Dokumentation der Projektgruppenarbeit Kurzvorstellung Vielf£¤ltige Debatten...

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  • Dokumentation der Projektgruppenarbeit Transformation gestalten

    Ein werkeübergreifendes Studienprogramm // Januar 2013 bis Dezember 2014

  • Dokumentation der Projektgruppenarbeit Transformation gestalten

    Ein werkeübergreifendes Studienprogramm // Januar 2013 bis Dezember 2014

  • 2 Dokumentation «Transformation gestalten»

    Inhalt

    Projektgruppe 1: Transformation der Wirtschaft –

    Nachhaltigkeit und Verantwortung

    von Anfang an

    Seite 6

    Projektgruppe 2: NeWeLoPP –

    Neue Wertstätten, lokale und

    partizipative Projekte

    Seite 10

    Projektgruppe 3: WasserWege –

    Vom Teller zur Produktion

    Seite 13

    Projektgruppe 4: von morgen – alles Gute auf eine Karte

    Seite 16

  • Vorwort 3

    Wir erleben derzeit nicht nur eine Wirtschafts- und Finanz- krise, wir erleben auch eine Krise des globalen Ökosystems. Klimawandel, Bodenerosion, Wassermangel, schrumpfende Biodiversität, Ressourcenknappheit und die Verschlechte- rung der Lebensbedingungen vieler Menschen stellen uns vor große Herausforderungen. Wie können wir diese Krise überwinden – und wie lassen sich solche globalen Krisen in der Zukunft vermeiden?

    Angesichts der großen ökonomischen und ökologischen Herausforderungen, vor denen wir stehen, bedarf es eines grundlegenden Strukturwandels hin zu einer nachhaltigen und umweltverträglichen Wirtschaftsordnung im globalen Maßstab. Die Große Transformation als ein grundlegender, gestalteter Strukturwandel wirkt sich auf alle Lebensberei- che, auf Lebensstile und auf die Lebensqualität aus.

    Um die zunehmende Komplexität gesellschaftlicher und ökonomischer Entwicklung nicht nur zu verstehen, son- dern sie auch nachhaltig und aktiv formen und beeinflussen zu können, müssen diejenigen, die das Morgen gestalten, immer anspruchsvollere Vorausetzungen erfüllen. Neben Fachwissen benötigen Nachwuchskräfte vor allem jene Pro- blemlösungs- und Gestaltungskompetenzen, die in den Bildungskonzepten für eine nachhaltige Entwicklung be- schrieben werden. Bei solchen «Nachhaltigkeitskompeten- zen» geht es darum, komplexe Fragen der Transformation aus unterschiedlichen Fachperspektiven zu bearbeiten und zu lösen. Dabei spielen auch Kommunikations- und Sozial- kompetenzen wie Einfühlungsvermögen, Kooperations- und Konfliktfähigkeit eine bedeutende Rolle.

    Nachwuchskräfte in Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesell- schaft und Politik müssen heute vernetzt denken und unter- schiedliche Fachperspektiven miteinander verzahnen. Zudem müssen sie auf mögliche weltanschauliche, kulturelle und habituelle Unterschiede eingehen und diese aktiv nutzen, denn nur dann lassen sich Probleme im Interesse aller op- timal lösen.

    Das Studienprogramm «Transformation gestalten» Das Studienprogramm «Transformation gestalten» soll im Rahmen eines die Begabtenförderwerke übergreifenden Qualifizierungsprogramms die teilnehmenden Stipendiatin- nen und Stipendiaten befähigen, globale Probleme anzuge- hen und Transformation kompetent mitzugestalten.

    Als zukünftige change agents sollten die Teilnehmenden in die Lage versetzt werden, einerseits Ansätze aus unter- schiedlichen Fächern fruchtbar miteinander zu verbinden und andererseits ihre weltanschaulichen, kulturellen und habituellen Differenzen zu überwinden, damit die heute

    anstehenden Probleme gemeinsam und auf eine Art gelöst werden können, die den Interessen der Allgemeinheit ge- recht wird.

    Ziel des Studienprogramms war es, die Vielfalt der Teilneh- menden im Hinblick auf Fachrichtung, Begabtenförderwerk, Hochschulform, Gender, Biografie und Erfahrung produk- tiv zu nutzen. Dabei sollten neben fachlichen Perspektiven und Kompetenzen auch politische und weltanschauliche Überzeugungen berücksichtigt werden. Die Teilnehmenden wurden dabei unterstützt, Problemlösungs- und Gestal- tungskompetenzen zu entwickeln, die mit Vielfalt und der Verschiedenheit der Akteure souverän und konstruktiv um- gehen. Die Fähigkeit, im Sinne eines offenen Ansatzes, der Diversity in den Mittelpunkt stellt, zusammenzuarbeiten, ist Grundlage für einen Prozess der Transformation.

    Die entscheidenden Bausteine des Studienprogramms, in denen die Teilnehmenden diese Kompetenzen erwarben, waren Veranstaltungen, Exkursionen, die gemeinsame Arbeit in interdisziplinär zusammengesetzten Projektgruppen mit begleitender Supervision sowie eine Hospitation in einem Unternehmen oder einer Institution.

    Die gemeinsame Projektarbeit Ein Schwerpunkt des Qualifizierungsprogramms «Transfor- mation gestalten» war die gemeinsame Projektarbeit, wobei das Projekt als praxisnahes Lern- und Handlungsfeld vor allem das Ziel hatte, Gestaltungskompetenz zu entwickeln.

    Vier interdisziplinär zusammengesetzte Gruppen arbei- teten für 15 Monate an einem gemeinsamen Projekt. Die Projektidee, die Planung und die konkrete Umsetzung er- arbeitete das Team gemeinsam. Dabei wurden die Teilneh- menden von Anfang an von vier Supervisorinnen und Super- visoren professionell unterstützt und begleitet, nämlich von Dr. Aranka Podhora, Katharina Hinze, Dr. Falko Uckerdt und Rasmus Grobe.

    Eine große Herausforderung bestand für die Projektgruppen darin, sich als Team zu finden und interdisziplinär sowie mit vielfältigen Werteperspektiven und individuellen Befähi- gungen konstruktiv und zielorientiert zusammenzuarbeiten. Den Teams gelang es dabei, die räumliche Distanz – einige Mitglieder hielten sich im Ausland auf – mit Skype-Konferen- zen und anderen Tools erfolgreich zu überwinden.

    Die vier Projektgruppen haben mit Erfolg vier Konzepte ent- wickelt, die Transformation aus einem frischen Blickwinkel betrachten und unterschiedliche Strategien dafür anbieten, wie sich globale ökologische, soziale und ökonomische Pro- bleme lösen lassen.

    Berlin, im Oktober 2014

    Ulla Siebert und Nursemin Sönmez, Studienwerk, Heinrich-Böll-Stiftung

    Vorwort

  • 4 Dokumentation «Transformation gestalten»

  • Eindrücke 5

  • 6 Dokumentation «Transformation gestalten»

    Nach drei Monaten trafen wir uns für ein Wochenende in

    Bonn, wo wir uns auf das endgültige Projekt einigten. Wir

    alle musste dazu aufeinander zugehen – und auch Pragma-

    tismus und Zeitdruck halfen, eine Entscheidung zu treffen.

    Da wir an unterschiedlichen Orten lebten, konnten wir uns

    nur selten persönlich treffen. Für die Kommunikation ex-

    perimentierten wir mit einer Reihe von Medien wie E-Mail,

    Google Groups, Pirate Pads und Dropbox. Es kam zu Miss-

    verständnissen, Termine wurden kurzfristig abgesagt, und

    manche fühlten sich überlastet. Innerhalb der Projektgruppe

    führte das zeitweise zu Resignation. Mit der Zeit lernten

    wir jedoch, hiermit besser umzugehen und vereinbarten

    wöchentliche Skype-Termine mit rotierender Moderation,

    was verhinderte, dass Diskussionen zu sehr abschweiften.

    Schwierig war es auch, Teilnehmer/innen für die Konferenz

    zu werben. Da nur wenige von uns vor Ort in München stu-

    dieren, waren wir hauptsächlich auf Online-Werbung an-

    gewiesen. Unsere Kooperationspartner/innen und andere

    Netzwerke unterstützten uns zwar, doch als sich kurz vor der

    Veranstaltung nur wenige Personen angemeldet hatten und

    auch noch Referent/inn/en absprangen, standen wir kurz

    vor einer Absage. Zum Glück entschieden wir, die Tagung

    durchzuführen, wenn auch in kleinerer Form, und wurden

    dafür belohnt.

    Die Tagung Bei der Umsetzung halfen uns Falko Ueckerdt als Super visor,

    die Organisationen, bei denen wir unsere Hospitationen ab-

    solvierten, sowie unsere Kooperationspartner – die Hoch-

    schule München, sneep, das Deutsche Netzwerk Wirtschafts-

    ethik und das Forum Nachhaltig Wirtschaften. Nach zehn

    Monaten Vorlauf fand am 23. Mai 2014 unsere Tagung «Start

    Sustainable. Nachhaltig Wirtschaften von Anfang an» in der

    Hochschule München statt.

    Der sehr anregende Eröffnungsvortrag von Frau Prof. Dr.

    Angela Poech (Hochschule München) handelte von der Be-

    deutung, die Vertrauensnetzwerke für nachhaltiges Wirt-

    schaften haben. In Workshops gab es anschließend die

    Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen, beispielsweise über

    Nachhaltigkeit im Businessplan oder in Produktions- und

    Lieferketten sowie über nachhaltiges Controlling. Zudem

    konnten Wirtschafts- und Nachhaltigkeitsinitiativen ihre

    Projekte vorstellen.

    Bei unserer Tagung «Start Sustainable. Nachhaltig Wirtschaf-

    ten von Anfang an» kamen (angehende) Gründer/innen mit-

    einander sowie mit erfahrenen Nachhaltigkeitsexpert/inn/

    en ins Gespräch. Ziel war zu vermitteln, wie bei Gründung

    eines Unternehmens von Anfang an soziale, ökonomische

    und ökologische Aspekte Teil des Geschäftsmodells sein

    können.

    Von der Gruppen- zur Projektfindung Als Projektgruppe fanden wir innerhalb des Programms

    «Transformation gestalten» der Heinrich-Böll-Stiftung zu-

    sammen, da wir uns alle besonders für wirtschaftliche

    Aspekte der Transformation interessieren. Die Findungs-

    phase war spannend und dynamisch, brachten wir doch

    unterschiedliche Ansätze mit – von der Makroökonomie bis

    hin zu Stakeholder-Dialogen –, kamen aus sechs Fachrich-

    tungen, vier Beg