Eine Reise Jenseits Der Memel

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    16-Dec-2015
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Von 1572 bis 1795 bildet Litauen mit Polen eine europäischen Großmacht, deren Staatsgebiet od morza do morza („von Meer zu Meer“), von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer, reichte. Litauer sind begabt im Erfinden von merkwürdigen, einprägsamen Wortgeschöpfen, wie Spätlese, Schlafende Polizisten, Schnarchkombinate, Mikrobeton.Die Litauische Sprache ist ein linguistisches Fossil während die Religion im Baltikum als eine der letzten die Originalfassung der Naturvölker ausgetauscht hat. Westliche Mächte betrachteten die baltischen Litauer als letzten Hort des europäischen „Heidentums“. Deshalb kann man hier noch relativ gute Zeugnisse des Aberglaubens wahrnehmen, wie zum Beispiel den Steinkopf von Salaspils.Im Rigaer Dom hängt eine Tafel auf etwa 1,5m Höhe, die den maximalen Wasserstand 13.4.1709 markiert. Damals war der nahegelegenen Fluss Düna noch relativ unreguliert. Momentan wird der Pegel von einem Wasserbecken stabilisiert.Gefallen hat mir vor allem die Darstellung der Proportionen eines Mannes und dessen 18 Monaten alten Sohn Kristjan – abgebildet in gleicher Körperhöhe. Der Bildhauer Ülo Õun (1940-1988). Der Titel lautet Isa ja Poeg (Vater und Sohn).

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  • Eine Reise Jenseits der Memeljwr47

    Ein Imperium von Meer zu MeerSeit dem Sptmittelalter bis in die Neuzeit bestand durch eine Personalunion eine dynastischeVerbindung zwischen Litauen und Polen.

    Ab 1386 brachte die Union mit dem Grofrstentum Litauen unter dem von dort stammendenHerrschergeschlecht der Jagiellonen (13861572) den Aufstieg zu einer europischen Gromacht,deren Staatsgebiet od morza do morza (von Meer zu Meer), von der Ostsee bis zum SchwarzenMeer, reichte.

    Republik Polen-Litauen (Rzeczpospolita) Der litauische Grofrst Mindaugas (1238 - 1263) bekmpft die deutschen Kreuzritter, diesich zu dieser Zeit in litauischen Gebieten ansiedeln und die heidnischen litauischen Stmmechristianisieren wollen.

    Mindaugas lsst sich taufen, um von der katholischen Kirche anerkannt zu werden. Damiterreicht er den Frieden mit den Kreuzrittern und erhlt 1253 vom Papst Innozenz IV. denTitel eines Knigs des Heiligen Rmischen Reiches.

    Diese Krnung wird von Historikern als Beginn des Grofrstentums Litauen angesehen.Nach Mindaugas Tod konnte Litauen sich unter Gediminas (1275; 1341) und dessenShnen Algirdas (1296 - 1377) und Kestutis bis zum Schwarzen Meer ausbreiten und wardamals die beherrschende Kraft Osteuropas1.

    Ab 1569 wurde die Union Polens mit Litauen in einem gemeinsamen Staat (Rzeczpospolita)gefestigt. Die von 1572 bis 1795 bestehende Adelsrepublik manifestierte sich als Wahlmonarchie.Im 16. und 17. Jahrhundert entstand dort eine hohe parlamentarische Kultur mit umfangreichenAdelsrechten.2

    1 Das polnische Problem - Litauen2 Geschichte Polens

  • AkzenteUnsere Estnische Reiseleiterin spricht manchmal in etwa wie die Ungarin Piroschka in Ich denkeoft an Piroschka. Sie lsst oft Personalpronomina und Artikel weg.

    Den Buchstaben R kann sie herrlich rollen lassen. Dafr sind das S und berhaupt alle S-Klnge oft Stiefkinder und werden einfach weggelassen.

    Sie praktiziert des fteren eine Links7Rechts-Vertuschung, was bei Busreisen recht lstig ist.

    EtymologieDie estnische Sprache verwendet keine Personalpronomina und kennt kein Futur oderVergangenheit. Damit wird die bersetzung in beide Richtungen erschwert.

    Im Estnischen gibt es keine spezielle Form fr das Futur, sondern es wird meist mit demPrsens ausgedrckt. Lediglich werden dazu adverbiale Bestimmungen hinzugefgt, damitder Bezug auf die Zukunft klarer wird. Sie kennen diese Vorgehensweise, denn imDeutschen kann man die Zukunft auch mit dem Prsens ausdrcken3.

    Oft kann das Personalpronomen in einem bejahenden Satz im Prsens ausfallen, weil an derVerbform schon die Person erkannt werden kann (Mis sa sellest vrvist arvad? 'Was hltstdu von dieser Farbe?'; Loen hetkel. 'Ich lese gerade.').4

    WortgeschpfeLitauer sind begabt im Erfinden von merkwrdigen, einprgsamen Wortgeschpfen. Zur Sptleserechnete man die Kriegsopfer, die auf dem Kriegsfriedhof beim Ortsausgang Klaipedas bestattetworden sind. Es betrifft hauptschlich die 16-Jhrigen und die ber Sechzigjhrigen, die man mitder Panzerfaust auf die Russen losgeschickt hatte.

    Schlafende Polizisten nannte man die Verkehrsschwellen, die den Bus gelegentlich einengewaltigen Schlag aufs Bodenblech verpassten, wenn der Busfahrer die Dorfsgeschwindigkeitberschritten hatte.

    Schnarchkombinate sind die Huserblocks mit den Standardwohnungen, die miserabel gebaut faktisch lngst unbewohnbar geworden sind.

    Mikrobeton ist der Baustoff, der fr die von der KGB zu berwachenden Hotels und Gebudeverwendet wurde und zu 20% aus Beton und zu 80% aus Mikrophonen besteht.

    3 Das Futur im Estnischen4 Das Personalpronomen im Estnischen

  • LitauischDie Litauische Sprache ist ein linguistisches Fossil whrend die Religion im Baltikum als eine derletzten die Originalfassung der Naturvlker ausgetauscht hat.

    "Wer hren mchte, wie Indoeuropisch gesprochen wurde, sollte kommen und einemlitauischen Bauern zuhren", sagte der berhmte franzsische Linguist Antoine Meillet.

    Es gibt 32 Buchstaben im modernen litauischen Alphabet5. Es gibt 6 lange und 5 kurze Vokale.

    Front Central BackHigh i uMid e (e) oLow a

    Das Alphabet6

    ABCDE F GHI YJ KL MNOP RS T UVZ

    a b c d e f g h i y j k l m n o p r s t u vzDie Buchstaben , , wurden frher gebraucht, um nasale Vokale zu bezeichnen. Es gibt keinenasalen Vokale mehr in der modernen litauischen Literatursprache, aber die Buchstaben blieben, umdie langen Laute /a/, /i/, /u/ zu bezeichnen7.

    Fnf lange Vokale , , , , entsprechen den Lateinischen Standardvokalen: /a:/, /e:/, /i:/, /o:/, /u:/ 8

    Fnf kurze Vokale entsprechen den Lateinischen Standardvokalen: /a/, /e/, /i/, /o/, /u/,

    Der zustzliche, lange Vokal //, existiert in der kurzen Version nicht. Das Y entspricht dem langen /i:/ und dem langen .

    Im normalen Lateinischen Alphabet kennen wir keinen Unterschied zwischen langen und kurzenVokalen. Ich suche deshalb nach den ausgeprgten Wrtern mit den langen Vokalen.

    5 Lithuanian Vowels 6 aus Lithuanian language7 Litauisch / Lingvopedia8 The Duration of the Long Vowels

  • yd gatvIn Litauen entdecke ich in Vilnius die Judengasse yd gatv9, in dem das Wort ydaufflligerweise ebenso wie Zeus mit einer beginnt, der in diesem Fall als Dzj ausgesprochenwird.

    Nach dem folgt eine langer Vokal Y (/i/) gefolgt von einem D und danach ein langer Vokal (/u/). Diese Kombination von einem langen (/i/) und einem langen /u/ ist bezeichnend fr denGtternamen.

    Dievas (Gott)In litauischen Schpfungssagen war am Anfang der Welt nur Wasser, auf dem Dievaswandelte. In manchen Versionen erschuf er zuerst Velnias (der auch Liucius genannt wird)indem er ausspuckte.

    Der Wortstamm des litauischen hchsten Gottes Dievas findet sich auch in vielen anderenSprachen als Name einer Gottheit (Deywis, Deiws, lateinisch Deus). Alle diese Namenleiten sich vom indoeuropischen Wort deiuos ab, das aus deva = Gott und dyaus = Himmelgebildet worden war und den gttlichen Himmel, die hhere Instanz bedeutete10.

    Fr das Dzkische Dialekt ist die Ersetzung von d, t durch dz, c in bestimmten Positionen auffllig,z. B. dzievas statt dievas 'Gott'.11

    iauliai (die Sonnenstadt) Das grte Buntglasfenster in Litauen Saules musis (Sonnenschlacht) befindet sich miteiner Flche von 200 qm im Kulturzentrum Saule (Sonne). Es schildert die 1236stattgefundene Schlacht zwischen dem litauischen Heer und den Truppen desSchwertbrderordens, als in den historischen Chroniken der Name von Siauliai erstmalerwhnt worden war.12 Bei iauliai befindet sich brigens auch der Berg der Kreuze(Kreuzberg), das symbolische Wahrzeichen von Litauen.

    iauliai ist eine Stadt in Litauen. iauliai gilt als der Hauptort des Sonnenlandes, wie die Gegenddamals genannt wurde. Als Grndungsdatum der Stadt gilt der 22. September 1236, der Tag dersogenannten Sonnenschlacht bzw. Schlacht von Schaulen (litauisch Sauls mis), an dem litauisch-samaitische Verbnde einem Heer unter Fhrung des livlndischen Schwertbrderordens nahe derheutigen Stadt eine vernichtende Niederlage zufgten.

    und Der Buchstabe (), bestehend aus einem S mit Hatschek, entspricht dem Sch-Klang. Der Buchstabe (), bestehend aus einem Z mit Hatschek, entspricht dem Dsch-Klang.

    9 Litauen Zwischen 1720 und 1797 war die Stadt Vilnius ein wichtiges geistiges Zentrum des Judentums. 10 Dievas | www.litauen.info11 Litauische Sprache12 Siauliai - Litauen.info

    1: yd g. (Judengasse, Vilnius)

  • Der Steinkopf von SalaspilsUm 1851-52 hat ein Landwirt bei der Ortschaft Salaspils einen markant behauenen Granitblockgefunden, der 25 Jahre in einem Museum verblieb, dann aber spurlos verschwand.

    Van 1875 bis 2000 blieb der Kopf verschollen und wurde erst 2000 im Rigaer Domkreuzgangzurckgefunden. Mit Abmessungen von etwa 80-90 cm und etwa 780kg wurden die Gesichtszgenmit einem Eisenwerkzeug eingemeielt. Der Kopf wurden begraben und mit einer Schicht Moosbedeckt13.

    Westliche Mchte betrachteten die baltischen Litauer als letzten Hort des europischenHeidentums14. Deshalb kann man hier noch relativ gute Zeugnisse des Aberglaubenswahrnehmen.

    Vergleich mit anderen MaskenIn gewisser Weise hnelt dieser Skulptur dem Bernsteinfund von Kranzberg/Bernstorf und danebender Agamemnon-Maske aus dem Schachtgrab III von Mykene.

    In 1864 hatte bereits Josef Grassinger dokumentiert: Es geht eine Sage, dass zwischenTnzhausen, Bernstorf und Kranzberg eine versunkene Stadt liegt.

    Der Gesichtszug ist mit der genau horizontal verlaufenden Lippenlinie ziemlich neutral imvergleich zu den Gesichtern in der Mykener Agamemnon-Maske und im Bernsteinfund vonKranzberg.

    13 Der Salaspils Steinkopf14 Geschichte Litauens

    4: Die Agamemnon-Maske 3: Bernsteinfund v. Kranzberg 2: Der Salaspils Steinkopf

  • WochentageDie Wochentage werden in der Regel durchnumeriert, zum Beispiel Esmaspev = Erster Tag inEstnisch; pirmadienis in Litauisch (Quelle: siehe Montag).

    Teisipev ist eine Zusammensetzung von teisene sekundr, nachgeordnet und pev Tag.

    Neljapev (Estnisch) ist eine Zusammensetzung von neljas vierter und pev Tag 15

    Laupev (Estnisch) wurde gebildet nach altnordisch laugardagr Badetag mit dem Substantiv pevTag[1]

    In Estnisch stammt das Wort Reede fr Freitag von fredag oder Freyadag (niederdeutsch vridachFreitag oder altschwedisch frdagher Freitag) [1]16 In nachfolgender bersicht werden die Tage folgendermaen in der Rangordnung 1...7 geordnet:Montag | Dienstag | Mittwoch | Donnerstag | Freitag | Samstag | Sonntag

    Estnisch:

    Esmaspev - Teisipev - Kolmapev - Neljapev - Reede - Laupev - Phapev

    Lettisch:

    Pirmdiena | Otrdiena | Trediena | Ceturtdiena | Piektdiena | Sestdiena | Svtdiena

    Litauisch:

    Pirmadienis | Antradienis | Treiadienis | Ketvirtadienis | Penktadienis | etadienis | Sekmadienis

    15 neljapev 16 Eesti Keele Institut: Etymological dictionary of Estonian, reede

  • Salomonische SulenIn einigen Kirchen konnte man Salomonische Sulen (mit den gegenlufigen Drehrichtungen)identifizieren. In der Griechisch-Orthodoxen Kirche in Tallinn findet man sogar drei PaareSalomonischen Sulen:

  • Die Farben Rot und BlauRot & Blau in TallinnDie Farben Rot (mnnlich) und Blau (weiblich) wurde in Tallinn beobachtet:

  • Rot & Blau in Tartu Im TeatriKodu werden Jungen in Blau und Mdchen in Rot dargestellt:

    Und zum Johannesfest tragen die Mdchen einen geflochtenen Kranz von roten und blauenBlumen:

  • Rot & BlauIn Vilnius am zuletzt einzig verbliebenen Stadttor finde ich ein Fresko mit dem Schpfergott in Rot und Blau:

  • Die Baltische FlusssystemeIm Rigaer Dom hngt eine Tafel auf etwa 1,5m Hhe, die den maximalen Wasserstand 13.4.1709markiert. Damals war der nahegelegenen Fluss Dna noch relativ unreguliert. Momentan wird derPegel von einem Wasserbecken stabilisiert.

    Fr die Letten ist die Dna ein nationales Symbol und wird unter anderem als Mtterchen Dna(lett: Daugavia mmulia) und Schicksalsfluss besungen.

    Notizen zur Anhebung der Baltischen FlusssystemenFolgender Hinweis stammt von der Reiseleiterin, konnte aber nicht besttigt werden:

    Nach dem Wegschmelzen der Eiszeitmassen verschwand die Last der Eisschichten von denbaltischen Territorien. Die Kstenlinien wurden mehr entlastet als die Inlandsbereiche, sodass die Kstenzonen hher angehoben wurden und die Flussmndungen an der Ostseemehr oder weniger trockengelegt oder zumindest seichter geworden sind.

    Dieser Effekt hat die Schiffbarkeit der Embach von Tartu bis zur Ostseemndungeingeschrnkt.

  • Die Schiffbarkeit der EmbachDer Embach (Emajgi) durchstrmt die Stadt Tartu, ist von hier an selbst fr grere Schiffebefahrbar und mndet in den Peipussee aus dem im Norden als Grenzfluss zwischen Estland undRussland die Narva austritt und nach ca. 60 km in die Ostsee fliet.

    An der Embach-Mndung erstreckt sich ein weites Moorgebiet.

    Das Urstromtal der GaujaNahe dem Ursprung fliet die Gauja durch mehrere Seen. Der Fluss fliet in einem groen Bogenum die Livlndischen Hhen, bildet fr einige Kilometer die Grenze zwischen Lettland und Estlandund wendet sich dann in sdwestliche Richtung. Nach dem Einfluss des Abuls oberhalb Valmieraswird das Tal tiefer. In einem sandigen Flussbett fliet der Fluss durch den Gauja-Nationalpark undmndet bei Carnikava in den Rigaischen Meerbusen.

    Das Urstromtal der Gauja (deutscher Name Livlndische Aa; estnisch: Koiva jgi) entstand zumEnde der letzten Eiszeit. Die Gauja legt mit etwa 452 Kilometern von allen Flssen die lngsteStrecke auf lettischem Territorium zurck.

  • Kunst (Vater und Sohn in Tartu)Gefallen hat mir vor allem die Darstellung der Proportionen eines Mannes und dessen 18 Monatenalten Sohn Kristjan abgebildet in gleicher Krperhhe. Der Bildhauer lo un (1940-1988). DerTitel lautet Isa ja Poeg (Vater und Sohn).

    Das Werk stammt als Skulptur von 1977 und wurde 1987 in Bronze gegossen. Ursprnglich war diebronzene Statue fr Tallinn vorgesehen, wurde aber von Tartu 2001 aufgekauft und 2004 enthllt17.

    Mittlerweile haben sich die Bewohner Tartus sich an der Nacktheit im Stadtzentrum etwas gewhnt.

    .

    17 Tartu - Isa ja Poeg - Van der Krogt

  • Die Brcken ber der Embach

    Kommentar von Karin Frucht (als Anfangszitat aus Adolf von Harnack18)"ICH BIN als ein "berflssiger" am 7. Mai 1851 in der Tierarzeneischule zu Dorpatgeboren" - so pflegte Adolf von Harnack zu sagen, wenn er nach seinen Anfngen gefragtwurde."berflssige" so nannte man die Dorpater, die trans-Embach, d.h. in dem Stadtteillebten, den man durch da berschreiten der steinernen Brcke ber das Flsschen Embacherreichte. Hier stand die Tierarzeneischule. in deren einem Flgel der Professor derTheologie Theodosius Andreas Harnack seine Wohnung hatte. Hier wurden ihm dieZwillinge Adolf und Axel geboren, von denen Adolf der um elf Stunden ltere war. DieNeugeborenen waren so klein, dass sie in den Pantoffeln ihres Vaters Platz hatten. Da sieentsprechend zart waren, wurde fr jeden von ihnen eine estnische Amme angenommen, undHarnack scherzte gelegentlich, dass er "die seiner Natur innenwohnende Wildheit" derErnhrung durch diese Estnin zu verdanken habe..."

    Gibt es die Brcke noch und die Tierarzeneischule?? Und erinnert in Tartu etwas an Theodosius undGustav Ewers19??

    Ja, die Steinbrcke ber der Embach gibt es noch immer, aber nur als Modell direkt neben derneuen Brcke.

    Es gibt aber auch ein nahezu perfektes Foto unter: https://www.flickr.com/photos/[email protected]/4419605647, woraus man sehen kann wie gut das Modell gelungen ist.

    Auerdem muss es (nach Informationen von Ingrid) noch eine Holzbrcke ber der Embachgegeben haben.

    18 Agnes von Zahn-Harnack - 1950 19 Gustav Ewers (17791830), Rechtshistoriker, studierte in Gttingen; war 18181830 wiederholt Rektor der

    Universitt Dorpat (damals wurde der Rektor jedes Jahr neu gewhlt). Kam als gebrtiger Westfahle nach Livland als Hofmeister (Hauslehrer) 1803 nach Alt-Waimel (estn. Vimela). Das_studentische_Dorpat_Tartu_in_deutschbaltischen_Lebenserinnerungen - Die Stadt Dorpat als das nordische Heidelberg

    5: Steinbrcke ber der Embach

  • Das Anlehnende Haus als ApothekeIn unmittelbarer Nhe der Brcke, aber diesseits der Brcke, lag am Rathausplatz das AnlehnendeHaus (Leaning House), das abgesttzt werden musste, weil die Entwsserung auf der zumRathaus gewandte Seite einen Bodenschwund ausgelst hatte. Die andere Seite ist wenigerabgesunken, weil dort die Stadtmauer den Boden stabiler gestaltet hatte20.

    In diesem Anlehnenden Haus befindet sich jetzt ein Kunstmuseum, aber ursprnglich wurde es1819 als Barclay House fr die Prinzessin Barclay (nach dem Tod ihres Mannes Barclay de Tolly)gekauft und als Wohnung eingerichtet. Von 1879 war das Haus als Apotheke in Betrieb. Anfang des20. JH. arbeitet hier als Chemiker der Estnische Autor Oskar Luts.21

    Oskar Luts besuchte 1894 die Dorfschule von nkkla und anschlieend von 1895 bis 1899die Kirchspiel-Schule von Palamuse. Von 1899 bis 1902 ging er auf die Realschule(Reaalkool) in Tartu. Ab 1903 lernte er als Apothekerlehrling in Tartu und Narva, ab 1908 inTallinn und Sankt Petersburg. Er lebte ab 1936 in Riia Street in Tartu, in einem Haus, dasheute als ein Museum gefhrt wird22.

    20 The Leaning House of Tartu, which people also call the Pisa Tower of Tartu, was built next to the medieval city wallin 1793. The side of the house that faces the river is supported by the old city wall and the other side by poles. This is the reason why the house is leaning sideways. The permanent exhibition of Estonian Art of the Tartu Museum of Art is open in the house. (The Leaning House of Tartu - Raekoja plats 18, Tartu )

    21 Interesting facts: - the house is also called the Barclay House as Princess Barclay, who bought the building in 1819 after the death of her husband Barclay de Tolly, lived there; - a pharmacy operated in the building for a long time, from 1879. Popular Estonian writer Oskar Luts worked in this building as a chemist in the beginning of the 20th century. (The Leaning House of Tartu - Raekoja plats 18, Tartu )

    22 Oskar Luts

    6: 11 Raekoja plats, Tartu, Tartu County (Google Street View)

  • Das Sommerhaus von Thomas MannDas Sommerhaus von Thomas Mann, das die Familie 1930-1932 bei Nida benutzte, verfgt berPferdekopfstrukturen, die bse Geister abwehren sollten. Genutzt hat das allerdings wenig....

    HungerwinterIm Gutshof-Freilichtmuseum Palmse, Estland finde ich ein Foto mit einem riesigen Steinhaufen alsErinnerung an einen frchterlichen Hungerwinter. Ich spreche das an und erfahre dann, dass dieBauern den Gutsbesitzer um Hilfe gebeten hatten. Die wollte er dann aber erst geben nachdem sieeinen groen Haufen Steine vom Acker hochgestapelt hatten.

    7: Das Sommerhaus von Thomas Mann bei Nida (1930-1932)

  • Die Engels- und Teufels-Brcke in TartuIn der Nhe dieser Brcken liegt die Domruine. In dem umgebenden Park finden sich Denkmlerberhmter Brger und das alte Observatorium am Domberg beherbergte im 19. Jahrhundert dasweltgrte Fraunhofer-Spektrometer

    Die EngelsbrckeDen Weg vom Tartuer Domberg in die Unterstadt berspannt die Engels-Brcke (Inglisild, wohleine Verballhornung des eigentlichen Begriffs Englische Brcke), die zwischen 1814 und 1816erbaut wurde. Der Name ist wahrscheinlich von englische Brcke abgeleitet, da der DombergPark im englischen Stil angelegt ist.

    Ein Portrtrelief in der Mitte erinnert an den ersten Rektor der 1802 wiedergegrndeten Universitt,Georg Friedrich Parrot (17671852), und enthlt die Inschrift Otium reficit vires (Mue erneuertdie Krfte). 23

    Die TeufelsbrckeAls Betonbrcke bildet die nahegelegenen Teufelsbrcke aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts einKontrast zur Engelsbrcke. Sie wurde zur 300 - Jahrfeier der Romanow - Dynastie 1913 errichtet.Ob mit "Teufel" der damalige Zar Nikolaus gemeint war? Einer Theorie zufolge leitet sich derName von einem Rektor Mannteuffel her.

    23 Domberg

  • InhaltsverzeichnisEin Imperium von Meer zu Meer......................................................................................................1

    Republik Polen-Litauen (Rzeczpospolita) ......................................................................................1Akzente.................................................................................................................................................2

    Etymologie.......................................................................................................................................2Wortgeschpfe.................................................................................................................................2

    Litauisch...............................................................................................................................................3Das Alphabet ...................................................................................................................................3yd gatv.......................................................................................................................................4Dievas (Gott)....................................................................................................................................4iauliai (die Sonnenstadt) ...............................................................................................................4 und .............................................................................................................................................4

    Der Steinkopf von Salaspils.................................................................................................................5Vergleich mit anderen Masken.........................................................................................................5

    Wochentage..........................................................................................................................................6Salomonische Sulen............................................................................................................................7Die Farben Rot und Blau......................................................................................................................8

    Rot & Blau in Tallinn.......................................................................................................................8Rot & Blau in Tartu .........................................................................................................................9Rot & Blau.....................................................................................................................................10

    Die Baltische Flusssysteme................................................................................................................11Notizen zur Anhebung der Baltischen Flusssystemen...................................................................11Die Schiffbarkeit der Embach........................................................................................................12Das Urstromtal der Gauja..............................................................................................................12

    Kunst (Vater und Sohn in Tartu).........................................................................................................13Die Brcken ber der Embach...........................................................................................................14

    Kommentar von Karin Frucht (als Anfangszitat aus Adolf von Harnack)....................................14Das Anlehnende Haus als Apotheke..............................................................................................15

    Das Sommerhaus von Thomas Mann.................................................................................................16Hungerwinter......................................................................................................................................16Die Engels- und Teufels-Brcke in Tartu...........................................................................................17

    Die Engelsbrcke...........................................................................................................................17Die Teufelsbrcke..........................................................................................................................17

    Ein Imperium von Meer zu MeerRepublik Polen-Litauen (Rzeczpospolita)

    AkzenteEtymologieWortgeschpfe

    LitauischDas Alphabet6yd gatvDievas (Gott)iauliai (die Sonnenstadt) und

    Der Steinkopf von SalaspilsVergleich mit anderen Masken

    WochentageSalomonische SulenDie Farben Rot und BlauRot & Blau in TallinnRot & Blau in TartuRot & Blau

    Die Baltische FlusssystemeNotizen zur Anhebung der Baltischen FlusssystemenDie Schiffbarkeit der EmbachDas Urstromtal der Gauja

    Kunst (Vater und Sohn in Tartu)Die Brcken ber der EmbachKommentar von Karin Frucht (als Anfangszitat aus Adolf von Harnack18)Das Anlehnende Haus als Apotheke

    Das Sommerhaus von Thomas MannHungerwinterDie Engels- und Teufels-Brcke in TartuDie EngelsbrckeDie Teufelsbrcke