Eye Of The Wind - Bordheft

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    29-Mar-2016
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Eye Of The Wind - Bordheft

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  • Willkommen an Bord

  • Liebe Gste,

    herzlich willkommen an Bord der Eye of the Wind.

    Die Eye of the Wind vereinigt in sich auf sehr elegante Weise 100 Jahre Tradition und Moderne.

    Sie erfllt heute alle Sicherheitsstandards sowie hohe Anforderungen an Komfort und Bequemlichkeit.

    Trotzdem wird immer noch ausschlielich manuell gesegelt.

    Genau dabei soll Sie dieses Heft untersttzen egal ob Sie an einem Fhrungstraining

    oder an einem Segeltrn teilnehmen. Die Informationen ber das Schiff und das Segeln sollen Ihnen

    helfen, sich an Bord schnell zurecht zu finden.

    Wir wnschen Ihnen einen unvergesslichen und inspirierenden Aufenthalt an Bord.

    Ihr Team von Eye of the Wind

    InhaltsbersichtS. 3 Zur Geschichte

    der Segelschifffahrt

    S. 4 Segelschiffstypen

    S. 5 100 Jahre Eye of the WindEin kurzer Blick auf eine lange Geschichte

    S. 6/7 Decklayouts und Steckbrief

    S. 8/9 Die Segel und Anordnung der Leinen

    S. 10/11 Kursbezeichnungen und Manver

    S. 12/13 Wichtige Begriffeund Sicherheitsregeln

    S. 14 Verhalten in besonderen Fllen

    S. 15 Segelreviere

    S. 16 Kompassrose undKontaktdaten

  • Zur Geschichte der Segelschifffahrt

    Die Entwicklung der Segelschiffe begann vermutlich in gypten. Vornehmlich fr dieFahrt auf dem Nil wurden Schiffe mit einem Mast und einem groen Rahsegel einge-setzt. Die Griechen nutzten ab etwa 1000 v. Chr. das Lastschiff und die Galeere, wobeidie Galeere einen Mast mit einem mittelgroen Rahsegel hatte und whrend desKampfes und bei Flaute mit Riemen gerudert werden konnte.

    In Mittel- und Nordeuropa entstanden Langschiffe, die zunchst gerudert und spterauch gesegelt wurden. Die Wikinger entwickelten diesen Schiffstyp zur Perfektionweiter. Die schlanken und sehr leichten Wikingerschiffe waren sogar schneller als einberittener Bote. So konnten die Wikinger bei ihren berfllen im frhen Mittelalterdas berraschungsmoment nutzen.

    Nach dem Ende der Wikingerzeit wurde im Mittelalter die Hansekogge gebaut. Auchsie hatte nur einen Mast und war das Rckgrat des Fernhandels der Hanse.

    In Spanien und Portugal wurde die Karavelle entwickelt. Erst mit diesem technischenFortschritt wurden die Entdeckungsreisen von Christoph Kolumbus mglich.

    Mit Beginn der Neuzeit wurden auch zwei- und dreimastige Schiffe gebaut und dieseluteten die Glanzzeit der modernen Segelschifffahrt ein. Die Schiffbauer entwickel-ten immer ausgefeiltere Besegelungen. Die Schiffe wurden schlanker, hatten mehrTiefgang und konnten immer hher am Wind gesegelt werden. Die Zunahme derHandelsschifffahrt im 19. Jahrhundert brachte die schnellen, schnittigen Klipper, dieGeschwindigkeiten bis 18 Knoten erreichten.

    Segelschiffe waren seit dem Altertum bis zum 19. Jahrhundert die wichtigsten Ver-kehrsmittel fr den Transport von Gtern und Personen ber lngere Distanzen.Danach wurden sie immer mehr durch Dampf- und Motorschiffe abgelst. Schlielichfhrte der Untergang der Pamir 1957 international zum Ende des Frachttransportsauf Groseglern. Aber die Faszination fr die Segelschifffahrt ist geblieben.

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  • 4Segelschiffstypen (schematische Darstellungen)

    VollschiffAlle Masten sind rahgetakelt. Es gibtViermast- und sogar Fnfmast-Voll-schiffe. Der hinterste (achterste) Masttrgt ein zustzliches Gaffelsegel(Besansegel) zur Untersttzung vonWende- und Halsemanvern. Die be-rhmte Preussen und alle schnel-len Teeclipper waren Vollschiffe.

    Bark / ViermastbarkBei der Bark kommen zwei vollgeta-kelte Masten und ein schonergetakel-ter Besanmast zum Einsatz. Bei derViermastbark kommt ein weiterervollgetakelter Mast dazu. Die GorchFock ist ein Vertreter dieser Gat-tung. Im Vergleich zum Vollschiffkann die Bark mit geringerer Crew-Strke gefahren werden.

    GaffelschonerJedes mehrmastige Segelfahrzeugmit nicht vollgetakelten Masten, beidenen der hhere Mast (Gromast)hinten steht, ist ein Schoner. Er istschnell und manvrierfhig. Schonerwurden vor allem fr den Kurier-dienst und als Kriegsschiffe einge-setzt.

    BriggEine Brigg ist ein Zweimaster, dessenbeide Masten vollgetakelt, das heitmit Rahen versehen sind. Zustzlichist am Gromast ein Schratsegel bei dieser Takelungsart vorhanden.Briggs wurden oft als Handelsschiffeund Schulungsschiffe eingesetzt. DieEye of the Wind gehrt dazu.

  • 100 Jahre Eye of the Wind Ein kurzer Blick auf eine lange Geschichte

    Beim Stapellauf 1911 hie sie Friedrich. Sie war als Toppsegelschoner auf derLhring Werft in Brake gebaut worden. 1923 wurde sie nach Schweden verkauft, hieab dann Merry und fuhr 50 Jahre lang als Frachtschiff in der Ost- und Nordsee. ImLaufe der Jahre entfernte man die Masten und baute sie zum Motorschiff um. Nacheinem Brand im Jahr 1969 schien das Ende ihres Lebens gekommen zu sein. Aberglcklicherweise fiel sie in die Hnde einer Gruppe von Windjammer-Enthusiasten, die1973 begannen, sie als Segelschiff wieder aufzubauen.

    Sie bekam 2 Masten und wurde als Brigantine geriggt. Man such-te und fand berall in England und auf der Welt Materialien, diefr Takelage und Ausbau verwendet wurden. Ein ehemaligerTanzboden aus widerstandsfhigem Teak wurde zum Bau derDeckshuser eingesetzt, uralte englische Kirchenbnke gebendem unteren Salon seine unvergleichlich maritime Atmosphre.Alle Blcke wurden aus Holz und teilweise in aufwendigerHandarbeit gefertigt. So entstand mit der Eye of the Wind, wiesie jetzt hie, ein Segelschiffsjuwel, das auf der Welt seinesgleichen sucht.

    Gleich ihre erste Reise fhrte sie rund um die Welt. Australien, Sdsee, Kap Hoornsind nur einige Positionsmeldungen, die Seglerherzen hher schlagen lassen. Dieseerste Weltumrundung war 1978 beendet und die Eye of the Wind wurde jetzt dasFlaggschiff der Operation Drake, einer zweijhrigen wissenschaftlichen Expeditionunter der Schirmherrschaft von Prinz Charles. Die wechselnden Besatzungen derEye of the Wind kamen aus aller Herren Lnder, hatten aber bereits nach kurzerZeit eines gemeinsam: sie waren gefangen von der Seele und der Ausstrahlung diesesSchiffes. Man sagt Schiffen ja allgemein eine Persnlichkeit nach auf der Eye istsie besonders zu spren. Und es ist eine durch und durch angenehme und verlsslichePersnlichkeit. ber die Jahrzehnte hat sich so ein Fanclub gebildet, der auch heutenoch im Internet aktiv ist, wo die Mitglieder die Geschichte ihres Schiffes verfolgen

    und sich immer wieder zum Mitsegeln an Bord verabreden. Die Optik und die beson-dere Atmosphre des Schiffes war es wohl auch, die sie zum Filmstar machten. Ohnezu wissen, dass es sich um die Eye of the Wind handelt, kennen Millionen vonKinobesuchern sie aus Filmen wie Blue Lagoon, White Squall, Taipan oderSavage Island. Im Jahr 1990 segelte die Eye of the Wind in der Sdsee und nahman der 200-Jahrfeier der Besiedelung der Insel Pitcairn (Meuterei auf der Bounty) teil.In 1991 umrundete sie zum zweiten Mal das Kap Hoorn und war nach 11 Monaten

    zurck in England. Als Segel-Trainings-Schiff war sie in derFolgezeit auf den verschiedenen Meeren unterwegs und in denbekanntesten Hfen der Welt zu Gast.

    Im Jahr 2000 erwarb sie ein dnischer Unternehmer, restauriertesie komplett und stattete sie mit modernster Technik undElektronik fr Navigation und Komfort aus. Glcklicherweise ach-tete er darauf, dass die Restaurierung so vorsichtig erfolgte, dassdie Eye ihren Charakter als traditioneller Grosegler behielt.

    Die Bedienung der Segel erfolgt auch heute noch komplett mit Muskelkraft.

    Bis zum Jahr 2009 war die Eye fr die ffentlichkeit nicht mehr zugnglich undharrte nach dem berraschenden Tod ihres Eigners einer ungewissen Zukunft. Am 1. April 2009 fand sie mit der FORUM MEDIA GROUP einen neuen Eigner. Dort wirdsie jetzt dazu eingesetzt, jungen und jung gebliebenen Fhrungskrften zu zeigen,dass sich die Fhrung der kleinen Welt Schiff hervorragend eignet, um darausLehren fr die Fhrung der Unternehmenswelt zu ziehen. Und unter der Regie desneuen Eigners wird sie ihren Bug auch wieder in die Weiten der Ozeane richten undberall auf der Welt neue Fans und Freunde gewinnen.

    To sail on the Eye Beneath the stars and the sky

    Will capture your heart

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  • Hauptdeck

    1 AnkerwindeAnchor Windlass

    2 Luke MannschaftsunterkunftFocsle hatch

    3 Vordere Luke / NotausstiegForward hatch

    4 FockmastForemast

    5 GaskastenGas locker

    6 GemseschrankVegetable locker

    7 KombseGalley

    8 SpeisesalonDining Saloon

    9 Luke MittschiffMidships hatch

    10 HauptmastMainmast

    11 WerkstattWorkshop

    12 WaschraumLaundry

    13 KajtstreppeAft companionway

    14 ToiletteToilet

    15 Luke MaschinenraumEngine room hatch

    16 KapitnskabineCaptains cabin

    17 KartenraumChartroom

    18 SchiffsruderShips wheel

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    43 2 1

    6

    Baujahr 1911

    Werft C. H. Lhring Werft, Brake, Deutschland

    Lnge ber alles 40,23 m

    Takelagetyp Brigg

    Segelflche 750 m2

    Maschine 600 PS

    Geschwindigkeit ca. 8 Knoten

    Schiffsrumpf Stahl

    Deck Teak

    Kabinen 6 Passagier-Kabinen (16 Kojen), 4 Crew-Kabinen (10 Kojen)

    Aufenthalt Salon mit BordbibliothekDecksalonSonnendeck

    Navigation/ Radar, GPS, Kommunikation Funk (weltweit)

    SatellitentelefonFaxInternet

    Sicherheit Modernste Sicher-heits-, Feuerschutz- und Rettungs-ausstattung geminternationalenRichtlinien

    Steckbrief

  • Zwischendeck (Kabinenbereich und unterer Salon)

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    1314 1

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    1 KettenkastenChain locker

    2 MannschaftskabineCrew cabin

    3 MannschaftskabineCrew cabin

    4 Mannschafts-WC/DuscheCrew showers and heads

    5 MannschaftskabineCrew cabin

    6 Man