Cycle Safari

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Application Design for Tourists

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  • Cycle SafariServicedesign fr Radreisen

    Masterthesis von Nikolaus-Anton Kruch

  • Masterthesis Hochschule Konstanz KommunikationsdesignWintersemester 2012/2013

    Betreuung Prof. Brian SwitzerProf. Dr. Volker Friedrich

    Verfasser Nikolaus-Anton Kruch

    Cycle SafariServicedesign fr Radreisen

  • 4 | 5

    Inhaltsverzeichnis

    AbstractSeite 67

    1. EtappeRechercheSeite 837

    Zukunftsthema RadfahrenFahrradfreundliche StdteProduktentwicklungen

    RadtourismusDefinition von Radtourismus

    Angebot und NachfrageWirtschaftsfaktor RadtourismusTrends im TourismusTrends im RadtourismusReisebedrfnisse aus Nutzersicht

    ZielgruppenReisetypenRadurlauberPersonas

    DestinationenFallbeispiel Konstanz

    AngebotsgestaltungRadtouristische AngeboteQualittskriterienServicedesign

    GestaltungsbereicheMarketingOrientierungTouristische Informationen

    2. EtappeAnalyseSeite 38 51

  • Smartphone-ApplikationVoraussetzungenEntwicklung

    BenchmarkingRadtouristische ApplikationenAngrenzende InteressenFunktionsumfangPositionierung der Applikation

    BrainstormingGestaltungsmglichkeiten

    Visuelle SpracheTypografie und PiktogrammeFotografie

    PrototypenWireframesAnwendungsflleErkenntnisseTests im Anwendungskontext

    Strukturbaum der ApplikationFunktionsweise Filmszenario

    VermarktungStrategien

    3. EtappeGestaltungSeite 52103

    4. EtappeAusblickSeite 104-107

    QuellenverzeichnisSeite 108 109

  • 6 | 7

    Abstract

    Von jeder Reise komme ich verndert zurck. Dies stellte schon der eng-lische Schriftsteller William Maugham fest. Dabei ist es nicht unwesentlich mit welchen Erfahrungen. Wie machen Radreisen mehr Spass? Wie lassen sie sich gut vorbereiten und erleben? Die Masterthesis Cycle Safari geht diesen Fragen mithilfe von Studien, Experteninterviews und Tests, nach. Das Ergebnis, eine Smartphone-Applikation, vereint die gesammelten Erkennt-nisse und zeigt exemplarisch am Bodenseeradweg, auf was es in der Pro-duktentwicklung in diesem Bereich ankommt. Um radtouristische Produkte erfolgreich zu gestalten, mssen Aspekte aus unterschiedlichen Disziplinen zusammengefhrt werden. Die erste Etappe geht daher auf wichtige Aspek-te des Radtourismus, wie Marktforschungsergebnisse, aktuelle Entwicklun-gen und Zielgruppen, ein. Die zweite Etappe, die Analyse, beschftigt sich mit wichtigen Aspekten in der Gestaltung touristischer Angebote und fasst diesbezglich Erkenntnisse und Vorgehensweisen zusammen. In der drit-ten Etappe werden Produkte und Funktionen analysiert und Anforderungen an die gestaltete Smartphone-Applikation formuliert. Diese wird in einem iterativen Prozess mithilfe von Tests optimiert. Abschliessend zeigt der Aus-blick auf was bei der Implementierung und Vermarktung der Applikation im bestehenden Tourismussystem zu achten ist.

  • It is by riding a bicycle that you learn the contours of a country best, since you have to sweat up the hills and coast down them. Thus you remember them as they actually are, while in a motor car only a high hill impresses you, and you have no such accura-te remembrance of country you have driven through as you gain by riding a bicycle. Ernest Hemingway

  • Diese Etappe geht auf wichtige Aspekte des Radtourismus, wie Marktforschungsergebnisse, aktuelle Entwicklungen und Zielgruppen, ein.

    Recherche1. Etappe

  • 10 | 11

    Zukunftsthema Radfahren

    Fahrradfreundliche Stdte

    Nachhaltigkeit als Trend in unserer GesellschaftDas Fahrradfahren gewinnt in unserer Gesellschaft immer mehr an Bedeu-tung. Viele Millionen Deutsche nutzen es nicht nur zuhause, sondern auch im Urlaub. Das liegt auch an den Herausforderungen unserer Zeit, einen nachhaltigeren Lebenstil fhren zu mssen, denn dafr sprechen eine Rei-he gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und kologischer Bedingungen. Dazu gehren der demographische Wandel, mit dem ein steigendes Fitness- und Gesundheitsbewusstsein einhergeht, die klimatischen Vernderungen und die steigenden Energiepreise. Fahrradfahren macht Spass, hlt gesund, ist emissionsfrei und ressourcenschonend.

    Der KopenhageneffektInnovative Lsungen bezglich der Mobilitt mit dem Fahrrad und eine hohe Nutzerfreundlichkeit sind zu relevanten Themen in den Stdten geworden. Kopenhagen hat es vorgemacht und immer mehr Stdte in Europa und welt-weit wollen nun um diese Vorreiterrolle konkurrieren. Schaut man sich die Entwicklungen der letzten Jahre an, hat die Infrastruktur und die Anzahl der Radfahrer in vielen Stdten zugenommen. Das hngt auch mit der hufigen Prsenz der Fahrradkultur in den Medien zusammen. Diese Tendenz wird auch deutlich durch eine Untersuchung des Blogbetreiber und Fahrradlob-byisten "Copenhagenize ", der ein Ranking der fahrradfreundlichsten Stdte erstellt hat. Kriterien fr die Punktevergabe waren politsche, soziale, inf-rastrukturelle und stadtplanerische Aspekte. Auch in Deutschland sind es lngst nicht mehr nur die Fahrradhochburgen Mnster oder Hamm in Nord-rhein-Westfalen, sondern viele andere Stdte haben angefangen diesem Trend zu folgen. Das Auto bleibt aber weiterhin das Wunschverkehrsmittel der berwiegenden Mehrheit in Deutschland. Das grte Eroberungspoten-zial hat das Fahrrad bzw. das E-Bike jedoch gegenber dem ffentlichen Nahverkehr. In der Beliebtheit liegt das Rad deutlich vor Bus und Bahn, denn mit ihnen fhrt die Mehrheit nicht besonders gern. Nichtsdestotrotz zeigt der Kopenhageneffekt, von dem man auf der Klimakonferenz 2009 in Ko-penhagen sprach, seine Wirkung und das Fahrrad ist im Mobilittsmix der Stdte ein wichtiger Bestandteil geworden.

    [1] Tedxcopenhagen, 2012, online

    [2] Livable Copenhagen, 2012, online

    [3] Geeky bikers, 2012, online

    [4] ADFC, 2012, online

  • 1. Etappe | Recherche

    [1] Axel Dreyer, Rainer Mhlnickel, Ernst

    Ranking der fahrradfreundlichsten Stdte von CopenhagenizeRadfahrerzhler in Kopenhagen

  • 12 | 13

    Zukunftsthema Radfahren

    Produktentwicklungen

    E-Bikes und PedelecsDie neuesten Produktentwicklungen im Bereich der Fahrrder sind soge-nannte E-Bikes und Pedelecs. Diese ermglichen auch ohne besondere kr-perliche Anstrengung lngere und schwierigere Strecken, wie zum Beispiel im hgeligen Gelnde, zurckzulegen. Aus Grnden der Bequemlichkeit werden sie hufig auch im Stdtetourismus eingesetzt. Durch die steigende Akzeptanz dieser Rder erffnen sich fr neue Destinationen dadurch die Mglichkeit sich auf dem Radtourismusmarkt anzubieten. [1] Ein Beispiel eines besonders hervorstechenden E-Bike Konzeptes ist das Copenhagen Wheel. Das vom MIT (Massachussets Institute of Technology) anlsslich der Klimakonferenz in Kopenhagen entwickelte Antrieb ist ein Nachrstsatz fr jedes beliebige Fahrrad, das Bremsenergie in Antriebsenenergie umsetzt und mit verschiedenen Sensoren ausgestattet ist. So misst das Copenhagen Wheel whrend der Fahrt zum Beispiel Daten zu Temperatur, Luftfeuchtig-keit, aber auch zur CO2-Belastung. So erwnscht man sich eine nutzerge-nerierte Datenerfassung ber die Strecken in der Stadt. Als Steuerungs-einheit soll ein Smartphone dienen. Vorbereitungen fr die serienmssige Herstellung wurden bereits getroffen. [2] Beim Fahrraddesign geht der Trend immer mehr dazu die sperrigen Elektromotoren zu verbergen und sie in s-thetische Formen zu verpacken. Die grssten Autohersteller wie Smart oder Audi entwickeln und vermarkten ihre Fahrradprodukte regelmssig unter anderem auf internationalen Messen wie der Eurobike in Friedrichshafen und tragen dadurch entscheidend zum Image der Produkte bei. [3]

    ZubehrEs gibt eine Vielzahl an Zubehr, das zum Nachrsten des Fahhrads zur Ver-fgung steht. In diesem Zusammenhang sind Halterungen verschiedenster Smartphonemodellen und Fahrradnavigationsgerten zu erwhnen. Auch fr die Energieversorgung unterwegs gibt es eine Reihe von Entwicklungen. Zum Beispiel entwickelte die Busch & Mller KG fr den Einsatz bei Touren, in der Stadt und fr Pendler den lichtstarken Scheinwerfer 70 Lux Luxos. Der LED Scheinwerfer bietet zudem einen USB-Anschluss zum Laden von iPhone oder Navigationsgerten. [4]

    [1] Pedelecs, 2012, online

    [2] The Copenhagen Wheel, 2012, online

    [3] Smart E-Bike, 2012, online

    [4] Nachhaltig leben, 2012, online

  • 1. Etappe | Recherche

    Copenhagen Wheel

    Eurobikemesse Friedrichshafen Luxos Scheinwerfer mit Anschluss zum Laden von iPhone

  • 14 | 15

    Radtourismus

    Definition von Radtourismus

    Abgrenzung zwischen alltglichem Radfahren und RadtourismusDas Rad fahren wird hufig von Wissenschaftlern als ein Teil des Sport-tourismus betrachtet. Doch wann genau spricht man vom Rad fahren als Tourismusform, und wodurch unterscheidet sie sich vom alltglichen Rad fahren? Um diese Frage zu beantorten greift man auf eine relativ allgemeine Definition zurck, das Radfahren im Sinne des Tourismus verortet. Sport liegt vor, wenn gleichzeitig folgende Bedingungen erfllt sind: [1]

    Krperliche Bettigung: Diese stellt aber keine notwendige Bettigung (z.B. Gehen) dar und ist keine alltgliche Bewegungsformen (z.B. Einkau-fen gehen) Freiwillige und bewusste Bettigung Einem Selbstzweck dienend: dieser drckt sich in Motiven wie z.B. Spa

    haben, gesund bleiben oder Prestige erlangen aus. (Somit gehrt das Rad fahren zur Arbeit oder zum Einkaufen nicht dazu)

    Die Welttourismusorganisation (WTO) definiert Tourismus folgendermaen: Tourismus umfasst die Aktivitten von Personen, die an Orte auerhalb ihrer gewohnten Umgebung reisen und sich dort zu Freizeit-, Geschfts- oder be-stimmten anderen Zwecken nicht lnger als ein Jahr ohne Unterbrechung aufhalten.[2]

    Daraus leiten sich auch die Begriffsbestimmungen des Radtourismus und des Radurlaubs ab.

    [1] Dreyer, Mhlnickel, Miglbauer, 2012, S.3

    [2] UNWTO, 1995, S.7

  • 1. Etappe | Recherche