Die Ahorne - sdw.de · Feld-Ahorn (acer campestre) Spitz-Ahorn (acer platanoides) Berg-Ahorn (acer...

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Nr.7 Etwa 150 Arten werden der Gattung Ahorn zugeordnet, die sich hauptsächlich auf Amerika, Ostasien und Europa verteilen. Der Name Ahorn kommt vom Lateinischen acer = spitz, scharf (Blattform). Von Busch bis Baum reicht die Baumartenpalette der laub- abwerfenden Arten, deren Blätter gegenständig angeordnet, meist gelappt, manchmal handförmig oder gefiedert sind. Bereits vor den Eiszeiten gab es in Europa Ahorne. Drei davon kommen heute natürlich in Deutschland vor: Der Bergahorn (Acer pseu- doplatanus), der Spitzahorn (Acer platanoides) und der Feldahorn (Acer campestre). Als Park- und Alleebäume werden zudem bei uns häufig der Eschenahorn, der Palmenahorn, der Rote und der Silberahorn gepflanzt. Vor allem wegen ihrer Herbstfärbung ist die Gattung Ahorn bei Gärtnern, Gartengestaltern und Züchtern sehr beliebt. Kanada führt das Ahornblatt im Staatswappen. Der Altweibersommer oder „Indian Summer“, wie er dort genannt wird, ist eine der schönsten, weil buntesten Jahreszeiten Amerikas. Man findet den Bergahorn in bu- chenreichen Laubmischwäldern, soweit ihn die Buche nicht unter- drückt. Halbschatten und Schat- ten verträgt der Bergahorn gut. Ziemlich häufig trifft man den Bergahorn in krautreichen, sik- kerfeuchten Schluchtwaldgesell- schaften, wo die Buche in ihrer Konkurrenzkraft geschwächt ist. In Buchen-Tannenmischwäldern tritt er besonders auf frischen, kräftigen, nährstoffreichen und gut wasserversorgten Böden auf; Der Bergahorn, der überwiegend in Wäldern vorkommt, ist die Ahornart, die in Deutschland am meisten verbreitet ist. Der Bergahorn ist ein Baum des kühl-feuchten Bergklimas, so dass er seine größte Verbreitung in den mittleren und höheren La- gen der Gebirge findet. In den Mittelgebirgen ist er von etwa 900 bis 1300 m heimisch (Bayeri- scher Wald), er geht in den Nord- alpen bis 1700 m, in den Zentral- alpen bis fast 2000 m hoch. Der Bergahorn steigt oft gemeinsam mit der Vogelbeere bis in hoch- montane Lagen. Zusammen mit der Buche kommt er aber auch im Hügelland vor und bildet mit Esche und Bergulme die so- genannten Schluchtwälder. Im Norddeutschen Tiefland be- grenzt die Eibe sein natürliches Verbreitungsgebiet. Der Spitzahorn wächst im gemäßigt kontinentalen Klima. Er ist ein Baum der Ebene, des Hügellandes und des niedrigen Berglandes. In den Nordalpen steigt er bis 1060 m hoch. Über Europa bis zum Ural verbreitet, fehlt er in Nordwestdeutschland. Südlich reicht er bis zum Kaukasus und Kleinasien. Der Spitzahorn wanderte nach der Eiszeit mit dem Eichen- mischwaId bis Südschweden und Finnland zurück. Als einzige der drei Ahornarten wächst er dort noch heute gut. Man trifft ihn bei uns häufig am Waldrand und in Hecken an. Der Feldahorn, ebenso bekannt unter dem Namen Maßholder, kommt im gesamten mediterran- montanen Klimabereich vor. Er besitzt von allen Arten das größte Verbreitungsgebiet. Fast überall in Europa, Kleinasien und Nord- westafrika ist der wärmeliebende Baum zu finden. Von der Ebene steigt er ins Hügelland, selten ins Gebirge. In den Nordalpen er- reicht er die 800 Metergrenze. Er wird wegen seiner geringen Höhe ebenfalls im Wald wenig angepflanzt, oft dagegen in Parks und Gärten als freistehender Zierbaum oder als Hecke. Die Ahorne Feldahorn-Hecke Verbreitung Bergahorn-Allee Ökologie Bergahorn

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Transcript of Die Ahorne - sdw.de · Feld-Ahorn (acer campestre) Spitz-Ahorn (acer platanoides) Berg-Ahorn (acer...

  • Nr.7

    Etwa 150 Arten werden der Gattung Ahorn zugeordnet, die sich hauptschlich auf Amerika, Ostasien und Europa verteilen. Der Name Ahorn kommt vom Lateinischen acer = spitz, scharf (Blattform).

    Von Busch bis Baum reicht die Baumartenpalette der laub-abwerfenden Arten, deren Bltter gegenstndig angeordnet, meist gelappt, manchmal handfrmig oder gefiedert sind. Bereits vor den Eiszeiten gab es in Europa Ahorne. Drei davon kommen heute natrlich in Deutschland vor: Der Bergahorn (Acer pseu- doplatanus), der Spitzahorn (Acer platanoides) und der Feldahorn (Acer campestre).

    Als Park- und Alleebume werden zudem bei uns hufig der Eschenahorn, der Palmenahorn, der Rote und der Silberahorn gepflanzt. Vor allem wegen ihrer Herbstfrbung ist die Gattung Ahorn bei Grtnern, Gartengestaltern und Zchtern sehr beliebt. Kanada fhrt das Ahornblatt im Staatswappen. Der Altweibersommer oder Indian Summer, wie er dort genannt wird, ist eine der schnsten, weil buntesten Jahreszeiten Amerikas.

    Man findet den Bergahorn in bu- chenreichen Laubmischwldern, soweit ihn die Buche nicht unter- drckt. Halbschatten und Schat- ten vertrgt der Bergahorn gut.

    Ziemlich hufig trifft man den Bergahorn in krautreichen, sik- kerfeuchten Schluchtwaldgesell- schaften, wo die Buche in ihrer Konkurrenzkraft geschwcht ist. In Buchen-Tannenmischwldern tritt er besonders auf frischen, krftigen, nhrstoffreichen und gut wasserversorgten Bden auf;

    Der Bergahorn, der berwiegend in Wldern vorkommt, ist die Ahornart, die in Deutschland am meisten verbreitet ist.

    Der Bergahorn ist ein Baum des khl-feuchten Bergklimas, so dass er seine grte Verbreitung in den mittleren und hheren La- gen der Gebirge findet. In den Mittelgebirgen ist er von etwa 900 bis 1300 m heimisch (Bayeri- scher Wald), er geht in den Nord- alpen bis 1700 m, in den Zentral- alpen bis fast 2000 m hoch. Der Bergahorn steigt oft gemeinsam mit der Vogelbeere bis in hoch- montane Lagen. Zusammen mit der Buche kommt er aber auch im Hgelland vor und bildet mit

    Esche und Bergulme die so- genannten Schluchtwlder. Im Norddeutschen Tiefland be- grenzt die Eibe sein natrliches Verbreitungsgebiet.

    Der Spitzahorn wchst im gemigt kontinentalen Klima. Er ist ein Baum der Ebene, des Hgellandes und des niedrigen Berglandes. In den Nordalpen steigt er bis 1060 m hoch. ber Europa bis zum Ural verbreitet, fehlt er in Nordwestdeutschland. Sdlich reicht er bis zum Kaukasus und Kleinasien.

    Der Spitzahorn wanderte nach der Eiszeit mit dem Eichen- mischwaId bis Sdschweden und Finnland zurck. Als einzige der drei Ahornarten wchst er dort noch heute gut. Man trifft ihn bei uns hufig am Waldrand und in Hecken an.

    Der Feldahorn, ebenso bekannt unter dem Namen Maholder, kommt im gesamten mediterran- montanen Klimabereich vor. Er besitzt von allen Arten das grte Verbreitungsgebiet. Fast berall in Europa, Kleinasien und Nord- westafrika ist der wrmeliebende Baum zu finden. Von der Ebene steigt er ins Hgelland, selten ins Gebirge. In den Nordalpen er- reicht er die 800 Metergrenze. Er wird wegen seiner geringen Hhe ebenfalls im Wald wenig angepflanzt, oft dagegen in Parks und Grten als freistehender Zierbaum oder als Hecke.

    Die Ahorne

    Feldahorn-Hecke

    Verbreitung

    Bergahorn-Allee

    kologie Bergahorn

  • Seine Rinde ist hellgrau und glatt. Sie wandelt sich mit dem Alter ins dunkelgraue, wird schwachborkig und blttert im fortgeschrittenen Alter plattig ab. Das Aussehen des Stammes ist dann platanenhnlich. Darauf

    weist der botanische Name Acer pseudoplatanus hin.

    Der Spitzahorn wird mit durch- schnittlichen Hhen von 20 bis 30 m weniger hoch als der Bergahorn.

    Seine Rinde ist in der Jugend glatt und blabraun ; im Alter dun- kelbraun oder schwrzlich. Die Struktur ist lngsrissig und blt- tert nicht ab.

    Der Feldahorn bleibt meistens

    strauchartig und ist nur unter gnstigen Bedingungen als Baum mit Hhen zwischen 10 und 15 m anzutreffen. In Einzel- fllen wird aber auch er hher als 20 m. Bekannt als einer der hchsten Feldahorne Europas ist der Baum vom Forstamt Ebrach mit 28 m Hhe.

    Seine Rinde ist hellgrau bis braungelblich, im hohen Alter korkig. Spitz- und Feldahorn sind kurzlebiger und werden 150 bis 200 Jahre alt.

    Die Ahorne sind in der Jugend sehr raschwchsig. Ihr Wachs- tum lsst bereits frh nach, so dass sie spter im Hhenwuchs meist von der Buche eingeholt und berwachsen werden.

    Der Bergahorn ist waldbaulich wohl der wichtigste Vertreter seiner Gattung. Als ein bis ber dreiig Meter hoher Baum mit aufstrebenden sten und einer abgerundeten Krone besitzt er als Solitr eine eindrucksvolle Gestalt. Er kann 400 bis 500 Jahre alt werden.

    in Blockschluchtwldern, aber auch auf tiefgrndigen Lehmb-den fhlt er sich wohl. Der Bergahorn ist weitgehend frost-hart, jedoch setzen ihm Sptfrste zu.

    Der Spitzahorn ist im Eichen- Hainbuchenwald, im Eichen-Ul- men-Auewald, im Linden-Ahorn- wald und in Schluchtwaldgesell- schaften zu finden. Seine An- sprche an Boden und Nhr- stoffe sind geringer als beim Bergahorn. Er bevorzugt mi- neralkrftige, sickerfeuchte und humose Lehmbden, aber auch Steinschuttbden. rtlich tritt er in sdseitigen, trockeneren Ahorn-Lindenwldern auf. Spitzahorne sind anpassungsfhig, relativ frosthart und werden hufig durch den Runzelschorf, der schwarze Flecken auf den Blttern bildet, heimgesucht. Spezialisierte Insek-ten, die dem Baum schaden, sind nicht bekannt. Das Wild verbeit gern die jungen Triebe und Bltter aller Ahorne.

    Der recht anspruchslose Feld- ahorn liebt Wrme, lockere und nhrstoffreiche, krftige, auch kalkhaltige Bden sowie tief- grndige humose Lehmbden, wchst aber auch auf armen Bden. Dabei bevorzugt er Laub- mischwaldgesellschaften mig frischer Ausbildung und Trok- kenwaldgesellschaften.

    Im Eichenmischwald, in der Hartholzaue, im Eichen-Hainbuchenwald, im sdosteuro-pischen Zerreichen- und Flaumeichenwald ist er zu finden.

    Die Frchte des Ahorn. Feld-, Spitz-, Bergahorn (v.o.n.u.)

    Auf Blttern des Berg- und Spitzahornes sind oft schwarze, teerartige Flecken zu sehen. Bei dieser aufflligen Erscheinung handelt es sich um einen Pilz, die Teerfleckenkrankheit oder den Ahornrunzelschorf. Fr den be- fallenen Baum ist dies mehr von untergeordneter Bedeutung. Als einzige heimische Baumgattung bilden die Ahorne keine Mykor- rhiza mit Pilzarten aus.

    Die Bltter des Ahorn: Spitz-, Feld-, Bergahorn (von links nach rechts)

    Feld-Ahorn (acer campestre) Spitz-Ahorn (acer platanoides) Berg-Ahorn (acer pseudoplatanus)

    Bltter 5-8 cm breit, mit 3-5 ganzrandigen oder gebuchteten, an der Spitze breit abgerundeten Lappen, beim Entfalten rtlich berlaufen, spter auf der Oberseite dunkelgrn, unterseits heller, ber den Nerven behaart, im Herbst goldgelb oder rtlich verfrbt, ihre Stiele 5-9 cm lang

    Bis 25 cm breit, 5-lappig, mit lang zugespitzten, stark gezhnten Lappen, dazwischen bogig eingeschnitten, beiderseits frischgrn, im Herbst leuchtend gelb verfrbt, ihre Stiele bis 15 cm lang

    8-16 cm breit, 5-lappig, mit eifrmigen, spitzen, gleichmig gesgten Lappen und dazwischen mit spitzen Einschnitten, auf der Oberseite dunkelgrn, unterseits heller, mit 15 cm langen Stielen

    Blten Grnlich, in kleinen, aufrechten Doldenrispenangeordnet und fast mit den Blttern erscheinend

    Klein, gelblich grn, in kleinen, aufrecht stehenden Doldenrispen angeordnet, zwittrig oder eingeschlechtlich, vor den Blttern erscheinend

    Zahlreich in 6-10 cm langen, hngenden Rispen angeordnet, nach den Blttern erscheinend

    Frucht Flgel, die zusammen 5-6 cm breit sind, fast waagerecht gespreizt, zuerst gelbgrn, spter rotbraun, jede Spaltfrucht mit einer kugeligen Nuss

    Flgel, die zusammen 5-10 cm lang sind, fast waagerecht gespreizt, braun

    Flgel, die zusammen 6 cm lang sind, im rechten Winkel gespreizt, mit breiten Flgeln.

    Flinke Frchtchen

    Die Ahornfrchte haben eine spezielle Flugvorrichtung und knnen daher weit verbreitet werden. Bei Kindern sind diese "Nasenzwicker" beliebt. Am En- de eines langen Flgels sitzt der Samen, der dann propellerartig zu Boden trudelt. Durch ihren et- was unterschiedlichen Aufbau kann man Ahornarten an ihren Frchten erkennen und unter- scheiden.

    Pilze

    Wuchsleistung

    Durch Pilzinfektion hervorge-rufene Teerfleckenkrankheit

    Waldbauliche Eigenschaften

    Als Mischbaumart kommen die Ahorne meist einzeln oder gruppenweise in unseren Wldern vor. Von Edellaubbumen domminierte Waldbestnde kommen bei uns nur kleinflchig

    Spitzahorn in St. Andreasberg (Hochharz/Niedersachsen)

  • Gefahren

    gen. Heute wird es bei hochwerti- gen Mbeln oder Schlafzimmern noch fr die Innenauskleidung verwendet.

    Dem Kunsttischler dient das Ahornholz fr die Herstellung feinster Mbel, wobei es auch fr Intarsienarbeiten (Einlegearbei- ten) Verwendung findet.

    Eine spezielle Verwendungsart des Ahorns sind aus Vollholz hergestellte Tischplatten, bei- spielsweise fr Wirtshaustische. Die Mbelindustrie nimmt Ahorn massiv oder als Furnier fr De- kore. Ahornparkett gilt als beson- ders wertvoll und zeichnet sich durch einen hohen Abnutzungs- widerstand aus. Fr den Trep-

    dort vor, wo die Buche durch bewegten Boden (Blockschutt) und hohe Feuchte an Konkurrenzkraft verliert.

    Waldbaulich dient der Bergahorn vor allem auch als wertvolle Mischbaumart der Bodenverbes- serung und der kologischen Be- reicherung. Die krftige, aus Ver- zweigung der Pfahlwurzel ent- standene Herzwurzel erschliet den Boden gut. Sie geht in die Tiefe, ohne sich weiter zu ver- zweigen. Die Bltter aller Ahorne verrotten zu bodenpfleglichem Mull. Bergahorn verjngt sich auf natrliche Weise sehr gut. Als Pionierbaumart kann er Roh- bden, Kippen und auch etwas rmere Bden erschlieen.

    Als Halbschattenbaumart ist Spitzahorn waldbaulich vielseitig

    Der znftige Wirtshaustisch hat immer eine massive Platte aus Ahornholz, das infolge seiner Feinporigkeit leicht gepflegt werden kann

    Die Rinde des Bergahorns blttert im fortgeschrittenen Alter plattig ab

    mischungsfhig und verwendbar. Er findet zunehmend Beachtung im Waldbau.

    Die gut zersetzbare Laubstreu ist bodenpfleglich, das Holz in strkeren Dimensionen gefragt. Garten- und Parkgestalter haben sich des Spitzahorns besonders angenommen. Es gibt eine Flle verschiedenartiger Formen. Be- liebt sind rotblttrige Zchtun- gen. In Parks werden gern Zier- formen verwendet. Alleen aus Spitzahorn sind hufig: Im Frh- jahr schmcken sie sich noch vor Laubaustrieb mit einer Vielzahl gelbgrner Blten, im Herbst mit den von der Spitze zum Kronen- ansatz fortschreitenden Gelb- und Orangefrbung.

    Gerade an Waldrndern ist der Spitzahorn eine landschafts- pflegliche Baumart. Der oft strauchig wachsende Feldahorn fehlt selten an Waldrndern und in Feldgehlzen.

    Begleitgrn an Autobahnen, Straen, Windschutzstreifen in den groen Ebenen und Hecken- bepflanzungen haben den Feld- ahorn als festen Bestandteil. Feldahorn vertrgt Halbschatten. Sein Laub zersetzt sich gut. Niederwald- und Mittelwaldwirt- schaftsformen nutzen die Aus- schlagskraft des Feldahorns. Sein Laub wurde hufig fr Viehfutter geschnitten.

    Holz Das Holz des Bergahorns zhlt zu den wertvollsten der Edel- laubhlzer. Gelblich wei bis wei gefrbt, sind die Jahresringe zwar erkennbar, Splint und Kern setzen sich jedoch nicht voneinander ab, sondern sind farbgleich. Das mittelschwere, elastische, zhe, harte Holz schwindet nur gering. Die Biegefestigkeit ist gut. Dauerhaft ist das Ahornholz aber nur im Innenausbau.

    Die Oberflchen lassen sich gut bearbeiten, leicht polieren, bei- zen und einfrben. Auch die Be- handlung mit Lacken ist problem- los.

    Ahornholz wird vor allem im Mbelbau und im Innenausbau verwendet. Besonders in den 50er bis Mitte der 60er Jahre waren schlichte wie auch geriegelte Ahornfurniere sehr begehrt fr Schlafzimmermbel, fr Fronten und Tren von Schrnken, fr Wohnzimmerbfetts und fr Kleinmbel. Auch als Kontrast- holz in Form von Kanten und Zierleisten wurde es oft verwen- det.

    Wegen seiner Tendenz zum re- lativ raschen Vergilben ist aber der Einsatz fr die Auenfronten im Mbelbau stark zurckgegan-

    Von den Berg-, Spitz- und Feld- ahornen haben nur die beiden er- sten holzwirtschaftliche Bedeu- tung.

    Die Bltter des Spitzahorn im Herbst

    Das Ahornholz findet vielfltig fr Haus- und Gar-tengerte Verwendung

  • Nach dem berlieferten Volks- glauben bietet der Ahorn einen wirksamen Schutz gegen Hexen. So werden z. B. in Hinterpommern die Tren und Stuben mit Ahorn geschmckt, in Mecklenburg werden die Hexen von Stllen abgehalten, indem Zapfen aus Ahornholz in die Tren und Schwellen eingeschlagen wer- den. Der gleiche Effekt wird dann erzielt, wenn am 24. Juni an T- ren und Fenstern Ahornzweige gesteckt werden. Dieses Ritual schtzt auch vor Blitzschlag. Zum Schutz der Kartoffel- und Flachsfelder wurden im Ravens- burgischen die Felder mit Ahorn- zweigen umstellt, um angeblich die Maulwrfe zu vertreiben. Aus dem Elsa ist bekannt, dass Ahornzweige an Tren die Fle- dermuse vom Haus fernhalten.

    Auch das berhmte Trojanische Pferd war aus Ahorn gezimmert. Der Sage nach erbaute Epeios auf Rat des Odysseus das hl- zerne Pferd, in dem sich auser- whlte griechische Helden ver- steckten. Trotz der Warnungen Laokoons und Kassandras brachten die Trojaner das Pferd in die Burg. Nach der damaligen Auffassung sollte dieses weit sichtbare Tier Troja zur Herrin ber Asien und Europa machen. In der Nacht kehrte das griechi- sche Heer zurck, die Helden ka- men aus dem Pferd und nach kurzem Kampf wurde das bisher uneinnehmbare Troja zerstrt.

    In der Volksmedizin werden die am 24. Juni gepflckten Ahorn- bltter getrocknet und in kochen- dem Wasser erweicht. Sie gelten bei allen Wunden als heilkrftig.

    In Oberbayern glaubt man, dass recht fette Ahornbltter auf eine gute, ergiebige Ernte hinweisen. Ferner ist auch das Begieen der

    Impressum Herausgeber: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Bundesverband e.V. (SDW), Meckenheimer Allee 79, 53115 Bonn Telefon: 0228- 945983-0, Fax: 0228 -945983-3, Email: [email protected], Internet: http://www.sdw.de Spendenkonto: Sparkasse Bonn, Ktn. 31017775, BLZ 37050198 Text: Christian Griesche, Sabine Krmer-Butz Bilder: Griesche(8), Hooge(2), Schrder(1), Teetz(3) Quellen: Rhrig, Godet, Gorer Gefrdert mit Mitteln des Bundesministeriums fr Ernhrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

    Stockausschlag

    penbau ist Ahorn gut geeignet. Starke ste und krumme Stmme gehen als Industrieholz in die Spanplattenindustrie oder sind als Brennholz begehrt. Seit langem wird ausgesuchtes Bergahornholz als Zier- und Re- sonanzholz zur Herstellung von Musikinstrumenten (Streich- und Blasinstrumente} verwendet.

    Drechsler, Schnitzer und Bild- hauer verwenden fr ihre Arbei- ten gerne Ahornholz. Auch fr Haus- und Kchengerte, fr Sport-, Me- und Zeichengerte wird das helle Holz gebraucht. Die Spielwarenindustrie nutzt massives Holz fr kleine Spielge- rte, Eisenbahnen, Huschen und Tierfiguren. Platten fr Laub- sgearbeiten der Kinder haben mindestens eine Ahorndeck- schicht.

    Kulturgeschichte

    Blte des Bergahorn

    Wurzeln mit Wein berliefert - damit sollte ein Wunsch in Erfl- lung gehen. Berhmt ist auch der Bergahorn zu Trun im Kanton Graubnden. Unter ihm wurde am 16. Mai 1424 der obere oder graue Bund geschworen. 1750 hatte der Baum einen Gesamtumfang von 16 m. 1824 standen von den ehemals drei Stmmen noch zwei. Als 1870 der beinahe 500-jhrige Ahorn durch einen Sturm umge- worfen wurde, wurde an der sel-ben Stelle aus einem Samen des

    alten ein junger Bergahorn ge- pflanzt. Der Nachfolger ist heute bereits 100 Jahre alt. 1890 wurde der Wurzelstock des alten Bau- mes anlsslich eines Sngerfe- stes in feierlichem Zuge in den Sitzungssaal des groen Bundes berfhrt. Noch heute kann er im Museum Sursilvan im Orte Trun besichtigt werden. Auch in Orts- und Flurnamen wird der Ahorn oft verwendet. Im Oberwallis ent- spricht Agarn und im franzsi- schen Gebiet Ayer dem Wort Ahorn.

    Zierparkettboden in der Residenz Mnchen. Ahorn war und ist das helle Kontrastholz