Die Blutgruppen

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    02-Jul-2015
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Stefan Barres fasst in seinem Bericht die wichtigsten Informationen zu den Blutgruppensystemen, der Verteilung und die Unterschiede der Blutseren zusammen. Die Beschreibungen und Erklärungen erleichtern das Verständnis der Thematik.Lassen Sie sich in diesem Lehrvideo die wichtigsten Informationen vermittelnhttp://www.heilpraktikerausbildung24.de

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"Die Blutgruppen"In diesem Bericht werden wir uns mit den Blutgruppen beschftigen und da gucken wir uns zuerst eine Definition an, was berhaupt Blutgruppen sind und dann beschftigen wir uns mit den beiden bekanntesten Blutgruppensystemen, dem AB0-System und dem Rhesussystem.

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Abschlieend noch ein kleiner Blick auf den sogenannten Coombs-Test, das ist ein Test zur Feststellung von Antikrpern im Blut gegen die Blutkrperchen.

So, wenn wir jetzt mit den Blutgruppen anfangen, dann ist zunchst mal eine Definition natrlich wichtig, was sind eigentlich Blutgruppen? Und da kann man sagen, worum es bei der Geschichte geht, ist, dass sich auf den Blutzellen verschiedene Markierungen, sogenannte Antigene, befinden. Diese Markierungen unterscheiden sich sowohl von Individuum zu Individuum, aber auch von Familie zu Familie oder ethnischer Gruppe zu ethnischer Gruppe, bis hin von Rasse zu Rasse und von Art zu Art. Das heit, Menschen haben andere Markierungen auf ihren Blutzellen und natrlich auf allen anderen Zellen, als zum Beispiel Pferde oder Hunde, aber auch Menschen, die zum Beispiel aus dem europischen Raum kommen, haben teilweise andere Markierungen als Menschen, die zum Beispiel aus Afrika oder vom Nordpol kommen. Natrlich haben auch einzelne Individuen wieder ganz unterschiedliche Markierungen.

Heilpraktikerausbildung24 - Stefan Barres

Ja und durch diese Markierungen kommt es eben zu sogenannten Gruppen und in unserem Fall, wenn wir uns mit den Markierungen auf den Blutkrperchen, insbesondere auf den roten Blutkrperchen, also den Erythrozyten, beschftigen, dann spricht man von den Blutgruppensystemen. Die Markierungen sind sogenannte Antigene. Und was ist ein Antigen?

Ein Antigen ist eine Substanz, die von einem Organismus als fremd oder eigen erkannt wird und dementsprechend eine Reaktion auslsen kann. Entweder, wenn der Stoff, also das Antigen als fremd erkannt wird, dann wird eine Immunantwort ausgelst, das Immunsystem geht gegen dieses Antigen vor, oder, wenn das Antigen als bekannt, als zum Krper, zum Organismus gehrend erkannt wird, dann toleriert das Immunsystem dieses Antigen. Das Antigen ist also wie ein Pass, durch den sich eine Zelle oder eine Substanz ausweist und der Organismus stellt dann fest, ob eben dieser Pass anerkannt wird, oder ob er als fremd eingestuft wird.

Die Immunantwort, die dann ausgelst wird, wenn ein Antigen als krperfremd erkannt wird, ist eine sogenannte spezifische Immunantwort und die erfolgt durch die Produktion von sogenannten Antikrpern. Antikrper sind Stoffe, die die Immunzellen des Krpers produzieren knnen, und die ganz genau, also spezifisch zu einem bestimmten Antigen gehren, dieses Antigen sozusagen markieren und dadurch dann den Angriff des Immunsystems gegen dieses spezielle Antigen auslsen.

So, nachdem wir jetzt die Definition von Blutgruppen kennen, schauen wir uns kurz die wichtigsten Systeme an. Da ist zunchst das AB0-System. Das bedeutet, auf den Erythrozyten sitzt Antigen A oder Antigen B. 0 bedeutet, dass weder das Antigen A noch das Antigen B vorhanden ist. Und dieses AB0-System ist das bekannteste System, es wurde 1901 von dem Wiener Arzt Karl Landsteiner schon beschrieben, und der bekam 1930 dafr den Medizinnobelpreis. Dieses AB0-System hat eine enorme Bedeutung bei

Bluttransfusionen, denn kommen da verschiedene Blutgruppensysteme zusammen, die sich nicht miteinander vertragen, kann es zu schweren Komplikationen kommen. Das werden wir gleich genauer sehen, was es damit auf sich hat. Neben dem AB0-System ist das zweit bekannteste System das sogenannte Rhesussystem.

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Das wurde in den 40er Jahren auch wieder von dem Wiener Arzt Karl Landsteiner beschrieben, zusammen mit dem Kollegen Wiener. Und auch das Rhesussystem hat fr die Bluttransfusion eine enorme Bedeutung, denn auch hier kann es, wenn zwei Blutgruppen zusammenkommen, die sich nicht miteinander vertragen, zu schweren Komplikationen kommen. Dazu gleich mehr. Neben diesen beiden bekanntesten Systemen gibt es noch eine ganze Reihe, fast 30, weitere Blutgruppensysteme, die sich durch spezielle Antigene auf den Erythrozyten auszeichnen, zum Beispiel das Kell-System.

Da aber nur 0,2 Prozent der Menschen Kell positiv sind, also das Kell-Antigen haben, wird dieses System meistens ein wenig bergangen. Beim Duffy-System gibt es zum Beispiel eine interessante Sache. Hier kann man sehen, wie etwas wie das Blutgruppensystem auch auf ganz andere Zusammenhnge eine Wirkung hat. So ist es zum Beispiel so, dass das Duffy-Antigen ein Rezeptor fr einen bestimmten Erreger der Malaria ist, fr das sogenannte Plasmodium vivax und das bedeutet, dass Leute, die Duffy negativ sind, nicht auf dieses Plasmodium vivax ansprechen, sie sind also resistent gegen diese Form der Malaria, was ja in bestimmten Gebieten auf der Welt, wo die Malaria ja eine endemische Erkrankung ist, durchaus von Vorteil ist.

Nun wollen wir einsteigen und fangen an, mit dem AB0-System, dem bekanntesten System. Was hat es jetzt mit der Bezeichnung AB0 eigentlich auf sich? Diese Bezeichnung kommt daher, dass auf den Erythrozyten entweder ein Antigen A oder ein Antigen B anzutreffen ist, da spricht man von der Blutgruppe A beziehungsweise von der Blutgruppe B. Ist weder das Antigen A noch das Antigen B auf dem Erythrozyten zu finden, dann spricht man von der Blutgruppe 0.

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Manchmal kommen die beiden Antigene auch zusammen vor, also auf dem Erythrozyten finden wir Antigen A und Antigen B, dann spricht man von der Blutgruppe AB. Jetzt ist es noch einmal wichtig, sich klarzumachen, dass bei Blutgruppensystemen nicht nur die Antigene auf den Erythrozyten eine Rolle spielen, sondern insbesondere beim AB0-System auch das Blutplasma. Denn im Blutplasma finden sich jetzt beim AB0-System Antikrper gegen das entgegensetzte Antigen, das heit, wir haben im Blut entweder einen Antikrper gegen das Antigen A, also Anti A, oder einen Antikrper gegen das Antigen B, also Anti B, oder wir haben weder einen Antikrper gegen A oder B, oder wir haben Antikrper gegen A und B.

Das bedeutet, jemand der die Blutgruppe A hat, bei dem findet man im Plasma Antikrper gegen das Antigen B. Also, wenn jemand auf den Erythrozyten das Antigen A hat, dann kann er natrlich nicht im Plasma den Antikrper gegen dieses Antigen haben, aber er hat im Plasma den Antikrper gegen das Antigen B. Diese beiden Sachen sind bei der Blutgruppe AB0 zu unterscheiden, wir mssen also sowohl auf die Erythrozyten mit dem Antigen gucken als auch auf das Plasma, das ist sehr wichtig, gleich werden wir sehen, fr die Blutspenden.

Noch einmal im berblick: Die Blutgruppe A hat also auf den Erythrozyten das Antigen A und hat im Plasma Antikrper gegen das Antigen B. Die Blutgruppe B hat das genau umgekehrt, da finden wir auf den Erythrozyten das Antigen B und im Blutplasma finden wir Antikrper gegen das Antigen A. Hier lsen die Antikrper also keine Immunantwort aus, da sie ja jeweils gegen das nicht vorhandene Antigen auflaufen wrden. Hat jetzt jemand die Blutgruppe AB, dann finden wir auf den Erythrozyten sowohl das Antigen A, als auch das Antigen B und jetzt kommt im Plasma natrlich gar kein Antikrper vor, weder der Antikrper A, noch der Antikrper B, sonst wrde es ja schon wieder zu einer Immunantwort kommen. Bei der Blutgruppe 0, die letzte Mglichkeit, die hier vorkommt, da finden wir auf den Erythrozyten weder das Antigen A noch das Antigen B, dafr finden wir im Plasma Antikrper gegen beide Antigene.

So, nachdem wir jetzt wissen, dass es bei dem AB0-System auf den Erythrozyten die verschiedenen Antigen-Mglichkeiten gibt und im Plasma die gekreuzten Antikrper vorkommen, schauen wir uns an, was das fr das Blutspenden fr eine Bedeutung hat.

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Zunchst mssen wir uns klarmachen, dass es beim Blutspenden nicht immer nur darum geht, das gesamte Blut zu spenden, sondern es knnen Erythrozyten gespendet werden, also die roten Blutkrperchen alleine oder es kann das Plasma gespendet werden, ohne Erythrozyten. Schauen wir uns zunchst die

Erythrozytenspende an und zu was fr Kombination es dabei kommt. Wenn wir uns jetzt klarmachen, bei der Erythrozytenspende geht es um die Antigene, die auf den Erythrozyten sitzen.

Da hat die Blutgruppe 0 einen groen Vorteil, denn auf den Erythrozyten der Blutgruppe 0 kommen berhaupt keine Antigene vor. Das bedeutet, jede andere Blutgruppe kann diese Erythrozyten bekommen, denn egal, welche Antikrper ich im Plasma habe, sie knnen keine Reaktion mit den Erythrozyten eingehen, da diese berhaupt keine Antigene besitzen. Die Blutgruppe 0 ist also ein sogenannter Universalspender fr Erythrozyten.

Umgekehrt ist es so, dass, wenn ich die Blutgruppe AB habe, dann kommen auf meinen Erythrozyten sowohl das Antigen A als auch das Antigen B vor. Wenn ich also jetzt Erythrozyten bekommen mchte, kann ich von allen Blutgruppen Erythrozyten bekommen, denn ich habe sowieso alle Antigene schon auf meinen Erythrozyten drauf, das heit in meinem Plasma habe ich berhaupt keine Antikrper und dann kann ich natrlich von 0 als auch von Blutgruppe A oder B die Erythrozyten bekommen.

Andererseits ist es so, dass, wenn ich die Blutgruppe AB habe, ich niemandem meine Erythrozyten geben kann, auer Menschen, die ebenfalls die Blutgruppe AB haben, denn die Blutgruppe A hat Antikrper im Plasma gegen das Antigen A, die Blutgruppe B hat Antikrper im Plasma gegen das Antigen A und die Blutgruppe 0 hat Antikrper im Plasma sowohl gegen das Antigen A als auch gegen das Antigen B. Das bedeutet, je nachdem, wem ich es gebe, da ich beide Antigene auf den Erythrozyten habe, kommt es immer zu einer Immunreaktion.

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Gucken wir das noch einmal kurz an zur Wied