DLG-Standard zur Kalkulation einer Kurzumtriebsplantagenachhaltiges- · PDF file- 4 -...

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    DLG-Standard zur Kalkulation einer Kurzumtriebsplantage

    DLG-Merkblatt 372

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    DLG-Merkblatt 372: DLG-Standard zur Kalkulation einer Kurzumtriebsplantage

    DLG-Merkblatt 372 DLG-Standard zur Kalkulation einer Kurzumtriebsplantage

    Autoren:

    - Prof. Dr. Peter Wagner, Universitt Halle

    - Dr. Jrg Schweinle, von Thnen Institut, Braunschweig

    - Dr. Frank Setzer, DLG e. V., Frankfurt/Main

    - Mathias Krber, Universitt Halle

    - Martin Dawid, DLG e. V., Frankfurt/Main

    Alle Informationen und Hinweise ohne jede Gewhr und Haftung Herausgeber: DLG e. V. Fachzentrum Land- und Ernhrungswirtschaft Ausschuss fr Forstwirtschaft Eschborner Landstrae 122, 60489 Frankfurt/Main 1. Auflage, Stand: 06/2012 2012 Vervielfltigung und bertragung einzelner Textabschnitte, Zeichnungen oder Bilder auch fr den Zweck der Unterrichtsgestaltung nur nach vorheriger Genehmigung durch DLG e. V., Servicebereich Information, Eschborner Landstrae 122, 60489 Frankfurt/Main

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    DLG-Merkblatt 372: DLG-Standard zur Kalkulation einer Kurzumtriebsplantage

    Inhalt

    Vorwort 4

    1. Datengrundlagen und DLG-Richtstze 5

    1.1 Grundannahmen 5

    1.1.1 Grundannahmen und Rahmenbedingungen fr den DLG-Standard 5

    1.1.2 Ertragsentwicklung/Biomassezuwachs 6

    1.1.3 Hackschnitzelpreise 7

    1.2 Allgemeine Kosten 7

    1.3 Arbeitsgnge bei der Bewirtschaftung einer Kurzumtriebsplantage 8

    1.3.1 Flchenvorbereitung vor der Pflanzung 8

    1.3.2 Parameter fr die Pflanzung 9

    1.3.3 Pflege 10

    1.3.4 Ernte und Transport 10

    1.3.5 Rckwandlung 11

    1.4 Zusammenfassung der DLG-Richtstze zur Kalkulation einer KUP 11

    2. Kalkulationsverfahren 13

    2.1 Deckungsbeitragsrechnung 13

    2.2 Abzinsung 14

    2.3 Vom Deckungsbeitrag zur dynamischen Investitionsrechnung 14

    3. Beispielkalkulation Energieholzanbau 16

    3.1 Erluterungen zu der Beispielkalkulation 18

    4. Einflussfaktoren auf die Vernderung der Annuitt 20

    5. Literaturverzeichnis 22

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    DLG-Merkblatt 372: DLG-Standard zur Kalkulation einer Kurzumtriebsplantage

    Vorwort

    Kurzumtriebsplantagen (KUP) erobern langsam aber stetig die landwirtschaftlichen Fl-

    chen in Deutschland. Immer fter sieht man Flchen in der Landschaft, auf denen

    Landwirte schnellwachsende Baumarten wie Pappeln oder Weiden anbauen. Allge-

    meine Fragestellungen zum Anbau und zur Pflege und Ernte einer KUP werden in dem

    DLG-Merkblatt Kurzumtriebsplantagen Anlage, Pflege, Ernte und Wertschpfung

    (Nr. 371) betrachtet.

    Grundlage der betrieblichen Entscheidung fr oder gegen eine KUP ist eine

    transparente und umfassende Kalkulation der relativen Vorzglichkeit zu anderen land-

    wirtschaftlichen Nutzungen der Flche. Die Erfahrungen zeigen, dass der mehrjhrige

    Anbau und die im Vergleich zu anderen landwirtschaftlichen Produktionszweigen

    sehr jungen Praxiserfahrungen oftmals zu Unklarheiten bei der Kalkulation einer KUP

    fhren. Zuweilen werden gar die falschen Methoden der Investitionsrechnung ange-

    wendet. Im Ergebnis dessen kommen Landwirte zu Fehlurteilen, die letztlich auch fi-

    nanzielle Schden durch entgangene Gewinne bewirken knnen.

    Mit dem vorliegenden Merkblatt DLG-Standard zur Kalkulation einer Kurzum-

    triebsplantage wird versucht, einen bundesweit einheitlichen Standard zur Kalkulation

    zu definieren. Ziel ist es, die Kalkulationsmethode zu definieren und die Datenquellen

    festzulegen. Es soll mglich sein, betriebsindividuelle Daten im standardisierten Verfah-

    ren zu verwenden, wenn diese vorliegen. Anderenfalls sollen DLG-Richtwerte in der

    Kalkulation angesetzt werden. Diese wurden aufgrund der Erfahrungen der Expertinnen

    und Experten des Runden Tisches KUP bei der DLG definiert und werden regelmig

    angepasst.

    Der Aufbau des Merkblattes ist eng an den naturalen Ablufen orientiert. Im ers-

    ten Kapitel werden die Grundannahmen und Richtwerte fr die Daten dargestellt und

    erlutert. Im zweiten Kapitel wird die Kalkulationsmethode dargestellt, die im dritten

    Kapitel beispielhaft angewendet wird.

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    DLG-Merkblatt 372: DLG-Standard zur Kalkulation einer Kurzumtriebsplantage

    1. Datengrundlagen und DLG-Richtstze

    1.1 Grundannahmen

    1.1.1 Grundannahmen und Rahmenbedingungen fr den DLG-Standard

    Auf folgende Grundannahmen bezieht sich der DLG-Standard:

    Tabelle 1: Grundannahmen zur weiteren Kalkulation

    DLG-Kalkulationsgrundlagen

    Produktionsziel Energieholz (Hackschnitzel)

    Nutzungsart vor Begrndung Ackerland

    Flchengre 5 ha

    Standzeit 24 Jahre

    Umtriebszeit/ Erntezyklus 3 Jahre

    Baumarten Holzartige Energiepflanzen

    Anzahl der Stecklinge 10.000 Stk/ha

    Maschinelle Pflanzung Landwirtschaftliche Pflanzmaschine

    Ertragsentwicklung In den einzelnen Umtriebsjahren unterschiedlich (Ertragsfaktoren)

    Pflanzenschutzmanahme 1x Vorauflaufmittel, 1x Nachauflaufmittel im Etablierungsjahr; kein Zaunbau

    Dngung Keine Dngemanahmen

    Arbeiten in eigener Regie Alles auer Ernte, Transport und Rckwandlung

    Abbildung 1: Abbildung aller anfallenden Manahmen ber die gesamte Standzeit einer KUP

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    DLG-Merkblatt 372: DLG-Standard zur Kalkulation einer Kurzumtriebsplantage

    1.1.2 Ertragsentwicklung/Biomassezuwachs

    Der erzielbare Biomasseertrag ist abhngig von der gewhlten Baumart, Sorte und

    Standort. Aktuelle Ergebnisse der Beerntung von Versuchsstandorten in Thringen zei-

    gen, dass die Gehlzertrge von Pappelplantagen bei dreijhrigem Umtrieb im Durch-

    schnitt von Ernte zu Ernte ansteigen und das Ertragsmaximum auch nach dem 6. Um-

    trieb, also einer Standzeit von 18 Jahren, noch nicht erreicht zu sein scheint [20], [22].

    Abbildung 2: Ertragsfaktoren ber die Standzeit [26]

    Genauere Aussagen zum Ertragsverlauf ber die gesamte Nutzungsdauer (24 Jahre und

    mehr) sind gegenwrtig nicht mglich, da die Ertragshhen fr die folgenden Umtriebe

    erst in den nchsten Jahren vorliegen werden. Fr die Biomasseertrge werden im Fol-

    genden Ertragsfaktoren (Tabelle 2) herangezogen.

    Tabelle 2: Ertragsfaktoren fr den Biomassezuwachs

    Ertragsfaktor 0,44 0,83 1,11 1,12 1,12 1,12 1,13 1,13

    Standjahr 3 6 9 12 15 18 21 24

    Es handelt sich also insgesamt um eine Schtzung, da gegenwrtig keine Ertragsmes-

    sungen fr Pappelplantagen im dreijhrigen Umtrieb ber eine Nutzungsdauer von 24

    und mehr Jahren vorliegen. Wichtig ist bei der Festlegung der Faktoren, dass speziell in

    den ersten (zwei) Umtrieben deutlich geringere Ertrge unterstellt werden als in den

    folgenden Rotationen, da sich die Gehlzwurzeln erst etablieren mssen. Insgesamt

    muss der Mittelwert aller unterstellten Ertragsfaktoren den Wert eins ergeben, was in

    der Beispielkalkulation einem durchschnittlichen jhrlichen Ertrag von zwlf Tonnen

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    DLG-Merkblatt 372: DLG-Standard zur Kalkulation einer Kurzumtriebsplantage

    absolute Trockenmasse je Hektar ber die gesamte Nutzungsdauer entspricht. Der

    durchschnittliche Ertrag von 12 Tonnen atro pro Hektar und Jahr wurde in einer kleinen

    Umfrage der DLG von verschiedenen Autoren als realistische Annahme besttigt [19].

    1.1.3 Hackschnitzelpreise

    Die zu erzielenden Hackschnitzelpreise sind regionalen Schwankungen unterworfen.

    Es sind im Einzelfall, falls verfgbar, die regionalen Hackschnitzelpreise bei Anbietern

    in Erfahrung zu bringen. Falls keine regionalen Preise vorliegen, kann der seit Anfang

    2012 vierteljhrlich von C.A.R.M.E.N. e. V. verffentlichte Preisindex fr KUP-Hack-

    schnitzel zugrunde gelegt werden. Der Preisangabe liegt eine Lieferung von 80 Schtt-

    raummeter KUP-Hackschnitzel mit einem Wassergehalt von 35 % zugrunde. Als Liefer-

    entfernung ist ein Umkreis von 20 km bercksichtigt. Bereits enthalten ist die Mehr-

    wertsteuer (19 %) [21]. Umgerechnet auf absolut trockenes Holz ergibt sich ein Hack-

    schnitzelpreis (exkl. MwSt) von 121,09 /tatro (Tabelle 3). (93,66 / 0,65 = 144,09 / 1,19

    = 121,09).

    Tabelle 3: KUP-Hackschnitzelpreis 1. Quartal 2012

    /tWG35 ink. MwSt /tatro ink. MwSt /tatro exkl. MwSt

    93,66 144,09 121,09

    WG35 Wassergehalt von 35 %, atroabsolut trocken

    Sollte kein KUP-Hackschnitzelpreis bei C.A.R.M.E.N. e. V. vorliegen, ist auf den Preis-

    index fr Waldhackschnitzel zurckzugreifen.

    1.2 Allgemeine Kosten

    An Flchenkosten wird die jhrlich im Voraus fllige Bodenpacht bercksichtigt. Unter

    Gemeinkosten werden die Kosten zusammengefasst, die nicht direkt auf eine Tonne

    Hackschnitzel umgerechnet werden knnen. Diese Kosten fallen ber die gesamte

    Standzeit der KUP an (Tabelle 4).

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    DLG-Merkblatt 372: DLG-Standard zur Kalkulation einer Kurzumtriebsplantage

    Tabelle 4: Darstellung der Flchen- und Gemeinkosten

    Flchenkosten Gemeinkosten

    Pacht Kosten der Betriebsfhrung

    Versicherungskosten

    Sachkosten

    Bis auf die Ernte, den Transport und die Rckwandlung, werden alle Manahmen in

    Eigenregie durchgefhrt. Die Zusammensetzung der in Eigenregie entstehenden Kosten

    wird in Tabelle 5 aufgeschlsselt.

    Tabelle 5: Darstellung der Maschinenkosten

    Kostenstelle Faktor DLG [/h]

    Abschreibung (nach AfA 1.1 Landw.) 12 % 8,00

    Zinsansatz 4 % 2,00

    Reparaturen 7,00

    Betriebsstoffe 8,00

    Davon Diesel 8,00

    Davon l 0,24

    Personalkos