Die Fliege (Jakob Lorber)

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    18-May-2015
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Ein blicke in die Wunder der Schöpfung.Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber

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  • 1. DIE FLIEGEEinblicke in die Wunder der Schpfung.Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber.Nach der Sechsten Auflage 1988.Lorber-Verlag Hindenburgstrae 5 D-74321 Bietigheim-Bissingen.Alle Rechte vorbehalten.Copyright 2000 by Lorber-Verlag, D-74321 Bietigheim-Bissingen.Vorwort des Herrn.3. September 1840[Fl.01_000,01] Es ist gut, des fteren auf so manches das Gefhlsauge zu richten und daMeine Liebe und Weisheit zu gewahren und wre der zu betrachtende Gegenstand noch sogering; denn es liegt doch immer etwas Unendliches darin, und so ist es auch wrdig einesgeistigen Blickes, da alles, worin sich Unendliches birgt, von Mir ein Atom ist, in dem einewiges Sein waltet.[Fl.01_000,02] So Ich euch nun in einem kleinen Liede eine unbeachtete Fliege etwasvorsumsen lasse, so denket, da auch dieses geringe Tierchen nicht zu den Ungezhltengehrt; denn so Mir die Atome des Lichtes und die Monaden des thers durch alleUnendlichkeiten und Ewigkeiten nach ihrer Zahl genau bekannt sind, wie soll es eine Fliegenicht sein, zu deren Bildung doch mehr als eine ganze Milliarde von Atomen ntig sind?Die Fliege.[Fl.01_000,03] Es sumset die muntere Fliege in lustiger Weise / Ein artiges Liedchen Mir,mchtigem Schpfer, zum Preise; / Sie sumset in wonniger Freude gar sinnig von Liebe / Undkreiset im Meere der Liebe aus innerem Triebe / Und redet gar deutlich vernehmliche Worteder Gnade / Und kndet und zeiget zu gehen euch rmliche Pfade.[Fl.01_000,04] Sehet das Tierchen, wie munter und frhlich es kreiset, / Und wie es ganzsorglos gehorsam dem Triebe sich weiset / In dankbarer Haltung der Richtung, die Ich ihmgegeben; / Und nie wird es, so wie ihr, nach dem Verbotenen streben! / Ich sage, umsonst istes euch nicht so nahe gestellt, / Und ist auch das Mittel so klein, ists von Mir doch erwhlt![Fl.01_000,05] Ein Flgelpaar leicht, gleich dem ther, hab Ich ihr gegeben, / Damit sie sichsollte erleichtert in Lfte erheben / Und kreisen da munteren Fluges in Strahlen der Sonne /Und saugen da Licht mit den uglein der goldenen Krone, / Dann tragen dasselbe zum Lebender toten Gebilde / Und zeugen der Hrte von Meiner belebenden Milde.[Fl.01_000,06] So hab auch gegeben Ich weise ihr sechs leichte Fe / Und hab ihr gegeben,damit sie empfinde die Se / Des Lebens, zum Saugen der Kost einen tauglichen Rssel. /Und sehet, was Ich euch gesaget, nehmt es als Schlssel / Und denket im Herzen so ber dieFliege: / Ich sage: die Fliege, die Fliege, sie singt euch vom Siege![Fl.01_000,07] Seht, das sei euch unterdessen eine kleine Aufgabe; diese sollet ihr in freier,Mir geweihter Zeit ausarbeiten! Dieses kleine unbedeutende Thema habe Ich euch gegeben,damit eure Demut eine gute Nahrung fnde; spter aber wird auch dieses Tierchen von Mirohnehin im Zeugnis der Natur vorkommen vom Grunde aus, Amen. Ich, dem alle Dingewohlbekannt sind, gebe euch dieses. Amen, amen, amen.1. Kapitel Die Entstehung der Fliege.8. Mrz 1842[Fl.01_001,01] Die Fliege, ein kleines Tierchen zwar und nicht selten lstig dem Menschenwie auch vielen anderen lebenden Geschpfen der Erde, besonders zu jener Zeit des Jahres,da der Sonne Strahlen heftiger den Boden der Erde berhren, ist aber dennoch in der Ordnungder Dinge so unbedeutend nicht und auch nicht also zwecklos, als sie eben zu sein scheint.[Fl.01_001,02] Um das alles vollkommen und ntzlich einzusehen, wollen wir eine kleineVorbetrachtung ber die natrliche Beschaffenheit dieses Tierchens machen.

2. [Fl.01_001,03] Es wre wohl berflssig, euch die Gestalt der eben zu besprechenden Fliegeder Form nach kundzugeben, nachdem ihr doch schon ganz sicher werdet mehrere Fliegengesehen haben; aber ihre merkwrdigen Einzelheiten und die Art ihrer Entstehung sind da aufkeinen Fall zu umgehen, sondern mit recht vielem Fleie und aufmerksamen Geistes zubeachten.[Fl.01_001,04] Wie entsteht demnach die Fliege?[Fl.01_001,05] Dieses wissen zwar Naturgelehrte, da die Fliege eine Art Eier lege, welche soklein sind, da sie vom menschlichen Auge kaum wahrgenommen werden, und haben daherauch ein so geringes Gewicht, da sie gleich dem Sonnenstaube sich gar leicht in der Luftschwebend erhalten knnen.[Fl.01_001,06] Wohin aber legt die Fliege ihre Eierchen, da die Zahl dieser von einer Fliegegelegten Eierchen nicht selten Millionen bersteigt, und wo und wie werden sie ausgebrtet?Ihr habt sicher noch nie eine junge Fliege gesehen; die Mcklein aber drfet ihr ja nicht etwafr junge Fliegen ansehen.[Fl.01_001,07] Sehet, die Fliege legt ihre Eier, so sie einmal legreif geworden ist, berall hin,wo sie sich nur immer hinsetzt, und kmmert sich dann weiter gar nicht mehr darum, was mitihnen geschieht. Millionen werden von den Winden in alle Weltgegenden gefhrt undzerstreut; Millionen kommen in das Wasser; ja ihr knnt euch beinahe kein Ding auf der Erdedenken, das da verschont bliebe von den Eiern der Fliege, so wie der Fliege selbst kein Dinggewisserart zu heilig ist, darum sie sich nicht auf dasselbe setzen und dasselbe beschnffelnmchte. Also ist auer der glhenden Kohle und der lodernden Flamme auch beinahe keinDing, das sie nicht mit ihren Eierchen beklecksen mchte.[Fl.01_001,08] Wohin alsonach die Fliege ihre Eierchen legt, und wie sie aussehen, wtenwir jetzt schon; wie sie aber ausgebrtet werden und wie viele von den unzhlbar gelegten,davon soll sogleich die Rede sein.[Fl.01_001,09] Alle diejenigen Eierchen, welche entweder an den feuchten Mauerstellen derHuser, vorzugsweise der Tierstallungen, oder an faulem Holze, oder an was immer anderemModerfeuchtigkeit Haltendem gelegt werden, kommen fast meistens davon; was aber da einRaub der Winde und des Wassers geworden ist, davon werden freilich wohl unbeschreiblichwenige zu Fliegen ausgebrtet, obschon dessenungeachtet nichts verlorengeht, da esirgendeine andere weise Bestimmung verfehlen sollte, ja sogar diejenigen nicht, welche vonMenschen und Tieren nicht selten zu Millionen mit einem Atemzuge eingeatmet werden.Doch lassen wir diejenigen, welche den vielen anderen Bestimmungen zugefhrt werden, undwenden uns sogleich zu denjenigen, welche da ausgebrtet werden.[Fl.01_001,10] Wie also werden denn diese ausgebrtet?[Fl.01_001,11] Sehet, wenn die Sonne einmal hinreichend die Erde zu erwrmen anfngt, dafangen diese Eierchen auch an zu wachsen, bis sie einmal so gro werden, da sie auch einmittelmig scharfes Auge zu entdecken imstande ist, und zwar als einen weilichtgrauenBlumenstaub, natrlicherweise an den Stellen nur, da sie von der Fliege hingelegt wurden.Das ist dann die Zeit der Ausbrtung, welche also vor sich geht:[Fl.01_001,12] Die Eierchen springen da auf, von den erwachten Geistern der in einemsolchen Eichen angesammelten ordnungsmigen Vorgangstierchen gentigt. Diese Geistervereinigen sich in der Gestalt eines kaum sichtbaren kleinen weilichten Wrmchens zueinem Leben. Dieses Wrmchen nhrt sich dann einige Tage von der Feuchtigkeit der Stelle,da es ausgebrtet wurde, welche Nahrungszeit gerade eben nicht bestimmt ist, sondern allzeitvon dem Umstande der Reichlichkeit des vorhandenen Nahrungsstoffes abhngt.[Fl.01_001,13] Jedoch bis daher geht es mit der Zeugung der Fliege ganz natrlich vor sich.[Fl.01_001,14] Ich habe euch aber schon gleich anfangs gefragt, ob ihr noch nie eine jungeFliege gesehen habt. Sehet, darin liegt das eigentliche Wunder dieses Tierchens begraben. Esist auf einmal da, ganz vollkommen ausgebildet, und niemand wei, woher es kam, und wosein Geburtsort ist. 3. [Fl.01_001,15] Wie geschieht denn dieses Wunder?[Fl.01_001,16] Ihr habt vielleicht schon dann und wann von alten Leuten sagen hren: DieFliegen entstehen zum Teil aus einer Art Staub und zum Teil aus den zerstreuten Krperteilenalter, toter Fliegen. Dem Anscheine nach ist es wohl also, aber der Wirklichkeit nachfreilich wohl nicht.[Fl.01_001,17] Denn so das Wrmchen einmal die Reifegre erhielt, welche ungefhr dieAusdehnung hat wie ein kleiner Beistrich bei einer mittelmig groen Schrift, sodannzerplatzt das Wrmchen und zerlegt dadurch das Innere nach auen. Alsdann dehnt sich diefrhere Auenhaut des Wrmchens zum eigentlichen Leibe der Fliege aus, wohlversehen mitallen den innern Verdauungsgefen; die frhere Innenseite des Wrmchens aber bringt danndie ueren sichtbaren Teile der Fliege hervor, welche, sobald diese Umkehrung vor sich gingund sie mit der ueren Luft in Berhrung kommen, binnen lngstens fnf bis siebenSekunden zu ihrer vollkommenen Ausbildung gelangen, bei welcher Gelegenheit die Fliegeauch ganz vollkommen fertig ist.[Fl.01_001,18] Sehet, das wre demnach die Geburt oder vielmehr die gewi nicht wenigmerkwrdige Entstehung der Fliege, und sie mu jedem Betrachter wunderbar genugvorkommen. Allein dieses alles ist dessenungeachtet noch das am wenigsten Wunderbare beidiesem Tiere. Was da noch folgen wird in der mglichsten Krze, darber werdet ihr erst groerstaunen und euch verwundern, und so lassen wir dieses Merkwrdige an einem nchstenTage folgen. 2. Kapitel Die Fe der Fliege.11. Mrz 1842[Fl.01_002,01] Es wird euren Augen nicht entgangen sein, und gar oft werdet ihr schonbemerkt haben, wie die Fliege mit ihren sechs Fchen auf einer aufrechtstehenden,allerfeinst polierten Flche ebenso behende forttrippelt wie auf einem Tische, der sich in einerganz horizontalen Lage befindet.[Fl.01_002,02] Wie ist aber solches diesem Tierchen mglich, nachdem seine Fe, obschonjeder in zwei sehr kleine spitzige Krallen auslaufend, dennoch uerst glatt sind?[Fl.01_002,03] Sehet, das ist schon etwas Wunderbares, wenn ihr bedenket, da auf eineraufrechtstehenden polierten Flche ohne ein klebriges Bindungsmittel nicht einmal dasallerleichteste Federflaumchen hngenbleibt, wie kann demnach der Fliege solches mglichsein ohne Beihilfe eines klebrigen Mittels?[Fl.01_002,04] Es haben aber einige sehr ttige Naturforscher mittels stark vergrernderKleinschauwerkzeuge gefunden, da die Fliege und alle Tierchen ihres Geschlechts an ihrenFen zwischen den zwei Krallen eine Art sehr elastischer Glckchen angebracht haben,welche sie gleich uerst kleinen Luftrezipienten zum Verdnnen der Luft gebrauchendrften, und zwar auf folgende Weise: Wenn da eine Fliege den einen oder den andern Fuz.B. an eine aufrechtstehende Glasscheibe setzt, so saugt sie sobald die im Glckchenbefindliche Luft in sich, wodurch dann der mit dem luftleeren Glckchen versehene Fu vonder Schwere der das Glckchen von auen umgebenden Luft an der besagten Flchefestgehalten wird.[Fl.01_002,05] Allein zu dieser Verrichtung mte dann eine jede Fliege in sich eigeneLuftpumpen haben! Und in welcher Schnelligkeit mten diese von einem unaussprechlichgewandten Mechaniker gehandhabt werden, damit sie dem uerst geschwinden undallerunbestimmtest launigen Getrippel der Fliege vollends Genge leisten sollten?![Fl.01_002,06] Sehet, solches ist nicht leicht denkbar, obschon die Fliege ganz richtig imBesitze solcher scheinbaren Luftglckchen ist! Wenn aber demnach die Fliege nicht auf dievon den Naturforschern vermeinte Art sich mit ihren Fen auf der besagten Flche hlt, aufwelche Art hlt sie sich hernach? Die Antwort wird aus der folgenden Darstellung sehrleicht zu entnehmen sein. 4. [Fl.01_002,07] Wenn ihr nur einmal eine Fliege recht aufmerksam betrachtet habt, so mssetihr ja wohl bemerkt haben, da die Fliege allenthalben an ihrem kleinen Krper mit kleinenHrchen und anderen kleinen hornartigen Spitzen versehen ist, ja sogar das Flgelpaar an denuersten Rndern mit einer Unzahl strahlenartig auslaufender Spitzfederchen.[Fl.01_002,08] Wozu der Fliege alles dieses? Sehet, jetzt werden wir die erwnschte Antwortbald heraus haben![Fl.01_002,09] Diese Hrchen und Spitzchen sind lauter wohltaugliche Elektrizittssauger,und diese von der Fliege dadurch in sich gesogene Elektrizitt strmt dem negativen Teilenach, welcher zugleich auch der anziehende oder zusammenziehende ist, unablssig fortdurch die Fchen in die schon bekannten Glckchen, wodurch dann diese Teile sehr hungrigwerden nach der positiven Elektrizitt. Da sich aber diese vorzugsweise an den poliertenFlchen aus der Luft ansammelt, so ist es dann ja auch ganz natrlich, da die Fliege auf jederwie immer gestellten polierten Flche zum Behufe ihres Gehens haften bleiben mu, indemsich schon altbekanntermaen entgegengesetzte Polaritten immerwhrend anziehen.[Fl.01_002,10] Sehet, das ist demnach die Antwort auf die obige Frage.[Fl.01_002,11] Aber ihr werdet da sagen: Da geht es dann ja ganz natrlich zu, wie ist esdemnach ein Wunder? worauf Ich euch freilich wohl nichts anderes zur Antwort geben kannals: Je natrlicher euch eine Sache vorkommt, desto wunderbarer ist sie auch darum, weil siekein vergngliches und darum auch wenig ntzendes, sondern ein bleibendes und demnachstets und fr alle Zeiten wohlntzendes Wunder ist fr den, der es in Meinem Namenbeachten will! Denn ihr brauchet nur ein wenig nachzudenken, und es mu euch sobaldeinleuchtend werden, an welchem Wunder da mehr gelegen ist, ob an dem Durchzug derIsraeliten durch das Rote Meer, oder ob an der Bestndigkeit eines fruchttragenden Baumes,der heutzutage noch dieselben Frchte trgt, die er getragen hat zu den Zeiten Adams, und anunserer Fliege, die heutzutage noch dieselbe ist, wie sie um einige sehr viele Millionen Jahrevor Adam war! Urteilet nun selbst, welches Wunder sonach grer und wichtiger ist![Fl.01_002,12] Wenn demnach die Fliege, sowohl vermge ihrer Entstehung alsvorzugsweise zufolge ihres Fortbestehens und allerzweckdienlichsten Gebrauches aller ihrerlebensfhigen Bestandteile und ganz besonders zufolge ihrer noch bis jetzt ganz unbekanntendoppelten Ntzlichkeit, eine wunderbare, ja growunderbare Erscheinung von Mir benanntwird, so kann ja das Gehen einer Fliege auf einer polierten Flche mit bei weitem grerenRecht ein Wunder genannt werden wovon sich jeder Mensch noch tglich berzeugen kann,wenn er nur einigermaen diese Erscheinung je in seinem Herzen gewrdigt hat als derEinsturz der Mauern Jerichos durch den Posaunenschall unter der Anfhrung Josuas.[Fl.01_002,13] Denn das erste geschieht noch tagtglich zahllosfach vor euren Augen,whrend vom zweiten auer in der Schrift auf der ganzen Erde keine Spur mehr vorhandenist. Wer demnach von dem wunderbaren Einsturze Jerichos einen Nutzen schpfen will, dermu dieses Faktum vorerst schwerfllig blindlings glauben, whrend er an einemSommertage von mehr denn tausend solchen Growundern erster Art heimgesucht wird, dieihm alle oft schon berlstig zurufen: Sieh, du stolzer, hochmtiger Mensch, wie reichlich hatder groe heilige Schpfer lebendige Wunder um dich geschaffen, aus denen du ersehen sollstund lebendig erkennen in dir, wie nahe dir der Herr des Lebens ist![Fl.01_002,14] Urteilet demnach wieder selbst, welches Wunder da in Beziehung auf euchgrer und wichtiger ist! Ich meine aber, eine an euren Ohren vorbersummende Fliege, einezirpende Grille, ein zwitschernder Sperling und ein bescheidenes Frhjahrsveilchen singeneinem liebeverstndigen Herzen nicht minder ein erhaben hohes Lied zu Meinem Lobe dennSalomon in aller seiner Weisheit und kniglichen Pracht![Fl.01_002,15] Salomons Weisheit ist wohl eine hohe Weisheit denen, die selbst in derWeisheit Salomons sich befinden; aber in dem Liede der lebendigen wie auch stummen Naturliegt Greres und endlos Tieferes denn in aller Weisheit des Sohnes Davids. 5. [Fl.01_002,16] Und so erzhlt euch eine Fliege in ihrem raschen Fluge wunderbar, welcheheilige Kraft ihre leichten Schwingen in die hurtigste Bewegung setzt und trgt durch diesewohlgemut das Wundertierchen nach allen mglichen Richtungen hin und her, auf und ab,und sagt euch noch allzeit hinzu: So der heilige Vater schon solches endlos erhabenWunderbare tut an mir winzigem, verachtetem Tierchen, was wird Er erst an euch, SeinenKindern, alles tun![Fl.01_002,17] Ist solches nicht Weisheit ber Weisheit und Wunder ber Wunder?[Fl.01_002,18] Der letzte Verlauf dieser Mitteilung aber wird euch erst vollends das Wunderenthllen; und so lassen wir fr heute des Guten und Wahren zur Genge sein. 3. Kapitel Die Fliege als Ausgleicher der Luftelektrizitt.15. Mrz 1842[Fl.01_003,01] Was wir somit bis jetzt von der Fliege kennengelernt haben, ist doch sicherwunderbar, ja berwunderbar; aber eines der viel greren Wunder dieses Tierchens liegt inseiner Bestimmung, und mit dieser auch in der Art und Weise, wie es seiner Bestimmungentspricht.[Fl.01_003,02] Wie vielfach ist aber die Bestimmung dieses Tierchens? Kann sie wohleinfach sein? Und so sie es wre, wie wenig wre das! Kann sie vielfach sein?[Fl.01_003,03] Es gibt in der ganzen Schpfung nirgends ein Ding, das da mehr als zweiPolaritten htte, nmlich eine bejahende und eine verneinende. Und so gibt es auch nur einOberes und ein Unteres, welches sich einander gegenbersteht; denn das Mittlere ist nichtsdenn eine Verbindung des Oberen und Unteren. Und also gibt es auch ein ueres und einInneres, ein Materielles und ein Geistiges, ein Gutes und ein Bses, ein Wahres und einFalsches.[Fl.01_003,04] Wenn demnach von dem Zweck des Daseins eines Wesens die Rede ist, sokann dieser sich auf nirgend anderswohin erstrecken als nur auf eine dieser zwei Polaritten.Und so lasset uns denn sehen, fr was alles die Fliege taugt.[Fl.01_003,05] Nehmen wir einmal den ueren Pol.[Fl.01_003,06] Es mu euch ja auffallen, warum zur Winterszeit nur wunderselten irgend einsolches Tier zu ersehen ist, whrend doch zur warmen Sommerszeit alles schwirrt undwimmelt von derlei kleinen beflgelten Bewohnern der Luft.[Fl.01_003,07] Sehet, Meine lieben Kindlein, wir werden jetzt sogleich wieder ein Wunderunserem Tierchen entlocken![Fl.01_003,08] Wie die Fliege also voll Hrchen und Spitzchen ist, haben wir schon bei derEntdeckung des ersten Wunders gesehen, da Ich euch ihr Gehen erluterte. Allein das ist nichtdie einzige Ursache, darum dieses Tierchen so behaart und bestachelt ist. Ihr werdet sobalderfahren, wozu jedem dieser Tierchen auch ein Flgelpaar zum Fliegen verliehen ist.[Fl.01_003,09] Sehet, dieses Tierchen wird durch das Einsaugen des elektrischen Stoffes (aufdie schon bekannte Weise) so leicht, da es gegen die Anziehungskraft der Erde nicht dasallergeringste Gewicht mehr uert und darum von seinem kleinen Flgelpaare dann garleicht in allen Richtungen der Luft herumgetragen wird.[Fl.01_003,10] Warum wird es aber also herumgetragen, oder warum mu die Fliege, jewrmer es ist, auch desto hurtiger nach allen Richtungen hin und her fliegen? Gebet nurrecht schn acht; jetzt werden wir es bald herausbekommen![Fl.01_003,11] Sehet, diese Millionen und Millionen Fliegen sind allda beordert, das von derSonne zu reichlich ausgestrmte, sogenannte elektrische Feuer aufzuzehren und es auf dieseWeise zu schwchen, damit es sich nicht durch die eigene berladung in sich selbst entbindeund dadurch einer ganzen Welt den Garaus mache! Denn sehet, dieses elektrische Fluidum istgar ein beraus mchtiges Feuer, es versteht sich von selbst, in seiner bejahenden Sphre!Solange die verneinende Elektrizitt eines Erdkrpers im Gleichgewicht steht zu derbejahenden, die da entwickelt wird aus den Strahlen der Sonne, so lange ist keine Entbindung 6. der bejahenden Elektrizitt mglich. Wenn aber die bejahende Elektrizitt nur um einTausendstel die verneinende bersteigt, so ist auch eine freie Entbindung der bejahenden sogut als gnzlich unverhinderlich. Wie wird sonach einem solchen allgemein verheerendenbel vorgebeugt?[Fl.01_003,12] Sehet nun unsere Tierchen an, wie sie da allerfleiigst nach allen mglichenRichtungen hin und her schieen und in ihrem schnellen Fluge die Mehrheit der bejahendenElektrizitt in sich saugen, allwo ihre Polaritt sobald verkehrt wird, indem diese Tierchen dasPositive, das da gleich ist dem Sauerstoff, in sich verzehren, den negativen Teil aber alsowieder aushauchen wie der Mensch den Stickstoff der in sich gesogenen atmosphrischenLuft, sobald die Lunge aus derselben den Sauerstoff zur Ernhrung des Blutes aufgenommenhat.[Fl.01_003,13] Aber ihr mchtet Mich hier fragen: Ja, vermgen denn diese Tierchen wohlsoviel auszurichten?[Fl.01_003,14] Und Ich sage euch darauf: O ja, Meine Lieben! Denn sehet, eine einzigeFliege verkehrt an einem heien Sommertage so viel bejahender Elektrizitt in sich, da sodiese knnte in ein Gef gesammelt werden sie hinreichend krftig genug wre, in einemAugenblick einen zehnmal greren Berg, als euer Schloberg ist, in Staub zu verwandeln, also wie auch mit der Menge der Luft, welche ein Mensch in einem Tage aus- und einhaucht,wenn sie sich entznden wrde, ganz Europa knnte also zerstrt werden, da es seine jetzigeGestalt so ganz und gar einben wrde, darum dann niemand mehr erkennen mchte, da eseinstens war, oder wie es jetzt ist, ein wohlbevlkertes und fruchtbares Land.[Fl.01_003,15] Damit euch aber dieses nicht zu fabelhaft klingt, so mache Ich euchaufmerksam auf die geringfgige Ursache (in naturmiger Hinsicht betrachtet) eines groenErdbebens, welches nahe auf einer ganzen Erdhlfte und darber versprt wurde. Sehet,solcher Grund lag in tausend Kubikfu eingeschlossener Luft, welche sich durch diebekannten ueren Druckumstnde entzndete![Fl.01_003,16] Nehmet ihr nun an, da ein Mensch in viermaligem Atmen einen KubikfuLuft verzehrt oder vielmehr verkehrt und austauscht, denket euch, wie oft der Mensch desTages Atem holt, und ihr werdet erstaunen vor dem Volumen der Luft, welche nur einMensch des Tages hindurch oder bestimmter gesagt im Verlaufe von 24 Stunden verzehrtoder vielmehr verkehrt hat. Wenn ihr dieses nach dem Vorhergesagten nur ein wenigbeurteilet, so wird es euch dann sicher nicht mehr zu wunderlich klingen, so Ich vorher durchden Atem, den der Mensch des Tages ein- und aushaucht, ganz Europa mglich zerstrbardarstellte.[Fl.01_003,17] Also mu es euch auch nicht wundern, was Ich von der Elektrizitt, die eineFliege in einem Tage verkehrt, gesagt habe. Und so eine Fliege schon solches verrichtet, waswerden da erst so viele Millionen und Millionen ausrichten?![Fl.01_003,18] Nun, Meine Kindlein, ist das nicht ein Wunder, da Ich durch so unbedeutendkleine Tagwerker eine ganze Erde vor dem pltzlichen Untergange behte?![Fl.01_003,19] Doch dieses alles ist nur ein kleiner Nebenzweck dieses Tierchens, und somitnoch nicht das grte Wunder. Geduldet euch aber nur, die Hauptsachen werden erstkommen, und so lassen wirs fr heute wieder gut sein. 4. Kapitel Die Fliege als Lebensretter des Menschen.16. Mrz 1842[Fl.01_004,01] So htten wir denn gesehen, wie dieses Tierchen seiner Bestimmungentspricht fr den negativen Pol. Doch das bereits Bekannte ist nicht der ausschlieendnegative Zweck dieses Tierchens, sondern da gibt es noch eine Menge Nebenzwecke alsogestaltet, wie gestaltet ein weiser Hausherr seinen Arbeitern nicht nur eine verrichtendeBestimmung gibt, sondern einem jeden Arbeiter verschafft er neben der Hauptarbeit nochallerlei kleine ntzliche Nebenverrichtungen, damit keine Wendung der Arbeiter 7. unnutzbringend sein solle. Und so wollen wir denn, bevor wir auf einen anderen Hauptteil derVerrichtung dieses Tierchens bergehen, noch einige solcher Nebenverrichtungen diesesTierchens kennenlernen.[Fl.01_004,02] Sehet, Meine lieben Kleinen, es wird euch im Sommer fter wohl recht lstigwerden, wenn so in einem Zimmer recht viele Fliegen herumfliegen und euch belstigen,besonders wenn sie so recht zudringlich werden. Allein deswegen soll niemand diesesTierchen schelten; denn eben an solchen Tagen verrichten sie einen sehr wichtigen kleinenNebendienst, und zwar am allermeisten ntzend den Menschen wie auch den Tieren desHauses, welche der Mensch zu seinem Dienste verwendet. Ihr mchtet wohl schon rechtgerne wissen, worin dieser ntzliche Nebendienst besteht? Aber nur eine kleine Geduld, dennes gehrt noch eine kleine Erinnerung voraus, dann aber sollet ihr es auch alsogleich haben![Fl.01_004,03] Sehet, Meine lieben Kindlein, an einem solchen sehr warmen Sommertage,besonders zu einer Zeit, so ihr irgend bemerket, da das Quecksilber in der sogenanntenWetterrhre sehr nieder steht, werden zahllose Milliarden und Milliarden von atomischenTierchen aus dem niederstehenden ther in die atmosphrische Luft ausgeboren, denenzufolge ihr nicht selten die Luft also blulich verdichtet ersehet, da es euch schwer wird,auch nur einige Stunden entfernte Gegenden auszunehmen.[Fl.01_004,04] Wenn ihr da Atem holet, so spazieren bei solcher Gelegenheit allzeit mehrereTrillionen in euch. Obschon aber diese Tierchen so klein sind, da ihr tausend Millionen aufeinem Haufen noch gar nicht bemerken wrdet, so macht aber dessenungeachtet die Summevon mehreren Dezillionen, die ein Mensch manchmal an einem solchen Tage einatmet, dochschon etwas so ziemlich Bedeutendes aus und knnte ganz vollkommen gengen da dieseTierchen dem leiblichen Leben hchst gefhrlich sind , um den Menschen sodann pltzlichdas naturmige Leben zu nehmen. Denn die dem naturmigen Leben unzutrglicheBeschaffenheit dieser Tierchen ist nahe das, was da ist die allervollkommenste sogenannteBlausure.[Fl.01_004,05] Nun, solches wissen wir jetzt; was aber dabei die Fliege zu tun hat, solcheswissen wir noch nicht. Allein eben das ist der schon frher besprochene Nebendienst dieserTierchen, den ihr nach dieser Vorausschickung nun sogleich haben sollet.[Fl.01_004,06] Sehet, derjenige Teil dieser atomischen thertierchen, welche der Menscheinatmet, ist seiner Gesundheit gerade nicht der gefhrlichste, weil er sobald von dem zudieser Zeit ohnehin am ntigen Sauerstoff armen Blute begierig und wohldienlichaufgenommen wird; aber ganz anders verhlt es sich mit demjenigen Teile, der sich an derueren Haut ansetzt und vorzglich an denjenigen Stellen, wo die Poren zumeist offenstehen.[Fl.01_004,07] Wenn daselbst diese Tierchen eindringen, so nehmen sie gegen die vom Bluteaufgenommenen einen positiven Charakter an. Solange dieser uere Pol den inneren Polnicht berwiegt, so lange ist auch keine Gefahr vorhanden, was z.B. bei einer mittlerenTemperatur der Fall ist. berwiegt aber dieser uere Pol den inneren nur um ein Millionstel,dann besteht fr das Leben auch schon die hchste Gefahr, da sich bei dieser Gelegenheit imMenschen eine Polverkehrung veranstalten knnte, was dann ebensogut wre, als so jemandsich mit einer Nadel stechen mchte, die er zuvor getaucht htte in die allerdichtesteBlausure.[Fl.01_004,08] Wrde aber der uere positive Pol pltzlich bis zu einem hundertsten Teileberwiegend gegen den inneren negativen Pol, sodann geschhe pltzlich eine sichtbareelektrische Entladung, durch welche der Mensch binnen wenigen Augenblicken alsovernichtet werden mchte, da da von seinem ganzen Leibe nichts als eine halbe Handvollbelriechender Asche brigbliebe.[Fl.01_004,09] Was den ersten Fall anbelangt, da sehet die Pestkrankheiten an; diese sindnichts als lauter solche Folgen. Was aber den zweiten Fall anbelangt, so kommt dieser wohl 8. freilich seltener vor, aber gnzlich unerhrt sind die sogenannten Selbstverbrennungen nicht,besonders in den sdlichen Lndern.[Fl.01_004,10] Da wir nun solches wissen, so werfen wir denn einen Blick auf unsere kleinenHausarbeiter und beobachten sie, was sie da tun.[Fl.01_004,11] Sehet, unsere Fliege hat auch ein Augenpaar, welches fr dieses Tierchen sogro ist, da es nahe den siebenten Teil seines ganzen Wesens ausmacht. Ein jedes Auge frsich ist aber nicht etwa ein einzelnes Auge, sondern besteht wieder aus mehr denn tausendkleinen Augen. Diese Augen sind so ordnungsmig aneinandergereiht wie die Zellen einesBienenstockes und laufen, ein jedes fr sich kegelfrmig zugespitzt, endlich alle auf einengemeinsamen Sehpunkt zusammen und dienen auf diese Weise dem Tierchen als ein fr euchunbegreiflich stark vergrerndes Mikroskop, mit dessen Hilfe dann dieses Tierchen sogarjedes einzelne der vorerwhnten atomischen Tierchen sehen kann.[Fl.01_004,12] Zudem ist aber auch ihr Magen also eingerichtet, da ihnen eben dieseTierchen eine Hauptnahrung geben. So dann eine oder die andere Fliege an der Haut desMenschen einen ganzen Klumpen vorerwhnter atomischer Tiere ersieht, so fliegt sie sobalddahin und gibt leichtlich nicht eher nach, als bis sie ihren Fund aufgezehrt hat.[Fl.01_004,13] Nebst den Augen aber hat dieses Tierchen auch noch ein Paar kleinerFhlhrnchen, welche ihm statt der Nase dienen; und da es die Augen nur in kurzenDistanzen gebrauchen kann, so dienen ihm diese Fhlhrnchen oft auf sehr weite Distanzen,ja Ich sage euch: Es gibt einige Fliegen, die mittels dieser Fhlhrnchen irgendeine ihnenwohlschmeckende Nahrung stundenweit riechen.[Fl.01_004,14] Sehet nun, Meine lieben Kindlein, da haben wir ja schon wieder ein Wunderdieses Tierchens oder den besprochenen Nebenzweck seines Daseins![Fl.01_004,15] Ist das nicht ein gar ntzlicher Dienst dieses Tierchens? Ja, Ich sage euch,solches knnt ihr euch wohl merken: Wenn an irgendeinem Ort, besonders zur Sommerszeit,dieses Tierchen sich pltzlich verliert, dann knnet ihr solches auch als ein sicheres Zeichenannehmen, da sodann Ich mit einer gewaltigen Zuchtrute nicht ferne bin![Fl.01_004,16] So wie aber dieser Nebendienst dieses Tierchens nun wohl erkennbar dasteht,auf eine gleiche Weise stehen diesem Tierchen noch mehrere solcher wohlntzlichen Dienstezu.[Fl.01_004,17] Wollten wir alles samt und smtlich kennenlernen, so mte Ich euch mehrereJahre davon diktieren; ihr knnet es aber als sicher annehmen, da alles, was da ist, und somitsicher auch die Fliege, nicht fr einen, sondern fr tausenderlei gute Zwecke da ist.[Fl.01_004,18] Um somit unsere Sache nicht so sehr in die Lnge zu dehnen, will Ich euch,bevor wir zu dem positiven Pol dieses Tierchens bergehen, nur noch zwei solche ntzlicheNebenzwecke zur Besttigung dieser Meiner Kundgebung ersichtlich machen, und so lassenwir es wieder fr heute bei dem bewendet sein. 5. Kapitel Die Fliege als Erhalterin gesunder Luft.17. Mrz 1842[Fl.01_005,01] Ihr werdet an einem warmen Sommertage schon zu fteren Malen dieErfahrung gemacht haben, da besonders an einem schwlen Nachmittage sich nicht seltendes mden Menschen ein ser Schlaf bemchtigen will. Wer da noch in der vollen Jugendist, der kann sich denselben wohl durch allerlei Mittel vertreiben, dergleichen da wrenbesonders leibliche Bewegungen oder sonstige unterhaltende Stellungen, in welchen derjugendliche Mensch also geweckt wird, da der Schlaf ihn nicht so leicht bemeistern kann.[Fl.01_005,02] Aber ganz anders verhlt es sich mit schon ganz bejahrten Menschen, derenGlieder schon vieles mitgemacht haben und daher auch steifer, mhseliger und schlfrigergeworden sind. Wenn bei denen an einem solchen Tage die sie umgebende Luft ihresLebensstoffes in Hinsicht auf ihren Bedarf ermangelt, so tritt dann auch sobald die erwhnteSchlfrigkeit ein, und ein solcher Mensch vermag sich da nicht aufrechtzuerhalten. Damit 9. ihr aber das Nachteilige solchen Schlafes vollkommen ersehen mget, so ist es notwendig,vorher einen Blick auf den natrlichen Schlaf des Menschen zu werfen.[Fl.01_005,03] Warum wird denn der Mensch natrlicherweise zur Nachtzeit schlfrig undnicht also am Tage? Die Ursache ist zwar ganz natrlich; aber da gar viele das Gebiet dernatrlichen Sphre noch nicht erkannt haben, so ist ihnen auch zumeist die Ursache desnatrlichen Schlafes unbekannt.[Fl.01_005,04] Und so sehet denn: Wenn das Licht der Sonne als der positiv polarische Teildes natrlichen Lebens seine Strahlen auf eine oder die andere Erdhlfte nicht mehr spendet,so wechselt auf der Erde die Polaritt auch immerwhrend, so zwar, da sooft fr irgendeinenTeil der Erde die Sonne untergegangen ist, derselbe auch schon sogleich anfngt, negativpolarisch zu werden.[Fl.01_005,05] Der negative Pol des Lebens aber entspricht ganz vollkommen dem gleichender Erde. Wie dieser aber an und fr sich der natrlichen Lebensttigkeit widerstrebt, alsoauch der dementsprechende im Menschen, indem er die positive Elektrizitt im Menschenmehr und mehr aufzehrt, und dieser somit die uere Lebensttigkeit auch mehr und mehrverliert, bei welcher Gelegenheit dann jene zarten beweglichen Teile, als z.B. dieAugenlider sind, diesen Nachla zuerst verspren und sich darum auch nicht mehraufrechtzuerhalten vermgen und bald nach ihnen sonach auch alle anderen Teile des Leibesin denselben geschwchten Zustand bergehen, welcher Zustand dann den natrlichennchtlichen Schlaf beim Menschen ausmacht. Fngt dann wieder der Morgen und derAufgang der Sonne sich zu nhern an, so vermehrt sich auch oder wird stets strker undstrker der positive Pol, und der Mensch wird geweckter und geweckter, d.h. seinSchlafzustand wird schwcher, welches Abnehmen der negativen Polaritt undverhltnismige Zunehmen der positiven so lange andauert, bis der Mensch vollkommenwach wird.[Fl.01_005,06] Es fragt sich jetzt nur noch einzig darum, in welchem Verhltnis dernatrliche Schlaf zu dem vorerwhnten Tagesschlaf steht. Ist dieses begriffen, so haben wirschon nahe die ganze bedungene Sache.[Fl.01_005,07] Dieser Tagesschlaf ist dem natrlichen Schlafe ganz entgegengesetzt,nachdem er nicht von einer Abnahme der positiven Elektrizitt herrhrt, sondern nur von derbersttigung derselben, und bersttigung aus dem Grunde, weil ein weniger regsamerKrper all die aufgenommene Elektrizitt nicht mehr aufzuzehren oder vielmehrauszutauschen vermag in die gerechte Vielheit der negativen.[Fl.01_005,08] Wenn sonach das Positive anfngt zu berwiegen, so fngt dann auch dasNegative in demselben Verhltnisse an, sich zu vermindern. Was ist nun die Folge davon?Solches ist sehr leicht zu begreifen.[Fl.01_005,09] Wenn ihr betrachtet, wie zwei ungleich krftige Menschen miteinander ringen:Je schwcher der Schwchere wird, desto mehr Gewalt bekommt der Strkere ber ihn. Istaber einmal der Schwache vollends besiegt, so hat es auch mit der Strke des Strkeren einEnde, darum er nichts mehr hat, auf das er seine berwiegenden Krfte sttzen knnte. JedeKraft aber ist so gut wie keine Kraft mehr, sobald sie keinen Sttzpunkt hat oder nichts, andas sie sich lehnen knnte.[Fl.01_005,10] Sehet nun, Meine Lieben, gerade also verhlt es sich auch mit dem Menschen,so er am Tage vom Schlafe befallen wird, das heit und wohlgemerkt, an einem mitElektrizitt berfllten schwlen Sommertage! Was haben aber da denn schon wiederunsere Fliegen zu tun?[Fl.01_005,11] Sehet, da wird sogleich wieder ein sehr bedeutender Nebenzweck dieserTierchen von groer Ntzlichkeit herauskommen, und zwar einer von den zwei schon gesternim vorhinein versprochenen![Fl.01_005,12] Sehet, diese Tierchen umschwirren und umsumsen und umtrippeln garsorgfltig einen solchen Tagschlfer und saugen durch ihre Fe und ihre sonstigen Hrchen 10. und Spitzchen die zu viele positive Elektrizitt in sich, damit dadurch bei dem Schlfer diesepositive Elektrizitt ungeachtet ihres bermigen Vorhandenseins nicht gnzlich dienegative unterdrcken kann und demzufolge der schlafende Mensch sein natrliches Lebenauch forterhlt.[Fl.01_005,13] Wenn aber solches nicht der Fall wre, da da solche unbeachteten Reguliererdieses natrlichen Lebensstoffes ttigst das mglichste Gleichgewicht aufrechterhielten, sowre es mit dem natrlichen Leben auch in demselben Augenblick aus, sobald die positiveElektrizitt die negative gnzlich besiegt htte.[Fl.01_005,14] Der schlafende Mensch treibt diese lstigen Erwecker, solange er nur immerkann, zwar fleiig weg, allein das tut nichts zur Sache, denn solange er noch diese kleinenBelstiger von seinem Leibe abzuwehren vermag, so lange auch ist noch keine Gefahr fr seinLeben vorhanden. Hat ihn aber einmal der Schlaf vollends gelhmt, da haben dann auch dieseBelstiger ganz freien Spielraum und verhten unfehlbar, da dem Schlafenden etwas seinLeben Gefhrdendes zustoen knnte. Hat sich mit der Zeit und manchmal allein durch diettige Mitwirkung dieser Belstiger die gegenseitige Polaritt wieder mehr und mehrausgeglichen, alsdann wird der Schlfer wieder wach und treibt emsig diese gewisserartkleinen Naturlebensschutzgeister von seinem Leibe. Allein da mag er sie auch immerhinwegtreiben; denn so er wieder wach geworden ist, ist auch alle Gefahr so gut wie vollkommenvorber.[Fl.01_005,15] Nun, Meine lieben Kleinen, wie gefllt euch diese Nebenverrichtung diesesTierchens? Ihr mt ja sagen, da solches beraus weise und gtig von Mir eingerichtet ist,und Ich sage euch noch hinzu: Wenn ihr dereinst erst den vollkommenen Zweck eines solchenTierchens im Geiste werdet berschauen knnen, dann werdet ihr euch erst wundern undsagen: Wie gro und gut bist Du, o heiliger Vater, da Du schon in solche unbedeutendscheinende Geschpfe solche unergrndlich wohlweisen Zwecke gelegt hast! Wer kann Dirauch nur fr eine Fliege genug danken, Dich loben und preisen?! Woher aber werden wir erstWorte, Gedanken und Empfindungen nehmen, um Deine Erhabenheit, endlose Liebe undWeisheit in einem vollkommeneren Deiner Geschpfe zu beloben, zu empfinden unddankbarst anzuerkennen?![Fl.01_005,16] Ja, Meine lieben Kindlein, in einer Sonne liegt freilich wohl noch Greresdenn in einer Fliege. Wer aber Mich erkennen will, der mu zuerst in die kleine Schule gehenund in dieser den lieben Vater zu erkennen anfangen. Hat er in dieser bestanden, so wird ersicher auch hernach in der greren bestehen und wird sich freuen ber die Maen, da erdaselbst erkennen wird, da derselbe liebevollste heilige Vater, der da selbst die kleine Fliegelenkt und leitet in ihrem kleinen Wirkungskreise, dort Sonnen fhrt durch ungemene Bahnenund den erhabensten und mchtigsten und vollkommensten Geistern vorschreibt Gesetze derewigen Liebe.[Fl.01_005,17] Sehet, Meine Lieben, solches alles werdet ihr erst dereinst vollkommenerkennen, und lasset uns denn wieder zurckkehren in dessen enge und bis jetzt noch vlligunbeachtete Wirkungskreise, das heit: lat uns wieder zurckkehren zu unserer kleinenFliege und an derselben noch einen wohlntzlichen Nebenzweck beachten! 6. Kapitel Die Fliege als Nahrungsmittelchemiker und Elektrizittsverteiler.18. Mrz 1842[Fl.01_006,01] Ihr werdet sicher schon fter bemerkt haben, da die Fliegen sichvorzugsweise gern an jene Orte setzen, wo es etwas zu naschen gibt, aus welchem Grunde sieauch bei einer Mahlzeit als ungebetene Gste sehr gern in groer Menge sich einfinden unddaselbst mit groer Begierde sich ber die Speisen und deren berbleibsel hermachen. Ihrwerdet auch bemerkt haben, da sich diese Gste bei einer Mahlzeit dann um so hufigereinfinden, wenn die Tage recht schwl werden und die Zimmer, da gespeist wird, niedrig undmoderduftend sind. 11. [Fl.01_006,02] Aber jetzt entsteht denn schon wieder eine Frage, und es werden viele sagen:Ja, sollten wir denn diese Schmarotzer auch da loben, wenn sie uns unsere Mahlzeitverunreinigen und uns bei jedem Bissen, den wir in den Mund stecken, nicht selten bis zurUnausstehlichkeit lstig werden?[Fl.01_006,03] Allein, Ich sage euch darauf: Also fragt, urteilt und rgert sich nur der hchstkurzsichtige Mensch! Denn knnte er es sehen und vollends begreifen die groe Wohltat, dieihm eine Fliege dadurch erweist, so sie sich auch nur auf zwei Augenblicke lang auf denBissen oder Lffel setzt, den er zum Munde fhrt, wahrlich er tte nicht zuviel, wenn er, wieihr zu sagen pflegt, die Fliege vergolden liee![Fl.01_006,04] Denn sehet, alle Speisen, mit sehr geringer Ausnahme, haben vermge des inihnen enthaltenen Zuckerstoffes das Eigentmliche, da sie namentlich an einem so rechtschwlen Tage aus der verdorbenen Luft allen Stickstoff an sich ziehen. So da die Speise nureine kurze Zeit irgend stehenbleibt, so wird diese arge Luft in ihr dadurch sogleichbemerkbar, da frs erste die Speise leicht in eine Suerung bergeht, oder ber mancher wirdsobald ein Schimmel bemerkt, oder manche ndert die Farbe, oder manche wird an denRndern, da sie am wenigsten dicht ist, ein mattbluliches Aussehen bekommen. Sehet, dassind lauter Wirkungen der verdorbenen Luft![Fl.01_006,05] Ja, was tun denn aber die Fliegen dabei? Sehet, da die Fliege, wie wir schonwissen, vermge ihrer Einrichtung eine kleine herumfliegende elektrische Flasche ist, so istsie auch nach allem begierig, was in ihr natrliches Gebiet einschlgt.[Fl.01_006,06] Diese verdorbene Luft ist negativ-elektrischer Art und sondert daher allepositive Elektrizitt oft in einem so hohen Grade ab, da da nicht selten entweder in einemsolchen Zimmer oder noch mehr in den in einem solchen Zimmer genossenen Speisen sichkein Fnkchen positiver Elektrizitt mehr befindet.[Fl.01_006,07] Jetzt kann sich dann ein jeder denken: Wenn in einem solchen Zimmer nichthufig diese munteren Elektrizittstrger sich einfinden wrden, wie wrde es da baldaussehen mit der leiblichen Gesundheit des Menschen? Aber das wre noch das wenigste;denn solange die verdorbene Luft sich noch in dem ganzen Raume des Zimmers aufhlt, hatsie auch noch immer soviel Spannkraft, da sich wenigstens die Lunge bei der Einatmungderselben auszudehnen vermag. Wird aber diese Luft einmal aller ihrer Spannkraft ledig, sofllt sie dann als ein schmutzig dunstiger Tau namentlich auf die ihr verwandten Teile, wie dadie Speisen es sind, nieder. Wenn sodann ein Bissen, den der Mensch genieen will, schonmehrfach also betauet ist, so setzen sich dann auch gerne eine oder mehrere Fliegen dahin undlassen vom berflu ihrer positiven Elektrizitt ber den Gegenstand ausstrmen, den siebekriechen.[Fl.01_006,08] Was ist nun die Folge dieses Aktes? Ich sage: Nichts mehr und nichtsweniger, als da dadurch diese niedergeschlagene bse Luft sobald gewisserart wieder belebtwird und flchtig, entsteigt dann dem zu genieenden Bissen oder der noch in einerSchssel befindlichen Speise, durch welchen Zersetzungsproze die Speise wiederunschdlich geniebar wird, whrend im Gegenteil oder in Ermangelung dieser kleinenlstigen Chemiker nicht selten an einem solchen schwlen Tage, besonders in einemvorerwhnten Zimmer, selten ein Mensch ber die Mahlzeit hinaus leben drfte.[Fl.01_006,09] Wie gefllt euch nun dieser Nebendienst? Ist das nicht wieder ein Wunder, jaein bleibendes Wunder, welches heutzutage noch also wirksam ist, wie es war in denurltesten Zeiten, in welchen Menschen gelebt haben?[Fl.01_006,10] Aber ihr werdet euch vielleicht denken und dann sagen: Nein, aber das gehtdoch schon etwas ins zu Auerordentliche ber! Eine Fliege sollte einen solchenWirkungskreis haben?![Fl.01_006,11] Und Ich sage euch darauf: Nicht nur einen solchen Wirkungskreis, von demihr jetzt erst ganz etwas Unbedeutendes kennet, sondern einen solchen Wirkungskreis hatdieses unscheinbare Geschpfchen, da er fr eure Begriffe so gut wie unendlich ist. Denn 12. sollte Ich euch alles kundgeben, was dieses Tierchen betrifft, so wrden hunderttausendSchreiber in einer Million von Jahren nicht fertig werden, so sie auch Tag und Nacht ohneUnterla schreiben mchten.[Fl.01_006,12] Also wundert euch nicht zu hoch ber die etlichen Punkte nur, die Ich euchbekanntgegeben habe! Wer aber da einen richtigen Weg gehen will, der denke, da von Miraus jedes noch so unscheinbare Ding einen unendlichen Wert hat.[Fl.01_006,13] Solche Gedanken werden jedem Menschen sehr gut zustatten kommen, da siefrs erste ihn im bestndigen Zustande der Demut erhalten, andererseits aber auch klrlichzeigen werden, auf welchem Standpunkte sich sonach erst ein gerechter Mensch befindet, andem doch sicher mehr gelegen sein wird als an einer ganzen Trillion von Fliegen.[Fl.01_006,14] Doch da wir uns nun im Gebiete der Fliegen befinden, so wollen wir indemselben nicht den Wert eines Menschen ermessen, sondern wollen dafr diesem schonbesprochenen Nebenzwecke der Fliege noch eine kleine Aufmerksamkeit schenken.[Fl.01_006,15] Ihr werdet auch bemerkt haben, da die also gesttigten Fliegen dann sehrgern an glnzende Gegenstnde fliegen und dieselben nicht selten ganz gewaltigbeschmatzen. Da werdet ihr, Meine lieben Kleinen, euch wohl untereinander fragen: Sollteetwa das gar auch noch etwas Ntzliches sein?[Fl.01_006,16] O ja, sage Ich euch; dieses ist gar sehr ntzlich, und es wre ohne dem dievorher besprochene chemische Arbeit dieser Tierchen nur zur Hlfte ntzlich, so dieserzweite, geringfgige Akt nicht sobald erfolgen wrde.[Fl.01_006,17] Wir wissen schon aus dem Frheren, da die Fliege zuallermeist eine negativ-elektrische Nahrung zu sich nimmt, und sie ist sonach ein wahrer Giftsauger, sowohl aus derLuft, von Menschen und von Tieren, als auch von all den Speisen, die der Mensch geniet.[Fl.01_006,18] So kann demnach auch ihr Unrat, wenn gerade auch nicht mehr schdlich-giftig, aber dennoch rein elektrisch negativ sein. Wir wissen aber auch, da die positiveElektrizitt sich zumeist an die polierten Gegenstnde drngt. Sehet, jetzt werden wir esbald heraushaben! Damit sich dann aber in einem an positiver Elektrizitt armen Gemachdie wenige positive Elektrizitt, die sich da an den polierten Gegenstnden aufhlt, gehrigverteilt, so bekleistern diese Chemiker sorgfltig solche polierten Gegenstnde, wodurch danndiese stets mehr und mehr an der Kraft verlieren, die ntige und der Zimmerluftunentbehrliche positive Elektrizitt anzuziehen. Wenn ihr etwa dieses schwer glauben solltet,so stellet nur vergoldete Gegenstnde in ein solches Zimmer, und ihr knnet versichert sein,da sie von diesen Chemikern binnen kurzer Zeit also bekleistert werden, da ihr gar wenigvom Golde mehr werdet durchblitzen sehen.[Fl.01_006,19] Ja, warum haben aber diese Tierchen gerade auf das Gold eine solchePassion?[Fl.01_006,20] Darauf sage Ich euch nichts anderes als: Warum vergoldet ihr denn eureBlitzableiter?[Fl.01_006,21] Ihr mt darauf antworten: Weil das Gold namentlich die positive Elektrizittauerordentlich stark an sich zieht. Aber, werdet ihr sagen, die Fliegen beschmutzen auchdie Fensterscheiben, und das Glas zieht bekanntermaen die Elektrizitt nicht an![Fl.01_006,22] Das ist zwar wahr, aber Ich frage euch dagegen: Warum verwendet man dennglserne Scheiben oder Zylinder als wohltaugliche Mittel, um die in der Luft freie Elektrizittdurch eine geringe Reibung ersichtlich zu machen?[Fl.01_006,23] Sehet, jetzt habe Ich euch schon wieder gefangen und gebe euch zur Antwort:Weil die Elektrizitt sich eben an den Glasscheiben vorzugsweise gerne ansammelt, und wenndiese dann nur ein wenig gerieben werden, so wird sie auch sobald ersichtlich![Fl.01_006,24] Da wir nun solches wissen, so knnen wir ja auch fglich unsere kleinenChemiker dahin schmatzen lassen, damit diese Elektrizittshalter stets rauher werden unddaher auch stets unfhiger, die Elektrizitt an sich zu halten, und diese dadurch danngezwungen wird, sich mit der anderen Zimmerluft gerechter zu vermengen. 13. [Fl.01_006,25] Nun, was saget ihr jetzt dazu, so ihr das Gesagte nur ein wenig aufmerksamdurchgehet? Sehet, also nicht einmal ein unbedeutendster Fliegenschmatzer ist ohne MeineWeisheit und Vorsehung an die Stelle gelegt, da er sich befindet, da er doch nur ein purerUnrat eines solchen unbedeutenden Tierchens ist.[Fl.01_006,26] Was solle man denn dagegen einem Menschen fr eine Antwort geben, dermit seiner hohen Vernunft die Bestimmung des Menschen selbst annulliert? O derentsetzlichen Torheit![Fl.01_006,27] So Ich schon also sorge, da das Allerunscheinbarste eine beraus ntzlicheBestimmung in sich birgt, und einer unbedeutendsten Fliege alle ihre unscheinbarstenVerrichtungen also wohl ntzend vorschreibe, um wieviel mehr werde Ich fr denMenschen sorgen, der da nicht nur ein Geschpf, sondern ein wahrhaftes Kind Meiner Liebeist oder es zum allerwenigsten werden solle, das heit: da er erkennen solle, da Ich ihm einVater bin und nicht blo ein Schpfer wie den Steinen und Erdkltzen![Fl.01_006,28] Es mu aber ja schon ein nur einigermaen kindlich frommes Herz sagen, daIch sogar vterlich sorge fr das stumme Gras auf dem Felde, und solches ist wahr, jaberaus vollkommen wahr; denn nur der Vater gibt Speise und Trank allen Dingen, die aufwas immer fr eine Art speise- und trankfhig sind. Wenn Ich aber auf diese Weise schon frdie stummen Dinge also vterlich sorge, da werde Ich doch sicher fr diejenigen Wesen umso mehr als Vater sorgen, die Ich wahrhaft nach Meinem Ebenbilde als Kinder aus MeinerLiebe hervorgehen lie![Fl.01_006,29] Solches beachtet wohl! Und es ist sicher der Mhe wert, Meine vterlicheSorge an den kleinen Dingen zu beachten, damit es dem Zweifler doch einmal klar werdenmchte, da Ich nicht ein allesfressender, unbegreiflicher Macht-Gott bin, sondern da Ichnur einzig und allein ein wahrer Vater bin allen Meinen lieben Kindern, und bin keinverschwenderischer Vater, sondern ein beraus wirtschaftlicher, der sogar den Unrat einerFliege noch zum Besten Seiner Kinder zu verwenden wei.[Fl.01_006,30] Ja, Ich sage euch, da gibt es noch zahllose und viel unbedeutendere Dinge,und doch lasse Ich das Allerunendlichgeringste nicht zugrunde gehen! Da Ich demzufolgedoch sicher nicht ein alles auffressender Gott, sondern ein selbst das Geringste erhaltenderVater bin und wirtschafte also beraus getreu fr Meine Kinder, wie gro demnach mu dieBlindheit eines Menschen sein, die Mir Meine unablssige, allerkmmerlichste Vatersorgeum Meine Kinder streitig machen will?![Fl.01_006,31] Meine lieben Kindlein! Glaubet es Mir sicher: Ich bin Tag und Nacht sogarfr das Wachstum eines jeden Hrchens auf eurem Leibe besorgt, was doch gar bald samtdem Leibe in Verwesung bergehen wird; um wieviel mehr erst werde Ich dann sicherbesorgt sein fr eure unsterbliche Seele und euren ewigen Geist aus Mir![Fl.01_006,32] Ja, ja, Meine Lieben! Beachtet nur diese kleine Fliege; sie singt euch wahrlichvom Siege, welchen ihr aber erst vollkommener in der nchstfolgenden positiv-polarischenDarstellung deutlicher und deutlicher erkennen werdet![Fl.01_006,33] Und so lassen wir es fr heute bei dem bewendet sein! 7. Kapitel Die Fliege, ein Sammelpunkt des Lebens aus Gott.19. Mrz 1842[Fl.01_007,01] Nachdem wir bereits den negativ-polarischen Teil dieses Tierchenskennengelernt haben, welcher eigentlich der materielle Teil ist, so wollen wir uns nun zu dempositiv-polarischen Teil dieses Tierchens wenden, um allda erst das hauptschlichWunderbare mit einigen aufmerksamen Blicken zu erschauen.[Fl.01_007,02] Wer je eine Fliege gesehen hat, der wird doch unmglich ihr das Lebenabstreiten knnen und wird vielmehr sagen mssen: Dieses Tierchen ist nicht nur lebendig,sondern was sein Leben betrifft, so hat es in naturmiger Hinsicht ja sogar einvollkommeneres Leben als so manche Tiere, die sich schon auf einer bei weitem hheren 14. Stufe der Vollkommenheit befinden. Ja, er wird am Ende noch sagen: Wahrhaftig wahr, so ichmeine brigen Eigenschaften beibehalten knnte, so wre ich als Mensch der erste, der mitdem sehr bequem eingerichteten Leben einer Fliege tauschen mchte![Fl.01_007,03] Wenn nun ein Mensch solches Zeugnis einem Tierchen geben mu, so wird daetwa doch nicht eines nheren Beweises vonnten sein, um daraus erst ersehen zu mssen,da die Fliege ein vollkommen lebendiges Tierchen ist?![Fl.01_007,04] Also die Fliege lebt, das wten wir bereits; aber wie sie lebt, und warum sielebt, sehet, Meine lieben Kleinen, das ist eine ganz andere Frage! Damit ihr aber dieses sovielals mglich grndlich begreifen mget, so wird es notwendig sein, zuvor einen allgemeinenBlick ber das Leben selbst zu werfen.[Fl.01_007,05] Und so hret denn: Das ganz eigentlichst freieste Leben ist nur in Mir,welches Leben aber also beschaffen ist und in einer also berschwenglich groenVollkommenheit dasteht, da es in seiner Sphre ewig nie von einem geschaffenen Wesenkann ergriffen und erfat werden , darum es ist ein heiliges Leben, und da es ist ein heiligesLeben, so ist es auch ein ewiges und ein unendliches Leben.[Fl.01_007,06] Denket euch die ganze Unendlichkeit oder einen Raum, in dem sich einMittelpunkt befindet, von welchem nach allen Seiten endlose Strahlen auslaufen, derenAnfang zwar der Mittelpunkt, aber deren Ende ewig nirgends mehr anzutreffen ist![Fl.01_007,07] In diesem Zentrum ist alle lebende Kraft der ganzen Unendlichkeit vereinigtund geht von diesem Zentrum wieder in die ganze Unendlichkeit aus. Damit aber dieselebende Kraft sich nicht zu sehr in das Allerunendlichste zerstreue und daher in sich selbstschwcher werde, so hat sie sich durch die ganze Endlosheit des ewigen Raumes auch endlosviele Lebenssammelpunkte geschaffen, in welchen sich das Leben gewisserart selbst auffngtund sodann wieder zurckkehrt zu seinem urewigen Zentralsitze.[Fl.01_007,08] Sehet, Meine lieben Kleinen, jetzt habe Ich euch ein gar auerordentlichgroes Geheimnis enthllt, ja, Ich sage euch, ein Geheimnis, welches, solange die Erde vonMenschen bewohnt ist, nur sehr wenigen und selbst dann nur dunkel angedeutet wurde![Fl.01_007,09] Aber so ihr dieses Geheimnis ein wenig verstehet, da wird sich euch in jedemFalle die bedeutungsvolle Frage von selbst aufwerfen, welche also lauten wird: Ja, aberwarum mu denn solches geschehen? Kann denn Gott je schwcher werden in Seinem Leben?[Fl.01_007,10] Und Ich sage euch darauf: Solches ist freilich wohl unmglich, solange Gottin Sich Selbst allein verbleiben will und will durchaus keine Geschpfe in Sich und aus Sichschaffen und formen.[Fl.01_007,11] Wenn aber dem Bedrfnisse Seiner unendlichen Liebe zufolge, Er schon wenigstens fr eure Begriffe von vielen Ewigkeiten her erschaffen hat Geschpfe berausmannigfacher Art, vom vollkommensten Geiste abwrts bis zum allerunbedeutendstenatomischen Tierchen, und allen diesen beraus endlos zahllosen Wesen das Leben gab, jedemnach seiner Art, saget Mir einmal, durch welches Leben hat denn der Schpfer diesezahllosen Wesen belebt, belebt sie jetzt noch und wird sie ewig beleben!?[Fl.01_007,12] Hat Er etwa irgendwo auer Sich ein Privatleben, mit welchem Er alle dieseWesen belebt, ohne deshalb ntig zu haben, sie aus Seinem eigenen Leben zu beleben? Ichbin der Meinung, eine solche Annahme mchte etwa doch schon einem Steine undenkbarmglich vorkommen. Da der Schpfer also kein solches Privatleben hat, so wird es ja etwadoch klar sein, da Er alle diese geschaffenen Wesen aus Sich beleben mu.[Fl.01_007,13] Wenn demnach alle diese Wesen mit ihrem erhaltenen Leben sich ewigforthinaus vom Zentrum weg bewegen wrden, so wrde sich dadurch ja doch ganznatrlicherweise die Zentralkraft offenbar nach und nach schwchen mssen, obschon sichdas Leben zwar als solches ewig nie verlieren knnte, da es ein unendliches Leben ist; aberdoch knnte es statt ewigfort strker, ebenalso schwcher werden, da es sich dadurch selbsteiner unendlichen Teilung aussetzen wrde. 15. [Fl.01_007,14] Damit ihr ein solches Schwcherwerden noch inniger versteht, so mache Icheuch nur auf die endlose Teilbarkeit der Materie selbst aufmerksam; denn ihr knnt euchzufolge dieser Teilung selbst noch in einem Atome endlos viele Teile denken. Aber wird dasAtom dadurch strker, so ihr es endlos teilet, oder umgekehrt? Ihr knnt zwar das Atom durcheine ewig fortdauernde Teilung nicht aufheben, aber solches mget ihr auch verstehen, dasodann das also unendlich geteilte Atom nicht mehr die Strke haben wird, wie es sie gehabthat vor der Teilung.[Fl.01_007,15] Wenn ihr nun solches einigermaen begreift, so wird sich euch wieder eineFrage aufwerfen, und ihr werdet da sagen: Ja, wenn es also ist, da htte ja der Schpfer bessergetan, so Er von Ewigkeit her nichts erschaffen htte![Fl.01_007,16] Allein statt euch hier mit einer Gegenantwort zu kommen, will Ich euch Selbstum etwas ziemlich vielen Menschen Bekanntes fragen.[Fl.01_007,17] Warum werden denn diejenigen Menschen gewhnlich wenigstensnaturmig strker, welche schon von Jugend auf durch allerlei schwere Arbeit ihre Krftegebt haben? Das ist Nummer eins.[Fl.01_007,18] Nummer zwei: Warum hngt man denn einem Hufeisenmagnet nach und nachimmer grere Gewichte an?[Fl.01_007,19] Nummer drei: Durch welche Mittel wird denn ein Mensch zu einem Knstlerund Virtuosen in einer oder der anderen Kunst?[Fl.01_007,20] Geht euch bei diesen sehr bedeutungsvollen Fragen noch kein Licht auf?[Fl.01_007,21] Warum wird denn das gehmmerte Metall strker und bekommt eine destogrere Spannkraft, wenn es gehmmert wird, als das gleiche ungehmmerte?[Fl.01_007,22] Warum wird von einem und demselben Baume das Holz fester undunzerstrbarer, je mehr irgend ein Baum den Strmen ausgesetzt war?[Fl.01_007,23] Sehet, und merket es denn, warum da in der weiten Unendlichkeit so endlosviele Lebensaufhaltspunkte gesetzt worden sind! Sehet, hret, und verstehet es: Damit sichdas urewige Leben selbst immer mehr und mehr be und sonach an der endlosen Kraft auchewig und endlos zunehme, und das aus dem Grunde, weil auf diese Weise das von demMittelpunkte ausgehende Leben stets vervollkommneter und intensiver in das Zentrumzurckkehrt![Fl.01_007,24] So wir dieses wissen und verstehen, so werden uns, Meine lieben Kleinen,auch die ersten zwei gestellten Fragen, wie und warum nmlich die Fliege lebt, so gut wieschon vollkommen beantwortet sein. Denn wie sie lebt, beantwortet sich ja schon aus dem,da sie ebenfalls ein solcher gestellter Sammelpunkt fr das ausgehende Leben aus demZentrum ist und nimmt daher in sich sammelnd gleichsam die Leben von einer UnzahlVorgangstierchen in sich auf.[Fl.01_007,25] Also die erste Frage mu selbst einem Blinden schon ersichtlich klar sein.[Fl.01_007,26] Es wird aber demzufolge nun auch sicher niemandem mehr schwerfallen,schon im voraus ganz klar zu bestimmen, warum sie lebt, nmlich: Damit die Summe ihresLebens bergehe und somit zurckkehre in ein vollkommeneres und schon intensiveresLeben, und also fort und fort aufwrts bis zur Seele des Menschen, welche da zugleich auchin sich zur Aufnahme des intensivsten Lebens aus Mir fhig wird, welches Leben sich da mitMir wie ihr wit durch die Liebe nun wieder vollends zu einer Kraft vereinigen kann.[Fl.01_007,27] Wenn ihr nun unser Tierchen von diesem Standpunkte aus betrachtet undnicht ausruft: Die Fliege, die Fliege, sie singt uns vom Siege!, so msset ihr mit dreifacherBlindheit und Taubheit behaftet sein![Fl.01_007,28] Doch das bisher Gesagte ber dieses Tierchens positive Polaritt diene euchnur als eine tchtige Vorleitung, damit ihr das, was da noch folgen wird, desto grndlicherverstehen mget. berdenket es wohl; die nchste Fortsetzung wird euch erst etwas nher indas Wesen dieses Tierchens hineinsehen lassen, und somit lassen wir es fr heute wiedergut sein! 16. 8. Kapitel Die Fliege und die Entstehung der Kometen.20. Mrz 1842[Fl.01_008,01] Damit ihr aber das folgende Growichtige grndlich verstehet, so wird esnoch ntig sein, auf das bereits Gesagte einen kleinen Rckblick zu machen, d.h. nur auf denpositiv-polarischen Teil unserer Fliege, wie sie ist ein Sammelpunkt des Lebens.[Fl.01_008,02] Werfet einen wohlbeachtenden Blick zur Sonne! Wer aus euch kann es wohlermessen, wie weit hinaus von ihr die letzten Strahlen reichen? Gewi wird das keineunbedeutende Distanz ausmachen. So ihr das Alter der Sonne auf mehr denn hunderttausendDezillionen Jahre ansetzet, in welchem fr euch undenkbar langen Zeitraume die Sonne ihreStrahlen fortwhrend in den unendlichen Raum hinausgeschickt hat, so zwar, da diejenigenStrahlen, welche zuerst von ihr ausgingen, noch jetzt auf dem schnellen Wege in die weiteUnendlichkeit hinaus sind, dafr aber auch noch zahllos mehr Strahlen zu ihr wieder von denPunkten zurckgekehrt sind, von denen sie aufgefangen wurden, so werdet ihr das vorausGesagte ber die Lebenansammlungspunkte um so sicherer und grndlicher einsehen, da euchdie tagtglich scheinende Sonne berlaut sagt: Sehet, so lange schon spende ich meineStrahlen in die weite Unendlichkeit hinaus, und dennoch ist mein Licht um nichts schwchergeworden, als es war vor fr euch unendlich langen Zeiten![Fl.01_008,03] Aber ihr werdet hier leicht fragen: Wie wird denn die Sonne diejenigenStrahlen wieder zurckbekommen, welche seit ihrer ersten Entstehungsperiode noch immerim Ausgehen in die unendlichen Raumfernen begriffen sind?[Fl.01_008,04] Und Ich sage euch aber, da solches der Sache soviel wie gar nichts schadet;denn mgen sich die Strahlen noch dezillionenmal weiter entfernen, als sie sich schon entfernthaben, so werden sie doch einmal sicher irgend einen Punkt finden, der ihnen den Wegversperren und sie zum Rckzuge ntigen wird.[Fl.01_008,05] Aber mchtet ihr vielleicht sagen: Wie ersetzt sich denn das Sonnenlicht,nachdem vermge der weiten Reise des Lichtes und zufolge der wenigen sichtbarenAufhaltspunkte das ausgegangene Licht sicher nur sehr sprlich zurckkehrt?[Fl.01_008,06] Allein auch dieses schadet unserer Sache gar nichts; denn dafr, da dieSonne ihre eigenen ausgeschickten Strahlen nur sprlich zurckbekommt, ist sie aberanderseits selbst ein Sammelpunkt und nimmt als solcher von mehr denn einer MilliardeSonnen die Strahlen auf, lt dieselben in sich intensiv werden und spendet sie dann wieder indichter Masse aus.[Fl.01_008,07] Nun sehet, wenn ihr dieses ein wenig beachtet, so werdet ihr ja doch schonmit den Fingern leicht finden, wie gestaltet von Mir aus von Unendlichkeit zu Unendlichkeitdie Wirtschaftung des Lichtes eingerichtet ist, und da auf diese Weise auch nicht dasallerkleinste Atom im endlosen ther der Unendlichkeit zwecklos schwimmt![Fl.01_008,08] Solches ist fr den Groes zu denken ungewohnten Geist wohl etwas schwerzu fassen; aber ein schpferisches Beispiel, das Ich euch noch hinzufgen will, wird euch vonder Rckkehr und dem wirtschaftlichen Austausch der Strahlen fr das Verstndnis euresGeistes sicher einen beraus guten Dienst leisten.[Fl.01_008,09] Und so sehet denn: Allda in den fr eure Begriffe freilich wohl sehr weitenZwischenrumen die Strahlen zweier Sonnen sich begegnen, allda auch werden eben dieseausgehenden Strahlen sich nach und nach selbst zum gegenseitigen Aufnahmepunkte.[Fl.01_008,10] Ihr fraget jetzt schon: Wie und auf welche Weise denn?[Fl.01_008,11] Diese Frage ist wohl sehr leicht und verstndlich zu beantworten, so ihr dochsicher annehmen mt, da der ausgehende Strahl, da er in Zeit und Raum enthalten ist, dochsicher etwas wenn auch noch so unwgbar Subtiles, aber dennoch Materielles ist.[Fl.01_008,12] Wenn denn solche Strahlen zweier Sonnen sich begegnen, so sind sie auchnatrlich als Strahlen einer Sonne von gleicher Polaritt. Ihr wit aber, da sich gleichePolaritten nimmerdar anziehen, sondern stets abstoen. Nun, so ihr nur ein wenig gutes 17. Verstndnis im Herzen besitzet, so mt ihr ja zufolge des bereits Gesagten mit den Hndengreifen, da wenn also sich begegnende Strahlen sich gegenseitig abstoen, sie sich somitauch selbst gewisserart, wie ihr zu sagen pflegt, zu Heimtreibern dienen.[Fl.01_008,13] Was geschieht aber, so sich Strahlen mehrerer Sonnen ganz natrlichnotwendigerweise in einem solchen von allen diesen Sonnen nahe gleich fernenZwischenraume begegnen, so zwar, da von allen mglich denkbaren Seiten sich die Radienbegegnen?[Fl.01_008,14] Das ist jetzt freilich eine ein wenig etwas andere Frage. Um euch aber von derHauptsache nicht zu lange aufzuhalten, so sage Ich es euch alsogleich offen hin, was ihr auchbei nur einigermaen gediegenerem Nachdenken gefunden haben wrdet, da an dieser Stellesich ein Strahlenkonflikt bildet, und zwar aus dem Grunde, weil auch ein Teil der Strahlen dieLinie des anderen Teiles ganz gerade durchschneidet und sich allda begegnet, welcheKreuzung der Strahlen ihr euch also vorstellen mt, als so ihr mehrere solche Kreuze alsobereinander gelegt httet, da da von einem Mittelpunkte eine Menge auslaufender Strahlenersichtlich wrde.[Fl.01_008,15] Diese durchlaufenden Strahlen neutralisieren notwendigerweise die Polarittund werden dadurch hinderlich, da die andern, ihnen gerade in die Quere laufenden Strahlensobald wieder ihren Rckzug antreten mchten. Sonach geschieht hier mit der Lnge derZeiten ein Strahlen-, oder fr euch noch verstndlicher, ein schimmernder Lichtknuel,welcher mit der Lnge der Zeiten solcher Strahlenansammlung eine Art feindunstigerDichtigkeit bekommt und somit auch immer schwerer und schwerer wird.[Fl.01_008,16] Es kommt nun darauf an da die Sonnen sich ebenfalls gleich den Planetenum einen anderen Zentralkrper bewegen , welche Sonne auf ihrem weiten Wege diesemLichtknuel nher kommt; und die Folge ist, da sie auch dann ganz natrlicherweise ebendiesen Knuel in ihr Gebiet zieht und ihn somit verspeist.[Fl.01_008,17] Da ihr nun dieses wit, so sage Ich euch, da dieses die ganz allereigentlichsteEntstehungsart der Kometen ist![Fl.01_008,18] Aber Ich vernehme schon wieder eine Frage in euch, welche also lautet: Ja,wie kommt es denn aber hernach, da solche Kometen fortbestehen und somit von der Sonne,die sie angezogen hat, nicht gnzlich aufgezehrt werden?[Fl.01_008,19] Ihr knntet die Antwort zwar schon aus dem Gesagten heraus ziehen; alleinum euch die Mhe des vielen Nachdenkens zu ersparen, sage Ich euch lieber alsogleich, dader Grund in der vorher erwhnten Neutralisierung der Strahlen liegt. Denn sehet, durch dieseNeutralisierung oder fr euch noch verstndlicher gesprochen Abspannung nehmen diealso sich angesammelten Strahlen einen negativen Charakter an und bilden also schon derSonne gegenber einen polarisch entgegengesetzten Punkt, welcher dann nach dem ewigenGesetz Meiner Ordnung schon fortwhrend imstande ist, ihm begegnende positiv-polarischeSonnenstrahlen aufzunehmen und sie abzuspannen und sie also fr seine eigene Nahrung zugebrauchen.[Fl.01_008,20] Da ein solcher Komet solches tut, bezeugt euch hinreichend frs erste seinoft sehr weitgedehnter, ihn umgebender Dunstkreis, welcher sich gewhnlich auf der derSonne entgegengesetzten Seite in einen weiten, sogenannten Schweif ausdehnt. Was ist abereigentlich dieser Schweif?[Fl.01_008,21] Sehet, dieser Schweif ist an und fr sich nichts anderes als eine Verzgerungder von der Sonne auslaufenden Strahlen, welche durch die negative Polaritt in ihremursprnglichen, von der Sonne ausgehenden Wurfschwunge gehemmt und durch denRcktritt ihres Weges zu dem sie anziehenden Krper als eine beraus zarte Dunstmassesichtbar werden.[Fl.01_008,22] Sehet nun, dadurch ist der Sonne zwar ein neuer Kostgnger hinzugewachsen,und er wird gar viele Strahlen speisen, bis er zu einer planetarischen Dichtigkeit gelangenwird. Hat er aber diese einmal erreicht, so gibt er dann, durch seine eigene Zentralschwere 18. gentigt, der Sonne unbeschadet seiner Wesenheit ihre Strahlen zahllosfach zurck, nachdemer bei seiner planetarischen Stellung nicht nur die Strahlen derjenigen Sonne aufnimmt, inderen Gebiete er sich befindet, sondern die Strahlen zahlloser Sonnenkrper, die ihn von allenSeiten umgeben, saugt er in Massen auf und fhrt sie dann gewisserart seiner Mutter zu.[Fl.01_008,23] Nun, das wten wir jetzt; aber in euch wird schon wieder eine Frage rege undihr fraget: Ja, was wird denn aber unsere kleine Fliege mit diesen Kometenbildungen undSonnenstrahlenzurcksendungen zu tun bekommen?[Fl.01_008,24] Ich aber sage euch darauf: Nur noch eine ganz kleine Geduld, und wir wollensie dann sogleich hinter dem groen Brausen eines also neu entstandenen Weltkrperseinhersumsen lassen![Fl.01_008,25] Bevor wir aber doch solches fglichermaen tun knnen, mssen wir janotwendigerweise einen flchtigen Blick auf die Strahlen, die da einer Sonne entstrmen,selbst werfen und da ersehen, was denn eigentlich diese einer Sonne entstrmendenunwgbaren Lichtteilchen an und fr sich sind.[Fl.01_008,26] Zum Teile wit ihr solches zwar schon ohnehin; dessenungeachtet aber wirdes der Sache keinen Schaden bringen, so hier eine kleine Wiederholung geschieht, und sohret denn: Diese ausgehenden Lichtatome sind auch zugleich, wie ihr schon wit, die ersteStufe und der Entstehungsgrund der euch schon einmal bekanntgegebenen Lichttierchen.[Fl.01_008,27] Sehet nun, diese Ansammlungen solcher Strahlenatome zu einem spterhinwerdenden Planetenknuel sind auch zugleich Ansammlungen des tierischen Lebens, nmlichin einem solchen Planetenknuel.[Fl.01_008,28] Wie uert sich aber dieses tierische Leben zuerst auf einem solchen neuenPlaneten?[Fl.01_008,29] Das tierische Leben uert sich notwendigerweise zweifach, und zwar zuerstin einem negativen Leben, welches da ist das Pflanzenleben. Hat dieses Leben einmal diegehrige Sttigung bekommen und vermag nicht mehr alles vorhandene polarische Leben insich aufzunehmen, so bildet sich ja natrlicher- und notwendigerweise ein positiv-polarischesLeben aus und hat zufolge der bersttigung des negativen Lebens dann eine hinreichendeNahrung fr sich.[Fl.01_008,30] Wie gestaltet aber uert sich dieses erste positiv-polarische Leben?[Fl.01_008,31] Nehmet nur ein Mikroskop zur Hand und beschauet entweder irgendeinendurch beigemischte Pflanzenteile faulenden Wassertropfen, oder betrachtet selbst den Saftausgepreter Pflanzen, und ihr werdet da zu eurer nicht geringen Verwunderung ganze Heerevon Tierchen erblicken, wodurch es euch nach dieser Erklrung ohne groe Mhe sobald klarwird, wie sich der negative Lebenspol umwendet und dann bergeht in das positiv-polarischeLeben.[Fl.01_008,32] Sehet nun, Meine lieben Kleinen, so sich nun allda das tierische Leben zubilden anfngt, so kann es dann auch nicht mehr in eine Stockung bergehen, sondern beginntseinen Rcktritt allmhlich wieder dem Urzentrum alles Lebens zu![Fl.01_008,33] Da aber der ewigen Ordnung zufolge berall ein Stufengang beobachtet wird,welcher an und fr sich nichts anderes ist als eine stets vollkommenere und grereDichterwerdung des Lebens was auch ganz natrlich also hergeht wie mit denzurckkehrenden Strahlen, die auch natrlicherweise stets intensiver werden, je nher sieihrem ursprnglichen Ausgangspunkte rcken , so ist demnach ja auch natrlich, da dasLeben nicht in dieser Zerstreutheit seinem Ursprunge wieder zueilen kann, sondern essammelt sich in stets dichteren Formen und kehret also wieder seinem ewigen Ursprunge zu.[Fl.01_008,34] Welches ist aber demnach die nchste Stufe, in welcher sich dieses erstepositiv-polarische Leben konsolidiert?[Fl.01_008,35] Nun, Meine Lieben, lassen wir unsere Fliege auftreten! Sehet, das ist das ersteTierchen, von welchem ein also neu entstandener Planet bevlkert wird; denn wie ihr wit,nimmt dieses Tier noch heutigentags solche Nahrung zu sich, durch welche ein 19. trillionenfaches Leben in ihr zu einem Leben wird! Und so werdet ihr es jetzt wohl begreifen,warum Ich frher sagte: Nur noch eine kleine Geduld, und wir werden unsere Fliege baldhinter dem gewaltigen Rauschen unseres neuen Planetenklumpens einhersumsen hren![Fl.01_008,36] Auch werdet ihr das Hhere begreifen, wie die Fliege demnach wird und ist zueinem Sammelpunkte des Lebens.[Fl.01_008,37] Ich sage euch aber noch hinzu, da in dieser Betrachtung als Sammelpunktdes Lebens eine einzelne Fliege mehr zhlt als unser ganzer frher gebildeterPlanetenklumpen! Und wenn ihr solches beachtet, so werdet ihr auch einsehen, wie hoch dasLeben selbst nur in einem ersten Fnkchen ber die uere Materie erhaben ist, und werdetdemnach auch einsehen, um wie vieles das Leben eines einzelnen Menschen hher steht alsalle Sonnen und Planeten einer ganzen euch bekannten Hlsenglobe.[Fl.01_008,38] Und so ihr dieses begreifet, so wird es euch auch nicht schwer werden zubegreifen, warum Ich als das Urleben alles Lebens, als Vater und Erlser kam zur Erde undhabe da den Menschen Mir zum Kinde gemacht und ihm einen Weg bereitet zu MeinemHerzen. Und endlich werdet ihr auch daraus wieder um ein Tchtiges mehr begreifen knnen,warum Ich zu euch sagte: Die Fliege, die Fliege, sie singt euch vom Siege![Fl.01_008,39] Der Sieg ist zwar noch nicht vollkommen da, aber die Nachfolge und diefernere Mitteilung wird euch klrlich ersehen lassen, wieviel des Sieges schon allhiervorhanden ist, und so lasset es fr heute wieder gut sein!9. Kapitel Die Ursache und das Wesen des Lichtes.22. Mrz 1842[Fl.01_009,01] Wir haben in der vorhergehenden Mitteilung unsere Fliege somit als erstesTier hinter einem neu gebildeten Planeten einhersumsen hren.[Fl.01_009,02] Es wird kaum ntig sein, diese Redefigur nher zu erklren, jedoch kann ummanches Schwcheren willen beigefgt werden, da dieses nur zeitlich, aber nicht rumlichzu nehmen ist, wodurch dann jemand auf die Idee gelangen knnte, als wrde ein ungeheuergroer Fliegenschwarm gleich einem Kometenschweif einem solchen Planeten nachjagen.Solches ist also nur zeitlich zu verstehen, wie da aus einer Vorbildungsperiode eineentwickeltere und vollkommenere folgt.[Fl.01_009,03] Solches wten wir also bereits; ihr aber werdet nun meinen: Was wird dennnun der armseligen Fliege noch Hheres und eigentlich Siegreicheres abzugewinnen sein?Denn wir haben sie jetzt, dieser Enthllung zufolge, vom Ursprunge aus gesehen und habenan ihr bei all den wunderbaren auerordentlichen Verhltnissen am Ende doch nur nichtsmehr und nichts weniger eine der gttlichen Ordnung zwar wohl entsprechende, aber sonstnur ,gewhnliche Fliege gefunden, dergleichen wir zur Sommerszeit in groen Schwrmenzur Genge zu Gesichte bekommen.[Fl.01_009,04] Sehet, das ist eine wohlgeratene Bemerkung und taugt sehr gut, um aufdiesem Grunde ein neues, festes Gebude aufzufhren.[Fl.01_009,05] Bevor wir uns aber doch ber das Gebude selbst hermachen wollen, mssenwir zu einem tchtigen Vorbau schreiten, um uns gehrig vor den Angriffen zu verwahren;denn sonst drfte unser armes Tierchen nicht gut durchgehends mit dem Lebendavonkommen, besonders in dieser Zeit, wo es gar so viele gelehrte Mckenfnger undtiefwissenschaftliche Fliegenpracker gibt.[Fl.01_009,06] Wo werden wir aber unsere Schanzen aufwerfen? Sehet, das wird nichtschwer auszumitteln sein![Fl.01_009,07] Da es allzeit dort die meisten Mimeinungen oder insgemein Hypothesen gibt,wo es dem kurzsichtigen Menschenverstande am wenigsten gestattet ist, in die lichte Sphreder Wirklichkeit hineinzublicken, da auch werden die allerverschiedenartigsten Theorienaufgefhrt, von denen immer, wie eine franzsische Kleidermode, die letzte die herrschendeOberhand fhrt. 20. [Fl.01_009,08] Worin besteht aber dieses, worber in dieser gelehrten Zeit insgeheim naheebensoviel Theorien existieren, als es Gelehrte selbst gibt?[Fl.01_009,09] Sehet, das liegt und besteht im Lichte![Fl.01_009,10] Darum wollen wir einige aufmerksame Blicke auf das Licht selbst werfen, unddas wird der Vorbau sein, und sodann erst zu unserer Fliege bergehen![Fl.01_009,11] Wir wollen somit die Hauptfrage stellen: Was ist das Licht an und fr sichselbst, und wie pflanzt es sich fort?[Fl.01_009,12] Um dieses darzutun, wird es keineswegs ntig sein, was immer fr einebestehende irrige Theorie namentlich anzufhren, sondern wir stellen unsere Erklrung auf,und diese mag euch und jedem zu einem Probiersteine dienen, um auf demselben zu erproben,wieviel des edlen oder unedlen Metalls in all den anderen aufgefhrten Theorien sichbefindet.[Fl.01_009,13] Was ist also das Licht?[Fl.01_009,14] So ihr das Licht, wie es in der Zeit und im Raume zur Erscheinung kommt,wohl und grndlich erfassen wollt, da msset ihr dasselbe weder ganz materiell noch ganzgeistig betrachten, sondern materiell und geistig in Verbindung und es ansehen als eine alsogestellte Polaritt, da der geistige Teil den positiven, der materielle aber den negativen Polausmacht.[Fl.01_009,15] Diese Polaritt ist aber also gestellt, da sie sich nicht verhlt wie Vorderesund Hinteres, sondern wie Inneres und ueres, allda dann ist das Innere der positive und dasuere der negative Pol.[Fl.01_009,16] Wie kommen aber diese beiden Polaritten sonach als Licht zur Erscheinung?[Fl.01_009,17] Sehet, diese Schwierigkeit soll bald gehoben sein! Wenn ihr einensogenannten Feuerstein nehmet und streichet mit einem gehrteten Eisen darber hinweg, sowerdet ihr auch alsobald eine Menge sprhender Funken der Stelle entfahren sehen, anwelcher das gehrtete Eisen den Stein bestrich. Diese Funken waren Licht; wo haben sie denndas Leuchten hergenommen aus dem Steine oder aus dem Eisen? Oder aus beiden zugleich?[Fl.01_009,18] Es ist nicht ntig, hier noch nher zu erwhnen, da bei diesem Akte dieFnklein lediglich vom Eisen herrhren, von dem uerst kleine Teile durch den harten Steinabgeritzt wurden und sich dadurch entzndeten, da die in den Poren des Eisenseingeschlossenen Luftteilchen nicht dem durch das Streichen bewirkten Drucke ausweichenkonnten und sich daher entzndeten und die also abgelsten Eisenteilchen sobald in denWeiglhzustand versetzten.[Fl.01_009,19] Dieses wten wir; aber auf welche Weise wird denn die also gequetschteLuft entzndet, und was ist demnach das Leuchtende bei dem Akte der Entzndung der Luft?[Fl.01_009,20] Hier kann die Sache unmglich mehr anders erklrt werden, als da es euch zuwiederholten Malen kundgegeben wird, da da die Luft zur Hlfte nichts anderes ist als einmaterieller Leib der in ihr enthaltenen intellektuellen Geister. Die Physiker wrden es zwarlieber hren, wenn Ich hier anstatt Geister freie, ungebundene Krfte gesetzt htte; allein,die wir aber grndlich gehen wollen, nehmen auch statt der Eigenschaft die mit derEigenschaft behaftete Sache selbst, welche da ist der Geist selbst oder, nachdem wir es hiernicht mit einem, sondern mit sehr vielen Geistern zu tun haben, alsonach die Geister selbst.[Fl.01_009,21] Da wir nun solches festsetzen, so knnen wir jetzt der Sache alsogleich auf diealleruntrglichste Spur kommen, und so vernehmet es denn: Da der Geist eine positiv-polarische Kraft ist, so strebt er fortwhrend nach der allerungebundensten Freiheit und ist imgebundenen Zustande nur so lange ruhig, als er von der ihn umgebenden negativen Polarittoder noch verstndlicher von seiner Hlse keine ungewhnliche Beeintrchtigung erfhrt.Erleidet aber diese von auen her was immer fr einen Druck, so wird der Geist sobald ausseiner angewohnten Beengungssphre geweckt und gibt sein Dasein durch seine ausdehnendeBewegung zu erkennen, welches Erkennen sich dann allzeit durch das euch bekanntePhnomen des Leuchtens kundgibt. 21. [Fl.01_009,22] So weit htten wir es nun gebracht; aber dessenungeachtet wird ein jedersagen: Solches mag wohl richtig sein; aber was das eigentliche Leuchten an und fr sich ist,wissen wir denn doch noch nicht![Fl.01_009,23] Ich aber sage: Nur noch eine kleine Geduld; denn ihr wit es ja alle, da einebejahrte, umfangreiche Eiche nicht auf einen Hieb fllt![Fl.01_009,24] Wir werden somit auch mit dem ganz eigentlichen Leuchten ja wohl nochzurechtkommen.[Fl.01_009,25] Was ist demnach dieses Leuchten an und fr sich?[Fl.01_009,26] Ein Beispiel wird euch die Sache anschaulich machen. Was bemerket ihr aneinem Menschen, dessen Herz noch voll Hochmutes ist, so er von irgendwoher einen so rechtderben, demtigenden Sto erhlt? Wird er nicht sobald ber die Maen in Zorn geraten, alsozwar, da er darob am ganzen Leibe vor Grimm zu beben wird anfangen und seine Augenglhend werden, als wre hinter ihnen eine Feueresse angebracht, und seine Haare sichstruben werden nach allen Seiten? So er sich in seiner ebengesinnten Umgebung befindet,wird diese nicht auch sobald, wenn auch nicht in diesem hohen Grade, aber dennoch nachdem Grade der Befreundung, entweder mehr oder minder mit zornig werden?[Fl.01_009,27] Ich bin der Meinung, diese Erscheinung bedarf hier keiner nheren Erklrung,sondern ihr braucht nur auf ein Kriegsheer eure Augen zu richten, und es kann euchunmglich entgehen, wie diese Zornausstrahlung oder Grimmfieber Tausende und abermalsTausende ergreift und mitreit in das blutige Gefecht.[Fl.01_009,28] Nun, so ihr dieses nur einigermaen innerlich betrachtet, so htten wir unserLeuchten an und fr sich ja so gut wie vollends erlutert; denn der in der negativen Polaritteingeschlossene positiv-polarische Geist gert durch einen Sto ebenfalls in einen Zorn,welcher da ist ein Innewerden seiner Gefangenschaft. Durch dieses Innewerden erwacht inihm die groe Begierde, sich auszudehnen oder frei zu machen.[Fl.01_009,29] Da aber seine uere, negative, ihn umgebende Polaritt also beschaffen ist,da sie zwar bis zu einem gewissen Grade wohl ausdehnbar, sonst aber dennoch unzerstrbaroder vielmehr unzerreibar ist, so dehnt sich der frei werden wollende Geist in derselben zwarso weit aus, als es tunlich ist; da er aber dessenungeachtet nicht durchbrechen kann, so ziehter sich schnell wieder zurck und versucht aber dann wieder mit irrig vermeinter erneuerter Kraft seine Hlle zu zerreien, welchen Akt mancher Geist in einer Sekundeviele tausend Male zu wiederholen imstande ist. Dieser Akt wird der Grimm genannt undist begleitet von dem stets wachsenden Zorn.[Fl.01_009,30] Was ist aber alsonach die ersichtliche Folge dieses Aktes, welcher an und frsich das wahrhafte Grimmfieber genannt werden kann?[Fl.01_009,31] Nichts anderes, als da die einem solchen zornergrimmten Geiste nahestehenden anderen, noch ruhigen Geister dieses Fieber wahrnehmen, nachdem sie an ihrerueren Polaritt in ein hnliches Mitfieber gesetzt werden, welche Fortpflanzung derMitfieberung natrlicherweise um so schneller fortgesetzt werden kann, da die negativenUmhllungen der Geister, aus denen eigentlich die Luft besteht, knapp aneinanderliegen.[Fl.01_009,32] Nun haben wir eigentlich schon das Ganze. Denn eben dieses Fiebern einessolchen Geistes wird vom Auge sowohl der Tiere als auch vorzugsweise des Menschenwahrgenommen und diese Wahrnehmung ist eigentlich das, was ihr das Leuchten nennt ,weil das Auge also eingerichtet ist, um diese allerleisesten Schwebungen wahrzunehmen. Undzwar aus dem Grunde, weil auch jegliches Auge mehr oder weniger an und fr sich selbst zurHlfte geistig ist und zur Hlfte materiell und hat mit dem, was da Licht genannt wird, eineganz gleiche Polaritt, darum es dann auch alles ihm Verwandte aufnehmen und empfindenkann.[Fl.01_009,33] Wenn dann auf diese beschriebene Weise irgend eine solche geistige Polarittin sich erbrennt, so findet auch dabei allzeit der Akt der Beleuchtung statt. Die Beleuchtungaber ist dann an und fr sich wieder nichts anderes als das Mitergriffensein derjenigen 22. geistigen Polaritten, welche sich in der Nachbarschaft einer solchen in sich erbranntengeistigen Polaritt befinden, welche Fortpflanzung je nach dem Grade der Gre undHeftigkeit einer entzndeten geistigen Polaritt entweder nhere oder weitere Distanzenergreift und sie, wennschon nicht in einen zu heftigen, aber doch empfindlichen Fieberzustandversetzt. Natrlicherweise wird das Fiebern immer schwcher, je entfernter dem Raume nachsich andere geistige Polaritten von der eigentlichen in sich erbrennenden Hauptpolarittbefinden.[Fl.01_009,34] Nun werdet ihr sagen: ber das Leuchten wren wir jetzt wohl im klaren, abernoch nicht ber das, warum wir beleuchtete Gegenstnde ihrer Form nach erschauen, undauch noch nicht ber die Beschaffenheit des verschiedenartigen Lichtes und namentlich desLichtes der Sonne.[Fl.01_009,35] Allein Ich sage euch hier nur noch soviel, da solches wohl keine groe Kunstmehr sein wird, nachdem wir in dieser Hinsicht ganz grndlich schon die allergrteSchwierigkeit besiegt haben.[Fl.01_009,36] Was demnach die Anschauung der Gegenstnde betrifft, so ist diese an undfr sich nichts anderes als eine durch die materielle, feste Form eines Gegenstandes ihrvollkommen entsprechende Verhinderung solcher uns schon bekannten Fortpflanzung, odersie ist eine verdoppelte Rckkehr von irgendeinem Gegenstande, von welchem sie einenAftersto erhielt oder, so ihr es leichter versteht, einen Gegensto.[Fl.01_009,37] Was aber das Licht der Sonne anbelangt, so ist ihr Leuchten mit dem Leuchteneines uns bekannten Fnkchens gleichartig. Der Unterschied liegt nur darinnen, da das weieLicht der Sonne dem Beben der Liebe fast auf dieselbe Weise entstammt, wie das euchbekannte rtliche Brandlicht dem Beben des Zornes; und da das Licht der Sonne dem Bebender Liebe entstammt, so ist auch seine Fortpflanzung unterschieden von der Fortpflanzung desLichtes, welches dem Beben des Zornes entstammt.[Fl.01_009,38] Worin aber dieser Unterschied besteht, und wie demzufolge wir zu unseremSiege hinsichtlich unseres Tierchens gelangen werden, soll euch nchstens klrlich gezeigtwerden.[Fl.01_009,39] Und somit lassen wir es fr heute wieder gut sein. 10. Kapitel Das Wesen des thers und des Sonnenlichts.23. Mrz 1842[Fl.01_010,01] Ihr werdet vielleicht schon dann und wann gehrt haben, da je tiefer eineGegend der Erde ist, desto dichter auch die Luft in derselben ist. Dieses ist eine ganznatrliche Folge, nachdem nicht nur die Luft, sondern alle Dinge, je nher sie strahlenfrmigdem gemeinsamen Mittelpunkte rcken, auch desto dichter werden. Je mehr sie sich aber vondiesem Mittelpunkte entfernen, desto lockerer kommen sie auch nebeneinander zu stehen.[Fl.01_010,02] Was an und fr sich die einen Erdkrper umgebende Luft ist, wten wirsonach schon zum Teil aus dem Verlaufe der gegenwrtigen Mitteilung, noch mehr aber ausanderen schon lange gegebenen Erluterungen ber die Dinge der naturmigen Welt.[Fl.01_010,03] Um euch, Meine Lieben, jedoch eines lngeren Nachsuchens zu entheben, sosage Ich es euch noch einmal, da die Luft, wie alle gesamte Materie, nichts anderes als eingeistig-materieller und materiell-geistiger Konflikt ist, und da alle diese geistigen Potenzen,je tiefer sie liegen, sie auch desto rger sind, und je hher ber den Planeten sie sichaufhalten, sie auch desto lieblicher, friedsamer und bestndiger sind.[Fl.01_010,04] So wir nun dieses wissen, da wird es uns doch nicht schwer sein, wenigstensin einem allgemeinen berblick die Erde samt der sie umgebenden Luft nach ihrem Gehaltezu erkennen und darob mit leichtem Mute zu sagen: Das Gesamtwesen des Erdkrpers samtder ihn umgebenden Luft, soweit hinaus auch diese reicht, ist nichts als eine Gradation der 23. Geister, welche sich in einem solchen Planeten gesetzt hat, um den uns schon bekanntenRckweg anzutreten.[Fl.01_010,05] Ja, werdet ihr fragen, was erfllt denn hernach den weiten Raum zwischen derSonne und einem Planeten?[Fl.01_010,06] Die Naturforscher lassen hier einen uerst leichten und nachgiebigen therauftreten. Was wrden aber die Physiker sagen, so sie ersichtlich dartun mten, was denndieser ther an und fr sich ist?[Fl.01_010,07] Wahrlich, eine solche Frage wrde sich schwer einen Preis von fnfzigDukaten erringen! Denn frs erste lt sich der ther durch kein Mikroskop betrachten,nachdem schon die viel dichtere Luft von keinem Mikroskop mehr partiell empfunden wird;aber chemisch knnten die Physiker den ther untersuchen, so sie in ihre Retorten irgendeinen bekommen knnten. Aber da die Region des eigentlichen thers erst bei einer Hhevon zwei, drei, vier und bis gegen den Nordpol hin gar erst zehn deutsche Meilen hoch berder Erde beginnt, so wird es wohl allen Naturforschern etwas schwer werden, sich zumBehufe ihrer Untersuchung bei ihrem Leibesleben von dorther einen ther zu verschaffen.[Fl.01_010,08] Wir aber wollen einen viel bequemeren und sichereren Weg gehen, nmlichden des inneren Glaubens, Vertrauens und den Weg der wahren Liebe. Auf diesem Wegesteht einem Ochsen- und Schafhirten der Sirius beschaulich nher, als auf dem finsteren Wegedes beraus kurzsichtigen Forschens von seiten des menschlichen Verstandes einRegentropfen, der dem beraus mathematischen Naturforscher auf die Nase gefallen ist.[Fl.01_010,09] Und so sagen wir: Der ther ist ebenfalls ein geistiges Wesen, welches sichzwar zu allen Planeten positiv, zu den Sonnen aber negativ verhlt.[Fl.01_010,10] Den ther bilden somit uerst reine, friedliche und duldsame Geister; dennwren sie das nicht, wie schwer wrden es da die Weltkrper haben auf dem Wege um dieSonne, welcher da ist eine weitgedehnte Bahn, durch welche sich der Planet mitauerordentlicher Geschwindigkeit bewegen mu![Fl.01_010,11] Da aber diese thergeister alsonach uerst reine, friedsame und nachgiebigeGeister sind, so findet an ihrem Dasein nichts irgend ein Hindernis in seiner Bewegung, undmge das sich bewegen wollende oder zu bewegen gentigte Wesen oder Ding noch so geringund unscheinbar sein.[Fl.01_010,12] Sehet nun, Meine Lieben, da wir nun dieses wissen, so wird es wohl nichtmehr schwer sein, das Leuchten einer Sonne und die Fortpflanzung ihres Leuchtens zuermitteln! Jedoch bevor wir noch solches zu tun vermgen, mssen wir gegenber denPlaneten auch der leuchtenden Sonne einige Augenblicke schenken und uns fragen: Wie siehtes da aus, und was geschieht daselbst?[Fl.01_010,13] Solches ist ja doch notwendig; denn sonst mt ihr ber kurz oder lang euchja doch selbst fragen: Wie kann man jemandem die Wirkung erklren, so man ihm dieUrsache der Wirkung verschweigt?[Fl.01_010,14] Da die Sonne ein uerst stark leuchtender Weltkrper ist, brauchtniemandem nher erklrt zu werden; denn solche Erklrung geben jedem seine eigenengesunden Augen.[Fl.01_010,15] Wie aber wird sie also beraus stark leuchtend? Und wie sieht es auf ihrerOberflche aus und also auch bis zu ihrem Mittelpunkte?[Fl.01_010,16] Sehet, das ist eine ganz andere Frage, welche noch in aller Krze beantwortetsein mu, bevor wir zu unserem Hauptthema fruchtbringend zurckkehren knnen![Fl.01_010,17] Es mu euch bei den Sonnen zuallererst schon ihre auerordentliche Greauffallen, derzufolge eine Sonne nicht selten eine, ja mehrere Millionen Male grer ist dennein oder der andere ihrer Planeten.[Fl.01_010,18] Was ist sonach die Sonne fr sich selbst?[Fl.01_010,19] Die Sonne fr sich selbst ist ein Planet von vollkommenem Zustande, und alleanderen Planeten sind nur Trabanten dieses groen und vollkommenen Planeten. 24. [Fl.01_010,20] Woher rhrt denn hernach das auerordentliche Licht, das einen solchenvollkommenen Planeten umgibt?[Fl.01_010,21] Das Licht rhrt von der geistigen Liebefreude der diesen vollkommenenPlaneten umgebenden Geister her.[Fl.01_010,22] Sind diese Geister etwa schon vollendete Geister?[Fl.01_010,23] Diese Frage mu wieder geschieden werden, und zwar in sieben verschiedenePunkte, welche aber dessenungeachtet eben nicht zu schwer grndlich zu verstehen seindrften, da sie sich in der schnsten Ordnung nebeneinander befinden.[Fl.01_010,24] Diese sieben Punkte sind demnach sieben verschiedene Geistergattungen inder Sonne, welche miteinander gemeinschaftlich das groe Licht der Sonne bedingen.[Fl.01_010,25] Wollt ihr die innere Natur dieser Geister nher erkennen, so blicket auf diesieben Gebote der Nchstenliebe und diesen sieben Geboten zur Unterlage die drei, durchwelche der Mensch sein Verhltnis zu Gott, seinem Schpfer, erkennen soll, so habt ihr dannsobald den vollendeten Zyklus des Geisterverbandes auf einem Sonnenkrper. Auch dieFarben eines Regenbogens geben euch diese Ordnung zu erkennen.[Fl.01_010,26] Was folgt aber nun aus dieser Vorerinnerung?[Fl.01_010,27] Aus dieser Vorerinnerung folgt nichts anderes, als da die Sonne in ihrerinneren Sphre ein Sammelplatz ist von siebenfachen Geistern. Darunter sind solche,