Fight Back 46

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Antifaschistisches (Jugend) Info Braunschweig

Fight Back!Antifaschistischer Spaziergang nach bergriffen auf das Falken-Zentrum SUB

Nr. 46

August 2010

NAZIBERFALLund die REAKTIONENAm Abend des 05.07.2010 berfielen zwei Nazis, einer von ihnen Anhnger der Burschenschaft Thormania, das Falkenzentrum SUB und versuchten gewaltsam in die Rumlichkeiten einzudringen. Durch das Verschlieen der Tren konnte ein Eindringen verhindert werden, wobei eine Scheibe der Eingangstr von den Nazis eingeschlagen wurde. Nur wenige Zeit nach dem Angriff erreichten weitere antifaschistische UntersttzerInnen die Gegend. Es dauerte nicht lange, bis die Polizei gegen diese vorging, whrend die Angreifer, die inzwischen Untersttzung von weiteren Nazis der Thormania bekomImpressum:

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auf das Jugendzentrum der Falken SUBmen hatten, sich ungestrt in der Nhe aufhalten konnten. Ein Dutzend AntifaschistInnen wurde festgesetzt. Am SUB formierte sich whrenddessen eine kleine Demo, die nun lautstark durch das Viertel zog, auf den berfall aufmerksam machte und die Freilassung der festgesetzten AntifaschistInnen forderte. Die Polizei nahm im Anschlu zwei AntifaschistInnen fest. Wie schon in der Vergangenheit, war die Polizei wieder einmal mehr damit beschftigt, antifaschistische Selbsthilfe und Solidaritt zu kriminalisieren , statt gegen faschistische Gewalttter vorzugehen.(siehe S.4) Bereits am 06.07.2010 versam-

Erscheint regelmig in einer Auflage von 1000 Exemplaren. Die Verteilung erfolgt kostenlos an Schulen, Jugendzentren und in Kneipen. Der Inhalt der einzelnen Artikel gibt nicht unbedingt die Meinung des gesamten Redaktionskollektivs wieder. ber den Abdruck von zugeschickten Artikeln, Terminen etc. entscheidet das Redaktionskollektiv. Eigentumsvorbehalt: Diese Zeitung bleibt bis zur Aushndigung an den Adressaten/die Adressatin Eigentum des Redaktionskollektivs. Zur HabeName ist keine Aushndigung im Sinne dieses Vorbehalts. Nicht ausgehndigte Zeitungen sind unter Angabe des Grundes an das Redaktionskollektiv der Fight Back! zurckzusenden. V.i.S.d.P.: August Merges, Karl-Marx-Str. 2, 38104 Braunschweig

Fight Back!, Cyriaksring 55, 38118 Braunschweig

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Seite 3SUB,wohnt. Daran anknpfend fand am 19.07.2010 ein antifaschistischer Stadtspaziergang statt. Dazu aufgerufen hatten das Antifaschistische Plenum, die Jugend Antifa Aktion (JAA), die Ultras Braunschweig 2001, sowie die Falken. Ca. 250 Menschen beteiligten sich. Auf Transparenten forderten die DemonstrantInnen unter anderem Stoppt den Naziterror und Weg mit der Nazi-Kameradschaft Thormania!. Es wurden Flugbltter an die Passanten verteilt, welche ber die Hintergrnde des berfalls und die Nazikameradschaft Burschenschaft Thormania aufklrten. Viele Passanten zeigten sich interessiert, teilweise auch erschrocken ber das offene und gewaltsame Agieren der Nazis in Braunschweig.

melten sich ca. 150 Menschen vor dem Falkenzentrum SUB, um ihre Wut ber den bergriff und ihre Solidaritt mit den Opfern faschistischer bergriffe auf die Strae zu tragen. Die Demonstration fhrte unter anderem an der Wohnung von Oliver Ollo Sulz vorbei, einem der an dem bergriff beteiligten Nazis, welcher in der Kuhstr. 15, in unmittelbarer Nhe zum

Nazikameradschaft Burschenschaft Thormania

Bei der sogenannten Burschenschaft Thormania handelt es sich nicht um eine Burschenschaft im herkmmlichen Sinn (also eine Studentenverbindung mit reaktionrem Weltbild) sondern um eine ganz gewhnliche Nazikameradschaft. Gegrndet 2004 organisieren sie faschistische Vortrge, beteiligen sich bei Naziaufmrschen und vernetzen sich mit anderen Nazis in der Region. Bei der Grndung des sogenannten KdF-Museum in Wob stellten sie den Schutz bei Veranstaltungen. Dabei kam es u.a. zu einem bergriff auf einen Journalisten. Federfhrend bei der Thormania sind die Gebrder Sren, Sebastian und Christian Hgel. Die Mitglieder der Thormania rekrutieren sich aus Nazis aus Braunschweig, Bad Lauterberg und Gifhorn.

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Beispiele von faschistischen bergiffe gegen die Falken und die Reaktionen der Polizei29. April 2006: Im Kinder- und Jugendzentrum der Falken in der Bcklerstrae wird ein Fenster eingeschlagen. Bereits drei Wochen zuvor wurde die Fassade mit Nazi-Schmierereien verunstaltet. 21.Juli 2006: Brandanschlag auf den Bully der Falken Die Falken machten diese und andere rechtsextreme bergriffe ffentlich. Daraufhin erffnete die Polizei ein Ermittlungsverfahren gegen die Falken wegen angeblicher Vortuschung von Straftaten. Sie unterstellten den Falken, sich einen Teil dieser bergriffe bzw deren rechtsextremen Hintergrund erfunden zu haben. Im Falle des Brandanschlag auf den Falkenbully verstiegen sie sich gar zu der Behauptung, dieser wre nicht von Nazis, sondern von den Falken selbst verbt worden um einen Angriff von Nazis vorzutuschen.Ein sehr durchsichtiges Manver von seiten der Bullen, um faschistische bergriffe zu leugnen und Antifaschisten zu kriminalisieren. Nach massiver Kritik von Seiten der ffentlichkeit wurden diese Ermittlungen sang- und klanglos eingestellt. In der Nacht vom 18. auf den 19. Juni 2010 schlagen Unbekannte die Scheibe des Bezirksverbandes der sozialistischen Jugend die Falken in der Tuckermannstrae ein. Am Abend des 05.07.2010 berfielen zwei Nazis das Falkenzentrum SUB und versuchten gewaltsam in die Rumlichkeiten einzudringen. Von den zu Hilfe kommenden Antifaschisten werden zwei festgenommen, von den Nazis dagegen nicht einer. Man darf gespannt sein, in welche Richtung die Polizei ihre Ermittlungen diesmal ausdehnen wird: gegen zunehmend gewaltttig agierende, organisierte Nazis? Oder gegen Menschen , die sich antifaschistisch organisieren? Die Vergangenheit lsst jedenfalls nichts gutes vermuten.

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Fr die FIFA und andere Geschftemacher mag dies mal wieder eine hervorragende Chance gewesen sein, ordentlich Profit zu machen. Die Masse der Menschen hatte auf verschiedene Weise ihr Kreuz mit der WM zu schleppen. Fr die BewohnerInnen in den Armenvierteln (Townships) waren die Ticketpreise unerschwinglich, manche Menschen wurden wegen WM- Baustellen zwangsumgesiedelt und an den Rand der Stadt gedrngt, mehr Polizei auf den Straen vertrieb jedeN, der/die potentiell das polierte WM- Bild stren knnte, Mrkte wurden weit weg von ihren NutzerInnen verlegt und so weiter. Eigentlich nix neues bei Groereignissen, wie den olympischen Spielen, der Fuballeuropameisterschaft, Industriemessen wie der EXPO oder eben der Fuballweltmeisterschaft, die fr die Auendarstellung des jeweiligen Landes genutzt werden und mit denen neue kapitalstarke Investoren umworben werden sollen. Das alte Prinzip: Brot und Spiele fr die Massen, damit die das Maul halten, whrend man ihnen eine Schweinerei nach der anderen auftischt. So auch wieder bei der diesjhrigen WM. Mit einem Blick nach Sdafrika soll gezeigt werden, dass ArbeiterInnen sich trotz oder vielleicht sogar wegen dem WM-Hype nicht verarschen lassen mssen. Wir hatten also whrend der WM in ihrem Gastgeberland Sdafrika die Gelegenheit zu sehen, dass sich KollegInnen am anderen Ende der Welt nicht mit eingeforderten Stillhalteabkommen erpressen lassen. Im Gegenteil: gerade die immense Aufmerksamkeit der Weltffentlichkeit eben wegen der WM galt es auszunutzen! Und das taten die ArbeiterInnen in verschiedenen Branchen auch. Zuerst kam es bereits 2009 zu Streiks von zehntausenden BauarbeiterInnen auf ber 35 WM-Baustellen.

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Und nach einwchigem Streik konnte auch eine Lohnerhhung ber 10% durchgesetzt werden. Kurz vor dem Start der WM kam es dann zu Spannungen im Transportgewerbe. Die Transportarbeitergewerkschaften gingen mit hnlichen Lohnforderungen in die Verhandlungen und legten nach deren Scheitern den Schienen- und Gterverkehr (auch in den Hfen) lahm. Zwischen Durban und Johannesburg wurden die Schienen sabotiert, so dass ein Zug mit Benzin entgleiste. ber 80.000 ArbeiterInnen schlossen sich dem Streikaufruf an! Auch beim Energiekonzern ESKOM brodelt es. Nachdem der Konzern die marode Energieversorgung des Landes mit neuen Leitungen mit Hinblick auf die WM verbesserte, gnnten sich die Manager entsprechende Bonuszahlungen und den 18.000 ArbeiterInnen sollte es mal wider reichen, sich darber zu freuen, dass sie berhaupt Arbeit haben. Wir drehen der WM den Strom ab titelte die Braunschweiger Zeitung noch am 17.06.2010. Soweit kam es dann doch nicht und man einigte sich auf Lohnerhhungen. Auch die Taxi- und Busfahrer gingen auf die Strae und streikten, als man ihnen mitteilte, dass wegen der WM nun andere Strecken zu fahren seien und man sich auf berstunden einstellen sollte. Eine gewisse Aufmerksamkeit trotz des WM- Taumels erfuhren die Aktionen der Sicherheitskrfte.von der Polizei verhaftete Streikende vor dem Stadion in Durban whrend des BRD - Australien Spiels

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Mehrere Hundert protestierten vor Beginn des Spiels BRD-Australien vor dem Haupteingang friedlich mit Sitzblockaden. Die Polizei trieb sie mit Trnengas, Gummigeschossen und Blendschockgranaten auseinander und in die Nebenstraen. Aber die Proteste rissen nicht ab. Beim Spiel Brasilien gegen Nordkorea demonstrierten wieder 700 vor dem Eingang. Auslser war der mangelnde Lohn den die ArbeiterInnen von ihrem Arbeitgeber (das sdafrikanische Sicherheitsunternehmen STALLION) ausbezahlt kamen. Dieser sicherte mndlich (wie das in Sdafrika blich ist bei befristeten Jobs) 550 Rand (50,- ) am Tag zu. Ausbezahlt wurden aber lediglich 190 Rand (19,- ). Auch die Arbeitszeiten betrugen nicht selten 19 Stunden am Tag !Dies und die Tatsache, dass die Sicherheitskrfte sich teilweise nach Feierabend den Weg nach Hause nicht leisten konnten und deshalb u.a. in einem stillgelegten Stadion bernachteten, lassen es wie ein Wunder erscheinen, dass die Streikenden lediglich friedlich Si