Brutto und netto. - VÖBAS 6 Brutto und netto.pdf · Workshop 6: Brutto und netto....

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  • Workshop 6:

    Brutto und netto. Alltagskonomische Zugnge zum Thema

    Steuern

    Kajo Burkard/Ludger Hillmann

  • Brutto und netto. Alltagskonomische

    Zugnge zum Thema Steuern

    1. Das Thema im Unterricht

    2. Steuern im Wirtschaftskreislauf

    3. Kleine Steuerkunde

    4. Das Mysterium des Kassenbons. Die Mehrwertsteuer (Kl.8)

    5. Vom Brutto zum Netto. Betrachtungen einer

    Gehaltsabrechnung (Klasse 8)

    6. Ist unsere Einkommensteuer fair? Progressive Besteuerung

    und kalte Progression - mit einem Exkurs in die

    Mathematik (Klasse 10)

  • Die fachliche Relevanz des Themas Steuern

    Dimensionen der Politik Dimensionen der konomie

    Polity: z.B. Vorgaben des GG zu

    Steuerbewilligung, Bund-Lnder-

    Beziehungen Kreditaufnahme

    Makrokonomie: Einfluss auf

    Gesamtnachfrage und angebot,

    BIP, Konjunktur

    Policy: Ziele der Finanzpolitik Mikrokonomie: v.a.

    Anreizwirkungen auf private

    Haushalte und Unternehmen

    Politics: Aufstellung und Abstim-

    mung der Haushalte im fdera-

    len System

    Betriebswirtschaft: Auswirkun-

    gen auf Standortentscheidungen

    oder die betriebliche Kosten- und

    Ergebnisrechnung

  • Basiskenntnisse im Themenfeld Steuern

    Ansatzpunkte und Arten der Besteuerung

    Einnahmenseite und Ausgabenseite der ffentlichen Haushalte

    Weg des Staatshaushalts vom Regierungsentwurf bis zur Verabschiedung

    Finanzbeziehungen im politischen Mehr-ebenensystem

    Ursachen, Formen und Folgen der Staatsverschuldung

  • Einsichten in grundlegende Zusammenhnge

    Der moderne Sozial- und Wohlfahrtsstaat bedarf zur Erfllung seiner Aufgaben einer angemessenen finanziellen Ausstattung bedarf.

    Finanzpolitische Entscheidungen haben teils beabsichtigte, teils nicht intendierte Folgen sowohl fr Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt als auch fr das Leben eines jeden Einzelnen.

    Unter den Bedingungen der europischen Integration mssen neue Formen gefunden werden, um das Prinzip no taxation withoutrepresentation sicherzustellen.

  • Steuern im Wirtschaftskreislauf

    Tran

    sfer

    s an

    die U

    nter

    nehm

    en

    Kons

    umau

    sgab

    en d

    es

    Staa

    tes

    BruttoinvestitionenAbschreibungen

    Staat

    PrivateHaushalteUnternehmen

    Vermgens-nderungs-

    kontoAusland

    Forderungen

    Lhne und Gewinne

    Konsumausgaben der Privaten Haushalte

    ExporteImporte

    Sparen derPrivaten

    Haushalte

    Steu

    ern

    der

    Unt

    erne

    hmen

    Verbindlichkeiten

    Transfers an die Privaten Haushalte

    Lhne des Staates

    Steuern der

    Privaten Haushalte

    Tr

    SH

    CH

    Ibr

    DM X

    TU

    C ST

    ZY

    STH

    Y UH

    T

    H

    KST

  • Konto des Staates

    Soll = Ausgaben, Abflsse

    Z = Subventionen (an

    Unternehmen)

    Tr = Transferzahlungen

    CST = Staatskonsum

    YST, H= Lhne und Gehl-

    ter der Staatsbe-

    diensteten

    Haben = Einnahmen, Zuflsse

    TH = direkte Steuern der priv. H

    TU = direkte und indi-rekte Steuern d. U

    BzSV = Beitrge zur So-zialversicherung

    -------------------------Saldo = Kreditaufnahme des

    Staates

  • Kleine Steuerkunde: 1. Begriffliches

    Steuern = ffentlich-rechtliche Abgaben, deren Aufkommen nicht zweckgebunden ist und die zur Deckung des allgemeinen Finanzbedarfs alle zahlen mssen, die den Tatbestand der Steuerpflicht erfllen

    Gebhren und Beitrge = aufgabenbezogene und zweckgebunden verwendete ffentlich-rechtliche Abgaben

  • Kleine Steuerkunde: 2. Steuersystematik

    1. Wirtschaftliche Belastung direkte und indirekte

    Steuern; Steuertrger und

    Steuerschuldner

    2. Bemessungsgrundlagen Besitz-, Verkehrs- und

    Verbrauchssteuern

    3. Verwaltungshoheit (Steuer-

    beitreibung) und

    Ertragshoheit (Verwendung)

    Bund, Lnder, Gemeinden

  • Steuersystematik: wirtschaftliche Belastung

  • Steuerspirale 2012: Der Beitrag der Steuerarten zu den

    Steuereinnahmen des Gesamtstaats in Hhe von 552 Mrd.

  • Steuersystematik: Verwaltungs- und Ertragshoheit

    Verwaltungshoheit:

    Steuerbeitreibung

    Ertragshoheit:

    Steuerverwendung

    Bundessteuern

    (z.B. Tabaksteuer)werden von den Haupt-zollmtern erhoben

    Ertrge stehen aus-schlielich dem Bund zu

    Gemeinschafts-

    steuern (z.B. Ein-kommensteuer)

    werden im Bundes-auftrag von den Finanzmtern erhoben

    Ertrge flieen Bund und Lndern zu

    Lndersteuern (z. B. Erbschaftsteuer)

    werden von den Finanzmtern erhoben

    Ertrge stehen exklusiv den Lndern zu

    Gemeindesteuern

    (z.B. Gewerbesteuer)Festsetzung durch die Gemeinden

    Ertrge stehen exklusiv den Kommunen zu

  • Einnahmen des ffentlichen Gesamthaushalts 2012 (in Mio. )

    ffentlicher Gesamthaushalt 1 171 701

    - Bund 337 915

    - EU-Anteile 25 251

    - Lnder 316 559

    - Gemeinden/Gemeindeverbnde 197 770

    - Sozialversicherung 536 541

  • Steuern im Wirtschaftsunterricht der Sek. I

    Aus der Arbeit des WPK Wirtschaft + Informatik

    am Alten Gymnasium Oldenburg I

    Jahrgang 8

    Birgit Lau:Das Mysterium des Kassenbons.

    Die Mehrwertsteuer

    verffentlicht in: UWP 6 / 2012

  • EXTRO

    Fruchtjoghurt 0,49 A

    Smarties 1,79 A

    Halbfettmargarine 1,69 A

    Zeitung 1,10 A

    Shampoo 2,22 B

    Active Sport Duschgel 0,88 B

    SUMME EUR 8,17

    BAR EUR 10,00

    Rckgeld EUR 1,83

    MwSt % MwSt ohne MwSt mit MwSt

    A 7% 0,33 4,74 5,07

    B 16% 0,43 2,67 3,10

    06.12.06

    EXTRO

    Fruchtjoghurt 0,49 A

    Smarties 1,79 A

    Halbfettmargarine 1,69 A

    Zeitung 1,10 A

    Shampoo 2,28 B

    Active Sport Duschgel 0,90 B

    SUMME EUR 8,25

    BAR EUR 10,00

    Rckgeld EUR 1,75

    MwSt MwSt ohne MwSt mit MwSt

    A 7% 0,33 4,74 5,07

    B 19% 0,51 2,67 3,18

    06.01.07

    Kassenbon 1 Kassenbon 2

  • EXTRO

    Kaffee 3,79 A

    Katzenfutter 1,20 A

    Mineralwasser 4,99 B

    Seife 0,65 B

    SUMME EUR 10,63

    BAR EUR 11,00

    Rckgeld EUR 0,37

    MwSt % MwSt ohne MwSt mit MwSt

    A 7%

    B 19%

    08.01.2007

    Auf den dritten Kassenbon hat

    Leonie Kakao verschttet, so

    dass man einige Zahlen nicht

    mehr erkennen kann.

    Berechne die fehlenden Werte!

    Kassenbon 3

  • MwSt

    %

    Preis mit MwSt

    (Bruttopreis = 100

    % + Mehrwert-

    steuersatz)

    Preis ohne MwSt

    (Nettopreis = 100%)

    MwSt

    A 7%

    4,99

    (100 % + 7%)

    4,66

    (= 4,99 : 107) x 100

    0,33

    B 19% 5,64

    (100 % + 19 %)

    4,74

    (= 5,64: 119) x 100

    0,90

  • MwSt

    Steuerschuldner Steuertrger

  • Allphasen-Netto-Umsatzsteuer mit Vorsteuerabzug

    von an Preis in (Brutto-preis)

    Entgelt in (Netto-preis)

    MwSt(19%)

    Vor-steuer in

    an das Finanzamt abzufhrender Betrag (in )

    Sgewerk-Mbelfabrik

    1500,- 1260,50 239,50 0,00 239,50

    Mbelfabrik-Grohndler

    2100,- 1764,71 335,29 239,50 95,79

    Grohndler-Einzelhndler

    2400,- 2016,81 383,19 335,29 47,90

    Einzelhndler -Endverbraucher

    2800,- 2352,94 447,06 383,19 63,87

  • Steuern im Wirtschaftsunterricht der Sek. I

    Aus der Arbeit des WPK Wirtschaft + Informatik

    am Alten Gymnasium Oldenburg II

    Jahrgang 8

    Birgit Lau:Vom Brutto zum Netto.

    Betrachtungen einer Gehaltsabrechnung

    verffentlicht in: UW 41 / 2010

  • Anna Schmidts Gehaltsabrechnung

    Daten, die fr die Berechnung des Nettogehalts von Bedeutung sind (Stand 2010):

    Bruttolohn 3004,- unverheiratet, keine Kinder (Steuerklasse 1) Kirchenmitglied 19,9% Rentenversicherung, davon 50 %

    Arbeitnehmeranteil 2,8% Arbeitslosenversicherung, davon 50 %

    Arbeitnehmeranteil 1,95% Pflegeversicherung (Beitragszuschlag fr

    Kinderlose, die mindestens 23 Jahre alt und nach dem 31. Dezember 1939 geboren sind, von 0,25 Prozent)

    14,0 % Krankenversicherung, davon 50 % Arbeitnehmeranteil (zustzlich 0,9% fr Arbeitnehmer!)

  • Ausschnitt aus der Lohnsteuertabelle 2010

  • Lohnsteuerklasse I (ledig, keine Kinder)

    Bruttolohn 3004,-

    - Lohnsteuer 484,25

    - Solidarittszuschlag 26,63

    - Kirchensteuer 43,58

    - Rentenversicherung 298,90

    - Krankenversicherung 237,32

    - Pflegeversicherung 36,80

    - Arbeitslosenversicherung 42,06

    Summe der Abzge:

    1169,54

    Nettolohn = Auszahlungsbetrag 1834,46

    Anna Schmidts Gehaltsabrechnung

  • Gesine Meyers Gehaltsabrechnung

    Daten, die fr die Berechnung des Nettogehalts von Bedeutung sind (Stand 2010):

    Bruttolohn: 3004,- einzige Verdienerin einer Familie mit zwei kleinen

    Kindern (eine zweijhrige Tochter und ein 6 Monate alter Sohn, ihr Mann studiert noch und betreut die Kinder)

    Steuerklasse 3, Kinderfreibetrag 2 184 Kindergeld pro Kind -> kein Bestandteil des

    Nettolohns, sondern ein Transfereinkommen

  • Gesine Meyers Gehaltsabrechnung

    Lohnsteuerklasse III/2 (verheiratet, 2 Kinder)

    Bruttolohn 3004,-

    - Lohnsteuer 247,-

    - Solidarittszuschlag 0,00

    - Kirchensteuer 0,60

    - Rentenversicherung 298,90

    - Krankenversicherung 237,32

    - Pflegeversicherung 29,29

    - Arbeitslosenversicherung 42,06

    Summe der Abzge: 855,17

    Nettolohn 2148,83

    Auszahlungsbetrag = 2516,83 + Kindergeld 368,-

  • Quelle: www.destatis.de

  • Steuern im Wirtschaftsunterricht der Sek. I

    Aus der Arbeit des WPK Wirtschaft + Informatik

    am Alten Gymnasium Oldenburg III

    Jahrgang 9 / 10

    Ludger Hillmann:Ist unsere Einkommensteuer fair?

    Eine Wirtschaftsnachricht wird entschlsselt

    verffentlicht in: UWP 2 / 2012

  • Steuern im Wirtschaftsunterricht der Sek. I

    Aus der Arbeit des WPK Wirtschaft + Informatik

    am Alten Gymnasium Oldenburg III

    Jahrgang 9 / 10

    Ludger Hillmann:Ist unsere Einkommensteuer fair?

    Eine Wirtschaftsnachricht wird entschlsselt

    verffentlicht in: UWP 6 / 2012

  • Moderne Besteuerungsprinzipien

    (nach dem Gabler Wirtschaftslexikon)

    1) fiskalisch-budgetre Prinzipien zielen auf eine ausreichende

    finanzielle Bedarfsdeckung und deckungspolitische Anpassungs-

    fhigkeit des Steuersystems

    2) ethisch-soziale Prinzipien zielen auf eine sozial gerechte Steuer-

    erhebung, insbesondere durch das Leistungsfhigkeitsprinzip

    (Besteuerung entsprechend Einkommen, Vermgen etc.):

    3) wirtschaftspolitische Prinzipien zielen auf Vermeidung gesamt-

    wirtschaftlicher Wohlfahrtsverluste durch steuerbedingte Fehl-

    allokationen, aber auch auf die konjunktur- und wachstums-

    politische Flexibilitt des Steuersystems

    4) steuertechnische Prinzipien zielen auf die Systemhaftigkeit,

    Transparenz, Praktikabilitt, Stetigkeit und Bequemlichkeit der

    Besteuerung (vgl. A. Smith)

  • Klassische Besteuerungsprinzipien nach Adam Smith

    Adam Smith stellte 1776 vier Grundstze auf, nach denen Steuern erhoben werden sollten:

    Gleichmigkeit der Besteuerung (Proportionalitt): Die Brger sollen Steuern im Verhltnis zu den Fhigkeiten und insbesondere zu den Einkommensverhltnissen zahlen. Gleichbehandlung der Steuerpflichtigen

    Bestimmtheit der Besteuerung: Zahlungstermin, -art und betrag sollen jedermann klar und deutlich sein, Vermeidung von Willkr bei der Steuererhebung

    Bequemlichkeit der Besteuerung hinsichtlich der Steuerzahlungstermine und Steuerzahlungsmodalitten. Die Steuer soll zu der Zeit und in der Weise erhoben werden, die dem Brger am bequemsten ist.

    Billigkeit der Besteuerung (Wohlfeilheit der Steuererhebung): Minimierung der Steuererhebungskosten, die Kosten der Steuererhebung sollen mglichst gering sein.

  • Steuerarten

    1. Flat Tax

    Mit Flat Tax (kurz fr Flat-Rate Tax) oder Einheitssteuer = einstufiger Einkommensteuertarif. Der Grenzsteuersatz ist konstant, wodurch Eingangs- und

    Spitzensteuersatz identisch sind.

    Das Konzept der flat-rate tax wurde 1920 von Dennis Milner vorgeschlagen. In unserer

    Zeit haben Robert Hall und Alvin Rabushka wieder eine flat tax ins Gesprch gebracht.

    Die Einheitssteuer ist in der Regel konzeptionell mit dem weitgehenden Wegfall von

    Subventionen und Steuervergnstigungen verbunden, um auch bei einem niedrigen

    Steuersatz ausreichende Steuereinnahmen zu erzielen.

    Der mittelalterliche Zehnt kann als Flat Tax angesehen werden.

  • Zehntabgabe von Bauern bei einem Grundherren http://de.wikipedia.org/wiki/Zehnt, 15.04.12

  • Steuerarten

    2. Drei-Stufen-Modell (Kirchhof-Modell)

    Kirchhof empfiehlt in seinem Modell eine pauschale Besteuerung von 25 % auf alle

    Arbeitseinkommen, Unternehmensgewinne und Kapitalertrge wie Zinsen, Mieten, Dividenden. Als

    steuerfreies Existenzminimum sollen 10.000 Euro pro Kopf und Jahr angesetzt werden, dazu je 8.000

    Euro Kinderfreibetrag. Fr kleinere Einkommen zwischen 10.000 und 15.000 Euro soll der Steuersatz

    als Ausnahme von der Regel bei 15 % liegen, fr die nchsten 5.000 Euro gelten 20 %.

  • Vgl.: http://www.allmystery.de/i/t3f6f4b_kirchhof-modell.gif, Stand: 19.03.2014

  • Beispielrechnung:

    Wie hoch liegt die Einkommensteuer bei

    einem zu versteuernden Einkommen (zvE)

    von 40.000 ?

    zvE(40.000) = 10.000 * 0 % +

    (15.000 10.000 ) * 15 % +

    (20.000 15.000 ) * 20 % +

    (40.000 20.000 ) * 25 % =

    6.750

  • http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Arten_der_Steuerprogression.jpg, Stand: 17.03.2014

  • Steuerarten

    3. Progressive Besteuerung

    Die Einkommensteuer wird nach dem Prinzip der Leistungsfhigkeit erhoben. Das bedeutet: Wer mehr verdient, muss auch einen greren Teil seines

    Einkommens als Steuer abgeben, weil er als leistungsfhiger gilt.

    Bei der Einkommensteuer hat sich der Gesetzgeber fr einen progressiven Steuertarif entschieden: Mit steigendem Einkommen nimmt der Durchschnitts-steuersatz zu. Als Bemessungsgrundlage dient das zu versteuernde Einkommen. Es errechnet sich aus dem Bruttoeinkommen abzglich von Freibetrgen, Sonderausgaben und Werbungskosten.

  • Nach 32 a des Einkommensteuergesetzes (EStG) gilt fr das Jahr 2012 folgender

    Einkommensteuertarif fr Ledige:Die tarifliche Einkommensteuer bemisst sich nach dem zu versteuernden Einkommen. Sie betrgt

    jeweils in Euro fr zu versteuernde Einkommen (zvE)

    1. bis 8.004 Euro (Grundfreibetrag): 0;

    2. von 8.005 Euro bis 13.469 Euro: (912,17 * y + 1.400) * y;

    3. von 13.470 Euro bis 52.881 Euro: (228,74 * z + 2.397) * z + 1.038;

    4. von 52.882 Euro bis 250.730 Euro: 0,42 * x 8.172;

    5. von 250.731 Euro an: 0,45 * x 15.694. [Reichensteuer]

    "y" ist ein Zehntausendstel des 8.004 Euro bersteigenden Teils des auf einen vollen Euro-Betrag

    abgerundeten zu versteuernden Einkommens.

    "z" ist ein Zehntausendstel des 13.469 Euro bersteigenden Teils des auf einen vollen Euro-Betrag

    abgerundeten zu versteuernden Einkommens.

    "x" ist das auf einen vollen Euro-Betrag abgerundete zu versteuernde Einkommen. Der sich

    ergebende Steuerbetrag ist auf den nchsten vollen Euro-Betrag abzurunden.

  • Formel fr die Berechnung der Einkommensteuer

    +

    +

    +

    =

    x 250.731fr 694.1545,0

    730.250 52.882fr 172.842,0

    881.52 13.470fr 038.1000.10

    469.13397.2

    000.10

    469.1374,228

    469.138005fr 000.10

    8004400.1

    000.10

    800417,912

    004.8fr ,0

    )(

    x

    xx

    xxx

    xxx

    x

    xESt

  • Ab welchem Einkommen muss der erste Euro als Steuer an das Finanzamt abgefhrt werden?

    zvE: Einkommensteuer8.005 0,1400091217 (Eingangssteuersatz: 14 %)

    8.006 0,2800364868

    8.007 0,4200820953

    8.008 0,5601459472

    8.009 0,7002280425

    8.010 0,8403283812

    8.011 0,9804469633

    8.012 1,1205837890

    Ein Euro ist auf das ganze Einkommen von 8.012 bezogen ergibt aber nur einen

    persnlichen Steuersatz von 0,0125 % (gerundet). Das ist der so genannte

    Durchschnittssteuersatz, der auch als effektiver Steuersatz bezeichnet wird

    1

  • Folie 40

    1 ; 20.03.2014

  • Durch Einsetzen lsst sich die Einkommensteuer so fr jedes zu versteuernde

    Einkommen x genau berechnen:

    +

    +

    +

    =

    x 250.001fr 694.1545,0

    730.250 52.882fr 172.842,0

    881.52 13.470fr 038.1000.10

    469.13397.2

    000.10

    469.1374,228

    469.138005fr 000.10

    8004400.1

    000.10

    800417,912

    004.8fr ,0

    )(

    x

    xx

    xxx

    xxx

    x

    xESt

    Beispiel: Steuerbelastung bei einem zu versteuerndem Einkommen von 40.000 :

    ESt (40.000) = 038.1000.10

    469.13000.40397.2

    000.10

    469.13000.4074,228 +

    +

    9.007,57

  • Durch Einsetzen lsst sich die Einkommensteuer so fr jedes zu versteuernde

    Einkommen x genau berechnen:

    +

    +

    +

    =

    x 250.001fr 694.1545,0

    730.250 52.882fr 172.842,0

    881.52 13.470fr 038.1000.10

    469.13397.2

    000.10

    469.1374,228

    469.138005fr 000.10

    8004400.1

    000.10

    800417,912

    004.8fr ,0

    )(

    x

    xx

    xxx

    xxx

    x

    xESt

    Beispiel: Steuerbelastung bei einem zu versteuerndem Einkommen von 40.000 :

    ESt (40.000) = 038.1000.10

    469.13000.40397.2

    000.10

    469.13000.4074,228 +

    +

    9.007,57

    Da der fllige Steuerbetrag auf den nchsten vollen Euro-Betrag abzurunden ist, hat

    eine Einkommensteuer in Hhe von 9.007 Euro zu zahlen.

    Die Steuerschuld liegt 2.257 hher als im Kirchhof-Modell

  • Ermittlung der persnlichen Steuerstze(fr Ledige, Steuerklasse 1)

    Jahreseinkommen (in ) Flliger Steuerbetrag (in ) Persnlicher Steuersatz (in %)

    7.500

    12.000

    50.000

    75.000

    150.000

    300.000

  • Ermittlung der persnlichen Steuerstze(fr Ledige, Steuerklasse 1)

    Jahreseinkommen (in ) Flliger Steuerbetrag (in ) Persnlicher Steuersatz (in %)

    7.500 0 0,00

    12.000 750 5,88

    50.000 12.738 25,48

    75.000 23.328 31,10

    150.000 54.828 36,55

    300.000 119.306 39,77

  • http://www.kleeberg-online.de/images/steuerkurve-2013.png, Stand: 24.02.2014

    Der Durchschnittssteuersatz gibt das Verhltnis des zu zahlenden Steuerbetrags zum insgesamt zu versteuernden Einkommen an.

  • Der Grenzsteuersatz gibt an, mit welchem Prozentsatz ein zustzlich verdienter Euro besteuert wird.

  • Wie wirkt die kalte Progression?

    Dazu ein Beispiel:

    Ein Alleinstehender mit einem zu versteuernden Einkommen von 30.000 zahlt eine

    Einkommensteuer von 5.558 . Das entspricht einer Durchschnittsbelastung von 18,53 %.

    Netto verbleiben 24.442

    Bei einem Einkommenszuwachs von 3 % erhht sich das zu versteuernde Einkommen auf

    30.900 . Es wird eine Einkommensteuer in Hhe von 5.844 Euro (entspricht einer Durch-

    schnittsbelastung von 18,91 %) fllig. Netto verbleiben ihm 25.056 .

    Von den 900 , die er also mehr erhlt, werden 286 Steuern einbehalten, sodass sich der

    Lohn nur um 614 erhht hat. Dies entspricht aber einem Einkommenszuwachs in Hhe von

    2,51 %

    Wenn das Preisniveau auch um 3 Prozent steigt (Inflation), gleicht der Einkommenszuwachs

    die Inflation nur nominal aus. Da aber ein hheres Einkommen erzielt wurde, steigt die

    Durchschnittssteuerbelastung (progressiver Tarif). Damit sinkt das real verfgbare

    Einkommen.

    Liegt die Inflationsrate ber 2,51%, sinkt der Reallohn.

    Liegt die Inflationsrate unter 2,51%, steigt der Reallohn.

  • http://www.welt.de/politik/deutschland/article125274709/Kalte-Progression-schroepft-Buerger-um-56-Milliarden.html, Stand: 27.02.2014

  • Wie lsst sich die kalte Progression vermeiden?

    Der 2012 im Bundesrat an der Frage der Gegenfinanzierung gescheiterte Gesetzentwurf der Bundesregierung sah vor:

    - Anhebung des Grundfreibetrags in den Jahren 2013 und

    2014 um insgesamt 350 Euro auf dann 8.354 Euro pro

    Jahr

    - nderung des Tarifverlaufs der Einkommensteuer in der

    Weise, dass die Steuerstze knftig erst bei einem

    hheren Einkommen greifen (Ausnahme: Reichensteuer)

    Auch die Koalitionsvereinbarung der Groen Koalition 2013 brachte keine Einigung.