DVFA Jahresbericht 2012

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  • 1. Deutsche Vereinigung fr Finanzanalyse und Asset Management e.V. JAHRES BERICHT 2012

2. JAHRES BERICHT 2012 3. INHALT 4. 05 07 17 21 23 3 3 4 3 BERICHT DES VORSTANDS 2012 SCHWERPUNK T THEMEN F IN ANZ AK ADEMIE EF FAS E VEN TS und AK TIVITTEN bERICHT BER DIe GREMIEN Mitglieder und BIL ANZ 5. W ir wollen neben unserem zweifellos inhaltlich breit aufgestellten F cher in Z ukunft gezielt T hemenschwerpunkte setzen und verfolgen . S T E F A N B I E L M E I E R 6. Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder, mit diesem Geschftsbericht haben wir uns inhaltlich und konzep- tionell erneuert. Wir sind auf einen modernen Magazinstil umgestie- gen und mchten Sie mit einem echten Mehrwert berzeugen, der Sie dazu anregt, unseren Jahresbericht interessiert zu lesen. Diese Vernderungen sind gleichzeitig der Spiegel einer Neuausrichtung innerhalb der DVFA, die sich an verschiedenen Pfeilern festmacht. Im Mai hat nicht nur ein Wechsel an der Spitze der DVFA stattge- funden. Ich habe mit Freude die umfangreiche und anspruchsvolle Fhrungsaufgabe, die Fritz Rau seit 1998 mit Umsicht, Geschick und Lebenserfahrung auszufllen wusste, bernommen. Fritz Rau wurde fr sein Wirken mit der Ehrenmedaille der DVFA ausgezeichnet und ist fortan Ehrenvorsitzender unseres Vorstandsgremiums. Mit Dr.Ulrich Neugebauer, Deka Investment GmbH, haben wir eine neue Stimme fr das Ressort Asset Management hinzugewonnen. Wir wollen neben unserem zweifellos inhaltlich breit aufgestell- ten Fcher in Zukunft gezielt Themenschwerpunkte setzen und ver- folgen. Dazu zhlen Ethik und Finanzwirtschaft, Konzerne und Pensionslasten, Non-GAAP-Earnings und Mittelstndische An- leihen. Zum Ethikkomplex hat sich ein Arbeitskreis gegrndet, den Kulturstaatsminister a.D. Prof. Dr.JulianNida-Rmelin leitet. Diese Aktivitten stehen im Zeichen des neu gegrndeten Gemeinntzigen DVFA Instituts fr Finanzstudien GmbH. Unsere Arbeitsschwerpunkte fanden 2012 auch Ausdruck im 2. DVFA-Symposium Corporate Bond Forum, bei dem Anleihen als Instrument der Unternehmensfinanzierung im Fokus standen. Wir haben mit der EFFAS-EBC Konferenz unseren Horizont auch interna- tional aufgespannt und ber die Zukunft der Eurobonds diskutiert. Und dies sind nur zwei Beispiele aus dem vielfltigen Veranstaltungs- fcher der DVFA. Die Gremien der DVFA sind federfhrend in der Herausbildung von Standards. So formulierte die DVFA eine Richtlinie Non-GAAP- Earnings-Adjustments, in Zusammenarbeit mit Pricewaterhouse- Coopers AG (PwC) Wirtschaftsprfungsgesellschaft, und der Univer- sitt Hamburg. Die Standards fr Bondkommunikation unter dem Schuldverschreibungsgesetz in Zusammenarbeit mit dem BVI, Bun- desverband Investment- und Asset Management e.V.,habenin der ffentlichkeit ebenfalls eine groe Resonanz gefunden. Im Bereich der Kapitalmarktkonferenzen stand und steht der Fokus auf dem Small- und Midcap-Sektor. Die traditionelle Small Cap Conference SCC_ feierte ihr 10-jhriges Jubilumdie Konfer- enz ist am Kapitalmarkt zweifellos fest etabliert. Das Konferenz- team der DVFA leistet im Bereich One-on-One-Management seit Jahren solides Prozessmanagementzuletzt beim Eigenkapitalfor- um der Deutschen Brse AG. Ein sehr bedeutender Ankerpunkt 2012 war die Wrdigung des 25-jhrigen Bestehens der DVFA-Finanzakademie, das im Oktober im Frankfurter Westhafenpier in schnem Rahmen gefeiert wurde. Mit dem CRERM, Certified Real Estate Risk Manager, wurde ein neues Immobilien-Programm aufgelegt. Die Finanzakademie begegnet damit innovativ den Herausforder- ungen des Ausbildungsmarktes. Weiter ist das britische Chartered Institute for Securities & Investment (CISI) mit ber 40.000 Mitglie- dern dem internationalen Verband der Investment Professionals ACIIA beigetreten. Wir gedenken in Ehren Prof. Dr. Norbert Walter, Ehrenmitglied der DVFA, der im Herbst letzten Jahres verstorben ist. Die DVFA hat jetzt 1391 persnliche Mitglieder. Ich danke ganz herzlich allen, die sich im Team fr Ziele und Wahrnehmung der DVFA engagiert habenim Vorstand, in Kommissionen, Arbeits- kreisen und in der DVFA-Geschftsstelle. Frankfurt, im Mrz 2013 Stefan Bielmeier im Namen des Vorstands DVFA e.V. 2 0 1 2 5DVFA JAHRESBERICHT 2012 7. Schwer punkt themen 8. Von Martin Hock Der Berichtssaison zittern immer viele Menschen entgegen, Anle- ger wie Finanzvorstnde. Dabei hoffen beide dasselbe: dass die Zahlen ein gutes Bild abgeben. Unterschiede gibt es im Verhltnis zur Wahrheit: Whrend erstere hoffen, dass die Zahlen der Wahr- heit entsprechen, auch wenn diese schmerzlich ist, sind letztere eher darauf bedacht, die Wahrheit so darzustellen, dass sie ein gutes Bild abgibt. Das Mittel der Wahl ist die Bereinigung von Ergebniss- en: Restrukturierungskoten raus, Wechselkursbelastungen raus, Einmalbelastungen jedweder Couleur rausGewinn vor Kosten nennen das Sptter bisweilen. Reinigungsmilch fr Ergebnisrechnungen Erheblich ernsthafter ist da die Kritik, die jetzt laut einer Umfrage der Deutsche Vereinigung fr Finanzanalyse (DVFA) und der Unter- nehmensberatung PwC von Finanzanalysten und Fondsmanager laut wird. Dabei geht es vor allem ber den Ausweis und die Bericht- erstattung hinsichtlich zweier beliebter Gewinngren, die nicht ber Rechnungslegungsstandards (GAAP) geregelt werden: das Ebit und das Ebitda. Ersteres wird auch als Betriebsergebnis bezeichnet und beziff- ert den Gewinn vor Zinsen und Steuern, letzteres den Gewinn vor Zinsen, Steuern, Ab- und Zuschreibungen und wird auch als operati- ver Gewinn bezeichnet. Indes ist schon diese Unterscheidung wenig trennscharf, denn oft genug wird auch das Ebit als operativer Ge- winn bezeichnet. Fr diese Gren fehlen verbindliche Rechnungslegungsstand- ards und so bemngeln die befragten Experten, dass Unternehmen die Bereinigung von Ergebnisgren taktisch fr bilanzkosmetische Zwecke einsetzen. Das mache die Praxis der Ergebnisbereinigung weitgehend beliebig gestaltbar. Kreativ gestaltete Gewinne Die Ergebnisse der Umfrage zeigen deutlich, wie wichtig es fr In- vestoren ist, dass die Praxis im Umgang mit nicht wiederkehrenden und nicht-betrieblichen Unternehmensergebnissen im Interesse von Transparenz und Glaubwrdigkeit geregelt werden muss. Wir bentigen hier klare Standards, sagt DVFA Vorstandsvorsitzender Stefan Bielmeier. berwltigende Einigkeit herrschte bei den Befragten, dass die Unternehmen Einmaleffekte grundstzlich ausweisen und eine de- taillierte, bersichtliche und transparente berleitungsrechnung vor- legen sollten. Das scheint nicht immer der Fall zu sein, lautet die Kritik doch dass die Gewinnausweise auf keinen Fall einer kreati- ven Gestaltung unterliegen sollten. Hausputz bei Kosten, Schlamperei beim Erls Aber damit nicht genug. Gefordert werden auch ffentliche, konzern- interne Richtlinien, wie einmalige Effekte behandelt werden. Beson- dere Aufmerksamkeit gilt den Restrukturierungs-Aufwendungen, die mglichst granular und detailliert dargestellt werden sollten. Kritik gibt es auch auf der Ertragsseite. Denn offenbar waren viele Unternehmen rasch dabei, einmalige Aufwendungen zu bereinigen, aber erheblich zurckhaltender, wenn es um einmalige Ertrge ging. Doch neben Schelte und zwlf Empfehlungen fr die Berichterstatt- ung gibt es auch Lob fr manches heute berichtende Unternehmen. Unter anderem wird die berleitungsrechnung der Deutschen Post, die Zuordnung der Restrukturierungsaufwendungen bei Continental oder die Darlegung der internen Verwendung der Kenngren bei Demag Cranes positiv erwhnt. Wie hltst Du's mit der Wahrheit? Allein aber die Postulierung einer Richtline zeigt deutlich das Prob- lem der Berichterstattung, das man bisweilen auch mit der philo- sophischen Frage Was ist Wahrheit? umschreiben knnte. Aller- dings ist dies nur ein Teil des Problems. Denn dazu gehrt auch der Umgang mit der Wahrheit. Wenn etwa der mittlerweile insolvente Handelskonzern Arcandor in seinen letzten Jahren von Quartal zu Quartal den Ausweis von Kenngren und Unternehmensteilen so handhabte, dass die Berichte kaum noch vergleichbar waren, mgen diese trotzdem wahrheitsgem gewesen seindas Bild verschlei- erten sie trotzdem. Die Forderung nach Standards und Richtlinien ist also durchaus sinnvoll. Indes beginnt dann das Problem von neuem, dass allgemeingltige Standards nie allen Unternehmen gerecht werden. Insofern ist die Forderung nach einer Offenlegung von berleitungen und der Behandlung von Einflussgren zentral und dagegen spricht eigentlich nichts. Wer Kenngren sinnvoll ableitet und nicht willkrlich kreiert, kann auch sagen, wie er dazu gekommen ist. N ON - G A A P - E arnings Wider kreative G ewinne Der Artikel erschien in der F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main GBI-Genios Deutsche Wirtschaftsdatenbank GmbH Alle Rechte vorbehalten. 7DVFA JAHRESBERICHT 2012 7 9. 8 Der Artikel erschien in der Brsen-Zeitung, Zeitung fr die Finanzmrkte, Ausgabe 213, 03.11.2012 SCHWERPUNKTTHEMEN E thik in der F inanzwirtschaft geht das? Von Claus Dring Tiefe Verunsicherung oder gar schlechtes Gewissen? Vermutlich beides, wenn nun auch noch der Berufsverband der Finanzana- lysten und Asset Manager in Gestalt der DVFA sich mit der Frage der Ethik in der Finanzwirtschaft auseinandersetzt und dafr eine Arbeitsgruppe mit renommierten Persnlichkeiten aus Wissen- schaft, Gesellschaft und finanzwirtschaftlicher Praxis ins Leben ruft. Es ist ja nicht so, dass dieses Thema seit Ausbruch der Finanz- krise vor fnf Jahren nicht in unzhligen Sonntagsreden von Ver- bandsvertretern, in Vorlesungsreihen an den Hochschulen und in Mea-culpa-Interviews diverser Banker adressiert worden wre. Homo oeconomicus am Ende Die Finanzkrise hat dafr gesorgt, dass der Homo oeconomicus, diese ntzliche Chimre der Wirtschaftswissenschaften, in einem Mae entzaubert wurde, wie es zuvor keine Denkschule oder Ideo- logie vermochte. Insofern ist auch die These des Leiters des DVFA- Projektes Ethik und Finanzwirtschaft, Julian Nida-Rmelin, nicht gerade bahnbrechend, wonach eine konomische Praxis ohne Moral nicht