DER TAGESSPIEGEL Ein Leichtistschwer eigenwilliges Urteil ... · Wie funktioniert Hu-mor? Und...

of 2 /2
Wie funktioniert Hu- mor? Und warum? Das beschreibt Dr. med. Eckart von Hirschhausen von Sonntag an drei Wo- chen lang jeden Tag an dieser Stelle an konkreten Beispie- len. Derzeit ist der Arzt und Kabarettist mit seinem neuen Programm „Wunderhei- ler“ auf Tour, das in der Waldbühne vor zwei Wochen Premiere hatte. Tsp Pretoria - Im Gericht von Pretoria ge- schah am Freitag genau das, was sich be- reits am Vortag überdeutlich abgezeich- net hatte. Statt für einen Mord im Affekt oder eine bewusst in Kauf genommene Tö- tung wurde Pistorius von der schwarzen Richterin Thokozile Masipa nur noch we- gen der fahrlässigen Tötung seiner Freun- din aus einer Art Unachtsamkeit heraus verurteilt. Die Richterin sah es jedenfalls als erwiesen an, dass der Waffennarr bei seinen Schüssen auf die kleine Toiletten- türden Tod der dahinter befindlichen Per- son nicht in Betracht gezogen habe. Statt jedoch wie eine vernünftig handelnde Per- son in der gleichen Lage die Polizei zu alar- mieren oder vom nahen Balkon um Hilfe zu rufen, habe Pistorius „überstürzt gehan- delt“ und „übermäßige Gewalt“ einge- setzt, als er den vermeintlichen Einbre- cher mit geladener Pistole konfrontiert undvier Schüsse auf die Toilettentür abge- feuert habe. Mit dieser sehr eigenwilligen Ausle- gung des Tatverlaufs hat Pistorius nach Meinung fast aller Rechtsexperten sehr viel Glück gehabt, auch wenn ihm jetzt theoretisch noch immer zehn Jahre Haft drohen. Eine härtere Strafe ist schon des- halb möglich, weil die Richterin den Sport- ler zusätzlich wegen des nachlässigen He- rumhantierens mit einer geladenen Waffe in einem Restaurant für schuldig befand. Bei dem Vorfall hatte sich ein Schuss gelöst und war in den Boden einge- drungen – direkt ne- ben den Fuß eines Freundes. Überra- schend wurde Pisto- rius jedoch in einem weiteren Fall des Verstoßes gegen das Waffengesetz für nicht schuldig befun- den. So sollte er nach Aussagen von zwei Freunden im Anschluss an eine Polizeikontrolle aus Wut über das Vorge- hen des Beamten durch das geöffnete Son- nendach des Autos geschossen haben. Diese Version der Dinge wurde von der Richterin ebenso zurückgewiesen wie der Vorwurf, er habe illegal gefährliche Muni- tion in seinem Haus deponiert. Die Experten sind über das milde Urteil der Richterin und ihre Logik tief zerstrit- ten. Der Rechtsexperte David Dadic fin- det es nur schwer nachvollziehbar, dass die Richterin den Sportler als einen ausge- sprochen schlechten, ausweichenden Zeu- gen beschrieb, um am Ende dennoch in weiten Teilen seiner Darstellung zu fol- gen. Ebenso verblüffend sei, dass die Rich- terin die extrem emotionale Reaktion von Pistorius nach den tödlichen Schüssen als konkreten Beweis dafür wertete, dass die- serohne Tötungsabsicht auf die Toiletten- tür geschossen habe. Besonders umstrit- ten ist unter vielen Beobachtern jedoch die Interpretation der Richterin, dass Pis- torius keine Tötungsabsicht gehabt habe. James Grant, ein Rechtsexperte der Uni- versität Witwatersrand in Johannesburg, sagte, ihm falle es schwer zu verstehen, wie Pistorius vier Schüsse in eine winzige Toilette abfeuern aber nach Ansicht der Richterin nicht vorausahnen konnte, da- bei eine Person zu töten. Das Strafmaß wird möglicherweise erst in einigen Wo- chen verkündet. Wolfgang Drechsler Wir kommen aus Staub – wir werden zu Staub. Daher meinen die meisten Men- schen, es muss im Leben darum gehen, möglichst viel Staub aufzuwirbeln. Es ist doch paradox: Jeder Mensch meint von sich, er habe Humor. Gleichzei- tig kennen wir viele, die keinen haben. Das geht nicht auf. Wollen Sie wissen, zu welcher Gruppe Sie gehören? Ein kleiner Test: „Statistisch ist jeder dritte Deutsche hässlich. Wenn Sie jetzt einmal unauffäl- lig rechts und links schauen, und die bei- den neben Ihnen sehen ganz o.k. aus – ja dann – haben Sie Humor!“ Wenn ich das auf der Bühne sage, kann ich ziemlich sicher sein, dass die Men- schen lachen. Aber was, wenn Sie diese Zeitung lesen, und gerade niemand rechts und links von Ihnen sitzt? Dann ist es der perfekte Ein- stieg, um über das Wichtigste bei Wit- zen zu sprechen: nicht die Pointe, son- dern den Kontext. Was an „Witzeerzäh- lern“ nervt, ist ihre völlige Ignoranz der Situation gegenüber. Was guten Erzählern gelingt: mit einer klei- nen Geschichte, ei- nem Zitat, einem Bild oder einer Meta- pher und vielleicht auch einem Witz beim Gegenüber ein ganzes Feuerwerk an ge- danklicher Umstrukturierung zu errei- chen. Denn darum geht es beim Humor: die größte Freiheit in unserem Denken be- steht darin, freiwillig die Perspektive zu wechseln. Und deshalb ist es unfreiwillig komisch, wenn wir uns ertappen, in einer Denkfalle zu stecken. Wie der Betrun- kene, der im Kreis sich um eine Litfaß- säule herumtastet und ruft: „Hilfe, ich bin eingemauert!“ Für jeden Außenstehen- den ist es offensichtlich, dass er sich nur umzudrehen bräuchte, um frei zu sein. Nur er hält an der scheinbar endlosen Wand und seiner „Weltsicht“ fest. Warum es Witze und Humor gibt, und warum wir Lachen so genießen, darüber haben sich schon viele große Geister den Kopf zerbro- chen. Von Kant, Schopenhauer über Freud bis hin zu modernen Kognitions- wissenschaftlern bleibt es eines der gro- ßen Rätsel des Menschen. Eine der für mich überzeugendsten Theorien lautet: Menschen lieben einfache Erklärungen für die Phänomene um sie herum, und erliegen dabei oft Irrtümern über Ursa- che-Wirkungs-Beziehungen. So wie der Mann, der durch die Straße läuft und gefragt wird, warum er dabei ständig in die Hände klatscht. „Ich vertreibe die Elefanten.“ „Aber hier gibt es doch gar keine Elefanten.“ „Sehen Sie!“ Offenbar liefert der Humor die Möglichkeit, über seine eigenen falschen Annahmen über die Welt zu lachen und sie zu korrigie- ren. Deshalb ist es auch eines der si- chersten Anzeichen für jede Form von Ideologie, dass sie stets komplett hu- morbefreit daherkommt. Wer sich im Besitz der einzigen Wahrheit wähnt, der hält eine andere Perspektive gar nicht aus. Ein Mann hat sich beim Wandern ver- laufen. Endlich kommt er an einen Fluss, in der Hoffnung irgendwann eine Brücke und die Zivilisation wiederzufinden. Es kommt aber kein Pfad, keine Brücke, nichts. Da sieht er auf dem Acker auf der anderen Seite des Flusses einen Bauern, der sein Feld bestellt. Frohen Mutes ruft er hinüber: „Landmann, wie komme ich auf die andere Seite?“ Der Bauer überlegt eine Weile und ruft zurück: „Du bist schon auf der anderen Seite!“ Im Lachen können Widersprüche be- stehen bleiben, ohne dass sie aufgelöst zu werden brauchen. Unser Verstand will die Welt sortieren, die ist aber viel zu komplex, um sich in gut/böse, rechts/ links, richtig/falsch einteilen zu lassen. Es gibt drei Zustände der Seele, wo Wi- dersprüche existieren dürfen, ohne aufge- löst werden zu müssen: der Traum, die Psychose und der Humor. An der Nicht-Begreifbarkeit des Lebens kann man verrückt werden, man kann daran verzweifeln oder man kann darüber la- chen. Lachen ist die gesündeste Art und überhaupt nicht oberflächlich. Ein gro- ßes deutsches Missverständnis. Im La- chen akzeptiert man die Doppelbödigkeit des Seins. Schopenhauer meinte schon, jedes Lachen ist eine kleine Erleuchtung. In allen Religionen der Welt kommen humorvolle Geschichten als Transport- mittel für Paradoxien, Optimismus, Ver- ständnis und Heilung vor. Lachen hilft nachweislich gegen Schmerzen, senkt den Blutdruck und baut Stress ab. Lachen ist die beste Medizin – das weiß der Volks- mund schon lange. Seit 20 Jahren wächst das Interesse, Humor auch gezielt thera- peutisch einzusetzen, zum Beispiel in der provokativen Therapie, in der Hypnothe- rapie mit heilsamen Geschichten und Me- taphern oder auch mit Clowns in Kran- kenhäusern, die große und kleine Patien- ten aufmuntern, Hoffnung wecken und Lebensmut stärken. Ich unterstütze diese Bewegung von Anfang an und seit 2008 konkret mit meiner Stiftung „Humor hilft heilen“. Das Ziel: Spender und Akteure vernetzen, Ärzte, Pflegekräfte und Clowns weiterbilden und therapeuti- sches Lachen in Medizin, Arbeitswelt und Öffentlichkeit fördern. Aktuell lau- fen Workshops für Pflegekräfte und grö- ßere Forschungsprojekte zur Wirkung von Humorinterventionen bei stationä- ren Patienten nach einem Schlaganfall und ein ambulantes Training bei Herzpa- tienten. Und deshalb finde ich es auch gar nicht so abwegig, Ihnen als Arzt pro- phylaktisch ein bisschen Humor zu ver- schreiben, und zwar ab heute jeden Tag für drei Wochen. Was Sie davon einneh- men, bleibt natürlich Ihnen überlassen. Humor kann man ja nicht als Tablette ein- nehmen, nur als Haltung. Und wenn Sie durch diese kleine Humorheilkunde am Ende vielleicht einmal geschmunzelt ha- ben, einen Gedanken aus der Forschung mitgenommen und womöglich einmal je- mand anderen mit einem neuen Witz in ihrem Repertoire überrascht haben, ist das doch schon viel. Erwarten Sie bitte nicht, dass Sie laut la- chen beim Lesen. Lachen ist ein soziales Phänomen. Wir können uns ja auch nicht selber kitzeln, wir brauchen andere um uns „anstecken“ zu lassen. Dass einige die- ser Witze „funktionieren“, können die Le- ser bezeugen, die in meiner Show „Wun- derheiler“ in der Waldbühne waren. Wer nur einen Hammer als Werkzeug kennt, für den sieht jedes Problem wie ein Nagel aus. Was aber nicht heißt, dass eine Geschichte nicht auch „passend gemacht“ werden kann. Das genau ist die Kunst. Und jede Kunst erlernen wir weniger durch ein Handbuch oder Regelwerk, son- dern durch Imitation und Ausprobieren. Daher ist der wichtigste Schritt, wenn Sie Humor in Ihren Alltag einbauen möchten, Dinge genau beobachten zu lernen. Und sie dann zu adaptieren und ein Leben lang in der Kunst besser zu werden und zu rei- fen. Dass viele TV-Comedians zwischen 20 und 40 Jahre alt sind, liegt eher an den Flachbildschirmen und dem Wahn der „werberelevanten Zielgruppe“ als an der Tiefe ihres Humors. Gute Komiker sind wie guter Wein und lassen sich lagern. Ei- nige Loriot-Sketche sind solche Meister- werke, dass sie sich durch die Wiederho- lung nicht abnutzen, sondern immer wie- der neue Ebenen und Details offenbaren. Beim Humor ist es wie bei der Liebe oder dem Fußball: Die, die am meisten darüber reden, sind nicht die mit der größten praktischen Erfahrung. Es gibt drei Dinge, die man beachten muss, um garantiert witzig zu sein. Leider ist keines davon bekannt. Dennoch gibt es eine Handvoll Grund- regeln und Erfahrungen aus der Praxis. Ich verrate Ihnen gerne Stück für Stück, was ich aus der Witzetheorie und vor al- len Dingen aus Tausenden von Stunden auf der Bühne vor echtem Publikum ge- lernt habe. Und zwar auf die harte Tour, indem ich mich immer wieder fragte, wa- rum an dieser Stelle gelacht wurde, aber nicht da, wo ich es selber geplant hatte. 1. Ökonomie Komik ist Anti-Journalismus: Das Wichtigste kommt zum Schluss! Komik hat viel mit Ökonomie zu tun. Je weniger Worte gebraucht werden, um die Situa- tion klarzumachen, desto schwächer darf der Witz sein, der folgt. Wir alle nehmen es Witzeerzählern übel, wenn sie lang und breit die Vorgeschichte ausschmü- cken und nachher kommt ein müder Gag. Das Gleiche gilt für jede Form der „Auf- merksamkeit auf Kredit“. Je länger der Aufbau und die Hinführung zu einem Kunststück, desto stärker muss der Effekt sein, die Überraschung am Ende. Publi- kum und Vortragender haben eine unge- schriebene Vereinbarung: Ich, der Zu- schauer, investiere Zeit und Aufmerksam- keit, du, Vortragender, belohnst mich mit etwas, das diese Investition rechtfertigt. So fühlt man sich bei schlechten Witzen auch regelrecht „betrogen“ um seine kost- bare Zeit. Gleichermaßen bei einem schlechten Film oder einem Krimi, wenn sich am Ende die Stunden des Zuschau- ens oder Lesens nicht bezahlt machen. 2. Die Dreier-Regel Eine Linie wird durch zwei Punkte be- schrieben. Und weil wir geradlinig den- ken, erwarten wir, dass auch ein dritter Punkt auf der gedachten Linie liegen wird. Aber die Pointe liegt gerade nicht dort. Sondern ganz woanders. Ein Beispiel: Ein Mann geht frühmorgens im Nebel aufs Eis, um zu angeln. Er will sich gerade ein Loch hacken, da hört er eine tiefe Stimme von oben: „Hier gibt es keine Fi- sche!“ Er wundert sich, denkt, er habe das nur geträumt, und hackt weiter. Wie- der kommt die Stimme: „Hier gibt es keine Fische!“ Diesmal ist er sich sicher, das war keine Einbildung! Und ganz zag- haft wendet er seinen Kopf gen Himmel und fragt: „Herr, bist du es?“ „Nein“, antwortet die Stimme, „ich bin der Sprecher des Eisstadions!“ Die Pointe wäre beim zweiten „Hier gibt es keine Fische“ nicht so lustig wie beim dritten Mal. Sie würde beim sechs- ten „Hier gibt es keine Fische“ nicht noch besser werden. Im Gegenteil, zum Him- mel stinken. Daher: die Dreier-Regel. 3. Übung Jetzt sind Sie dran. Nehmen Sie sich ih- ren Lieblingswitz und beginnen Sie ihn zu erzählen, wenn die Gelegenheit es zu- lässt. Und Gelegenheiten kann man auch schaffen, zum Beispiel am Ende eines Te- lefonates fragen, ob der andere noch eine Minute hat, man hätte neulich einen Witz gehört, der könnte ihm gefallen. Wer wird da nein sagen? Und so hat man über den Tag die Chance, denselben Witz erst vielleicht noch mit Stichworten neben dem Telefon und dann später ganz frei zu erzählen, bis er in das eigene Re- pertoire übergeht. Und wenn Sie fünf gute Witze in ihrem Köcher haben, die Sie frei erzählen kön- nen, sind Sie schon besser als die meis- ten! Und deshalb schenke ich Ihnen über die nächsten drei Wochenjeden Tag einen aus meiner Schatzkiste. Was Sie damit machen, über- lasse ich Ihnen. Sie können ihn ausrei- ßen. Oder wegschmeißen. Oder sich. Aber vor allem, trauen Sie sich aus der Theorie in die Praxis, denn: Ein Mann betritt ein Bahnabteil, in dem bereits zwei Juden sitzen. Sie rufen abwechselnd Nummern, woraufhin der andere jeweils schallend lacht. „14!“ „Au ja, 14, sehr gut! 73!“ „73, hervorragend …“ Nachdem er dem seltsamen Schau- spiel eine Weile zugeschaut hat, traut sich der Mann zu fragen, was es damit auf sich habe. „Ganz einfach. Wir beide lie- ben Witze. Aber weil wir irgendwann uns alle Witze schon einmal erzählt hat- ten, haben wir unsere 100 besten durch- nummeriert und jetzt reicht es, die Num- mer zu sagen.“ Der Mann ruft daraufhin: „25!“ Von den beiden kommt keine Reak- tion. „Ist denn 25 kein guter Witz?“ „Doch, aber man muss ihn eben auch er- zählen können!“ Er hat großes Glück gehabt, sagen Experten Foto: Frank Eidel Hirschhausen D SERIE Foto: dpa Wie machen Sie das, Herr von Hirschhausen? Der Kabarettist in der Show „Wunderheiler“ vor zwei Wochen in der Waldbühne. Foto: Rückeis Was Witzeerzähler oft falsch machen, wenn sie beeindrucken wollen Gute Komiker sind wie guter Wein – sie lassen sich lange lagern Kommt ein Dalmatiner an die Kasse ... 36 DER TAGESSPIEGEL NR. 22 164 / SONNABEND, 13. SEPTEMBER 2014 WELTSPIEGEL Ein eigenwilliges Urteil Pistorius nur fahrlässige Tötung bescheinigt Von Eckart von Hirschhausen Leicht ist schwer Dr. med. Eckart von Hirschhausens „Kleine Humorheilkunde“ – ein Essay zum Start einer Serie mittel mittel schwer schwer Zahlenspiele für Kreuz- und Querdenker täglich in Ihrem Tagesspiegel! Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem 3 x 3 Kästchen alle Zahlen von 1– 9 stehen. Su do ku Su doku S d k u Jetzt online spielen unter www.tagesspiegel.de/sudoku Noch mehr Sudoku? täglich neue Rätsel 4 Schwierigkeitsstufen unbegrenzt spielen kostenlos zum Ausdrucken mit Regeln und Tipps Die Lösungen vom 12.09. 9 7 6 4 4 7 8 6 5 3 3 8 4 2 7 5 2 6 8 1 9 4 7 3 6 1 1 3 8 9 3 2 5 7 4 8 7 8 3 3 1 7 9 5 2 6 2 1 4 8 9 8 1 9 6 3 4 7 2 5 7 5 3 1 2 8 6 4 9 6 2 4 7 9 5 8 3 1 4 9 6 2 5 7 1 8 3 5 7 8 3 4 1 2 9 6 2 3 1 9 8 6 5 7 4 3 8 2 5 6 9 4 1 7 9 6 7 4 1 2 3 5 8 1 4 5 8 7 3 9 6 2 7 4 5 6 2 1 8 3 9 3 8 1 9 7 5 6 4 2 9 2 6 3 4 8 5 1 7 4 6 2 7 8 9 3 5 1 8 5 9 4 1 3 2 7 6 1 7 3 2 5 6 4 9 8 5 1 4 8 9 2 7 6 3 2 3 7 1 6 4 9 8 5 6 9 8 5 3 7 1 2 4

Transcript of DER TAGESSPIEGEL Ein Leichtistschwer eigenwilliges Urteil ... · Wie funktioniert Hu-mor? Und...

Page 1: DER TAGESSPIEGEL Ein Leichtistschwer eigenwilliges Urteil ... · Wie funktioniert Hu-mor? Und warum? Das beschreibt Dr. med. Eckart von Hirschhausen von Sonntag an drei Wo-chen lang

Wie funktioniert Hu-mor? Und warum?Das beschreibt Dr.med. Eckart vonHirschhausen vonSonntag an drei Wo-chen lang jeden Tagan dieser Stelle ankonkreten Beispie-len.

Derzeit ist der Arzt und Kabarettist mitseinem neuen Programm „Wunderhei-ler“ auf Tour, das in der Waldbühne vorzwei Wochen Premiere hatte. Tsp

Pretoria - Im Gericht von Pretoria ge-schah am Freitag genau das, was sich be-reits am Vortag überdeutlich abgezeich-net hatte. Statt für einen Mord im AffektodereinebewusstinKaufgenommeneTö-tung wurde Pistorius von der schwarzenRichterinThokozileMasipanur nochwe-gender fahrlässigenTötung seinerFreun-din aus einer Art Unachtsamkeit herausverurteilt. Die Richterin sah es jedenfallsals erwiesen an, dass der Waffennarr beiseinen Schüssen auf die kleine Toiletten-türdenTodderdahinterbefindlichenPer-son nicht in Betracht gezogen habe. StattjedochwieeinevernünftighandelndePer-sonindergleichenLagediePolizeizualar-mieren oder vom nahen Balkon um Hilfezurufen,habePistorius„überstürztgehan-delt“ und „übermäßige Gewalt“ einge-setzt, als er den vermeintlichen Einbre-cher mit geladener Pistole konfrontiertundvierSchüsseaufdieToilettentürabge-feuert habe.Mit dieser sehr eigenwilligen Ausle-

gung des Tatverlaufs hat Pistorius nachMeinung fast aller Rechtsexperten sehrviel Glück gehabt, auch wenn ihm jetzttheoretisch noch immer zehn Jahre Haftdrohen. Eine härtere Strafe ist schon des-halbmöglich,weildieRichterindenSport-lerzusätzlichwegendesnachlässigenHe-rumhantierensmit einer geladenenWaffe

in einemRestaurantfür schuldig befand.Bei dem Vorfallhatte sicheinSchussgelöst und war inden Boden einge-drungen – direkt ne-ben den Fuß einesFreundes. Überra-schendwurdePisto-rius jedoch in einemweiteren Fall desVerstoßesgegendasWaffengesetz fürnichtschuldigbefun-den. So sollte ernach Aussagen vonzwei Freunden imAnschluss an einePolizeikontrolle ausWutüberdasVorge-

hendesBeamtendurchdasgeöffneteSon-nendach des Autos geschossen haben.Diese Version der Dinge wurde von derRichterinebensozurückgewiesenwiederVorwurf,erhabe illegalgefährlicheMuni-tion in seinemHaus deponiert.DieExperten sindüberdasmildeUrteil

der Richterin und ihre Logik tief zerstrit-ten. Der Rechtsexperte David Dadic fin-det es nur schwer nachvollziehbar, dassdieRichterindenSportleralseinenausge-sprochenschlechten,ausweichendenZeu-gen beschrieb, um am Ende dennoch inweiten Teilen seiner Darstellung zu fol-gen.Ebensoverblüffendsei,dassdieRich-terin die extrememotionaleReaktionvonPistoriusnachden tödlichenSchüssen alskonkretenBeweisdafürwertete,dassdie-serohneTötungsabsichtaufdieToiletten-tür geschossen habe. Besonders umstrit-ten ist unter vielen Beobachtern jedochdie Interpretation derRichterin, dass Pis-torius keine Tötungsabsicht gehabt habe.James Grant, ein Rechtsexperte der Uni-versität Witwatersrand in Johannesburg,sagte, ihm falle es schwer zu verstehen,wiePistorius vier Schüsse in einewinzigeToilette abfeuern aber nach Ansicht derRichterin nicht vorausahnen konnte, da-bei eine Person zu töten. Das Strafmaßwird möglicherweise erst in einigen Wo-chen verkündet. Wolfgang Drechsler

Wir kommen aus Staub – wir werden zuStaub. Daher meinen die meisten Men-schen, es muss im Leben darum gehen,möglichst viel Staub aufzuwirbeln.Es ist doch paradox: Jeder Mensch

meint von sich, erhabeHumor.Gleichzei-tig kennen wir viele, die keinen haben.Das geht nicht auf. Wollen Sie wissen, zuwelcher Gruppe Sie gehören? Ein kleinerTest: „Statistisch ist jeder dritte Deutschehässlich. Wenn Sie jetzt einmal unauffäl-lig rechts und links schauen, und die bei-den neben Ihnen sehen ganz o.k. aus – jadann – haben Sie Humor!“Wenn ich das auf der Bühne sage, kann

ich ziemlich sicher sein, dass die Men-schen lachen.Aberwas,wennSiedieseZeitunglesen,

und gerade niemand rechts und links vonIhnen sitzt? Dann ist es der perfekte Ein-

stieg, um über dasWichtigste bei Wit-zen zu sprechen:nichtdiePointe,son-dern den Kontext.Wasan„Witzeerzäh-lern“ nervt, ist ihrevöllige Ignoranz derSituation gegenüber.WasgutenErzählerngelingt:miteinerklei-nen Geschichte, ei-nem Zitat, einemBildodereinerMeta-

pherundvielleichtaucheinemWitzbeimGegenüber ein ganzes Feuerwerk an ge-danklicher Umstrukturierung zu errei-chen. Denn darum geht es beim Humor:diegrößteFreiheit inunseremDenkenbe-steht darin, freiwillig die Perspektive zuwechseln. Und deshalb ist es unfreiwilligkomisch,wennwir uns ertappen, in einerDenkfalle zu stecken. Wie der Betrun-kene, der im Kreis sich um eine Litfaß-säule herumtastet und ruft: „Hilfe, ich bineingemauert!“ Für jeden Außenstehen-den ist es offensichtlich, dass er sich nurumzudrehen bräuchte, um frei zu sein.Nur er hält an der scheinbar endlosenWandundseiner „Weltsicht“ fest.WarumesWitze undHumorgibt, undwarumwirLachen so genießen, darüber haben sichschonvielegroßeGeisterdenKopfzerbro-chen. Von Kant, Schopenhauer überFreud bis hin zu modernen Kognitions-wissenschaftlern bleibt es eines der gro-ßen Rätsel des Menschen. Eine der fürmich überzeugendsten Theorien lautet:Menschen lieben einfache Erklärungenfür die Phänomene um sie herum, underliegen dabei oft Irrtümern über Ursa-che-Wirkungs-Beziehungen. So wie derMann, der durch die Straße läuft undgefragt wird, warum er dabei ständig indie Hände klatscht. „Ich vertreibe dieElefanten.“ „Aber hier gibt es doch garkeine Elefanten.“ „Sehen Sie!“ Offenbarliefert der Humor die Möglichkeit, überseine eigenen falschen Annahmen überdie Welt zu lachen und sie zu korrigie-ren. Deshalb ist es auch eines der si-chersten Anzeichen für jede Form vonIdeologie, dass sie stets komplett hu-morbefreit daherkommt. Wer sich imBesitz der einzigen Wahrheit wähnt,der hält eine andere Perspektive garnicht aus.Ein Mann hat sich beim Wandern ver-

laufen. Endlich kommt er an einen Fluss,in der Hoffnung irgendwann eine Brückeund die Zivilisation wiederzufinden. Eskommt aber kein Pfad, keine Brücke,nichts. Da sieht er auf dem Acker auf deranderen Seite des Flusses einen Bauern,der sein Feld bestellt. Frohen Mutes rufter hinüber: „Landmann, wie komme ichauf die andere Seite?“ Der Bauer überlegteine Weile und ruft zurück: „Du bistschon auf der anderen Seite!“

Im Lachen können Widersprüche be-stehen bleiben, ohne dass sie aufgelöst zuwerden brauchen. Unser Verstand willdie Welt sortieren, die ist aber viel zukomplex, um sich in gut/böse, rechts/links, richtig/falsch einteilen zu lassen.Es gibt drei Zustände der Seele, wo Wi-dersprüche existierendürfen, ohne aufge-löst werden zu müssen: der Traum, diePsychose und der Humor. An derNicht-Begreifbarkeit des Lebens kannman verrückt werden, man kann daranverzweifeln oder man kann darüber la-chen. Lachen ist die gesündeste Art undüberhaupt nicht oberflächlich. Ein gro-ßes deutsches Missverständnis. Im La-chen akzeptiertmandieDoppelbödigkeitdes Seins. Schopenhauer meinte schon,jedes Lachen ist eine kleine Erleuchtung.In allen Religionen der Welt kommen

humorvolle Geschichten als Transport-mittel für Paradoxien, Optimismus, Ver-ständnis und Heilung vor. Lachen hilftnachweislich gegen Schmerzen, senktden Blutdruck und baut Stress ab. Lachenist die besteMedizin – dasweißderVolks-mund schon lange. Seit 20 Jahren wächstdas Interesse, Humor auch gezielt thera-peutisch einzusetzen, zumBeispiel in derprovokativen Therapie, in derHypnothe-rapiemit heilsamenGeschichtenundMe-taphern oder auch mit Clowns in Kran-kenhäusern, die große und kleine Patien-ten aufmuntern, Hoffnung wecken undLebensmut stärken. Ich unterstütze dieseBewegung von Anfang an und seit 2008konkret mit meiner Stiftung „Humor hilftheilen“. Das Ziel: Spender und Akteurevernetzen, Ärzte, Pflegekräfte undClowns weiterbilden und therapeuti-sches Lachen in Medizin, Arbeitsweltund Öffentlichkeit fördern. Aktuell lau-fen Workshops für Pflegekräfte und grö-ßere Forschungsprojekte zur Wirkungvon Humorinterventionen bei stationä-ren Patienten nach einem Schlaganfallund ein ambulantes Training bei Herzpa-tienten. Und deshalb finde ich es auchgar nicht so abwegig, Ihnen als Arzt pro-

phylaktisch ein bisschen Humor zu ver-schreiben, und zwar ab heute jeden Tagfür drei Wochen. Was Sie davon einneh-men, bleibt natürlich Ihnen überlassen.Humor kannman ja nicht alsTablette ein-nehmen, nur als Haltung. Und wenn Siedurch diese kleine Humorheilkunde amEnde vielleicht einmal geschmunzelt ha-ben, einen Gedanken aus der Forschungmitgenommen undwomöglich einmal je-mand anderen mit einem neuen Witz inihrem Repertoire überrascht haben, istdas doch schon viel.ErwartenSiebittenicht,dassSie laut la-

chen beim Lesen. Lachen ist ein sozialesPhänomen.Wir können uns ja auch nichtselber kitzeln, wir brauchen andere umuns„anstecken“zulassen.Dasseinigedie-serWitze„funktionieren“, könnendieLe-ser bezeugen, die in meiner Show „Wun-derheiler“ in derWaldbühnewaren.Wer nur einen Hammer als Werkzeug

kennt, fürdensieht jedesProblemwieeinNagel aus.Was abernicht heißt, dass eineGeschichtenichtauch„passendgemacht“werden kann. Das genau ist die Kunst.

Und jede Kunst erlernen wir wenigerdurcheinHandbuchoderRegelwerk,son-dern durch Imitation und Ausprobieren.Daher ist derwichtigste Schritt, wenn SieHumorinIhrenAlltageinbauenmöchten,Dinge genau beobachten zu lernen. UndsiedannzuadaptierenundeinLeben langin der Kunst besser zuwerden und zu rei-fen. Dass viele TV-Comedians zwischen20 und 40 Jahre alt sind, liegt eher an denFlachbildschirmen und dem Wahn der„werberelevanten Zielgruppe“ als an derTiefe ihres Humors. Gute Komiker sindwie guterWein und lassen sich lagern. Ei-nige Loriot-Sketche sind solche Meister-werke, dass sie sich durch dieWiederho-lung nicht abnutzen, sondern immerwie-der neueEbenenundDetails offenbaren.Beim Humor ist es wie bei der Liebe

oder dem Fußball: Die, die am meistendarüber reden, sind nicht die mit dergrößten praktischen Erfahrung. Es gibtdrei Dinge, die man beachten muss, umgarantiertwitzig zu sein. Leider ist keinesdavon bekannt.Dennoch gibt es eine Handvoll Grund-

regeln und Erfahrungen aus der Praxis.Ich verrate Ihnen gerne Stück für Stück,was ich aus der Witzetheorie und vor al-len Dingen aus Tausenden von Stundenauf der Bühne vor echtem Publikum ge-lernt habe. Und zwar auf die harte Tour,indem ichmich immerwieder fragte, wa-rum an dieser Stelle gelacht wurde, abernicht da, wo ich es selber geplant hatte.

1. ÖkonomieKomik ist Anti-Journalismus: Das

Wichtigste kommt zum Schluss! Komikhat viel mit Ökonomie zu tun. Je wenigerWorte gebraucht werden, um die Situa-tion klarzumachen, desto schwächer darfderWitz sein, der folgt. Wir alle nehmenes Witzeerzählern übel, wenn sie langund breit die Vorgeschichte ausschmü-cken und nachher kommt einmüderGag.Das Gleiche gilt für jede Form der „Auf-merksamkeit auf Kredit“. Je länger derAufbau und die Hinführung zu einem

Kunststück, desto stärkermuss der Effektsein, die Überraschung am Ende. Publi-kum und Vortragender haben eine unge-schriebene Vereinbarung: Ich, der Zu-schauer, investiereZeit undAufmerksam-keit, du, Vortragender, belohnstmichmitetwas, das diese Investition rechtfertigt.So fühlt man sich bei schlechten Witzenauch regelrecht „betrogen“ um seine kost-bare Zeit. Gleichermaßen bei einemschlechten Film oder einem Krimi, wennsich am Ende die Stunden des Zuschau-ens oder Lesens nicht bezahlt machen.

2. Die Dreier-RegelEine Linie wird durch zwei Punkte be-

schrieben. Und weil wir geradlinig den-ken, erwarten wir, dass auch ein dritterPunktaufdergedachtenLinieliegenwird.Aber die Pointe liegt gerade nicht dort.Sondern ganzwoanders. EinBeispiel:Ein Mann geht frühmorgens im Nebel

aufs Eis, umzu angeln. Erwill sich geradeein Loch hacken, da hört er eine tiefeStimme von oben: „Hier gibt es keine Fi-sche!“ Er wundert sich, denkt, er habedas nur geträumt, und hackt weiter.Wie-der kommt die Stimme: „Hier gibt eskeine Fische!“ Diesmal ist er sich sicher,das war keine Einbildung! Und ganz zag-haft wendet er seinen Kopf gen Himmelund fragt: „Herr, bist du es?“„Nein“, antwortet die Stimme, „ich bin

der Sprecher des Eisstadions!“Die Pointe wäre beim zweiten „Hier

gibt es keine Fische“ nicht so lustig wiebeim dritten Mal. Sie würde beim sechs-ten „Hier gibt es keine Fische“ nicht nochbesser werden. Im Gegenteil, zum Him-mel stinken. Daher: die Dreier-Regel.

3. ÜbungJetzt sind Sie dran. Nehmen Sie sich ih-

ren Lieblingswitz und beginnen Sie ihnzu erzählen, wenn die Gelegenheit es zu-lässt. Und Gelegenheiten kann man auchschaffen, zumBeispiel am Ende eines Te-lefonates fragen, ob der andere noch eineMinute hat,man hätte neulich einenWitzgehört, der könnte ihm gefallen. Werwird da nein sagen? Und so hat man überden Tag die Chance, denselbenWitz erstvielleicht noch mit Stichworten nebendem Telefon unddann später ganzfrei zu erzählen, biser in das eigene Re-pertoire übergeht.Und wenn Sie fünfgute Witze in ihremKöcher haben, dieSie frei erzählenkön-nen, sind Sie schonbesser als die meis-ten! Und deshalbschenke ich Ihnenüber die nächstendrei Wochen jeden Tag einen aus meinerSchatzkiste.Was Sie damitmachen, über-lasse ich Ihnen. Sie können ihn ausrei-ßen. Oder wegschmeißen. Oder sich.Aber vor allem, trauen Sie sich aus derTheorie in die Praxis, denn:Ein Mann betritt ein Bahnabteil, in

dem bereits zwei Juden sitzen. Sie rufenabwechselnd Nummern, woraufhin derandere jeweils schallend lacht. „14!“ „Auja, 14, sehr gut! 73!“ „73, hervorragend…“ Nachdem er dem seltsamen Schau-spiel eine Weile zugeschaut hat, trautsich derMann zu fragen,was es damit aufsich habe. „Ganz einfach. Wir beide lie-ben Witze. Aber weil wir irgendwannuns alle Witze schon einmal erzählt hat-ten, haben wir unsere 100 besten durch-nummeriert und jetzt reicht es, die Num-mer zu sagen.“ Der Mann ruft daraufhin:„25!“ Von den beiden kommt keine Reak-tion. „Ist denn 25 kein guter Witz?“„Doch, aber man muss ihn eben auch er-zählen können!“

Er hatgroßes Glückgehabt,sagenExperten

Foto

:Fra

nkEi

del

Hirschhausen

DSERIE

Foto

:dpa

Wie machen Sie das, Herr von Hirschhausen? Der Kabarettist in der Show „Wunderheiler“ vor zwei Wochen in der Waldbühne. Foto: Rückeis

WasWitzeerzähleroft falschmachen,wenn siebeeindruckenwollen

GuteKomikersind wieguter Wein –sie lassensich langelagern

Kommt ein Dalmatineran die Kasse ...

36 DER TAGESSPIEGEL NR. 22 164 / SONNABEND, 13. SEPTEMBER 2014WELTSPIEGEL

Eineigenwilliges

UrteilPistorius nur fahrlässige

Tötung bescheinigt

Von Eckart von Hirschhausen

Leicht ist schwerDr. med. Eckart von Hirschhausens „Kleine Humorheilkunde“ – ein Essay zum Start einer Serie

mittelmittel

schwer

schwer

Zahlenspiele für Kreuz- und Querdenker –täglich in Ihrem Tagesspiegel!

Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem 3 x 3 Kästchen alle Zahlen von 1– 9 stehen.

Sudoku

Sudoku

S d ku

Jetzt online spielen unter

www.tagesspiegel.de/sudoku

Noch mehrSudoku?

täglich neue Rätsel4 Schwierigkeitsstufen

unbegrenzt spielenkostenlos

zum Ausdruckenmit Regeln und Tipps

Die Lösungen vom 12.09.

9

7

6

4

4

7

8

6

5

3

3

8

4

2

7

5

2

6

8

1

9

4

7

3

6

1

1

3

8

9

3

2

5

7

4

8

7

8

3

3

1

7

9

5

2

6

2

1

4

8

9

8

1

9

6

3

4

7

2

5

7

5

3

1

2

8

6

4

9

6

2

4

7

9

5

8

3

1

4

9

6

2

5

7

1

8

3

5

7

8

3

4

1

2

9

6

2

3

1

9

8

6

5

7

4

3

8

2

5

6

9

4

1

7

9

6

7

4

1

2

3

5

8

1

4

5

8

7

3

9

6

2

7

4

5

6

2

1

8

3

9

3

8

1

9

7

5

6

4

2

9

2

6

3

4

8

5

1

7

4

6

2

7

8

9

3

5

1

8

5

9

4

1

3

2

7

6

1

7

3

2

5

6

4

9

8

5

1

4

8

9

2

7

6

3

2

3

7

1

6

4

9

8

5

6

9

8

5

3

7

1

2

4

Page 2: DER TAGESSPIEGEL Ein Leichtistschwer eigenwilliges Urteil ... · Wie funktioniert Hu-mor? Und warum? Das beschreibt Dr. med. Eckart von Hirschhausen von Sonntag an drei Wo-chen lang

Kommt ein Dalmatiner an dieKasse. Fragt ihn die Kassiererin:Sammeln Sie Punkte?

KleineHUMORHEILKUNDE

Fluten bedrohen Zehntausendein Pakistan und IndienIslamabad/Neu Delhi - Schwere Über-flutungen in Pakistan und Indien habenbereits rund 500 Menschen das Leben ge-kostet. In Pakistan bedrohen die Wasser-massen mehr als 100 Dörfer. In Indiensuchen hunderte Menschen in Lagern Zu-flucht und medizinische Hilfe. In Zentral-pakistan würden Tausende aus den über-fluteten Dörfern in Sicherheit gebrachtund mit Hilfsgütern versorgt, sagte derZivilverwalter Zahid Saleem am Samstag.Im indischen Teil Kaschmirs sind nochimmer mehr als 200000 Menschen vonder Außenwelt abgeschnitten. dpa/AFP

Deutscher Homosexuellen-Aktivistin Serbien lebensgefährlich verletztBelgrad - Ein 27-jähriger Deutscher istam Samstag in der serbischen HauptstadtBelgrad durch Prügel lebensgefährlichverletzt worden. Der vermutlich ausHalle an der Saale stammende Mann, deran einem Kongress von Homosexuellenteilgenommen hatte, habe schwersteHirnverletzungen erlitten, berichtete derdeutsche Botschafter Heinz Wilhelmnach einem Besuch im Krankenhaus.Nach einer Notoperation sei der Mann an-sprechbar. Allerdings könne erst nach 24Stunden gesagt werden, ob er außer Le-bensgefahr sei. dpa

Foto

:Fra

nkEi

del

Berlin - Lea ist 32 Jahre alt, ihre bisheri-gen Partner waren im Durchschnitt 20bis 40 Jahre älter als sie. Die Gesellschaftmache ihr meistens Vorwürfe, ihr gingees nur ums Geld. Doch sie findet ältereMänner einfach besser. Dennoch schei-tern ihre Beziehungen immer wieder amgesellschaftlichen Tabu. Ihr ersterFreund hatte „ein halbes Jahrhundert aufdem Buckel“, sagt Lea. Da sei sie gerademal volljährig gewesen. Heute erzählt die32-Jährige mit Leichtigkeit von ihrenheimlichen Beziehungen zu viel älterenMännern. Sie gehe zwar nicht vollkom-men offen damit um, aber Menschen, diedas akzeptieren, gebe es ja auch. „Dochich bekomme mehr abfällige Blicke als Zu-stimmung zu spüren“, sagt sie und schautrunter auf die Friedrichstraße in Ber-lin-Mitte. Wir haben uns dort verabredet,wo sich Lea am wohlsten fühlt. Hier zwi-schen den vielen Touristen und Anzugträ-gern falle sie nicht auf.

EigentlichkönnteLea„jedenhaben“,be-tont sie immer wieder. Die Managerin istberuflich erfolgreich und selbstbewusst,schlank und groß gewachsen: „Alte Män-ner sind aber einfach besser“, lautet ihreAntwort auf die naheliegende W-Frage.„EinejungeFrauschläftmiteinemvielälte-ren Mann, der ihr Vater sein könnte.“ Da-mit sei die Geschichte für die Gesellschaftmeistens fertig erzählt, beklagt Lea. Nurwenige ihrer Studienfreunde hätten sichdarangewöhnt,dassihrPartnermeistdop-pelt so alt wie die anderen am Tisch sei.Die Freunde ihrer Partner müssten sichauch erst mal darauf einstellen, dass dort„ihre Tochter sitze“, wie sie oft im Lebengesagt bekommen habe. Fälle wie „Play-boy“-Chef Hugh Hefner, der sich immermit jungen Frauen umgab und im Altervon 86 Jahren die 26 Jahre alte ChrystalHarris heiratete, haben die Lage fürFrauen wie Lea nicht verbessert. Jüngs-tes Beispiel: Am Samstag heiratete der81-jährige österreichische Baulöwe Ri-chard „Mörtel“ Lugner in Wien das 24Jahre alte Model Cathy „Spatzi“ Schmitz.

Beziehungen zwischen älteren Frauenund jungen Männern kommen nicht sooft vor wie andersherum. Madonna,Heidi Klum oder Demi Moore sind aller-dings berühmte Beispiele, dass es diesauch gibt. Und es scheint mindestens soproblematisch zu sein wie in Leas Fall. Inder Klatschpresse kann man die entspre-chenden Kritiken nachlesen.

Wenn die Liebe und die sexuelle Vor-liebe an einen – für einige zu – großenAltersunterschied geknüpft sei, rümpfedie Gesellschaft meist ihre Nase, weiß

auch Paarberater Ferdinand Krieg zu be-richten. Der Berliner Coach hat immerwieder mit diesem Problem in seiner Pra-xis zu tun. „Wenn die fehlende Akzep-tanz für große Altersunterschiede in dieBeziehung eindringt, kann das für einPaar sehr belastend sein“, sagt Krieg.

Seiner Erfahrung nach habe sich die Ge-sellschaft irgendwie auf Konstellationenzwischen älteren Männern und jüngerenFrauen eingestellt. Umgekehrt würden

Paare aus älteren Frauen und jüngerenMännern kritischer betrachtet. „Die Frauwird dann als lüstern dargestellt“, sagtKrieg. Ältere Männer dagegen dürftenwegen ihrer häufiger guten finanziellenSituation und ihrer sexuellen Ausstrah-lung aus Sicht der Gesellschaft eher einejüngere Partnerin haben.

Dennoch leidet Lea unter den Vorurtei-len. Dabei sei die Tendenz zu einem ho-hen Altersunterschied nicht außerordent-

lich neu oder komplett abwegig. „Sonstwären ja die vielen Sexanzeigen ‚ReifeFrauen ab 60’ alles andere als wirtschaft-lich“, sagt Lea. Ihren aktuellen Lebens-partner, immerhin 28 Jahre älter als sie,nehme Lea nur ungern auf Betriebsfeiernmit. Seitdem sich im Büro herumgespro-chen hat, dass sie auf „Alte steht“schauen sie die Kollegen anders an.

Die männlichen Kollegen, meistensauch ältere Jahrgänge, würden sie frivo-ler als je zuvor betrachten. „Ich fühlemich wie ein Stück Fleisch“, sagt sie. Einälterer Kollege machte neulich eine An-deutung, ob sie mit ihm nicht kurz in denKopierraum gehen könne. Einige weibli-che Kolleginnen habe sie ertappt, wie sie

in der Bürokücheüber sie gelästert hät-ten. Der Satz „diesteht wohl auf fal-tige Ärsche“ soll ander Kaffeemaschinelautes Gelächter aus-gelöst haben.

AuchinihrerFami-lie spricht niemandmehr über das

Thema „Opa-Beziehungen“. Ihre PartnerwürdesienurnochseltenihrenElternvor-stellen. „Meine Mutter macht sich immerSorgen, dass mein Freund am nächstenTag ‚an Demenz verreckt, ein Pflegefallwird oder stirbt“, zitiert Lea aus einer Fa-milienrunde. Es müsse ein Jahr vergehen.Erst dann würde sie die Beziehung alsernst betrachten.

In der Schule schon war Lea immer wie-der in ihre Lehrer verknallt. Die gleichalt-rigen Schüler haben sie kaum interes-siert. „Ich mag keine kindischen Jungs“,das sei eben so und das habe sich nie geän-dert. Schon damals wurde sie oft gefragt,was sie denn machen wolle, wenn sie ei-nes Tages auch alt sei. Lea schüttelt denKopf. Der Witz, sie ginge dann mit einerMumie ins Bett, traf sie als junge Frausehr hart. Auch für ihre Partner sei dieBeziehung zu ihr nie leicht gewesen. Siemüssen sich anhören, dass sie sich einegut aussehende Partnerin für Sexspiel-chen halten. Zwei von vier ernsthaften Be-ziehungen seien so an der vorgeschriebe-nen Moral und der gesellschaftlichenNorm gescheitert, sagt Lea.

Paarcoach Krieg sieht auch die Neidge-sellschaft als Grund für die mangelndeAkzeptanz. „Es ist halt für einigeschlimm, wenn andere glücklich sind miteinem jüngeren Partner“, sagt Krieg.Der Experte empfiehlt einen offenenUmgang innerhalb solcher Beziehungenmit dem Thema. Er hofft auf mehr pro-minente Beispiele.

Von Dr. med. Eckart von Hirschhausen

Laut Dominic Raacke, Schauspieler,könnte der Start des US-Online-Video-dienstes „Netflix“ das deutsche Fernse-hen wachrütteln. Wenn der Dienst, derdemnächst in Deutschland startet, hier-zulande ein deutsches Programm aufdemselben Niveau wie in den USA an-biete, „könnte das der Weckruf werden,den die deutsche Fernsehlandschaftbraucht“, schreibt der Raacke in der„taz.amWochenende“. Schauspieler, Au-toren und Produzenten seien gelang-weilt „von einer Krimi-Monokultur undaltbackenen Seri-enformaten“,sagte Raackeweiter. „Esist höchsteZeit, dassauch hierzu-lande intelli-gentes, witzi-ges, aufregen-des Fernsehengemacht wird.“Raacke war von2001 bis 2014 imBerliner „Tatort“als KommissarTill Ritterzu se-hen. dpa

FOLGE 1

Z um Einstieg ein absurder Witz,ganz kurz und leicht nachzuerzäh-len. Ich liebe ihn, weil er so schön

bildhaft ist. Wie immer setzt er beim Zu-hörer etwas voraus. Er muss wissen, dassein Dalmatiner der Hund mit lauter Punk-ten ist und zweitens, dass man an derKasse oft genau diese blöde Frage be-kommt. Und er verlangt Präzision vomErzähler: Versuchen Sie es nicht mit Da-ckel! Nur wenn im ersten Satz vor demgeistigen Auge des Zuhörers der Punkte-hund entstanden ist, kann mit dem zwei-ten Teil die Pointe zünden. Die Vorstel-lung, dass ein weißer unbefleckter Hundherumläuft und Punkte sammelt, kämpftmit der Absurdität, dass die Verkäuferständig und immer diese Frage stellen, obsie Sinn macht oder nicht. Und weil un-ser Verstand sich zwischen den beidenDeutungen nicht für eine „richtige“ ent-scheiden kann, gibt es eine logische Span-nung, die sich im Lachen entlädt. Undwenn Sie meinen, Humor sei nicht nach-haltig, wette ich heute mit Ihnen, dass Siedas nächste Mal, wenn Sie an einer Kassegefragt werden „Sammeln Sie Punkte?“nicht anders können, als von einem seltsa-men Grinsen erfasst zu werden, von demnur Sie und die Leser dieser Kolumne wis-sen, worin es gründet.

— Der Autor ist Arzt, Kabarettist und Grün-der der Stiftung „Humor hilft heilen“. Live-Termine unter: www.hirschhausen.com. DieFolgen finden Sie auch unter www.tagesspie-gel.de/humorheilkunde

Kapstadt - Nick Boulton kann das mildeUrteil gegen Oscar Pistorius noch immernicht fassen., „Ich bin absolut entsetzt“,sagt der Fotograf, der zwischen 2003 und2013 vermutlich länger als jeder anderemit dem von Pistorius erschossenen Foto-modell Reeva Steenkamp zusammenar-beitete. „Es ist unglaublich, dass dieserProzess so zu Ende ging. Viele Menschensind geschockt, dass die Richterin in denvier Schüssen auf die Tür, hinter derReeva saß, keine Tötungsabsicht erken-nen konnte.“

Boulton ist auch wütend darüber, dassdie Welt die junge Frau im Mittelpunktder Tragödie vergessen hat: „Der Fokuswar die ganze Zeit auf Pistorius – sein

Schluchzen im Gericht und darauf, wie ersonst auf die Vorwürfe reagierte. Gleich-zeitig wurde er seit Prozessbeginn immerwieder in Bars gesichtet, wo er angetrun-ken war und neue Fotomodelle an-machte.“ Boulton sah Steenkamp dasletzte Mal zwei Monate, bevor sie Pisto-rius im November 2012 auf einemPR-Termin kennenlernte. Nur drei Mo-nate später erschoss der an beiden Unter-schenkeln amputierte Sportstar seineFreundin am Valentinstag hinter der Toi-lettentür seiner Wohnung. Er selbst be-hauptet, sie mit einem Einbrecher ver-wechselt zu haben – eine Version, dieihm die schwarze Richterin ThokozileMasipa glaubte.

Ebenso enttäuscht wie Bolton sindauch die Eltern von Steenkamp über dasUrteil: In einem Interview mit einem US-Sender kurz nach dem Urteil sagten sie,dass ihrer Tochter „keine Gerechtigkeitwiderfahren“ sei. Sie wollten endlich mitdem schrecklichen Geschehen abschlie-ßen und hätten Pistorius vergeben, auchwenn sie ihn nach wie vor für verantwort-lich halten und ihn gerne treffen würden.

Überall in Südafrika hat das milde Ur-teil für tiefe Ungläubigkeit und Wut ge-sorgt. Alle großen Zeitungen veröffent-lichten am Samstag wenig vorteilhafte Bil-der des Sportlers und machten in Leitarti-keln deutlich, dass sie schon aus Grün-den der Abschreckung auf ein wesentlich

härteres Urteil gehofft hätten. Die Richte-rin hatte Pistorius zwar wegen fahrlässi-ger Tötung verurteilt, weil er bei seinemVorgehen gegen den vermeintlichen Ein-brecher übermäßige Gewalt angewendetund vorschnell gehandelt habe. Gleichzei-tig hatte sie den Sportler von allen Mord-vorwürfen freigesprochen.

Besonders umstritten ist unter vielenBeobachtern die Interpretation der Rich-terin, dass Pistorius bei seinen vier Schüs-sen auf die kleine Toilettentür keine Tö-tungsabsicht gehabt habe. Der Rechtsex-perteDavidDadicfindeteszudemschwerzuverstehen,dassdieRichterindenSport-ler als einen ausgesprochen schlechtenZeugenbeschrieb,aberamEndeinweiten

TeilendochseinerDarstellungdesTather-gangs folgte. Ebenso schwer verständlichsei, dass sie seinen hochemotionalen Zu-stand direkt nach der Tat als Indiz dafürwertete, dass Pistorius mit den Schüssenniemanden töten wollte.

Dem 27-Jährigen droht nun eine Haft-strafe von bis zu zehn Jahren. Allerdingskönnte Pistorius weit glimpflicher davon-kommen. Da die Richterin bei einer Ver-urteilung für fahrlässige Tötung freies Er-messen hat, wäre auch eine Geldstrafemöglich. Die Staatsanwaltschaft kann nurin Berufung gehen, wenn ein Verfahrens-fehler nachweisbar ist – und südafrikani-sche Jursiten halten dies im Fall Pistoriusfür möglich. Wolfgang Drechsler

E FNACHRICHTEN

Es brodelt am KapViele Menschen in Südafrika halten das Urteil gegen Pistorius für zu milde – die Sicht der Richterin stößt auf großes Unverständnis

E FLEUTEHeute aus Berlin

Foto

:dpa

60 Jahre Unterschied. „Playboy“-Gründer Hugh Hefner heiratete mit 86 Jahren die 26-jäh-rige Chrystal Harris. Solche Beispiele schaden vielen Frauen. Foto: Daniel Deme/dpa

Viele habenwenigVerständnisfürOpa-Partner

32 DER TAGESSPIEGEL NR. 22 165 / SONNTAG, 14. SEPTEMBER 2014WELTSPIEGEL

Von Mohamed Amjahid

Tabu AltersunterschiedWie jüngere Frauen darunter leiden, dass sie wegen ihres alten Partners diskriminiert werden

Bestellhotline (030) 290 21 -520www.tagesspiegel.de/shop

des MonatsIhr WeinChardonnay IGP Citéde CarcassonneEine perfekte Balance, angenehm trocken. Blütenaromen, sowiezarte Karamell- undNuss-Noten.

Frankreich-Carcassonne,Vignobles Sarrail,2013, 0,75 l, 13 %Preis: 6,50 €(8,67 €/Liter)Bestellnr. 9988

1 Flasche gratis –beim Kauf von11 Flaschen.

mittelmittel

schwer

schwerZahlenspiele für Kreuz-und Querdenker – täglichin Ihrem Tagesspiegel!

Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile, jeder Spalteund in jedem 3 x 3 Kästchen alle Zahlen von 1– 9 stehen.

Sudoku

www.tagesspiegel.de/shopBestellhotline (030) 290 21 -520

Noch mehr Sudoku unterwww.tagesspiegel.de/sudoku

Für gemütliche LesestundenIn diesem Kissen fi ndet alles seinen Platz: Buch, Lesezeichen und Brille. Gleichzeitig bietet es eine bequeme Unterlage, um gemütlich zu schmö-kern. Material: festes Leinen, wasch-bar bei 60°, Maße: 40 x 40 cm.38,– € | Bestellnr. 8072Preis inkl. MwSt., zzgl. 3,90 ¤ Versandkosten.Solange der Vorrat reicht.

Die Lösungen vom 13.09.

2

9

4

7

2

1

6

8

7

3

4

9

5

9

6

8

3

5

7

6

6

1

4

2

5

8

2

9

7

6

4

6

2

8

4

9

1

3

2

4

6

5

8

2

3

5

6

4

9

8

3

9

1

2

4

3

8

6

5

7

3

6

5

2

1

7

4

9

8

4

7

8

6

5

9

1

2

3

1

5

7

3

9

6

2

8

4

6

8

4

5

7

2

9

3

1

2

3

9

1

8

4

7

6

5

5

2

6

8

4

1

3

7

9

8

9

1

7

2

3

5

4

6

7

4

3

9

6

5

8

1

2

4

1

7

3

8

5

2

9

6

8

9

3

6

4

2

5

1

7

2

5

6

9

1

7

4

8

3

7

2

4

1

6

8

9

3

5

5

3

1

2

7

9

6

4

8

6

8

9

5

3

4

1

7

2

9

4

8

7

2

6

3

5

1

3

6

5

8

9

1

7

2

4

1

7

2

4

5

3

8

6

9