BUNDmagazin BaWü 3/2014: Lebendige Wälder

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    04-Apr-2016
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BUNDmagazin des BUND Landesverband Baden-Württemberg.

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  • [3-14]BUNDmagazin Baden-Wrttemberg 1

    Baden-WrttembergBUNDmagazin3-2014

    BUNDLandesverbandBaden-Wrttembergwww.bund-bawue.de

    Jobst K

    raus

    Editorial Guter Start | 2 | Intern Abschied Richard Landenberger | 2 |

    Aktuell TTIP ohne uns | 3 | Windenergie und Natur | 4 |

    BUND-Meldungen | 5 | Aktiv Buerliche Landwirtschaft | 6 7 | Naturschutz Lichte Wlder | 8 9 |Jugend Preiswrdige Kinderprojekte,Manfred-Mistkfer-Tipp | 10 | Der BUND wird jnger, MV, JAK in Stuttgart | 11 | Regionen Daimler-Teststrecke Immen- dingen, Fahrrad-Transporter, Regional- meldungen | 12 13 | Aktiv Umweltbildungstag 2014 | 14 | Neue AGs, Lernort Streuobstwiese | 15 |Termine Interview McMhre, Staatswald FSC-zertifiziert | 16 |

    Inha

    ltTTIP ohne uns! Seit gut einem Jahr wird nun das Transatlantische Freihandels- und Investitionsabkommen (TTIP) im Geheimen verhandelt. Was nach auen dringt, lsst nichts Gutes ahnen. Mehr Macht fr Kon-zerne, die Senkung von Umwelt- und Verbraucherstandards und das Unterlaufen demokratischer Spielregeln knnten uns mit TTIP bevorstehen. Zunehmend beschftigt sich eine kritische ffent-lichkeit mit der geplanten Vereinbarung zwischen den USA und der Europischen Union. Zu Recht regt sich heftiger Widerstand, meint auch der BUND Baden-Wrttemberg, und ruft zu hchster Wachsamkeit auf.Fortsetzung auf Seite 3

    Dieter Eide

    ns-Holl

  • gionalverband Rhein-Neckar-Odenwald geprgt. Ihm ist es wesentlich zu verdanken, dass der Regionalverband heute so erfolgreich und vielfltig ist, auch weil es ihm gelungen ist, viele Begabungen in die Ver-bandsarbeit zu integrieren und auch junge Erwachsene fr den BUND zu begeistern.

    Neben all dieser konstrukti-ven Arbeit liebte er die Konfrontation und die De-monstration. Schon Anfang der 80-er Jahre beteiligte er sich an den Protesten zum Ausbau der Startbahn West des Frankfurter Flughafens. Seine Leidenschaft fr den Mut zum offen bekundeten Widerstand zeigte sich auch in der Organisation und in der Teilnahme an zahlreichen Demonstrationen gegen die Nutzung der Atomenergie, insbesondere gegen das Atomkraftwerk Biblis.

    Wir vermissen Richard Landenberger sehr!

    Fr den Landesvorstand und den Regionalvorstand,Brigitte Dahlbender, BUND-Landesvorsitzende

    2 BUNDmagazin Baden-Wrttemberg [1-14]

    Liebe Leserinnen und Leser, ich freue mich, heute erstmalig als Landesgeschfts-fhrerin des BUND Baden-Wrttemberg dieses Edi-torial zu schreiben. Am 1. Juni habe ich meinen neu-en Arbeitsplatz in der Stuttgarter Landesgeschfts- stelle bezogen. Umgeben von einem motivierten Mitarbeiterstab sehe ich meinen zuknftigen Aufga-ben sehr zuversichtlich entgegen. Ich bin aber auch hufig im Land unterwegs und durfte dabei bereits viele positive, vertrauensvolle und konstruktive Be-gegnungen erleben. Fr diesen guten Start bedanke ich mich bei Euch und Ihnen ganz herzlich.

    Eins der ersten Themen, die mich gerade beschf-tigen, ist die geplante Novellierung des Landesjagd-gesetzes. Die AG Wald des BUND Baden-Wrttem-berg arbeitet seit rund zwei Jahren daran. Mittlerwei- le ist unsere umfangreiche Stellungnahme zum Ge-setzentwurf im Ministerium fr Lndlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) abgegeben. Ohne die Fachkompetenz, den Ideenreichtum und zahllose Arbeitsstunden der Aktiven der AG Wald wre eine solche Bandbreite an guten Vorschlgen niemals mg- lich gewesen. Ihnen gebhrt ein groes Dankeschn!

    Unsere Aktiven vor Ort sind immer hufiger mit den Planungen fr neue Windkraftanlagen befasst.

    Silke Re

    ents

    Edito

    rial

    Jetzt abonnieren: www.bund-bawue.de/newsletterDer Newsletter des BUND Baden-Wrttemberg informiert Sie monatlich aktuell ber unsere Projekte. Mit zwei Klicks sind Sie dabei.

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    Richard Landenberger ist im Mai diesen Jahres gestor-ben ein schmerzlicher Verlust fr alle Menschen, die ihn gekannt haben und fr den BUND.

    Richard Landenberger war von 1995 an 18 Jahre Mitglied im Landesvorstand und ber 19 Jahre bis 2014 im Regionalvorstand des BUND Rhein-Neckar-Odenwald. Er hat beide Gremien ganz wesentlich mit-geprgt. Er war ein brillanter intellektueller und kri-tischer Geist. Schon in den 90-er Jahren thematisierte er die Problematik neuer Technologien wie die Nano-technologie. Als Impulsgeber trug er ganz wesentlich zur Weiterentwicklung unserer Positionen bei. Die Aus- einandersetzung mit den Auswchsen unserer Wohl-standsgesellschaft war ihm ein Anliegen. Die Umset-zung der BUND-Studien Zukunftsfhiges Deutsch-land I und II brachte er in die Vorstandsarbeit ein und hatte so wesentlichen Anteil an unserer politi-schen Arbeit zur Umsetzung unserer Nachhaltigkeits-ziele in Baden-Wrttemberg.

    Richard Landenberger war dem BUND eng verbun-den und er hat auf allen Ebenen vom Ortsverband bis zum Bundesverband Spuren hinterlassen sei es als Regionalvorstand, als Vertreter seiner Region im Landesvorstand und als Bundesdelegierter oder als Kassenprfer des Bundesverbandes. Er hat den Re-

    Abschied von Richard Landenberger

    Da ist es gut, dass das Dialogforum Erneuerbare En-ergien und Naturschutz hilft, eine sachliche Diskus-sion rund um den naturvertrglichen Ausbau der Windenergie zu ermglichen. Denn oft gilt es, sich in schwierige Abwgungsprozesse einzubringen und manchmal ist es ntig, sich falscher Freunde zu er-wehren.

    Die vielen kompetenten und engagierten BUND-Aktiven in den Regionen sind das Rckgrat unseres Landesverbandes. Gemeinsam sind wir erfolgreich und treiben unser Land in nachhaltiger Richtung vo-ran. Wir werden in der Landesgeschftsstelle und den Regionen weiterhin gute Ansprechpartner bleiben und unsere Aktiven bei ihrer Arbeit tatkrftig unter-sttzen. Ich wnsche uns allen noch einen schnen Sommer!

    HerzlichIhre

    Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesgeschftsfhrerin

    BUND

  • Fortsetzung Seite 1

    TTIP ohne uns!Was die EU-Kommission uns verspricht, ist nicht we-nig. Weniger Handelshemmnisse und weniger Bro-kratie sollen mehr Wirtschaftswachstum und viele neue Arbeitspltze auf beiden Seiten des Atlantiks bringen. An diesen Zielen ist ja grundstzlich nichts zu kritisieren. Doch muss man sich die Frage stellen, ob und zu welchem Preis sie wirklich erreicht werden knnen und warum das Abkommen im Geheimen verhandelt wird. Nach allem, was wir bisher wissen, ist TTIP kein Versprechen, sondern ein Angriff auf Demo-kratie, Transparenz und Beteiligung.

    Die Politik entmachtet sich selbstWenn TTIP kommt, msste die europische Gesetzge-bung vorab mit den USA abgestimmt werden. Rege-lungen zum CO2-Aussto von PKW zu verschrfen, wre dann beispielsweise ein schwieriges oder sogar unmgliches Unterfangen. Hchst bedenklich sind auch die geplanten Investitionsschutzregelungen. Da-mit rumen die Staaten der EU international ttigen Konzernen mit Sitz in den USA oder einem EU-Staat grtmgliche Macht ein. Sie knnten knftig Staaten auf Schadensersatz verklagen, wenn Gesetzesnde-rungen oder Verwaltungsentscheidungen ihre Pro-jekte behindern. Darber sollen eigens eingerichtete Schiedsgerichte entscheiden, die nicht mit staatlichen Richtern, sondern mit Anwlten aus Wirtschaftskanz-leien besetzt wren. Berufungsmglichkeiten sind nicht vorgesehen, Urteilsbegrndungen sollen nicht verffentlicht werden. Es bestnde keinerlei Transpa-renz und Kontrollmglichkeit. Letztlich entmachtet die Politik sich dadurch selbst.

    Welche Auswirkungen Freihandelsabkommen mit Investitionsschutzklauseln haben knnen, dafr ist die Klage des Tabakkonzerns Philip Morris gegen Uru-guay ein sinnflliges Beispiel. Weil Uruguay harte Ge-setze zur Einschrnkung des Tabakkonsums erlassen hat, sah Philip Morris seine unternehmerischen Inte-ressen beschnitten. Also verklagte der Konzern den Staat auf zwei Milliarden Dollar Schadensersatz. Das macht deutlich, was auf die EU zukommen knnte. Sollte Deutschland nach Zustandekommen von TTIP versuchen, seine Umweltstandards anzuheben, stren-gere CO2-Ausstowerte fr PKWS einzufhren oder gar den Anbau gentechnisch vernderter Organismen zu verbieten, dann kme eine Klagewelle auf uns zu.

    Umweltstandards bleiben auf der StreckeViele wichtige Themen wie etwa die Nahrungsmittel-sicherheit oder die Agrarpolitik sind betroffen. Denn TTIP erffnet die Mglichkeit, in Zukunft Chlorhh-ner, Hormonfleisch und gentechnisch vernderte Le-bensmittel aus den USA zu importieren. Ein groes Problem besteht darin, dass die USA das Vorsorge-prinzip nicht kennen und auch keine entsprechende Kennzeichnungspflicht bei diesen Produkten haben.

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    In der EU muss ein Hersteller beweisen, dass ein Pro-dukt nicht schdlich ist. Kann er diesen Nachweis nicht fhren, kann ein Produkt verboten werden. In den USA ist das genau umgekehrt. Hier kann im Grundsatz jedes Produkt auf den Markt gebracht wer-den. Nicht der Hersteller, sondern Behrden, Wissen-schaft oder sogar die Brger selbst mssen die Schd-lichkeit beweisen. Das ist auch der Grund, wieso es in den USA kaum verbotene Chemikalien gibt. Nicht nur Umweltstandards und Verbraucherschutz werden zu groen Teilen auf der Strecke bleiben. Ebenso betrof-fen ist die Klima- und Energiepolitik, denn das hchst umstrittene Fracking soll erleichtert werden. TTIP wird auch die Liberalisierung ffentlicher Dienstleis-tungen vorantreiben mit problematischen Folgen fr Abfall, Abwasser und Verkehr.

    Breiter Widerstand tut notZwar behauptet die EU-Kommission, europische Standards wrden bei den Verhandlungen nicht in-frage gestellt, doch das ist wenig glaubhaft. Die Politik verschweigt uns, dass mit TTIP eine Verschrfung von Umweltstandards enorm erschwert und das Vorsorge-prinzip weitgehend ausgehebelt wird. Das werden wir nicht akzeptieren. Deshalb ist der BUND auf allen Ebenen und gemeinsam mit vielen anderen Partnern dabei, den breiten Widerstand gegen TTIP zu organi-sieren. Viele Gruppen vor Ort arbeiten bereits an die-sem Thema. Ein beachtlicher Erfolg war die Demons-tration, die der BUND in Konstanz anlsslich der Umweltministerkonferenz im Mai organisiert hat. Seien wir weiterhin wachsam gegenber falschen Ver-sprechungen. Die prognostizierten 0,5 Prozent Wachs-tum in zehn Jahren, die TTIP bringen soll, sind ein viel zu hoher Preis fr den Verlust an Umweltstandards, Verbraucherschutz und Demokratie. Dr. Brigitte Dahlbender, BUND-Landesvorsitzende

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    Segler-Demons- tration des BUND gegen TTIP auf dem Bodensee. Mehr Aktionen baden-wrttembergischer BUND-Gruppen im Mantelteil auf Seite 36

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    Die Windenergie hat in Baden-Wrttemberg neben der Son-nenenergie das grte Ausbaupo- tenzial. So sieht es auch die grn-rote Landesregierung und hat die Messlatte hoch gelegt: Bis 2020 soll der Anteil der Windenergie an der Stromproduktion von heute etwa einem Prozent auf zehn Prozent

    wachsen. Das bedeutet einen Zubau von knapp 1.200 Windrdern. Der BUND Baden-Wrttemberg unter-sttzt diese Ziele, knpft sie aber an die Bedingung, den Ausbau naturvertrglich zu gestalten.

    Wenn wir aus Atom- und Kohlekraft aussteigen wollen, brauchen wir Alternativen. Doch nicht berall sind Windkraftanlagen gern gesehen. Manche Wider-stnde sind berechtigt, oft gilt es aber auch Vorurteile aus dem Weg zu rumen und festgefahrene Debatten zu versachlichen. Hier setzt das Dialogforum Erneu-erbare Energien und Naturschutz an. Die Beratung bei Konflikten vor Ort ist eine zentrale Aufgabe. Oft geht es darum, den Dialog aller Akteure wieder herzu-stellen und gemeinsame Lsungen zu ermglichen. Gerade in den letzten Monaten verzeichnet das Dia-logforum hier eine steigende Nachfrage.

    Wo luft es gut, woran hakt es gerade?Schaut man sich die Entwicklung der letzten Jahre an, dann fllt die Bilanz beim Zubau neuer Anlagen eher verhalten aus. Trotz neuer Planungsvorgaben wurden nur knapp ein Dutzend Windrder pro Jahr gebaut. Eine Trendwende deuten die aktuellen Zahlen des Um- weltministeriums an. Momentan liegen den Behrden Genehmigungsantrge fr knapp 250 Windenergiean-lagen mit einem Zubau-Volumen von 700 Megawatt vor. Allerdings ist durch einen Genehmigungsantrag noch kein einziges Windrad gebaut.

    Zentrale Probleme sind nach wie vor die Abstim-mung mit militrischen Belangen, mit der Flugsiche-rung und dem Deutschen Wetterdienst. Viele gute Standorte fallen von vornherein aus der Planung he-raus, nicht immer ist die Begrndung fachlich nach- vollziehbar. Zum Beispiel drfen die neuen, hheren Windenergieanlagen in einem 15-Kilometer-Radius um ein Wetterradarsystem des Deutschen Wetterdienstes momentan nicht gebaut werden. Je mehr Flchen aber pauschal ausgeschlossen werden, desto mehr steigt der Druck auf andere potenzielle Vorrangflchen.

    Windenergie + Natur = Mglich?!Auch die mangelnde Akzeptanz der Brgerinnen und Brger stellt konkrete Planungen vor Ort infrage. Vor allem die Vernderung des Landschaftsbilds sowie die Auswirkungen auf den Schutz der Natur beschftigen viele Menschen. Die meisten wrden wohl eine Land-schaft ohne jegliche sichtbare Infrastruktur bevorzu-gen. Nur: Was ist die Alternative? Umfragen belegen: Die Windenergie kommt im Vergleich zu den fossilen Energieerzeugungsformen gut weg. Auf die Frage, wel-che Stromerzeugung die Menschen in ihrer Nachbar-schaft gut finden, stimmt die berwltigende Mehr-heit fr die Windenergie. Oft steigt auch die Akzeptanz, wenn das Windrad steht. Viele ngste und Befrchtungen bewahrheiten sich also nicht.

    Windkraft nutzen Natur schtzenUns als Bund fr Umwelt und Naturschutz ist es ein zentrales Anliegen, dass Naturschutz und Windener-gie nicht gegeneinander ausgespielt werden. Zum Bei-spiel wenn es darum geht, den Abstand von Wind- energieanlagen zu einer Tierart, die darauf empfindlich reagiert, festzulegen. Denn nicht immer sind wind- energiesensible Tierarten in der Nhe von Windrdern gefhrdet. Fr einen Rotmilan, der am Waldrand br-tet und im Offenland jagt, stellt ein Windrad im Wald unter Umstnden keine Gefahr dar. Eine genaue Un-tersuchung vor Ort ist unabdingbar, um eine Gefhr-dung wirklich beurteilen zu knnen.Dr. Martin Kppel, Projektleiter Dialogforum

    BUND-Projekt-leiter Dr. Martin Kppel (li.) im Gesprch mit dem Vertreter einer Brgerinitiative

    Dialogforum Erneuerbare Energien und Naturschutz2012 haben BUND und NABU in Baden-Wrttemberg das Dialogforum gemeinsam ins Leben gerufen. Die beiden Projektleiter Dr. Martin Kppel (BUND) und Heike Schmelter (NABU) sind Ansprechpartner fr die verschie-densten Akteure rund um den Ausbau der Erneuerbaren Energien mit Schwerpunkt Windenergie. Ihre Bilanz kann sich sehen lassen: Innerhalb von knapp zwei Jahren konnten sie in ber 60 Fllen beraten. Mit rund 35 Veran-staltungen, mit Vortrgen, Prsentationen und Stnden hat das Dialogforum ber 3.000 Personen direkt erreicht. Gut angenommen werden auch der Beteiligungsleit-faden und der Faktencheck Windenergie. Das Ministeri-um fr Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Wrttemberg frdert das Projekt und bewilligte nun eine Verlngerung bis August 2016.

    Rund 140 Akteure aus Wind-branche, Verwaltung und Naturschutz suchten auf einer Groveranstaltung am 28. Juni in Fellbach nach gemeinsamen Lsungen. Den Erffnungsvor-trag hielt Ministerprsident Winfried Kretschmann.

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    www.bund-bawue.de/dialogforum

    4 BUNDmagazin Baden-Wrttemberg [3-14]

    Der Zubau von Windenergieanlagen und der Schutz der Natur sind nicht immer leicht unter einen Hut zu bringen. Hier setzt das Dialogforum Erneuerbare Energien und Naturschutz von BUND Baden-Wrttemberg und Natur-schutzbund (NABU) an. Es bringt die Akteure an einen Tisch und sorgt fr konstruktive Lsungen.

  • Als groen Erfolg seiner dageGEN-Kampagne wertet der BUND Ba-den-Wrttemberg den Erlass der Landesregierung in Sachen Gen-technik vom Mai dieses Jahres. Er untersagt knftig die Verwendung von gentechnisch vernderten Or-ganismen (GVO) in einem Abstand von 3.000 Metern um die Auen-grenzen von Naturschutzgebieten sowie um die Kern- und Pflegezo-nen des Biosphrengebiets Schw-bische Alb. Damit ist das Kabinett der zentralen Forderung des BUND gefolgt. Im vergangenen Jahr hatte

    der BUND im Rahmen seiner Kam-pagne in kurzer Zeit rund 10.000 Unterschriften fr die Forderung nach einem solchen Schutzgrtel gesammelt. Der Abstand von 3.000 Metern orientiert sich am Flugradi-us der Honigbiene. Dass diese For-derung juristisch machbar ist, hatte der BUND durch ein Rechtsgutach-ten besttigen lassen. Er geht nun davon aus, dass die Regelung mit der anstehenden Novellierung des Naturschutzgesetzes in Baden-Wrttemberg Gesetzesrang erhlt. Bleibt zu hoffen, dass der Erlass

    Nachahmer in anderen Bundesln-dern findet. Die Bundesregierung hatte im Koalitionsvertrag angekn-digt, der ablehnenden Haltung der Bevlkerung gegenber der Agrar-Gentechnik endlich Rechnung zu tragen Baden-Wrttemberg hat nun gezeigt, wie es praktisch gehen kann. Wenn mit der Gesetzesnovelle der Umfeldschutz konsequenter-weise auf Natura 2000-Gebiete aus-gedehnt wird, werden damit ber 96 Prozent der Landesflche frei von gentechnisch vernderten Organis-men bleiben.

    Mit einem Spatenstich begannen offiziell die Arbeiten am ersten Wildtier-Trittstein bei Herrenberg und Nufringen. Er ist Bestandteil des ersten groen baden-wrttem-bergischen Wildkatzenkorridors, der auf einer Lnge von drei Kilometern den Schwarzwald mit dem Schn-buch verbinden soll. Den Rahmen bildet das bundesweite BUND-Pro-jekt Wildkatzensprung. Auf dem 3.000 Quadratmeter groen Areal

    pflanzten Mitarbeiterinnen und Mit-arbeiter des BUND Baden-Wrttem-berg sowie zahlreiche Untersttzer rund 120 Bume und Bsche. Sie sollen der Wildkatze und anderen Wildtieren Schutz und Deckung ge-ben. Von den Grnen Korridoren profitieren neben der Wildkatze auch viele andere Tiere wie Luchs, Hasel-maus und Baummarder. Nur durch die enge Zusammenarbeit mit dem Landkreis, den Kommunen und be-sonders den Landeigentmern und Bewirtschaftern knnen solche Pro-jekte verwirklicht werden. Beim Ortstermin waren denn auch der Bblinger Landrat Roland Bernhard, der Umweltbeauftragte der Stadt Herrenberg Jrgen Baumer und die Nufringer Brgermeisterin Ulrike

    Landesregierung folgt BUND-Forderung gegen Gentechnik

    Binninger gemeinsam mit von der Partie. Das BUND-Projekt luft voraussichtlich noch bis Dezember 2015 weitere Trittsteine in Zusam-menarbeit mit der Stadt Herrenberg, der Gemeinde Nufringen, der Flur-neuordnungsbehrde und Privat-personen sind in Planung. Um den Kauf der Flchen finanzieren zu knnen, bentigt der BUND Baden-Wrttemberg noch Untersttzung.

    Spatenstich im Wildtierkorridor Herrenberg-Nufringen

    Nach einer fast zweijhrigen Beteili-gungsrunde liegt nun der offizielle Gesetzentwurf fr das neue Landes-jagd- und Wildtiermanagement-Gesetz (JWMG) vor. An den rund 27 vorbereitenden Sitzungen nahm auch der BUND Baden-Wrttem-berg teil. Trotz des umfassenden Beteiligungsprozesses ist die ffent-liche Debatte um die Gesetzesnovel-

    Neues Landesjagd- und Wildtiermanagement-Gesetz

    le erneut aufgeflammt. Vor allem der Landesjagdverband bt sich wie schon zuvor in Opposition. Aber auch die Natur- und Tierschutzver-bnde sind mit manchen geplanten Regelungen nicht einverstanden. Sie kritisieren die zu kurze winterliche Jagdruhe und den erlaubten Schrot-schuss auf Vogelgruppen. Auch beim Kernpunkt des Gesetzes, dem

    sogenannten Drei-Schalen-Mo-dell, fordern sie Nachbesserungen. Das Modell regelt die Einordnung der Tierarten in die drei Schalen Nutzungs-, Entwicklungs- und Schutz-Management. Insgesamt wre das neue Gesetz aus Sicht des BUND aber ein ordentlicher Kom-promiss und ein gewaltiger Schritt nach vorn.

    Stichwort: Wildkatzensprung BUND-Spendenkonto-Nr. 4 088 100Sparkasse Singen-Radolfzell | BLZ 692 500 35IBAN DE64 6925 0035 0004 0881 00BIC: SOLADES1SNG Online-Spende: www.bund-bawue.de/spenden

    Aktuell informieren und mitdiskutieren www. facebook.com/BUNDbawue

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  • 6 BUNDmagazin Baden-Wrttemberg [3-14]

    Vielfalt und QualittVielfalt und Qualitt zeichnen die Arbeitsweise der Fa-milie Petrik aus. 50 Hektar bewirtschaftet die Familie mit ihrem Mitarbeiterstab im idyllischen Pfinztal-Berghausen stlich von Karlsruhe. Auf den Feldern wachsen Kartoffeln und verschiedenste Gemsesor-ten wie Mhren, Pastinaken und Krbis. Auch Weizen, Roggen, Dinkel und Hlsenfrchte gedeihen hier. Nach Mglichkeit sind es samenfeste Sorten, aus de-nen sich wieder neuer Samen gewinnen lsst. Dazu gibt es Hhner, einige Rinder und Ziegen, die allesamt an der frischen Luft leben. Als die Petriks 1986 den el-terlichen Hof bernahmen, haben sie sofort auf ko-logischen Anbau umgestellt. Und der Erfolg gibt ihnen recht. Ihre Produkte vermarkten sie zum Teil ab Hof,

    Buerliche Landwirtschaft

    Wir leben von der Natur

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    sie beliefern aber auch Biolden und ein Restaurant im nahen Karlsruhe. Die Petriks sind Biobauern aus berzeugung. Sie schtzen die vielseitige Arbeit, auch wenn sie manchmal anstrengend ist. Dieser Sommer-anfang war zu trocken, da heit es wssern und noch mal wssern. Mit den natrlichen Bedingungen klar-zukommen, das gehrt ganz wesentlich dazu. Manch-mal kommen Schulklassen oder Kindergartengruppen zu Besuch. Den Kindern zu zeigen, woher ihre Le-bensmittel kommen, das ist Helmut Petrik wichtig. Mehr Wertschtzung wnscht er sich von der Politik: Sie sollte den groen gesellschaftlichen Nutzen des kologischen Landbaus anerkennen und bercksich-tigen. Dazu gehrt eine verlssliche Frderung und Untersttzung, auch der regionalen Vermarktungs- strukturen.

    Wir schreiben das Jahr der familienbetriebenen Landwirtschaft. Auch viele BUND-Mitglieder beackern dieses Feld. Als ko-Bauern erzeugen sie gesunde Lebensmittel oder tragen als Schfer zur Landschaftspflege bei. BUNDmagazin-Redakteurin Gisela Hber stellt drei von ihnen vor.

    Die Ernhrung der Weltbevlkerung wird im We-sentlichen nicht von der Agrarindustrie, sondern von vielen kleinen Familienbetrieben sichergestellt. Auf diesen Nenner lsst sich der Welternhrungsbericht von 2009 bringen. Folgerichtig setzte die Generalver- sammlung der Vereinten Nationen hier einen Schwer-punkt und rief das Jahr 2014 zum Internationalen Jahr der familienbetriebenen Landwirtschaft aus.

    Sehr gut, sagt der BUND. Wir wnschen uns eine Bewirtschaftungsweise, die gesunde Lebensmittel er-zeugt, die liebenswerte Landschaften pflegt und die Artenvielfalt erhlt und frdert. Sie geht achtsam mit Tieren um, sorgt fr sauberes Grundwasser und gute Bden. Auerdem hat sie auch noch positive Auswir-

    kungen auf das Klima. Dazu braucht es viele Bue-rinnen und Bauern und viele Verbraucher, die fr re-gionale Lebensmittel anstndige Preise zahlen, damit diese Betriebe wirtschaftlich berleben knnen. Dazu braucht es aber auch eine Agrarpolitik, die mit dem Leitsatz ffentliche Gelder fr ffentliche Leistun-gen endlich ernstmacht und aufhrt, Steuermittel nach dem Grundsatz zu verteilen, Wer viel (Flche) hat, bekommt viel.

    Es gibt immer mehr Kooperationen zwischen BUND-Gruppen und Bauern im Land. Nicht zuletzt der Einsatz gegen die Agrargentechnik und fr gen-technikfreie Zonen hat zu neuen Bndnissen zwi-schen Naturschtzern und Bauern gefhrt.

    Die BUND-Positionen zum Thema unter: www.bund-bawue.de/landwirtschaft

    Helmut Petrik schtzt die vielseitige Arbeit.

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    Biolandwirt aus LeidenschaftHier ist es das halbe Jahr Winter und das halbe Jahr kalt. Frank Sieferts Hof liegt in 800 Meter Hhe ber dem Lautertal bei Mnsingen. Dem Vollerwerbs-landwirt gehen noch seine Frau und die Mutter zur Hand. Die Witterung ist eine stndige Herausforde-rung, aus der Siefert das Beste macht. Seine Triebfeder ist, stndig etwas Neues auszuprobieren. Deshalb baut er trotz des rauen Klimas auf der Schwbischen Alb neben Alblinsen, Getreide und Futterklee fr seine 55 Milchkhe auch den wrmeliebenden Hartweizen an fr schwbische Sptzle der besonderen Art. Das klappt auch deshalb, weil sein Abnehmer, ein regio-naler Teigwarenhersteller, mit an einem Strang zieht. Siefert setzt auf Nischenprodukte statt auf Massen-ware und auf bewusste Konsumenten. Da gibt es

    die, die mit dem Porsche beim Aldi vorfahren, beob-achtet Siefert. Und es gibt Leute mit kleinem Porte-monnaie, die sich ihr Bioweckle leisten. Als politischer Kopf, der er nunmal ist, treibt ihn diese Frage um:

    Was kann ein Bioweckle kosten, wenn es kolo-gisch erzeugt wurde? Der Verbraucher kann das nicht wissen, aber er kann informiert werden. Vielleicht kann der BUND mal einen Leitfaden dazu machen. Mit dem Bauernverband geht Siefert hart ins Gericht, in seinen Augen ist er ein Vertreter der Industrie. Von der Politik fordert er, sich strker auf die kleinen bu-erlichen Betriebe zu besinnen. Weniger Brokratie, Regeln, die Sinn machen. Und faire Preise fr eine Wirtschaftsweise, die nicht nur gute Produkte hervor-bringt, sondern auch unsere natrlichen Lebens-grundlagen erhlt. Fr diese Botschaft fhrt Siefert auch schon mal nach Berlin.

    Hterin der HerdenAuf verschlungenen Pfaden kam Barbara Zeppenfeld zur Schferei. Die gelernte Diplompdagogin machte eine Ausbildung zur Gemsegrtnerin. Whrend ihrer Lehrjahre in der Landwirtschaft zog es sie immer wie-der zu den Tieren hin. Heute betreibt Zeppenfeld eine Erhaltungszucht fr alte, einheimische Schafrassen wie das Waldschaf und das Krainer Steinschaf. Rund 100 Tiere, darunter eine Bockherde, hat sie zurzeit. Auf der Schwbischen Alb gibt es noch viele Streu-obstwiesen in steilen Hanglagen. Deren Besitzer sind froh, wenn Zeppenfelds Tiere sie beweiden und ihnen so das Mhen ersparen. Eine klassische Win-Win-Situ-ation. Kritisch beurteilt die gebrtige Stuttgarterin

    eine Landwirtschaft mit Hochleistungstieren, wie sie in der Milchviehwirtschaft oder in der Geflgelzucht gang und gbe ist. Da setzt sie lieber auf die alten, an-gepassten und robusten Rassen. Genau das ist ihr Ding und am Biosphrengebiet Schwbische Alb auch mehr als stimmig. Neben dem Verkauf von Zuchttieren wird auch die Wolle vermarktet. Ein wich-tiges Standbein sind ihre Angebote zur Umweltbil-dung. Damit stt sie bei den regionalen Bildungs-trgern auf offene Tren. Bei ihr lernen Kinder spielerisch den respektvollen Umgang mit den Tieren, sie werden mit der Vielfalt der Schafrassen und der Streuobstwiesen vertraut gemacht. Und beim Filzen der Wolle knnen sie so richtig rumpanschen wo drfen sie das sonst?

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    Frank Siefert bei der Hart-weizenernte. Im Winter wird geprft, wie der Hartweizen gekeimt ist.

    Barbara Zeppenfeld bei ihrer Bockherde, Htehndin Ronja passt auf.

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    flusst hat, gab es solche Strukturen nur an greren Flssen und temporr nach Strmen und Waldbrn-den. Mit dem Hochmittelalter brach im Zuge inten-siver Waldnutzung mit Weidetieren, Nieder- und Mit-telwaldwirtschaft die groe Zeit der Lichtwaldarten an. Whrend beim einschichtigen Niederwald nur die Stockausschlge gefllter Bume genutzt werden, blei-ben beim Mittelwald darber noch groe Bume ste-hen, die Frchte fr die Schweinemast und Bauholz liefern. Durch die zunehmend strikte Trennung von Wald und Nichtwald sowie die flchendeckende Einfhrung und Entwicklung reiner Hochwlder gin-gen diese Lebensrume in Deutschland weitgehend verloren. In gewissem Sinne haben naturnahe Wald-baukonzepte zu dieser Entwicklung sogar beigetra-gen, weil sie auf Kahlschlag verzichten und stattdes-sen die Nutzung von Einzelstmmen oder Gruppen propagieren.

    Was tun?Das Rad der Geschichte lsst sich nicht zurckdrehen. Es ist weder sinnvoll noch realistisch, die groflchige Wiedereinfhrung historischer Formen der Waldnut-zung zu fordern. Doch es sollte klare Vorgaben geben, lichte Waldstrukturen zu erhalten und damit den Lichtwaldarten ein dauerhaftes berleben zu ermg-lichen. Moderne Nutzungsformen knnten den alten Nieder- und Mittelwldern das ausschlielich Muse-ale nehmen. Der Bedarf ist da, denn die Nachfrage

    Auerhuhn und skulapnatter, Gelbringfalter und Groer Eichenbock brauchen lichte Wlder als Lebensraum. Doch dieser Waldtypus wird immer seltener und mit ihm seine angestammten Bewohner. Ein Pldoyer des BUND fr lichte Wald-strukturen im Waldland Baden-Wrttemberg.

    Sie kommen aus einer anderen Zeit: Auerhuhn und Haselhuhn, skulapnatter und Groer Eichenbock. Auch viele Wald-Tagfalterarten wie das Wald-Wiesen-vgelchen, der Groe und der Blauschwarze Eisvogel, Gelbringfalter oder Schwarzer Apollo gehren in diese Lebensgemeinschaft. Allen Arten ist gemeinsam, dass sie in lichten Wldern zu Hause sind. Und deshalb sind sie heute stark gefhrdet, vom Aussterben be-droht, wenn sie nicht bereits ausgestorben sind. Fr Restvorkommen mancher Arten wie den Blauschwar-zen Eisvogel trgt das Land Baden-Wrttemberg aus nationaler Sicht sogar besondere Verantwortung. Sie knnen derzeit wenn berhaupt nur durch spezi-elle Artenschutzprogramme gesichert werden.

    Lichte Wlder auf dem RckzugWas Auerhuhn und Co. zum berleben fehlt, sind lichte Wlder und halboffene Landschaften. Bevor der Mensch unsere Landschaft flchendeckend beein-

    Mehr lichte Momente fr den Wald!

    Waldweide mit Schafen oder Khen, wie hier im Schwarzwald, ist selten geworden (oben). Lichter Wald auf der Schwbischen Alb (rechts)

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  • [3-14]BUNDmagazin Baden-Wrttemberg 9

    krftige Lobby in der Flche, die sich fr die lichten Waldstrukturen und den Schutz der rar gewordenen Lichtwaldarten stark macht. Der BUND Baden-Wrt-temberg wird sich hier nach Krften einbringen.Christine Fabricius, Naturschutzreferentin und Kai-Steffen Frank, Ansprechpartner Wald beim BUND Baden-WrttembergGute Beispiele fr die Frderung von Lichtwaldarten finden Sie auch in unserem Weibuch Wald ab S. 73.

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    nach Wrmeenergie aus nachwachsenden Rohstoffen wie Hackschnitzel und Pellets wird auf absehbare Zeit hoch bleiben.

    Auch die Gestaltung der Waldinnen- und -auen-rnder mit viel Platz und abwechslungsreichen Struk-turen ist ein altes Anliegen des BUND an die Wald-wirtschaft. Fast berall fehlen unseren Waldrndern die breiten Saumstreifen aus Grsern, Krutern und Stauden, hufig auch Strucher und kleinwchsigere Bume. Die grozgigen bergnge vom Wald ins Of-fenland jedoch sind es, neben offenen Flchen nach Abholzung oder Sturmwurf, die die Lichtwaldarten bentigen. Hier knnten sich mit Waldweide-Pro-jekten auch BUND-Gruppen einbringen. Und schlie-lich mssen die Restvorkommen natrlich lichter Wl-der unbedingt erhalten werden. Gezielte Schutz- und Pflegemanahmen fr die kleinen Populationen der typischen Lichtwaldarten sind notwendig, damit sich diese Vorkommen im Idealfall wieder ausbreiten kn-nen (siehe auch Kasten rechts). Amtliche Lobby fr lichte WaldstrukturenVor allem bei den Bediensteten der Forstverwaltung gilt es ein neues Bewusstsein fr lichte Waldstrukturen und die selten gewordenen Lichtwaldarten zu schaf-fen. Das dazu notwendige waldkologische und wald-bauliche Wissen knnten die von der Forstverwaltung geplanten neuen Waldbautrainer und -trainerinnen vermitteln. Und nicht zuletzt: Wir brauchen eine tat-

    Mehr lichte Momente fr den Wald!

    Rettung ist mglich Die Restvorkommen des Gelbringfalters (Lopinga achine) in Baden-Wrttemberg sind vom Aussterben bedroht. Die Art bevorzugt lichte Wlder mit Sauer-grsern, die Futterpflanzen ihrer Raupen. Heutzutage existieren noch sehr wenige, isolierte Populationen in Oberschwaben, im Baar-Wutach-Gebiet und am sd-lichen Oberrhein. Gezielte Schutzmanahmen fhrten zu ersten Erfolgen.Der Schwarze Apollofalter (Parnassius mnemosyne)

    war frher auf der gesamten Albhochflche zu finden und gilt als stark gefhrdet. Seine Lebensrume sind lichte Waldrnder mit angrenzenden Talwiesen, Waldlichtungen und lichte Bereiche in Laubwldern.

    Erfolge brachten Projekte, bei denen Gehlze an Waldrndern regelmig ausgeschlagen wurden und sich der lichthungrige Lerchensporn als essenziell notwendige Wirtspflanze ausbreiten konnte. Heute existieren wieder einige Populationen im Oberen Donautal und auf der Mittleren Alb.

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    Groer Eichenbock (oben), Auerhuhn (links), skulapnatter (rechts)

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    Weibuch-Wald zu bestellen bei der BUND-Service GmbH: (077 32) 150 70, [email protected] oder im Internet einzusehen: www.bund-bawue.de/themen-projekte/wald

    Stefan

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  • 10 BUNDmagazin Baden-Wrttemberg [3-14]

    BUNDjugendBaden-WrttembergRotebhlstrae 86/170178 Stuttgartfon 0711-61970-20fax [email protected] www.facebook.com/ BUNDjugend.BW

    Zum Verwechseln hnlich! Das niedliche Fellknuel, das ber die Wiese hoppelt, ist ein Hschen. Oder doch ein Ka-ninchen? Der Krper eher klein und rundlich? Die Lffel zierlich, die Beine kurz? Da hoppelt eindeutig ein Kanin-chen. Und wahrscheinlich ist das gesellige Tier nicht alleine.Der Hase dagegen ist ein Ein-zelgnger. Du erkennst ihn an den langen Lffeln und der schmalen Figur. Mit langen Hinterbeinen macht er gewal-tige Stze, beherrscht das flin-ke Hakenschlagen und ist ein ausgezeichneter Lufer.

    Die gelb-schwarze Zeichnung tra-gen beide. Sie bedeutet: Vorsicht! Ich steche! Die Schwebfliege ahmt diese Warntracht allerdings nur nach, denn sie besitzt keinen Sta-chel und ist vllig ungefhrlich. Sie liebt Nektar und Pollen im Ge- gensatz zur Wespe, die meist andere Nahrung wie Insekten, Fleisch und Frchte frisst und im Sptsommer auch Kuchen und andere mensch-liche Speisen stibitzt.

    Beobachtest du die zierliche Schwebfliege, so erkennst du deut-liche Unterschiede zur greren Wespe: Mit ihrem Flgelpaar kann sie sehr schnell schlagen und in der Luft stehen. Bei Gefahr fliegt sie blitzschnell rckwrts oder seit-wrts. Und: Ihr fehlt die typische Wespentaille!

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    ippDer Naturtagebuch-Wettbewerb ist das erfolgreichste Projekt

    der BUNDjugend Baden-Wrttem-berg. Seit 20 Jahren animiert es Kinder, die Natur in ihrer Umge-bung wahrzunehmen und ihre Be-obachtungen in einem Tagebuch festzuhalten. Ob gemalt oder gebas-telt der kindlichen Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. ber 20.000

    Kinder haben bei den Wettbewer-ben seit 1993 mitgemacht.

    Jetzt hat die UNESCO den Wett-bewerb Naturtagebuch als Deka-de-Projekt zur Bildung fr nachhal-tige Entwicklung ausgezeichnet. Was verbirgt sich hinter diesem sperrigen Namen?

    Die Vollversammlung der Ver-einten Nationen (UN) stellte das Jahrzehnt bis 2014 weltweit unter das Motto Bildung fr nachhaltige Entwicklung. Die fr Bildung zu-stndige UN-Organisation UNESCO koordiniert die weltweiten Akti-vitten. Das Ziel der Dekade be-schreibt sie so: Sie soll allen Men-schen Bildungschancen erffnen,

    die es ermglichen, sich Wissen und Werte anzueignen sowie Verhaltens-weisen und Lebensstile zu erlernen, die fr eine lebenswerte Zukunft und eine positive gesellschaftliche Vernderung erforderlich sind.

    Projekten, die diese Ziele in greif-bare Praxis umsetzen, verleiht die UNESCO den Ehrentitel Dekade-Projekt. Auch eine ganze Reihe von

    Bildungsanstzen des BUND Baden-Wrttem-berg hat die UNESCO schon ausgezeichnet. Zum Beispiel das Pro-jekt Energiesprecher der kostation Frei-burg: Schlerinnen und Schler werden als Energiesprecher ihrer Schule ausgebildet und betreut und sind dann fr energiebewusstes

    Verhalten im Klassenzimmer zu-stndig. Oder das BUND-Kinder-gruppen-Regionalbetreuer-Projekt. Es schult pdagogisch und natur-interessierte Menschen, die rund 130 BUND-Kindergruppen im Land zu betreuen. ber 2.000 Kindern ermglicht dieses Angebot, regel-mig kleine und groe Wunder der Natur zu entdecken.

    Die Wrdigung der UNESCO ist fr alle Beteiligten Lob und Ansporn zugleich. Es besttigt sie, auf dem richtigen Weg zu sein und ermutigt sie, sich auch weiterhin fr den Erhalt der Natur ins Zeug zu legen.Mehr zum Naturtagebuch erfahren Sie unter: www.naturtagebuch.de

    Preiswrdig: Kinderprojekte des BUND

    Auswahl von der UNESCO ausgezeichneter BUND-Projekte: TeenieAktionsCamp der BUNDjugend Energiesprecherprojekt der kostation Freiburg BUND-Kindergruppen-Regionalbetreuer-Projekt Lebensraum Wiese: heimische Arten weltweite Vielfalt der kostation Freiburg

    Natur hautnah in einer Welt des BUND Heilbronn McMhre Die Powerpause der BUNDjugend und des BUND-Landesverbands

    Mehr dazu: [email protected]

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    kostation.de

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    Naturtagebuch-Projektleiterin Ladi Oblak (re.) mit ihrem Team

  • Mit unseren Medien immer auf dem Laufenden BUNDjugend-Newsletter abonnieren: www.bundjugend-bw.de/aktiv-werden/klatschmohn BUNDjugend-Zeitschrift kriZ abonnieren: www.bundjugend-bw.de/aktiv-werden/kriz

    Manchmal gilt es, die richtigen Fragen zu stellen, um Erfolg zu haben: Vor vier Jahren engagier-ten BUNDjugend und BUND in Baden-Wrttemberg den Sozialwis-senschaftler Peter Martin Thomas. Er sollte erforschen, wie sich der BUND verjngen kann. Thomas konzentrierte sich auf die Erfolgs-faktoren bei unseren aktiven Grup-pen. Das Ergebnis: Jugendliche zwischen 14 und 27 mit Interesse am BUND mchten in einer eige-nen und selbst organisierten Grup-

    Der BUND wird jngerAktion BUNDjugend in der Flche trgt Frchte

    pe sein. Sie brauchen die Hilfe der Erwachsenen bei der Raumsuche und bei der Kontaktvermittlung zu spannenden Fachleuten. Regionale oder landesweite Treffen der BUNDjugendlichen sind fr ihre Motivation wichtig.

    Gerstet mit diesen Erkenntnis-sen gingen Vorstand und Geschfts-fhrung der BUNDjugend 2010 mit neuem Konzept auf die jungen Mit-glieder, auf BUND-Geschftsstellen und -Gruppen zu. Verstrkt wird seither bei landesweiten BUND-

    jugend-Veranstaltungen fr die Grndung rtlicher Gruppen ge-worben. Neu hinzugekommen sind auch Aktiven-Treffen der unter 27-jhrigen BUND-Mitglieder. Die intensive Beratung der Ortsver-bnde und Geschftsstellen des Erwachsenenverbands liegt in der Hand von BUNDjugend-Geschfts-fhrer Reiner Baur und Jugendbil-dungsreferent Max Kemmner.

    2012 beschloss die Mitglieder-versammlung der BUNDjugend zustzlich ein breiteres Konzept zur Aktivenfrderung. Eine wichtige Rolle bei der Grndung und Stabili-sierung von BUNDjugend-Gruppen spielen unsere Absolvent/innen des Freiwilligen kologischen Jahres, unsere Bundesfreiwilligen, Prakti-kantinnen und Praktikanten.

    Sowohl die konzeptionelle Neu- orientierung als auch die gemein-samen Anstrengungen aller Betei-ligten tragen nun Frchte. Seit Anfang 2013 sind wir um sechs neue BUNDjugend-Gruppen reicher: Vaihingen/Enz, Tbingen, Eber-stadt (Kreis Heilbronn), Reutlingen, Bruhrain (Graben Neudorf und Umgebung im Kreis Karlsruhe) und Radolfzell. Max Kemmner und Reiner Baur von der BUNDjugend stehen bei Fragen rund um die Jugendgruppe mit Rat und Tat zur Seite: (07 11) 619 70-20, [email protected]

    Ich bin bei der BUNDjugend dabei ...

    weil ich es gut finde, etwas fr die Natur zu tun.Nicklas Mller

    Mitgliederversammlung der BUNDjugend Baden-Wrttemberg am 30. 11. 2014, 9.30 bis 15.00 Uhr,Interessierte und Aktive sind herzlich eingeladen. Tagesordnung, Ort und weitere Infos unter: www.bundjugend-bw.de/ mitgliederversammlung-2014

    Der Jugendaktionskongress (JAK) geht in diesem Jahr in den Herbstferien vom 25. bis 29. Oktober in Stuttgart ber die Bhne. Die BUNDjugend ist bereits fleiig mit den Vorbereitungen beschftigt. Alles wird sich um Suffizienz und Klimaschutz drehen, das Schwerpunktthema der BUND-jugend. Im Mittelpunkt steht die Frage, was man fr ein gutes Leben braucht und wie viel eigentlich genug ist. In einer Vielzahl unterschiedlicher Work-shops wird dieser Themenschwerpunkt beleuchtet.

    Der JAK bietet umweltinteressierten Jugendlichen die ideale Mglichkeit, Gleichgesinnte aus dem ganzen Land zu treffen, um gemeinsam zu disku-tieren und eine Menge Spa zu haben. Dazu tragen nicht zuletzt auch ein buntes Rahmenprogramm und leckeres Essen bei. Weitere Informationen unter: www.bundjugend-bw.de/jak, www.jugendaktionskongress.de, www.facebook.com/Jugendaktionskongress

    Kommt zum JAK nach Stuttgart!

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    [3-14]BUNDmagazin Baden-Wrttemberg 11

  • 220 Hektar Straen, Prf- und Prsentationsflchen erfordern die Rodung von rund 150 Hektar Wald. Damit will Daimler be- reits in diesem Oktober beginnen. Die Oberflche des Gelndes wird im groen Stil mit Baggern und Sprengungen umgemodelt: Erdbewegungen von 3,4 Millionen Kubikmeter Oberboden und Gestein stehen an. Whrend der etwa dreijhrigen Bauphase wird mit bis zu 300 LKW pro Tag gerechnet. Naheliegend, dass jetzt auch Rufe nach einer Umgehungsstrae fr Immendingen laut werden, die noch mehr Flchen verbrauchen und sensible Schutzgebiete beein-trchtigen wrde.

    Dass sich das Mega-Projekt so schnell und geruschlos realisieren lassen wrde, htte sich die Daimler AG noch vor drei Jahren sicher nicht trumen lassen. Tatschlich gibt es in der lndlichen Region zwischen Baar und Hegaualb offensichtlich weit mehr Zustimmung zu dem Projekt als Widerstand. Rund 300 Arbeitspltze soll das Prfzen- trum bringen. Dieses Pfund wiegt offenbar schwerer als der immen-se Landschaftsverbrauch und die Verdrngung bedrohter und des-halb EU-weit geschtzter Tierarten

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    Region Schwarzwald-Baar-HeubergFortschritt oder Grenwahn?Die geplante Daimler-Teststrecke in Immendingen ist in ihren Dimensionen verschwenderisch. Verschwinden werden allein 150 Hektar Wald, auch geschtzte Tiere sind bedroht.

    Auf einem Truppenbungsge-lnde der Bundeswehr sdlich von Immendingen soll auf 540 Hektar Flche das neue Daimler-Prfzentrum entstehen. Dazu ge-hren Teststrecken und -gelnde von gigantischen Ausmaen. Hin-sichtlich Flchenverbrauch und Bodenversiegelung handelt es sich um das derzeit grte Einzelbau-projekt in Baden-Wrttemberg.

    Ruarm ber den BodenseePremiere am Bodensee: Der Fhrbetrieb der Stadtwerke Kon-stanz hat als erste Reederei in Baden-Wrttemberg ber-haupt seine fnf Grofhren auf der Linie zwischen Konstanz und Meersburg mit Rupartikel-filtern ausgestattet. ber 900 Kilogramm Rupartikel werden so zustzlich pro Jahr aus der Abluft gefiltert. Fr diese freiwil-lige Nachrstung, die weit ber die gesetzlichen Umweltauflagen hinausgeht, hat der BUND den Fhren eine Umweltplakette verliehen. Der BUND wrdigt mit dieser Auszeichnung das Umweltengagement der Stadt-werke in einer Region, die von ihrer biologischen Vielfalt und den naturliebenden Touristen

    lebt. Der Verband hofft, dass mglichst viele Reeder in Baden-Wrttemberg und im benachbar-ten Ausland diesem Beispiel folgen.

    Auch bundesweit bernehmen die Stadtwerke Konstanz eine Vorreiterrolle. Denn in ganz Deutschland sind bis heute kaum mehr als ein Dutzend Binnen-schiffe mit Partikelfiltern ausge-rstet. Die Verantwortlichen bei den Stadtwerken sehen die Aus-

    zeichnung als Ansporn. Mittel-fristig soll die gesamte Weie Flotte auf dem Bodensee ru-arm verkehren. Stadtwildnis erlebenUnter dem Motto Stadtwildnis ldt der BUND am Hochrhein in diesem Sommer zu einem um-fangreichen Naturerlebnis-Pro-gramm ein. Der Titel ist nur scheinbar ein Widerspruch. Denn auch in unseren Stdten und Siedlungen gibt es viele unent-deckte Ecken und Flchen, die den vermeintlichen Gegensatz zwischen Stadt und Natur aufhe-ben. Immer mehr einst wilde Arten erobern stdtische Rume zurck. Hausfassaden dienen als Felsen fr Dohlen und Alpenseg-ler, Speicher als Hhlen fr Fle-

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    dermuse. Naturkorridore fr Pflanzen und Tiere machen Sied-lungen durchgngiger und vernet-zen Biotope miteinander.

    In der Ferienzeit von Juli bis Mitte September sind fnfzehn Veranstaltungen, Wanderungen, Besichtigungen und Fhrungen im Angebot. Interessante Ent-deckungen und praktische Infor-mationen erwarten die Teilneh-mer. Wchentlich finden Veran-staltungen fr Kinder, aber auch Erwachsene und Familien statt. www.bund.net/hochrhein

    12 BUNDmagazin Baden-Wrttemberg [3-14]

    wie Feldlerche, Baumpieper und Schlingnatter.

    Immerhin haben die Natur-schutzverbnde erreicht, dass ein wichtiges Element des Generalwild-wegeplans, ein Wildtierkorridor, der durch das Gelnde fhrt, erhalten bleibt. Dazu wird das Areal, das mit einem 2,5 Meter hohen und circa 20 Kilometer langen Zaun umgrenzt wird, zweigeteilt. Mit der natur-schutzfachlichen Kompensation dieses Bauvorhabens sind die Ver-bnde aber alles andere als zufrie-den. Die Daimler AG hatte zunchst eine vorbildliche Kompensation mit Stern in Aussicht gestellt. Davon ist allenfalls das fr die be-hrdliche Genehmigung erfor- derliche Minimum brig geblie-ben. Hier sind deutliche Nachbes-serungen notwendig, fr die der BUND weiter kmpft.Christine Fabricius,Naturschutzreferentin

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    Geplante Test-strecke bei Immendingen, Schlingnatter und Feldlerche mssen weichen (oben rechts).

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    Region StuttgartKofferraum ohne Auto

    Durch ein gekipptes Bauvorha-ben wurde die BUND-Gruppe Blaustein auf die Winterhalde aufmerksam und sorgt nun dafr, dass diese Kulturlandschaft er-halten bleibt. Nachdem die Ge-meinde die groben Arbeiten einem Forstunternehmen ber-tragen hatte, sorgte der BUND fr die Nachpflege. Die Aktiven lich-teten Feldhecken und legten Steinmauern frei. So entstand neuer Lebensraum fr Pflanzen wie verschiedene Wolfsmilchge-wchse und die seltene Kchen-schelle. Auch die sonnenhungrige Zauneidechse fhlt sich in den Steinmauern wohl. Den Einsatz der BUND-Gruppe wrdigte in diesem Jahr der Zwiefalter Natur-fonds. Aus dem Wettbewerb, den die Zwiefalter Klosterbrauerei

    auslobt, ging die Gruppe als einer von sechs Preistrgern hervor. Bad Bank in HeilbronnEine Bad Bank zu errichten, ist viel leichter als man denkt. Mit einer phantasievollen Straenak-tion demonstrierten im Juni BUND und Aktionsbndnis Ener-giewende Heilbronn gegen aktu-elle Plne der Atomkonzerne. Die nmlich wollen das Risiko fr

    Rckbau und Entsorgung der Atomkraftwerke und ihrer radio-aktiven Hinterlassenschaften auf dem Rcken der Steuerzahler abladen. Auf dem Kiliansplatz inmitten der Stadt installierten die Aktiven eine symbolische Bad Bank; eine alte Gartenbank und ein zerbeultes Atommllfass mussten dafr herhalten. Das Motto der Aktion: Wir zahlen nicht fr euren Mll!. Die Aktiven sammelten zahlreiche Unterschriften gegen die Plne, das Atommll-Risiko auf die ffentliche Hand abzuwlzen. Auch ein Reporter vom SWR und ein Team des Regionalfernsehens L-TV lieen sich das Spektakel nicht entgehen.

    Kulturlandschaft erhaltenDie Winterhalde in Blaustein-Ehrenstein, gelegen im Verdich-tungsraum Ulm, gehrt zu den letzten Relikten des historischen Terrassen-Feldbaus im Blautal. Schon im Mittelalter hatten die Bauern die sonnigen Sdhnge fr den Gemseanbau genutzt. Fr den maschinellen Ackerbau wurde das kleinteilige Gebiet dann uninteressant.

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    [3-14]BUNDmagazin Baden-Wrttemberg 13

    Warum nicht zum tglichen Einkauf das Fahrrad nehmen? Fr den gesparten Sprit ist noch ein kleines Extra drin. Und nach-haltig ist es obendrein. Der BUND zeigt praktische Hilfen, die den Transport noch komfor-tabler machen.

    Immer mehr Menschen steigen auf das Fahrrad um. Auch fr die tgliche Einkaufstour eignet sich das Rad zumal, wenn man die Transportfrage gut gelst hat.

    Der BUND-Regionalverband Stuttgart und die BUND-Gruppe Herrenberg haben sich deshalb zum diesjhrigen Fahrradaktionstag im Mai dieses Themas angenom-men. Hufig reichen schon einfache Satteltaschen, um die alltglichen Einkufe nach Hause zu trans-portieren. Doch Anhnger mit Trolleyfunktion erweitern das Spek-trum; sie machen den Einkauf sehr bequem und helfen, auch grere Lasten zu bewltigen. Am BUND-Stand war zu bestaunen, wie man selbst Getrnkekisten, Groeinkufe oder Urlaubsgepck per Fahrrad-anhnger bequem und zeitgem Huckepack nehmen kann. Eine groe Auswahl aktueller Modelle

    stand auch fr eine kurze Probe-fahrt unter Last bereit.

    Wer im Alltag einen persnlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten mchte, ist mit dem Fahrrad gut be-dient. Entscheidend fr die Klima-bilanz beim Einkauf ist die Wahl des Verkehrsmittels, die zurckgelegte Strecke und die Menge des Einkaufs. Fr den grten Teil der alltglichen Besorgungen hat daher das Fahrrad unschlagbare Vorteile gegenber dem Auto.

    Was gut ist frs Klima, drfte auch den innerstdtischen Handel freuen. Denn der klassische Peda-leur meidet eher das Grne-Wiese-Einkaufszentrum. Als Stammkunde

    bleibt er dafr aber der wohnortnahen Versorgung sehr treu, so das Ergeb-nis einer Unter-suchung des ster- reichischen Lebens- ministeriums aus dem Jahr 2005. Die Fahrt mit dem Auto macht in den meisten Fllen die Klimabilanz eines Einkaufs zunichte. Auch wer nach den Kriterien regional,

    saisonal und bio einkauft, kann damit die schlechte Klimabilanz von PKW nicht ausgleichen.

    Jrgen Merks, Referent beim BUND-Regional-verband und BUND-Kreis- geschftsfhrerin Silvia Hmmerle prsentieren den Kofferraum ohne Auto.

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    Kompetente Bera-tung rund ums Rad am Stand der BUND-Gruppe Herrenberg

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    Umweltbildungstag 2014: Suffizienz als Lebensstil

    Zukunft fr die Natur, durch ein Vermchtnis an den BUND.

    Danke fr Ihre Untersttzung!

    Wir haben gemeinsam viel erreicht. Und wir haben viel vor. Die Zukunft der Natur beginnt jetzt. Mit Ihnen?

    Erbschaftsunterlagen unter www.bund-bawue.de/meine-erben 07732 1507-17

    Am 15. November rckt in Stuttgart wieder die Umweltbildung ins Zentrum.

    Der dritte landesweite Umweltbildungstag von BUND und BUNDjugend steht im Zeichen der Suffizienz. Hinter dem sperrigen Begriff steht eine Zukunftsvision: ein Lebensstil, der die Grenzen unse- res Planeten respektiert. Die AG Umweltbildung des BUND hat sich ein spannendes Programm zu diesem anspruchsvollen Thema einfallen lassen, das in Krze

    auch im Internet verffentlicht wird. So viel sei schon verraten: Auch in diesem Jahr wird das Vormittagspro-gramm durch Vortrge von Experten gestaltet. Ab dem Mittag bietet der Markt der Mglichkeiten vielen Ak-tiven Gelegenheit, gute Praxistipps vorzustellen. In verschiedenen Workshops werden sie interessierte Be-sucherinnen und Besucher durch das Programm be-

    gleiten. Die Veranstalter rechnen mit rund 100 Interes-sierten aus der schulischen und auerschulischen Umweltbildung sowie einigen NeueinsteigerInnen. Veranstaltungsort ist wieder Stuttgart. Wer vorab Infos mchte, kann sich bei Thomas Giesinger erkundigen: [email protected], Tel. (077 32) 1507-26

    Schon der Um- weltbildungstag 2013 zum Thema Wie ticken Ju-gendliche heute und mit welchen Inhalten und Kommunikations-

    formen erreichen wir sie? war ein groer Erfolg. In ihren Vortrgen gaben Dr. Edgar Gll, Institut fr Zukunftsstudien und Technologiebewertung Berlin, sowie Axel Schreiner, Leiter des BN-Naturschutzzen-trums Wartaweil und Sprecher des bundesweiten BUND-AK Umweltbildung, eine fundierte Einfhrung. Beide Referenten wussten die Zuhrerinnen und Zu-hrer mit ihren Schilderungen aktueller Forschungs-ergebnisse und persnlicher Eindrcke aus der beruf-lichen Praxis zu begeistern. Was die Umweltbildung im BUND Baden-Wrttemberg alles zu bieten hat, zeigten der praxisorientierte Markt der Mglichkeiten und viele Workshops ein beeindruckendes Schau-fenster vielfltigster Aktivitten! Der begonnene Ideen- und Meinungsaustausch kann nun beim Um-weltbildungstag 2014 intensiv fortgesetzt werden. Simone Naumann, Referentin der Landesgeschftsfhrerin

    Freiwillige sind unverzichtbar Ohne Bufdis und FJler wre der BUND um einiges rmer. 30 AbsolventInnen des Freiwilligen kolo-gischen Jahres, Bundesfreiwillige, Praktikantinnen und Praktikanten arbeiten bei BUND und BUND- jugend in Baden-Wrttemberg. Ihre Arbeit ist unge-mein wichtig, ihre Ideen bringen Farbe in unsere Gruppen. Normalerweise sind sie an vielen verschie-denen Einsatzorten im ganzen Land aktiv bei unse-rem landesweiten Workshop in Radolfzell am Boden-see kamen sie fr dieses Gruppenfoto zusammen.

    Infos, Anre-gungen und Gesprche bietet der Umwelt-bildungstag.

    Jetzt abonnieren: www.bund-bawue.de/newsletter Der Newsletter des BUND Baden-Wrttemberg informiert Sie monatlich aktuell ber unsere Projekte. Mit zwei Klicks sind Sie dabei.

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  • Ortsverband des Jahres dank vorbildlicher Landschaftspflege Der BUND Dietenheim an der Iller ist Ortsverband des Jahres: Der stellvertretende BUND-Landesvorsit-zende Stefan Flaig (rechts) verlieh den Ehrentitel an Ulrich Mller (links) und sein ideenreiches, fleiiges Team. An dem Wettbewerb zum Thema Landschafts-pflege hatten elf Gruppen teilgenommen. Die Dieten- heimer machten das Rennen.

    [3-14]BUNDmagazin Baden-Wrttemberg 15

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    Zwei neue Arbeitsgruppen hat der BUND Baden-Wrttemberg in diesem Frhjahr ins Leben geru-fen. Die Delegiertenversammlung Ende April gab da-fr grnes Licht.

    Eine gemeinsame Arbeitsgruppe von BUND und BUNDjugend wird sich um das Thema Suffizienz kmmern. Geplant ist zunchst die Erarbeitung einer Broschre mit guten lokalen Beispielen, um die ver-schiedenen Aspekte dieses schwierigen Themas greif- barer und anschaulicher zu machen. Die AG trifft sich erstmalig in den Sommermonaten. Wer teilneh-men mchte, kann sich bei Simone Naumann in der Landesgeschftsstelle melden: [email protected], Tel. (07 11) 62 03 06-19

    Die AG Marketing will Ideen fr die Vermarktung der BUND-Themen entwickeln. Dieser AG haben sich bereits einige BUND-Aktive angeschlossen, die in ihrer Region Marketing- und Fundraising-Erfah-rungen haben und sie auf Landesebene einbringen wollen. Die AG wird von Barbara Amann koordiniert: [email protected], Tel. (077 32) 15 07-17

    Neue landesweite Arbeitsgruppen

    Lernen auf der Streuobstwiese

    Streuobstwiesen sind ein idealer Ort, um mit Kin-dern, Jugendlichen und Erwachsenen die Natur zu entdecken. Es lohnt sich, Bewusstsein fr Wert und Schnheit dieses Lebensraums zu wecken. Fr Baden-Wrttemberg sind Streuobstwiesen besonders typisch und man findet sie fast in jedem unserer Landkreise. BUND-Fachleute haben ber die Jahre eine Vielzahl von umweltpdagogischen Angeboten und Aktions-ideen zum Streuobst entwickelt.

    Allein in diesem Jahr veranstaltete der BUND-Lan-desverband drei Seminare, um diese Ideen an pdago-gisch Ttige zu vermitteln. Eins davon fand im Mai in Eppingen, Kreis Heilbronn, statt. Beate Holderied ist Streuobst-Pdagogin und BUND-Landesbeauftragte fr Streuobst. Sie demonstrierte, welche Mglich-keiten sich bieten, auf spielerische Weise Wissen und Erfahrungen ber Streuobstwiesen zu vermitteln: Da ging es um Apfelbltenfeste und Vogelstimmen-abende. Auch selber Saft mit einer Obstpresse her- zustellen oder Kleintiere im Laubstreu zu entde- cken sind einprgsame Erlebnisse. Christoph Schulz, BUND-Jugendbeauftragter der Region Heilbronn, be-richtete ber sein Schulprojekt Vom Saft zur Wiese, von der Wiese zum Saft, in das 20 BUND-Kindergrup-pen und Schulklassen eingebunden sind. Danach pro-bierten die Gste des Seminars auf der vom BUND Eppingen betreuten Streuobstwiese selbst viele der pdagogischen Anstze aus. Zum Ausklang lieen sich die angehenden BUND-Aktiven die selbst hergestellte Wiesenkruterbutter schmecken. Informationen: [email protected]

    Gelungene PremiereDer erste Apfelbltentag des BUND-Kreisverbandes Biberach im Mai in Ingoldingen zog rund 200 Gste an. Bei Kstlichkeiten rund um den Apfel, einer fach-kundigen Fhrung ber die Streuobstwiese sowie einem Spiel- und Bastelprogramm fr die Kinder ka-men alle auf ihre Kosten. Eine Wiederholung ist geplant.

    Ralf Stolz

    Alois M

    ller

  • ImpressumHerausgeber: BUND-Landesverband Baden-Wrttemberg e.V., Marienstrae 28, 70178 Stuttgart, Telefon (07 11) 62 03 06-0, Fax-77, [email protected], www.bund-bawue.deVerlag: BUND-Service GmbH, Mhlbachstrae 2, 78315 Radolfzell-Mggingen, Telefon (077 32) 15 07-0V.i.S.d.P.: Sylvia Pilarsky-GroschRedaktion: Gisela Hber, [email protected]: Ruth Hansmann, Runze und Casper Werbeagentur GmbH, Telefon (030) 280 18-145, Fax: -400, [email protected]: Gorbach, Bro fr Gestal-tung und Realisierung, Utting am Ammersee und AugsburgISSNO 722-3188 BUNDmagazin E 3098 Postvertriebsstck, Gebhr bezahlt.Das nchste BUNDmagazin erscheint am 15. 11. 2014

    In vielen Schulen beherrscht immer noch Fast Food den Speiseplan. Um das zu ndern, rief der BUND Baden-Wrttemberg 2007 McMhre ins Leben. Das Projekt leitet Jugendliche an, an ihrer Schule eine Firma zu grnden. Ihre Aufgabe ist es, den MitschlerInnen und Lehrkrften ein gesundes Pausenfrhstck anzubieten. Zugleich sammeln die Jugend-lichen dabei berufspraktische Erfahrungen. Nach kurzer berzeugungs-arbeit wird das Projekt von den Schulen jetzt sehr gut angenommen. Finanzielle Untersttzung kommt von der Schwenninger Krankenkasse und der Stiftung Die Gesundarbeiter, die den teilnehmenden Schulen ein Startgeld bietet. Seit Juli 2011 liegt das Projekt in den Hnden von Birgit Eschenlohr. Eileen Leistner, derzeit FJlerin in der BUND-Landes-geschftsstelle, fhrte ein Interview mit ihr.

    Wenn die Medien mal wieder ber Fleischskandale berichten steigt dann auch das Interesse der Schulen an deinem Projekt?Tatschlich waren auf der didacta-Messe Ernhrung und Klimaschutz die gefragtesten Themen. Ich gehe darauf ein, indem ich verstrkt Kon-takte zwischen Schulen und Land-wirten herstelle und versuche, re-gionale Produkte zu bewerben. Das Thema Fleisch ist eh sehr kniffelig, wenn es in der Schule streng glubi-ge Muslime gibt. Daher sind Puten- und Hhnchenfleisch und vegeta-rische Produkte bei den Schler-firmen recht beliebt. Die gngigsten Gerichte sind allerdings Obstsalate, Brtchen oder Pizzabrot. Schon aus Kostengrnden achten die Schler-firmen ja auch darauf, mglichst wenig Abfall zu produzieren.

    Entwickelt sich McMhre weiter? Und was sind deine Plne fr die Zukunft?Relativ neu dazugekommen ist das McMhre kompakt-Konzept. Das sind ausgearbeitete Stunden-module ber einen Zeitraum von drei Wochen, in denen die Schulen das Projekt testen knnen und dann entscheiden, ob sie es weiterfhren mchten. Demnchst mchte ich gerne den Aspekt Bewegung integrieren. Die Schler sollen in Anlehnung an das Landesprojekt Radschulwege- planer-BW animiert werden, mit dem Fahrrad zur Schule zu kom-men oder zum Beispiel den Schulgarten aktiv zu pflegen. Das wrde das Thema Ernhrung gut ergnzen.

    Was macht eigentlich McMhre?

    Birgit, eine eigene Firma, das klingt nach viel Arbeit und Zeitaufwand. Wie knnen Schler das in ihrem vollgepackten Stundenplan unter-kriegen?McMhre lsst sich hufig in den Unterricht integrieren. Anknp-fungspunkte bieten zum Beispiel das themenorientierte Projekt Wirtschaft, Verwalten und Recht (WVR) oder das Wahlpflichtfach Mensch und Umwelt (MuM) an Realschulen. Manchmal werden

    dazu auch AGs ins Leben geru-fen, die Sozialar-beiter oder Ju-gendbegleiter untersttzen.

    Jede Schule ist anders, auch anders ausgestat-tet. Wie gehst du darauf ein?Zuerst schaue ich mir zusammen mit den Lehrkrf-ten die rtlich-keiten genau an.

    Ohne Kche gehts ja nicht. In Bri-gach mietete eine Schule zum Bei-spiel eine Kche in der Nhe an, eine andere baute mit Schlern und Eltern gemeinsam das Hausmeister-huschen um, viele nutzen aber die Schulkche oder einen Bistrobe-reich. Das Konzept wird also an die Bedrfnisse der Schule angepasst. Bestimmte Vorschriften sind aber immer einzuhalten, zum Beispiel in Sachen Hygiene.

    Seltenes Jubilum Seit 30 Jahren ist Ulfried Miller (6. v. re.), hier im Kreis seiner Mitstreiter, Geschftsfhrer des Ravensburger BUND-Naturschutz-zentrums. Selbst fr den BUND mit seiner treuen Mitgliederschaft ist das ein seltenes Jubilum. Sein besonderes Engagement wollen wir auch an dieser Stelle wrdigen.

    FSC-Zertifikat fr Baden-Wrttembergs StaatswaldIm Mai hat der Staatswald des Lan-des das Zertifikat fr nachhaltige Waldbewirtschaftung erhalten. Da-mit ist die im Koalitionsvertrag fest-geschriebene FSC-Zertifizierung abgeschlossen, die der BUND von Anfang an begleitet hat. Mit seinen 320.000 Hektar Waldflche ist der Staatswald Baden-Wrttemberg der grte FSC-zertifizierte Betrieb in Deutschland.

    FSC (Forest Stewardship Coun-cil) ist das marktgngigste Label fr nachhaltige Waldwirt schaft. Die kologischen und sozialen Stan- dards werden zuknftig deutlich hher sein als bisher, die Vermark-tung von Holz aus baden-wrttem-bergischen Wldern wird verbessert. Die Verwendung von Gift gegen Bor- kenkferbefall bei Holzpoltern wird es nicht mehr geben, ebenso Be-stnde mit einem hohen Anteil nichtheimischer Baumarten wie der Douglasie. Nach FSC-Kriterien be-wirtschaf tete Wlder sind mit Blick auf den Klimawandel zukunftswei-send, haben einen hheren Anteil an Alt- und Totholz und tragen zum Erhalt der Biodiversitt bei.

    Alexan

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