Dom 2. April 2017 Magazin - DER DOM · Engel auf einer Glaswolke Wolkenkreuz in Silber. Magazin...

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Magazin Dom 2. April 2017 Wunder Roms H 2451 im Blick des Nordens – Von der Antike bis zur Gegenwart © Musei Capitolini, Rom, Archivio Fotografico Die große Rom-Ausstellung im Erzbischöflichen Diözesanmuseum in Paderborn vom 31. März bis 13. August 2017

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  • MagazinDom

    2. April 2017

    Wunder Roms

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    im Blick des Nordens Von der Antike bis zur Gegenwart

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    Die groe Rom-Ausstellung im Erzbischflichen Dizesanmuseum in Paderborn

    vom 31. Mrz bis 13. August 2017

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  • MagazinWunder Roms

    Geleitwort von Erzbischof Hans-Josef Becker

    Liebe Leserinnen und Leser,

    fr Goethe war seine Italien-Reise ein Lebenshhe-punkt, ber seine Zeit in Rom schrieb er: Zu dieser Hhe, diesem Glck der Empfindung bin ich spter nicht wieder gekommen. Der Dichter war berhrt von der groartigen Kunst und Architektur der Stadt. Doch in ihren Anfngen beglckte die Rom-Wallfahrt die Menschen aus dem Norden, die sie zu den Grbern der Apostelfrsten Petrus und Paulus fhrte. Tausen-de pilgerten auf langen, gefahrvollen Wegen ber die Alpen in der Hoffnung auf Sndenerlass und Seelen-heil. Die mirabilia, die Wunder der Stadt jene antiken Bau- und Bildwerke, die den Untergang des Rmischen Reiches berlebt hatten , kamen erst nach und nach in ihren Blick.

    Dieser frhe Rom-Bezug hat den Geist Europas geformt. Das vermag ein Blick auf die Anfnge des Christentums auf dem Kontinent zu verdeutlichen. Der Auftrag Jesu: Darum geht zu allen Vlkern und macht alle Menschen zu meinen Jngern (Mt 28,19) fhrte bereits unter Papst Gregor dem Groen beherz-te Missionare von Rom aus auf die Britischen Inseln, wo Petrus, der himmlische Schutzherr und Frst der Apostel, bald in hohem Ansehen stand. Durch alle Jahrhunderte gab und gibt es bis heute vitale Bezie-hungen der Ortskirchen zum Stuhl Petri in Rom, deren Wurzeln weit ins Mittelalter zurckreichen.

    Zur Pilgerreise trat im 16. Jahrhundert die Bildungs-reise hinzu. Fr Humanisten, Philosophen, Literaten, Knstler und fr den europischen Adel auf seiner Grand Tour waren es nun weniger die Heiligtmer, fr sie war Rom selbst das groe Wunder, an dem sich ihre Begeisterung fr das klassische Altertum, seine Literatur und Kunst entzndete. Rom wurde zum Wallfahrtsziel der Knstler fr das Studium der klassischen Kunst.

    Die neue Ausstellung unseres Dizesanmuseums zeigt, in welch groen europischen Bezgen sich das Thema bewegt. Auf das Verbindende, das den Geist Europas Prgende der jahrhundertealten Rombegeis-terung hinzuweisen, tut gerade not in Zeiten, in denen neue Grenzen aufgeworfen werden und sich ein teils aggressiver Nationalismus breitzumachen sucht.

    So ist die Ausstellung Wunder Roms im guten Sinne ein wahrhaft europisches Projekt in fr Europa nicht einfachen Zeiten. Das beweisen nicht zuletzt die groartigen Leihgaben aus ganz Europa von War-schau bis Bordeaux und von Rom bis Canterbury und Kopenhagen.

    Mge die grenzberwindende Botschaft der Ausstel-lung ein Hoffnungszeichen setzen und mglichst vielen Menschen die Augen ffnen fr das Faszinosum der Wunder Roms.

    Ihr

    Hans-Josef Becker Erzbischof

    Wunder Roms | 2. April 2017 3

  • Wunder Roms

    Zum Titelbild

    Riesige Marmorhand erstmals in Deutschland zu sehenSie ist grer als viele ihrer Betrachter. Auf stolze 1,70 Meter bringt es die Marmorhand, die zu einer monumentalen Sitzstatue Kaiser Konstantins des Groen gehrt. Durch die Ausstellung Wunder Roms ist das Original der riesigen Hand erstmals in Deutschland zu sehen.

    Nicht nur die Statue war mit ihren 15 Metern riesig, auch der Bauherr, der rmische Kaiser Konstantin, wur-de spter der Groe genannt. Die Statue wurde von ihm errichtet, nach-dem er 312 n. Chr. in einer spektakul-ren Schlacht die Macht in Rom errun-gen hatte. Trotz der Gre verfiel die Statue, die auf den rmischen Kapitol stand, in den folgenden Jahrhunderten. Erst 1486 gelangte der Koloss bei Bauar-

    beiten in Fragmenten wieder ans Licht. Die erhaltenen Teile werden heute in den Musei Capitolini be-wahrt. Dazu gehren ein riesiger Kai-serkopf, Reste eines Beines sowie ein Fu. Sie vermitteln eindrucksvoll die Monumentalitt und die knstleri-sche Qualitt der antiken Skulptur. In Rom wird man nun auf die rechte Hand des Kaisers, die mahnend den Zeigefinger in den Himmel reckt, ver-zichten.

    Inhalt

    3 Geleitwort von Erzbischof Hans-Josef Becker

    4 Riesige Marmorhand erstmals in Deutschland zu sehen

    5 Die Wunder Roms im Blick des NordensPaderborner Ausstellung wird zur Reise durch die Zeit

    8 Einen Zugang zum Leben der Menschen in der Vergangenheit zu ffnenInterview mit Kuratorin Dr. Christiane Ruhmannber die besondere Leihgabe De mirabilibus urbisRomae und die Organisation der Ausstellung

    12 Das Nero-Kreuz aus Minden kommt nach Paderborn

    14 Aachener Pigna erinnert an Verbundenheit mit Rom

    15 Rom-Karte: Statt sieben Hgeln prgen sieben Kirchen die Stadt am Tiber

    16 Mit Leidenschaft, Ruhe und Fingerspitzen gefhlPetra Bunse und Ludger Schwarze-Blanke bauen den antiken Statuenhof Cortile delle Statue nach

    18 Fotografisch die Wunder Roms festhalten

    20 Der Atem der Ewigen Stadt ist ein anderer, ein freierAusstellungen im Dizesanmuseum sind fr Prof. Dr. Christoph Stiegemann eine Herzensangelegenheit

    23 Der Ausstellungs-Kalender

    26 Kopf des Kaiser-Sohns als Zeichen antiker Bildmacht

    27 Die Laokoon-Gruppe: bewundert von Knstlern, begehrt bei adeligen Kunstliebhabern

    29 Die Ballerina di Goethe bezaubert die Dichterfrsten

    29 So geht es weiter: Himmelwrts Der Pader-borner Dom und die Baukunst der Gotik in Europa

    30 Flmischer Maler schafft mit Tafelgemlde Einblicke in die rmische Vergangenheit

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    4 Wunder Roms | 2. April 2017

  • Wunder Roms

    Die Wunder Roms im Blick des Nordens Paderborner Ausstellung wird zur Reise durch die Zeit

    Rom ist ein Sehnsuchtsort, Pilger-ziel, Inspirationsquell fr Philoso-phen, Literaten und Knstler. Seit Jahrtausenden ist die Anziehungs-kraft dieser Stadt allem Wandel zum Trotz ungebrochen. Die groe Sonderausstellung im Dizesanmuseum Paderborn Wunder Roms im Blick des Nordens Von der Antike bis zur Gegenwart vom 31. Mrz bis 13.August 2017 ldt die Besucher ein, den schier unverwstlichen Mythos der Ewigen und heiligen Stadt zu erkunden. Die Ausstellung nimmt die Besucher mit auf eine einzigartige Reise durch die Zeit und folgt dabei den Spuren bedeu-tender Rom-Reisender.

    Warum strmen seit fast zwei Jahr-tausenden jhrlich Millionen von Pil-gern in die heilige Stadt? Warum be-tont Johann Wolfgang von Goethe: Ich kann sagen, dass ich nur in Rom empfunden habe, was eigentlich ein Mensch sei? Und warum wird der be-rhmte Psychoanalytiker C. G. Jung allein beim Gedanken an diesen gl-henden Brandherd alter Kulturen ohnmchtig? Diesen Fragen sprt die Ausstellung anhand antiker Meister-werke und sakraler Schtze aus den Bestnden der Museen des Vatikans und der Kapitolinischen Museen nach. Gemeinsam mit diesen charis-matischen Zeugnissen jahrtausen-dealter rmischer Kultur sind wert-volle mittelalterliche Manuskripte zu sehen, Schatzkunst und Architektur-fragmente sowie Skizzen, Zeichnun-gen, Grafiken, Skulpturen und Foto-grafien bedeutender Knstler des Nordens. Sie stammen aus renom-mierten Museen und Bibliotheken in ganz Europa.

    Die Ausstellung beginnt aus der Pers-pektive eines mittelalterlichen Rom-reisenden. Die Stadt war damals vor allem Pilgerziel, man interessierte sich fr Mrtyrergrber und heilige Sttten. Zunehmend kamen die Men-schen aber auch, um die antiken Wun-der zu bestaunen. Sie fanden ein Rom in Ruinen vor, denn zur Zeit der Vl-kerwanderungen hatten Barbaren-horden das einstige Haupt der Welt geplndert; die Millionenmetropole war auf die Gre eines Dorfes ge-schrumpft. Palste, Thermen, Ratsge-bude, Tempel und Skulpturen verfie-len. Doch gerade diese Fragmente einstiger Gre zogen die Rom-Besu-cher der damaligen Zeit in ihren Bann. Ein ehrwrdiges Objekt, das die Ge-schicke des antik-ewigen und des christlich-heiligen Roms in sich bei-spielhaft vereint, ist die Bronzekugel, die einst den Obelisken krnte, der

    sich heute im Zentrum des Petersplat-zes erhebt. Als Nadel des heiligen Pe-trus war der Obelisk seit dem Mittel-alter das Ziel zahlreicher Pilger. Gelehrte Rom-Reisende berichteten, Julius Caesar sei just an dieser Stelle sein naher Tod vorhergesagt worden und die Kugel enthalte die Asche des Herrschers was sich jedoch spter nicht besttigte.Zu den erlesensten Ausstellungsst-cken zhlen kostbare Reliquiare aus der Sancta Sanctorum, der Papstka-pelle am Lateran. Auch mittelalterli-che Pilgerfhrer, Reste von Graffiti, mit denen sich die frommen Suchen-den an den Wnden der Mrtyrergr-ber verewigten, oder Amulettkapseln, in denen sie Andenken an die Heiligen Roms mit nach Hause trugen, werden zu sehen sein.Seit der Zeit von Renaissance und Ba-rock gehrten die Antiken zum Inbe-

    Die Capsella Vaticana Foto: Archivio Fotografico dei Musei Vaticani

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  • Wunder Roms

    griff des Kunstideals. Sie bten eine geradezu magische Anziehungskraft auf die Knstler des Nordens aus und prgten lange das Studium an den Kunstakademien in Nordeuropa. In der Ausstellung wird dies durch Wer-ke bedeutender Maler wie Maarten van Heemskerk, Hendrick Goltzius oder Peter Paul Rubens auf ein-drckliche Weise belegt. Auch fr die beginnenden Altertumswissenschaf-ten war Rom bevorzugter Studienort, was frhe gelehrte Kompendien und Dokumentationen der antiken Zeug-nisse zeigen. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden die Relikte des Altertums zunehmend zum Gegenstand verklrender knst-lerischer Imagination, beispielhaft er-fahrbar u. a. an Werken von Angelika Kauffmann, William Turner oder Hu-bert Robert. Ins Zentrum historischer und archologischer Betrachtung rckte die Antike im 18. Jahrhundert, als u. a. Johann Joachim Winckel-mann seine bahnbrechende Ge-schichte der Kunst des Altertums schrieb. Diesem Aspekt widmet die Ausstellung eine eigene kleine Ein-heit. Mit dem Beginn des Realismus im 19. Jahrhundert wurde der Blick auf die Antiken sachlicher und fhrte schlielich zu Formen knstlerischer Dekonstruktion. Vor allem die doku-mentarische Fotografie verndert die Wahrnehmung. In der Ausstellung zeigen das beeindruckende Arbeiten fotografischer Pioniere wie James An-derson und Robert Turnbull Macpher-son. Die letzte Abteilung gehrt den Werken des Mnchener Foto- und Vi-deoknstlers Christoph Brech. Die Schirmherrschaft haben Gian-franco Kardinal Ravasi, Prsident des Ppstlichen Rates fr Kultur, und Mo-nika Grtters, Staatsministerin fr Kultur und Medien, bernommen.

    Die Bronzekugel vom vatikanischen ObeliskenFoto: Musei Capitolini, Archivio Fotografico

    6 Wunder Roms | 2. April 2017

  • Unsere Angebote zur AusstellungWunder Roms

    Esch, ArnoldRom Vom Mittelalter zur Renaissance410 Seiten 29,95 Arnold Esch zeichnet hier ein lebendiges Bild der entscheidenden 100 Jahre in der Geschichte des ppstlichen Hofes und der Stadt Rom: ein Jahrhundert, in dem sich in Rom alles in Bewegung setzt und aus der unscheinbaren

    Stadt des spten Mittelalters das strahlende Rom der Renaissance wchst. Eine beeindruckende Darstellung einer der wichtigsten Schwellenzeiten in der Geschichte Roms.

    Kollmann, BerndDie ersten Christen

    in Rom176 Seiten 19,95

    Bernd Kollmann beschreibt die

    Geschichte der frhen rmischen Christen von

    den Anfngen in kleinen Hausgemeinschaften

    bis hin zur Etablierung des Christentums als

    rmische Staatsreligion im 4. Jahrhundert.

    Was sagt die Bibel zu dieser Zeit? Welche archologischen Zeugnisse existieren? Welche

    Rolle spielten Petrus und Paulus? Bernd Kollmann gibt fundierte Antworten.

    Reinhardt, VolkerRom Ein illustrierter Fhrer durch die Geschichte288 Seiten 9,95 Die zweieinhalbtausendjhrige Geschichte der Stadt wird hier aus den sichtbaren Zeugnissen ihrer Vergangenheit mit Kennerschaft erzhlt und gedeutet. ber 120 weitgehend farbige Abbildungen fangen die wechselnden Schaupltze ein. So entsteht ein historisches Gesamtbild, ein neuartiger und lebendiger, illustrierter Stadt- und Geschichtsfhrer fr alle Romreisenden und Romkenner.

    Herausgegeben von Stiegemann, ChristophWunder Roms680 Seiten 69,00 Rom! Sehnsuchtsort, Pilgerziel, Inspirationsquelle fr Philosophen, Literaten und Knstler. Eine gro angelegte Sonderausstellung im Dizesanmuseum Paderborn ldt dazu ein, der ungebrochenen Faszination nachzuforschen, welche die ewige und heilige Stadt seit Jahrtausenden auf ihre Besucher ausbt. Auf den Spuren bedeutender Rom-Reisender schlgt sie einen Bogen vom Mittelalter bis zur zeitgenssischen Foto- und Videokunst.

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  • Wunder Roms

    Einen Zugang zum Leben der Menschen in der Vergangenheit zu ffnen

    Interview mit Kuratorin Dr. Christiane Ruhmann ber die besondere Leihgabe De mirabilibus urbis Romae und die Organisation der Ausstellung

    In einem Spezialkof-fer brachte Bibliothe-kar Colin Higgins als Kurier des St.Catha-rines College in Cambridge einen mittelalterlichen Schatz nach Pader-born: De mirabilibus urbis Romae, die einzige berlieferte Ab schrift eines Reiseberichts zu den Wunderwerken der

    Ewigen Stadt. Der englische Gelehrte Magister Gregorius verfasste die Schrift im 13. Jahrhundert. Als besondere und auch zentrale Leihgabe wird das Manuskript in der Ausstellung Wunder Roms zu sehen sein. Doch zuvor wurde das bedeutende historische Dokument in einem aufwendigen Verfahren im Erzbischflichen Dizesanarchiv digitalisiert. Kuratorin Dr. Christiane Ruhmann ist schwerpunktmig mit der Konzep-tion der Ausstellung beschftigt und hat diese besondere Leihgabe entgegengenommen. Im Interview mit Redakteur Dirk Lankowski berich-tet die Kuratorin ber ihre Arbeit.

    Frau Dr. Ruhmann, Sie waren bei der Ankunft von Colin Higgins dabei. Was ist das fr ein Moment, wenn der Koffer geffnet wird und ein so bedeu-tendes Dokument vor Ihnen liegt?

    Ruhmann: Es ist etwas ganz Beson-deres, ein Augenblick, auf den man lange hingearbeitet hat. Es ist ein gro-es Entgegenkommen des St. Cathari-nes College in Cambridge, uns dieses Manuskript auszuleihen es ist eben das einzig erhaltene Exemplar des Romreiseberichts des Magisters. Man

    sieht das jahrhundertealte Pergament mit seinen Fehlstellen und Beschdi-gungen und die Handschrift des Schreibers aus einer Zeit von vor 700 Jahren er hat sehr klar und deutlich geschrieben. Sehr eindrcklich wird einem bewusst, wie viel geringer da-gegen die Halbwertzeit moderner Da-tentrger ist.

    Viele unserer Leser haben vorher noch nichts von diesem mittel-alterlichen Schatz gehrt. Was macht ihn so besonders?

    Ruhmann: Dass er uns inhaltlich so nah und gleichzeitig zeitlich so fern ist: Der Magister ist fasziniert von Rom, hat Ovid, Vergil und all die anti-ken Autoren gelesen und will alle dort beschriebenen Wunder Roms sehen, und das in einer Zeit, im Mittelalter, als man eigentlich wegen der frh-christlichen Mrtyrer nach Rom reist und die Antiken bestenfalls unheim-lich, aber eigentlich nicht von Bedeu-tung waren. Kolosseum, Engelsburg, Forum Romanum all die Wunder-werke des Rmischen Kaiserreiches, die einen als Tourist heute noch nach Rom ziehen, mchte er besuchen als die eigentlich noch keinen interes-siert haben. Die Begeisterung fr die Antike ist erst in Zeiten von Huma-nismus und Renaissance ein Grund, nach Rom zu reisen verallgemei-nernd knnte man sagen, der Magis-ter war seiner Zeit so ca. 150 Jahre vo-raus.

    Was fr Aufschlsse lsst dieser Reisebericht ber die Ewige Stadt im Mittelalter zu?

    Ruhmann: Es wird vor allem klar, wie viel in Rom im Mittelalter noch von an-tiken Hinterlassenschaften zu sehen war. Wir haben aus dieser Zeit wenig Zeugnisse ber den Umfang der anti-ken Substanz in Rom, weil das, wie ge-sagt, nicht viele Leute interessiert hat. Forscher gehen inzwischen davon aus und das passt natrlich thematisch groartig in unser Ausstellungskon-

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  • Wunder Roms

    zept , dass die Rmer erst durch den Blick aus dem Norden durch das In-teresse von Nordlichtern wie dem Ma-gister auch selbst zu einem neuen Interesse an der Geschichte ihrer Stadt gefunden haben.

    Wie kam es dazu, dass das Dizesanarchiv das Manuskript digi-talisieren darf? Und welchen Zweck hat das?

    Ruhmann: Die Digitalisierung hat seit Lngerem auch Eingang in das Bi-bliothekswesen gefunden. Besonders interessant ist das fr Bestnde von sogenannten Handschriften. Das sind von Hand oft auf Pergament geschrie-bene Bcher, deren Herstellung zu-weilen Monate bis Jahre dauerte und die zumeist sehr alt und auch sehr fragil sind. Die Bibliotheken stellen die Digitalisate ins Netz, und Forscher aus aller Welt knnen online in den Bchern recherchieren, ihr Inhalt

    wird einer breiten wissenschaftlichen ffentlichkeit zugnglich. Die Manu-skripte selbst werden so natrlich ge-schont, denn Forscher mssen sie nicht leibhaftig durchblttern, was ja bei dem hohen Alter der Stcke oft nicht unproblematisch ist.

    Und wie luft so etwas dann technisch ab?

    Ruhmann: Fr den Vorgang der Digi-talisierung selbst bentigt man Tech-nik und das Wissen von Experten, so ein Scanner ist ein Hochleistungsinst-rument und hier kommt das Erzbis-tumsarchiv, mit dem das Museum seit jeher eng zusammenarbeitet, ins Spiel. Arnold Otto, der Leiter des Ar-chivs, hat den Scanner zur Verfgung gestellt, und seine Mitarbeiterin Ka-

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  • Wunder Roms

    tharina Simon hat dann fr uns ge-scannt. Das Manuskript selbst wurde beim Scanvorgang von Colin Higgins dem Librarian des St. Catharines College und unserer Restauratorin Monika Voss-Raker betreut. Die Li-brary in Cambridge wird also dem-nchst eine weitere ihrer Handschrif-ten fr Forscher ins Netz stellen knnen.

    Sie sind als Kuratorin fr die Konzeption der Ausstellung mitverant-wortlich. Wie muss man sich Ihre Ar-beit da konkret vorstellen?

    Ruhmann: Das Ausstellungsmachen hat viele Facetten und ist vor allem Teamarbeit. Mit meinen Kolleginnen Karin Wermert und Petra Koch re-cherchiere ich natrlich unter der Federfhrung unseres Chefs Chris-toph Stiegemann Themen, befrage Beirte, die sich aus Wissenschaftlern und Kollegen anderer Museen zusam-mensetzen, erstelle Konzepte. Diese stellen wir dann den Leihgebern vor

    Ort vor und freuen uns, wenn die sich dazu entschlieen, ihre einzigartigen Objekte nach Paderborn zu entleihen. Im Team organisieren wir auch ganz praktische Dinge: Wie wird das Ob-jekt transportiert, welche klimati-schen Vorgaben mssen wir erfllen, damit es unter optimalen Bedingun-gen ausgestellt werden kann? Dazu haben wir hier beim Dizesanmuse-um in Ursula Ptz, Bernd Fieseler und Manfred Schniedermeier sehr erfah-rene Kollegen aus dem Bereich Aus-stellungsprsentation, Restaurierung und Technik.

    Sie haben schon einige Er-fahrungen mit groen Ausstellungen im Dizesanmuseum gesammelt. Was ist das Erfolgsrezept fr eine gelunge-ne Ausstellung?

    Ruhmann: Das Thema soll zunchst mal faszinieren das liegt bei den Wundern Roms natrlich auf der Hand. Bei unserer letzten Ausstellung Caritas Nchstenliebe von den fr-

    hen Christen bis zur Gegenwart war es zudem die Aktualitt, die die Leute interessiert hat Stichwort: Fremde aufnehmen als eines der sieben Wer-ke der Barmherzigkeit mitten in der sich zuspitzenden Flchtlingskrise 2015. Schlielich ist es unser Grund-satz, nur Originale zu zeigen. Mittels

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  • Wunder Roms

    der oft jahrhundertealten Objekte, ih-rer Materialitt und ihrer auratischen Kraft versuchen wir, ein Fenster, ei-nen Zugang zum Leben der Menschen in der Vergangenheit zu ffnen. In ei-ner Zeit, in der man vieles nur noch virtuell erlebt, hat das einen besonde-ren Reiz.

    Wenn Sie auf die Ausstellung im Vergleich zu vorherigen Ausstellun-gen blicken: Worauf knnen sich die Besucher dieses Mal besonders freuen?

    Ruhmann: Definitiv auf das Raunen der Ruinen; wenn man es mit Rom zu tun bekommt, dann haben die Expo-nate besondere Anziehungskraft man sieht Fragmente von Skulpturen, die Konstantin der Groe im 4. Jahr-hundert in Rom in Auftrag gab, Objek-te wie den Globus vom vatikani-

    schen Obelisken , mit denen sich geheimnisvolle Legenden verbinden, Graffiti mit Bitten an die Apostel, die Pilger im 3. Jahrhundert in die Wand einer rmischen Kultsttte ritzten, Manuskripte, in die vermutlich schon Karl der Groe einen Blick warf, einen antiken Siegelring, den der berhmte Humanist Erasmus von Rotterdam in Rom geschenkt bekam, Skizzen, die William Turner von Skulpturen im Vatikan anfertigte, oder auch einen Brief, den Goethe bei seiner Ankunft in der Ewigen Stadt an seine Mutter schrieb, um nur mal einen groben Querschnitt durch die Ausstellung zu legen. Leitfaden ist jenes schwer fass-bare Gefhl von enormer zeitlicher Tiefe und unmittelbar wahrnehmba-rer Geschichte, das jedes Nordlicht, das mal in Rom war, erfasst. Wir hof-fen, dass dieses Gefhl auch fr den

    Besucher der Ausstellung lebendig wird.

    Auf was freuen Sie persn-lich sich am meisten? Haben Sie eine Lieblingsleihgabe?

    Ruhmann: Eigentlich nicht je mehr man sich mit der Geschichte der Ex-ponate befasst, desto nher rcken sie einem gerade in ihrer Zusammen-schau. Allerdings ist uns allen im Kon-zeptionsteam der Magister Gregorius wie er fasziniert und neugierig durch Rom luft und alle Wunder selbst sehen will, von denen er schon so viel gehrt hat schon sehr ans Herz gewachsen.

    Wenn die Ausstellung been-det ist, wie geht es dann fr Sie weiter? Gnnen Sie sich Ruhe, Entspannung und Urlaub, oder steht schon das nchste Projekt an?

    Ruhmann: Um mit Sepp Herberger zu sprechen: Nach der Ausstellung ist vor der Ausstellung 2018 wollen wir die Zeit der Gotik in Paderborn leben-dig werden lassen, die Ausstellung fhrt uns nach Frankreich, in das Ur-sprungsland der Gotik, aber auch ins Baltikum, wo bislang nicht in Deutschland gesehene Schtze die Einflsse zeigen, die von Paderborn aus in der Zeit der Gotik in den Osten wirkten. Die Ausstellung ist ein Bei-trag zum groen Domjubilum, das nchstes Jahr gefeiert wird.

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    Wunder Roms | 2. April 2017 11

  • Wunder Roms

    Das Nero-Kreuz aus Minden kommt nach Paderborn

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    ogel Nero war Kaiser,

    Knstler und Tyrann, wie es im letzten Jahr eine groe Ausstellung in Trier passend beschrieb. Er hat Rom mageblich geprgt und Wunder in Rom geschaffen. Fr ihn und als westf-lisch-rmischer Bezug steht das Mindener Kapitel-kreuz, das im Domschatz in Minden zu finden ist. Fr die Ausstel-lung Wunder Roms kommt dieses besondere Vortragekreuz aus dem 16. Jahrhun-dert nach Paderborn.

    12 Wunder Roms | 2. April 2017

  • Wunder Roms

    Die Ansichtsseite beziehungsweise die Reli-quienseite des Vortragekreuzes, das wegen seiner Verwendung im Domkapitel als Kapi-telkreuz bezeichnet wird, enthlt in der Mitte einen oval geschliffenen Bergkristall, unter dem sich eine Kreuzreliquie befindet. Bereits in den Weihenachrichten von 1064 sind Split-ter des Heiligen Kreuzes erwhnt. Fr das frhere, vermutlich zerstrte Kreuz mit der Reliquie wurde unter Verwendung einer rmischen Kamee mit dem Bildnis des Kaisers Nero (1. Jahrhundert) Anfang des 16.Jahrhunderts ein neues Kreuz geschaffen. Die zeichnerischen Vorlagen fr den Fi gu ren-schmuck gehen auf Martin Schon gauer (Evan-gelistensymbole und heiliger Petrus) und Alb-recht Drer (heiliger Gorgonius) zurck, wodurch sich eine Datierung auf nach 1508 ergibt. In den Kreuzenden in Dreipassform sind Me-daillons mit Darstellungen der vier Kirchen-vter wiedergegeben, auf der Kameenseite entsprechend Medaillons mit den Evange-listen symbolen. Jeweils am unteren Lngs-balken eingraviert unter der Kreuzreliquie der heilige Petrus, unter dem Kaiserbildnis auf der anderen Seite der heilige Gorgonius.Das Vortragekreuz wird zu besonderen Anls-sen wie etwa bei der Einfhrung eines neu-en Dompropstes oder dessen Beerdigung an einer Stange befestigt vorausgetragen. Vor Aufhebung des Bistums Minden wurde dieses Kreuz dem Bischof vorangetragen. Die Tradi-tion geht auf das Byzantinische Reich zurck, als dem Kaiser als Feldzeichen ein Gemmen-kreuz mit einer Kreuzreliquie vorangetragen wurde.

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    Wunder Roms | 2. April 2017 13

  • Wunder Roms

    Auch in anderen deutschen Bist-mern gibt es symboltrchtige Verbindungen nach Rom. Das hngt vor allem damit zusammen, dass nach dem Untergang des Rmischen Reiches im 5. Jahrhun-dert Rom zum Zentrum der westli-chen Welt und die germanischen Frankenherrscher zu Schutzherren der Ppste wurden.

    Einer von ihnen war Kaiser Karl der Groe, der es sich zur Aufgabe mach-te, die Antike unter christlichen Vor-zeichen zu erneuern. Diese sogenann-te Renovatio sollte alle Bereiche des knstlerisch-spirituellen Lebens auch nrdlich der Alpen, also auch im heu-tigen Deutschland, erfassen. In Aa-chen schuf Karl der Groe dazu gleichsam ein neues Rom Nova

    Roma , und sein Hof wurde das geis-tige Zentrum des gesamten Westens. Diese Politik wurde von Karls Nach-folgern, der deutschen Herrscherdy-nastie der Ottonen, fortgefhrt. In die Zeit der Ottonen fllt vermut-lich die Schaffung eines ganz beson-deren Monuments, das auch in der Ausstellung Wunder Roms zu be-wundern sein wird: der Aachener Pi-nienzapfen oder auch die Aachener Pigna. Sie ist die Nachbildung eines antiken Pinienzapfens, der einst in Rom neben einem Tempel der Gttin Isis aufgestellt war. Die Ppste ver-setzten den antiken Zapfen, der schon immer als Brunnen diente, auf den Vorplatz des Petersdoms. Hier sollte er auf die vier Paradiesflsse und auf die reinigende Kraft der Taufe verwei-sen. Offensichtlich wurde dieser Pinien-zapfen von romreisenden ottonischen Herrschern aus den Lndern nrdlich der Alpen gesehen. Sie lieen fr das Atrium des Aachener Doms eine Ko-pie anfertigen. Dort, weit im Norden, verweist er seither auf die enge Ver-bindung der Aachener Kirche mit der Basilika des Apostels Petrus im heili-gen Rom. Das Aachener Domkapitel hat einer Ausleihe der Aachener Pig-na zugestimmt, sodass dieser beson-dere Pinienzapfen im Dizesanmuse-um zu sehen ist.

    Aachener Pigna erinnert an Verbundenheit mit Rom

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    14 Wunder Roms | 2. April 2017

  • Wunder Roms

    Rom-Karte: Statt sieben Hgeln prgen sieben Kirchen die Stadt am TiberVom 8. Dezember 2015 bis zum 20. November 2016 fand zuletzt ein Heiliges Jahr statt, das von Papst Franziskus ausgerufene Heilige Jahr der Barmherzigkeit. Diesmal gab es weltweit Heilige Pforten, allein nach Rom kamen 20 Millionen Pilger. Ein Pilgerweg selbst fhrt dabei durch Rom zu den groen und bekannten sieben Pilgerkirchen Roms. Seit der Einfhrung des Heiligen Jahres durch Papst Bonifatius VIII. im Jahre 1300 war Rom mehr denn je das Ziel frommer Pilger. Im Zusam-menhang mit dem Heiligen Jahr 1575 entstand eine Karte Roms mit den sieben Hauptkirchen, die dem Architekten und Kartografen Etienne Duprac zugeschrieben wird. Diese Karte ist nun auch in der Ausstellung Wunder Roms zu sehen.

    Die Karte stellt Rom ausschlielich in der Funktion als Pilgerstadt dar.

    An die Stelle der sieben Hgel sind hier die sieben Hauptkirchen getre-

    ten. Deren Anordnung wird vom Ablauf der sogenannten Sieben- Kir chen- Wallfahrt bestimmt, die be-son ders in der Zeit der Gegenrefor-mation eine neue Popularitt erlang-te. 1552 etwa organisierte Filippo Neri eine solche traditionelle Pilger-prozession fr die Stadtbevlkerung als Gegenprogramm zum Karneval. Die Karte wurde in dem Druckwerk Speculum Romanae Magnificentiae verffentlicht. Die Leihgabe stammt aus der Bayerischen Staatsbibliothek Mnchen.

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  • Wunder Roms

    VON Dirk Lankowski

    Mit Leidenschaft, Ruhe und Fingerspitzengefhl

    Petra Bunse und Ludger Schwarze-Blanke bauen den antiken Statuenhof Cortile delle Statue nach

    Nein, Petra Bunse war noch nicht in Rom. Aber ich wrde mir das gerne einmal ansehen, sagt die gelernte Tischlerin und Architektin. Dennoch lsst sie gerade zusammen mit ihrem Mann Ludger Schwarze-Blanke den antiken Statuenhof Cortile delle Sta-tue in ihrem Haus in Bad Lippspringe fr die Ausstellung Wunder Roms entstehen im Format 1 : 100. Hunder-te Bauteile aus Birkensperrholz setzt Petra Bunse in liebevoller Kleinarbeit zusammen, um den Bau aus der Zeit zwischen 1523 und 1534 nachzuvoll-ziehen. Den Bauteilplan und die ein-zelnen Bauteile hat ihr Mann eben-falls Tischler und Innenarchitekt am Computer anhand einer 3-D-Rekonst-ruktion entstehen lassen.

    Fr die beiden Architekten ist das kleine Architekturmodell ein Stck Back to the roots. Die Arbeit mit dem Holz erinnert sie an ihre Anfnge als Tischler, den Modellbau haben sie whrend ihres Studiums verinner-licht. Und die Arbeitsteilung? Die klappt hervorragend, sagt Petra Bun-se und lchelt ihren Mann an. Der hat alles richtig entworfen und berech-net, sodass die Holzbauteile, die bei einem externen Dienstleister mit ei-ner Maschine ausgeschnitten wurden, gut zusammenpassen. Die Feinarbei-ten erledigt Petra Bunse. Beispiels-weise mssen Treppenstufen verbaut werden, die gerade einmal 1,6 Milli-meter hoch sind. Durch manche Holz-bauteile kann man sogar durchschau-

    en, so dnn ist das Material. Da ist also viel Handarbeit ntig.Das Werkzeug fr die Arbeiten sieht dabei eher wie das Besteck eines Chir-urgen aus. Kleine Schnitzwerkzeuge, Feilen, Stecheisen, Schleifmaschine und eine Modellbaukreissge kom-men zum Einsatz. Auerdem braucht man viel Ruhe und Geduld, erklrt Petra Bunse und ergnzt: Am Wo-chenende kommen dann schon mal viele Stunden Arbeit am Stck zusam-men. Aber wenn man die beiden Ar-chitekten ber die Entstehung des Modells sprechen hrt, geht es wohl eher um Leidenschaft. Immerhin kommen weit ber hundert Stunden zusammen, um den antiken Statuen-hof nachzubauen.

    16 Wunder Roms | 2. April 2017

  • Wunder Roms

    Dem Besucher der Ausstellung im Dizesanmuseum wird das 125 mal 90Zentimeter groe Holzmodell hel-fen, sich den beeindruckenden Statu-enhof der Vatikanischen Museen vor-

    zustellen und zu entdecken, wo manche der Exponate der Ausstellung normalerweise ihren Platz haben. Ein weiteres Modell aus den spten 90ern lagert brigens in den Vatikanischen

    Museen. Vielleicht schafft es das Werk aus dem Hause Bunse und Schwarze- Blanke auch einmal dahin.Der Modellbau des Cortile delle Sta-tue ist jedoch nur ein kleiner Auftrag, den Ludger Schwarze-Blanke fr die Ausstellung erledigt. In bewhrter Zusammenarbeit ist der Innenarchi-tekt fr das gesamte Ausstellungsde-sign, die Inszenierung mit den Ein-bauten, Vitrinen und Stellwnden, verantwortlich. Eine spannende Zeit kurz vor dem Ausstellungsbeginn. Ludger Schwarze-Blanke: Wenn die Kuriere mit den Leihgaben kommen, muss alles passen.

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    Ludger Schwarze-Blanke und Petra Bunse bauen den antiken Statuen-hof Cortile delle Statue als Architekturmodell nach. Foto: Lankowski

    Wunder Roms | 2. April 2017 17

  • Wunder Roms

    Fotografisch die Wunder Roms

    festhaltenMit dem Aufkommen der Fotografie begann eine neue Art der Auseinandersetzung mit der Antike. Hier standen vor allem die Dokumentation und der Aspekt der Versachlichung durch die Fotografie im Vorder-grund. Fotografien von damals und heute gehren daher auch zur Ausstellungskonzeption.

    Der Bauhaus-Absolvent und Maler Max Peiffer Watenphul war von 1931 bis 1932 Stipendiat in der Villa Massi-mo in Rom. Dort fotografierte er die rmischen Antiken mit dem Blick des

    Malers. Doch ging es ihm weniger um die Skulpturen selbst als vielmehr da-rum, eine besondere Atmosphre zu schaffen und die fotografierten St-cke in neue bildkompositorische Zu-

    sammenhnge einzubinden. Sein be-rhmter Rmischer Kopf aus dem Bauhaus-Archiv Berlin ist dafr ein Beleg.

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    18 Wunder Roms | 2. April 2017

  • Wunder Roms

    Melsterstrae 1559457 Werl

    Das Museum beherbergt ber 12.000 Gegenstndeauereuropischer Kunst und Alltagskultur aus Ostasien,Afrika, Amerika, Ozeanien und Vorderasien, u. a. sume-rische Keilschriften, gyptische Mumien, einen Kulthaus-giebel aus Papua-Neuguinea, einen Goldschatz ausGhana und ber 600 Krippen aus aller Welt, die jeweilsvom 1. Advent bis Anfang Februar gezeigt werden.Schwerpunkt des Hauses sind Auseinandersetzung undBegegnung mit fremden Vlkern, Kulturen und Reli-gionen, um der Fremdenfeindlichkeit entgegenzuwirken,ein tieferes Verstndnis fr andere Religionen zu weckenund dadurch Frieden stiftend zu wirken.Dienstag - Freitag 10 -12 Uhr und 14 -17 UhrSamstag, Sonntag und Feiertage 14 -17 UhrTelefon 0 29 22 / 26 35 www.Forum-der-Voelker.de

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    In der Ausstellung Wunder Roms spielen aber vor allem die Fotografien von Christoph Brech eine zent-rale Rolle. Der Mnchener Foto- und Videoknstler Christoph Brech gehrte zu jenen Knstlern aus aller Welt, die Papst BenediktXVI. 2009 in die Sixtinische Kapelle einlud, um einen neuen Dialog zwischen Kir-che und Kunst zu erffnen, quasi als eine Art Re-Renaissance. Aus diesem Dialog entwickelte sich ein Projekt: ber drei Jahre hinweg war es Brech ge-stattet, in den Vatikanischen Museen zu fotografieren auch an Orten, die fr die Besucher unzugnglich sind. Die Ergebnisse wurden 2015 in dem Bildband Freie Blicke publiziert. Diese Werke bilden in Paderborn die abschlieende Ausstellungseinheit. Dabei wird der ganz eigene Blick Brechs auf die jahrhundertealten Sammlungen deut-lich. Es ist der Blick eines enthusiastischen Augen-menschen mit dem Sprsinn fr organische Struktu-ren und fantastische Assoziationen, wie es der Kulturjournalist Peter von Becker treffend formuliert hat. Ergnzt werden die Freien Blicke durch rmi-sche Arbeiten Brechs aus seiner Zeit an der Villa Mas-simo, wo er ebenso wie Max Peiffer Watenphul Sti-pendiat war.

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    Wunder Roms | 2. April 2017 19

  • Wunder Roms

    VON Dirk Lankowski

    Der Atem der Ewigen Stadt ist ein anderer,

    ein freierAusstellungen im Dizesanmuseum sind fr Prof. Dr. Christoph Stiegemann eine Herzensangelegenheit

    Es wirkt fast wie der krnende Abschluss. Rom, genauer die Wunder Roms, nach Paderborn in das Erzbischfliche Dizesanmuseum zu holen. Prof. Dr. Christoph Stiegemann macht kein Geheimnis daraus, dass diese Ausstellung seine vorletzte groe Ausstellung sein wird. 63Jahre alt wird der Museumsdirektor in diesem Jahr. Da kommt die Ausstellung, die bis zum 13. August luft, mit ihren 200 Exponaten aus Rom, dem Vatikan und weiteren Museen aus ganz Europa wie ein ausgedehntes Geburtstagsgeschenk daher.

    Mit den Wundern Roms ist zwar fr den gebrtigen Paderborner, der in Warstein aufgewachsen ist, noch nicht Schluss im Museum, im kom-menden Jahr wird es anlsslich des 950. Weihejubilums noch eine weite-re groe Ausstellung zum Paderbor-ner Dom und zur Baukunst der Gotik in Europa geben. Danach aber werde ich nur noch einige Dinge hier im Hause in Ordnung bringen, ein biss-chen aufrumen und die Sammlung sortieren. Auf seine Bilanz ist er stolz, besonders auf die ganz groen und mittelgroen Ausstellungen schaut er mit Freude zurck: Karolin-ger 1999, Canossa 2006, Franziskus 2011/2012, Credo 2013 und Caritas 2015 sind einige davon in Kurzform. Rein optisch ist Christoph Stiege-mann eher eine unauffllige Person. Die Wandmotive im Museum am Domplatz, das groe Plakat zur Aus-stellung sowie Sakko, Hemd und Kra-watte des Museumsdirektors sind im Blauton gehalten. Zufall oder bewuss-tes Bekenntnis zur Ausstellung? Dem Fotografen macht er es damit nicht leicht, strahlt aber mit einem ber-zeugten Lcheln in die Kamera. Dass die Rom-Ausstellung ein Erfolg wird, daran zweifelt der Optimist Stiege-mann nicht. 50000 Besucher sahen die letzte gro-e Ausstellung zum Thema Caritas Nchstenliebe von den frhen Chris-ten bis zur Gegenwart. Aber die

    Museumsdirektor Prof. Dr. Christoph Stiegemann freut sich auf die Ausstellung Wunder Roms in Paderborn. Foto: Dirk Lankowski

    20 Wunder Roms | 2. April 2017

  • Wunder Roms

    Wunder Roms, das sei ja noch viel greifbarer und prsenter fr Menschen hier in der Region. Und dass die Ausstellung gerade in der westflischen Provinz stattfinde, mache sie noch umso bedeutsamer. In Berlin wrde so etwas vermutlich untergehen, meint Stiegemann und misst dem Dizesanmuseum als Standort groer kunst- und kulturhistorischer Ausstellungen auch fr die Zukunft echte Strahlkraft bei. Kein Wunder also, dass er seit 1979 dem Haus verbunden ist und seit 1992 an der Spitze steht. Ich arbeite hier mit einem groartigen Team, ohne das ginge es nicht.Paderborn, das sei der richtige Ort fr eine Rom-Aus-stellung. Wir sind hier quasi bis heute einer der nrdlichsten Vorposten Roms, scherzt Stiegemann.

    Aber tatschlich ist der rmische Einfluss auch nach dem Untergang Roms nie abgebrochen. Papst Gre-gor II. beauftragte 718 den heiligen Bonifatius, den Norden Europas zu christianisieren. Dabei baute Bo-nifatius die hiesigen Dizesen strikt nach rmischen Weisungen auf. Und schon wenige Jahre spter, im Sommer 799, war Paderborn dann Schauplatz einer besonderen Begegnung: Karl der Groe und Papst Leo III. treffen sich in der Paderborner Kaiserpfalz. Dazu zaubert der Museums-Chef kurzerhand ein Ausstellungsstck im groen Depot hervor. Eine Bronzeplastik von Heinrich Gerhard Bcker, die in den 70er-Jahren als Modell fr eine lebensgroe Gruppe entstanden ist. Mal schauen, ob sie in der Ausstellung auftaucht.Die Verbindungen zwischen Paderborn und Rom sind vielfltig. Christoph Stiegemann lsst sich kaum stoppen, wenn er darber zu erzhlen beginnt. Jo-hann Wolfgang von Goethe spielt dabei eine Rolle, unterschiedliche Ppste, geschichtliche Aspekte die Liste wird immer lnger, und davon knnen sich die Besucher whrend der Ausstellung im Dizesan-museum berzeugen. Meine Arbeit hat viel mit Pas-sion zu tun, nicht nur mit der Profession, da gehrt schon eine gehrige Portion Herzblut dazu, sagt Stiegemann. Das mssen wohl auch die Leihgeber in Rom gesprt haben. Man muss die Leihgeber persnlich treffen, wenn man solche kapitalen Objekte nach Paderborn holen will, berichtet er. Dabei half ihm der gute Kon-takt zu Prlat Max Eugen Kemper, einen Deutsch-R-

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    Wunder Roms | 2. April 2017 21

  • Wunder Roms

    mer aus Mnster, der viele Jahre lang Botschaftsrat an der deutschen Bot-schaft am Heiligen Stuhl war. Er ist so etwas wie der Spiritus Rector der Aus-stellung, so Stiegemann, und hat uns als profunder Kunstkenner viele Tren bei den Vatikanischen Museen geff-net. Aber auch der Knstler Christoph Brech habe Stiegemann und sein Team zu der Ausstellung inspiriert. Im Jahr 2006 war Brech Stipendiat der Villa Massimo, der Deutschen Akademie in Rom. Jeden Tag zog er mit der Fotokamera durch die Stadt. Entstanden ist ein einzigartiges Bil-der-Tagebuch. Dann kam das Jahr

    2010, und Brech bekam ein Angebot, das man nicht ablehnt. Er wurde ein-geladen, in den Vatikanischen Muse-en zu fotografieren, mit allen Freihei-ten, die man ihm gewhren konnte. Und es war diese besondere fotogra-fische Entdeckungsreise, die uns sehr inspiriert hat, berichtet der Muse-umsdirektor.Fr Stiegemann sind die Wunder Roms aber mehr als nur eine Kunstausstellung. Er sieht diese Aus-stellung auch als eine Botschaft gegen den grassierenden Nationalismus in der heutigen Zeit, der Atem der Ewi-gen Stadt ist ein anderer, ein freier,

    der Grenzen berwindet. Rom stehe doch sinnbildlich fr ein vereintes Europa, in Rom wrden sich ge-schichtlich alle Nationen verbunden wiederfinden, schwrmt Stiegemann. Und da spielen wir als grenzenlose katholische Kirche eine wichtige Rol-le, die Europa geprgt hat. Aber Christoph Stiegemann wre nicht Christoph Stiegemann, wenn er nicht mit einem Augenzwinkern ergnzte: Auerdem ist die Ausstellung eine schne Begleitmusik zum Reformati-onsjubilum, die unseren Horizont erweitert. Was sind schon 500 Jahre im Angesicht der Ewigen Stadt?

    Paderborn war im Jahr 799 Schau-platz einer beson-deren Begegnung: Karl der Groe und Papst Leo III. treffen sich in der Paderborner Kaiserpfalz. Museumsdirektor Prof. Dr. Christoph Stiegemann zeigt die Bronzeplastik im Depot dazu. Foto: Dirk Lankowski

    Impressum

    Herausgeber:Bonifatius GmbH, Karl-Schurz-Str. 26, 33100 Paderborn

    Verlagsleitung: Rolf Pitsch

    Redaktion: Dirk Lankowski

    Anzeigenverkauf: Engelbert Schilling

    Gedruckt auf 100 % Recyclingpapier mit dem Blauen Engel

    22 Wunder Roms | 2. April 2017

  • Der Ausstellungs-Kalender

    Di.So. 1018 Uhrwww.wunder-roms.de

    31. MRZ 13. AUGUST 2017DIZESANMUSEUM PADERBORN

    Sa., 8. April 2017 So., 9. April 2017

    Workshop: Als Zeichner/-in auf den Spuren des antiken Roms

    Mi., 12. April 2017 10:00 13:00

    Kurs: Eine glnzende Idee Vergoldern auf der Spur

    Do., 20. April 2017 19:00

    Dialoge im Museum (1): Rom in Literatur und Kultur des Mittelalters

    Fr., 21. April 2017 16:30 18:00

    Fhrung: Komm, ich zeig dir mein Rom!

    Fr., 21. April 2017 Sa., 22. April 2017

    Workshop: FormART Figuren und Schmuck nach rmischem Vorbild formen und gieen

    Sa., 29. April 2017 So., 30. April 2017

    Workshop: Als Zeichner/-in auf den antiken Spuren Roms

    Sa., 6. Mai 2017 So., 7. Mai 2017

    Eingeprgt 2-tgiger Drucktechnik-Workshop fr Erwachsene

    Do., 11. Mai 2017 19:00

    Dialoge im Museum (2): Rom in Geschichte und Kultur der Frhen Neuzeit

    Fr., 12. Mai 2017 19:30

    Poetry-Slam: RO(a)Ming Around

    Mi., 17. Mai 2017 19:00

    Rom in der Literatur der Gegenwart Lesung und Gesprch mit dem Autor Martin Mosebach

    So., 21. Mai 2017 15:00

    Matinee: Wir entdecken Rom!

    Mo., 22. Mai 2017 19:00

    Dialoge im Museum (3): Rom im Hollywood-Kino

    Di., 30. Mai 2017 19:00

    Autorenlesung Sibylle Lewitscharoff: Das Pfingstwunder

    Do., 1. Juni 2017 19:00

    Dialoge im Museum (4): Kunst und Kultur des Klassizismus

    Do., 8. Juni 2017 20:00

    KunstGenuss: Sehnsucht meets Rom

    Sa., 10. Juni 2017 10:00 17:00

    Workshop: Die Faszination der Idee Rom

    Do., 22. Juni 2017 19:00 21:00

    Dialoge im Museum (5): Literatur von Klassik und Romantik

    Fr., 23. Juni 2017 19:00

    Vortrag: Leben von den Wundern Roms Campo Santo Teutonico

    Sa., 24. Juni 2017 20:00

    Konzert: Vom Glanz der Vokalmusik in der Ewigen Stadt

    Wunder Roms

    Wunder Roms | 2. April 2017 23

  • Wunder Roms

    Sa., 1. Juli 2017 So., 2. Juli 2017

    Wunder-Workshop Rmisches Theaterspiel-Wochenende

    Do., 6. Juli 2017 19:00

    Deutsche in der Hauptstadt der Welt Bildende Kunst trifft Musik

    So., 9. Juli 2017 16:00

    Auffhrung Theaterspiel Wunder-Workshop

    Do., 13. Juli 2017 19:00

    Dialoge im Museum (6): Die Filme Fellinis

    Fr., 14. Juli 2017 Sa., 15. Juli 2017

    Workshop: Kamera trifft Pinsel Auf den Spuren der frhen Rom-Fotografen

    Mi., 19. Juli 2017 10:30 13:00

    Zeichenkurs: Ausgegraben Bilder und Geschichten aus einer versunkenen Zeit

    Mi., 26. Juli 2017 10:00 13:00

    Kurs: Eine glnzende Idee Vergoldern auf der Spur

    Do., 3. August 2017 10:30 13:00

    Zeichenkurs : Einfach herumstehen? Wie Krperhaltungen wirken

    Fr., 4. August 2017 Sa., 5. August 2017

    Workshop: Kamera trifft Pinsel Auf den Spuren der frhen Rom-Fotografen

    Do., 10. August 2017 19:00

    Dialoge im Museum (7): Rom in der Gegenwartsliteratur

    Gut zu wissen

    Kontakt Erzbischfliches Dizesanmuseum und Domschatzkammer Markt 17, 33098 PaderbornTel. 05251 [email protected]

    Leihgaben Rund 200 Exponate

    Leihgeber 86 Leihgeber aus Rom und dem Vatikan sowie aus Museen in ganz Europa

    ffnungszeiten Dienstag bis Sonntag, 10.00 bis 18.00 Uhr Montag geschlossenJeden ersten Freitag im Monat bis 20.00 Uhr

    Eintrittspreise pro Person

    Preise fr Fhrungen (zzgl. Eintritt)

    60 Minuten 60,00 90 Minuten 80,00 Teilnahme an ffentlicher Fhrung p. P. 5,00 Fremdsprachige Fhrungen (englisch, franzsisch, italienisch, polnisch) zzgl. 15,00

    Fhrungen fr Menschen mit Behinderung

    Fr Menschen mit Seheinschrnkungen und geistiger Behinderung werden eigene Fhrungen angeboten.

    Begleitung fr mobilitts-eingeschrnkte Besucher

    Das Dizesanmuseum Paderborn bietet eine Begleitung des Ausstellungsbesuchs fr Personen an, die in ihrer Mobilitt eingeschrnkt sind. Vorbestellung des kostenfreien Begleitservice unter: Tel. 05251 125-1400

    Anmeldung und Buchung von Fhrungen

    Dizesanmuseum Paderborn: Tel. 05251 [email protected] Tourist Information Paderborn: Tel. 05251 88-2980 [email protected]

    Audioguides In deutscher und englischer Sprache sowie fr Kinder

    Katalog Ein ausfhrlicher und reich bebilderter Katalog erscheint im Michael Imhof Verlag, Petersberg.

    Regulr 9,00 Ermigt (SGB II, SGB XII, bei Vorlage eines Nachweises) 6,00 Schler/Studierende 6,00

    Teilnehmer einer gebuchten Fhrung 6,00 Schulklassen bei Buchung einer Fhrung 2,50 Familienkarte 15,00 Dauerkarte 30,00

    24 Wunder Roms | 2. April 2017

  • Wunder Roms

    In der Tradition der Orgelbauwerksttten Eggerth/Feith

    Orgelbau Sauer und Heinemann GmbH & Co. KGAm Neuen Tor 3 37671 Hxter

    Telefon +49 (0) 52 75/3 00 Telefax +49 (0) 52 75/86 78E-Mail: [email protected]

    Wunder Roms | 2. April 2017 25

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  • Wunder Roms

    Kopf des Kaiser-Sohns als Zeichen antiker Bildmacht

    Noch heute beeindruckt die Gre der erhaltenen Kolossalstatuen und deren Fragmente, die in Rom die Strme der Zeit berdauert haben, die Besucher der Ewigen Stadt. Wer sich davon berzeugen mchte, der findet ein beeindru-ckendes Zeugnis dafr in der Ausstellung Wunder Roms. In der Ausstellung ist ein mchtiger Kopf zu sehen, der mglicherweise einen der Shne Kaiser Konstan-tins des Groen darstellt Cons-tantius II. oder Constans.

    Der Ausdruck des knabenhaften Ant-litzes der Statue wird durch die nach oben gerichteten Augen bestimmt. Erst in der Ansicht von unten ist der Blick jedoch ganz zu ermessen: Der kaiserliche Sohn soll als inspiriert, als gttlich begnadet erscheinen. In der Beschreibung zum Ausstellungsstck aus den Musei Capitolini heit es: Der Marmorkopf ist Zeugnis einer bergangszeit, in der die Bildmacht der Antike langsam durch die bildlose Botschaft des Christentums abgelst wurde.

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    26 Wunder Roms | 2. April 2017

  • Wunder Roms

    Die Laokoon-Gruppe: bewundert von Knstlern, begehrt bei adeligen Kunstliebhabern

    Die Ausstellung Wunder Roms macht mit ihrer Vielfalt an Leihgaben deutlich, welche Bedeutung Rom als Reiseziel fr Knstler hat. Seit der zweiten Hlfte des 16. Jahrhunderts wurde die Ewige Stadt zu einem wichtigen Treffpunkt fr Knst-ler aus den Niederlanden, aus Frankreich und dem Heiligen Rmischen Reich Deutscher Nation.

    Die berhmte Laokoon-Gruppe, die den gleichnamigen Priester und seine Shne im todbringenden Kampf mit den Schlangen zeigt, hatte Papst Juli-us II. nach ihrer Auffindung 1506 im neu geschaffenen Statuenhof des vati-kanischen Belvedere aufstellen las-sen. Sie galt bereits seit ihrer Wieder-entdeckung als virtuosestes Beispiel antiker Bildhauerei und zog schon bald zahlreiche Knstler in ihren Bann. Auch der niederlndische Bildhauer Adriaen de Vries (um 1556-1626) stu-dierte die Laokoon-Gruppe bei seinem Rombesuch 1595/1596. Es war ver-mutlich de Vries, der in verkleinertem Mastab den Mittelteil der Gruppe mit der Figur des Laokoon, die nun in Paderborn zu sehen ist, fr die Kunst-kammer des dnischen Knigs in Bronze goss. Dass auch adelige Kunst-liebhaber die Figurengruppe bewun-derten, zeigt das Beispiel des franz-sischen Knigs: Franz I. (15151547) hatte einen Abguss der Gruppe in Ori-ginalgre anfertigen lassen, um sie zusammen mit anderen Kopien der prestigetrchtigen ppstlichen Belve-dere-Statuen in seinem Schloss in Fontainebleau aufzustellen.

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    Wunder Roms | 2. April 2017 27

  • Wunder Roms

    Neben Bildhauer Adriaen de Vries hat sich auch der bedeutende Knstler Peter Paul Rubens von der Bildspra-che rmischer Skulpturen inspirieren lassen. Whrend seines Italienaufent-haltes (16001608) beschftigte er sich nicht nur mit den Meistern der Hochrenaissance und des Frhba-rock, sondern vor allem mit der Kunst

    der Antike in Rom. Die berhmte Lao-koon-Gruppe hielt er in detaillierten Skizzen fest und verwendete sie sp-ter fr eigene Kompositionen.

    Ein Groteil dieser Zeichnungen ist als Kopien seines Mitarbeiters Willem Panneels (um 1628/30) berliefert. Das Kopenhagener Blatt zeigt neben

    weiteren Skizzen anschaulich, wel-chen Einfluss die antiken Skulpturen auf Rubens knstlerisches Schaffen hatten. So diente ihm die Physiogno-mie des Laokoon in zahlreichen Ge-mlden als Vorlage, um seinen Figu-ren Vollkommenheit und Lebendigkeit zu verleihen.

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    28 Wunder Roms | 2. April 2017

  • Wunder Roms

    So geht es weiter: Himmelwrts Der Paderborner Dom und die Baukunst der Gotik in Europa

    Groereignisse werfen ihre Schatten voraus. Im Jahr 2018 begeht der Hohe Dom sein 950-jhriges Weihe-jubilum. Dazu findet unter dem Thema Himmel-wrts Der Paderborner Dom und die Baukunst der Gotik in Europa die nchste groe Ausstellung im Erzbischflichen Dizesanmuseum statt. Ein Schwer-punkt der Ausstellung vom 21. September 2018 bis 13. Januar 2019 wird die Gotik sein. Seit dem 12. Jahrhundert revolutionierte dieser Baustil ausgehend von Frankreich die Architektur und Kunst in ganz Europa. Die Ausstellung Himmelwrts Der Paderborner Dom und die Baukunst der Gotik in Euro-pa zeigt anhand hochkartiger Exponate, wie sich die neuartigen Ideen beim Bau der groen Kathedralen fl-

    chendeckend ausbreiteten von Reims ber Paderborn bis nach Riga. Die Bischfe und Domkapitel als Stifter und Konzepteure im Bauprozess werden ebenso gewr-digt wie die Architekten und Steinmetze, die wegwei-sende Neuerungen in der Bauplanung und Bautechnik hervorbrachten. Groartige Ausstellungsstcke, beispielsweise frhe Bauzeichnungen oder kunstvoll gefertigte Architektur-fragmente und Skulpturen, zeigen die Leistungen der europischen Baukunst des 13. Jahrhunderts und ihren Einfluss auf den Paderborner Dombau. Die Architektur und Kunst der le de France mit Paris als Zentrum Kernland der Gotik veranschaulichen kostbare Handschriften und Kleinarchitektur der Goldschmie-dekunst.

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    bezaubert den DichterfrstenIn seiner Italienischen Reise schwrmt Goethe vom Glanz der Kunstwerke in der Stadt am Tiber und gibt auch Einblicke in die Praxis des Verhandelns und den Verkauf antiker Stcke. So wurde ihm von einem Freund vertrau-lich die rmische Kopie der griechischen Statue einer Nymphe zum Kauf angeboten.

    Begeistert von der lieblich bewegten Gestalt, versuchte Goethe, die finan-ziellen Mittel fr ihren Ankauf aufzu-bringen. Als ihn Freunde, darunter die Malerin Angelika Kauffmann, auf

    die Schwierigkeiten hinwiesen, die sich mit dem Erwerb und vor allem der Ausfuhr eines solchen Stckes verbanden, musste er schweren Her-zens Abstand von seinem Vorhaben nehmen. Den Wunsch, die Statue zu besitzen, konnte er jedoch nie ganz auslschen. Mit leisem Bedauern be-suchte er sie in den Vatikanischen Museen, die die Statue schlielich er-warben. Noch heute steht sie dort am selben Ort, an dem Goethe sie einst sah. Fr die Ausstellung Wunder Roms hat sie den Platz gewechselt und findet sich nun im Erzbischfli-chen Dizesanmuseum.

    Ballerina di Goethe

    Wunder Roms | 2. April 2017 29

  • Wunder Roms

    Flmischer Maler schafft mit Tafelgemlde Einblicke in die rmische VergangenheitEs gibt nicht nur kapitale rmische Statuen in der Ausstellung Wunder Roms, sondern auch einige herausragende Kunstwerke. Die Leihgaben kommen zum Teil aus ganz Europa nach Paderborn in das Erzbischfli-che Dizesanmuseum. Ein Tafelgemlde aus dem Bestand der Muses Royaux des Beaux-Arts de Belgique in Brssel ist auch dabei. Hendrick III. van Cleve hat 1589 die Ansicht der Stadt Rom mit dem vatikanischen Belvedere als herausragendes Gemlde geschaffen.

    Anfang des 16. Jahrhunderts beauf-tragte Papst Julius II. (14431513) den Architekten Donato Bramante, die Villa Belvedere auf dem nrdlichen Hgel des Vatikans durch eine weit-lufige, dreiteilige Terrassenanlage mit der Papstresidenz zu verbinden. In dem so entstandenen Innenhof des Belvedere lie der Papst seine neue,

    berhmte Antikensammlung aufstel-len. Schon nach kurzer Zeit zog die ppstliche Sammlung zahlreiche Be-wunderer in ihren Bann und prgte Generationen von Knstlern, Gelehr-ten, adeligen Kunstsammlern und Romreisenden. So ist das Tafelgemlde des flmischen Malers Hendrick III. van Cleve ein sel-

    tenes Zeugnis, das die frhe Prsenta-tion der vatikanischen Antikensamm-lung berliefert. Das Bild entstand nach einer zeichnerischen Vorlage, die der Maler whrend seiner Italienreise 1550/51 angefertigt hatte. Zu sehen sind das Panorama der Stadt Rom im Hintergrund, der Petersdom mit der im Bau befindlichen Kuppel und linksseitig die vatikanischen Hfe mit dem berhmten Skulpturengarten. Gut erkennbar sind die Aufstellung der kolossalen Liegefiguren des Nil und des Tiber im Zentrum des Hofes sowie die Anlage der Skulpturen-nischen, in denen Werke von Weltrang wie die Laokoon-Gruppe und der Tor-so von Belvedere aufgestellt waren.

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    30 Wunder Roms | 2. April 2017

  • Luther 1917 bis heute

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