, Broschre als Rat-geber fr Behrdenwege

    Amtskalender: Verzeichnis der ffentlichen Dienststellen

    Amtstafel: offizielles Anschlagbrett einer Behrde

    Amtstag: Sprechtag, Sprechstunden bei Behrden

    Annuittenzuschuss: staatliche Frderung fr die Zinsbelastung bei Darlehen, z. B. ein Wohnbaudarlehen

    Arbeitnehmerveranlagung: Lohnsteuer-jahresausgleich

    Arbeitsmarktservice: Arbeitsamt; Abk. : AMSArzthilfeschein: amtlich fr KrankenscheinASVGPension: Pension nach dem Allge mei-

    nen Sozialversicherungsgesetz (im Gegen-satz zur Beamtenpension), frher wie in Deutschland: Rente; ASVGPensionist

    Topfen: in Deutschland: Quark; Topfencreme, Topfenstrudel, Topfenpalatschinke, Topfentorte, Topfenkolatsche, Topfentascherl

    Tropfteig: siehe EingetropftesTrkensterz: Sterz (siehe dort) aus MaismehlUhudler : burgenlndische Weinspezialitt,

    DirekttrgerweinVanillekipferl: mit Vanillezucker bestreutes

    Nuss- oder Mandelgebck in Form eines kleinen Kipfels

    Vanillerostbraten: ein Rostbraten mit Knoblauch

    Verhackert (ursprnglich Steiermark): klein gehacktes, z. T. geruchertes Schweine-fleisch (als Brotaufstrich); Verhackertbrot

    Verlngerter: kleiner Mocca mit doppelter Wassermenge zubereitet (im Kaffeehaus)

    Vintschgerl: Roggengebck in Form von zwei zusammenhngenden runden Fladen

    Vogerlsalat: Rapunzelsalat, FeldsalatWadschinken, Wadschunken: Rindfleisch

    von den Beinen, in Deutschland: HesseWammerl: Bauchfleisch vom KalbWecken: Brot in lnglicher Form; Brot

    wecken, Semmelwecken, WeibrotweckenWeckerl: kleines lngliches oder rundes

    Wei- oder Schwarzgebck; Salzweckerl, Mohnweckerl

    Weinbeere (veraltet): RosineWeinbeier: kleiner lnglicher, mit weier

    Glasur berzogener LebkuchenWindbckerei: Schaumgebck aus Eischnee

    und ZuckerWurstf leckerln: gekochte Nudelteigquadrate,

    vermischt mit WurststckenWurzelf leisch: mit viel Wurzelgemse

    gekochtes SchweinefleischZeller (umgangssprachlich): SellerieZelten: 1. kleiner flacher Kuchen, besonders

    Lebkuchen. 2. (besonders weststerrei-chisch) Frchtebrot

    Zibebe: eine groe RosinenartZieger: Topfen mit Krutern aus Schaf-,

    Ziegen- oder Kuhmilch

  • 23

    Der Wortschatz des sterreichischen Deutsch

    Bezirkshauptmann (in Wien: Bezirksvorsteher); Bezirkshauptmannschaft

    Bezirksrichter: Richter am Bezirksgericht; Bezirksrichterin

    Bezirksrat (in Wien): Abgeordneter in der Bezirksvertretung; Bezirksrtin

    Biennium: Gehaltserhhung im Zeitabstand von zwei Jahren

    Bildungskarenz: Bildungsurlaub, Dienst-freistellung fr Weiterbildung

    Budget: Finanzhaushalt, Etat; Budgetentwurf, Budgetvoranschlag, budgetieren

    Bundesbetreuung: staatliche Betreuung von Asylbewerbern (bernahme der Kosten fr Unterbringung, Verpflegung und Kran-kenbetreuung)

    Bundesheer: das sterreichische HeerBundesverfassung: das nationale Grund-

    gesetz; das BundesverfassungsgesetzBundesversammlung: gemeinsame Sitzung

    von Nationalrat und BundesratChefarzt: Vertrauensarzt einer Behrde oder

    Krankenkasse; Chefarztpf lichtDienstgeber: ArbeitgeberDienstnehmer: ArbeitnehmerDienststellenausschuss: Personalvertretung

    an einer einzelnen DienststelleDienstzettel: schriftliche Festlegung des Ar-

    beitgebers ber die Rechte und Pflichten des Dienstnehmers

    Dirimierungsrecht: Entscheidungsrecht des Vorsitzenden bei Stimmengleichheit; dirimieren

    Edikt: gerichtliche Bekanntmachung von Versteigerungen und Konkursverfahren

    Ehebuch: EheregisterEinlaufstelle: Stelle in Behrden fr den

    PosteingangEinmalerlag: gesamte Zahlung (im Gegen-

    satz zu Zahlung in Teilbetrgen)Einschau: behrdliche berprfung,

    Revision; EinschauberichtErgnzungskommando: WehrersatzbehrdeErlagschein: Zahlkarte, Einzahlungsschein

    der Post

    Aufsandung (Rechtssprache): Einwilligung eines Liegenschaftseigentmers in Belas-tung oder Verkauf; Aufsandungserklrung, Aufsandungsurkunde

    Ausgleichsverfahren: Insolvenz-, Vergleichs-verfahren (im Rechtswesen)

    Ausgleichsverwalter: Sachwalter bei einem Konkurs

    Ausgleichszulage: Zuschuss fr niedrige Renten bis zur Hhe der Mindestpension; Ausgleichszulagenbezieher(in)

    Auerstreitrichter: Richter in einem zivil-rechtlichen Verfahren ohne Prozess (Rechtswesen); Auerstreitverfahren

    Autostrae: kreuzungsfreie Schnellstraebedingt: mit Bewhrung (in Gerichts-

    urteilen)beeinspruchen: gegen etwas Berufung ein-

    legenBegutachtungsplakette: Plakette, die die

    vorgeschriebene Fahrzeugberprfung besttigt, Pickerl

    Behaltefrist: Frist fr Unkndbarkeit nach Anstellungsunterbrechung, z. B. wegen Mutterschaft, Militrzeit; Behaltepf licht

    Beharrungsbeschluss: Beharren des Natio-nalrats auf einem Gesetz nach Einspruch des Bundesrates

    Behrdenverfahren: amtlicher InstanzenwegBereichssprecher: fr einen bestimmten

    politischen Bereich (z. B. Auenpolitik) zustndiger Sprecher einer Parlaments-fraktion; eine Art Schattenminister

    Besitzstrung: widerrechtliche Benutzung eines Grundstcks (Rechtswesen)

    Bezirk: Verwaltungseinheit, die mehrere Gemeinden umfasst (in Deutschland: Kreis)

    Bezirksamt, magistratisches Bezirksamt: Dienststellen des Magistrats in den einzelnen Wiener Bezirken

    Bezirksgericht: Gericht eines Gerichtsbezir-kes; kleinste Einheit der Justizverwaltung, entspricht in Deutschland dem Amtsgericht

  • 24

    Der Wortschatz des sterreichischen Deutsch

    Gleichbehandlungskommission: Kommis-sion, die die gleichrangige Behandlung von Mnnern und Frauen berwacht

    Grundbuchsgericht: Grundbuchamt, Liegen-schaftsamt

    Grundwehrdiener: Soldat im Grundwehr-dienst

    Hacklerregelung (informell): besondere Pen-sionsberechnung fr Langzeitversicherte bzw. schwer Arbeitende

    Hausbeschau: Verzollung, Abfertigung direkt an der Lieferadresse und nicht am Zollamt

    Inspektorat: KontrollbehrdeInstruktor: jemand, der andere instruiert

    (in Deutschland: Instrukteur)Interessentenweg: ffentlicher Fahrweg,

    den die Anrainer unterhaltenIstgehalt, Istlohn: das tatschlich ausbe-

    zahlte Gehalt im Gegensatz zum Mindest-gehalt des Kollektivvertrags

    Journaldienst: Dienst auerhalb der Amts-zeit fr dringende Flle; Journalbeamter

    juridisch: juristischJus: Recht, Rechtswissenschaft (in Deutsch-

    land: Jura); Jusstudent, JusstudiumJustizanstalt: Justizvollzugsanstalt,

    GefngnisJustizwache: fr die Aufsicht an einem

    Gericht, in Gefngnissen usw. zustndige Behrde; Justizwachebeamte(r)

    karenzieren: fr unbezahlten Urlaub frei-stellen

    Karenzurlaub: Urlaub gegen Entfall der Bezge (bei Beamten); Sonderurlaub nach dem Mutterschaftsurlaub

    Karenzvertretung: Vertretung whrend eines Karenzurlaubs

    Kartellgericht: fr die Kontrolle des Wett-bewerbs zustndiges Gericht

    Kassenschein: Wertpapier, das bereits nach kurzer Zeit samt Zinsen einzu lsen ist

    Katastralgemeinde: Teil einer Gemeinde, ursprnglich Steuergemeinde

    Exekution: Pfndung; ExekutionsgerichtExekutor: GerichtsvollzieherExpeditor: Expedient, VersandleiterExpositur: auswrtige Zweigstelle einer

    Firma, SchuleFlchenwidmungsplan: Plan der Gemeinde-

    behrden ber die Bebauung von Grund-stcken

    Fahrverkufer: fahrender Verkufer, Wander hndler

    Familienbeihilfe: Kinderbeihilfe, KindergeldFeuerbeschau: behrdliche Untersuchung

    der Feuersicherheit, BrandschauFinanzlandesdirektion: oberste Zollbehrde

    eines BundeslandesFinanzprokuratur: Vertretung des Staates

    bei Gerichten und BehrdenFirmenbuch: HandelsregisterFlugrettung: Rettungsdienst mit FlugzeugenGebietskrankenkasse: gesetzliche Kranken-

    versicherung nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz; Abk. : GKK

    Geburtenbeihilfe: staatliche Geldzahlung anlsslich einer Geburt

    Gefangenhaus, Gefangenenhaus: GefngnisGemeindeamt: Amt und Gebude der

    GemeindeverwaltungGemeindemandatar: Mitglied des

    Gemeinde ratesGerichtsbezirk: unterste Ebene der Gerichts-

    barkeit, fr die ein Bezirksgericht zustn-dig ist

    Gerichtssprengel: Gebiet, fr das ein Gericht zustndig ist

    Gerichtsvorsteher: Prsident eines Bezirks-gerichts

    Geringfgigkeitsgrenze: Einkommensgrenze, bis zu der Lohnsteuer entfllt

    Geschwor(e)ne: Laienrichter bei schweren Verbrechen und politischen Straftaten; Geschwor(e)nengericht

    Gesundenuntersuchung: Vorsorgeunter-suchung

    Gewerbeberechtigung: behrdliche Berechti-gung zur Ausbung eines Gewerbes

  • 25

    Der Wortschatz des sterreichischen Deutsch

    Landhaus: Sitz des Landtags (und der Lan-desregierung)

    Lebensmittelpolizei: kommunale Behrde fr die Lebensmittelkontrolle

    Lenker: Fahrer, z. B. Autolenker, Mopedlenker, PkwLenker, Taxilenker; Lenkerprfung, Lenkertest, Lenkerberechtigung

    Lokalaugenschein: Gerichtstermin am Tat-ort; Ortsaugenschein

    Magistratsdirektor(in): Leiter(in) der Stadt-verwaltung

    Mandatar: Abgeordneter; Gemeindemandatar

    Markt: Rechtsstatus zwischen Gemeinde und Stadt; Markterhebung

    Marktamt: Lebensmittel-KontrollbehrdeMehrdienstleistung: berstunde bei

    BeamtenMeldegesetz: Gesetz ber die polizeiliche

    Anmeldung; Melderegister, MeldescheinMeldezettel: polizeiliche Anmeldungs-

    besttigungMilitrkommando: militrische Dienststelle

    eines BundeslandesMilitrstreife: eine Truppe zur Unter-

    sttzung der PolizeiMinisterrat: regelmige Sitzung der

    Regierungsmitglieder, KabinettssitzungMutterKindPass: Heft mit rztlichen

    Besttigungen ber verschiedene Unter-suchungen des Kindes in den ersten Lebensjahren

    Nationalbank: staatliche NotenbankNationale: Personalangaben; Formular fr

    die PersonalangabenNationalrat: gesetzgebende Volksver-

    tretung; Mitglied der Volksvertretung (Abk. : NR.); Nationalratsabgeordnete(r), Nationalratsprsident(in), Nationalratswahl

    Nominale: NominalwertNormverbrauchsabgabe: Steuer bei Erwerb

    eines Kraftfahrzeugs, die nach dem Treib-stoffverbrauch bemessen wird (Abk. : NOVA)

    Kinderbetreuungsgeld: fr 23 Jahre an die Eltern ausbezahltes Erziehungsgeld

    Kirchenbeitrag: KirchensteuerKlub: Fraktion (im Parlament); Klubobfrau,

    Klubobmann, KlubzwangKnoten: im Verkehrswesen die Einbindung,

    Kreuzung einer Autobahn, in Deutsch-land: Kreuz

    kollaudieren: baubehrdlich prfen und die Bentzung genehmigen; Kollaudierung

    kommassieren: Grundstcke zusammen-legen; Kommassierung

    Kommerzialrat: Ehrentitel fr Wirtschafts-treibende, in Deutschland: Kommerzienrat

    Kommissr: Regierungsbeauftragter, in Deutschland: Kommissar

    Kommissariat: Polizeidienststellekommissionieren: einen Neubau behrdlich

    prfen und die Bentzung genehmigen; Kommissionierung

    Kommunalabgabe: GemeindesteuerKonsumentenschutz: VerbraucherschutzKontrollor: in Deutschland: KontrolleurKonzeptsbeamter: Beamter, der Schriftst-

    cke verfasst; in Deutschland: KonzipientKonzipient: Jurist zur Ausbildung in einem

    AnwaltsbroKrida: Konkursvergehen; Kridatar: Konkurs-

    schuldnerKurator: Rechtsbeistand fr Entmndigte

    und Sachen; Mitglied eines Kuratoriums; Leiter eines Museums; Betreuer einer Aus-stellung; kuratieren

    Kurie: Standesvertretung in bestimmten Gremien

    Landesgericht: dem Bezirksgericht ber-geordneter Gerichtshof, der sich meist in einer Landeshauptstadt befindet; in Deutschland: Landgericht

    Landeshauptfrau: Regierungschefin eines Bundeslandes

    Landeshauptmann: Regierungschef eines Bundeslandes

    Landesrat: Mitglied einer Landesregierung; Landesrtin

  • 26

    Der Wortschatz des sterreichischen Deutsch

    Dienstpragmatik, Pragmatisierung, pragmatisieren

    Prsenzdiener: Soldat im Grundwehrdienst; Prsenzdienst

    Prsidentschaftskanzlei: Bro des Bundes-prsidenten

    Prsidiale: aus den drei Prsidenten be-stehendes Prsidium des Nationalrats; Konferenz des Prsidiums

    Primar: Leiter einer Krankenhausabteilung; Primararzt, rztin, Primaria, Primarius

    Privatkonkurs: Konkurs einer Privatperson (im Gegensatz zu einem Firmenkonkurs)

    Probefhrerschein: Fhrerschein fr An-fnger mit beschrnkter Gltigkeitsdauer

    Proportionalwahl, Proporzwahl: Wahlen nach dem Verhltniswahlrecht

    Provisor: Geistlicher, der vertretungsweise eine Pfarre betreut

    Radiallinie: von der Stadtmitte zum Stadt-rand fhrende Linien; Radialstrae

    Rumungsexekution: gerichtlich erzwungene Rumung einer Wohnung

    Rayon: Dienstbereich, fr den jemand zu-stndig ist, z. B. bei der Polizei; Rayonsinspektor

    Realakt: gerichtliche Handlung, die ein Grundstck betrifft

    Realbro: Immobilienvermittlungsbro; Realkanzlei

    Realitten (Mehrzahl): Immobilien; Realittenbro, Realittenvermittler

    Rechtsanwaltsanwrter: Jurist whrend der Ausbildung bei einem Anwalt

    Rechtsfreund: Vertreter in Rechtsfllen, meist Rechtsanwalt; rechtsfreundliche Vertretung

    Rechtspraktikant: Jurist whrend des Praxis-jahrs im Gericht

    Regierungskommissr: Regierungs-beauftragter

    Reststimmenmandat: Mandat aufgrund von berhangstimmen

    Rettung: Rettungsdienst; Krankenwagen; Rettungswagen, Rettungshubschrauber

    novellieren: ein Gesetz ndern oder ergn-zen; Novellierung (Novelle ist gemein-deutsch)

    Oberster Gerichtshof: Gerichtshof fr Ent-scheidungen in letzter Instanz fr Zivil- und Strafsachen mit Sitz in Wien (Abk. : OGH)

    NORM: sterreichische NormOrganmandat, Organstrafmandat, Organ

    mandatsstrafe: [von einem Polizisten] direkt verfgte und kassierte [Polizei]-strafe ohne Anzeige und Verfahren

    Pannenstreifen: fr Notflle vorbehal-tene seitliche Fahrspur auf Autobahnen; Standstreifen

    Parere: amtsrztliches Gutachtenparittische Kommission: parittisch zu-

    sammengesetzte Kommission der Sozial-partner zur Regelung der Lohn- und Preisfragen

    Partei: Brger, der bei einer Behrde vor-spricht; Parteienraum, Parteienverkehr, Parteistellung

    Pendlerpauschale: Entfernungszulage fr Pendler

    Pension: in sterreich sowohl fr Rente aus der allgemeinen Sozialversicherung als auch fr Beamtenpension blich; Pensionist(in)

    Pensionsdynamik: gesetzlich verankerte Anpassung der Pensionen an die Lohn-Preis-Entwicklung

    perlustrieren: zur Feststellung der Identi- tt anhalten und genau durchsuchen (von der Polizei); Perlustration, Perlustrierung

    Personale: Einzelausstellung der Werke eines Knstlers

    Pfarrsprengel: PfarrbezirkPflegschaftsgericht: VormundschaftsgerichtPolizeikommissariat: PolizeiinspektionPnale: Strafgebhr, BuePostenkommando: Leitung, Bro einer Poli-

    zeidienststelle; PostenkommandantPragmatik (veraltend): Beamtendienstrecht;

  • 27

    Der Wortschatz des sterreichischen Deutsch

    Stadtgemeinde: Kommune mit StadtrechtStadtphysikus: AmtsarztStatutargemeinde: Gemeinde mit eigenem

    Statut (Stadtrecht); StatutarstadtStellung: Musterung der Wehrpflichtigen;

    Stellungskommission, stellungspf lichtigSterbematrikel: Verzeichnis der Verstorbe-

    nenStrafregister: polizeiliches Register der Vor-

    strafen; Strafregisterauszug, Strafregisterbescheinigung

    Strafverfgung: behrdlicher StrafbescheidStrafverifizierung: administrative Festlegung

    des Ergebnisses eines Wettkampfs bei Regel versten; strafverifizieren

    Tagsatzung: behrdlich bestimmter Termin; Gerichtstermin; Tagsatzungserstreckung, Tagsatzungsversumnis

    Tangente: das abzuliefernde Einnahmensoll [eines staatlichen Theaters]

    taxativ: taxativ aufzhlen: vollstndig auf-zhlen, z. B. in einem Gesetzestext

    teilrechtsfhig: vom Staat zur Durchfhrung eigener Rechtsgeschfte berechtigt, z. B. ein Museum

    Turnus: Diensteinteilung in mehreren Schichten, Ausbildungsjahre der Jung-rzte; Turnusarzt, Turnusplatz

    Umfahrung, Umfahrungsstrae: Strae, die um einen Ort gefhrt wird

    unbedingt: ohne Bewhrung (in Gerichts-urteilen)

    Verfassungsgerichtshof: oberster Gerichts- hof fr Fragen der Verfassungsmigkeit von Gesetzen u. . ; Verfassungsrichter

    Verlagspostamt: Versandpostamt einer Zeitung

    Verlassenschaftsabhandlung: Erbschafts-verhandlung

    Verschub: das Verschieben, Rangieren; Verschubbahnhof, Verschubfahrt, Verschubgarnitur, Verschubgleis, Verschublok

    Versorgungsgenuss: Pension fr Hinter-bliebene (bei Beamten)

    Richteramtsanwrter: Jurist in der Ausbil-dung zum Richter (Abk. : RAA)

    Richtersenat: RichterkollegiumRuhensbestimmungen (Mehrzahl): Bestim-

    mungen ber Zuverdienstgrenzen fr Pensionisten

    Sachverhaltsdarstellung: Bericht eines Betei-ligten oder Zeugen bei der Behrde

    Sanitt: Gesundheitsdienst, -pflege; Sani-ttsabteilung beim Militr; Sanittspolizei

    Schematismus: Rangliste fr ffentlich Bedienstete; Handbuch mit Statistiken und Personalregistern, besonders in kath. Orden und Dizesen

    Schffensenat: Schffengericht fr be-stimmte Delikte

    Schubabkommen: zwischenstaatlicher Vertrag ber die Abschiebung von Flcht-lingen

    Schubhaft: Abschiebungshaft; SchubhftlingSchutzweg: Fugngerberweg, Zebra-

    streifenSchwurgerichtshof: Gremium der drei

    Berufs richter im GeschworenengerichtSekundararzt: Assistenzarzt in einem Kran-

    kenhausSicherheitsdirektion: oberste Polizeibehrde

    eines BundeslandesSicherstellung: KautionSperrf lche: durch Bodenmarkierungen ge-

    kennzeichnete Verkehrsflche, die nicht befahren werden darf; Sperrlinie

    Sprecher: Wortfhrer einer Parlamentsfrak-tion in bestimmten Bereichen, Schatten-minister; Bildungssprecher, Sozialsprecher, Wehrsprecher

    Sprengel: Dienstbereich, Rayon, Amtsbe-zirk; Gerichtssprengel, Pfarrsprengel, Schulsprengel, Sozialsprengel, Wahlsprengel

    Staatsbrgerschaftsnachweis: Staatsbrger-schaftsurkunde

    Staatsgrundgesetz: Gesetzeswerk zur Siche-rung der Grundrechte fr die Staatsbrger

    Stadtamt: Verwaltungsbehrde einer Stadt; Stadtamtsdirektor(in)

  • 28

    Der Wortschatz des sterreichischen Deutsch

    Zentralausschuss: zentrale gesamtstaatliche Personalvertretung

    Zentralbetriebsrat: Gesamtbetriebsrat (bei mehreren Teilbetrieben)

    Zivildiener: Zivildienstleistender, Ersatz-dienstpflichtiger

    Ziviltechniker: freier Unternehmer, der tech-nische Aufgaben in eigener Verantwortung bearbeitet

    Zollwache: Behrde fr den Grenzschutz; Zollwachebeamter

    Zulassungsschein: Ausweis ber die Zulas-sung eines Kraftfahrzeugs

    Zwangsausgleich: Ausgleich, der whrend eines Konkurses auf Antrag des Schuld-ners durchgefhrt wird

    Bezeichnungen aus dem Schulwesen

    AHS: allgemeinbildende hhere Schule, Gymnasium; AHSLehrer(in), AHSSchler(in), AHSMaturant(in)

    Akademie: siehe Pdagogische Akademieakademisches Gymnasium: Titel eines Gym-

    nasiums, das auf eine universitre Anstalt im 17./18. Jahrhundert zurckgeht

    Berufsreifeprfung: Prfung, die ein Studium ohne Reifeprfung ermglicht

    Bezirksschulinspektor: Schulaufsichtsbeam-ter des Bezirksschulrats; Abk. : BSI

    Bezirksschulrat: fr die Pflichtschulen zustndige Schulbehrde eines Bezirks

    BHS: berufsbildende hhere SchuleBLA: siehe BundeslehranstaltBSI: Bezirksschulinspektor(in)BSR: Bezirksschulrat (Behrde)Bundeslehranstalt: Oberbegriff fr verschie-

    dene, meist berufsbezogene Schulen des Bundes (Abk. : BLA). Es gibt verschiedene Formen, daher ist die Bezeichnung der einzelnen Schulformen meist erweitert, z. B. die Hhere Bundeslehranstalt (HBLA) fr Tourismus

    Bundeslehrer: vom Bund angestellte(r) Lehrer(in), vor allem an hheren Schu-

    Versteigerungsedikt: amtliche Bekannt-machung einer Versteigerung

    Verwaltungsgerichtshof: oberster Gerichts-hof zur Prfung der Gesetzmigkeit in der ffentlichen Verwaltung; Verwaltungsrichter

    Volksanwalt: vom Nationalrat bestellter Ansprechpartner bei Brgerbeschwerden; Volksanwltin

    Volksanwaltschaft: Kollegium der drei Volksanwlte

    Vorerhebung: Vorermittlung durch den/die Untersuchungsrichter(in)

    Vorrang: Berechtigung zuerst zu fahren (in Deutschland: Vorfahrt); Vorrangregel, Vorrangstrae, Vorrangtafel

    vorrcken: in die nchste Gehaltsstufe kommen (bei Beamten); Vorrckung

    Vorschreibung: Bescheid ber Zahlungs-verpflichtungen; Prmienvorschreibung, Steuervorschreibung

    Wachebeamter: Polizist, Aufsichtsperson; Justizwachebeamter

    Wachmann: PolizistWachstube, Wachzimmer: PolizeidienststelleWahlarzt: Arzt ohne Kassenvertrag;

    WahlrztinWhlerevidenz: WhlerverzeichnisWahlkarte: Berechtigungsschein fr das

    Whlen auerhalb des eigenen Wohn- ortes; Wahlkartenwhler, Wahlkartenstimme

    Wahlsprengel: WahlbezirkWahlwerber: WahlkandidatWanderhandel: Gewerbe, bei dem Waren

    direkt beim Kunden angeboten werdenWehrdiener: Soldat des Bundesheeres;

    GrundwehrdienerWerber: Bewerber; AntragstellerWirtschaftstreibende(r): selbststndige(r)

    Unternehmer(in)Wochengeld: MutterschaftsgeldWohnbeihilfe: Wohngeld, MietzuschussZeitausgleich: Freizeit als Ausgleich fr

    berstunden

  • 29

    Der Wortschatz des sterreichischen Deutsch

    sich auf eine staatliche Reifeprfung ohne Schulbesuch vorbereitet

    Mittelschule: bis 1962 Bezeichnung fr die allgemeinbildende hhere Schule (AHS, Gymnasium), auch heute inoffiziell noch gebruchlich

    Nachtragsprfung: nachgeholte Prfung in der Schule, wenn die Benotung im norma-len Zeitraum nicht mglich war

    Oberschulrat: Titel fr einen verdienten Lehrer an Pflichtschulen (Abk. : OSR); Oberschulrtin

    Oberstudienrat: Titel fr einen verdienten Lehrer an hheren Schulen (Abk. OstR; das Grundwort Studienrat ist in sterreich ungebruchlich); Oberstudienrtin

    Oberstufenrealgymnasium: vierjhriger Gymnasialtyp, der das 9. bis 12. Schuljahr umfasst (Abk. : ORG)

    Pdagogische Akademie (auslaufend): Aus-bildungssttte fr Pflichtschullehrer; kurz: die Pdak, heute Pdagogische Hochschule

    Pf lichtgegenstand: PflichtfachPflichtschule: Volks- und Hauptschule;

    Pflichtschullehrer(in)polytechnisch: Polytechnische Schule, Poly

    technischer Lehrgang: an die Hauptschule anschlieende praxisorientierte Schule (9. Schulstufe), kurz Poly

    Professor: Lehrer an einer hheren Schule; Professorin (in Deutschland: Studienrat/ rtin)

    Realgymnasium: hhere Schule mit natur-wissenschaftlichem Schwerpunkt

    Schularbeit: schriftliche Prfungsarbeit in der Schule (in Deutschland: Klassenarbeit, Klausur)

    Schulbuchaktion: kostenlose Versorgung der Schler mit neuen Schulbchern durch den Staat

    Schulbuchliste, Schulbuchprofil: Liste der in der Schulbuchaktion erhltlichen Bcher

    Schulerhalter: SchultrgerSchulgemeinschaftsausschuss: Gremium aus

    Lehrern, Eltern und Schlern (Abk. ; SGA)

    len (im Gegensatz zu den Landeslehrern an Volks-, Haupt- und Sonderschulen); Bundeslehrerin

    Bundesgymnasium: staatliches Gymnasium (Abk. : BG); Bundesrealgymnasium (BRG)

    Externist: Schler, der nach privater Vor-bereitung die entsprechenden Prfungen ablegt; Externistenprfung: Prfung fr externe Schler

    Fachbereichsarbeit: im Rahmen der Reife-prfung erstellte wissenschaftliche Arbeit

    FH: FachhochschuleGegenstand: Schulfach; Haupt, Lieblings,

    Neben, Pf licht, Unterrichts, Wahlpf lichtgegenstand

    Handelsakademie: fnfjhrige hhere kauf-mnnische Schule mit Matura, kurz: die Handelsak, Abk. : HAK

    HASCH, Hasch: HandelsschuleHTL: hhere technische LehranstaltIntegrationslehrer: Lehrer in Klassen, in

    denen behinderte Kinder integriert sind; Integrationslehrerin

    Klassenvorstand: fr eine Klasse besonders zustndige(r) Lehrer(in)

    Kolleg: berufsorientierte, 2- bis 3-jhrige Ausbildung im Anschluss an die Reife-prfung

    Kustos: Verwalter der LehrmittelsammlungKustodiat: Amt eines KustosLandeslehrer: siehe Bundeslehrer; Landes

    lehrerinLandesschulinspektor: Schulaufsichtsbe-

    amter des Landesschulrats (Abk. : LSI); Landesschulinspektorin

    Landesschulrat: Schulbehrde eines Bundes-landes (Abk. : LSR)

    Lehrverpf lichtung: Anzahl von Schulstun-den, die ein Lehrer zu halten hat

    Matura: Reifeprfung (in Deutschland: Abitur); Maturaaufgaben, Maturajahrgang, Maturajubilum, Maturareise, Maturatreffen, Maturazeugnis; Handelsmatura; Maturant(in)

    Maturaschule: Privatschule, in der man

  • 30

    Wortbedeutung

    bungsschule: an eine Pdagogische Hoch-schule angeschlossene Pflichtschule; bungshauptschule, bungsvolksschule

    Unterrichtsgegenstand: UnterrichtsfachUnterrichtspraktikant: Lehrer einer h heren

    Schule im Praktikumsjahr (in Deutsch-land: Referendar[in]); Unterrichtspraktikantin, Unterrichtspraktikum

    Volksschule: die vierklassige Grundschule, 1.4. Schuljahr

    Schulsprengel: Sprengel, fr den eine be-stimmte Pflichtschule zustndig ist

    Schulstufe: Jahrgang innerhalb des vor-geschriebenen Schulaufbaus. (Die erste Klasse Gymnasium ist fr die Schler die 5. Schulstufe.)

    Stadtschulrat: Schulbehrde in Wien (Abk. : SSR)

    Stundentafel: im Lehrplan festgelegtes Stun-denausma der Unterrichtsfcher

    supplieren: die Schulstunde eines anderen Lehrers vertretungsweise halten; Supplierstunde, Supplierung

    Wortbedeutung

    Ein groer Teil der Austriazismen besteht aus gemeindeutschen Wrtern, die in ster-reich eine andere oder eine zustzliche Be-deutung haben. In der folgenden Liste sind

    D = Deutschland, G = gemeindeutsch, A = sterreich, ugs. = umgangssprachlich

    Stichwort bedeutet in Deutschland oder gemeindeutsch:

    bedeutet in sterreich zustzlich zu even-tuellen gemeindeutschen Bedeutungen:

    angeloben D: etwas feierlich versprechen feierlich vereidigen: Rekruten angeloben, der Bundesprsident wird angelobt; Angelobung

    anschaffen G: erwerben, kaufen: ein Auto anschaffen

    1. (ugs.) befehlen: Wer hat dir das angeschafft?; 2. (ugs.) im Gasthaus bestellen: Habt ihr schon angeschafft?

    abfertigen G: zum Versand, zur Abfahrt fertig machen: einen Zug abfertigen

    A: abfinden, eine Abfindung aus-zahlen: einen Angestellten abfertigen; Abfertigung

    adaptieren G: anpassen (vor allem Bio logie und Soziologie)

    eine Sache fr einen bestimmten Zweck zurichten, eine Wohnung, ein Haus herrichten: das Schloss wird als Museum adaptiert

    Ansitz G: Hochsitz ( Jagdwesen) reprsentativer Wohnsitz

    dazu Beispiele zusammengestellt. In der 2. Spalte sind die gemeindeutschen (G) oder nur auf Deutschland beschrnkten (D) Bedeutungen angefhrt. Die Bedeutungs-angaben sind vereinfacht und enthalten auchHinweise fr den Gebrauch.

  • 31

    Wortbedeutung

    Stichwort bedeutet in Deutschland oder gemeindeutsch:

    bedeutet in sterreich zustzlich zu even-tuellen gemeindeutschen Bedeutungen:

    auf lassen G: 1. aufbehalten: den Hut auf lassen. 2. aufbleiben lassen: die Kinder lnger auf lassen.D: offen lassen: das Fenster auf lassen

    stilllegen, schlieen, aufgeben: einen Betrieb, ein Geschft, eine Bahnlinie auf lassen

    aufsteigen G: einen hheren Rang ein-nehmen: beruf lich aufsteigen

    in die nchste Klasse zugelassen werden: der Schler darf aufsteigen (in D: versetzt werden)

    ausrasten G: sich aus einer Befestigung lsen: die Halterung ist ausgerastet

    ausruhen: ich muss mich ein bisschen ausrasten

    Aussendung G: das Aussenden Pressemitteilung

    Bckerei G: Betrieb, der Backwaren erzeugt

    ses Kleingebck, Keks usw. ; Teebckerei, Weihnachtsbckerei

    Beilage G: 1. etwas einer Zeitung usw. Beigelegtes. 2. Gemse, Kartoffeln usw. , die zu einer Fleischspeise gereicht werden

    etwas, was einem Brief, einem Gesuch usw. beigelegt wird (in D: Anlage)

    berufen G: 1. in ein Amt einsetzen; er wurde als Professor berufen. 2. sich auf etwas beziehen: sich auf einen Zeugen berufen

    Berufung einlegen: gegen ein Urteil berufen

    BH G: (der) Bstenhalter 1. (die) Bezirkshauptmannschaft. 2. (das) Bundesheer

    Eierspeise D: hauptschlich aus Eiern zubereitete Speise

    Speise aus in der Pfanne zerrhrten Eiern (in D: Rhrei)

    Exekution G: Hinrichtung Pfndung

    Exekutive G: vollziehende Gewalt im Staat

    Gesamtheit der Organe zur Ausbung der vollziehenden Gewalt, Polizei

    Feuilleton D: Kulturteil einer Zeitung populrwissenschaftlicher oder unter-haltender Beitrag in einer Zeitung

    Galerie G: umlaufender Gang an einem Gebude, Gemlde-sammlung usw.

    Tunnel an einem Berghang mit ffnun-gen nach der Talseite

    Gebrechen G: krperlicher Schaden Schaden an Installationen

  • 32

    Wortbedeutung

    Stichwort bedeutet in Deutschland oder gemeindeutsch:

    bedeutet in sterreich zustzlich zu even-tuellen gemeindeutschen Bedeutungen:

    Gegenstand G: 1. Krper, Ding. 2. Thema. 3. Objekt von Handlungen

    Schulfach

    Hafen G: Anlegeplatz fr Schiffe (veraltet) Topf

    Havarie G: Unfall, Schaden an Flug-zeugen und Schiffen

    Unfall, Schaden an Kraftfahrzeugen

    heikel G: schwierig, gefhrlich, delikat

    whlerisch beim Essen

    Kabinett G: 1. Regierung. 2. kleinerer Museumsraum

    kleines Zimmer mit nur einem Fenster: Kabinett zu vermieten

    Karree G: Viereck, Geviert Rippenstck vom Schwein, Kalb oder Lamm

    Klampfe G: einfache Gitarre Bauklammer

    Klub G: Vereinigung; ihre Rum-lichkeiten

    Parlamentsfraktion; Klubobmann, Klubzwang

    Koch G: Berufsbezeichnung (veraltend) Brei, Mus

    Kohl Wirsing, Wirsingkohl Kraut

    Krampen D: U-Haken zum Befestigen von Draht an Zunen usw.

    Spitzhacke

    luten G: luten (Glocken) klingeln (Wohnungstr, Wecker usw.)

    leeren G: 1. leer machen: das Glas leeren. 2. leer werden: der Saal leerte sich

    ausgieen, schtten: das Wasser, den Kbel ins Gras leeren

    Lurch G: Amphibie Staubflocken

    Mandatar D: jemand, der im Auftrag eines anderen handelt, z. B. ein Rechtsanwalt

    Abgeordneter: die gewhlten Mandatare

    Masche G: 1. (ugs.) Vorgangsweise, Trick. 2. Schlinge beim Stricken oder Hkeln

    Schleife: Haarmasche, Masche im Schuhband

    Montur G (veraltend): Uniform Arbeitsanzug, Blaumann

    Moos G: Pflanze, die in Sumpfb-den, an Baumstmmen u. . in Form von Polstern wchst

    Sumpf, Moor

    Panier G (das; gehoben): Fahne, Banner, Feldzeichen

    (die) Masse zum Panieren

  • 33

    Wortbedeutung

    Stichwort bedeutet in Deutschland oder gemeindeutsch:

    bedeutet in sterreich zustzlich zu even-tuellen gemeindeutschen Bedeutungen:

    pannonisch geogr. Fachausdruck: pannonische Tiefebene

    altburgenlndisch; pannonische Kche

    Partie 1. Teil, Abschnitt. 2. Durch-gang, Runde in einem Spiel. 3. Gesangsrolle usw.

    fr eine bestimmte Aufgabe zusam-mengestellte Gruppe von Arbeitern

    Pech G: 1. Rckstand bei der Erdl-verarbeitung. 2. Missgeschick

    Harz

    Pfusch G: nachlssig und schlampig ausgefhrte Arbeit

    Schwarzarbeit (ugs.)

    Plateau G: Hochflche, Hochebene knstlich errichtete Flche, z. B. an einem Aussichtspunkt

    Polster G (das): Auflage, Polsterung auf Sitz- und Liegembeln

    (der) Kissen

    prpotent D (veraltet, selten): bermchtig

    berheblich, frech, angeberisch

    Psyche G: Gesamtheit des mensch-lichen Fhlens, Empfindens u. Denkens

    (veraltend) Frisiertoilette mit Spiegel

    Realitten G: Plural zu Realitt: Wirklichkeit, Tatsache

    Immobilien

    Rettung G: das Retten, Bewahren 1. Rettungsdienst: die Rettung anrufen. 2. Rettungswagen

    richten mehrere gemeindt. Bedeu-tungen

    1. reparieren: die Uhr richten, die Wege sind gerichtet worden. 2. fr einen bestimmten Zweck herrichten

    Ried D: Riedgrser, Schilf; mooriges Gebiet

    Nutzflche in den Weinbergen (auch Riede)

    Rodel G (der): zum Rodelsport geeigneter Schlitten D (der, sdwestd. , schweiz.): Verzeichnis, Liste

    (die) kleinerer Kinderschlitten

    Rster G: Gert zum Rsten Mus oder Kompott aus Zwetschken, Holunder oderMarillen

    Schiefer G: eine Gesteinsart Holzsplitter

    schlichten beilegen, vermitteln: einen Streit schlichten

    stapeln: Brennholz schlichten

  • 34

    Wortbedeutung

    Stichwort bedeutet in Deutschland oder gemeindeutsch:

    bedeutet in sterreich zustzlich zu even-tuellen gemeindeutschen Bedeutungen:

    Schularbeit D: schriftliche Hausaufgabe (dafr in A: Hausbung)

    schriftliche Prfungsarbeit (dafr D: Klassenarbeit)

    Schwamm G: 1. Lebewesen (auf dem Meeresgrund). 2. saugfhiges Material zum Waschen und Putzen usw.

    Pilz: Schwammerl

    schwtzen D (sddeutsch): sich unter-halten; weitererzhlen

    whrend des Unterrichts heimlich und unerlaubterweise reden

    schwemmen G: durch Wasser transportie-ren: der Fluss schwemmt den Sand ans Ufer

    1. (die Wsche) splen. 2. (Holz) flen

    stieren G: starr blicken stbern

    Sturm G: heftiger Wind. 2. schneller Angriff

    in Grung bergegangener Trauben-most

    Sturz G: 1. das Fallen, Strzen. 2. tragender Abschluss einer Mauerffnung

    kurz fr Glassturz: Glasglocke

    Stutzen G: 1. Jagdgewehr mit kurzem Lauf. 2. kurzes Rohrstck. 3. Strumpf, der die Wade bedeckt, nicht aber den Fu

    Kniestrumpf

    Turnus G: regelmiger Wechsel, festgelegte Wiederkehr

    1. Schicht (im Arbeitsablauf). 2. Praxisausbildung eines Jungarztes

    unbedingt G: ohne Einschrnkung: unbedingter Gehorsam

    ( juristisch) ohne Bewhrungsfrist: eine unbedingte Strafe

    unterkommen G: eine Unterkunft, Stellung finden

    auf etwas, jemanden stoen; begeg-nen: so etwas ist mir noch nicht untergekommen

    Vatertag Himmelfahrtstag, an dem sich die Mnner ohne Frauen vergngen

    Ehrentag der Vter am 2. Junisonntag (analog zum Muttertag)

    Verschlei G: Abntzung durch langen Gebrauch

    (amtssprachlich) Vertrieb, Kleinverkauf

    Vorrang G: grere Bedeutung vor etwas anderem: dieses Projekt hat Vorrang

    (Verkehr) das Recht, als Erster in die Kreuzung einzufahren (in D: Vorfahrt)

    Vorwort G: Einleitung zu einem Buch Prposition (in D: Verhltniswort)

  • 35

    Wortfelder

    Tazze hatte ursprnglich die Bedeutung Tablett. Daneben gibt es Tasse noch in der (seltener verwendeten) Bedeutung Un-terteller einer Kaffee-/Teeschale. Fr eine grere Form von Kaffeegeschirr kennt das sterreichische Deutsch das Wort Hferl, ursprnglich eine Verkleinerungsform von Hafen Kochgeschirr. Tasse steht im ster-reichischen Deutsch aber auch fr Wanne, so in der Zusammensetzung Brausetasse.

    Die semantischen Verschiebungen zeigt die folgende bersicht. Die nebeneinander-stehenden Wrter sind gleichbedeutende Entsprechungen:

    Deutschland sterreich

    Tasse Schale

    Tablett Tasse

    Tasse Hferl, Haferl

    (Dusch)wanne (Brause)tasse

    Haube/Mtze/KappeIn Deutschland ist Mtze die allgemeine Bezeichnung fr eine berwiegend aus wei-chem Material gefertigte Kopfbedeckung mit oder ohne Schirm. Im sterreichischen Sprachgebrauch gab es dafr ursprnglich zwei Wrter mit unterschiedlicher Bedeu-tung: Haube und Kappe. Haube bezeichnet eine eng an den Kopf passende Kopfbede-ckung, meist aus Wolle (in Zusammenset-zungen z. B. Wollhaube, Pudelhaube, Skihaube). Kappe bezeichnet eine steife Kopf-bedeckung mit Schild (Zusammensetzungen Sportkappe, Uniformkappe, Seemannskappe; daneben die hufig vorkommende Verkleine-rung Kapperl). Haube steht gemeindeutsch fr Motorhaube und fr Kopfbedeckung aus geflteltem, oft gestrktem Material fr Frauen (die Haube der Krankenschwestern oder die Trockenhaube beim Friseur).

    Aus den drei Arten von Kopfbedeckungen ergibt sich daher folgende Verteilung:

    Wortfelder

    Bei Wrtern, die in sterreich eine andere Bedeutung haben als in Deutschland, muss man manchmal das gesamte Wortfeld be-trachten. Hierzu einige Beispiele:

    Sack/Tasche/Tte/Stanitzel/SackerlAuffallend ist in diesem Wortfeld die geringe Begriffsdifferenzierung von Sack im ster-reichischen Deutsch. In Deutschland stehen dafr drei Wrter zur Verfgung:

    Deutschland sterreich

    Sack (Kartoffel, Mehlsack)

    Sack (Kartoffelsack, Mehlsack)

    Tasche (Manteltasche, Rocktasche)

    Sack (Mantelsack, Hosen sack), veraltend

    Tte (Papiertte, eine Tte Kirschen)

    Sack (Papiersack, Plastik sack), hufig in der Verkleinerung Sackerl (ein Sackerl Zuckerln, Jausen sackerl, Plastik sackerl)

    Fr Tte im engeren Sinn steht in sterreich noch das ltere Wort Stanitzel zur Verfgung.

    Schale/Tasse/Tablett/HferlDie gemeindeutsche Grundbedeutung von Sch