Festschrift 60 Jahre –HV

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    29-Mar-2016
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Seit 1953 vertritt die Österreichische Hoteliervereinigung die Interessen ihrer Mitgliedsbetriebe. Erfahren Sie wie alles entstanden ist und was alles in den letzten 60 Jahren erreicht wurde!

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  • 60Sechzig Jahre Engagement

    fr die Hotellerie

    Das Jubilumsbuchder sterreichischen Hoteliervereinigung

  • Jubilumsbuch - 60 Jahre sterreichische Hoteliervereinigung

  • 1929

    Generalversammlung der Vereinigung Wiener Hotelbesitzer, der Vorgngerorganisation der sterreichischen Hoteliervereinigung.

  • Leute, fleiig sein allein gengt nicht. Wir mssen uns zusammenschlieen. Wenn wir in groer Zahl auftreten, dann wird unsere Stimme auch gut gehrt.

    Leopold NedomanskyGrndungsprsident der sterreichischen Hoteliervereinigung1953

  • Der sterreichische Tourismus hat in den vergangenen sechzig Jahren eine einzigartige Erfolgsgeschichte geschrieben. Seit dem Jahr 1953 stiegen die Anknfte von 4,5 Millionen auf 34,6 Millionen, jene der Nchtigungen von 21,8 Millionen auf 126 Millionen.

    sterreich zhlt heute im internationalen Vergleich zu den touris-musintensivsten Lndern, die Tourismuswirtschaft ist mit einem Anteil von 7,4 Prozent am Bruttoinlandsprodukt eine gewichtige Sule der sterreichischen Volkswirtschaft. Direkt und indirekt sind rund 344.000 Menschen im Tourismus beschftigt, das sind fast zehn Prozent aller Erwerbsttigen.

    Dennoch sind die Herausforderungen fr den Tourismus vielfltig. Der Gast ist anspruchsvoller geworden, die Mobilitt im Tourismus nimmt auch dank neuer Informations- und Kommunikationstech-nologien stndig zu. Neue Mrkte und Gstegruppen haben sich aufgetan und mit der rasant fortschreitenden Globalisierung ver-strkt sich der Wettbewerb zwischen den Destinationen.

    Um diese Herausforderungen zu meistern und die Wettbewerbs-fhigkeit des Tourismusstandorts sterreich langfristig zu sichern und auszubauen, bedarf es mehr denn je enger Abstimmung und Zusammenarbeit. Im Rahmen der Tourismusstrategie des Bundes haben wir in dieser Hinsicht bereits zahlreiche Fortschritte erzielt. Aufgabe der Tourismuspolitik ist es, wettbewerbsfhige Rahmen-bedingungen fr heimische Unternehmen zu schaffen.

    Die sterreichische Hoteliervereinigung ist dabei als Interessen-vertretung von mehr als 1.200 Mitgliedsbetrieben seit 60 Jahren ein engagierter Partner. Hart in der Sache und konsequent bei ihren Forderungen, aber kompromissbereit und verlsslich bei gemeinsamen Lsungen hat es die HV immer verstanden, die Interessen des Tourismusstandorts sterreich in den Mittelpunkt zu stellen. Daher hat sich im Laufe der Jahre eine offene und kon-struktive Gesprchs- und Vertrauensbasis entwickelt.

    Die heimische Tourismuswirtschaft hat auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Konstanz und Strke bewiesen. Mit tatkrf-tiger Untersttzung der HV knnen wir auch die nchsten Jahre erfolgreich gestalten und gemeinsam an der Weiterentwicklung des touristischen Angebots und der Wettbewerbsfhigkeit der Branche arbeiten.

    In diesem Sinne gratuliere ich der HV sehr herzlich zu ihrem 60-jhrigen Jubilum, bedanke mich bei ihren Prsidenten, dem Generalsekretr und ihren Funktionren sowie bei all ihren Mitarbeitern und Mitgliedern fr ihren enormen Einsatz. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit zum Wohl des sterreichischen Tourismus.

    Dr. Reinhold MitterlehnerBundesminister fr Wirtschaft, Familie und Jugend

    Erfolgsgeschichte des Tourismus gemeinsam fortschreiben

  • Das moderne Hotel ist ein Phnomen, das eine neue Etappe in der Wirtschaftsgeschichte markiert. Und die sterreichische Hotelierverei-nigung hat durch ihre Arbeit wesentlich zu diesem Erfolg beigetragen.

    Welches Phnomen? Wieso eine Etappe in der Wirtschaftsgeschichte? Werden da nicht bertreibungen strapaziert, nur um markige Sprche fr eine Jubilumsschrift zu formulieren?

    Womit sich die Frage nach den frheren und den aktuellen gesellschaft-lichen Strukturen stellt, wenn man denn von einer Wende in der Wirt-schaftsgeschichte spricht. Wer hat dominiert, wer erhielt den grten Respekt und wer triumphiert heute?

    Fr die Vergangenheit ist die Antwort leicht. Die gesamte Aufmerksam-keit bekamen die Knige und die Frsten, mgen sie auch als Raubritter begonnen und als Raubritter geherrscht haben. Aristokratie heit zwar bersetzt schne Herrschaft, verstanden wurde das Wort aber als sch-ne Herrschaften.

    In drflichen Gemeinden mag sich der Pfarrer den Respekt noch mit dem Lehrer geteilt haben. Doch hatten auch sie wie Joseph Haydn durch die Hintertre zum Frsten zu buckeln.

    Die nur selten berzeugend aristo agierenden Mitglieder der besseren Gesellschaft mussten seit der Erfindung der Dampfmaschine zur Kennt-nis nehmen, dass das Leben in Palsten mit Domestiken und Fahrzeugen auch erreichbar ist, wenn man Stahl, Waffen und Textilien herstellt und elend niedrige Lhne zahlt. Dass die Jahrhunderte mhsam in der Leibei-genschaft gehaltenen Knechte nun freiwillig in die Fron unter den Indust-riellen drngten, mag manchem Vordersassen ungerecht erschienen sein.

    Die Gegenwart ist nur eine Gemengelage der Geschichte. Alle, die in der Kette der nacheinander untergegangenen Wrdentrger wichtig waren, haben ihre zeitgenssischen Nachfahren, die hartnckig vom verbliche-nen Glanz retten, was mit Hilfe von Klatschspalten noch zu retten ist.

    Die kostmierten Sprsslinge spielen eine wunderbare Komdie und ernten sogar Beifall von den Nachfahren der einstigen Leibeigenen, die

    mittlerweile zu den Trgern der Gesellschaft, nicht selten stress- und burn-out geplagt, aufgerckt sind: Leistungstrger der Gesellschaft mag zwar recht ehrenvoll sein, doch noch schner wre es frstlich das Le-ben zu genieen.

    Was hat all das mit der Hoteliervereinigung zu tun? Alles. Wo findet sich diese bunte Gesellschaft ein und lebt genussvoll alle Eitelkeiten aus im modernen Hotel, das im Hintergrund einem hoch technisierten In-dustriebtrieb gleicht und im Vordergrund alle Wnsche aristokratisch demokratisch erfllt.

    In einem Hotel ist ein Frst immer noch Frst, auch wenn lngst Einfa-milienhuser die frstlichen Latifundien zieren, ein Industrieller bleibt der Herr von, mag der Name im Wirtschaftsmuseum besser bekannt sein als an der Brse, und alle anderen, Hilfsarbeiter, Facharbeiter, Leh-rer, Pfarrer, Rechtsanwlte, Manager avancieren zu Knigen.

    Die Hoteliers agieren nicht als Hausherren, als neue Frsten, sondern als Gastgeber und schaffen zurckhaltend diskret das Parkett fr den Tanz der Gesellschaftslwen, auf dem jeder seine Pirouetten drehen kann. Und dafr, dass die Hoteliers diese wesentliche Aufgabe erfllen knnen, setzt sich die Hoteliervereinigung unermdlich ein und kmpft tapfer gegen hohe Steuern, fr gnstige Finanzierungen, fr einen er-giebigen Arbeitsmarkt.

    Wie die Hoteliers bt auch die HV bei allem Eifer Zurckhaltung: Die Interessen werden mit Festigkeit, aber ohne Inszenierung vertreten. Das ist wohltuend und so kann die ltere Schwester unter den freiwilligen Verbnden, die Industriellenvereinigung, ihr sonderbares Privileg be-wahren, als Institution nicht mit dem Namen, sondern mit der Adresse angesprochen zu werden. Wre die Wende in der Wirtschaftsgeschich-te offenkundig, allgemein bewusst, der Satz der Schwarzenbergplatz meint geriete in den Hintergrund, in den Zeitungen wrde man aber lesen die Hofburg will, wenn eine Forderung der HV diskutiert wird.

    Ad multos annosRonald Barazon

    HV der diskrete Charme der Gastgeber einer bunten Gesellschaft

  • Demokratie heit, sich in die eigenen Angelegenheiten einzumi-schen. Folgerichtig mischt sich die sterreichische Hotelierverei-nigung professionell in die Festlegung der politischen und rechtli-chen Rahmenbedingungen fr die sterreichischen Hoteliers ein. Die HV ist sowohl auf der ffentlichen Bhne der Wirtschaftspoli-tik als auch im politischen Hintergrund ein aktiver Spieler.

    Ist das nicht selbstverstndlich fr eine Organisation, deren Mitglie-der eine politische Interessenvertretung wnschen? Keineswegs!Es ist noch immer alles andere als blich, dass die zustndigen Po-litikerinnen und Politiker regelmig mit konkreten Informationen aus der Praxis versorgt und mit Forderungen konfrontiert werden. Als Gesetzgeber oder Mitarbeiter in der Verwaltung ist es parado-xer Weise sehr schwierig, bereits zum entscheidenden Zeitpunkt substanziellen Input aus der Wirtschaft zu bekommen.

    Mehr oder weniger gute Tipps gibts oft erst im Nachhinein. Ein Grund dafr ist, dass die Entscheidungsfindungsprozesse in ster-reich nur fr Experten transparent sind. Im Vergleich zur EU-Ebene ist das Verfolgen politischer Entwicklungen sehr aufwndig, Infor-mationen sind oft nur auf konkrete Nachfrage zugnglich. Auer-dem macht man sich in der Politik mit dem konsequenten Verfol-gen politischer Forderungen nicht unbedingt nur Freunde. Manche Reprsentanten wollen nach wie vor nicht zwischen konstruktiver Kritik und politischen Angriffen unterscheiden. Von Animositten darf man sich aber nicht irritieren lassen. Es gibt schlielich ein ver-brieftes Recht, politische Interessen zu vertreten.

    Trotz aller Hindernisse hat sich die Interessenvertretung auch in sterreich in den letzten Jahren professionalisiert. So gut wie alle Top-Unternehmen haben in den letzten Jahren Public Affairs-Funk-tionen geschaffen. Viele Verbnde haben in ihre Kompetenz inves-tiert, politische Forderungen zu vertreten, sie haben eigene Mit-arbeiter angestellt und politisches Know-how und Trittsicherheit in der Politik entwickelt. Die sterreichische Hoteliervereinigung zhlt dabei seit Jahren zu den Vorreitern.

    Der Vereinigung gelingt es, sich intern auf klare Forderungen fest-zulegen, sie ber einen lngeren Zeitraum mit Nachdruck zu ver-folgen und zudem konkrete Konzepte vorzulegen. Das thematische Spektrum reicht von finanz- und wirtschaftspolitischen Fragen bis zu Sozial- und Bildungspolitik. Dabei agiert die HV notwendiger Weise tourismuspolitisch auf Ebene der Bundes- und der Landes-politik und beobachtet relevante EU-politische Entwicklungen. Nachhaltig wirksam kann sie nur durch eine fokussierte, beharrli-