Ci Handelsimmobilien Report - rohmert- 12.10.2020 ¢  der Hahn German Retail Property Day...

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    18-Oct-2020
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  • Handelsimmobilien Report

    Ci es | Center | Developments

    Dr. Ruth Vierbuchen Chefredakteurin

    Liebe Leser, Oktober ist in der Immobilienwirtschaft traditionell „Expo-Zeit“. Dass in diesem Jahr alles ruhig und unaufgeregt ist, die Flut an Mailings über die diversen Veranstaltungen in den sechs Messe-Hallen in Mün- chen versiegt ist, genauso wie die Diskussionen über die Niedrig-Zins- Politik der EZB und ihre Auswirkungen auf den Immobilien-Markt, ist in Zeiten der Corona-Krise schon keine News mehr. Stattdessen stehen simple Informationen im Vordergrund, wie die, dass ab September in Bayern wieder Messen stattfinden dürfen. Und ganz wichtig: Dass sich das von Bund und Ländern ausgesprochene Verbot von Großveranstaltungen bis Ende 2020 eben „nicht auf Mes- sen“ bezieht, da hier eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen möglich ist – anders als beim Oktoberfest. Höchst interessant ist auch der Hinweis, dass internationale Messeteil- nehmer „unter Berücksichtigung definierter Einreisebestimmungen“ aus allen Ländern nach Deutschland einreisen können und die 14tägi- ge Quarantäne-Pflicht für Reisende aus „Risikogebieten“ vorerst ent- fällt, wenn sie einen negativen Corona-Test vorlegen können, der nicht älter als 48 Stunden ist. Im kontrollierten Rahmen geht in Deutschland also schon wieder einiges. Da aber der übliche Expo-Massenauftrieb mit der Anreise im Gedrän- ge übervoller U-Bahnen die Immobilien-Messe dann doch in die Nähe des Oktoberfestes rücken würde, findet die Veranstaltung 2020 ja bekanntlich als „Hybrid Summit“ statt, mit einer stark beschränkten Zahl von Besuchern und der Möglichkeit für den größten Teil der Community, sich online zuzuschalten. Die Zahl der Konferenzen ist immens. Wie das Konzept am 14. und 15. Oktober im Internationalen Congress Center München (ICM) bei den Teilnehmern angekommen ist, wissen wir dann am Ende des Summits. Die wichtige Botschaft einer solchen Veranstaltung ist aber, dass auch in Zeiten großer Verunsicherung ein Stück öffentliches Leben möglich ist. Die inzwischen ausreichende Zahl von verfügbaren Masken, Corona-Tests, Desinfektionsmitteln und Seife erlauben es, im Rahmen der Möglichkeiten die persönlichen Kontakte im kontrollierten Raum wieder aufleben zu lassen, die ja bekanntlich im Immobiliengeschäft – gerade in diesen Krisen-Zeiten – wichtig sind. Der Offline-Online-Kongress des German Council of Shopping Places, der Hahn German Retail Property Day und der Deutsche Handelsim- mobilien-Gipfel haben inzwischen gezeigt, dass die Branche erfolg- reich Präsenzveranstaltungen ausrichten kann. Für sie hat das beson- dere Symbol-Kraft. Denn nur wenn die Konsumen- ten sich trauen in die Einkaufslagen zu gehen, wird auch das Geschäft der Mieter und Betreiber gut lau- fen. Schon deshalb muss die Branche mit gutem Beispiel vorangehen.

    Nr. 331 vom 09.10.2020 Kostenlos per E-Mail - ISSN 1860‐6369

    Investmentmarkt: Marktakteure zeigen sich verhalten 28 Impressum: 28

    Editorial 1 Handelsimmobilien-Gipfel: Jeder Stadt fehlt heute ein Stück Dorf

    2

    Retail Real Estate Report: Der neue Trend heißt Omnichannel

    8

    Irebs German Debt Project: Erneu- ter Dämpfer nach kurzer Erholung

    11

    Einzelhandels-Konjunktur: Der Markt ist in drei Teile zerfallen

    13

    Innenstädte nach Corona: Stadt- mitte als Ort der Kommunikation

    16

    HBB GmbH: Besondere Zeiten erfordern besondere Ideen

    18

    Union Investment: Neuer Miet- vertrag für Karstadt in Wandsbek

    21

    Deutsche Euro Shop: Stetige Erholung seit dem Tiefpunkt im April

    22

    Sonae Sierra: Sichere Destina- tionen Shopping Center

    24

    Nachhaltigkeit: Eine echte Revo- lution für die Immobilienwirtschaft

    26

    Inhaltsverzeichnis

    Partner des HandelsimmobilienReport

    Sonderausgabe

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    Nr. 331 09.10.2020

    HandelsimmobilienReport

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    12. Deutscher Handelsimmobilien-Gipfel

    Jeder Stadt fehlt heute ein „Stück Dorf“ Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“

    Die Folgen der Covid-19-Pandemie haben den Druck gerade auf die Innenstädte drastisch erhöht, wie an den zahlreichen Insolvenzverfahren namhafter Innenstadt- Mieter abzulesen ist. Die Antwort auf die Frage: Wie werden die Innenstädte fit für die Zukunft?“ ist nach Einschätzung von Roland Schäfer, Ehrenpräsident des Deut- schen Städte- und Gemeindebundes, ein Gemeinschaftsprojekt. „Das gelingt nur, wenn wir das gemeinsam machen“, konstatiert der Ehrenpräsiden- ten des Deutschen Städte- und Gemeindebundes: „Einzelhandel und Kommu- nen werden Hand in Hand arbeiten müssen.“ Auch das Einzelhandelskonzept für die jeweilige Kommune sollte aus seiner Sicht mit allen Akteuren am Runden Tisch erar- beitet werden, von der Politik, den Immobilieneigentümern, dem Handel, den Woh- nungsbaugesellschaften und auch Vertretern aus der Kultur. Denn letztlich müssen die Konzepte umgesetzt und eingehalten werden.

    Das heißt für Roland Schäfer mit Blick auf die gängige Redewendung, dass „Einzelhändler gerne einzeln handeln“, aber auch, dass die Branche bei der Bewälti- gung dieser Herausforderung im Team zusammenarbeiten muss. Vor diesem Hinter- grund forderte er die Branchen auf, den Kontakt zu den Kommunalpolitikern zu hal- ten und ihre Wünsche vorzutragen. Zumal die Kommunen einzelnen Händlern in die- ser schwierigen Phase des Wandels auch Anstöße geben könnten und sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten (z.B. Bebauungspläne) die Baukultur mitgestalten und für einen attraktiven öffentlichen Raum zuständig sind.

    Mit Blick auf das bei Ansiedlung oder Umbau von Einzelhandelsimmobilien sehr rigide deutsche Planungsrecht betonte der Ehrenpräsident, dass man meistens einen Weg finden kann, der den Rechtsweg einhält, dem Einzelhandel aber auch entgegen- kommt. Wichtig ist aus seiner Sicht die Flexibilität bei besonderen Wünschen.

    Nach Beobachtung von Jan Hennig, Partner bei der Kanzlei GSK Stockmann, fehlt bei Kommunen aber häufig der Mut, etwa die Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans, die § 31 Abs 2 Baugesetzbuch (BauGB) ihnen einräumt, auch auszuspielen. Unter der Headline „Innenstädte brauchen mehr Geschwindigkeit – Änderungen im Planungsrecht“ befasste er sich mit der zentralen Frage, wo das deutsche Planungsrecht die zeitgemäße Anpassung von Handelsimmobilien behin- dert. Das gilt selbst für die zentralen Kerngebiete der Innenstädte, wo eigentlich al- les geht, was – wie der Einzelhandel – dahingehört.

    Doch kommt es auch vor, dass Teile der innerstädtischen Lagen nicht als reine Kern-

    Marktbericht HDE-Konsumbarometer: Verbraucher warten ab Die Bundesbürger nehmen beim Blick auf die nächs- ten drei Monate eine ab- wartende Haltung ein. Zwar steigt das HDE- Konsumbarometer im Oktober weiter an, ange- trieben von den optimisti- scheren Erwartungen an die Konjunktur. Gleichzei- tig geraten aber die Ein- kommenserwartungen ins Stocken und die An- schaffungsneigung sinkt. Hinzu kommt, dass das Infektionsgeschehen zuletzt wieder deutlich zu-

    genommen hat, während der wirtschaftliche Aus- blick in den aktualisierten Konjunkturprognosen opti- mistischer ist als noch im Sommer. Mit Blick auf ihr Einkommen sehen die Verbraucher aber offenbar keinen Automatismus zwi- schen der Konjunkturerho- lung und der Verbesse- rung des Einkommens.

    Gut besucht, aber mit gebührendem Abstand. Foto: Handelsimmobilien Report

    www.m-hit.de

    MÜNCHNER HANDELSIMMOBILIENTAG

    22. OKTOBER 2020 IN MÜNCHEN

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    Nr. 331 09.10.2020

    HandelsimmobilienReport

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    gebiete gelten. So wurde beispielsweise der Standort eines innerstädtischen Einkaufs- zentrums als Sondergebiet deklariert und im Bebauungsplan Quadratmeter-genau die zulässige Fläche einzelner Branchen festgelegt. Das macht es laut Hennig unmög- lich, solche Einzelhandelsimmobilien flexibel umzubauen. Hier werde die Innenstadt vor sich selbst geschützt. Das berühre auch jede Einzelhandelsentwicklung, die nicht unmittelbar im innerstädtischen Kerngebiet stattfindet, etwa in B-Lagen und an Nahversorgungstandorten.

    Dabei eröffnet § 1 Abs 1 und 7 BauGB den Kommunen die Möglichkeit, auf die Erstel- lung von Bauleitplänen zu verzichten, sofern sie es nicht für erforderlich halten. Den Einzelhändlern im Auditorium empfahl Hennig vor diesem Hintergrund, bei einer Pro- jektentwicklung auf ein maßgeschneidertes Planungsrecht zu verzichten, das in zehn Jahren nicht mehr stimme und den Umbau dann unmöglich machen könnte.

    Verschärft hat sich die Genehmigungspraxis bei Handelsimmobilien nach Hennigs Er- fahrung in den vergangenen 15 Jahren, wobei die Raumordnung, also die Landespla- nung, den Kommunen inzw ischen sehr genau vorschreibe, was sie dürften: „Es gibt sehr rigide Vorgaben.“ Das dürfte es den Kommunen, dem Einzelhandel und den Immobilieneigentümern nicht leichter machen, die Innenstädte in diesen harten Zeiten des Wandels, „fit für die Zukunft“ zu machen.

    Losgelöst von den Widrigkeiten der deutschen Planungspraxis für Retail Assets gilt für den Einzelhandel in diesen Zeiten, in denen laut Stephan Jung, Inhaber der Inoven- tiQ Group, nicht der CEO den Wandel des Unternehmens angeschoben hat, sondern die Covid-19-Pandemie, dass nur der überlebt, d