Energiewende in Rheinland-Pfalz

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    24-Mar-2016
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Dr. Bernhard Braun, MdL

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    Klimaschutz und Energiewende in Rheinland-Pfalz

    Dr. Bernhard Braun, MdL

  • Der globale Klimawandel

    2

    Ziel internationaler Klimapolitik: max. zwei Grad Klimaerwrmung gegenber vorindustriellem Niveau

    Aktuelle Prognosen: bis zu vier Grad Erwrmung mglich (siehe bspw. Bericht der Weltbank, November 2012)

    Globale Treibhausgasemissionen sind im Jahr 2012 um 2,6 Prozent gestiegen; damit liegen diese um 58 Prozent hher als 1990, dem Basisjahr des Kyoto-Protokolls.

    Allein in Deutschland sind die Treibhausgasemissionen im Jahr 2012 trotz der Energiewende um 1,6 Prozent gestiegen.

    Vor allem der Trend, wieder mehr Braunkohle zu verstromen, besonders besorgniserregend.

  • Auswirkungen des Klimawandels

    3

    Extreme Wetterphnomene, wie Drren, Hochwasser und Strme, nehmen weltweit zu.

    Global betrachtet sind vor allem Entwicklungslnder von den negativen Auswirkungen des Klimawandels betroffen (Germanwatch: Global Climate Risk Index 2013)

    Klimavernderungen sind auch bei uns in Rheinland-Pfalz spr und messbar (siehe bspw. Hochwasser)

    Der globale Klimawandels hat nicht nur negative Auswirkungen auf die Natur, sondern auch auf die Menschen in unserem Land wie auch die heimische Wirtschaft:

    Schden in der Landwirtschaft

    Schden an ffentlicher Infrastruktur

    Kosten im Gesundheitsbereich

    Folgen fr die Wlder (Baumbestand)

    u.v.m

  • Klimaschutz als Kernziel GRNER

    Politik fr Rheinland-Pfalz

    4

    Klimaschutzziele fr Rheinland-Pfalz:

    Grundsatz: Begrenzung der Erderwrmung auf maximal zwei Grad

    Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 40 Prozent bis 2020

    Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 90 Prozent bis 2050

    Energiewende ist Klimaschutz

  • CO2-Emissionsreduktion in Deutschland

    1990 bis 2011

    5

    Quelle: BMU, 2009; Quaschning, Volker, 2012: www.volker-quaschning.de/

  • Dreiklang der Energiewende

    6

    Energie-wende

    Energie-einsparung

    Energie-effizienz

    Ausbau Erneuer-

    barer

    Der Ausbau Erneuerbarer Energien ist lediglich ein Teil der Energiewende

    Energieeffizienz und vor allem Energieeinsparung sind wesentliche Bestandteile einer erfolgreichen Energiewende

    Das Erreichen der Klimaschutzziele kann nur im Dreiklang gelingen!

  • Ausbau Erneuerbarer Energien in

    Rheinland-Pfalz

    7

  • Ziele fr Rheinland-Pfalz

    100 Prozent Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien bis 2030.

    Windkraft und Photovoltaik stellen die Hauptanteile der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien.

    Wasserkraft, Geothermie und Biomasse spielen eine untergeordnete Rolle.

    Aktuell liegt der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung in Rheinland-Pfalz bei rund 25 Prozent.

    8

  • Energiemix in Rheinland-Pfalz 2010-2020

    9

  • Stromerzeugung (TWh) Szenario

    10

    0

    5

    10

    15

    20

    25

    2011 2020 2030

    Geothermie

    Biomasse

    Wasserkraft

    Photovoltaig

    Windkraft

    Stromverbrauch von rund 22 TWh in 2030 (heute rund 27 TWh) beinhaltet Annahme zur Energieeinsparung von 1,5 Prozent pro Jahr

  • Anteil am Stromverbrauch (%) 2030

    11

    0

    20

    40

    60

    80

    100

    120

    2030

    Geothermie

    Biomasse

    Wasserkraft

    Photovoltaig

    Windkraft

  • Anlagenleistung (MW) 2030

    12

    0

    2000

    4000

    6000

    8000

    10000

    12000

    14000

    16000

    2030

    Geothermie

    Biomasse

    Wasserkraft

    Photovoltaig

    Windkraft

  • 100 % Strom aus Erneuerbaren Energien

    Prozentuale Aufteilung im Jahr 2030*

    13

    67%

    23%

    4% 5% 1%

    Windkraft

    Photovoltaik

    Biomasse

    Wasserkraft

    Geothermie

    * Bezogen auf GWh erzeugte Energie von 22,1 TWh

  • Windenergie und Photovoltaik in

    Rheinland-Pfalz (Stand 12/2012)

    14

    Windenergie Photovoltaik

    Installierte Gesamtleistung

    1.973 MW 1.542 MW

    Gesamtanlagenzahl 1.245 73.761

    Zubau 2012 292 MW bzw. 102 Anlagen

    369 MW bzw. 12.223 Anlagen

  • Landesentwicklungsprogramm (LEP IV) Teilfortschreibung Kap. 5.2.1. Erneuerbare Energien

    15

    Die Teilfortschreibung des LEP IV wurde am

    16. April 2013 im Kabinett beschlossen

    Gibt als Verordnung den Rahmen fr regionale

    und kommunale Planungen vor

    Setzt die Rahmenbedingungen fr die Wind- und

    Solarenergienutzung in Rheinland-Pfalz

    Verpflichtung zur rumlichen Steuerung

    Sorgt fr verbesserte Bercksichtigung von Umweltbelangen

    Bezieht Kommunen vor Ort vermehrt mit in die Planung ein

  • Teilfortschreibung des LEP IV Inhalte

    16

    In den Regionalplnen sind Vorranggebiete fr die Windenergienutzung auszuweisen, dabei gilt:

    Windhffigkeitsgebot

    Konzentrationsgebot

    Festlegung von Ausschlussgebieten

    Verbandsgemeinden, verbandsfreie Gemeinden, groe kreisangehrige und kreisfreie Stdte sollen Klimaschutzkonzepte aufstellen

    Freiflchen-PV-Anlagen sollen flchenschonend, insbesondere auf ertragsschwachen Acker- oder Grnlandflchen sowie auf Konversionsflchen errichtet werden

  • Teilfortschreibung des LEP IV Ausschlussgebiete

    17

    Es gibt zwei Kategorien von Ausschlussgebieten:

    Absolute Ausschlussgebiete: festgesetzte und geplante Naturschutzgebiete, Kern- und Pflegezonen des Naturparks Pflzerwald, Nationalparke, Kernzonen der UNESCO-Welterbegebiete Oberes Mittelrheintal und Obergermanisch-Raetischer Limes

    Von der Regionalplanung zu konkretisierende Ausschlussgebiete: landesweit bedeutsame historische Kulturlandschaften, 6-Km-Korridor entlang des Haardtrandes in den sich westlich anschlieenden Hhenzgen des Pflzerwaldes (Konkretisierung ist Aufgabe der regionalen Planungsgemeinschaften)

    Zustzlich knnen auf der Ebene der Bauleitplanung im Rahmen von Einzelfallprfungen weitere Ausschlsse vorgenommen werden.

  • Einzelfallentscheidung - Z 163 d (Auszug)

    18

    FFH- und Vogelschutzgebiete stehen einer Ausweisung von Windenergiestandorten nur dann entgegen, wenn die Windenergienutzung zu einer erheblichen Beeintrchtigung des jeweiligen Schutzzweckes fhren und eine Ausnahme nicht erteilt werden kann.

    Kernzonen der Naturparke sowie die auerhalb der Pflegezonen gelegenen Stillezonen des Naturparks Pflzerwald stehen einer Ausweisung von Windenergiestandorten nur dann entgegen, wenn die Windenergienutzung dem jeweiligen Schutzzweck zuwiderluft und eine Befreiung nicht erteilt werden kann.

    Die Rahmenbereiche der anerkannten Welterbegebiete Oberes Mittelrheintal und Obergermanisch-Raetischer Limes stehen einer Ausweisung von Windenergiestandorten entgegen, wenn diese mit dem Status des UNESCO-Welterbes nicht vereinbar ist.

  • FFH- und Vogelschutzgebiete

    Bei der Prfung der Vereinbarkeit mit dem Schutzzweck ist das von der Staatlichen Vogelschutzwarte und vom Landesamt fr Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht erarbeitete Gutachten (Naturschutzfachlicher Rahmen zum Ausbau der Windenergienutzung in Rheinland-Pfalz) zugrunde zu legen. Gegebenenfalls ist eine FFH-Vertrglichkeitsprfung durchzufhren.

    Das Gutachten enthlt Hinweise zur Vereinbarkeit bzw. Unvereinbarkeit fr einzelne Standorte

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  • LEP IV Z 163b: Vorranggebiete mit hoher Windhffigkeit Z 163d: Ausschluss in NSG und landesweiten historischen Kulturlandschaften Z 163e: Kommunale Bauleitplanung darf steuern / sie muss es aber nicht!

    RROP Konkretisierung LEP IV: Ausweisung von Vorranggebieten Aufhebung bisheriger

    Ausschlussgebiete

    Beschluss zur Anpassung an LEP IV Vorgaben: sofort

    Frist zur Anpassung an LEP IV Vorgaben: 18 Monate

    FNP Ausweisung von Konzentrationsflchen (Ausschluss auf Restflche) Verzicht mglich, dann greift Privilegierung Konzentrationszonen knnen ber RROP-Flchen

    hinausgehen

    Bis zur Anpassung der RROP: Zielabweichungsverfahren erforderlich

    B-Plan Dient der Feinsteuerung, ist aber nicht zwingend erforderlich Parzellenscharfe Abgrenzung, Hhenbegrenzung der WEA

    Hierarchie der Planungsebenen

  • Weitere Manahmen der 100 %-Strategie fr Erneuerbare Energien

    21

    Rundschreiben Windenergie

    Windatlas

    Gutachten zu historisch bedeutenden Kulturlandschaften

    Informationsbroschren zu Brgerenergiegenossenschaften,

    Windenergie und Kommunen u.v.m.

    Energieagentur Rheinland-Pfalz

  • 22

  • Manahmen zum Netz- und Speicherausbau

    Studie zu Entwicklungserfordernissen des elektrischen Verteilnetzes (Abschluss voraussichtlich Ende 2013)

    Koordinierung des Aus- und Umbaus der Stromverteilnetze mit dem EE-Ausbau

    Aufarbeitung der technischen, konomischen und rechtlichen Erfordernisse der EE-Netzintegration

    Klrung der Einsatzmglichkeiten des Energiemanagements sowie der Einbindung von Speichern

    Handlungsempfehlungen fr die Landesregierung

    Zukunftsinitiative Smart Grids mit Kommunen, Verteilnetzbetreibern und Wirtschaft in RLP Schwerpunkt Frderung von F&E bei Speichern und Projekten zur informationstechnologischen Aufrstung der Verteilnetze

    Frderung Qualifizierung von Fachkrften (Enertroniker) bei den HWK