Ehrenamt und freiwilliges Engagement im Sport - Broschüre des DOSB

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    11-Mar-2016
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Ehrenamt und freiwilliges Engagement machen den Kern einer aktiven Bürger- und Zivilgesellschaft aus. Dies gilt im Besonderen für das organisierte Sportsystem in Deutschland mit seinen über 91.000 ehrenamtlich geführten Sportvereinen.

Transcript of Ehrenamt und freiwilliges Engagement im Sport - Broschüre des DOSB

  • 3www.dosb.de

    www.dsj.de

    www.ehrenamt-im-sport.dewww.twitter.com/dosb

    www.twitter.com/trimmydosb

    www.facebook.de/trimmy

  • 4Liebe Sportlerinnen und Sportler, liebe Untersttzerinnen und Untersttzer des Sports,

    eine Gesellschaft, in der sich Menschen engagieren, in der sich Menschen fr das Gemeinwohl und fr andere einsetzen, ist eine bessere Gesellschaft. Eine Gesellschaft, in der sich Menschen engagieren, ist eine Gesellschaft, in der ich gerne lebe. Diejenigen, die sich engagieren, haben meine hohe Wertschtzung und meinen groen Respekt. Gerade im Bereich des Sports und des umfassenden sportlichen Vereinslebens engagieren sich besonders viele Menschen. Aber fr jede einzelne, fr jeden einzelnen gilt: Es ist nicht egal, ob sich jemand engagiert. Wer sich engagiert, macht unsere Gesellschaft besser.

    Jedes Engagement ist vor allem ein Geschenk an Zeit, und Zeit ist vielleicht das Kostbarste, was Menschen zu verschenken haben. Aber es lohnt sich. Fr junge Menschen sind der Sport und eine Mitgliedschaft im Sportverein eine gute Freizeitbeschftigung, die nicht nur Gesundheit und Fitness, sondern zugleich wertvolle Erfahrungen und Orientierung vermitteln kann. Spter, wenn neben Familie und Beruf die Zeit knapper wird, ist der Sport ein kraftspendender Ausgleich zur Hektik der

    Arbeitswelt. Und fr ltere Menschen ldt der Eintritt in den Ruhestand dazu ein, im und mit dem Sportverein etwas zu tun, was man vielleicht ein Leben lang tun wollte und nie verwirklicht hat. Zeit zu verschenken macht nicht nur diejenigen reicher, die sie bekommen, sondern auch diejenigen, die sie verschenken. Sie berei- chert unsere ganze Gesellschaft. Danke an den Deutschen Olympischen Sportbund, danke an all diejenigen, die ihn sttzen oder die er vertritt, und danke an alle, die unserer Gesellschaft die gute Erfahrung des freiwilligen Engagements im Sport bereiten!

    Mit herzlichen Gren

    Manuela Schwesig Bundesministerin fr Familie, Senioren, Frauen und Jugend

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    fhig entwickeln kann. Dabei gilt es, die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen fr ehrenamtliches Engagement weiter zu verbessern.

    Vor diesem Hintergrund haben wir unser Internetportal www.ehrenamt-im-Sport.de neu aufgestellt und Engagementfrderung als Themenschwerpunkt fr den DOSB-Innovationsfonds 2015 ausgeschrieben.

    Mit der vorliegenden Broschre, die nun in der dritten Auflage vorliegt, ist das Ziel verbunden, die Bedeutung des Engagements im Sport fr die Gesellschaft aufzu-

    zeigen sowie einen Einblick in die vielfltigen Leistungen der Engagierten und neue Impulse fr Engagement- frderung zu geben. Wir wollen damit Verantwortliche aus Sport, Politik und Wirtschaft motivieren, sich weiterhin fr die Ehrenamtsfrderung im organisierten Sport einzusetzen und Menschen fr die spannenden Aufgaben und Herausforderungen im Vereinssport zu begeistern.

    Wir wnschen Ihnen eine interessante und anregende Lektre.

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Ehrenamt und freiwilliges Engagement machen den Kern einer aktiven Brger- und Zivilgesellschaft aus. Dies gilt im Besonderen fr den Sport in Deutschland mit seinen ber 91.000 ehrenamtlich gefhrten Sport - vereinen. Weit ber acht Millionen Menschen engagieren sich in unseren Sportvereinen und Sportverbnden. Damit ist der Vereinssport unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) einer der grten Akteure der Zivilgesellschaft.

    Gemeinsames Sporttreiben und freiwilliges Engagement im Verein bieten die Grundlage fr den Aufbau sozialer Kontakte und frdern die Ausbildung von Kompetenzen und Fhigkeiten. Gerade bei Kindern und Jugendlichen trgt der Sport zur sozialen Stabilisierung bei. Durch diese informellen Lernprozesse vermittelt der Sport wichtige Normen und Werte wie Fairness, Toleranz und Teamgeist, auch fr das Zusammenleben auerhalb des Vereins.

    Doch auch die Sportvereine und Sportverbnde stehen unter dem Einfluss gesellschaftlicher Herausforderungen: Die demographische Entwicklung, vernderte Lebensstile und sich wandelnde Wertvorstellungen beeinflussen zunehmend die Motivation fr ein Engagement und deren Ausgestaltung. Immer hufiger stellt sich die Frage, wie sich gerade die traditionellen Formen des Ehrenamts mit modernen Lebensformen vereinbaren lassen. Aber auch das freiwillige Engagement im Sportverein, meist zeitlich begrenzt und projektbezogen, setzt mehr denn je eine Passung in die individuelle Lebensplanung voraus.

    Umso wichtiger ist es, neue Wege in der Engagement- frderung zu gehen und vorhandenes Potenzial zu entdecken. Sportverbnde und Sportvereine sind gefordert, die Wnsche und Erwartungen der Engagierten noch mehr zu bercksichtigen, damit die Vereinsland- schaft auch in Zukunft lebendig bleibt und sich zukunfts-

    Alfons Hrmann Prsident des DOSB

    Walter Schneeloch Vizeprsident des DOSB Breitensport und Sportentwicklung

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    Der vereins- und verbandsorganisierte Sport hat es geschafft, viele Millionen Menschen fr freiwilliges Engagement zu begeistern. Angesichts der Vielfltigkeit und Unterschiedlichkeit reicht ein traditionelles und historisch hergeleitetes Verstndnis nicht mehr aus, dieses wichtige Themenfeld hinreichend darzustellen. Ausgehend von einem breiten systematischen Ver- stndnis ist eine differenzierte Betrachtungsweise und begriffliche Einordnung notwendig.

    Mit der Entwicklung neuer Lebenskonzepte und Wert- vorstellungen verndern sich auch die begrifflichen Dimensionen. Heute wird unter ehrenamtlicher Ttigkeit u. a. Freiwilligenarbeit, brgerschaftliches sowie zivilgesellschaftliches Engagement verstanden. Kannte man frher hauptschlich die/den Vorsitzende/n, die/den Kassierer/in oder die/den Schriftfhrer/in des Sportvereins, so gibt es mittlerweile ein immer grer werdendes Engagementfeld. Hierzu zhlen zum Beispiel auch die Freiwilligendienste im Sport (siehe nchste Seite).

    Ehrenamtliches Engagement lsst sich u.a. hinsichtlich Funktion, formaler Legitimation und Verbindlichkeit, unterschiedlicher Qualifikationen sowie zeitlicher Inanspruchnahme differenzieren (vgl. DOSB 2010):

    Das Ehrenamt im engeren Sinne zeichnet sich durch die formale Legitimation einer Funktion oder eines Amts meistens durch Wahl aus. Diese vereins- rechtliche Grundlage bestimmt die Handlungs- fhigkeit von Sportvereinen und -verbnden. Die auf diese Weise ehrenamtlich Ttigen engagieren sich z. B. in der Fhrung oder Verwaltung des Sportvereins innerhalb eines festgelegten Rahmens. Charakteristisch ist die dauerhafte und starke Bindung an den Verein sowie das Handeln aus einer

    selbstverstndlichen Gewohnheit heraus. Viele Engagierte empfinden ihren Sportverein als eine Herzensangelegenheit. Dabei knnen regelrechte Karrieren nachverfolgt werden, die beispielsweise vom aktiven Vereinsmitglied ber den/die bungsleiter/in oder Trainer/in bis hin zum Vorstandsmitglied reichen.

    Auf der Ausfhrungsebene leisten die ehrenamtlich Engagierten einen unverzichtbaren Beitrag fr ihren Sportverein, z. B. als Leiter/in einer Turnstunde oder als Betreuer/in in der Sporthalle, als Schiedsrichter/in beim Wettkampf oder als Platzwart/in und Hallen- wart/in. Der Umfang des Engagements variiert nach persnlicher Kapazitt, Interesse und Motivation.

    Einen weiteren Bereich freiwilligen Engagements bilden die zahlreichen Helfer/innen und Unter- sttzer/innen, die innerhalb und auerhalb der Organisation des Sport- und Wettkampfbetriebs dazu beitragen, das Sportvereinsleben zu gestalten und aufrechtzuerhalten. Diese Ttigkeiten sind ebenfalls vereinsbezogen, setzen jedoch nicht zwingend ein kontinuierliches Engagement, eine sportspezifische Qualifikation oder die bernahme einer konkreten Funktion voraus. Sie sind hufig projektbezogen und/oder zeitlich definiert.

    Sptestens seit der Fuball-Weltmeisterschaft 2006 sind auch sogenannte Volunteers aus dem Bereich des freiwilligen Engagements nicht mehr wegzu- denken. Sie wirken bei meist singulren, zeitlich begrenzten, sportlichen (Gro-)Ereignissen mit (z. B. Olympische und Paralympische Spiele), die eine Vielzahl von freiwilligen Helfer/innen erfordern und bringen dort ihre individuellen Fhigkeiten und persnlichen Interessen ein.

    BFDler

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    1. Begriffliche Annherung

    Freiwilliges Soziales Jahr im Sport (FSJ)Das FSJ im Sport bietet jungen Freiwilligen bis 27 Jahre ein Orientierungs-, Bildungs- und Entwicklungsjahr verbunden mit einem gesellschaftlichen Engagement. Der Einsatz erfolgt zumeist in Sportvereinen oder Schulen und Kindergrten, ist aber auch in anderen Sportorganisationen mglich.

    Bundesfreiwilligendienst im Sport (BFD)Der BFD im Sport richtet sich an Personen ab 16 Jahren und unterliegt keiner Altersbegrenzung nach oben.Sportlich Motivierte knnen sich bei den Jugendver- bnden bewerben und in Sportvereinen und hnlichen Einsatzstellen vielfltige Aufgaben bernehmen.

    Internationale Freiwilligendienste im Sport Die internationalen Freiwilligendienste im Sport bieten motivierten Jugendlichen die Mglichkeit, sich im Ausland zu engagieren und Einblicke in internationale Sportstrukturen zu erhalten.

    www.freiwilligendienste-im-sport.de

    FreiwilligendiensteFreiwilligendienste sind eine zeitlich begrenzte, sehr intensive Form ehrenamtlichen Engagements. Sie werden im Regelfall ganztags und fr ein ganzes Jahr abgeleistet. Sportvereine erhalten durch die Freiwilligen wertvolle Untersttzung.

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    Der organisierte Sport in Deutschland stellt einen bedeutenden gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Faktor dar. Dies belegen folgende Zahlen in beeindruckender Weise:

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    Freiwilliges und ehrenamtliches Engagement der Bervlkerung ab 14 Jahren (im Jahr 2009), (Braun 2011, S. 30)

    Sport und Bewegung

    Schule und Kindergarten

    Kirche un