Der handelsimmobilien report nr 168

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    12-Mar-2016
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Städte, Zentren und Entwicklungen zum Markt der deutschen Einzelhandelsimmobilie.

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  • Liebe Leser, die Bedingungen auf dem deutschen Markt fr Handelsimmobilien sind uerst gnstig. Und welche Wertschtzung Retail Assets in Verbindung mit dem Thema Stadtentwicklung genieen, lsst sich am Mipim-Award fr den Dsseldorfer K-Bogen in der Kategorie Best Urban Regeneration Project ablesen. Untersttzt wird der Trend durch das gro-e Interesse der internationalen Investoren und des globalisierten Einzel-handels, fr den Deutschland Zielmarkt Nummer eins ist (Seite 8). Im Grunde sind das beste Voraussetzungen im Wettbewerb mit der Onli-ne-Konkurrenz. Denn gerade mit Blick darauf, dass der Einzelhandel, wie Rewe-Chef Alain Caparros feststellte, noch nicht wei, wohin sich der Online-Handel entwickelt und wie schnell sich der Wandel vollzieht, ste-hen nun Geld fr die Revitalisierung von Immobilien und neue Marken bereit. Neben einer Multichannel-Strategie, mit der sich der Handel in die Wahrnehmung der Digital Natives einklinkt, um den Anschluss an die junge Generation zu halten, muss der stationre Handel in Kooperation mit pfiffigen Gastronomie-Konzepten, mit attraktiven Angeboten in att-raktiven Geschften und in einer schnen Umgebung die Erlebnis-Realitt bieten, die die virtuelle Welt des Internets niemals bieten kann. Doch Einzelhandel und Handelsimmobilien-Spezialisten knnen den Bau der attraktiven und lebendigen Innenstadt nicht alleine bewerkstelligen. Professor Wolfgang Christ hat zweifellos recht, wenn er konstatiert, dass die Wende im Einzelhandel nur mit der Wende in der Stadt mglich ist. Das gilt vor allem fr die Klein- und Mittelstdte, in denen auch heute noch viele Bundesbrger leben und arbeiten, die aber in punkto Einzel-handel oft den Anschluss verlieren. Heute zeigen sich die Folgen eines schleichenden Prozesses, der mit dem Sterben des mittelstndischen Fachhandels begann, ber die Ausdn-nung des Angebotsmix und die beralterung der Immobilien in wachsen-den Leerstand mndete. Einzelne kreative Einzelhndler oder aktive Im-mobilieneigentmer allein knnen das nicht aufhalten. uerst wichtig ist deshalb das Bewusstsein der Politiker dafr, wie wichtig ein lebendi-ger Einzelhandel fr die Qualitt ihrer Stadt als Wohnort und auch als Arbeitsplatz ist. Das wurde von vielen lange ausgeblendet. Damit die Konzepte des Einzelhandels und die Investitionsbereitschaft der Investoren so kanalisiert werden, dass daraus eine breite Bewegung wird, sind Initiative und Moderation der Politik notwendig. Ein Positiv-beispiel war etwa die Aktion der Stadt Dannenberg. Um den Leerstand zu bekmpfen, wurden Immobilieneigentmer, potenzielle Mieter, Steu-erberater und Unternehmensberater an einen Tisch geholt. Mit befristeten Niedrigmieten wurden neue Mieter bei ihrem Start untersttzt. Ganz

    wichtig ist zudem eine Antwort auf die Frage, wie der mittelstndische Einzelhandel, der fr die kleinen Std-ten so bedeutsam ist, besser untersttzt werden kann. Denn viele verschwinden sang- und klanglos, weil es keine Nachfolger und keine Hilfe gibt.

    Nr. 168 vom 04.04.2014 Kostenlos per E-Mail ISSN 1860-6369

    Editorial 1

    Umfrage: Online-Handel zeigt noch wenig Einfluss auf die Expansion

    2

    Das Interview: Mit Susanne Klauner, Vorstandschefin der GRR AG

    6

    Expansionsziele: Der globalisierte Ein-zelhandel strebt nach Deutschland

    8

    ICSC-Kongress: Die Stimmung hat sich stark verbessert

    10

    Rewe Group: Die Investitionen der vergangenen Jahre zahlen sich aus

    12

    Center Navigator: Neupositionierung in einem segmentierten Markt

    14

    Hahn-Gruppe: Mindestens 2 neue Spe-zial-AIFs in diesem Jahr

    17

    Deutsche Euro Shop: Dividende soll bis 2016 stetig steigen

    18

    Schuhmarkt: Fachhandel will im Onli-ne-Geschft Fu fassen

    19

    Impressum 19

    Inhaltsverzeichnis

    Dr. Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin

    Partner des Handelsimmobilien Report

    Ihr direkter Weg zu uns!

  • Handelsimmobilien Report Nr.168

    Seite 2

    vom 04.04.14

    Cities & Center & Developments

    Update zum Hahn Retail Real Estate Report

    Online-Handel zeigt wenig Einfluss auf die Expansion Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin Handelsimmobilien Report

    Im Fachmarkt-Segment gehen die Uhren - ungeachtet der Online-Konkurrenz - noch anders. Die aktivsten Einzelhandelsunternehmen in Deutschland sind die klassischen Mieter der traditionellen Fachmarktlagen. Dazu gehren in immer wieder wechselnder Reihenfolge auf den Spitzenpltzen Unternehmen wie Rewe, Rossmann, dm, Edeka oder Aldi. Wie das Update zum Hahn Retail Real Estate Report im Mrz 2014 ergab, rechnet die Mehrheit der befragten Expansionsverantwortlichen aus dem Handel mit einer stabil hohen oder steigenden Flchennachfrage. Fr die Hlfte der Befrag-ten hat der Online-Handel noch keinen Einfluss auf die Expansionsplne. Immerhin 42,5% der Befragten gehen zudem davon aus, dass der Trend zu greren Verkaufsflchen zunehmen wird. Befragt hat die Hahn-Gruppe aus Bergisch Glad-bach fr ihr Update zum Retail Real Estate Report 40 Verantwortliche aus den Ex-pansionsabteilungen groflchiger Handelsunternehmen aus den Branchen Lebens-mittel (35%), Bekleidung (32%), Baumrkte (13%), Drogerie (10%) und Sonstige (10%). Um die Sicht der Anleger auf die Asset-Klasse groflchiger Ein-zelhandel abzubilden, wurden 30 Investoren aus den Bereichen Immobilienfonds, Immobilien AGs, Private Equity und Vermgensverwalter sowie Sonstige befragt. Wie gut die wirtschaftliche Lage und damit auch die Stimmung im groflchigen Ein-zelhandel zu Beginn des Jahres 2014 ist, zeigt der Blick auf die Umsatzerwartungen. Laut Hahn-Umfrage rechnen immerhin 70% der Befragten mit steigenden Umstzen - 2013 waren es nur 45% - und weitere 25% gehen von zumindest stabilen Umstzen aus (2013: 49%). Am optimistischsten blicken die Lebensmitteleinzelhndler und Bau-marktbetreiber in die Zukunft, heit es in der Studie. Bei den Lebensmittelhndlern waren es zwei Drittel. Dass in der Baumarkt-Branche alle Befragten mit steigenden Umstzen rechnen, drfte nicht allein an der guten wirtschaftlichen Lage liegen, sondern auch auf die Liquidation der Praktiker- und Max-Bahr-Kette zurckzufhren sein. Denn wenn die gemessen am Umsatz zweitgrte Baumarkt-Kette aus dem Markt ausscheidet, dann wird der Kuchen fr die Wettbewerber grer. Dass Baumrkte bei Investoren als Anlage dennoch mit groer Skepsis gesehen werden, nicht zuletzt wegen des restriktiven Bau-rechts, das eine Nachnutzung erschwert, ist eine andere Sache. Auf einem strammen Expansionskurs sind derzeit vor allem die Drogerie-Markt-Betreiber, die nach der Insolvenz des grten Wettbewerbers Schlecker noch weie Flecken auf der Deutschland-Karte sehen drften. Laut Hahn-Report rechnen alle aus

    Hoch bei Industrieklima beflgelt Stimmung Die Stimmung der Immobi-lienexperten bleibt unver-ndert gut. Mit 133,8 Zh-lerpunkten wurden im Mrz die guten Werte vom Janu-ar und Februar nochmals berschritten. Das geht aus der 75. Monatsbefragung des Deutsche Hypo Im-mobilienkonjunktur-Index hervor. Grund dafr sind vor allem die gestiegenen Ertrags- und Investment-aussichten im Industrieseg-ment. So konnte das In-vestmentklima an die posi-tiven Januar-Ergebnisse anknpfen und gegenber dem Vormonat um 2,6% auf 139,6 Zhlerpunkte steigen. Das Ertragsklima stieg um 0,5% auf 128,1 Zhlerpunkte. Das Indust-rieklima legte um beein-druckende 7,1 % auf 145,9 Zhlerpunkte zu. Kein an-deres Segment kann im Mrz ein so hohes Wachs-tum vorweisen. Das Wohn-klima verzeichnete einen Rckgang von 1,1% auf 158,4 Zhlerpunkte. Ob das Industrieklima mittel-fristig das Wohnklima ein-holen kann, bleibt abzuwar-ten. Das Broklima legte um 4% auf 129,6 Zhler-punkte zu, whrend das Handelsklima leicht um 0,2% auf 124,5 Zhler-punkte nachgab. Laut Deutsche Hypo setzt die "Immobilienkonjunktur" damit den Wachstumstrend im Mrz fort und erreicht 243,3 Zhlerpunkte.

    Heide: Das Modeunterneh-men Esprit hat in der Friedrichstrae 33 in Heide ca. 345 qm gemietet. Ver-mieter ist eine Privatper-son. Engel & Vlkers Commercial Bro Heide vermittelte den Mietvertrag.

    Marktbericht

    Deals

  • Handelsimmobilien Report Nr.168

    Seite 3

    vom 04.04.14

    Cities & Center & Developments der Branche Befragten (100%) mit steigender Flchennachfrage. Das war 2013 genau-so. Vorsichtiger sind die Expansionsleiter aus dem Bekleidungssegment. Denn wh-rend 2013 noch 61,5% eine steigende Flchennachfrage erwarteten, waren es im Mrz nur noch 30,8% der Befragten. Die Mehrheit (63,8%) erwartet eine stabile Nachfrage. Hier drfte die wachsende Online-Konkurrenz Wirkung zeigen. Der Einfluss des Internet-Handels, das besttigt auch das Update zum Retail Real Esta-te Report, ist in den Branchen noch sehr unterschiedlich. Insbesondere im Lebensmit-teleinzelhandel, wo der via Internet erzielte Umsatzanteil noch bei unter 1% liegt, ga-ben 85,7% der Expansionsleiter an, dass ihre Expansionsstrategie nicht vom Online-Handel beeinflusst wird. Fr die groen Lebensmittelanbieter erffnen sich heute schon deshalb Chancen, weil die Zahl der kleinen Lebensmittelhndler seit Jahren ste-tig sinkt, die Versorgung in den groen Stdten oft unterdurchschnittlich ist, wie etwa eine Studie von GfK Geomarketing besttigt und weil es einigen Unternehmen ge-lingt, mit neuen Konzepten in die 1A-Lagen zurck zu kehren. Untersttzt wird das durch die Bereitschaft vieler Bundesbrger, nach den zahlreichen Lebensmittelskanda-len mehr Geld fr Qualitts-Lebensmitteln auszugeben. Das erffnet dem knapp kalku-lierenden Lebensmitteleinzelhandel die Chance, mehr Geld fr Mieten in besseren La-gen auszugeben. Da mit Blick auf die Verunsicherung des stationren Handels durch die Online-Konkurrenz immer wieder die Frage diskutiert wird, ob die Hndler im Interesse der Flexibilitt krzere Mietvertrge bevorzugen, ist die Umfrage auch auf dieses Thema eingegangen. Ergebnis: 45% der Befragten