Ein Handbuch A Manual - LWL | LWL- · PDF fileEin Handbuch A Manual ... wo sie doch offenbar...

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  • Suchtprvent ionfr F lcht l inge und Asylbewerber

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    Suchtprvention fr Flchtlinge, Asylbewerber und illegale Einwanderer

    Suchtprvent ionfr F lcht l inge und Asylbewerber

    KOORDINATIONSSTELLE Sucht

    gefrdert vonder Europischen

    KommissionGE

    SU

    ND

    HE

    IT

    SA

    BT

    EI

    LU

    NG Suchtprvention fr Flchtlinge,

    Asylbewerber und illegale EinwandererDrug Prevention for Asylum Seekers,Refugees and Illegal Immigrants

    Ein HandbuchA Manual

  • Suchtprvent ionfr F lcht l inge und Asylbewerber

    Diese Verffentlichung darf nur fr nicht-kommerzielle Ausbildungszwecke kopiert werden, unter derBedingung, dass die Quelle angegeben wird. Die Herausgeber bitten die Benutzer/-innen des Hand-buchs, sie ber jede (auch auszugweise) Verbreitung/Verffentlichung des Handbuchs zu informieren.

    "Dieses Projekt wird gefrdert durch das Aktionsprogramm der Europischen Gemeinschaft zur Sucht-prvention." "Weder die Europische Kommission noch in ihrem Auftrag handelnde Personen sind frdie Verwendung der in dieser Publikation enthaltenen Informationen verantwortlich."

    Hinweis:Auf der beigelegten CD finden Sie die Texte des Handbuchs sowie einige Beispiele von Materialien, dieim Rahmen des Projektes 'SEARCH' erstellt wurden, im PDF-Format. Sie knnen PDF-Dateien mit Hilfedes "ACROBAT READER" von Adobe ffnen. Sollten Sie nicht ber den ACROBAT READER verfgen,knnen Sie ihn hier kostenlos herunterladen: http://www.adobe.de/products/acrobat/

    Herausgeber:

    Landschaftsverband Westfalen-LippeAbteilung Gesundheitswesen

    Dezernent: Landesrat Dr. Wolfgang Pittrich

    Koordinationsstelle SuchtLeiter: Wolfgang RometschWarendorfer Strae 25 - 27

    48133 Mnster

    eMail:[email protected]

    Internet:www.lwl.org/ks

    1. Auflage200 deutsch, 100 englisch

    Mnster, Februar 2002

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    Suchtprvention fr Flchtlinge, Asylbewerber und illegale Einwanderer

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    Suchtprvention fr Flchtlinge, Asylbewerber und illegale Einwanderer

    Handbuch

    Suchtprvention fr Flchtlinge,Asylbewerber und illegale Einwanderer

    Der Pa ist der edelste Teil von einem Menschen. Erkommt auch nicht auf so einfache Weise zustand wieein Mensch. Ein Mensch kann berall zustandkomm,auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheitenGrund, aber ein Pa niemals. Dafr wird er auchanerkannt, wenn er gut ist, whrend ein Mensch nochso gut sein kann und doch nicht anerkannt wird.

    Berthold Brecht, Flchtlingsgesprche, in: B.B., GesammelteWerke (Werkausgabe), Bd. 14, S. 1385

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    Suchtprvention fr Flchtlinge, Asylbewerber und illegale Einwanderer

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    Suchtprvention fr Flchtlinge, Asylbewerber und illegale Einwanderer

    Inhaltsverzeichnis:

    1. Vorwort des Herausgebers 7

    2. Zur Ausgangssituation des Projektes 'SEARCH' 92.1. Asyl, Flucht und Suchtrisiken 92.2. Praxisorientierte Forschung: Rapid Assessment and Response (RAR) 102.3. Warum ein europisches Projekt? 11

    3. ber die Arbeit des Projektes 'SEARCH' 133.1. Die Projektlaufzeit 133.2. RAR - eine kurze Einfhrung in das " 'SEARCH'-RAR" 143.3. RAR in der Praxis 163.4. Die Lnderberichte: Einige ausgewhlte Ergebnisse von 'SEARCH' 173.4.1. Belastungen durch Migration... 173.4.2. Thesen 193.4.3. Die Lnderergebnisse 21

    4. Erwhnte Literatur 23

    5. Lnderbericht Belgien 25

    6. Lnderbericht Deutschland 41

    7. Lnderbericht Italien 59

    8. Lnderbericht Niederlande 75

    9. Lnderbericht sterreich 95

    10. Lnderbericht Spanien 111

    11. Begriffe 127

    12. Liste der Projektpartner/innen 129

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    Liebe Leserin, lieber Leser,

    zunchst mchten wir Ihnen den Trger des Projektes 'SEARCH', den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), kurz vorstellen.

    Nordrhein-Westfalen ist das bevlkerungsreichste Bundesland Deutschlands mit mehr als 18 MillionenEinwohnern. Auf kommunaler Ebene ist es unterteilt in zwei Regionalverbnde, einer davon ist der LWL,der mit 8,5 Millionen Einwohnern fast die Hlfte der Gesamteinwohnerzahl stellt. Der LWL ist eine kom-munale Dachorganisation und reprsentiert die Stdte und Gemeinden Westfalen-Lippes.

    Zu den Grundaufgaben des LWL gehren u. a. die berrtliche Sozialhilfe und Aufgaben des Jugend-amtes in Westfalen-Lippe, die Psychiatrischen Kliniken, Aufgaben der forensischen Psychiatrie sowieandere Aufgaben des ffentlichen Gesundheitswesens.

    Die Abteilung, die in unserem Verband die Durchfhrung des Projektes 'SEARCH' wahrnimmt, ist die"Koordinationsstelle Sucht", ein Referat der Gesundheitsabteilung. Sie arbeitet in mehreren Kernberei-chen wie z. B. der Fort- und Weiterbildung, der Beratung kommunaler Trger der Suchthilfe, der Lan-dessuchtdokumentation, im Qualittsmanagement in der ambulanten Suchthilfe sowie anderer Modell-projekte, und verfgt ber umfangreiche Erfahrungen im Bereich europaweiter Projektarbeit wie z. B.euro net (mit 12 europischen Lndern), euro peers (mit 11 Lndern), BINAD, Europische WerkstattPrvention (1992 und 1994) und dem hier dargestellten Projekt 'SEARCH'.

    Bevor der LWL dieses Projekt bei der EU-Kommission beantragte, gab es bereits einen lngeren Vor-lauf, den wir kurz skizzieren mchten. Die "Koordinationsstelle Sucht" nahm gegen Ende der 90er Jahrein Westfalen-Lippe verstrkt wahr (und das trifft sicherlich darber hinaus auch bundesweit zu), dassdas Verhltnis zwischen wissenschaftlicher Forschung und Praxis im Suchtbereich zunehmend vongegenseitigen Vorbehalten geprgt ist: Wissenschaftliche Suchtforschung sei langatmig und wenigpraxisrelevant, so die hufigen Vorbehalte aus der Suchtarbeit; die Praxis arbeite oft vorbei an denErgebnissen der Suchtforschung, so manche Kritik aus der Suchtforschung. Beide Standpunkte hat-ten und haben eine gewisse Plausibilitt: Wissenschaftliche Suchtforschung braucht mglichst przi-se, valide und von der Datenbasis abgesicherte Ergebnisse. Das braucht eine entsprechend umfang-reiche Forschungsanlage und einen ausreichend langen Zeitraum fr die Forschungsdurchfhrung und-auswertung. Die Suchthilfepraxis andererseits muss in Bereichen, die raschem Wandel unterliegen,schnell und flexibel Handlungsbedarf erkennen und in Aktion, d. h. Planung und Umsetzung von Inter-ventionen, mnden lassen. Will sie dabei nicht oberflchlich oder gar "spekulativ" agieren, braucht auchsie eine handlungsorientierte Datenbasis - hat aber deutlich wenig Zeit.

    Die "Koordinationsstelle Sucht" rief 1998 eine Arbeitsgruppe aus Praktikern und Suchtforschern insLeben, um in mehreren Gesprchen/im Gesprch miteinander gegenseitiges Verstndnis zu weckenund die Zusammenarbeit zu frdern. Aus diesem Dialog erwuchs die Idee, eine Forschungsmethodikzu erproben, die eine Brcke schlagen kann zwischen methodisch-strukturierter Erfassung relevanterDaten einerseits und einer praxisnahen und -relevanten zeitnahen Umsetzung gewonnener Ergebnisseandererseits. Als Forschungsfeld entschied sich die Arbeitsgruppe dafr, die Suchtbelastung unterAsylbewerbern und Flchtlingen zu untersuchen, da hier bisher wenig fundierte Daten und Handlungs-konzepte vorliegen. Als Forschungsmethode sollte das "Rapid Assessment and Response" (RAR)erprobt werden.

    Dass eine Entscheidung fr dieses Projektziel fiel, hat wiederum eine eigene Vorgeschichte: Gerade inNordrhein-Westfalen ist der Anteil auslndischer Menschen an der Bevlkerung sehr hoch; und auchder Anteil der Flchtlinge und Asylbewerber, die auf das Land verteilt werden, ist betrchtlich. Aus denambulanten Suchthilfeeinrichtungen unseres Einzugsbereichs erreichten uns immer wieder Berichteber suchterkrankte Asylbewerber bzw. ber Suchtmittelbelastungen bei diesen Gruppen generell. DieFragen, die beantwortet werden sollten, lauteten: Wie kommen wir mit suchtprventiven Botschaftenan diese Menschen heran, wo sie doch offenbar mit den in Deutschland entwickelten Strategien der

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    Suchtprvention nur schwer erreichbar scheinen? Wir wussten keine unmittelbaren Antworten undnahmen diese Fragestellung auf in unseren "Themenspeicher". Anlsslich mehrerer internationalerKonferenzen sowie Gesprche mit Suchthilfeorganisationen in anderen europischen Lndern thema-tisierten wir diese Fragestellung und hrten unisono: Auch bei uns wachsen diese Probleme an, undauch wir haben da keine zufriedenstellenden Antworten.

    Die Projektidee war geboren, und zusammen mit den 6 europischen Partnern fhrten wir das Projekt'SEARCH' durch.

    Wir mchten hier den Berichten und Ergebnissen nicht vorgreifen und beschrnken uns darauf, dasauszusprechen, was die Bescheidenheit unserer Projektpartner in ihren Berichten nicht zulie:

    Anllich der beraus erfolgreichen Workshops des Projektes sowie vieler weiterer Treffen und Kon-takte konnten wir feststellen, mit welcher enormen Energie, mit wieviel Wissensdurst, Tatkraft undArbeitseifer, aber auch der im besten Sinne Neugier auf bisher Unerforschtes, Unbekanntes unsereProjektpartner an die Arbeit gegangen sind! Gerade in der ersten "RAR-Phase" war die Arbeitsbelas-tung enorm und verlangte allen Fachkrften einiges ab. Gleichzeitig hatten wir mit dem Trimbos-Institutund dem CVO-Institut in Utrecht, Niederlande, Forschungseinrichtungen und aus ihnen Wissenschaft-ler gewonnen, die mit hoher Kompetenz und Erfahrung, aber auch mit groem Einfhlungsvermgenund viel Geduld den fr alle Projektpartner un