Die Zukunft der Energie

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  • HANDELSBLATT: HB - XBEILAGE1 - 1 - 77 - 22.04.10 < 1 > - FARBE: Composite - Sendetermin: 21.04.10 15:18

    HB: HB - XBEILAGE1 - 1 - 77 - 22.04.10 < 1 > FARBE: Composite - Sendetermin: 21.04.10 15:18

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    Wie Strom, Wrmeund Internet zusammenkommen

    Die Zukunft der Energie

    TopicNr. 77 Donnerstag 22. April 2010

    Total vernetzt

  • GRAFIK:Das Netz soll mitdenken.Damit das funktioniert,mssen die Energieversorgervor allem die Stromverteilungverbessern. Die Komponentendes Netzes. Seiten 8, 9

    PERFEKTES TIMING:Moderne Haussteuerungenmachen das Leben nicht nurkomfortabler, sie reduzierenauch den Stromverbrauchund nutzen gnstige Tarife ganz von allein. Seite 12

    ABENTEUER E-MOBIL:Politik und Industrie habensich festgelegt: DemElektroauto gehrt dieZukunft. Aber Deutschlandist noch nicht berzeugtdavon. Seite 14

    AUFBRUCH:Auf die Energiekonzernekommen groe Heraus-forderungen zu. Sie mssendie Netze intelligent machen,um die Stromversorgung zusichern. Seite 4

    KEIN ANSCHLUSS:Die Politik will dengrundlegenden Umbau derEnergieversorgung. Aber sieschafft es nicht, denerforderlichen rechtlichenRahmen zu setzen. Seite 7

    SELBSTREGELND:Industrie und Forscherentwickeln Techniken frdas intelligente Stromnetz.Experten sehen hiereinen milliardenschwerenMarkt. Seite 10

    Inhalt

    ArndtNeuhaus,VorstandsvorsitzenderRWERheinlandWestfalenNetz

    Netze frdie Energievon morgen

    ImpressumHandelsblattGmbH (V. i. S. d. P); Kasernenstr. 67,40213Dsseldorf;Chefredakteure:Gabor Steingart, BerndZiesemer;ArtDirector:NilsWerner;ChefinvomDienst:SusanneWesch;VerantwortlicherRedakteur: JrgenFlauger;Layout:UteDoerenkamp;Bildredaktion:HendrikRauch;Titelfoto:pixsil.com/Visum;Bildbearbeitung:HolgerHopp;Grafik: Jean-Philippe Ili;Autoren:Markus Fassen, JrgenFlauger, HansSchrmann,Klaus Stratmann;Geschftsfhrung:Dr. Tobias Schulz-Isenbeck, Dr.Michael Stollarz;Anzeigenverkauf: iqmediamarketing, Tel.: 0211/887-0;verantwortlich frAnzeigen:UteWellman

    Bei der Energie sind Versor-gungssicherheit,Wirtschaftlich-keit und Umweltvertrglichkeitoberste Ziele. Sie gelten sowohl frdie Erzeugung als auch fr die Vertei-lung. Die deutschen Stromnetze sindleistungsfhig und zuverlssig, die iminternationalen Vergleich geringenAusfallzeiten belegen dies. Aber siemssen fr die Zukunft fit gemachtwerden. Denn die Marktbedingungenndern sich, die Technik wird innovati-ver und der Stromverbraucher flexib-ler nicht zuletzt durch die demogra-fische Entwicklung.

    Verantwortlich und vorausschau-end handeln heit, die Stromnetzemit Milliardeninvestitionen intelligen-ter zumachen. Sie mssen in derLage sein, die Vernderung auf Ange-bots- und Nachfrageseite effizient zumanagen. Erforderlich ist dazu ein Zu-sammenwachsen der Stromverteil-technik mit neuester Informations-und Kommunikationstechnologie.

    Die intelligenten Netze vonmor-genmssen fr die schwankendenEinspeisungen aus erneuerbaren Ener-giequellen genauso gerstet sein wiefr ganz neue Angebote, etwa dieElektromobilitt. Es mssen Verbin-dungen vonWindparks vor den Ks-ten bis zu den Verbrauchern gebautund Stromspeichermglichkeiten ge-schaffen werden, denn derWindweht nicht immer dann, wenn Stromgebraucht wird. Und smarte Technolo-gien, etwa in der Haustechnik, ms-sen integriert werden. Die Stromver-braucher von heute werden die klei-nen Stromproduzenten vonmorgensein. Zudemwird die Stromnachfragedurchmoderne Raumwrmetechni-ken wie dieWrmepumpe und durchneue zeitabhngige Tarife zuneh-mend flexibler.

    RWE RheinlandWestfalen Netz alseiner der grten Verteilnetzbetreiberin Deutschland stellt sich diesen enor-men Herausforderungen und ist auf al-len Feldern intelligenter Techniken anvorderster Front aktiv. So fhren wirdas vom Bundeswirtschaftsministe-rium gefrderte Projekt Netze der Zu-kunft. Bei den Smart Metern hat RWEin Mlheim an der Ruhr das bundes-weit grte Pilotprojekt aufgelegt.

    Im Ergebnis werden alle intelligen-ten Techniken einen wichtigen Beitragleisten fr sparsameren Energiever-brauch und den verstrkten Einsatz er-neuerbarer Energien. Damit unterstt-zen wir nachhaltig das Ziel einer klima-vertrglichen, effizienten und langfris-tig sicheren Energieversorgung.

    Muh

    s/Caro

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    TOPIC DONNERSTAG, 22. APRIL 2010www.handelsblatt.com 3

  • Handelsblatt GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Zum Erwerb weitergehender Rechte wenden Sie sich bitte an [email protected]

    Wenn morgens die Lichter ange-hen, die Kaffeemaschinen bro-deln und die Toaster rsten, gehtdas Gefrierfach vom Netz. Wie anjedem Morgen, wenn Deutsch-land aufwacht und der Stromver-

    brauch rapide steigt, setzt die kleine Box im Keller denKhlschrank auf Schlummerbetrieb vorbergehend,bis alle aus demHaus sind.Der elektronische Zhler leistet tagtglich Schwerst-

    arbeit. Er bermittelt dem Netzbetreiber permanent,wie viel Stromder Haushalt gerade verbraucht undwieviel Stromdie Solaranlage auf demDach in das Netz ein-speist. Er steuert einzelne Gerte, die nicht stndig aufStrom angewiesen sind, dann an, wenn der Verbrauchsonst gering und gnstig ist. Nachts sorgt der Zhler da-fr, dass das Elektrofahrzeug in der Garage gengendStrom bekommt, damit der Hausbesitzer am nchstenmorgen zur Arbeit fahren kann. Mit seinem Handykann der Hausbesitzer die Anlage von unterwegs steu-ern, ihr mitteilen, wann er nach Hause kommt und dieHeizung die gewnscht Temperatur erreicht habensoll. Der Versorger wiederum kann dank der Daten,die er aus Millionen Haushalten erhlt, seine Kraft-werke punktgenau hoch- und runterfahren.So in etwa soll die Energiewelt im Jahr 2020 ausse-

    hen. Sie ist intelligenter geworden, smarter. Intelli-gente Stromzhler neudeutsch Smart Meter hngenin den meisten Haushalten und sind die Schnittstellefr die Kommunikation der Verbraucher mit den Ver-sorgern; intelligente Netze Smart Grids sorgen dankder umfangreichen Daten, die die Zhler liefern, fr ei-nen effizienten Ausgleich von Angebot und Nachfrage;und eine intelligente Haustechnik Smart Home nutzt die Zhler, um kostengnstig und komfortabeldie elektrischen Gerte in Privathaushalten zu steuern.Das intelligente Trio wird unverzichtbar sein: Nur

    mit der intelligenten Steuerung wird das Netz ber-haupt stabil Strom liefern. Denn 2020 wird der Ver-brauch viel strker schwanken, als er das jetzt schontut aber genauso wird das Angebot schwanken. Dannsollen mehr als eine Million Elektrofahrzeuge auf deut-schen Straen fahren, die unregelmig an ffentli-

    chen Sulen und in privaten Garagen geladen werden.Und dank der Frderung durch Bundesregierung undEU-Kommission wird Strom immer mehr aus schwerzu prognostizierenden erneuerbaren Quellen produ-ziert. Vor allem aber wird er zunehmend dezentral ein-gespeist: Mit Solaranlagen auf Dchern undMini-Block-heizkraftwerken werden Privathaushalte zu Stromer-zeugern.Wenn man das mit dem Straenverkehr vergleicht,

    wird in verkehrsberuhigten Wohnstraen ein regerVersandhandel aufgebaut, der durch intelligente Am-peln geregelt werden muss, beschreibt Arndt Neu-haus Chef der RWE RheinlandWestfalen Netz AG, diedie Verteilnetze des Konzerns managt die Herausfor-derungen, die auf die Netzbetreiber zukommen.

    Natrlich knnten diese auch gelst werden, wenn dieVersorger einfach strkere Leitungen verlegen. Abervor allem in Stdten, in denen dafr Straen aufgeris-sen werden mssten, wre das schlicht zu teuer. Undineffizient. Eine intelligentere Steuerung des Stromflus-ses spart daher Strom und senkt die Kosten.Daher wird sie von der Bundesregierung gefrdert.

    Im Koalitionsvertrag haben Union und FDP eigens fest-gehalten, dass sie die rechtlichen Rahmenbedingun-gen fr eine flchendeckende Modernisierung derEnergienetze zu intelligenten Netzenweiterentwickelnund die Verbindung der Stromnetze mit Informations-und Kommunikationstechnik zu einem Element des ef-fizienten Netzbetriebs machen. Und fr die Bundes-netzagentur sind Smart Grids eine Lebensader derWirtschaft.

    Der Aufbau des Smart Grid wird zwar gnstiger sein,als die Kapazitten einfach zu vergrern, aber auch erwird teuer auch wenn sich der konkrete Bedarf nochschwer abschtzen lsst. Nach den Worten von Eon-Chef Wulf Bernotat sind bis 2020 allein in Deutschland20 Milliarden Euro ntig, um das intelligente Netz auf-zubauen. Das Marktforschungsunternehmen Trendre-search prognostiziert fr denselben Zeitraum einMarktvolumen fr Smart-Grid-relevante Technologienvon insgesamt 27Milliarden Euro vor allem fr Endge-rte sowie Informations- und Kommunikationstechno-logie.Zhler und Netzsteuerung werden bereits fleiig er-

    probt. Die Billigtochter von Energie Baden-Wrttem-berg (EnBW), Yello, bietet ihren Kunden auf Wunschund gegen Bezahlung die sogenannten Sparzhler an,mit denen sie ihren Stromverbrauch amComputer ver-folgen knnen. Im Gegensatz zum bisherigen Stan-dard, bei dem der Zhlerstand in der Regel einmal imJahr abgelesen wird, haben die Kunden eine perma-nente Kontrolle und knnen groe Stromfresser erken-nen und entsprechend reagieren.RWEhat 2008 begonnen, erstmals eine groe Stadt

    Mhlheim an der Ruhr mit Zhlern auszustatten, dieelektronisch und aus der Ferne ausgelesenwerden. BisEnde 2011 erhalten ber 100 000 Haushalte neueStromzhler, mit denen sie ihren Energieverbrauchmonatlich im Internet kontrollieren knnen aufWunsch auch hufiger. Etwa ein Viertel davon sind be-reits installiert. RWE investiert dafr 30 MillionenEuro, fr die Haushalte ist der Austausch kostenlos.Noch profitiert von der Installation vor allemder Ver-

    sorger, der sich dasmhsameAblesen durch einen Ser-vicemitarbeiter spart und umfangreiche Daten sam-melt. Die Kunden mssen mhevoll ihren Verbrauchbeobachten und testen, wie sie ihn beeinflussen kn-nen. Erst wenn die Zhler mit einer ausgeklgeltenHausautomatisierung verbunden sind, wird das Ener-giesparen komfortabel.Doch zuvor gibt es zahlreiche Probleme zu lsen. So

    muss der Dat