Entgelt im Blick - FORUM Betriebsveranstaltung steuerfreie Reisekosten. Gemeinsame Anreisekosten wie

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    26-Jun-2020
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  • Entgelt im Blick Wir halten für Sie die Augen offen. Ausgabe 2/2016

  • Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

    wir freuen uns, Ihnen die zweite Ausgabe unseres Online-Magazins „Entgelt im Blick“ zu präsentieren. Sie finden hier wichtige Hinweise und Informationen zu aktuellen Themen der Entgelt abrechnung.

    Wir laden Sie herzlich ein, Ihren weiteren Wissensbedarf zur Entgelt abrechnung im Rahmen unserer Seminare und Lehrgänge zu decken. Neben einer Übersicht unserer Veranstaltungen am Ende des Online-Magazins, finden Sie unsere Empfehlungen zu einem speziellen Thema auch direkt den jeweiligen Artikeln zugeordnet.

    Unser Dank gilt an dieser Stelle Frau Birgit Ennemoser, Geschäftsführerin, AUREN personal GmbH, Stuttgart und Praxisreferentin im Rahmen unserer Jahres- wechseltagung "lohn&gehalt" für die inhaltliche Unterstützung.

    Ich wünsche Ihnen viel Spaß und wichtige Erkenntnisse bei der Lektüre.

    Freundliche Grüße

    Thomas Lepa Bereichsleiter Personal FORUM · Institut für Management GmbH

    Gebühren für MitarbeiterCard Führen Auflade- bzw. Set-Up-Gebühren einer Mitarbeiterkarte zu einem weiteren geldwerten Vorteil? ...........................................4

    Werkstattwagen: Privatnutzung Auswirkungen des neuen Urteils des FG Sachsen ............................................................................................................................ 4

    Meetings und Betriebsfeiern Betriebliche Meetings mit anschließender Betriebsfeier – wie sind die Kosten aufzuteilen? ............................................................5

    Mahlzeiten in Lohnabrechnungen Welche Sachverhalte lösen eine Lohnsteuerpflicht aus? .................................................................................................................. 6

    Betriebliche Gesundheitsförderung Werden bestimmte Gesundheitsmaßnahmen von der Steuer befreit? .............................................................................................. 8

    Lohnsteuerpfändung Berechnung nach ELStAM-Merkmalen ............................................................................................................................................. 8

    Syndikusanwälte Kostenübernahme aus Lohnsteuersicht ........................................................................................................................................... 9

    Abfindungen Neuer Prüfungsschwerpunkt in der Lohnsteuer .............................................................................................................................. 10

    Übungsleiter Tätigkeit muss nebenberuflich ausgeübt werden ........................................................................................................................... 11

    Streuwerbeartikel Steuerpflicht und -befreiung nach § 37b EStG ................................................................................................................................ 12

    Praktikum: Probezeit verkürzen Anrechnungspflicht des Praktikums auf die Probezeit? .................................................................................................................. 12

    Aushilfen: Schüler und Studenten Besteht Anspruch auf Urlaub und Entgeltfortzahlung bei Krankheit? ............................................................................................. 13

    Anwesenheitsprämie Welche gesetzlichen Rahmenbedingungen sind bei der Umsetzung zu beachten? ......................................................................... 14

    Minderheitsgesellschafter Welche Besonderheiten gelten bei der SV-Pflicht? ......................................................................................................................... 15

    Außendienstmitarbeiter Ohne erste Tätigkeitsstätte: Entfall geldwerter Vorteil oder Fahrzeit zum Kunden als Arbeitszeit? ................................................ 16

    Minijobs Kein Ausschluss von Minijobbern bei der Betriebsrente? ............................................................................................................... 17

    Flüchtlinge als Arbeitnehmer Was ist bei der Einstellung und Beschäftigung zu beachten? ......................................................................................................... 18

    Wichtige Änderungen bei der bAV Welche Auswirkungen hat die EU-Mobilitätsrichtlinie? ...................................................................................................................20

    Inhalt

  • 4 5

    Gebühren für MitarbeiterCard Führen Auflade- bzw. Set-Up-Gebühren einer Mitarbeiterkarte zu einem weiteren geldwerten Vorteil?

    Entgelt im Blick

    Obwohl einige Lohnsteuerprüfer das anders handhaben, wird der 44-Euro-Frei- betrag laut einem aktuellen Urteil nicht von den Gebühren beeinflusst.

    Nutzt ein Arbeitgeber die Möglichkeit der Überlassung von Sachbezügen im Wert von maximal 44 Euro im Monat und nutzt er dafür eine sogenannte Mitar- beiterkarte, führen die Aufladegebühren oder die einmaligen Setup-Gebühren nicht zu einem zusätzlichen geldwerten Vorteil. Die 44-Euro-Freigrenze für die Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit ist durch die Gebühren nicht beeinflusst.

    Leider sehen dies einige Lohnsteuer- prüfer anders, aufgrund dieser nun erfolgten richterlichen Klärung sollten diese Fälle aber in Zukunft deutlich einfacher zu diskutieren sein.

    Meetings und Betriebsfeiern Betriebliche Meetings mit anschließender Betriebsfeier – wie sind die Kosten aufzuteilen?

    Ausgabe 2/2016

    Betriebsveranstaltungen mit privatem und gesetzlichem Anteil sollten immer pro- zentual aufgeteilt werden, um Sicherheit für Lohnsteuerprüfungen zu erhalten. Bei anderweitigen Aufteilungen empfiehlt sich eine Anrufungsauskunft im Vorfeld beim zuständigen Finanzamt, da die Sicht der Prüfer und des BFH hier nicht immer einheitlich ist.

    Der BFH spricht bei Veranstaltungen mit privatem und betrieblichen Anteil von gemischt veranlassten Reisen oder Ver- anstaltungen und regelt, dass alle direkt zuordenbaren Aufwendungen komplett dem Bereich mit privatem Interesse (Ar- beitslohn bzw. geldwerter Vorteil) oder dem betrieblichen Teil (kein Arbeitslohn, da fachlich notwendig oder betrieblich wichtig) zugeordnet werden. Aufwendun- gen, bei denen keine direkte Zuordnung möglich ist, müssen aufgeteilt werden.

    Grundsätzlich sind die Kosten nach dem Verhältnis der Zeitanteile aufzuteilen. Sind die einzelnen Veranstaltungsteile zeitlich und räumlich voneinander getrennt, ist auch die Zuordnung zum jeweiligen Veranstaltungsteil möglich.

    Komplizierter wird es, wenn Aufwen- dungen anfallen, die sich nicht eindeutig dem fachlichen oder gesellschaftlichen Teil zurechnen lassen. Nach den neueren Regelungen zu Betriebsveranstaltungen sind individuelle Reisekosten zum Ort der Betriebsveranstaltung steuerfreie Reisekosten. Gemeinsame Anreisekosten wie z. B. eine Busfahrt zur Betriebs- veranstaltung zählen aber komplett zur Betriebsveranstaltung.

    Leider ist es in der Praxis aber so, dass ein Workshop in einem Hotel stattfindet und abends dann eine Betriebsfeier angeschlossen wird. Nach einer Über- nachtung geht es am nächsten Tag mit weiteren Schulungen betrieblicher Natur weiter.

    Die durch das betriebliche Meeting verursachten Kosten sind kein Arbeits- lohn. Darunter fallen z. B. Tagungs- pauschalen sowie die Übernachtung ein- schließlich der während der Tagung angebotenen Mahlzeiten, wenn ihr Preis unter 60 Euro liegt.

    Die Abendveranstaltung ist komplett als Betriebsveranstaltung zu sehen und nach den gängigen Größen zu bewerten.

    Die Ermittlung maßgeblicher Zeitanteile ist sehr umstritten. Die Finanzverwaltung bezieht in der Regel meist alle Zeiten in die Aufteilung ein, für die in der Agen- da Programmpunkte vorgesehen sind. Nur die Zeiten der An- und Abreise lässt sie außen vor.

    Kann der Arbeitgeber aufzeigen, dass die Veranstaltung auch ohne den „privaten“ Veranstaltungs-Teil (also das vergnüg- liche Essen oder der Tanz) am auswärti- gen Ort durchgeführt worden wäre und genauso lange gedauert hätte, gibt es Ansätze, die die Kosten für die An- und Abreise sowie die Übernachtung in voller Höhe dem betrieblichen Teil zu- rechnen. Die Motivation des Arbeitgebers für die Veranstaltung und den Veran- staltungsort sind hier entscheidend für die Frage, ob eine gemischte Veranlas- sung der Reisekosten angenommen werden muss. Sicherheit gibt es in dieser Entscheidung aber nicht.

    Fallen wegen der Betriebsveranstaltung zusätzliche Übernachtungskosten an, ist eine anteilige Versteuerung geboten.

    Die Privatnutzung von Werkstattwägen war bis dato ausgeschlossen. Ein neues Urteil des FG Sachsen weicht davon nun ab: Hat ein Mitarbeiter privat kein eigenes Auto, ist von einer Privatnutzung des Firmenwagens auch bei Werkstattfahr- zeugen auszugehen.

    Ein Fahrzeug, bei dem die hintere Sitzbank ausgebaut ist, um Material und Werkzeug zu transportieren, galt bis dato als Werkstattwagen und damit ent- fiel die private Nutzung bzw. der geld- werte Vorteil dafür.

    Das FG Sachsen-Anhalt entschied nun, dass es auf die Einzelumstände ankommt und ein Fahrzeugnutzer, der sonst kein

    privates Fahrzeug hat, wohl doch auch diesen Werkstattwagen für private Verrichtungen / Fahrten nutzen würde.

    Im konkreten Fall nutzte eine Einzelunter- nehmerin drei Fahrzeuge. Für eines ver- steuerte sie einen Privatnutzungsanteil. Bei den ander