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1 Studieren an der Uni Würzburg DURCHBLICK Technik im Team Funktions- werkstoffe, Nanotech & mehr... Toller Studienort Weinberge, Main, Stadtstrand & mehr... Traumberuf Lehrer Grund-, Haupt-, Realschule, Gymnasium & mehr... UniZeit 2011/12

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Studieren an der Uni WürzburgDURCHBLICK

Technik im TeamFunktions-werkstoffe, Nanotech & mehr...

Toller StudienortWeinberge, Main, Stadtstrand & mehr...

Traumberuf LehrerGrund-, Haupt-, Realschule, Gymnasium & mehr...

UniZeit2011/12

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Sprache, Kultur, MedienMedienkommunikation .............................. 8Mensch-Computer-Systeme .......................12PR für die Kunst .........................................14Digital Humanities.....................................15Modern China ...........................................16

IngenieurwissenschaftenTechnologie der Funktionswerkstoffe ........ 20Nanostrukturtechnik ................................ 22Luft- und Raumfahrtinformatik .................. 23

Mathe und InformatikInformatik ................................................ 26Computational Mathematics .................... 28Mathematische Physik ............................. 29

NaturwissenschaftenBiochemie ................................................ 32Chemie .................................................... 35Pharmazie ................................................ 36Geographie .............................................. 37Biologie ................................................... 38Physik ...................................................... 40Psychologie ............................................. 41

LebenswissenschaftenMedizin .................................................... 46Biomedizin .............................................. 49

Erziehung und GesellschaftPolitical & Social Studies .......................... 53Lehramt ................................................... 54Pädagogik ................................................ 57Sonderpädagogik ..................................... 58

Recht und WirtschaftWirtschaftswissenschaft ........................... 62Jura .......................................................... 64

Nach der VorlesungEssen in der Mensa .................................. 44Trainieren im Sportzentrum ...................... 50Lesen (und mehr) in der Unibibliothek ...... 60Daten verarbeiten im Rechenzentrum ....... 66Wohnen in Würzburg ................................ 68

Studienangebot .............................72Information & Service ....................74

Studieren an der Uni Würzburg

Feuer in der NachtEine schwimmende Bühne, umgeben von Industrie-denkmälern. Dazu Konzerte, Open-Air-Kino und als Höhepunkt eine Feuer-Show: Das ist der Würzburger Hafensommer. Kultur? Gibt es reichlich in der Stadt. Africa Festival, Mainfranken-Theater, Mozartfest, Um-sonst & Draußen, Straßentheaterfestival, Filmwochen-ende und und und ....

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Raus aus dem Hörsaal, rein in die Sonne.Studieren und entspannen: Auf dem grünen Hubland-Campus geht beides.

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und

Tradition

Moderne

Tradition? Auf jeden Fall: Bis ins Jahr 1402 reichen die Wurzeln der Julius-Maximilians-Universität

Würzburg zurück. Sie war nach den Universitäten Prag, Wien, Heidelberg, Köln und Erfurt die sechste Hochschule, die im deutschsprachigen Raum gegründet wurde.Moderne? Aber klar doch: Zu den vier klassischen Studienfächern Medizin, Theologie, Philosophie und Jura sind viele innovative Studiengänge dazugekommen, in jüngster Zeit etwa Technologie der Funktionswerkstoffe, Mensch-Computer-Systeme, Medienkommunikation und einige mehr.

Mehr als 22.000 Studierende lernen und forschen an der Würzburger Uni – in historischen und in neuen Gebäuden. Sie hören Vorlesungen in der Residenz, die zum Weltkulturerbe der Unesco gehört, oder im altehrwürdigen Lehrerseminar am Wittelsbacherplatz. Erst wenige Jahre in Betrieb sind dagegen zum Beispiel die Institutsgebäude der Pharmazie und der Informatik. Ganz nagelneu stehen am Hubland-Campus ein Hörsaalgebäude und ein Praktikumsbau für die Naturwissenschaften. Und auf dem neuen Campus Nord ist Vieles in Bewegung!Viele Gründe sprechen dafür, an der Universität Würzburg zu

studieren. Von einigen erfahren Sie in diesem Heft aus erster Hand: Unsere Studierenden selbst erzählen Ihnen, was das Beste an ihrem Studienfach ist, warum sie in Würzburg studieren und was sie von der Stadt und deren Studentenleben halten.

Wenn Sie sich nach dem Lesen von UniZeit für ein Studium an der Universität Würzburg

entscheiden? Dann freuen wir uns auf Sie! Besuchen Sie uns im Internet: www.uni-wuerzburg.de. Rufen Sie uns an. Oder kommen Sie bei uns vorbei.

Auf bald!Ihr Team von der Studienberatung

ZentraleStudienberatung der UniversitätOttostraße 1697070 Würzburg

Tel. (0931) 318 318 3Mo-Fr, 9-15 Uhr

Willkommen an der Universität Würzburg!

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MEDIENKOMMUNIKATIONJana Heins und Simon Georg Kolmstetter waren mit die Ersten, die in Würzburg das Studium der Medienkommunikation begonnen haben.

Die weite Welt der Medien

Medienkommunika-tion – was ist das denn? Trocken gesagt, will der Studiengang

„Medienkompetenzen aus der Per-spektive verschiedener Disziplinen vermitteln“. Die Vielfalt der betei-ligten Fächer soll eine „integrative Ausbildung in unterschiedlichen für medienbezogene Berufsfelder relevanten Teilbereichen erlauben“, heißt es in der offiziellen Studien-gangsbeschreibung.Etwas anschaulicher können das vielleicht Jana Heins und Simon Georg Kolmstetter sagen. Die bei-den sollten es wissen, schließlich gehören sie zu den Ersten, die

sich im Wintersemester 2010/11 für den neuen Studiengang an der Uni Würzburg eingeschrieben hatten. Außerdem ist Simon der Meinung, dass das Studium längst nicht so trocken ist, wie es sich anhört.

„Wir beschäftigen uns aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln mit Medien“, beschreibt Jana den Studiengang. Soll heißen: Psycho-logie, Wirtschaft, Recht, Informatik, Marketing, PR sind alles Aspekte, die dabei eine Rolle spielen – na-türlich immer unter dem speziellen Blickwinkel der Medienwelt. Und der könnte etwa so aussehen:

Beispiel Psychologie: Wieso kön-nen Menschen tieftraurige Filme ge-nießen, obwohl sie dabei mehrere Taschentücher klatschnass heulen, während andere ihren Spaß daran haben, sich bei Horrorfilmen zu gru-seln? Ein klarer Fall für den Medien-psychologen. Oder: Können Neue Medien das Lernen tatsächlich verbessern und, wenn ja, warum? Hierzu macht die Instruktionspsy-chologie begründete Aussagen.

Beispiel Marketing: Wie muss eine Werbekampagne aussehen, damit die Botschaft beim Adressaten an-kommt? Wie hoch darf die Informa-tionsdichte maximal sein, bevor die

Nutzer überfordert sind? Wie hoch muss sie mindestens sein, damit keine Langeweile auftritt? Und was bleibt am Ende in den Köpfen der Betrachter hängen? Alles Fragen, auf die ein Experte für Medienkom-munikation möglichst gute Antwor-ten parat haben sollte.

Beispiel Informatik: Wie sollte eine grafische Benutzeroberfläche ge-staltet sein, damit sie später beim Käufer eine ähnliche Begeisterung hervorruft wie bei Apples iPad? Auch mit solchen Fragen setzen sich die Studierenden im Laufe ihres Studiums auseinander.

„Das Spektrum der Themen ist un-glaublich breit“, sagt Jana. So hat sie beispielsweise für eine Analyse verschiedener Medienangebote den Würzburger Lokalsender Radio Gong besucht und sich dort beim Chefredakteur ausführlich infor-miert, während ihre Kommilitonen verschiedene Fernsehsender und Zeitungen unter die Lupe nahmen. Da passt es als Ergänzung ganz gut, wenn die Professoren immer mal wieder Experten für Vorträge nach Würzburg holen, die aus ihrem All-tag – und vielleicht auch aus dem Alltag zukünftiger Medienkommuni-kations-Absolventen – berichten.

Beispielsweise Sascha Naujoks, der bis vor Kurzem bei RTL unter anderem für Doku-Soaps wie „Bau-er sucht Frau“ mitverantwortlich war und der nun zu ProSiebenSat.1 gewechselt ist.

Oder Florian Drücke, Geschäftsfüh-rer des Bundesverbands Musikin-dustrie, der über aktuelle Entwick-lungen und Herausforderungen der Musikindustrie sprach.

Apropos aktuelle Entwicklungen: Natürlich spielen auch neue Medi-en eine zentrale Rolle im Studien-gang Medienkommunikation. Inter-net, Twitter, Facebook und Co. sind mindestens so wichtig wie Zeitung, Radio und Fernsehen.

All diese Themen tauchen natürlich auch in dem Stoff auf, mit dem

sich Medienkommunikations-Studierende in ihren Vorlesungen und Seminaren beschäftigen. „Im vergangenen Semester hatten wir beispielsweise eine Vorlesung, in der es um Musik und Medien ging“, sagt Simon. Wer sich also für die Geschichte des Radios genauso interessiert wie für die Geschichte von MTV; wer wissen will, wie Musik in der Werbung funktioniert und warum Musik schon immer ein Ziel der Zensur war, der konnte in dieser Vorlesung Antworten auf all seine Fragen erhalten.

So breitgefächert der Stoff in dem Studiengang ist, so vielfältig sind die Jobs, in denen Medienkommu-nikations-Absolventen unterkom-men können. Programmplaner bei Radio und Fernsehen, Multimedia-Designer, Campaigner in einer Werbeagentur; in der Meinungs-forschung, der Gaming-Industrie, Entwickler und Evaluatoren von E-Learning-Maßnahmen und virtu-ellen Lernwelten, im Bereich Pres-se- und Öffentlichkeitsarbeit, in der Wissenschaft: Einsatzgebiete gibt es mehr als genug.

Und angesichts der Tatsache, dass Menschen immer mehr Zeit mit Medien verbringen – sei es beim Lesen einer Zeitung, sei es beim Versenden von Tweets – werden Experten dort auch in Zukunft ge-braucht.

Jana und Simon haben, obwohl sie erst im zweiten Semester studieren, relativ genaue Vorstellungen von ihrer Zukunft. „Mich zieht es in den Bereich Unternehmenskommunika-tion oder Werbung und Marketing“, sagt die 24-Jährige, die vor ihrem Studium bereits eine Ausbildung zur Industriekauffrau mit einem Schwerpunkt im Bereich PR absol-viert hat.

Die Werbung fasziniert auch Si-mon – vor allem das Gestalterische daran. Aber im Prinzip kann er sich ebenso vorstellen, zum Fernsehen zu gehen. Vielleicht entwickelt er ja eines Tages den Nachfolger von „Bauer sucht Frau“.

Egal ob klassisch, wie das gute alte Radio, oder modern, wie Twitter: Der Studiengang Medienkommunikation beschäftigt sich mit allen Medien. (Fotos: Rolf von Melis, Christian Evertsbusch, Jürgen Acker / alle drei: pixelio.de)

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Videos drehen und schneiden, Hörspiele aufnehmen, Bilder mit Photoshop bearbeiten:

Solche Kurse können alle Studierenden im Zentrum für Mediendidaktik der Uni belegen – und zwar kostenlos! Auch Theorie-Kurse gibt es, etwa über Medienpsychologie, E-Learning und Filmwissenschaften.Bei vielen Kursen geht es um Didaktik. Für Lehramtsstudierende sind sie darum besonders spannend: Die künftigen Lehrer lernen den Umgang mit modernen Medien. Und sie erfahren, wie sich welche Medien im Unterricht

einsetzen lassen – und zwar sinnvoll.Daniel Soldaczuk hat Lehramt für die Hauptschule studiert mit Geschichte als Schwerpunkt. Das Zentrum für Mediendidaktik hat er als Student sehr gerne genutzt: „Toll ist die große Bandbreite der Sachen, die man dort machen kann: Videodrehs, Podcasts, Arbeit mit interaktiven Whiteboards. Und die Kurse sind sehr praxisbezogen, man kann das Gelernte später im Unterricht verwenden.“Im Zentrum für Mediendidaktik haben Studierende zum Beispiel das Märchen „Die drei Federn“ als Hörspiel aufgenommen. Dabei

haben sie auch erfahren, wie viele Dinge Schüler bei dieser kreativen Arbeit lernen können: Drehbuch schreiben, Rollen verteilen, deutliche Aussprache üben, Musik einspielen. „Das ist eine schöne Sache und sehr motivierend für die Schüler“, sagt Daniel Soldaczuk.Ein kreatives Video-Projekt haben Studierende zum Thema Stop-Motion-Animationen realisiert und dabei witzige Knetfiguren „zum Leben erweckt“. Bei der Produktion lernten sie unter anderem, dass zur Erstellung solcher Filme eine gute Webcam völlig ausreicht.

Video-Projekte und mehr

Zieh den Regler hoch! Daniel Soldaczuk stellt im Filmstudio die Scheinwerfer ein.

MEDIENDIDAKTIK

Von der Sonne verwöhnt Franken hat das beste Wetter. Hier ist es wärmer als im Rest von Deutschland, die Sonne lässt sich mehr Stun-den blicken, und es fällt vergleichsweise wenig Regen. Ein guter Ort also, um am Main zu sitzen, zu lesen und lernen. Oder einfach den vorbeiziehenden Schiffen nach-zuschauen und abzuschalten.

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„Mich faszinieren die künftigen Anwendungen im Bereich Mensch-Computer-Systeme: Überall, wo heute Schnittstellen zwischen Menschen und Computern sind, ob beim Handy oder im Auto, gibt es sehr interessante Arbeitsfelder. An der Uni ist das Angebot des Rechenzentrums sehr gut: Da be-kommen Studenten gute Software günstig oder sogar kostenlos. Die Stadt selbst ist super. Das Tollste: Man kann ganz schnell überall sein, Vieles ist zu Fuß zu erreichen. Mit dem Rad ist man auch schnell am Erlabrunner See, der ist als Naherholungsgebiet genial. Und in Würzburg gibt es viel Kultur. Fürs Sightseeing kann man sich von den Internetseiten der Stadt MP3s herunterladen – man steht dann vor der Residenz und hat einen kostenlosen Audio-Führer dabei.“

Christian Treffs

„Mensch-Computer-Systeme kann man zurzeit nur in Hamburg und Würzburg studieren. Ich komme aus Hamburg und habe mir den Studiengang dort genau ange-schaut, bin mehrfach in die Vorle-sungen gegangen. Am Ende habe ich mich für Würzburg entschieden. Die Lehrveranstaltungen sind hier besser, auch vom Didaktischen her. Man merkt, dass den Professoren unser Studiengang sehr am Herzen liegt. Anders als in Hamburg haben wir hier auch vernetzende Fächer im Studium, wie Ergonomie. Und viele Exkursionen: Wir waren schon bei den Maschinenbauern der TU Mün-chen am Lehrstuhl für Ergonomie oder beim Zentrum für Verkehrswis-senschaften in Veitshöchheim mit seinen Auto-Fahrsimulatoren. Als Studentenstadt ist Würzburg viel einladender als Hamburg, nicht so riesig.“

Lara Luttmer

„Die Uni Würzburg hat sich ein gewisses Maß an Familiarität bewahrt. Der Wurf ins kalte Wasser, von dem Studenten anderer Uni-versitäten des Öfteren berichten, bleibt einem in Würzburg zum Glück erspart. Man fühlt sich hier nicht allein gelassen – selbst wenn man die angebotenen Hilfestel-lungen nicht nutzt, ist es doch beru-higend zu wissen, dass es sie gibt. In der Verwaltung wird man wirklich als Kunde behandelt. An der Uni in Frankfurt habe ich da ganz anderes erlebt. Sehr lobenswert ist die Existenz von WueCampus. Das ist eine zentrale Internet-Plattform, auf der wir Studenten leicht an Vorlesungsunterlagen und andere Lehrmaterialien herankommen. Das System wird stark akzeptiert, all unsere Dozenten nutzen es. Das erleichtert das studentische Leben ungemein.“

Kristof Korwisi

Minority Report: In diesem Film spielt Tom Cruise einen Polizisten im Jahr 2054. Seine

Ermittlungsarbeit erledigt er an einer Art Bildschirm, auf dem er in irrsinniger Geschwindigkeit Datensätze und Fotos mit Handbewegungen herbeiholt, vergrößert und wieder wegwischt – ohne den Monitor zu berühren.Der Film stammt aus dem Jahr 2002 – iPhones und iPads gab es damals noch nicht. „Aber mittlerweile ist die futuristische Technik aus dem Film auf dem besten Weg, wahr zu werden“, sagt Christian Treffs.

Maschinen in den HintergrundDie Hand auf der Tastatur eines Telefons oder Computers – dieses Bild könnte irgendwann der Vergan-genheit angehören. „Die Schnittstel-len zwischen Mensch und Computer werden nach und nach aufgehoben, die Maschine tritt dabei immer mehr in den Hintergrund“, meint Christian. Warum er sich da so sicher ist? Er studiert das Fach Mensch-Computer-Systeme und hat dabei schon einigen Einblick in die Entwicklungen auf diesem Gebiet bekommen.Ob Computer, Navi oder Handy: Wie muss man diese Geräte gestalten, damit sie die Nutzer nicht überfordern? Auch mit dieser Frage befasst sich der Studiengang Mensch-Computer-Systeme. Die Studierenden bekommen Wissen aus Informatik, Psychologie und Medizin vermittelt. Und spezielle Kenntnisse über Human

Gut durchdachtFactors: Damit sind alle Faktoren gemeint, mit denen sich die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Technik verstehen und verbessern lassen.Technisches Interesse ist in diesem Studiengang unbedingt nötig, denn Informatik macht die Hälfte der Inhalte aus.

Menschen in den Mittelpunkt„Der Mensch steht bei unserem Stu-dium aber auch im Mittelpunkt, nicht nur Systeme und Algorithmen.“ So begründet Kristof Korwisi, warum er sich für den Studiengang entschieden hat. Ganz ohne Informatik geht es natürlich nicht. Softwaretechnik steht unter anderem auf dem Stundenplan, dazu Psychologie und Physiologie – die Studierenden sollen auch lernen, wie der Mensch und seine Sinne funktionieren.„Wir haben auch Lehr-veranstaltungen, die nur für uns gemacht sind, wie Ergonomie und Einführung in die Mensch-Computer-Systeme“: Lara Luttmer findet das besonders gut, und auch aus diesem Grund ist die Hamburgerin zum Studieren an die Uni Würzburg gekommen. Bereuen tut sie das nicht: „Der Studiengang hier ist gut durchdacht, und unser Fachstudienberater engagiert sich unglaublich stark für uns.“

Zukunftsträchtiges FachDas Fach Mensch-Computer-Systeme ist zukunftsträchtig – da sind sich die drei Studierenden einig. Und nicht nur sie. Christian Treffs hat ein Praktikum beim Unternehmen Continental in Regensburg gemacht, in der Abteilung Navigation & Maps. „Als ich dort erzählt habe, was ich studiere, war die Antwort eindeutig: ‚Das klingt nach einer Qualifikation, die wir hier gut gebrauchen könnten‘.“

MENSCH-COMPUTER-SYSTEME

Christian TreffsLara LuttmerKristof Korwisi

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Buch und PC

BERUFSWEG

PR für die Kunst

Botticelli, Raffael & Co.: Italienische Maler und Baumeister waren es, die Sarah Aloisi aus

ihrem Heimatort in der Nähe von Köln zum Studium nach Würzburg gelockt haben. Denn hier ist das Institut für Kunstgeschichte stark auf Italien ausgerichtet – und das hat ihr im Vergleich mit anderen Uni-Standorten besonders gut gefallen. Noch ein Pluspunkt: Der Würzburger Uni gehört das Martin-von-Wagner-Museum, und dort lassen sich viele Meisterwerke am

Original studieren.Ihr Studium hat Sarah mittlerweile abgeschlossen. Berufswunsch: Public Relations (PR) und Veranstaltungswesen für Kunst und Kultur zu machen. Die mehrere Monate dauernden Praktika, die sie absolviert hat, haben sie darin noch einmal bekräftigt: Bei der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart, die sich der Förderung von Künstlern widmet, war Sarah im Bereich PR und Veranstaltungen tätig. Erfahrungen im Kultursponsoring hat sie bei der

Schirn-Kunsthalle und dem Städel-Museum in Frankfurt am Main gesammelt. Danach hat Sarah ein Volontariat bei der Würzburger Marketing- und PR-Agentur Weigang Pro absolviert. Das Volontariat ist eine Ausbildung, die besonders bei Medien und in der Öffentlichkeitsarbeit verbreitet ist; man braucht dafür in der Regel ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Die Kunden der Agentur, die Sarah nun eigenständig betreut, kommen aus verschiedenen Bereichen. Wenn sie möchte, kann sie das Marketing- und PR-Handwerkszeug, das sie dort einsetzt, später genauso auf den Kulturbereich anwenden wie auf die Marken und Produkte, die sie jetzt vertritt.

Sarah Aloisi im Martin-von-Wagner-Museum der Uni Würzburg – neben einem Gemälde des italienischen Malers Benedetto Luti.

Germanistik und Digital Humanities: So lautet die Fächerkombination, für die sich Jenny Poser an

der Universität Würzburg einge-schrieben hat. Digital was? Den Studiengang gibt es seit dem Wintersemester 2009/10; Jenny gehört zu den ersten Studierenden, die sich für dieses Fach entschieden haben. Der Studiengang schlägt eine Brü-cke zwischen den Geisteswissen-schaften und neuen Technolo gien. Unter anderem geht es darum, Texte, Bilder und Karten digital zu erfassen und zu verarbeiten und damit geisteswissenschaftliche Forschungsfragen zu beantworten. Wer das Studium erfolgreich ab-geschlossen hat, kann im Bereich der Print- und der elektronischen Medien arbeiten und dort organisa-torische, beratende und Manage-mentaufgaben übernehmen. Jobs finden sich aber auch in Forschung, Journalismus, Public Relations und Werbung.„Ich möchte später mal in einem Verlag arbeiten. Da ist es sicherlich nicht schlecht, wenn ich mich auch mit Online-Medien auskenne“, erklärt Jenny ihre Wahl. Sie schätzt besonders die Abwechslung, die ihr diese Fächerkombination bietet: Viel lesen für Germanistik, jede Menge praktischer Übungen in Digital Humanities. Was ihr außer-dem gefällt: Ihr Studium ist stark fächerübergreifend orientiert. „Wir können auch Kurse aus anderen geisteswissenschaftlichen Fächern

besuchen und die dort erbrachten Leistungen anrechnen lassen.“ Eine gute Gelegenheit, das Allge-meinwissen zu vergrößern, findet sie. Was für eine potenzielle Lekto-rin ja nie schaden kann. Für dieses Studium ist Jenny extra von Karlsruhe nach Würzburg ge-zogen. „Würzburg ist einfach eine wunderschöne Stadt“, sagt sie. Und der Uni-Campus hat es ihr ganz besonders angetan: „Schöner kann die Lage doch gar nicht sein, mit

diesem Blick auf die Festung und über die Altstadt hinweg.“ Als sie dann auch noch ohne Wartezeit ein Appartement in einem frisch renovierten Studenten-wohnheim bekam, in unmittelbarer Nähe zum Campus, war das Glück perfekt. In Würzburg studieren? „Auf jeden Fall“, sagt Jenny Poser. Die Germa-nistik sei super, die Dozenten mehr als nett und die Stadt: „Einfach zum Schwärmen!“

GERMANISTIK / DIGITAL HUMANITIES

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Der Zufall ist dafür verantwortlich, dass Birgit Herrmann in Würzburg „Modern China“ studiert. „Ich wollte etwas mit Sprachen machen und fand asiatische Schriftzeichen schon immer faszinierend. So bin ich im Internet auf das Angebot der Uni Würzburg gestoßen“, erzählt sie. Und nachdem sie die ausführ-liche Beschreibung des Studien-gangs gelesen hatte, war ihr klar: „Das ist es!“Nette Dozenten, ein freundliches Klima und eine gute Gemein-schaft: So beschreibt Birgit die Atmosphäre in dem Studiengang. Modern China ist kein Massen-fach; jedes Jahr schreiben sich dafür etwa 30 bis 40 Studierende ein. „Man kennt sich deshalb un-tereinander sehr gut“, sagt Birgit. Dass aus lauter Unbekannten schnell eine Gemeinschaft wird, dafür sorgt auch der vierwöchi-ge Sprachkurs vor Beginn des Studiums. Der sei schon ziemlich anspruchsvoll gewesen, erinnert sich die Studentin. Aber auch ein guter Test, ob einem die Sprache wirklich liegt. Und die Klausur am Ende? „Halb so wild, wenn man etwas dafür tut.“Unbekannte Schriftzeichen, eine fremde Grammatik und eine Spra-che, in der die Silbe „Ma“ je nach Betonung Mutter, Pferd, Hanf oder schimpfen bedeuten kann – ist das nicht furchtbar kompliziert? „Es dauert ein wenig, bis man sich eingehört hat. Aber man gewöhnt sich daran“, findet Birgit. Über-haupt sei die Sprachausbildung in Würzburg so gut, dass man sich ziemlich schnell im Alltag verstän-digen könne. Birgit Herrmann ist nach sechs Se-mestern jedenfalls so weit, dass sie nun für ein Jahr nach China gehen wird. An einer Mittelschule wird sie im Deutschunterricht assistieren und gleichzeitig ihre Sprachkennt-nisse vertiefen. Und danach? Wahrscheinlich ein Masterstudium mit Wirtschaftsbezug und später auf alle Fälle wieder nach China.

Sie ist in Bulgarien aufgewachsen und zur Schule gegangen. In Würz-burg hat sie ihren Bachelor im Stu-diengang „Modern China“ gemacht und war dafür auch ein halbes Jahr lang in Peking.Es überrascht nicht, wenn Nina Te-neva sagt, dass Reisen eines ihrer großen Hobbys ist. Auch später, wenn die China-Expertin einen Job hat, will sie nicht unbedingt „viele Jahre an ein und dem selben Ort“ verbringen.Wer sich in Würzburg für den Studi-engang Modern China einschreibt, weiß von Anfang an, dass er das vierte Semester in China an der Peking-Universität verbringen wird – vor allem, um die bis dahin erworbenen Sprachkenntnisse zu intensivieren. „Das war unglaublich. So eine große Stadt, so viel Chaos, so viel Stress“, erinnert sich Nina an ihre Eindrücke aus den ersten Tagen in Peking. Das habe sich jedoch schnell geändert. Danach habe sie eher gedacht: „Cool, in einer so dynamischen Stadt zu leben.“Vormittags Unterricht, nachmittags Erkundigungen, abends Kneipe (und dazwischen natürlich immer mal wieder lernen): So habe sie ihre Tage in Peking verbracht. Wunderschöne Parks, jede Menge Sehenswürdigkeiten von der Ver-botenen Stadt bis zum Olympiasta-dion, und Chinesen, die sich sehr geduldig zeigen im Umgang mit Ausländern, prägen noch heute ihre Erinnerungen. Und große Kleider-märkte, auf denen die Studentin beim Feilschen ihre Sprachkennt-nisse dem Alltagstest unterziehen konnte. „In Peking gibt es immer etwas zu sehen und immer etwas zu erle-ben“, sagt die Studentin. Und will deshalb auch möglichst bald mal wieder hin.Und ihr Studium in Würzburg? Wie sieht sie das jetzt, kurz vor Ende? „Wenn ich noch einmal von vorne anfangen müsste, würde ich es wieder genauso machen.“

Feine Töne Weite Reise Modernes ChinesischDer Studiengang „Modern China“ an der Universität Würzburg legt besonderes Gewicht auf die Aus-bildung in der modernen chinesi-schen Sprache. Mehr als die Hälfte der Lehrveranstaltungen dienen der Sprachausbildung. Zur Inten-sivierung der Sprachkenntnisse verbringen Hauptfachstudierende das vierte Semester obligatorisch in China an der Peking-Universität. Die dort erbrachten Leistungen sind im Studiengang integriert und daher voll anrechnungsfähig. In kleinen Kursen haben die Studie-

renden die Möglichkeit, schnell und erfolgreich die chinesische Sprache zu erlernen. Im Mittel-punkt des Studiengangs steht das moderne China, seine Wirtschaft, seine Gesellschaft, seine Kultur. Die Studierenden lernen aktuelle Entwicklungen Chinas umfassend kennen, wobei auch Geschichte und Landeskunde nicht außer Acht gelassen werden. Dabei haben sie die Möglichkeit, Schwerpunkte zu setzen und ein eigenes Profil aus-zubilden. Inzwischen gibt es „Mo-dern China“ auch als Nebenfach.

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MODERN CHINA

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SPRACHE, KULTUR, MEDIEN

Gutenbergs Freunde

Gibt es heutzutage eigentlich noch Wissen, das nicht in digitaler Form vorliegt? Amazon verkauft in den USA jedenfalls schon mehr elektronische Bücher als klassisch auf Papier gedruckte Werke. Jüngsten Berichten zufolge kamen auf 100 „Papier-Bücher“ insgesamt 105 E-Books. Und trotzdem: Wenn im Philosophiegebäude der Uni ein Händler seine Büchertische aufbaut, dauert es nur wenige Minuten, bis sich Studierende und Dozenten über die Kisten mit den antiquarischen Schätzen beugen. Sieht so aus, als wäre das Buch noch lange nicht tot.

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Sputtern, steht auf dem Türschild. Was in diesem Praktikumsraum am Röntgenring wohl abgeht?

„Sputtern, das war echt gut“, sagt Verena Kleiner. Ihr Kommilitone Christopher Brandt erklärt, worum es geht: Die Studierenden lernen, Gegenstände hauchfein mit Silber zu beschichten. Dann kann man die Objekte besser unter dem Elektronenmikroskop untersuchen.Verena und Christopher studieren Technologie der Funktionswerkstoffe, kurz TecFun. Funktionswerkstoffe sind in vielen Bereichen wichtig: Informationstechnologie, Maschinen- und Anlagenbau, Verkehrs- und Medizintechnik.Einblick in die Entwicklung solcher Spezialwerkstoffe bekommen die Studierenden zum Beispiel bei Praktika im Würzburger Fraunhofer-Institut für Silicatforschung. Dort werden unter anderem Piezo-Werkstoffe erforscht – Materialien, die unter mechanischer Belastung elektrische Spannung erzeugen oder die sich verformen, wenn man sie unter Strom setzt.Wozu das gut sein kann? „Damit lassen sich zum Beispiel die mechanischen Kräfte, die beim Fliegen auf ein Flugzeug einwirken, in messbare elektrische Signale umwandeln. Auf diese Weise könnte man automatisch Materialermüdungen oder Schäden an der Flugzeugoberfläche

registrieren“, erklärt TecFun-Student Manuel Röder. Manuel und Verena waren unter den ersten Studierenden, die sich im damals brandneuen Studiengang TecFun eingeschrieben haben. „Wir würden das jederzeit wieder studieren“, sagen beide, und auch Christopher stimmt zu. Was den Dreien an TecFun besonders gut gefällt: „Die familiäre Atmosphäre, das Studium in kleinen Gruppen. Wir sind richtige Teamworker und machen viel gemeinsam, auch privat.“Die Betreuung an der Uni empfinden die Studierenden als sehr gut: Koordinatoren sorgen dafür, dass organisatorisch alles glatt läuft. Sie stimmen die am Studiengang beteiligten Akteure aufeinander ab: Uni, Fachhochschule, Fraunhofer-Institut, Süddeutsches Kunststoffzentrum und Zentrum für Angewandte Energieforschung.Für die TecFuns eine Bereicherung: Das neue Fachgebiet Regenerative Medizin bringt sich ebenfalls in den Studiengang ein. Was Medizin mit Werkstoffen zu tun hat? Gar nicht so wenig. Schließlich müssen die Oberflächen von künstlichen Gelenken und anderen Implantaten so beschaffen sein, dass der Organismus des Menschen sie möglichst gut annimmt. Ebenso spannend: Trägerstoffe, die medizinische Wirksubstanzen enthalten und sie im Körper des Menschen freisetzen.

Sputtern im Team

„Mir gefällt die Vielfalt in unserem Studiengang. Es kommen verschiede-ne Aspekte der Naturwissenschaften vor, und seit neuestem ist auch das Fach Regenerative Medizin mit dabei.“ Manuel Röder

„Unsere Meinung zählt. Auf unsere Anregung hin wurde zum Beispiel die Mathe-Vorlesung noch stärker ingenieurwissenschaftlich ausgerich-tet. Und die Betreuung ist gut!“

Christopher Brandt

„Würzburg ist eine richtige Studen-tenstadt. Überall gibt es Rabatte und Sonderangebote für Studenten. Rest-karten für Vorstellungen im Stadt-theater bekommt man zum Beispiel gratis.“ Verena Kleiner

TECHNOLOGIE DER FUNKTIONSWERKSTOFFE

Gute Aussichten

Drei Jahre dauert das TecFun-Stu-dium bis zum Bachelor-Abschluss,

der aufbauende Master-Studi-engang zwei Jahre. Am Anfang

stehen vor allem Mathe, Physik und Chemie auf dem Stundenplan,

später kommen Spezialgebiete wie Biokompatible Werkstoffe

dazu. Die Berufsaussichten für Absolventen technischer Fächer

sind sehr gut. Vor allem Ingenieure werden in den kommenden Jahren stark gefragt sein, wie verschiede-

ne Prognosen sagen.

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NANOSTRUKTURTECHNIK

Winzige Türme, hundert Mal dünner als das Haar eines Menschen, mit denen sich gezielt

einzelne Photonen abfeuern lassen: Bei der Herstellung derart raffinierter Nanostrukturen sind die Physiker der Uni Würzburg weltweit führend. „Man ist hier dran an der Spitzenforschung“,

sagt Arash Rahimi-Iman. Für sein Wunschstudium Nanostrukturtechnik hat er sich an mehreren Unis in Deutschland umgesehen – und er hat sich für Würzburg entschieden, weil ihm hier auch das studentische Umfeld am besten gefiel.„Wenn Nanostrukturtechnik, dann in Würzburg“, ist sich der gebürtige Gießener sicher. Ein Grund für

In den NanokosmosPhotonen-Kanonen produzieren. „Hier werden Nanostrukturen nicht nur erforscht, sondern auch hergestellt“, beschreibt Arash einen Vorteil von Würzburg. Mit den entsprechenden Techniken kommen die Studierenden frühzeitig in Kontakt.Physik, Chemie und Mathematik als wichtige Grundlagen kommen im Studium nicht zu kurz. Was Arash gefällt: „Würzburg bietet eine breite Palette nanotechnologischer Arbeitsfelder, aus denen man flexibel seine Schwerpunkte wählen kann.“ Auf dem Gebiet der Energietechnik zum Beispiel arbeiten die Forscher hier mit Nanokristallen, um Solarzellen noch leistungsfähiger zu machen. Bessere Computer, neue Anwendungen für Medizin und Biologie – um solche Ziele zu erreichen, ist Nanostrukturtechnik ebenfalls wichtig. Arash selbst hat inzwischen mit seiner Doktorarbeit angefangen – in der Nano-Optik: „Wir analysieren die Eigenschaften neuartiger Laser und Lichtquellen, die im Mikrostrukturlabor hergestellt wurden.“Praxisnähe ist Trumpf, meint der Doktorand: „Bei allem, was man hier angeht, merkt man, dass es

seine Überzeugung steht auf dem Hubland-

Campus: das Mikrostrukturlabor,

in dem die Experten auch

die winzigen

auch für die Industrie und die Wirtschaft von Bedeutung ist.“

Für die Würzburger Nano-Türmchen gilt das ebenfalls:

Bauelemente, die einzelne Photonen abschießen können, sind unbedingt

nötig, wenn man die Übertragung von Daten

abhörsicher machen will.

Vorne Arash Rahimi-Iman,

hinten das Mikrostruktur-labor der Uni.

Geschafft: Der Satellit um-kreist den Merkur! Jubel im Boden kontrollzentrum. Ein Team wartet begierig

auf die Ergebnisse der Magnet feld-messungen, ein anderes auf die Fotos, die der Satellit liefern soll. Dann aber gibt es Schwierigkeiten: Die Daten lassen sich nicht gleich-zeitig übertragen. Jetzt müssen die Teams gemeinsam eine Lösung finden.Diese Aufgabe hatten die Studie-renden der Luft- und Raumfahrt-informatik bei einem Simulations-spiel zu lösen; mit einem Dozenten von der Europäischen Raumfahr-tagentur ESA. „Mir gefällt, dass wir häufig Gastdozenten haben, auch aus der Industrie“, sagt Maria Siegmund. Das bringt praxisnahe Einblicke. Das Simulationsspiel zum Beispiel lief in Englisch ab – in der Arbeitssprache von internatio-nalen Raumfahrtprojekten.Luft- und Raumfahrtinformatik: Diesen Studiengang gibt es in Deutschland bislang nur an der Uni Würzburg. Sein Schwerpunkt liegt auf Themen der Raumfahrt, etwa auf der Satellitentechnik. „Für mich ist das eine perfekte Mischung aus Informatik und Technik“, meint Oliver Ruf. Zwar müsse man am Anfang viele Mathe- und Physik-Grundlagen bewältigen. Dafür

In den Weltraum

LUFT- UND RAUMFAHRT-INFORMATIK

kommen bald anwendungsbezoge-ne Dinge dazu, etwa ein Hardware-Praktikum. Oder Unterricht in Elektronik, Sensorik und Rege-lungstechnik.„Das Informatikgebäude ist toll und der Hubland-Campus auch“, sagt Pavlo Beylin. Der Nürnberger lobt das Design des Gebäudes und die Ausstattung: „Überall WLAN, die Computerräume – das ist eins A. Und am Campus kriegt man immer einen Parkplatz!“Der Zusammenhalt unter den Studierenden, der Kontakt zu den Professoren, die Atmosphäre: All das sei gut in ihrem Studiengang, sagen die drei Studierenden. „Und das Feedback, das wir zum Studium geben, wird gehört von den Profes-soren.“ So haben die „Luftis“ zum Beispiel erreicht, dass ihre Mathe-Vorlesung künftig noch stärker auf Aspekte der Ingenieurwissenschaft abhebt.In Würzburg gefällt es den Studie-renden gut. „Das Nachtleben ist schon toll“, sagt Maria, die aus Berlin kommt – und meint das nicht ironisch: Obwohl Würzburg relativ klein ist, gebe es hier genug und abwechslungsreiche Möglichkeiten. „Im Sommer auf einen der Hügel gehen und auf die Stadt runter schauen, das ist toll“, findet Pavlo. Oder: sich zurücklehnen und den Nachthimmel genießen. Denn dort taucht immer mal wieder ein Satellit auf.

Das ist UWE, der „Universität Würzburg Experimentalsa-tellit“. Er ist nur so groß wie eine Milchtüte, enthält aber trotzdem jede Menge Technik. Oliver Ruf, Pavlo Beylin und Maria Siegmund haben ihn fest im Blick.

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gute Gründe für Würzburg

Gutes Wetter Würzburg ist einer der wärmsten

Orte Deutschlands. Hier kommt der Frühling früher, hier leben Tiere und Pflan-zen, die sonst nur südlich der Alpen zu finden sind.

Gutes Leben Joggen im Weinberg, Grillen am Main, Chillen auf Fes-tivals, Feiern im Club. Würzburg bietet jede Menge. Kultur, Sport und Nachtleben.

Gutes Angebot Was Tech-nisches studieren, neben-her Chinesisch lernen und Vorlesungen in BWL hören: Das umfassende Angebot einer Volluniversität macht‘s möglich.

Gute Forschung Würz-burger Wissenschaftler

holen regelmäßig Preise für ihre Forschung. Stu-

dierende profitieren von diesem Wissen in ihrer

Ausbildung.

Gute Uni Forschung gut, Lehre gut, Stadt gut. Beste Voraussetzungen also für einen besonders schönen Abschnitt im Leben - die Studienzeit. Natürlich an der Uni Würzburg.

Gute Lehre Die Uni-Dozenten sind absolute

Experten. Und sie setzen Vorlesungen im Internet, Online-Übungen und an-dere Techniken ein – für ein modernes Studium.

Gutes Wohnen Im Durch-schnitt 268 Euro zahlen Studierende in Würzburg monatlich für Miete und Nebenkosten. In München dagegen müssen sie 348 Euro berappen.

Gute Atmosphäre 135.000 Einwohner hat Würzburg; 28.000 davon sind Studierende. Sie halten die Stadt jung und geben ihr jede Menge studentisches Flair.

Gute Kontakte Die Uni Würzburg unterhält

Partnerschaften mit Hoch-schulen auf allen Konti-

nenten. Gute Aussichten also für ein oder zwei

Semester im Ausland!

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Gutes Essen Regelmäßig bekommt die Würzburger

Mensa Bestnoten von den Studierenden. Egal ob

vegetarisch, ökologisch oder regional: Das Essen

schmeckt immer.

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BERUFSWEG

Ideal für die Industrie

Mathe und Physik waren ihre Leistungskurse. Nach dem Abitur hat sich Mirjam

Seufert dann für das Studium der Nanostrukturtechnik an der Uni Würzburg entschieden. Gründe dafür gab es viele. Weil das Studium fachübergreifend ist, weil es ein gutes Auslandsprogramm beinhaltet – Mirjam war eine Zeitlang an der Top-Universität Berkeley in Kalifornien. Und weil zum Studium ein Industriepraktikum gehört. „Generell haben wir schon als Studenten sehr viel Einblick in verschiedene Firmen bekommen.“In ihrer Doktorarbeit in der

Technischen Physik befasste sich Mirjam mit Halbleiterlasern. Nach der Promotion stand dann fest: „Ich wollte in die Industrie.“ 2008 bewarb sie sich bei der Schaeffler Technologies GmbH & Co. KG in Schweinfurt auf eine Stellenanzeige, in der das Unternehmen Elektrotechniker oder Maschinenbauer suchte – und hatte Erfolg. „Mit unserem analytischen Denkvermögen und technischen Sachverstand bringen wir ideale Voraussetzungen für eine Tätigkeit in der Industrie mit“, sagt sie über Nanostrukturtechniker und Physiker.Bei dem Schweinfurter Unternehmen stieg die Uni-

Absolventin in den Bereich Vorentwicklung ein und wechselte einige Monate später in die Produktentwicklung, wo sie seitdem verschiedene Sonderprojekte leitet. Entwickelt werden dort zum Beispiel Nanobeschichtungen für Bauteile von Motoren, um deren Kohlendioxid-Ausstoß zu verringern, oder Wälzlagertechniken für Windkraft-, Wasserkraft- und Solaranlagen. „Mit rund 1600 Patentanmeldungen allein in 2010 gehören wir zu den zehn innovativsten Unternehmen in Deutschland“, sagt Mirjam. „Da macht es richtig Spaß mitzuarbeiten.“

Mirjam Seufert vor dem Mikrostrukturlabor der Uni Würzburg. Hier war sie Studentin und Doktorandin in der Nanostrukturtechnik.

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Valentin Burger studiert Informatik. Und kitet gerne. Am liebsten in Campusnähe. Alles was

er dazu braucht: ein Kite, den richtigen Wind, schönes Wetter. Das ist es auch, was Valentin so an Würzburg gefällt: „Das gute Wetter im Sommer.“ Doch weder die Schönwetterlage in der Studentenstadt noch „das super Freizeitangebot“ waren für den Wunsiedler ausschlaggebend bei der Suche nach der richtigen Uni und dem richtigen Studiengang. Obwohl, oder gerade weil, Valentin nicht nur kitet, sondern so ziemlich alle Sportarten beherrscht, hat er sich nicht für ein Sport-, sondern für ein Informatikstudium entschieden. „Ich habe eine Herausforderung gesucht.“ Die technischen Inhalte der Würzburger Informatik haben ihn überzeugt. Die Worte „Technik“ und „Informatik“ lösen bei vielen Klischeedenken aus. Völlig unberechtigt, findet Valentin: „Der beste Informatiker ist lange nicht der, der die meiste Zeit vor seinem Computer verbringt. Es geht viel mehr darum, sich immer wieder neuen Problemen zu stellen, neue Wege zu finden und nicht zu schnell aufzugeben. Dahinter steckt also auch ein sportlicher Aspekt. Vielleicht ist es deshalb kein Zufall, dass ich bei jeder sportlichen Aktivität Informatikern begegne.“Vielen fehle einfach eine gute Vorstellung davon, was sie im Studium erwartet. So ging es auch Esther Fee Feichtner. Nach dem Abitur schwankte sie zwischen einem Musikstudium und Informatik. Das Konzept eines „logischen Studiums“, wie sie sagt, habe sie allerdings überzeugt,

und so hat sie sich für Informatik eingeschrieben. Was ihr besonders an der Uni gefällt? Dass es „eine richtige Campus-Uni“ ist.Wenn Esther nicht gerade in einer Vorlesung oder im Seminar sitzt, geht sie auf dem Campus einem ihrer Hobbys nach – dem Schwertkampf. Angst haben brauchen ihre männlichen Kommilitonen vor ihr aber nicht. Den hohen Männeranteil unter den Informatikern sieht Esther als klaren Vorteil an: „Ich genieße das! Es ist unkompliziert, mit Männern zusammenzuarbeiten. Die Atmosphäre ist entspannt.“

Mobilen Roboter gebautEine der wenigen Frauen zu sein, die sich in eine Männerdomäne wagt – das bedeutet auch, dass man sich rechtfertigen und beweisen muss, häufiger als die männlichen Kollegen. So geht es Isabel Grimm: „Aber es gibt keinen Grund, als Frau nicht Informatik zu studieren.“ Ein Fach, von dem sie sich neben Theorie auch Praxis im Studium versprach. Enttäuscht wurde sie bislang nicht.

In einem studienbegleitenden Praktikum hat Isabel mit ihren männlichen Kommilitonen ein kleines Roboterfahrzeug gebaut und programmiert. Ziel war es, den Roboter autonom durch ein Labyrinth fahren zu lassen und das ganze zusätzlich auf dem Rechner zu simulieren. Mit Hilfe einer über dem Roboter angebrachten Kamera konnte die Korrektheit der Simulation überprüft werden. Das Ganze sei zwar sehr zeitintensiv, durch die immer wieder nötige Fehlersuche aber auch sehr lehrreich und mit viel Spaß verbunden gewesen.Auch die Theorie überzeugt Isabel: „Viele Informatik-Professoren sind extrem gut vorbereitet, gestalten ihre Vorlesung interessant und können den Stoff wirklich gut erklären.“Das Angebot an Seminaren und Praktika ist groß, Platz gibt es für jeden Studenten. Isabel gefällt besonders die persönliche Atmosphäre und hat den Eindruck, „dass der einzelne Student den Professoren am Herzen liegt.“Wenn sie eine Frage zu den

Isabel Grimm: „Es gibt keinen Grund, als Frau nicht Informatik zu studieren!“

INFORMATIK

Inhalten oder der Organisation des Studiums hat, nehmen sich Professoren und Übungsleiter Zeit für ein Gespräch oder antworten sehr schnell per E-Mail. „Vor einer Klausur hat ein Übungsleiter zwei Stunden lang all meine Fragen beantwortet.“

Ausgezeichnet betreutEine Uni, die kein Massenbetrieb ist, Professoren, die ihre Stu-denten kennen. Auch Esther und Valentin fühlen sich „aus ge-zeichnet betreut“. Die Studieren-den beteiligen sich zudem an Forschungsprojekten der Wissen-schaftler und bereiten sich so ideal auf die Zeit nach dem Studium vor.Bei all der Studiererei darf natürlich die Freizeit nicht zu kurz kommen. Gut, dass die Uni Würzburg ein so breites Sportangebot hat. „Ich bin oft am Sportzentrum“, sagt Valentin. Dort kann er ausgefallene Sportarten wie Baseball, Rugby oder Trampolinturnen ausprobieren. Bei gutem Wetter spielt er mit Freunden Fußball oder Beachvolleyball auf dem Campus. Oder hebt mit seinem Kite ab.

Esther Fee Feichtner: „Mit Männern zu sammen-zuarbeiten ist unkom-pliziert!“

Valentin Burger:„Es geht in der Informatik auch darum, neue Wege zu finden.“

Technik überzeugt

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Schon als Schüler an die Uni

Julius Popp studiert an der Uni Würzburg Mathematische Physik. Vorlesungen an

der Uni hat er schon als Schüler besucht, denn er wollte mehr lernen als das,

was der Schulunterricht ihm bot. Das traust du dir auch zu? Dann komm an

die Uni Würzburg – als Frühstudent! Das geht für Schüler ab der zehnten Klasse.

Das Frühstudium gibt es in Chemie, Mathematik, Informatik, Geschichte,

Politischer Wissenschaft und vielen anderen Fächern. Prüfungen, die du jetzt

schon bestehst, werden dir später im „richtigen“ Studium angerechnet. Allein gelassen wirst du nicht als Frühstudent;

die Uni und deine Schule stellen dir Betreuer zur Seite. Wie du Frühstudent

wirst, erfährst du auf der Homepage der Universität.

Frauen sind hier keine Exoten

„Ich war schon immer ein praktischer Mensch“, erzählt Martha Keller. Nach dem Abitur hat sie erst eine Ausbildung zur Bauzeichnerin gemacht, bevor sie ihr Wissen an der Uni vertiefen wollte. Mittlerweile studiert sie in Würzburg Mathematik mit dem Anwendungsfach Physik, im Studiengang Computational Mathematics. „Wie wichtig die Praxis in diesen Fächern ist, hat mich dann doch überrascht“, sagt Martha. Stures Rechnen nach Formel, wie man es aus der Schule kennt, spielt keine Rolle – gemeinsames Diskutieren ist viel wichtiger. Keine Rolle spielt übrigens auch das Geschlecht, ist sich Martha sicher: „Frauen sind bei uns ganz sicher keine Exoten. Was zählt, ist die Leidenschaft am Fach.“

Mix aus Mathe und PhysikMathe plus mehr

Soll ich Mathe studieren oder lieber Physik? Schwierige Frage. Wie wär’s dann mit

Mathematischer Physik? Julius Popp hat sich dafür entschieden: „Man lernt das Wichtigste aus der Mathematik und aus der Physik. Und man kann sich zusätzlich Dinge aussuchen, die einen interessieren. Zum Beispiel Angewandte Mathematik oder Experimentelle Physik.“ Was aber, wenn man sich irgendwann doch mehr zu Mathe oder zu

Physik hingezogen fühlt? Dann kann man ohne große Umstände wechseln, denn so viel Flexibilität ist drin im Bachelor-Studiengang Mathematische Physik. Für die Teamarbeit mit anderen Studierenden begeistert sich Julius besonders. „Wir machen die Hausaufgaben in Gruppen von zwei bis fünf Leuten. Da rechnen und knobeln wir, bis die Probleme gelöst sind.“ Meist suchen sich die Studierenden dafür ein ruhiges Eck im Informatik-Gebäude, wo es genug Arbeitsplätze für

Kleingruppen gibt. 10 bis 15 Stunden in der Woche plant Julius oft fürs Teamwork ein – mehr als für die Vorlesungen. Was ihm am Hubland-Campus besonders gefällt? „Es gibt im Mensagebäude einen Raum der Stille.“ Für Julius ist das wichtig: Nach dem Abi hat er sich neun Monate lang am Yoga-Institut im indischen Mumbai mit der Yoga-Philosophie befasst. Zum Entspannen und Meditieren zwischen den Vorlesungen weiß er darum den „Raum der Stille“ zu schätzen.

Über Langeweile kann sich Veronika Karl nicht beschweren: Neben ma-thematischen Formeln

und Gleichungen lernt sie an der Uni auch noch die Computerwelt kennen. Informatik ist Veronikas Anwendungsfach im Studiengang Computational Mathematics, den die Uni Würzburg anbietet. „Mathe und Informatik ergänzen sich sehr gut, oft gibt es Gemeinsamkeiten“, erzählt die Studentin. Aber auch die Unterschiede sind interessant: Der Informatiker hat häufig ganz andere Sichtweisen zum Thema als ein Mathematiker – der Blick-wechsel erweitert den Horizont. Der Studiengang Computational Mathematics kombiniert Ma-thematik mit einem natur- oder ingenieurwissenschaftlichen Fach; außer Informatik können die Studienanfänger auch Biologie, Chemie oder Physik als „Anwen-dungsfach“ wählen. Zahlen und Programme sind aber nur ein Teil

von Veronikas Studium: Neben-bei absolviert sie das „Sinicum“ am Institut für Sinologie, einen zweijährigen Kurs in chinesischer Geschichte, Sprach- und Landes-kunde. „Der Sprachunterricht ist ein toller Ausgleich zum Mathe-Uni-Alltag“, erzählt Veronika.

Wenn das Lernen dann doch mal zu viel wird, hat die Studentin aber immer noch Zeit zum Abschalten. Etwa im Thai-Bo-Kurs am Sportzen-trum oder im Uni-Kino: Dort zeigt der Uni-Filmclub die neuesten Kinofilme – „eine gute Alternative zum Fernseher“, findet Veronika.

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Würzburg ist grün

Weinberge rings um die Stadt, die im Laufe des Jahres ihre Farbe wechseln. Ein Park, der sich kreisförmig um die Innenstadt zieht. Das Mainufer, das zum Sonnen, Grillen, Joggen oder Radeln einlädt. Wer in Würzburg lebt, muss nicht weit fahren, um nach draußen zu kom-men. Hier ist die Natur in der Stadt.

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BIOCHEMIE

Je tiefer die Forschung in den Mikro-kosmos des Lebens vordringt, desto mehr stößt sie dort auf komplizierte Netzwerke zwischen den Molekü-len. Wer darüber mehr wissen will, braucht Kenntnisse in Biologie, Chemie, Physik und Medizin. Der Studiengang Biochemie an der Uni Würzburg vermittelt sie.

Ob es um die Synthese von Proteinen geht oder um die Aktivierung von Genen: Die Biochemie beschäftigt sich mit den molekularen Grundlagen der Lebensprozesse.Biochemiker untersuchen den Aufbau einzelner Zellbausteine und deren Stoffwechsel sowie die vielschichti-gen Wechselwirkungen, die es zwi-

schen den Bausteinen gibt. Zudem er-forschen sie die Kommunikation, die zwischen einzelnen Zellen abläuft.Der Bachelor-Studiengang Biochemie an der Uni Würzburg ist auf sechs Semester angelegt, ein viersemestri-gen Master-Studiengang, der auf den Bachelor aufbaut, ist momentan in der Vorbereitung.

Mal eben ein Gen in ei-nem Bakterium isolie-ren, ausschneiden, in das Erbgut einer ande-

ren Bakerienart einsetzen und dann beobachten, was passiert: Wer in Würzburg Biochemie studiert, kann solche Erfahrungen schon im zweiten Semester machen, im Bioanalytik-Praktikum. Lisa Gutjahr und Clemens Weiß haben dieses Experiment gerade erfolgreich absolviert. Die beiden sind Pioniere. Zumindest, was den Studiengang Biochemie an der Universität Würzburg betrifft. Sie gehören zu dem ersten Jahrgang, der in Würzburg im Wintersemester 2009/10 gestartet ist. Und: Beide haben sich ganz bewusst dafür ent-schieden, unter den Ersten zu sein.„Ich habe mir gedacht, dass man in einem neu gestarteten Studiengang mehr Möglichkeiten der Mitgestal-tung hat als in einem, der schon seit vielen Jahren läuft“, erklärt Lisa ihre Entscheidung für die Uni Würzburg. Und so sei es dann auch gekommen: „Unsere Mitarbeit wird sogar erwartet“, sagt sie. In dem Studiengang geht es ziem-lich familiär zu. „Hier ist man keine Matrikelnummer unter vielen. Hier kennt jeder jeden, auch die Profes-soren“, sagt Clemens. Der enge Kontakt zwischen Do-zenten und Studierenden zahlt sich aus. Regelmäßig werden Lisa, Clemens und ihre Kommilitonen gefragt, wie ihnen die jeweiligen Veranstaltungen gefallen haben, welche Verbesserungen sie vor-schlagen würden und was sie vom

kommenden Semester erwarten. Und was das Beste ist: „Man hört auf uns“, sagt Lisa.Biologie, Chemie, Physik, Medizin: Der Studiengang Biochemie hat Schnittmengen mit zahlreichen angrenzenden Fachgebieten. Dementsprechend vielseitig ist das Angebot. Die Praxis nimmt dabei einen breiten Raum ein. Biochemie-Studierende verbringen viele Stunden im Labor und kommen früh in Kontakt mit grundlegenden Arbeitstechniken. „Man lernt Biomoleküle quasi per-sönlich kennen und erfährt im Prak-tikum, was man technisch machen kann, zum Beispiel bei der Analyse der DNA und von Proteinen“, sagt Clemens.

Das Niveau der Veranstaltungen ist hoch, die Stimmung im Labor gut. Die angehenden Biochemiker sind ein gut eingespieltes Team; weil die Gruppe so klein ist, kennt man sich untereinander schnell. Jeder hat seine Freunde gefunden, und gegenseitige Hilfe wird groß geschrieben. Was Lisa und Clemens besonders beeindruckt? Die breit gefächerte und umfassende chemische Grund-ausbildung, sagen beide überein-stimmend. „Ohne das würde man viele Vorgänge im Körper gar nicht verstehen“, sagt Clemens. „Das Wissen hilft einem bei Analysen sehr“, findet Lisa.Warum haben sie sich eigentlich für Biochemie entschieden? „Mich hat

Wie das Leben funktioniertschon immer interessiert, wie die Vorgänge im Körper auf molekularer Ebene ablaufen“, sagt Lisa. Ihr Ziel: Störungen in diesen Abläufen iden-tifizieren und dann Medikamente entwickeln, die solche Störungen beheben. Biochemie eigne sich dafür ideal – im Chemiestudium würde ihr der biologische Aspekt fehlen, im Medizinstudium die Chemie. Und warum Würzburg – abgesehen von der Tatsache, dass der Studiengang hier ganz neu war? „Die Würzburger Chemie hat einen sehr guten Ruf. Selbst in internatio-nalen Rankings steht sie ganz weit oben“, sagt Lisa. Beispiele? Im europaweiten Exzellenzranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) schaff-

te es die Würzburger Chemie in die „top group“ mit zwei Goldmedaillen für ihre Forschungsarbeiten. Auch was die Förderung von Nach-wuchswissenschaftlern betrifft, ist die Chemie hervorragend aufge-stellt. Sie sei „europaweit eine der Topadressen für den Forscher-nachwuchs“, so die Aussage des CHE-Rankings.Auch jenseits des Labors stimmen die Bedingungen: „Auf dem Cam-pus liegt alles, was wir brauchen, nah beieinander: Hörsäle, die Bib-liothek, die Mensa“, sagt Clemens. Kein Wunder, dass die beiden der Meinung sind: Das Risiko einzuge-hen, sich für einen neuen Studien-gang einzuschreiben, hat sich gelohnt.

Gegenseitige Hilfe wird groß geschrieben

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CHEMIE

Werkeln am Kolben

Freude an der Arbeit im Labor – das ist für ein Chemiestu-dium unbedingt nötig. Da sind sich die Chemiestudie-

renden Benedikt Wanner, Michael Drisch und Lisa Mailänder einig.

Vier Wochen im Labor werkelnLaborpraktika stehen während des Semesters auf dem Programm, aber auch in den Ferien: Vier Wochen am Stück darf dann mit Kolben und Reagenzgläsern gewerkelt, im Laborheft und an der Tafel getüftelt und gerechnet werden.Und wenn sie nicht im Labor sind? In der Regel hören die angehenden Chemiker vormittags Vorlesungen, die Nachmittage verbringen sie in Übungsgruppen. Dabei kommen Mathe und Physik am Anfang des Studiums nicht zu kurz, „denn das braucht man wirklich in der Che-mie“, wie Lisa betont.

„Theorie und Praxis sind gut gemischt im Chemiestudium, man sitzt nicht nur am Schreibtisch“, sagt Benedikt. Lisa gefällt beson-ders die lockere und familiäre Atmosphäre: „Nach zwei oder drei Semestern kennt man wirklich alle, auch die Leute aus den Arbeitskrei-sen und der Verwaltung.“ Dozenten und Professoren? „Die haben für unsere Anliegen immer ein offenes Ohr, auch außerhalb ihrer Sprech-zeiten“, so Michael.

An spannender Forschung mitarbeitenSpannende Forschungsprojekte ha-ben die Professoren auch – und die Studierenden können bei aktuellen Arbeiten mitmachen, ganz nah dran sein an der Forschung. Etwa in der Bachelor-Abschlussarbeit, für die sie aus vielen Themen auswählen können. Benedikt zum Beispiel hat sich mit den Inhaltsstoffen einer

afrikanischen Pflanze befasst, die später vielleicht einmal für die Be-handlung von Krebs verwendet wer-den. Lisa hat mit wasserlöslichen Farbstoffen gearbeitet, die „eine ganz tolle Fluoreszenz“ zeigen und auch für andere Wissenschafts-bereiche spannend sind. Das ist typisch für die Würzburger Chemie: Sie hat viele Kontaktpunkte zu anderen Fächern, etwa zur Biologie, Physik, Medizin, Pharmazie und Lebensmittelchemie.

Lisa Mailänder: „Etwa die Hälfte der Che-miestudierenden sind Frauen. Und es gibt in unserem Studiengang die verschiedensten Typen.“

Benedikt Wanner: „Am Hubland-Campus ist al-les zentral beieinander. Mathe, Physik, Mensa. Auch die Biochemie ist gleich nebenan, im Biozentrum.“

Michael Drisch: „Das Tollste an Würzburg ist der Main. Auf den Pro-menaden und Wiesen trifft man oft Bekannte und lernt leicht neue Leute kennen.“

Foto: Rolf van Melis / Pixelio.de

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PHARMAZIE

Wenn Marie Markones abends die Labortüre schließt, hat sie einen abwechslungsreichen

Tag hinter sich. Morgens besucht sie Chemie-, Bio- und Medizinkurse auf dem Hubland-Campus. Nach der Mittagspause in der Mensa ist dann Praxis angesagt: Im Labor untersucht Marie Arzneistoffe und chemische Verbindungen. „Das freie Arbeiten im Labor macht am meisten Spaß“, erzählt sie. Oft forscht sie dort mit anderen Studierenden.Neugierig auf Naturwissenschaften war Marie schon in der Schule. Richtig Spaß am Fach bekam

GEOGRAPHIE

Abwechslung ist garantiert

Einfach pharmosW

elche wirtschaftlichen Effekte hat der Tou-rismus in Regionen, in denen es National-

parks oder Biosphärenreservate gibt? Wie wirkt sich der Klimawan-del aus? Wie verändern sich Wü-stenlandschaften? Wie entstehen Lagerstätten, wo gibt es Gold in der Erdkruste?Abwechslung ist garantiert bei den Geographen der Uni Würzburg. Genau diese Vielfalt ist es, die Witold Golonka gefällt: „Man kann im Studium die ganze Welt kennen lernen“, sagt er. Und: Man kann über den Tellerrand blicken. Denn in der Geographie tauchen auch geistes-, wirtschafts- und sozial-wissenschaftliche Aspekte auf. Da ist es nicht ungewöhnlich, mal ein Seminar über gesellschaftliche Strukturen in Indien zu belegen.„Toll ist, dass wir hier gleich von Anfang an Physische Geographie und Humangeographie haben“, sagt Helena Lazovic aus Oldenburg. Die Physische Geographie befasst

sich – vereinfacht gesagt – mit der Erde selbst, ist also pure Naturwis-senschaft. Die Humangeographie dagegen untersucht all das, was durch den Menschen entstanden ist: Siedlungen, Verkehr oder Land-wirtschaft zum Beispiel. Was Hele-na noch gefällt: „Wir können schon früh im Studium Veranstaltungen über Spezialthemen belegen.“

Hilfsbereite Dozenten,familiärer StudiengangWitold kommt aus Heidelberg. Dass er sich für die Uni Würzburg entschieden hat, bereut er nicht: „Ich bin rundum zufrieden hier.“ Die Dozenten? Hilfsbereit und nett. Der Studiengang? So familiär, dass man sich untereinander kennt. Am

Hubland-Campus seien außerdem wichtige Einrichtungen an einem Platz: Institut, Bibliothek, Mensa – und das Fitness-Studio im Sport-zentrum, wo Witold regelmäßig seine Kräfte entfaltet. Das große Sportangebot und den grünen Hubland-Campus findet auch Hele-na gut. „Besonders der Ausblick auf die Stadt hinunter ist sehr schön.“

Die Stadt selbst? „Die hat für Stu-dierende viel zu bieten, auch unter der Woche“, lobt Helena. „Und es gibt hier viele kleine Theater, die zwar mit Laien spielen, aber richtig gut sind!“ Mit dem Würzburger Nachtleben ist auch Witold zufrie-den: „Es ist gut, hier findet sich für jeden etwas.“

Studieren Geographie: Helena Lazovic und Witold Golonka, hier im Mineralogischen Museum der Uni.

Marie Markones und Cornelius Hermann vor dem Neubau des Instituts auf dem Hubland-Campus

sie im Studium selbst – vor allem nach ihrem Praktikum in einem Wiener Krankenhaus. Dort half die Studentin auf einer Stationsapotheke mit. „Ich war fasziniert, wie ich mit meinem Wissen Menschen helfen konnte“, erinnert sie sich.

Forschung und Lehre in einemmodernen NeubauWer sich pharmazeutisches Wissen aneignen will, findet an der Uni Würzburg ideale Möglichkeiten. Im modernen Neubau des Instituts laufen Lehre und Forschung auf höchstem Niveau. „Die Ausstattung ist ein echter Vorteil“, findet Student Cornelius Hermann. Er ist durch seinen Sanitätsdienst bei der Bundeswehr auf das Pharmaziestudium aufmerksam geworden – und war sofort begeistert. Am Studium in Würzburg gefällt ihm vor allem die kompakte Größe seines Jahrgangs. Das garantiert ein vertrautes

Lernumfeld und gute Betreuung. „Die Professoren sind immer da, wenn wir sie brauchen“, erklärt Cornelius.So abwechslungsreich wie das Pharmaziestudium ist, so vielfältig sind die Karrieremöglichkeiten. Die Absolventen arbeiten nicht nur in Apotheken – unter anderem sind Laufbahnen bei Umweltbehörden, im Fachjournalismus oder in der Industrie möglich. Und auch im Alltag ist das Pharmaziestudium ein nützlicher Begleiter: „Für Freunde und Familie bin ich jetzt schon der Berater für alle Fälle“, sagt Cornelius und schmunzelt.Am Institut für Pharmazie und Lebensmittelchemie werden neue Antibiotika und Schmerzmittel entwickelt. Außerdem geht es um die Qualitätssicherung bei Arzneimitteln, also auch um die Aufdeckung von Fälschungen. Die Lebensmittelchemiker untersuchen zum Beispiel, wie wirksam Nahrungsergänzungsmittel sind.

Foto: Gerd Altmann / Pixelio.de

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Studieren am lebenden Objekt

Der Botanische Garten der Universität Würzburg ist ein idealer Platz zum Ausruhen, Erholen, Entspannen. Wer will, kann in seinen Gewächshäusern gemütlich von der Wüste in den Regenwald spazieren – tropische Ameisen inklusive. Aber natürlich dient der Garten auch wis-senschaftlichen Zwecken. Die Gärtner kultivieren hier seltene Pflanzen, die die Biologen für ihre Forschungs-projekte benötigen.

BIOLOGIE

Daniela Pezzetta und David Fecher

studieren Biologie in Würzburg.

Zoologie, Botanik, Ökologie und Tropenbiologie. Dazu Biochemie, Bioinformatik, Zell- und Entwicklungsbio-

logie, Mikrobiologie, Genetik und mehr: Die Vielfalt in der Würz-burger Biologie ist enorm. David Fecher und Daniela Pezzetta sind davon begeistert. Beide haben ihr Bachelor-Studium hinter sich, den Master wollen sie auf jeden Fall in Würzburg machen. Nirgendwo sonst.Warum David an die Uni Würzburg gekommen ist? „Ich habe mich in Hochschulrankings informiert, und da schneidet die Würzburger Biologie sehr gut ab. Dann bin ich zu den Info-Tagen gekommen und habe gesehen, welche Vielfalt es hier gibt und wie gut die Biologie in der Forschung mit anderen Fächern vernetzt ist, etwa mit der Medizin.“Wunderbar hat das für ihn gepasst, denn die biomedizinische For-schung fand David besonders span-nend. Virologie hat er schon im vierten Semester belegt, und auch seine Bachelor-Arbeit hat er dort gemacht: über die Gen-Aktivität bei Retroviren.„Man kann in der Würzburger Biologie viele Gebiete ausprobie-ren und herausfinden, was einem am meisten liegt“, sagt Daniela. Sie selbst hatte anfangs fest die

Neurobiologie im Blick. „Dann habe ich aber gemerkt, dass Pflanzen interessanter sind als ich dachte“. Ihre Bachelor-Arbeit hat sie darum in der Pharmazeutischen Biologie geschrieben: Sie dreht sich um die Frage, wie Pflanzen krankheitserre-gende Bakterien abwehren können.Daniela: „Toll an der Biologie ist neben der Vielfalt auch die Wahl-freiheit. Schon im vierten Semester kann man sich einen Schwerpunkt aussuchen und sehr selbstständig in den Forschungslabors arbeiten.“ Ganz ohne Betreuung geht das natürlich nicht – und auch hier sieht Daniela einen Pluspunkt für Würzburg: Bereits in den großen Praktika am Anfang des Studiums ist ein Betreuer für fünf Studieren-de da, später sind die Gruppen noch kleiner. Massenbetrieb sieht anders aus.„Man wird stark an die Hand ge-nommen am Anfang des Studiums, und das ist gut so.“ In diesem Punkt sind sich Daniela und David einig. Beide sind in der Biologie-Fachschaft aktiv, die sich für die In-teressen der Studierenden einsetzt. Die Fachschaft organisiert zum Beispiel gemeinsam mit Dozenten die Einführungswoche für Erstse-mester. Sie ist auch Anlaufstelle für Alle, die mit einem Bio-Studium in Würzburg liebäugeln.

Begeistert von Bio

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Sie stellen den dünnsten Draht der Welt her. Er ist aus Gold gemacht und eine Million Mal feiner

als das Haar eines Menschen. Sie manipulieren den Drehimpuls von Elektronen. Und treiben damit den Traum vom superschnellen und leistungsstarken Quantencomputer voran. Sie sind beteiligt an der größten Maschine der Welt, dem Large Hadron Collider in Genf. Und suchen dort nach unentdeckten Elementarteilchen. Sie forschen an neuen Solarzellen. Im Tintenstrahl-drucker auf Folie aufgebracht, sol-len diese die Stromerzeugung aus Sonnenlicht einfach und günstig machen. Und, und, und ...Physiker der Universität Würzburg arbeiten auf vielen Gebieten – von der Astrophysik über Energiefor-schung bis in die winzige Welt der Nanostrukturen. Dass sie – auch im internationalen Vergleich – gut sind, zeigen ihre regelmäßigen Ver-öffentlichungen in renommierten Fachzeitschriften.Und was hat Johannes Tran-Gia an seinem Physikstudium am besten

gefallen? Eine Exkursion in die Vulkaneifel! „Wir haben verschie-dene Messmethoden angewendet um einen Maarvulkan auf dessen Zusammensetzung hin zu unter-suchen“, sagt der Student. Dabei werden beispielsweise durch einen schweren Schlaghammer Erschüt-terungen des Bodens ausgelöst. Mittels zuvor im Boden angebrach-ter Sensoren können Geophysiker die Ausbreitung dieser Schallwellen durch den Untergrund untersuchen und daraus Rückschlüsse auf die Bodenbeschaffenheit ziehen. „Das ist im Prinzip das gleiche Verfahren, mit dem man auch nach Ölquellen sucht“, sagt Johannes.

Physiker sind auch in der Medizin gesuchtWem das zu unspektakulär ist: Johannes hat in seiner Abschluss- arbeit auf einem ganz anderen Gebiet geforscht. Wie gut ist der Herzmuskel durchblutet?, lautete seine Fragestellung. Die Antwort sollten Bilder aus dem Kernspin-Tomografen liefern. „Momentan ist es sehr aufwendig, auf diesem

Wege konkrete Aussagen darüber zu treffen, wie viel Blut innerhalb einer bestimmten Zeiteinheit ein bestimmtes Areal des Herzmuskels durchfließt“, sagt Johannes. Das wünschen sich aber die Me-diziner, beispielsweise um sehen zu können, wie stark ein Herz nach einem Infarkt geschädigt ist und wo sich möglicherweise Narben gebildet haben. Ideal wäre für sie eine sogenannte Perfusionskarte, die den Grad der Schädigung durch eine unterschiedliche Farbgebung darstellt. Die Physiker arbeiten daran.Johannes Tran-Gia hat sich für das Physikstudium entschieden, weil ihm Mathe und Physik schon in der Schule gut gefallen haben. Und warum ausgerechnet in Würzburg? „Das Institut hat ein breit gefächer-tes Angebot aus vielen Bereichen der Physik, ist aber dennoch überschaubar geblieben“, sagt er. Außerdem haben die Professoren einen guten Ruf, und die Dozenten sind nett. Gut gefallen haben ihm auch die zahlreichen Partnerschaften der Fakultät in die USA, nach England, Frankreich oder Japan – schließlich bezeichnet Johannes Reisen als sein „Haupthobby“. Kein Wunder, dass er die Kontakte der Physiker genutzt hat, um für ein Jahr nach Edinburgh in Schottland zu gehen und dort schon mal seinen Master zu machen. Physikern stehen nach dem Studi-um viele Wege offen – das merkt auch Johannes. In der Forschung zu arbeiten, könnte ihn reizen. Ge-nauso gut kann er sich vorstellen, als Lehrer in eine Schule zu gehen. Oder in einen Verlag, um dort über neueste Entwicklungen in der Physik zu schreiben. Aber zunächst einmal steht die Doktorarbeit an. Für die wird Johannes weiter den Blutfluss im Herzmuskel untersu-chen. Vielleicht steht am Ende ja die gewünschte Vereinfachung der Messmethode.

PHYSIK

Von Quantenwelten zu Galaxien

PSYCHOLOGIE

Freud war gestern

Psychologie in Würzburg studieren? Das bedeutet den täglichen Kontakt mit Spitzenforschung. Kleine

Arbeitsgruppen und viele Dozenten machen es möglich.Am Anfang konnte die Freundin von Johanna Müller es kaum glauben. Von Kiel war die Psychologie-Studentin nach Würzburg gewechselt. Als ihr hier ein Dozent mit nur sieben weiteren Kommilitonen ein ganzes Semester die Statistik- und Analyse-Software SPSS beibrachte, war sie endgültig überzeugt: „Die Dozenten nehmen sich unglaublich viel Zeit für uns“, berichtet Johanna. Nach dem vierten Semester hatte sie es schon auf drei Forschungspraktika gebracht. „Wer schon während des Studiums Einblicke in die Forschung gewinnen will, ist in Würzburg richtig“, erzählt Johanna. Mit Freud, der seine Patienten am liebsten auf die Couch legte, hatte die Studentin bisher keine fünf

Minuten zu tun.Dem stimmt Bachelor-Student Robert Kratzer zu. Die Würzburger Psychologie bekommt ihre führende Stellung übrigens regelmäßig in Rankings bestätigt.Natürlich hat die Qualität der Lehre auch mit der Größe der Jahrgänge zu tun. 55 Kommilitonen studieren mit Johanna, auch bei Robert geht es mit 72 Studierenden familiär zu. „Wir kennen uns alle“, sagt er.Warum Johanna nach Würzburg gekommen ist? Lange muss die Studentin nicht überlegen: „Die Stadt hat die perfekte

Größe. Nicht zu groß, und nicht zu klein.“ Dazu das Flair der altehrwürdigen Residenzstadt mit ihrer Kneipenkultur und den vielen Festivals.Für Rollstuhlfahrer Robert hat auch die Barrierefreiheit den Ausschlag gegeben: „Alles in allem sind die Gebäude relativ gut mit Rampen und Aufzügen ausgestattet“, sagt er. Was die westdeutschen Unis betrifft, da ist sich Robert sicher, kommt er in Würzburg noch relativ gut zurecht. Und wenn doch mal eine Treppe im Weg ist, helfen die Kommilitonen.

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Simone mag Gwen und KIS

Wir zwei bilden ein Rudel”, sagt Simone Müller und herzt ihre Hündin Gwen. Was

sich zuerst wie ein Scherz anhört, hat einen ernsten Hintergrund: Si-mone ist darauf angewiesen, dass Gwen sie als einzige Bezugsperson anerkennt – und niemanden sonst. Denn Simone ist blind und muss sich auf ihre Führhündin absolut verlassen können. Darum ist es für sie auch keine Freude, wenn auf dem Campus andere Studierende Gwen abspenstig machen, indem sie sie locken, streicheln oder gar füttern. Doch das kommt immer wieder vor, trotz der deutlich sicht-baren Aufschrift auf der neongrellen Weste des Tiers: „Blindenführhund: Nicht streicheln – nicht füttern!“ Simone studiert Psychologie und ist davon begeistert. „Es gibt da so vie-le Zweige, nicht nur den klinischen Bereich, an den die meisten zuerst denken. Es gibt auch Verkehrs-psychologie, Sozial- und Medien-

psychologie und noch mehr.“ Wie schafft sie es, ohne Sehfähigkeit ein derart anspruchsvolles Studium zu meistern? Zum einen gibt es natürlich technische Hilfsmittel, wie einen Laptop mit Tastatur in Blin-denschrift. Und Spezialprogramme, die den Nutzern Internet-Seiten und andere Dokumente vorlesen.

Das menschliche Umfeld hat von Anfang an gestimmtZum anderen sind da die Kommili-tonen und das Lehrpersonal. „Das menschliche Umfeld an der Uni war von Anfang an gut, alle sind sehr hilfsbereit“, sagt Simone. „In der Vorlesung erklären mir die anderen zum Beispiel, was auf den Schau-bildern zu sehen ist, die der Dozent an die Wand projiziert.“ Es gibt sogar Dozenten, die ihre Lehrunter-lagen extra für Simone aufbereiten: Sie setzen dann zum Beispiel pdf-Dateien in ein simples Textformat um, das die Studentin mit ihrem Rechner lesen kann. Formeln, Dia-

gramme und andere nicht-lesbare Formate in eine lesbare Version umsetzen: Mit der Planung eines solchen „Umsetzungsdienstes“ für sehbehinderte Studierende hat das KIS-Büro der Uni Würz-burg begonnen, die Kontakt- und Informationsstelle für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung. Simone Müller schätzt die engagierte Arbeit der KIS sehr: „Wenn ich ein Problem im Institut für Psychologie nicht lösen kann, ist das für mich die nächste wichti-ge Anlaufstelle.“

Die KIS informiert und berät – ver-traulich und kostenlos – Studien-interessierte und Studierende mit Behinderungen und chronischen Krankheiten. Wer zum Beispiel mehr über die Barrierefreiheit an der Universität wissen will oder über Nachteilsausgleiche bei Klau-suren und Hausarbeiten, ist dort genau richtig:

www.kis.uni-wuerzburg.de

Simone Müller mit ihrer Führhündin Gwen auf dem Hubland-Campus.

PSYCHOLOGIE

Studierende und ihre VertretungÜber 22.000 Studierende gibt es an der Uni Würzburg. Einmal im Jahr sind sie aufgerufen, ihre offizielle Vertretung zu wählen, den Sprecher- und Sprecherinnenrat. Der setzt sich für alle Belange der Studierenden ein: im Wissenschaftsministerium, bei der Hochschulleitung, beim Studentenwerk und anderen Akteuren. Die Studierendenvertretung organisiert aber auch Partys: die Semesteranfangsfete, das Sommerfest „Campuslichter“ und weitere Events. Sie unterhält außerdem Arbeitskreise, die zum Beispiel eine Zeitung für die Studierenden produzieren, ausländische Kommilitonen betreuen oder sich mit Ökologie und Barrierefreiheit an der Uni befassen.

www.stuv.uni-wuerzburg.de

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Echt leckerPutensteak unter der Erdnuss-Chili-kruste auf asiatischem Gemüse mit Kokos-Currysoße, Gegrilltes Tilapia-filet auf weißer Ananas-Pfeffersoße, Frische Pfifferlinge in Kräuterrahm mit Serviettenknödel: Kein Wunder, dass die Burse des Würzburger Studen-tenwerks bei der Wahl zur besten Mensa Deutschlands regelmäßig Spitzenplätze erreicht. 2007 war sie sogar „Mensa des Jahres“. Den Spit-zenplatz verdankt sie ausschließlich ihren Gästen. Denn die haben bei der Unicum-Umfrage ihr Votum abgege-ben. Übrigens: Wem Tilapia-Filet und Erdnuss-Chilikruste zu exotisch sind, bekommt in der Mensa auch jede Menge Alternativen. Frische Salate beispielsweise oder ganz einfach Currywurst mit Pommes.

ESSEN & TRINKEN

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„Warum ich mich für ein Studium in Würzburg entschieden habe? Weil ich gelesen habe, dass hier die Sonne länger scheint als in den meisten anderen Regionen Deutsch-lands. Nein, im Ernst: Ich bin nach Würzburg gegangen, weil die Würzburger Medizin einen sehr guten Ruf hat – das zeigt sich immer wieder in den diversen Rankings. Und wie ich inzwischen feststellen konnte, ist das Studium hier sehr gut organisiert, dadurch hält sich der Stress in Grenzen. Außerdem gibt es die Teddyklinik, für die Medi-zin- und Zahnmedizinstudenten verantwortlich sind. Da konnten wir schon im zweiten Semester mitmachen und so Kindern die Angst vor dem Arzt und dem Krankenhaus neh-men. Das hat echt Spaß gemacht.“ Romy Langhammer

„Eigentlich wollte ich ja in Tübingen studieren. Die ZVS hat mich dann aber nach Würzburg geschickt. Zuerst war ich ein wenig überrascht, aber inzwischen hat die Stadt mich überzeugt. Würzburg ist nicht so groß und zerstreut; mir gefällt besonders der historische Stadtkern. Außerdem gibt es viele Festivals und man kann abends gut weggehen. Sehr gut gefällt mir auch das Angebot der Sport-Uni. Im vergangenen Semester habe ich einen Kurs in Fechten belegt, und jetzt arbeite ich beim Schwimmen daran, meine Kraul-Technik zu verbessern. Ansonsten mache ich noch Konditionstraining, was mir viel geholfen hat, als ich im Mai beim Würzburger Stadtmarathon mit-gelaufen bin.“ Michaela Mooz

„Ich wollte unbedingt in Bayern studieren; da kamen nur drei Unis in Frage: München, Erlangen und Würzburg. Mün-chen ist mir zu groß, aus Erlangen habe ich wenig Positives gehört, somit ist es Würzburg geworden. Die Entscheidung habe ich nicht bereut: Mir hat beispielsweise sehr gut ge-fallen, dass wir schon in den ersten Semestern Situationen aus dem Alltag eines Arztes mit Patienten-Schauspielern geübt haben. Das war ein gutes Training. Was mir sonst an Würzburg gefällt? Dass ich dank der Ausbildung, die ich nach dem Abitur gemacht habe, gleich einen Job als Barkee-per in einer ziemlich guten Bar gefunden habe. Und dass ich als Student mit dem Semesterticket richtig günstig Bus und Straßenbahn fahren kann.“ Maximilian Franke

„Würzburg ist schön – mindestens so schön wie meine Heimatstadt Regensburg. Es gibt tolle Bars und viele Cafés, das kulturelle Angebot ist sehr groß, und ich mag die Weinberge ringsum. Außerdem kann man alles mit dem Fahrrad erreichen. Ja, man darf sein Fahrrad sogar in den Bus oder in die Straßenbahn mitnehmen, ohne deshalb extra bezahlen zu müssen. Was mir am Medi-zinstudium in Würzburg positiv aufgefallen ist: Würz-burg bemüht sich sehr um seine Studenten. In vielen Fächern gibt es Tutorien, alle sind einem behilflich, man bekommt immer Unterstützung. Ich glaube, uns geht es hier ganz gut.“

Lara Wilczek

MEDIZIN

Würzburger Medizinstu-denten – und natürlich auch -studentinnen – sind spitze. Vor

allem, wenn es um die Ergebnisse im Physikum geht. Über einen Zeitraum von zehn Jahren hinweg betrachtet, landen sie mit ihren Noten regelmäßig auf einem der ersten fünf Plätze. Nicht schlecht, bei insgesamt 36 medizinischen Fa-kultäten in Deutschland. Das gute Abschneiden zeigt: In Würzburg ist die Lehre mehr als gut. Der Erfolg im Physikum war aller-dings nicht der alleinige Grund, warum sich Robert Emmerich für ein Medizinstudium in Würzburg entschieden hat. „Mich hat gereizt, dass man hier parallel zum Medi-zinstudium noch Experimentelle Medizin studieren kann. Das ist eine ideale Ergänzung, wenn man später mal in die Forschung gehen möchte“, sagt er. Und ist deshalb von Cottbus an den Main gezogen.

Medizin? Einfach spitze!Was ihm gleich am Anfang gut gefallen hat: „Wir durften mit Schauspielern Arzt-Patienten-Gespräche üben“, sagt Robert. Seine Aufgabe: Seinen „Patienten“ darüber aufklären, dass er Lungen-krebs hat. Und dann kontrollieren, ob die Information auch richtig bei ihm angekommen ist. Viele Angebote sind dafür verant-wortlich, dass das Medizinstudium in Würzburg im Vergleich so gut abschneidet: Speziell geschulte Lehrkoordinatoren prüfen die Veranstaltungen, kümmern sich um innovative Kursformen, vermitteln zwischen Lehrenden und Studie-renden.Auf der eLearning-Plattform Wue-Campus liegt jede Menge Material zur Ergänzung der Vorlesungen und Übungen. Sogar Live-Übertra-gungen aus dem OP sind dort zu sehen, wenn beispielsweise ein Chirurg eine neue Operationstech-nik vorstellen möchte.

Praxis steht in der Würzburger Lehrklinik im Vordergrund. Dort können Studierende in aller Ruhe grundlegende ärztliche Tätigkeiten an Übungspuppen trainieren. Blut abnehmen, die Lunge abhören, ein EKG schreiben, einen Blasenkathe-ter legen, Ultraschalluntersuchun-gen: Nach dem Besuch der Lehr-klinik sollte das auch am echten Patienten ein Leichtes sein. Klar: Ein Medizinstudium stellt hohe Anforderungen. Trotzdem ist die Stimmung unter den Studierenden gut: „Man hilft sich gegenseitig, leiht auch mal seine Aufzeichnungen aus und verbringt die Freizeit miteinander“, sagt Ro-bert. Die Atmosphäre in Würzburg? „Einfach gut!“Und wer doch mal weg will aus Würzburg, für den hat die Uni jede Menge Austauschprogramme im Angebot. Die Medizinische Fakultät selbst pflegt Kontakte nach Japan, Brasilien, Tansania und in die USA.

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Blut abnehmen, eine Platzwun-de nähen, einen Blasenkatheter legen: Klar, das muss jeder Arzt und jede Ärztin irgendwann zum ersten Mal am Patienten machen. Gut – für beide Seiten – wenn sie das schon vorher mal geübt haben. Die Möglichkeit dazu bietet ihnen die Würzburger Lehrklinik. Dort lernen Medizinstudenten unter Anleitung grundlegende ärztliche Tätigkeiten – entweder an Freiwilli-

gen oder an Phantomen. Die Kurse orientieren sich am Lehrplan des Medizinstudiums und ergänzen die jeweiligen Lehrveranstaltungen an den Kliniken. Die Szene wirkt wie echt: In der Lehrklinik sind ganz gewöhnliche Krankenzimmer, ein Intensivzimmer und sogar ein Operationssaal realitätsgetreu nachgestellt. Nur der Stress fällt weg. Schließlich kann ein Phantom nicht „Aua“ schreien.

Eine Klinik nur zum Üben

BIOMEDIZIN

Forschung im Blick

Biomedizin: Wer diesen Studiengang absolviert hat, ist kein Arzt – aber fit für eine Karriere in

der Forschung. Die Studierenden bekommen Einblicke in verschie-denste Projekte der Medizin und der Naturwissenschaften: „Diese Mischung gefällt mir gut“, sagt Studentin Conny Unger. Mit viel Biologie fängt das Studium an; auch Chemie, Physik und Anatomie spielen wichtige Rollen. Später kommen Biochemie und verschie-dene medizinische Fächer dazu, zum Beispiel Physiologie, Pharma-kologie und Mikrobiologie.„Wir Studierenden bekommen die unterschiedlichsten Forschungs-gruppen vorgestellt“, sagt Katha-

rina Heil. Etwa das Team, das im Biozentrum die Entstehung von Hautkrebs untersucht. Oder die Arbeitsgruppe, die mit Fluoreszenz-Mikroskopie die Bewegung einzel-ner Proteine in der Zelle sichtbar macht.Engen Kontakt haben die Studie-renden zu den Wissenschaftlern im Rudolf-Virchow-Zentrum: In dieser renommierten Einrichtung der ex-perimentellen Biomedizin werden zum Beispiel Proteine erforscht, die für die Gesundheit des Menschen wichtig sind. Und die Krankheiten auslösen, wenn sie nicht mehr richtig funktionieren.In ihren Blockpraktika können die Studierenden längere Zeit an einzelnen Forschungsarbeiten

Die Biomedizin-Studen-tinnen Conny Unger und Katharina Heil vor dem Neubau des Rudolf-Virchow-Zentrums auf dem Medizin-Campus.

dranbleiben und tiefer in die The-matik einsteigen. Zum Teil finden die Praktika in den Semesterferien statt.„Aber auch ein Biomedizin-Studium lässt einem Zeit für andere Dinge, man muss sie sich nur nehmen“, meint Katharina. Sie selbst hat eine Zeit lang den Arbeitskreis Internati-onales der Studierendenvertretung geleitet: Der Kreis besteht aus deutschen und ausländischen Stu-dierenden. Man kocht gemeinsam, macht Ausflüge in andere Städte oder besucht Weinfeste. „Es ist schön, Leute aus anderen Studien-gängen zu treffen. Und der Kontakt zu Studierenden aus anderen Ländern macht Spaß und ist sehr interessant.“

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Training mit Teamspirit

Wenn alles neu ist, die Halle, die Geräte, trai-niert man einfach viel lieber.“ Carina Breunig,

Fußballstar der Uni Würzburg, weiß wovon sie spricht. Noch nicht lange ist es her, dass die Studentin für den TSV Crailsheim in der 1. Bundesliga die Tore schoss. Mittlerweile tritt sie beim ETSV Würzburg gegen den Ball.Die Sportstudentin kennt die Sport-szene, auch international: Sie hat schon für die University of South Florida eine Saison in der höchsten Liga des Landes gespielt. Auch mit der studentischen Frauenfußball-

Nationalmannschaft war sie für Deutschland unterwegs, in Bangkok etwa und in Belgrad.Doch in Würzburg fühlt sich Carina immer noch am wohlsten, hier will sie bleiben. „Alle Sportstudenten kennen sich, es ist sehr familiär“, erzählt sie. Selbst die Dozenten sprechen ihre Studierenden beim Namen an, sorgen dafür, dass jeder seine Kurse bekommt, und helfen auch mal aus der Patsche. „Wenn die Jahrgänge größer sind, nimmt auch die Anonymität zu“, sagt Carina. „Würzburg“, da ist sie sich sicher, „hat genau die richtige Größe.“

Sport und Latein fürs Lehramt sind ihre Fächer. Beide Institute genie-ßen einen sehr guten Ruf. Für ihr zweites Fach, Latein, büffelt Carina regelmäßig hinter historischen Mauern, in der Residenz. „Latein ist anspruchsvoll und die Dozenten verlangen viel“, erzählt sie. Doch im Examen wird sich das auszahlen.Mit den Fußball-Frauen der Würz-burger Uni hat Carina 2010 die deutsche Hochschulmeisterschaft gewonnen. Zehn Mal hat sie im Turnier getroffen – und ist damit Torschützenkönigin geworden.Die Stadt selbst? „Würzburg hat was.“ Immer sei etwas los, und vor allem die legendären Partys der Sportstudenten wird Carina nicht vergessen.

Hochschulsport für AlleFußball, Frisbee, Taekwondo, Schwimmen, Rudern: Immer wieder holen Würzburger Studierende bei Deutschen Hochschulmeisterschaften die Meister- oder Vizemeistertitel. Betreut werden die athletischen Studieren-den im Sportzentrum der Uni. Man muss aber kein Spitzensportler sein, um die vielen Angebote des Hochschulsports nutzen zu können: Fußball, Handball, Basketball, Hockey und andere Mannschaftssportarten gibt es dort. Leichtathletik, Lauftreffs, Yoga, Judo, Tanz und Unterwasser-Rugby ebenso. Schwimmbad und Fitness-Studio vervollständigen das Angebot. Und beim Würzburger Residenzlauf wetteifern jedes Jahr mehrere Uni-Teams um den Wanderpokal der Universität.

SPORTZENTRUM

Carina Breunig,Sport- und Lateinstudentin,Torschützenkönigin:„In Würzburg wird für uns Studentensehr viel gemacht.“

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Politik & Soziologie

Unsere Ausbildung in den empirischen Methoden der Sozialforschung ist richtig gut. Wir lernen,

wie man Daten erhebt, auswertet und damit arbeitet. Bei unseren Wahlumfragen zum Beispiel ermitteln wir immer wieder die Einstellungen der Würzburger zu politischen Themen und fragen sie, welche Parteien sie wählen. Die Ergebnisse sind repräsentativ, und die Politik interessiert sich dafür!“Das sind Aspekte, die Felix Bruch an seinem Studiengang Political and Social Studies besonders schätzt. Politikwissenschaft, Soziologie und Methoden der Sozialforschung sind in diesem Studiengang eng miteinander verknüpft.Der Studiengang ist praxisbezogen und stark auf die spätere Berufstätigkeit ausgerichtet. Im Modul „Medien und Kommunikation“ beispielsweise arbeiten die Studierenden mit Redakteuren der Zeitungsgruppe Main-Post zusammen. Denn Zeitungen, Fernsehen und andere Medien sind einer der größten Arbeitsmärkte für Politik- und

Sozialwissenschaftler. Aber es gibt noch andere Perspektiven: Unter anderem können die Absolventen Politiker werden oder ihr Fachwissen als Mitarbeiter im Bundestag, in Landtagen oder bei der Europäischen Union einbringen.„Unsere Dozenten sind sehr kompetent und immer bereit, uns zu helfen“, sagt Studentin Julia Nikogosian. Was ihr an Political and Social Studies außerdem gut gefällt: „Das Studium ist sehr breit gefächert, wir können uns Vieles aussuchen.“ Im Bereich Internationale Beziehungen zum Beispiel. Da können die Studierenden einen Schwerpunkt auf die weltweiten politischen Verbindungen zwischen den Staaten legen oder sich auf einzelne Regionen wie Lateinamerika konzentrieren. Zusätzlich belegen sie wahlweise Lehrveranstaltungen in Recht, Wirtschaft, Geographie oder Indologie – dabei geht es um die Sprachen und Kulturen Indiens. Ein mehrwöchiges Praktikum rundet das Studium ab: Dabei lassen sich hautnah Erfahrungen in der Arbeitswelt sammeln.

POLITICAL & SOCIAL STUDIES

Felix Bruch und Julia Nikogosian sind im Studiengang Political and Social Studies eingeschrieben.

INTERNATIONAL

Im Ausland studieren

Studiengebühren von einigen tausend Dollar pro Semester sind in den USA üblich.

Eva Ziegmann musste sie als Austauschstudentin nicht bezahlen – denn sie war an einer Partneruni der Universität Würzburg, in Oneonta im Bundesstaat New York.

Generell haben die Würzburger Studierenden viele Möglichkeiten, einen Teil ihres Studiums im Ausland zu absolvieren: Partnerunis gibt es in Schweden, Spanien, Japan, Korea und vielen anderen Ländern. Padua in Italien: Dort hat Katharina Deininger ein Semester verbracht. Die Lehramtsstudentin für Deutsch, Erdkunde und Italienisch hatte dafür ein Stipendium der Uni bekommen. Das bedeutete einen monatlichen Zuschuss von 350 Euro und einen kostenlosen Platz im Studentenwohnheim – in einem alten Palazzo, mit Austauschstudierenden aus aller Welt. Studiengebühren musste sie ebenfalls nicht bezahlen. „Wer eine Sprache unterrichten will, sollte eine Zeitlang in dem

jeweiligen Land gelebt haben“, meint Katharina. Die Zeit in Padua hat ihr viel gebracht, besonders natürlich für ihre Italienisch-Kenntnisse. „Aber ein Auslandssemester bringt einen auch persönlich weiter, weil man am Anfang allein in einem fremden Land ist und das Studium und das Privatleben komplett neu organisieren muss.“Den Auslandsaufenthalt zu realisieren? Das ging laut Katharina unkompliziert. Über die verschiedenen Austauschprogramme hat sie sich beim International Office der Uni informiert. Dort finden alle Studierenden, die eine Zeitlang in die Ferne schweifen wollen, Rat und Unterstützung.

Katharina Deininger in Italien

Stell dir vor, du bist 23 und sollst der Lehrer für Leute sein, die nur drei Jahre jünger sind

als du. Könnte schwierig werden, oder? Für Eva Ziegmann war das kein Problem:

Die Würzburger Lehramtsstudentin (Englisch und Mathe) war ein Jahr in den

USA, an der Uni Oneonta im Bundesstaat New York. Dort hat sie nicht

nur studiert, sondern auch Deutsch unterrichtet. „Die Studenten

fanden es spannend, dass eine ‚echte Deutsche‘ den Kurs

hält“, sagt sie. Sicherheit hat die angehende Lehrerin

dabei gewonnen. Sie weiß jetzt: „Ich kann mich

vor eine Klasse stellen und unterrichten,

ich komme mit dem Zeitmanage-

ment klar und auch mit

schwierigen Schü-

lern.“

Politicize!

Junge Leute für Politik be-geistern – das will der Verein „Politicize!“ Gegründet haben ihn die Studierenden im Stu-diengang Political and Social Studies. Den Verein mit Leben zu füllen, ist Teil des Studiums. Wie gewinnt man Mitglieder? Wie lassen sich Geldquellen erschließen? Wie gestaltet man Diskussionsprozesse, wie er-reicht man Kompromisse? Das und mehr lernen die Studieren-den bei der Vereinsarbeit, und dieses Wissen dürfte ihnen später im Beruf nützlich sein.

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LEHRAMT

Traumberuf Lehrer

Abwechslung und Lebendig-keit: Das bietet ein Lehr-amtsstudium an der Uni Würzburg, dem größten

Standort für die Lehrerbildung in Nordbayern. Wer hier „auf Lehr-amt“ studiert, findet mit Sicherheit seine Lieblingsfächer. Sowohl die Geistes- als auch die Naturwissen-schaften bieten ein großes Reper-toire an: Deutsch, Fremdsprachen, Geschichte, Geographie, Musik, Sozialkunde, Religion oder Ethik, Chemie, Biologie und Physik sind

nur ein paar davon. In bestimmten Lehramtsstudiengängen, wie dem fürs Gymnasium, berechtigt das Staatsexamen zur Promotion und führt damit zu einer wissenschaft-lichen Laufbahn. Parallel zu den Lehramtsstudiengängen können je nach Schulart und Fächerkom-bination der Bachelor of Arts oder der Bachelor of Science erworben werden, die über den Schuldienst hinaus Berufsfelder erschließen. Die Uni Würzburg bietet für fast alle Schularten Studiengänge

an, für Gymnasium, Realschule, Hauptschule, Grundschule und Förderschulen. Das Studium ist vielseitig – dafür sorgen die fach-, bildungswissenschaftlichen und schulpraktischen Studienanteile, die Kooperationen zwischen Hoch-schullehrern und Schulpraktikern, das Angebot, in ausländischen Schulsystemen Praktika zu absol-vieren, und das Zentrum für Leh-rerbildung und Bildungsforschung, das das Studium durch attraktive Angebote bereichert.

Für das Lehramt am Gymna-sium studiere ich Biologie und Chemie. Für Würzburg habe ich mich entschieden,

weil diese Fächer hier einen guten Ruf genießen. Das merkt man im Studium: Der Anspruch ist hoch, die wissenschaftliche Ausbildung ist gut, dementsprechend schneiden Würzburger Studierende bei den Staatsexamensprüfungen regelmäßig sehr gut ab.Genauso gut ist allerdings auch un-sere fachdidaktische Ausbildung. Es gibt in der Biologie eine Vielzahl von Seminaren, die für die Unterrichts-vorbereitung wirklich viel bringen. Wenn wir dabei beispielsweise in Kleingruppen zehn Modellstunden er-arbeiten, hat man hinterher ein gutes Repertoire, das man für die eigene Vorbereitung nutzen kann.Das hilft einem auch, wenn man während des Studiums im Prakti-kum Unterricht hält. Wie die Stunde tatsächlich gelaufen ist, erfährt man hinterher bei der Nachbesprechung. Und in der Videoanalyse kann man dann auch mal selbst sehen, wie man vor einer Klasse agiert. Solche Prak-tika sind eine gute Möglichkeit, sich auszuprobieren und eine fundierte Rückmeldung zu erhalten. Das alles trägt dazu bei, dass ich meine Entscheidung noch nie bereut habe.“ Frank Wenzel

Ich studiere Geschichte und Deutsch auf Lehramt für Gym-nasium und Magister, weil ich mir nicht sicher bin, wie mein

Leben nach dem Studium aussehen soll, und ich mir mit dem doppelten Abschluss mehr Möglichkeiten offen halten kann.Das Studentenleben in Würzburg ge-fällt mir ganz gut: Es gibt viele junge Leute, ausreichend Klamottenläden, ein umfangreiches Nachtleben und dazu jede Menge Feste, auf denen ich regelmäßig jobbe. Geld verdiene ich mir auch als Hiwi dazu. Ich arbeite mit meinem Professor an Würzburger Ratsprotokollen des 15. Jahrhunderts, die als Buch erscheinen sollen. Eine gute Möglichkeit, schon vor Ende meines Studiums wissenschaftlich tätig zu sein und in einer Veröffentli-chung erwähnt zu werden!Viel lesen gehört zu meinem Studium dazu. Da ist es wirklich sehr gut, dass ich Bücher in der Unibibliothek bis zu drei Monate ausleihen kann. Die kostenlose Fernleihe und die sofor-tige Berücksichtigung von Anschaf-fungsvorschlägen haben mir mehr als einmal eine Hausarbeit gerettet. Wenn ich nicht für mein Studium tätig bin, nutze ich intensiv die Kurse der Sport-Uni. Ohne das Angebot wäre ich nie zu meinen Erfahrungen in Ballett oder HipHop-Dance gekommen.“

Antonia Bieber

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Ursprünglich hatte ich ja geplant, Lehramt für das Gymnasium zu studieren. Dann bin ich aber während

meines Orientierungspraktikums in die Realschule gegangen und habe festgestellt, dass mir das viel mehr Spaß macht. Ich finde, an der Real-schule ist das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern enger; der Unterricht ist offener, der Stoff wird nicht so trocken dargeboten. Deshalb studiere ich jetzt Deutsch und Katholi-sche Theologie für das Lehramt an Realschulen. Was man in Deutsch macht? Alles! Mittelhochdeutsch, Sprachwissenschaft, Literaturge-schichte, Didaktik – da sitzen wir in den gleichen Veranstaltungen wie die anderen Lehramtsstudierenden. Und Religion liegt mir eh; ich war auch schon Pfarrgemeinderätin. Religion kritisch zu hinterfragen, wie ich das jetzt im Studium erlebe, finde ich ziemlich spannend. Dass die Schüler an Realschulen schwieriger sind als am Gymnasium, glaube ich nicht. Da kursieren viele Vorurteile. Ich bin überzeugt davon, dass es auch dort fitte Kinder gibt. Und guten Unterricht kann man überall machen. Würzburg gefällt mir gut. Mein Tipp an alle Neuen: Geht auf die Shuttle-Party! Da lernt ihr die wichtigsten Orte an einem Abend kennen.“

Franziska Aust

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PÄDAGOGIK

Gesellschaftliches Engagement von Studierenden plus fachliches Lernen im Seminar ergibt: Service Learning. Das Projekt hat der Würzburger Bildungsforscher Heinz Reinders ini-tiiert. Das Prinzip: In ihren Seminaren bekommen die Studierenden Wissen vermittelt, das sie parallel dazu in konkreten Projekten real anwen-den können. Beispiel: Im Seminar „Sprachförderung bei Migranten“ lernen die Teilnehmer, wie sie ein Sprachtraining konzipieren und dessen Erfolg überprüfen können. In Grundschulen oder Kindertagesstät-ten in der Region übertragen sie die Theorie in die Praxis.

Rund 6500 Studierende haben sich der-zeit an der Universität Würzburg für einen der zahlreichen Lehramtsstudiengänge eingeschrieben. Sie verteilen sich – ge-rundet – auf die einzelnen Schularten:

Grundschule: 580Hauptschule: 420Realschule: 1300Gymnasium: 3050Sonderschulen: 1100

In allen Studiengängen gibt es mehr Studentinnen als Studenten; je nach Schulart liegt das Verhältnis bei nicht ganz 2:1 (Gymnasium) über 5:1 (Sonder-schulen) bis zu 19:1 beim Lehramt für Grundschulen.

Interkulturelle Kompetenz für eine globalisierte Gesellschaft: Das er-halten Studierende in den Semina-ren, Workshops und Vorträgen des GSiK-Projekts. Koordinator ist der Erziehungswissenschaftler Andreas Dörpinghaus. In den interdisziplinä-ren Veranstaltungen beschäftigen sich die Teilnehmer beispielsweise mit dem Kopftuchstreit, mit jugendli-chen Migranten und deren Problemen oder mit interkultureller Kompetenz auf dem internationalen Parkett. Sie erhalten auf diese Weise das Wissen und die Fähigkeit,mit den Herausfor-derungen, aber auch den Chancen kultureller Vielfalt umzugehen.

Kompetent engagiert&

Nah an der Praxis

Was ihr an ihrem Pädagogik-Studium am besten gefällt? Jill-Yen Mao muss nicht lange

überlegen: „Der Praxisbezug ist hier sehr eng!“ Wie sich das äußert? Zum Beispiel in dem Seminar „Pädagogische Aufgabenfelder der Erwachsenenbildung“, das die Studentin besucht hat. Da gab es nicht ein Referat nach dem ande-ren, in dem potenzielle Arbeitsge-

biete vorgestellt werden. Nein, „wir haben von der Aidsberatung über die Industrie- und Handelskammer bis zur Personalabteilung eines internatio nal tätigen Unternehmens viele Einrichtungen besucht, in de-nen Pädagogen arbeiten können“, sagt Jill-Yen. Und im nächsten Se-mester steht der Service-Learning-Kurs auf dem Stundenplan. Service Learning (siehe Kasten unten) heißt: Studierende übernehmen in sozialen oder pädagogischen Ein-richtungen Aufträge und erhalten im Seminar das Wissen, das sie benötigen, um diese Aufträge zu erfüllen.Das Spektrum im Pädagogikstudi-um ist breit: Allgemeine Pädagogik, Elementarbildung, Jugendbildung und Erwachsenenbildung heißen die Studienbereiche, unter denen die Studierenden wählen kön-nen. Der große Fächerkanon der Universität Würzburg bietet darüber hinaus die Möglichkeit, aus vielen Nebenfächern das passende zu wählen. Jill-Yen hat zuerst mit dem Gedanken gespielt, Wirtschaftswis-senschaft als Nebenfach zu neh-men. Jetzt erscheint ihr „Öffentli-ches Recht“ als bessere Alternative für ihr Ziel, später einmal in einer Personalabteilung zu arbeiten.Und wie ist die Stimmung in dem Fachbereich? „Man kennt sich untereinander; das macht das Studium angenehm“, sagt Jill-Yen. Außerdem seien die Dozenten im Durchschnitt sehr jung. „Deren Studium ist noch nicht so lange her. Die wissen selbst noch ganz gut, was uns beschäftigt“, sagt sie.Auch das Campus-Gelände, auf dem sie einen Großteil ihrer Veran-staltungen hat, gefällt der Studen-tin gut: „Alles ist nah beieinander: die Uni, die Bibliothek, die Mensa und die große Wiese.“ Wenn dort dann noch Feiern stattfinden, wie im Sommer die Nacht der Lichter, ist das mindestens so schön wie bei Jill-Yens liebstem Hobby: Karao-ke singen in einer Würzburger Bar.

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Fast wäre Mark Daues eines der raren Exemplare eines Mannes an einer Grundschule gewor-den. Dann hat er sich während

seines Orientierungspraktikums an einer Hauptschule umgesehen und festgestellt: „Mit den Jugendlichen dort kann ich mehr anfangen.“ Jetzt wird Mark also Hauptschullehrer. Was ihn an diesem Job reizt? „Ich finde das Klasslehrerprinzip super. Man beglei-tet seine Schüler über mehrere Jahre hinweg und kann einen persönlichen Bezug aufbauen“, sagt er. Außerdem sei der Hauptschullehrer kein „reiner Wissensvermittler“, sondern vielfältig gefordert.Das Studium in Würzburg gefällt Mark gut: „Die Dozenten sind engagiert, fachlich versiert und menschlich sehr angenehm.“ Auch die Ausstattung ließe kaum Wünsche offen. Was ihm besonders gefällt? Das neue Sportzentrum am Hubland findet er besonders gelungen. Weil Mark unter anderem Sport studiert, hält er sich dort häufig auf. Hauptschule: Ist das nicht der Ort, wo Lehrer Angst vor ihren Schülern haben müssen? „Das ist das Bild, das die Medien zeichnen. Der Realität entspricht es nur in wenigen Ausnah-mefällen“, sagt Mark. Er hat während zweier Skikurse gemerkt: „Wenn man sich wirklich für seine Schüler interessiert und konsequent ist, ohne dabei autoritär zu sein, kann man selbst mit sehr schwierigen Schülern gut klarkommen.“

Als Lehrerin an einer Grund-schule will Clarissa Schauder arbeiten: „Dass ich gut mit Kindern umgehen kann,

habe ich schon früh gemerkt.“ Viele Jahre war sie in der Jugendarbeit ihrer Kirchengemeinde aktiv und hat in die-ser Zeit festgestellt: „Wer sich Mühe gibt, kann bei Kindern viel Positives bewirken. Wenn man zum Beispiel schüchternen Kindern Aufmerksam-keit und Wertschätzung schenkt, kommen sie mehr aus sich heraus. Und auch schwierige Kinder werden dann umgänglicher.“Was Clarissa am Studium fürs Grund-schullehramt begeistert: Es bietet Einblick in viele Wissenschaften. Englisch, Mathe und Deutsch, Kunst, Musik und Naturwissenschaften. „Diese ganze Fächervielfalt wird an der Grundschule ja unterrichtet“, sagt sie. Sehr gut gefallen ihr die Didaktik-Seminare, weil die Dozen-ten sich viel Mühe geben und einen direkten Bezug zum Unterricht an der Grundschule herstellen: Welchen Stoff nimmt man durch, wie baut man eine Stunde auf, welche Materialien kann man dafür verwenden?Clarissa stammt aus Gießen. Würz-burg kannte sie vorher nicht, war dann aber positiv überrascht: „Es ist eine richtige Studentenstadt mit vielen Bars, Kneipen und Festen. Hier ist immer etwas los, es wird nie langweilig. Und die Altstadt mit ihren vielen Kirchen finde ich unglaublich schön.“

LEHRAMT

Zahlen & Fakten

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Dass Elisabeth Lemp nach Würzburg gehen würde, stand schon während ihrer Schulzeit fest. Damals

machte sie ein Praktikum in einer hessischen Förderschule. Als sie dort von ihrem Studienwunsch Sonder-pädagogik erzählte, sagte jeder nur: „Würzburg. Du musst nach Würzburg gehen.“ Kein Wunder also, dass die Gießenerin heute in der Residenz-stadt zu Hause ist.Was Elisabeth an ihrem Studium schätzt, ist die Verknüpfung mit der Praxis. Sieben Praktika warten in Würzburg auf Studierende der Sonderpädagogik. Elisabeth hat sie sehr genossen: „Bei uns ist es extrem wichtig, Praxis zu sammeln.“ Arbeitet sie später als Lehrerin in einer Förderschule, ist neben der Theorie vor allem Erfahrung gefragt. In ihrem Studium halten sich beide Bereiche gut die Waage: „Es ist super ausgeglichen“, erzählt Elisabeth. „Und die Qualität der Lehre ist auf einem hohen Niveau.“

Du musst nach Würzburg!In Würzburg stehen den Studierenden die Fachrichtungen Pädagogik bei Lernbeeinträchtigungen, Körperbe-hindertenpädagogik, Sprachheil-pädagogik, Pädagogik bei geistiger Behinderung und Pädagogik bei Verhaltensstörungen offen. Neben dem Schwerpunkt kommen die erzie-hungswissenschaftlichen Studien und fachdidaktische Fächer dazu. „Ein breit gefächertes Studium“, findet Elisabeth und ist froh darüber.Vor allem, dass ihr Studium noch ab-wechslungsreicher geworden ist, freut die Studentin: „Das Themenspektrum in der Würzburger Sonderpädagogik hat in den letzten Jahren extrem zuge-nommen.“ Nur Scheine abhaken? Das kommt für Elisabeth nicht in Frage, sie geht ihren Neigungen nach, und jetzt im Hauptstudium besucht sie überhaupt nur das, was sie interes-siert – freiwillig. „Freizeitgestaltung bei Schülern mit Lernbeeinträchti-gung“ hieß zum Beispiel ein Seminar, das eigentlich nicht zum Pflichtpro-gramm gehörte. Die Studentin hat es

trotzdem besucht und ist begeistert.Für ein Praktikum ist Elisabeth übrigens noch mal nach Hessen zurückgekehrt. Ihre Betreuer wollten sie gar nicht mehr gehen lassen, so überzeugt ist man dort von Würzburgs Sonderpädagogen.

SONDERPÄDAGOGIK

Ich hatte die Wahl zwischen München und Würzburg, wo-anders kann man ja in Bayern Sonderpädagogik gar nicht

studieren. Ich habe mich dann für das idyllische Würzburg entschie-den und bisher nichts bereut. Die Stadt hat Ausstrahlung, das hab‘ ich vom ersten Tag an bemerkt. Wenn ich mir meine Studiensitua-tion anschaue, würde ich auch so-fort wieder in Würzburg beginnen. Einige Gebäude werden gerade richtig schön neu gemacht, dazu der ehrwürdige Wittelsbacher-platz, der einfach Stil hat.“

Melanie Rösch

Zur Sonderpädagogik bin ich über meinen Zivildienst in Argentinien gekommen, und nach

Würzburg durch meine Schwester. Die hat nämlich in München an-gefangen zu studieren und immer über die Massenabfertigung im Fach Sonderpädagogik geklagt. Eine kleinere Uni, so wie hier, ist bei Sonderpädagogik einfach ein Riesenvorteil. Außerdem ist Würzburg wirklich eine schöne Studentenstadt. Ich bin schnell am Main und oder draußen im Grünen. Und wir haben hier auch viel Kultur.“

Traugott Böttinger

Warum mir die Sonder-pädagogik gerade in Würzburg gefällt? Ein großer Teil meines

Studiums dreht sich um Diagnos-tik, was sehr viel mit Psychologie zu tun hat. Und die ist für unseren Bereich genauso wie die Sonder-pädagogik am Wittelsbacherplatz ansässig. Das hat echt Vorteile. Am Anfang habe ich ja gar nicht gewusst, wo die Räume und Vorlesungssäle sind. Am Wittel kann man schnell mal jemanden auf dem Gang fragen und schon weiß man, wo es langgeht. Echt praktisch, wenn alles in einem Haus ist.“

Franz Mader

Elisabeth Lemp

Im ehrwürdigen Uni-Gebäude am Wittelsbacherplatz werden unter anderem die Sonderpädagogen

ausgebildet.

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Studieren ohne Bücher und Fachzeitschriften? Das geht gar nicht. Ein wichtiger Anlaufpunkt

ist darum die Würzburger Universitätsbibliothek mit ihrem riesigen Angebot: Mehr als drei Millionen Medien warten dort auf wissbegierige Menschen: CDs und DVDs. Bücher, Zeitschriften, deutsche und ausländische Tageszeitungen – und zwar auf Papier und in elektronischer Form. Letzteres ist für die Studierenden besonders praktisch: Mit ihrem Uni-Passwort können sie auch von zu Hause aus online auf viele Lehrbücher und Zeitschriften zugreifen.Studentin Judith Pasquay weiß das Angebot der Unibibliothek zu schätzen. Das Tollste dort ist für sie der neue Bücher-Scanner:

Damit dürfen die Studierenden Zeitschriftenartikel und Kapitel von Büchern einscannen, sie in Dateiform abspeichern und mitnehmen. „Das ist gut, wenn man Bücher braucht, die sehr begehrt und nicht ausleihbar sind“, sagt Judith.In der Bibliothek kennt sich Judith bestens aus. Sie ist dort Hiwi – so heißen die studentischen Hilfskräfte, die gegen Bezahlung in verschiedensten Bereichen an der Uni arbeiten. Judith sitzt manchmal an der Info-Theke der Unibibliothek. „Wie lange ist denn heute offen?“ Diese Frage hört sie ziemlich oft – dabei stehen an den Eingängen groß und breit die Öffnungszeiten angeschrieben. Und die können sich sehen lassen: Unter der Woche bis Mitternacht, samstags und sonntags bis 22 Uhr.

Damit die Info-Theke nicht von zu vielen Hilfesuchenden überrollt wird, bietet die Unibibliothek zahlreiche Schulungen und Info-Veranstaltungen an – zum Beispiel Literatur-Recherche in Datenbanken. Dieses Angebot können übrigens auch Schüler kostenlos nutzen. Denn die Unibibliothek versteht sich als Einrichtung für jedermann.Judith Pasquay allerdings ist auf Schulungen nicht wirklich angewiesen. Durch ihren Hiwi-Job weiß sie gut Bescheid, „und das kommt mir bei der Literaturarbeit im Studium zu Gute“, wie sie sagt. Der Job an der Uni hat aber noch andere Vorteile: Ihre Arbeitszeiten in der Bibliothek hat sie so gelegt, dass sie zwischen die Vorlesungen passen. „Hätte ich anderswo einen Job, müsste ich ständig in der Stadt herumfahren. So aber kann ich schnell zur Arbeit laufen und bin auch schnell wieder in der Vorlesung.“

Bücher, CDs & Co.

UNI-BIBLIOTHEK

Schmökern, lernen, jobben: Das alles macht Studentin Judith Pasquay in der Uni-Bibliothek.

SonneSanfte HügelStarke Architektur

Das ist Würzburg.Und das Beste daran?Die Logenplätze gibt‘s am Hubland-Campus.Mit Premium-Blick auf die Stadt.

Toscana?

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Nah dranam Leben

„Das Leben ist begrenzt. Wer mehr erlebt, hat also mehr davon. Und je größer die Herausforderung, desto größer der Fortschritt.“ Xiaoxiao Liu hat eine einfache Erklärung, warum sie nach ihrem Abitur in Peking nach Deutschland gegangen ist, noch einmal drei Jahre lang ein Gymnasium besucht hat und jetzt an der Uni Würzburg Wirtschaftsinformatik studiert. Ihre Erfahrung: „Erst wenn man sich wirklich herausfordert, entdeckt man, wie viel Energie in einem steckt.“Und deshalb bereitet sie sich gerade auf ihren Bachelor-Abschluss vor und plant derweilen schon den nächsten Schritt: den Wechsel in das Masterstudium „Business Management“. Natürlich auch an der Uni Würzburg. Schließlich gefällt ihr zum einen die Stadt sehr gut: „Es gibt einen Fluss und drumherum Berge. Das mag ich“, sagt Xiaoxiao. Zum anderen schätzt sie die gute Betreuung an der Uni. Im Studiendekanat der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät habe sie noch bei jedem Problem kompetente und freundliche Hilfe erhalten.Momental lernt Xiaoxiao die Programmiersprache Java für ihr Studium. Wirtschaftsinformatik gefällt ihr gut - vor allem die Mischung aus wirtschaftswissenschaftlichen Grundlagen und der konkreten Anwendung am Computer. Deshalb untersucht sie in ihrer Bachelorarbeit auch die ökonomische Bedeutung von sozialen Netzwerken für Unternehmen. „Das ist nah dran am Leben“, findet sie.Und was kommt nach dem Studium? Promovieren oder in ein Unternehmen wechseln. Am liebsten eines, das Kontakte zu China hat. Welche Herausforderungen auch immer kommen werden: Xiaoxiao Liu fühlt sich jedenfalls bestens darauf vorbereitet.

WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFT

Finanzkrise hin oder her: Auch in unsicheren Zeiten ist ein wirtschaftswissen-schaftliches Studium eine

gute Investition. Auf das gestiege-ne Interesse hat die Würzburger Fakultät mit einem starken Ausbau reagiert und zusätzlich zu den elf vorhandenen Lehrstühlen weitere fünf eingerichtet. Damit verbessert sie natürlich auch ihr Betreuungs-angebot. Wirtschaftswissenschaft, Wirt-schaftsinformatik, Wirtschaftsma-thematik: Das sind die Bachelor-Studiengänge der Fakultät. Profunde Grundlagen in Betriebs- und Volkswirtschaft vermittelt der Studiengang Wirtschaftswis-senschaft an der Uni Würzburg. Er bereitet die Studierenden auf einen erfolgreichen Berufsstart im

Management oder in den volks-wirtschaftlichen Abteilungen von mittleren und großen Firmen vor. Begehrt sind wirtschaftswissen-schaftliche Kompetenzen aber auch bei Verbänden, Ministerien und Forschungsinstituten. Bei Banken und Versicherungen, in Forschung und Entwicklung, in Beratung und Ausbildung: Wirt-schaftsmathematiker sind gefragt. Das Studium kombiniert Mathe-matik, Wirtschaftswissenschaften und Informatik und führt in sechs Semestern zum Bachelor. Damit ist der Wechsel ins Berufsleben möglich – oder in den Master-Studi-engang Wirtschaftsmathematik. Alle Qualifikationen, die IT-Experten in Betrieben benötigen, vermittelt der Würzburger Bachelor-Studien-gang Wirtschaftsinformatik in

sechs Semestern. Der Stundenplan kombiniert Fächer aus Betriebs- und Volkswirtschaftslehre mit Informationstechnik.Wer nach dem Bachelorstudium an der Uni bleiben möchte, findet dafür in Würzburg beste Vorausset-zungen: Ein Master-Programm für Wirtschaftsinformatik läuft bereits seit 2007, drei weitere für Econo-mics, Business Management und Wirtschaftsmathematik sind in den Startlöchern oder im Wintersemes-ter 2010/11 angelaufen. Beim Master in Economics will die Fakultät verstärkt mit Juris-ten, Politikwissenschaftlern und Geographen kooperieren. Und an Berufstätige richtet sich der Wei-terbildungsstudiengang Business Integration mit dem Abschluss MBA.

Fit für die Wirtschaft

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Was mir an dem BWL-Studium in Würzburg gefällt? Das Kursangebot ist hervorragend. Besonders

gut finde ich die Tatsache, dass wir auch Seminare aus anderen Fächern wie beispielsweise Jura oder Wirtschaftsinformatik besuchen können und als Studienleistung angerechnet bekommen. Genauso können wir Praktika oder eine Tutorentätigkeit ins Studium einbringen und erhalten dafür Credit-Points. Das gibt es nicht an vielen anderen Universitäten.Toll sind auch die zahlreichen Kontakte, die die Fa-kultät ins Ausland hat. Ich bin für ein Semester nach Schweden an die Universität in Umeå gegangen und habe dort alle Kurse auf Englisch hören können. Bei der Vorbereitung darauf hat mich das Studiendekanat super unterstützt. Auch nach dem Bachelor lohnt sich das Studium in Würzburg. Die Masterprogramme bieten eine überragende Auswahl an Vertiefungsprogrammen. Da sollten eigentlich keine Wünsche offen bleiben.“

Carina Seubert

Warum ich aus Stuttgart nach Würzburg gekom-men bin? Die Fakultät hat einen guten Ruf. Dazu

tragen natürlich Professoren wie der Wirtschaftswei-se Peter Bofinger oder der Aktienexperte Ekkehard Wenger bei. Für mich als Studenten ist aber genauso wichtig, dass die Professoren unkompliziert zu errei-chen sind und einem immer mit Rat und Tat zur Seite stehen. Was das Studium außerdem sehr erleichtert, ist die intensive Betreuung durch Tutoren, die es in nahezu jedem Fach gibt. Das ist übrigens eine gute Gelegenheit, etwas Geld zu verdienen. Ich selbst habe auch schon als Tutor gejobbt.Die Kontakte ins Ausland finde ich ebenfalls wirklich gut. Als ich für ein Semester nach Bangkok gegangen bin, wusste ich schon vorher, dass ich die Kurse, die ich dort besuchen würde, in Würzburg einbringen kann. Und Würzburg? Einfach eine ziemlich schöne Stadt. Vor allem, wenn man abends am Mainufer sitzt und die letzten Sonnenstrahlen genießt.“

Fabian Wagenblast

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JURA

Jura? An dieses Fach hat Simon Hembt lange Zeit keinen Gedanken verschwendet. Eigentlich wollte er Musik

studieren. Er spielt Gitarre, seit er sechs ist, und tritt seit Jahren mit der Band „Set Alight“ auf.Warum er jetzt juristische Vorlesungen hört? „Ich habe Praktika bei Konzertveranstaltern gemacht und dabei gemerkt, wie viel Jura in diesem Business

drinsteckt“, sagt er. Rechtliche Aspekte tauchten auch im Zivildienst auf, in einer Schule für Körperbehinderte – etwa dass man dort nur mit Einwilligung der Eltern Fotos von den Kindern machen darf. So hat sich Simon immer mehr für das Thema interessiert – und sich schließlich fürs Jura-Studium entschieden.Rechtswissenschaft also statt Rock’n’Roll. Simon bereut diese Wendung keinesfalls. „Es heißt ja immer, Jura sei trocken. Aber das stimmt nicht“, sagt er: Wer sich für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft interessiert, komme in diesem Studiengang voll auf seine Kosten.

Würzburger Spezialität: EuroparechtAuch Grundlagenfächer wie Rechtsgeschichte und Rechtsphilosophie werden unterrichtet. Eine Würzburger Spezialität ist das Europarecht; für dieses Gebiet gibt es eigens ein Begleit- und ein Aufbaustudium.Simon will sich später auf Musik- und Medienrecht spezialisieren: „Dafür braucht man unbedingt

Fremdsprachenkenntnisse.“ Also besucht er Kurse in Rechtsenglisch. Auf ihr ansehnliches Fremdsprachenangebot sind die Würzburger Juristen stolz. Neben Englisch haben sie Spanisch, Chinesisch, Russisch und andere Sprachen im Programm. In den Kursen lernen die Studierenden die juristische Fachterminologie der jeweiligen Länder und auch deren Rechtssysteme kennen.Jura studieren, Rechtsenglisch lernen, mit der Band im Jahr rund 50 Konzerte geben. Ist das nicht ein allzu strammes Programm, das Simon absolviert? „Mit einem guten Zeitmanagement geht das. Wenn man im Studium am Ball bleibt und auch die freiwilligen Übungsklausuren mitschreibt, ist man auf die Prüfungen wirklich gut vorbereitet.“

Jurastudent Simon Hembt bei einem Auftritt mit seiner Band.

Jura rockt

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Die Juristische Fakultät hat ihren Sitz in der Alten Universität in der Innenstadt.

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In der Bibliothek oder im Hörsaal mal schnell drahtlos mit dem Laptop ins Internet gehen? Kein Problem: Viele

Bereiche der Uni sind gut mit WLAN abgedeckt – es gibt mehr als 200 Access Points. Dafür hat das Rechenzentrum gesorgt, die zentrale Service-Einrichtung der Uni in Sachen Informationstechnologie.Den Studierenden bietet das

Voll auf Empfang Rechenzentrum viele wertvolle Dienste an. Zum Beispiel PC-Kurse: Bilder bearbeiten mit Photoshop, Flyer layouten mit InDesign, Videos schneiden mit Pinnacle Studio. Dazu kommen Kurse über Excel, Windows, Linux und weitere Angebote. Die Teilnahme an den Kursen ist für Studierende kostenlos, denn sie werden aus Studienbeiträgen finanziert. Das gilt auch für viele Software-Produkte, die Studierende beim Rechenzentrum kostenlos oder preisgünstig bekommen – auch für die private Nutzung.In den Computerräumen der einzelnen Fachbereiche und des Rechenzentrums auf dem Hubland-Campus können die Studierenden außerdem PC-Arbeitsplätze, Scanner, Drucker und andere Geräte benutzen. Wenn Probleme und Fragen rund um die Informationstechnologie auftauchen, helfen das Beratungsteam und die Telefon-Hotline des Rechenzentrums weiter.Viele Dozenten benutzen WueCampus, die zentrale E-Learning-Plattform der Universität. Dort bieten sie Vorlesungsunterlagen zum Download an oder spezielle Trainingskurse: Juristen können damit zum Beispiel knifflige Rechtsfälle lösen, Mediziner virtuelle Patienten behandeln – auch hierfür ist das Rechenzentrum zuständig: Es betreut die Plattform in Zusammenarbeit mit den Informatikern.

RECHENZENTRUM

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CAMPUSLEBEN

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Lebendiger CampusNacht der Lichter, Uni-Kino, Partys, Konzerte, Sport, Abschlussfeiern oder einfach nur ein Plausch in der Cafeteria: An der Uni ist immer was los.

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Eine Ferienanlage am Mittelmeer? Nein – das hier ist ein Studenten-wohnheim, das gleich neben dem

Uni-Campus am Hubland liegt.

WOHNHEIME STUDENTENWERK

Nicht allein

Hier ist immer etwas los, und das gefällt mir.“ Kristina Grotuzaite lebt in einem Würzburger

Studentenwohnheim. Die Gemeinschaft dort genießt sie: Man trifft sich auf dem Flur, man hält ein Pläuschchen, man überlegt, ob es am Abend eine Party geben könnte.In der Gemeinschaftsküche hat jeder seine eigenen Fächer und sein eigenes Abteil im Kühlschrank. Gekocht und gegessen allerdings wird meistens gemeinsam – zuletzt standen Spaghetti mit einer Soße aus Hackfleisch und Gemüse auf dem Speiseplan. Im Freien

gibt es auch einen Platz, wo die Bewohner grillen können. Wer gerne Menschen aus anderen Ländern kennenlernt, ist in einem Wohnheim richtig. Kristina kommt aus der Stadt Klaipeda in Litauen und studiert in Würzburg Germanistik und Französisch. Die meisten ihrer Mitbewohner sind Deutsche, aber es gibt auch Studierende aus Asien und Afrika. Internationales Flair gehört zu einem Wohnheim in der Regel dazu.Mehr als 20 Studentenwohnheime gibt es in Würzburg, die Mieten liegen etwa zwischen 180 und 280 Euro im Monat. Die meisten Plätze

vergibt das Studentenwerk, das zehn Wohnanlagen für Studierende betreibt. Wer ein Zimmer mit Gemeinschaftserlebnis sucht, sollte sich frühzeitig bewerben: studentenwerk-wuerzburg.deDas Studentenwerk vermittelt auch Privatunterkünfte und bietet im Internet Infos über die anderen Wohnheime an.

Kristina Grotuzaite mag das Leben im Studen-

tenwohnheim.

Mensa & mehr

Das Studentenwerk Würzburg bietet den Studierenden zahlreiche Serviceleistungen

an. Es betreibt nicht nur Studentenwohnheime und eine Privatzimmervermittlung, sondern auch Mensen und Cafeterien an der Uni. Für Finanzielles ist das Studentenwerk ebenfalls ein wichtiger Ansprechpartner: Bei ihm ist das Bafög-Amt mitsamt Beratung angesiedelt. Zudem informieren die Mitarbeiter über Studienkredite und weitere Finanzierungsmöglichkeiten. Wer eine Sozial- oder eine Rechtsberatung braucht, ist beim Studentenwerk ebenso an der richtigen Adresse: www.studentenwerk-wuerzburg.de

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FestungKultur und Geschichte: Würzburg hat viel zu bieten

FreizeitStadtstrand und Clubs: Abwechslung ist garantiert

FlussFlanieren und Feiern: Am Main ist immer was los

WÜRZBURG

Was darf es sein: Weltkulturerbe, Weinfest oder doch vielleicht eines der zahlreichen Festivals – angefangen beim Mozart-Fest über das Africa Festival bis zum Umsonst & Draußen? Gründe, die für Würzburg sprechen, gibt es jedenfalls mehr als genug. Die Stadt liegt idyllisch am Main, umgeben von Weinbergen und eingerahmt von Spessart, Rhön und Steigerwald. 135.000 Menschen haben sich für das Leben in Würzburg entschieden. Rund 28.000 davon sind Studierende, und das macht Würzburg jung und lebendig. Hier gibt es viel zu entdecken!

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Daskönnen Sie bei uns studieren:

STUDIENANGEBOT

Sprache, Kultur, Medien

ÄgyptologieAlte WeltAltorientalistikAnglistik/AmerikanistikArchäologie (Klassische / Vor- und Frühgeschichtliche)Digital HumanitiesEthikEuropäische Ethnologie/VolkskundeFranzösischGermanistikGeschichteGeographieGriechischIndologie/SüdasienkundeItalienischKunstgeschichteLateinMedienkommunikationMensch-Computer-SystemeModern ChinaMuseologie und materielle KulturMusikwissenschaftPhilosophiePhilosophie und ReligionRussische Sprache und KulturSpanischVergleichende indogermanische Sprachwissenschaft

Recht und Wirtschaft

Europäisches Recht (Aufbau- und Begleitstudium)JuraRechtswissenschaft für im Ausland graduierte JuristenWirtschaftsinformatikWirtschaftsmathematikWirtschaftswissenschaft

Ingenieurwissenschaft

FOKUS Physik-NanostrukturtechnikLuft- und RaumfahrtinformatikNanostrukturtechnikTechnologie der Funktionswerkstoffe

Mathematik & Informatik

Computational MathematicsInformatikMathematikMathematische PhysikMensch-Computer-SystemeWirtschaftsinformatikWirtschaftsmathematik

Naturwissenschaften

BiochemieBiologieBiomedizinChemieGeographie FOKUS ChemieFOKUS PhysikFOKUS Physik-NanostrukturtechnikLebensmittelchemieMathematische PhysikPharmaziePhysikPsychologie

Erziehung & Gesellschaft

Evangelische TheologieKatholische TheologieKunstpädagogikLehramt an GrundschulenLehramt an GymnasienLehramt an HauptschulenLehramt an RealschulenLehramt für SonderpädagogikMensch-Computer-SystemeMusikpädagogikPädagogikPhilosophie und ReligionPolitical and Social StudiesPsychologieSonderpädagogikSozialkundeSportSportwissenschaft mit Schwerpunkt Gesundheit und Bewegungspädagogik

Lebenswissenschaften

BiologieBiomedizinExperimentelle Medizin (Begleitstudium)MedizinPharmazieZahnmedizin

ÄgyptologieAltorientalistikAngewandte HumangeographieAngewandte Physische Geographie, Geosystemwandel und -schutzAnglistik / AmerikanistikBildungswissenschaftBiochemieBiologieBiomedizinBusiness Integration (MBA-Weiterbildungsstudium)Business Management (BWL)ChemieChina Business Management Chinese StudiesComputational MathematicsDigital HumanitiesEconomics (VWL)

EthnomusikologieEuropäische Ethnologie/VolkskundeEuropäisches Recht/WirtschaftsrechtExperimentelle MedizinFOKUS PhysikFOKUS Physik-NanostrukturtechnikGalloromanische PhilologieGermanistik als FremdsprachenphilologieGriechische PhilologieIberomanische PhilologieIndologie/SüdasienkundeInformatikItaloromanische PhilologieKarnataka StudiesKlassische ArchäologieKunstgeschichteLateinische PhilologieLebensmittelchemie

MathematikMathematische PhysikMusikpädagogikMusikwissenschaftNanostrukturtechnikPhilosophiePhysik Political and Social SciencesPsychologiePsychologische Psychotherapie (Aufbaustudiengang)Russische Sprache und KulturSonderpädagogikSpace MathematicsSpace Science and TechnologyTechnologie der FunktionswerkstoffeVergleichende indogermanische SprachwissenschaftVor- und frühgeschichtliche ArchäologieWirtschaftsinformatikWirtschaftsmathematik

Master-Studiengänge(aktuelle und im Wintersemester 2012/13 startende)

Blick auf die Alte Universität

Foto: Pan/Pixelio.de

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INFORMATION & SERVICE

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Weites Land

Großzügig angelegt ist der Uni-Campus am Hubland. Für neue Gebäude bietet er genug Platz – damit die Studierenden in den Vorlesungen, Seminaren und Praktika die bestmögliche Betreuung bekommen.Perspektiven? Die liegen gleich nebenan, auf dieser Seite links oben: Dort entwickelt Würzburg einen neuen Stadtteil. 39 Hektar davon sind für die Universität reserviert, und ein Teil des neuen Campus Nord wird seit Mai 2011 bereits genutzt. Gute Aussichten also für die Zukunft!

Neubau mit Hörsälen und Seminarräumen.

In Betrieb seit 2011.

Neubau mit Praktikumsräumen für die Naturwissenschaften. In Betrieb seit Mai 2011.

Ein neuer Stadtteil entsteht:39 Hektar davon, der Campus Nord, sind für die Universität.

Nutzung seit 2011.

Umbau für die Organische Chemie. Fertigstellung: 2012.

Zentrale StudienberatungOttostraße 1697070 WürzburgTelefonservice Mo-Fr 9-15 Uhr:(0931) 318 318 [email protected]

www.studienberatung.uni-wuerzburg.de

Kontaktstelle für Studierende mit Behinderungen und chronischen KrankheitenMensagebäude am Hubland97074 Würzburg(0931) [email protected]

www.kis.uni-wuerzburg.de

Bafög-AmtStudentenwerk WürzburgAm Studentenhaus97072 Würzburg(0931) [email protected]

www.studentenwerk-wuerzburg.de

StudentenwohnheimeStudentenwerk WürzburgAm Studentenhaus97072 Würzburg(0931) [email protected]

www.studentenwerk-wuerzburg.de

Studieren im AuslandInternational OfficeSanderring 297070 Würzburg(0931) [email protected]

www.international.uni-wuerzburg.de

Career ServiceSanderring 297070 Würzburg(0931) [email protected]

www.career-service.uni-wuerzburg.de

Frühstudium und weitereAngebote für Schülerwww.uni-wuerzburg.de/fuer/schueler

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Flair in der AltstadtRund ums Würzburger Rathaus und den Vierröhrenbrunnen wird gebummelt, eingekauft und eingekehrt.

Was wir an Würzburg mögen

Aus der ganzen Welt kommen junge Leute zum Studieren an die Uni Würzburg. Hier erzählen sie, was ihnen in der Stadt

am besten gefällt. Und passende Fotos haben sie auch gleich mitgeliefert.

„Dieser Ausblick ist etwas, was mich auf positive Gedanken bringt. Man kann hier mit Freunden Picknick machen oder

einfach die Stadt von oben anschauen und sich entspannen!“Ilona Vilima aus Lettland

„Im großen Ringpark fühle ich mich wohl. Hier kann ich laufen, spazieren oder einfach tun was mir zur Zeit einfällt.“

Erik Karlsson aus Schweden

„Ich mag den Campus mit dieser Sicht, weil ich ganz Würzburg sehen kann und weil hier immer viel los ist. Die Leute kommen um zu spazieren, es gibt viele Kinder, die mit Drachen spielen, und im Winter laufen sie Schlittschuh und machen Schneeballschlacht.“

Maina Bouland aus Frankreich

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Im Team geht alles besser:unsere Angebote für Studenten.

Wir bieten Ihnen ein Dream-Team, das es in Sachen Geld voll drauf hat: Das kostenlose Girokonto-Vorteil macht Sie flexibel, der KfW-Studienkredit versorgt Sie finanziell, die Sparkassen-Kreditkarte X-Tension gibt Ihnen weltweite Zahlungsfreiheit. Und das Sparkassen-Finanzkonzept stellt die Weichen für Ihre Zukunft. Alles Weitere in Ihrer Geschäftsstelle oder unter www.sparkasse-mainfranken.de. Wenn’s um Geld geht – Sparkasse.

www.sparkasse-mainfranken.de

HerausgeberJulius-Maximilians-Universität WürzburgDer Präsident: Prof. Dr. Alfred ForchelSanderring 2, 97070 Wü[email protected]

RedaktionStabsstelle ÖffentlichkeitsarbeitSanderring 2, 97070 Würzburg [email protected]

MitarbeitSabrina Flurschütz, Valentin Niebler, Hannes Vollmuth

Druck Schleunungdruck GmbHEltertstraße 27, 97828 MarktheidenfeldTelefon: 09391/ 6005-0, Telefax: 09391 / [email protected] www. schleunungdruck.de

IMPRESSUM

UniZeitStudieren an der Uni Würzburg2011/12

FotosGunnar Bartsch, Katharina Deininger, Robert Emmerich, Sabrina Flurschütz, Florian Grabsch, Rauf Gulijev, Elmar Hahn, Jürgen Helmerich, Birgit Herrmann, Wolfgang Launer, Andreas Maisch, Christoph Naumann, Valentin Niebler, Leonardo Regoli, Karsten Schutte, Staatliches Bauamt Würzburg, Frank Tegtmeier, Thomas Trefzger, Universitätsbibliothek Würzburg, Hannes Vollmuth, Eva Ziegmann, Christina Zube

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Universität Würzburg Sanderring 2 97070 Würzburg