Buergerbeteiligung und energiewende

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1. Mehr Beteiligung = mehr Akzeptanz = schnellere Energiewende? 8. BDEW Kommunikationstag Hanne May, ergo Kommunikation Dsseldorf, 04. Mrz 2015 2. 2 [] Es geht bei der Auseinandersetzung ber neue Stromleitungen um viel. Auch ber die Energiewende hinaus. Seit der Eskalation im Streit um Stuttgart 21 galt Brgerbeteiligung als letzte Chance, groe Infrastrukturprojekte im Konsens mit der Bevlkerung umzusetzen. Die Stromtrassen sollten zum Praxistest dafr werden, ob das tatschlich gelingt. [] 8. BDEW-Kommunikationstag | 04. Mrz 2015 | Hanne May Stromtrassen - verschoben und verschwiegen, Sddeutsche Zeitung, 02. Mrz 2015 3. 3 Teil 1: ffentliche Meinung Was sagen Brger zur Energiewende? Wer befasst sich damit? Exkurs: Brgerenergie 4. Das Energiewende - Ja, aber 4 Die Energiewende geniet seit vielen Jahren hohe Zustimmung in der Bevlkerung aber nicht um jeden Preis. 86% halten Energiewende von zentraler Bedeutung fr die knftige Entwicklung Deutschlands (Tendenz: stabil) 92% halten Ausbau der Erneuerbaren Energien fr wichtig bis auerordentlich wichtig (Tendenz: stabil) aber 18% wollen langfristig 20-30% hhere Strompreise in Kauf nehmen. (Tendenz: sinkend) 45% wollen auch negative Auswirkungen in der Umgebung in Kauf nehmen (z.B. Stromleitungen) (Tendenz: sinkend) 65% finden Erneuerbare-Energien-Anlagen in der Nachbarschaft gut bzw. sehr gut (Tendenz: stabil) Quellen: Akzeptanz-Umfrage Agentur fr Erneuerbare Energien 2014, BDI-Energiewendenavigator 2014, Eurobarometer 409 8. BDEW-Kommunikationstag | 04. Mrz 2015 | Hanne May 5. Das Energiewende - Ja, aber 5 Mit dem Ja zur Energiewende sind Bedingungen verknpft: ausgewogenes Ma an (persnlicher) Belastung (persnlicher) benefit und bergeordneter Nutzen Bezahlbarkeit Nhe/Relevanz Noch ist die Energiewende in Deutschland sehr populr. Das ist grandios. Aber wenn die Entwicklung so weitergeht und die Leute sehen, dass sich Firmen, die die EEG-Umlage erhalten, die Tasche voll stecken, kann das schnell umschlagen. Berner Zeitung, Interview mit Johannes Lackmann, Ex-BEE-Prsident, 30. August 2014 8. BDEW-Kommunikationstag | 04. Mrz 2015 | Hanne May 6. Wie ist der Brger an der Energiewende beteiligt? 6 8. BDEW-Kommunikationstag | 04. Mrz 2015 | Hanne May 7. Exkurs: Mythos Brgerenergie: (K)ein Phnomen unserer Tage 7 Installierte Leistung Erneuerbarer Energien nach Eigentmergruppen in Deutschland 2012 Energieversorger 9 GW Brgerenergie 34 GW Institutionelle und strategische Investoren 30 GW Brgerengagement in der Energieversorgung besitzt in Deutschland sogar eine lange Tradition. In lndlichen Gebieten wurden Ende des 19. Jahrhunderts mehrere Energiegenossenschaften gegrndet. [] Der Hintergrund war, dass Energieunternehmen meist kein wirtschaftliches Interesse hatten, in dnn besiedelten Regionen ein Stromnetz aufzubauen, da sich dieses dort aufgrund der geringen Stromabnahme nicht gerechnet htte. Mitteldeutsche Zeitung, 20. September 2014 8. BDEW-Kommunikationstag | 04. Mrz 2015 | Hanne May Quelle: trend research, Leuphana Universitt Lneburg, Stand: 10/2013 Gesamt: 73 GW* *ohne PSW, Wind Offshore, Geothermie, biogener Anteil des Abfalls 8. Exkurs: Mythos Brgerenergie: (K)ein Garant fr Erfolg 8 Der Fall Prokon: 75.000 Anleger 1,4 Milliarden Euro Beteiligungskapital Umfrage unter Windenergie-Anlegern 2006: Wie gut wurden Ihre Erwartungen an das Projekt erfllt? 3,39 4,13 (Ausschttung) Wrden Sie noch einmal in ein Windprojekt investieren? Ja, 2006: 52,4% Ja, 2003: 76% 8. BDEW-Kommunikationstag | 04. Mrz 2015 | Hanne May Quellen: neue energie, Ausgabe 12/2006, Welt Online Prokons Fall ein Online-Spezial sowie www.fr-online.de vom 22.01.2014, zuletzt abgerufen am 03.03.2015 9. 9 Teil 2: Verffentlichte Meinung Welche Rolle spielt der Brger in der Berichterstattung? Welches Bild zeichnen die Medien? 10. Eine kleine Medienanalyse 10 Der Brger bzw. die Akzeptanz der Energiewende durch die Brger ist einer, wenn nicht DER Referenzpunkt der Berichterstattung. Der Brger ist Initiator von Protest, durch Veranstaltungen, lokale Abstimmungen fr oder gegen Projekte Achillesferse bzw. goldenes Kalb bei der Umsetzung der Energiewende alle Anspruchsgruppen, vor allem die Politik, begrnden ihre Vorste, dass die Energiewende ohne Akzeptanz der Brger nicht gelinge. Aber der Brger selbst kommt nicht immer zu Wort. 8. BDEW-Kommunikationstag | 04. Mrz 2015 | Hanne May 11. Mediale Muster von Akteuren und ihrer Beurteilung von Akzeptanz 11 Die Industriegewerkschaft BCE fordert eine "Verschnaufpause" bei der Energiewende. [] Fr die brckelnde Akzeptanz der Energiewende sieht Vassiliades vor allem zwei Grnde: Viele seien unzufrieden mit der politischen Umsetzung. Zudem beurteilte nur noch ein Fnftel der Bevlkerung die praktische Handhabung als gut. Bei den Groverbrauchern aus der Industrie seien es lediglich vier Prozent. Gewerkschaft fordert Verschnaufpause bei der Energiewende, epd, 29. Januar 2015 8. BDEW-Kommunikationstag | 04. Mrz 2015 | Hanne May Foto: bilderfilm.de 12. Mediale Muster von Akteuren und ihrer Beurteilung von Akzeptanz 12 Es sollte eine ganz groe Nummer werden: die Brgerdividende. Die Bundesregierung wollte eine attraktive neue Geldanlage schaffen, die zugleich den Ausbau der Stromnetze beschleunigt und die Akzeptanz der Energiewende steigert. Doch das Vorhaben ist gescheitert. Die schwarz-rote Koalition hat daran kein Interesse mehr. Der groe Flop, Mitteldeutsche Zeitung, 18. September 2014 8. BDEW-Kommunikationstag | 04. Mrz 2015 | Hanne May Bad news is good news 13. Mediale Muster von Akteuren und ihrer Beurteilung von Akzeptanz 13 Appell: Seht das groe Bild! Soll die Energiewende ein gesamtdeutsches Erfolgsmodell werden, mssen die Lasten auf alle Schultern gleich verteilt werden. Ostsee-Zeitung, 5. Februar 2015 [] daran orientieren, was fr die Zukunft des gesamten Landes notwendig ist. Hamburger Abendblatt, 23. Dezember 2014 [] was sein muss, muss sein. Wir haben die Energiewende. Wir schalten die Kernkraftwerke nach und nach ab, und dadurch ist es eben notwendig, den Stromverlauf diesen neuen Gegebenheiten anzupassen. Frankenpost, 23. September 2014 8. BDEW-Kommunikationstag | 04. Mrz 2015 | Hanne May 14. Mediale Muster von Akteuren und ihrer Beurteilung von Akzeptanz 14 8. BDEW-Kommunikationstag | 04. Mrz 2015 | Hanne May Die Energiewende gelingt nur, wenn die Politik mehr Akzeptanz bei den Brgern fr erneuerbare Energie schafft, sagte Stefan Gruhner, energiepolitischer Sprecher der CDU- Landtagsfraktion. Besonders Lrm und Schattenwurf von groen Windrdern beeintrchtige die Lebensqualitt betroffener Brger. Mit unserem Antrag reichen wir der Regierungskoalition bewusst die Hand [] CDU will Abstand fr Windrder von Husern regeln, Ostthringer Zeitung, 20. Februar 2015 Ich kenne keinen einzigen Experten, der Sdlink, diese Hauptschlagader der Energiewende vom Norden nach Sden, fr verzichtbar hlt. Stromtrassen-Streit, Interview mit Stephan Weil, Berliner Morgenpost, 25. Februar 2015 In Bayern wird die Energiewende in der Bevlkerung dagegen akzeptiert. Das liegt daran, das Bayerns Ministerprsident Horst Seehofer sich als Windkraftgegner stilisiert und damit einer potenziellen Protestbewegung den Wind aus den Segeln nimmt. Brandenburg und die Windrder, Mrkische Allgemeine, 27. November 2014 Politik als Akzeptanzverstrker 15. Mediale Muster von Akteuren und ihrer Beurteilung von Akzeptanz 15 8. BDEW-Kommunikationstag | 04. Mrz 2015 | Hanne May Der Pseudo-Dialog: Es ist schon alles entschieden (1) Es ist eine Unverfrorenheit, wenn die Bonner Behrde bereits beim Start eines ffentlichen Beteiligungsverfahrens die Ergebnisse vorwegnimmt, sagt der Pegnitzer Brgermeister Uwe Raab als Sprecher des kommunalen Bndnisses gegen die Gleichstrompassage Sd-Ost. So knne man mit den Brgerinnen und Brgern nicht umgehen. Attacke auf Netzagentur, Nordbayerische Nachrichten, 28. Februar 2015 Die Landjugend hat sich in den Energiedialog eingebracht. Leider konnte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner wenig Konkretes prsentieren. Schlielich gab sie zu verstehen: Das letzte Wort habe nicht sie mit ihrem Dialogergebnis, sondern Ministerprsident Horst Seehofer. De facto liege das allerletzte Wort jedoch beim Bund. Wertschpfung muss in der Region bleiben, Agrarzeitung, 20. Februar 2015 16. Mediale Muster von Akteuren und ihrer Beurteilung von Akzeptanz 16 Der Pseudo-Dialog: Es ist schon alles entschieden (2) 8. BDEW-Kommunikationstag | 04. Mrz 2015 | Hanne May Der gro als Brgerbeteiligung angekndigte Energiedialog entpuppte sich mehr und mehr als Farce, der nur der vorbergehenden Beruhigung der Gemter dienen soll. [] Schade um die Zeit, die dort verplempert wird. Man knnte sie viel besser fr eine kraftvolle Umsetzung der Energiewende nutzen. Diskussion ist Verschwendung von Zeit, Neue Presse, 13. November 2014 [] Weitgehend unklar ist bislang auch, nach welchen Kriterien die Ideen und Vorschlge der Brger ins endgltige Konzept bernommen werden oder auch nicht. [] Aus dieser Unverbindlichkeit heraus resultiert die groe Skepsis, mit der manche Umweltverbnde die Brgerbeteiligung betrachten. Manfred Niess vom Klima- und Umweltbndnis Stuttgart sagte, dass man bisher nur schlechte Erfahrungen gemacht habe. Brger sollen sich beim Energiekonzept einbringen, Stuttgarter Zeitung, 29. Januar 2015 17. Mediale Muster von Akteuren und ihrer Beurteilung von Akzeptanz 17 8. BDEW-Kommunikationstag | 04. Mrz 2015 | Hanne May Mangelnde Planung und Koordination bei Energiewende Es besteht die Gefahr, dass die Energiewende so unprofessionell gemanagt wird, dass die Frustration in der Bevlkerung zunehmend steigt. Matthias Popp, Bayern Wissenschaftler warnt vor Verschleppung der Energiewende, Neue Presse, 13. September 2014 Die Energiewende ist dilettantisch aufbereitet und katastrophal, resmierte Frank Rebhan. Oberbrgermeister einer bayerischen Kommune Brger drehen nicht am Rad, Neue Presse, 8. Oktober 2014 Wenn sie [die Energiewende] so planlos gemacht wird,