Dezember 2013 – Februar 2014 · PDF file 2 Gemeindebrief Dezember 2013 – Februar...

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  • Dezember 2013 – Februar 2014

    Gemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinde Scharnhausen

    Liebe Leserin, lieber Leser,

    Sie sehen hier den „Stern von Bethlehem“. Es ist nicht der Stern, der bei der Geburt Jesu am Himmel erschienen war. Dieser Stern hier aus Silber ist in der Geburtskirche in Bethlehem zu sehen. Er ist das Ziel von unzähligen Menschen, die jeden Tag Schlange stehen in dieser berühmten Kirche, um kurz einen Blick darauf werfen zu können.

    Dieser Stern soll die Stelle bezeichnen, an der Jesus geboren ist.

    Er trägt die Inschrift „Hic de virgine Maria Jesus Christus natus est“ (Hier wurde Jesus Christus von der Jungfrau Maria geboren). Der Stern hat 14 Zacken, eine symbolische Zahl: Auf der ersten Seite des Neuen Testamentes, in Matthäus 1 ist der Stammbaum Jesu aufgezeichnet. Er ist gegliedert in drei Reihen, die von Abraham an jeweils 14 Generationen beinhalten bis hin zu Jesus.

    Ob Jesus genau an dieser Stelle geboren wurde, wissen wir nicht. Aber der Stern weist auf ein Ereignis hin, das die Weltgeschichte bestimmt hat wie kein anderes:

    Gott ist Mensch geworden, der Himmel ist auf die Erde gekommen an einem ganz bestimmten Ort, in einem ganz bestimmten Volk, zu einer ganz bestimmten Zeit. Gott hat sich festgelegt. Er kommt den Menschen so nahe wie es sich niemand jemals hätte vorstellen können: Er schaut uns Menschen ins Gesicht, in die Augen, er schaut uns an und gibt uns zu verstehen: Ihr seid zu wertvoll für mich, ich lasse euch nicht zugrunde gehen in eurer Gottferne. Ich begegne euch von Mensch zu Mensch, ich bringe die Liebe zu euch, die euch so fehlt.

    Prälat i.R. Dieterich berichtet in seinem Buch „Wege zur Krippe“, wie er am Heiligen Abend in einem Gefängnis den Gottesdienstraum

    betritt und etwas zu sehen bekommt, was nachdenklich macht: Gefangene hatten mit Tannenzweigen auf ein großes Tuch die Buchstaben gesteckt: „Auch uns ist der Heiland geboren!“ Ja, das ist wahr. Auch für diese Gefangenen ist Jesus geboren. So wie für jeden von uns, ob es uns gut geht oder nicht, ob wir uns von unseren Mitmenschen geachtet und geliebt fühlen oder nicht.

    Das wünsche ich Ihnen zur Advents- und Weihnachtszeit, dass Sie für sich persönlich diese Zusage annehmen und sich daran freuen können: Dir ist der Heiland geboren!

    Ihr

    Am 4. Advent, 22.12.2013 um 16:00 Uhr findet das alljährliche Kurrende-Blasen des Posaunenchores auf dem Rathausplatz statt. Festliche Adventsmusik kommt zu Gehör und Adventslieder können mitgesungen werden. Auch dieses Jahr sorgt der Posaunenchor und der Krankenpflegeverein für Essen und Trinken. Wir freuen uns auf Ihr Kommen zum Hören, Singen, Verkosten und zum Gespräch.

  • 2 Gemeindebrief Dezember 2013 – Februar 2014 3Gemeindebrief Dezember 2013 – Februar 2014

    Gott nahe zu sein ist mein Glück. Psalm 73, 28

    In der jüdischen Tradition wird Psalm 73 das „Buch der Lobpreisungen“ genannt. Als Dichter des Psalms gilt Asaph. Er war einer der Anführer des Chors von König David, ein Musiker und Seher. Die Psalmen 50 und 73 bis 83 werden ihm zugeschrieben. Im übertragenen Sinn gilt Asaph als Urbild des christlichen Sängers und Kirchenlied-Dichters.

    Der Wortlaut dieser Jahreslosung ist uns nicht sehr geläufig. Bekannter ist uns der Vers in der Luther- Übersetzung: „Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte (und meine Zuversicht setze auf den Herrn . . “). Für die Jahreslosung 2014 wurde die ökumenische Einheitsübersetzung, die besonders in der katholischen Kirche gebräuchlich ist, gewählt.

    Jahreslosungen gibt es erst seit 1930. Damals wurden Lesepläne entwickelt, um das Bibellesen besonders in der jungen Generation zu fördern. Daraus wurden dann Monatssprüche und Jahreslosungen ausgewählt. Heute werden sie von der „Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen“ festgelegt.

    In meiner Bibel wird der Inhalt des 73. Psalms so beschrieben: „Anfechtung und Trost des Frommen beim Glück der Gottlosen.“ Das Thema des 73. Psalms ist das Nachdenken über Gott, das aus dem Reden zu Gott erwächst. „Gott nahe zu sein ist mein Glück“. Was ist mit Nähe gemeint? Wer naht sich wem? Bin ich es, der im Gebet, in der Zwiesprache mit Gott, seine Nähe

    sucht, um seine Nähe ringt? Dabei ist es immer seine Gnade, die mir das Gefühl, Gott nahe zu sein, schenkt.

    In der Luther-Übersetzung „Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte . . .“ ist das ganz klar. Hier geht die Suche nach Gottes Nähe vom Menschen aus. Die Losung nach der Einheitsübersetzung lässt das offen. Handelt es sich um die Botschaft, dass Gott nahe ist, dass er sich nähert? Oder betont der Psalmbeter, dass er die Nähe Gottes sucht, dass er sich an Gott hält, wie es Luther übersetzt hat? In jedem Fall geht es um die persönliche Erfahrung, wie Menschen Gottes Nähe erleben. Diese Nähe suchen die Menschen im Gebet, im Gottesdienst, beim Abendmahl, aber auch in der Begegnung mit anderen Menschen.

    Die Psalmen sind ein Gebetbuch für schöne und schwere Zeiten im Leben, alle menschlichen Erfahrungen sind dort zu finden. Im 73. Psalm schildert der Beter, der viel Leid erfahren hat, in den Versen 4 – 12 seine Beobachtungen über das Leben der Gottlosen, die ohne Rücksicht auf Gott und andere Menschen leben. Er erlebt, dass es diesen Menschen, die sich von Gott entfernt haben, die nicht nach ihm fragen, besser geht: „Sie achten alles für nichts und reden übel davon ...“ (Vers 8). Trotzdem bekennt er: „Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich an meiner rechten Hand …“ (Vers 23). Das ist ihm nur möglich durch die Erfahrung von Gottes Nähe.

    Was hat das mit Glück zu tun? Was macht uns glücklich? In dem

    Lied „Geh aus mein Herz und suche Freud“ schildert Paul Gerhardt die Schönheit von Gottes Schöpfung, die ihm ein inneres Glücksgefühl beschert. In unserem Leben gehören Liebe, Freundschaft, Gesundheit, eine gute Arbeit dazu, uns glücklich zu fühlen. Aber all das kann sich ändern. Wenn wir aber die Nähe Gottes erfahren haben, können wir gelassener mit solchen Problemen umgehen und die Erfahrung machen, dass Gott uns im Leid auch die Kraft gibt, es zu ertragen. Der 73.

    Psalm schließt mit der Zuversicht und einer großen Hoffnung, die durchlitten und erkämpft ist: „Gott nahe zu sein ist mein Glück“. es

    Der ehemalige Pfarrer von Scharnhausen, Karl Dipper, feierte am 2. November 2013 in Herrenberg seinen 106. Geburtstag. Geistig und körperlich ist der Jubilar für sein hohes Alter erstaunlich fit. Gerne erinnert er sich an die vielen Begebenheiten seiner letzten Pfarrstelle und an den Besuch anlässlich seines 100. Geburtstag in der Wilhelma bei den Elefanten (die EZ berichtete damals). Einen herzlichen Gruß an alle, die ihn noch kennen, richtete er aus.

    Foto und Text: Ulrich Hempel

    Karl Dipper wurde 106 Jahre alt

  • 2 Gemeindebrief Dezember 2013 – Februar 2014 3Gemeindebrief Dezember 2013 – Februar 2014

    Singen mit Kindern – Seminar

    Samstag, 25. Januar 2014 ab 10 Uhr im Gemeindehaus Mehr Infos und Anmeldung: im Pfarramt, 07158 2240.

    Am 25.Januar findet im Gemeindehaus Scharnhausen eine Fortbildungsveran- staltung statt. Warum eine Fortbildung zum Singen mit Kindern? – Mit Kindern zu singen, Bewegungslieder zu machen und zu tanzen macht einfach Spaß. Lieder transportieren seit vielen Jahrhunderten die christliche Botschaft, deshalb ist Musik in der kreativen Verkündigung für Kinder und Familien nicht wegzudenken. Doch wo findet man passende Lieder für verschiedene Altersstufen und unterschiedliche Situationen? Wer ist Daniel Kallauch? – Vielen von uns ist Daniel Kallauch bereits ein Begriff. Er hat vor ein paar Jahren ein Konzert in der Körschtalhalle zugunsten des Umbaus unseres Kindergartens gegeben. Er war in der Porsche- Arena in Stuttgart für „Pro Christ“ und hat dort tausende von Kindern (und Erwachsene) mit seinen Liedern begeistert. Viele seiner Stücke sind eingängige Ohrwürmer und werden gern und oft in der Jungscharstunde oder im Kindergottesdienst gesungen.

    Eine gute Gelegenheit ein paar Fragen an Daniel Kallauch zu stellen:

    Gemeindebrief (GB): Eine typische Frage für Menschen, die vor vielen anderen auftreten: Haben Sie Lampenfieber vor oder während ihrer Bühnenshows?

    DK: Richtiges Lampenfieber habe ich nur dann, wenn ich etwas ganz Neues auf die Bühne bringe und nicht weiß, wie das ankommen wird. Vor Kurzem habe ich bei einem Kongress zum ersten Mal mit einer neuen Handpuppe gespielt. Das war sehr aufregend. Bei meinen regelmäßigen Konzerten ist vorher immer eine leichte Anspannung – die hilft auch, damit ein Konzert nicht zur Routine wird.

    GB: Auf Ihrer Homepage www. DanielKallauch.de erfährt man, dass Sie ihr Hobby zum Beruf gemacht haben. Wie wurde „Singen mit Kindern“ zu Ihrem Hobby?

    DK: Ich habe immer gerne etwas mit Kindern gemacht, auf Freizeiten mitgearbeitet und sie später auch

    geleitet. Das Schönste war dabei, mit den Kindern zu singen und Spaß zu haben. Obwohl ich damals schon als Liedermacher unterwegs war, bin ich nicht auf die Idee gekommen, für Kinder zu komponieren. Das kam erst mit der Gründung meiner eigenen Familie.

    GB: Sie lassen in Ihren Programmen Inhalte des christlichen Glaubens sehr unkonventionell immer wieder mit einfließen, ohne dass sich die Kinder von dieser Überzeugung gedrängt fühlen. Ist es denn nicht eine